Homöopathie: Heilung aus dem Nichts?

27. Februar 2013
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Alternativmedizinische Behandlungsmethoden sind im Kommen. Auch die Homöopathie boomt. Doch kaum eine andere Behandlungsform entzweit die Menschen mehr. Mit dem Thema kann man Partys verderben und Freundschaften aufs Spiel setzen. Wir werfen einen kritischen Blick auf die Homöopathie.

Die Homöopathie ist heutzutage eine der weltweit meistgenutzten Methoden der Alternativmedizin. Laut einer Umfrage aus dem Jahre 2009 hat jeder zweite Deutsche bereits Homöopathika gegen diverse Krankheiten eingenommen und jeder Vierte ist überzeugter Anwender. Zur großen Verbreitung homöopathischer Heilmittel hat vor allem die Unbedenklichkeit dieser Arzneien beigetragen. Das Versprechen der Homoöpathie, dass sich alle denkbaren Leiden sanft, billig und ohne Nebenwirkungen beheben lassen, klingt einfach zu verlockend. Und die Erfahrungsberichte von Freunden und Kollegen, bei denen die Behandlung erstaunliche Erfolge aufzuweisen hat, tun ihr übriges.

Die Homöopathie-Gegner allerdings verweisen auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, von denen bis heute keine einzige die Wirksamkeit von Homöopathika sicher belegen konnte. Sie berufen sich auf den gesunden Menschenverstand, von nichts könne auch nichts kommen. Um diesen Konflikt zwischen Anhängern und Gegnern besser zu verstehen, hilft ein Blick in die Vergangenheit.

Ruppige Zeiten

Die klassische Homoöpathie geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts praktizierte. Damals ging es noch sehr ruppig zu – nahezu sämtliche Krankheiten wurden mit Methoden wie Aderlass, Brech- und Abführkuren oder hohen Dosen giftigen Quecksilbers behandelt, wobei viele Menschen alleine an der Behandlung starben. Hahnemann forschte deswegen nach neuen Heilverfahren. 1796 entwickelte er die Homoöpathie – eine sanfte, beinahe nebenwirkungsfreie Methode im Gegensatz zu den damals üblichen Behandlungen, die somit schnell an Vertrauen gewann und Verbreitung fand. Zu Hahnemanns Patienten zählten damals unter anderem bekannte Persönlichkeiten wie Beethoven und Goethe und auch heute noch gibt es berühmte Anhänger von Hahnemanns Methoden wie beispielsweise das englische Königshaus.

Die Homöopathie basiert auf zwei grundlegenden Prinzipien: dem Ähnlichkeitsprinzip und dem Prinzip der Potenzierung. Ersteres wurde von Hahnemann in einem Selbstversuch mit Chinarinde entdeckt, der oft auch als Geburtsstunde der Homöopathie bezeichnet wird. Dabei nahm der Arzt über mehrere Tage hinweg einen Extrakt der Chinarinde ein, die damals gegen Malaria eingesetzt wurde. In den folgenden Tagen stellte er an sich sämtliche Symptome der Krankheit wie Fieberschübe und Schweißausbrüche fest, ohne den Erreger in seinem Körper zu haben. Nach Absetzen der Chinarinde verschwanden die Symptome wieder. Daraus folgerte Hahnemann, dass die Chinarinde nur deshalb Malariakranke heile, weil sie beim Gesunden ähnliche Symptome erzeugt. So wurde das Ähnlichkeitsprinzip formuliert: “similia similibus curentur”. Für Nicht-Lateiner: “Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden”. Man kann sich das Prinzip auch ganz einfach klarmachen: Jeder, der schon einmal Zwiebeln geschnitten hat, weiß, dass sich dabei tränende Augen und laufende Nasen nicht vermeiden lassen. Die Homöopathie sagt nun, dass genau deshalb die Zwiebel bei Kranken, die unter Fließschnupfen leiden, eingesetzt werden soll. Krankheiten sollen also durch Mittel geheilt werden, die beim Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen.

Geschüttelt, nicht gerührt

Das zweite Prinzip, die Potenzierung, besagt nun noch, dass homöopathische Arzneimittel stark mit Wasser bzw. Alkohol verdünnt oder mit Milchzucker verrieben werden, damit sie ihre Wirksamkeit entfalten. Zum Verdünnen kommt das Schütteln der Substanzen, das sogenannte Potenzieren, dazu, bei dem sich laut Hahnemann etwas von dem “geistigen Wesen” des Arzneimittels auf das Lösungsmittel überträgt, um ihm eine Art “heilsame Schwingung” zu verleihen – und dadurch wirksam zu werden. Das Paradoxe an der Sache: Je höher die Potenz eines Arzneimittels, also je stärker die Lösung verdünnt ist, desto stärker soll ihre Wirkung angeblich sein. So werden heutzutage oft Hochpotenzen verschrieben, bei denen die Verdünnung 1:1020 beträgt. Damit ist dann ungefähr so viel Wirkstoff enthalten, als würde man eine Tablette Aspirin im gesamten Atlantik gleichmäßig auflösen und davon dann einen Teelöffel gegen Kopfschmerzen einnehmen. Rein rechnerisch befände sich somit nunmehr in der Lösung kein einziges Molekül des Wirkstoffs.

Das bestreitet auch kein einziger Homöopath. Die Homöopathen haben eine andere Erklärung dafür, warum ihre Arzneien trotz der großen Verdünnung helfen. Sie glauben, dass das Verdünnen und Schütteln die “energetische Essenz” des Wirkstoffs auf die Wassermoleküle überträgt – nach einem Mechanismus, der allerdings noch unbekannt ist. Selbst wenn der Wirkstoff nicht im Wasser enthalten ist, so ihre These, erinnert sich die Flüssigkeit irgendwie daran. Und wenn man Zuckerkügelchen anschließend mit dem Wasser benetzt, werden die magischen Schwingungen des Wassers auf die Globuli übertragen.

Kleine Kügelchen – großer Gewinn

Trotz der ungesicherten Erkenntnisse hat die Homöopathie viele Anhänger. Wie kann das sein? Neben der Tatsache, dass kaum Nebenwirkungen auftreten – was natürlich mit der Wirkstoffarmut der Arzneimittel zusammenhängen dürfte – sind vor allem die geringen Kosten der Arzneimittel zu nennen. Sie bestehen nicht aus teuren, patentierten Substanzen, sondern hauptsächlich aus Wasser, Zucker oder Alkohol und Spuren von Chemikalien, Pflanzen- oder Tierextrakten. So können die großen Firmen homöopathische Mittel im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten besonders günstig produzieren. Den dennoch recht hohen Preis rechtfertigen sie mit aufwendigen Schüttel- und Verdünnungsapparaturen, aber die Preisgestaltung ist oftmals kaum nachvollziehbar. Der Anteil der Kosten für Homöopathika an den gesamten Arzneimittelkosten ist in Ländern wie Deutschland und den USA relativ niedrig. Laut dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller werden jährlich etwa zwei Milliarden Euro weltweit umgesetzt, wobei das Volumen des klassischen Pharmamarktes bei etwa 750 Milliarden Euro liegt. Am Umsatz von Apotheken in Deutschland haben homöopathische Mittel einen Anteil von etwas über einem Prozent. Unter bestimmten Bedingungen werden homoöpathische Behandlungen von den Krankenkassen übernommen. Den Hauptanteil der Kosten übernehmen die Patienten aber ohne Murren ohnehin meistens selbst.

Alles nur Einbildung?

Doch die Homöopathie scheint ja bei manchen Leuten wunderbar zu helfen? Viele wenden die alternativmedizinische Behandlung getreu der Grundsätze “Wer heilt, hat Recht” oder “Es hilft ja auch, wenn man nicht daran glaubt” an. Ist die von vielen Menschen beschriebene Heilkraft etwa nur Einbildung?

Man hat versucht, diese Frage mit zahlreichen placebokontrollierten Doppelblindstudien zu beantworten. Dabei wird einem Teil der Patienten die zu untersuchende homoöpathische Arznei verabreicht und eine Kontrollgruppe schluckt ein Placebo, dass nicht nach den Prinzipien der Homöopathie hergestellt wurde. Doppelblind sind die Studien, weil weder der Arzt noch die Patienten wissen, welche Gruppe das Placebo bekommen hat und welche die Arznei. Auf diese Weise wurde die Wirksamkeit von homoöpathischen Therapien vielfach untersucht. Das Ergebnis der Studien war immer ähnlich: Berücksichtigt man nur diejenigen Studien, die heutigen wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen, lässt sich kein Unterschied feststellen. Die klinischen Wirkungen der Homoöpathie beruhen also auf dem Placeo-Effekt.

Kritische Betrachtungen der Homöopathie:

Verhärtete Fronten

Die Anhänger der Homöopathie sehen das natürlich ganz anders. Sie argumentieren, man könne keine klinischen Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit homoöpathischer Arzneitmittel verwenden, weil diese ja gerade auf einer individualisierten Behandlung beruhe. Zwei Patienten mit den gleichen Symptomen bekämen demnach oft unterschiedliche Globuli-Mischungen verschrieben, da es ja auch eine ganze Reihe von Homoöpathika gäbe, die gegen ähnliche Symptome wirken sollten. Doch die Gegner führen an, dass sehr wohl auch solche Untersuchungen zur individualisierten Therapie gemacht wurden und diese ebenfalls nur Placebo-Effekte nachweisen konnten.

Interessanter Artikel zum Thema:
Homöopathie, Placebos und Quantenunsinn

Wer heilt, hat Recht? – Der Nocebo-Effekt

Stellt sich die Frage, ob es letztlich nicht egal ist, dass die Wirkung auf dem Placebo-Effekt beruht. Hauptsache den Patienten geht es besser, oder nicht? Eine kleine Gruppe von Pragmatikern in der Homoöpathie gibt sogar zu, dass ihre Therapien in Wahrheit Psychotherapien sind und nicht auf der unerklärlichen Wirkung energetisierter Wassermoleküle beruhen. So beispielsweise David Reilly, Chef eines Homöopathie-Krankenhauses in Glasgow: “Kritikern, die meinen: Das kommt alles nur wegen der mit dem Patienten verbrachten Zeit und der besonderen therapeutischen Beziehung, kann ich nur sagen: Ihr habt absolut recht – und ist das nicht wundervoll?”. Diese Haltung wird auch generell von immer mehr Alternativmedizinern geteilt.

Aber dieser Ansatz birgt zwei nicht zu unterschätzende Risiken: Zum einen, dass einem ernsthaft kranken Patienten ein echtes Medikament vorenthalten wird, das nachgewiesenermaßen besser als ein Placebo wirkt. Die Homöopathie hätte dann indirekt eben doch – im schlimmsten Fall – tödliche Nebenwirkungen. So regen sich beispielsweise auch viele Homoöpathie-Gegner über eine Hilfsorganisation namens “Homöopathen ohne Grenzen” auf, die ähnlich den “Ärzte ohne Grenzen” das Ziel hat, die Gesundheitsversorgung von Menschen in Krisengebieten zu verbessern. Allerdings werden die Helfer dort rein homöopathisch ausgebildet und sollen so auch schwere Krankheiten wie Krebs oder AIDS behandeln, was gehörigen Anlass zur Kritik gibt.

Zum anderen kann in diesem Zusammenhang auch der kleine Bruder des Placebo-Effekts auftreten: der sogenannte Nocebo-Effekt. Dieser negative Placebo-Effekt beruht auch auf einer bestimmten Erwartungshaltung des Patienten. Der Effekt bewirkt in dem Fall, dass beim Patienten objektiv anerkannte, bestens erprobte Arzneien weniger gut wirken, wenn er fest davon überzeugt ist, dass ihm homoöpathische Mittel viel besser helfen. Er lehnt z.B. die schulmedizinischen Medikamente aufgrund der darin enthaltenen “schädlichen Chemie” ab oder misstraut dem Arzt, wodurch die eigentlich wirksame Medizin kaum noch Wirkung zeigt. Wer an die Homöopathie glaubt, ist also – bewusst oder unbewusst – skeptisch gegenüber der wissenschaftlichen Medizin, wodurch die Wirkung von gut bewährten konventionellen Methoden beeinträchtigt werden kann.

Kombination aus Schulmedizin und Homöopathie?

Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre, mit der Begründung: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers. So gibt es in Deutschland auch bis heute keinen Studiengang, der eine homöopathische Grundlagenausbildung ermöglicht, obwohl dies einige Male angestrebt wurde. Dafür kann man an einigen Einrichtungen zusätzlich zur Facharztausbildung eine sechsmonatige Zusatzweiterbildung zum Homöopathen absolvieren. Es gibt auch einen eingetragenen Verein, in dem man sich als Arzt engagieren kann: den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte. Manche Experten sehen die zukünftige Lösung des Streits in einer Kombination aus Schulmedizin und alternativmedizinischen Behandlungsmethoden. Sie vertreten die Meinung, dass man den Placebo-Effekt dazu nutzen könnte, die schulmedizinische Therapie zu verstärken und genau das versuchen auch einige Ärzte schon mit Erfolg.

Doch man sollte bei diesen neuartigen Verfahren vorsichtig sein, denn es kann sich daraus schnell eine extremere, risikobehaftete Variante entwickeln: So gibt es zum Beispiel eine rein homöopathisch ausgerichtete Schweizer Klinik, die sehr ungewöhnliche Behandlungsmethoden anwendet. In der Clinica Santa Croce werden schwerkranke Krebspatienten ausschließlich klassisch homöopathisch behandelt. Inwiefern hier noch die Homöopathie zum Wohl des Patienten beiträgt, bleibt stark fragwürdig.

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14 Kommentare:

Student der Pharmazie

Es können nicht beide Arten bestehen, weil die Grundlagen auf denen sie jeweils beruhen, sich widersprechen.

Genau wie sich Evolutionstheorie und Schöpfungslehre widersprechen und man nicht gleichzeitig beides für richtig halten kann. Und genauso ist es sinnlos mit einem tiefgläubigen Menschen der an die Schöpfungslehre glaubt über Biologie zu reden, denn dieser ignoriert die wissenschaftlichen Beweise für die Evolutionstheorie.

Ich weiss, dass täglich viele Menschen durch Arzneimittel geschädigt werden. Abgesehen davon, dass man viele Fälle vermeiden könnte wenn Patienten und Ärzte gewissenhafter mit Arzneimitteln umngehen würden, frag ich mich, was der Punkt soll. Soll das ein Argument gegen die moderne Medizin und für die Homöopathie sein?

(Im Internet duzt man sich üblicherweise und so verkrampft bin ich nicht, deshalb schreib ich jetzt einfach mal du.)

Ich würde dich nicht als Lügner bezeichnen, ich glaube dir sogar, dass die Kügelchen bei dir und deiner Familie geholfen haben. Allerdings nicht, weil sie der Homöopathie nach hergestellt wurden, sondern weil du geglaubt hast, dass du ein richtiges Arzneimittel vor dir hast, was helfen wird. Hätte man die Kügelchen einfach durch andere oder einfache Zuckerkügelchen (die nicht der Homöopathie nach hergestellt worden sind) ersetzt, hätten diese genauso geholfen. Denn geholfen haben im Endeffekt der Placebo-Effekt und die Selbstheilungsmechanismen des Körpers.

Der Placebo-Effekt kann sehr wirkungsvoll sein. Er kann nachweislich im Körper viele verschiedene (biochemische!) Prozesse auslösen oder verstärken, die Krankheiten oder Schmerzen entgegenwirken. Arzneimittel sind nichts anderes als Stoffe, die an im Körper bereits vorhandenen Systemen wirken. Der Körper selbst kann aber natürlich diese Systeme auch selbst beeinflussen.
Und genau aus diesem Grund wird in Blindstudien geprüft, ob Arzneimittel wirklich eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung besitzen.

#14 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Hallo Herr Huxel,

ich möchte sie nicht beleidgen aber ich gehe davon aus das ein noch recht junger Man sind und hoffentlich noch dazu lernen. Ihr Zitat:
“Genau hier ist auch der Punkt, an dem die Diskussion sinnlos wird .”
Warum sind sie so dogmatisch und voreingenommen ? Können nicht beide Arten der Medizin bestehen? Bin ich ein Lügner oder Spinner weil Homöopathie bei uns funktioniert ? Übrigens sterben jeden Tag viele viele Menschen in Deutschland durch falsche Medikationen und Wechselwirkungen. Das habe ich auf einer Weiterbildung an der Uni durch einen erfahrenen Pharmazeuten erfahren.

#13 |
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Student der Pharmazie

Kurioserweise war ja das Wasser oder Lösemittel homöopathischer Präparate vorher in Kontakt mit unzähligen Substanzen und ist durchsetzt von unzähligen Substanzen unterhalb der Nachweisgrenze.

Sowieso ist jeder Atemzug Luft, jedes Glas Wasser und jedes Lebensmittel durchsetzt von hunderten von natürlichen aber vor allem auch synthetischen Substanzen in extrem geringen Konzentrationen und unsere gesamte Umwelt durchsetzt von Millionen von Substanzen.

Wie gut, dass die keine “homöopathische Wirkung” entfalten.

#12 |
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Student der Pharmazie

Genau das ist es, was ich meine, worin ich die Gefahr sehe. Sobald Vertreter der evidenzbasierten Medizin anfangen nebenbei Homöopathie anzuwenden, wird der restlichen Quacksalberei Tür und Tor geöffnet.

Genau hier ist auch der Punkt, an dem die Diskussion sinnlos wird. Die Wissenschaft hat seit der Moderne eine Reihe von Grundlagen in der Natur entdeckt und nachgewiesen. Wer diese einfach ignoriert und negiert, mit dem ist keine sinnvolle Diskussion möglich.

@Angelika Kunz:

Die angesprochenen Senioren wären ohne diese Medikamente oftmals schon längst tot.

Antibiotika schaffen keine resistenten Keime. Antibiotika selektieren, sodass zufällig resistente Keime überleben. Den selben Effekt kann man bei Pflanzenschutzmitteln beobachten.

Das Problem ist, die “Schulmedizin” ist so gut und erfolgreich, dass viele überzogene Erwartungen an diese haben. Sie erwarten, man könne gegen jedes Leiden etwas tun. (Und sind frustiert und von der Medizin enttäuscht, wenn sie feststellen, dass dies eben noch nicht möglich ist.) Die Medizin steckt eben einfach noch in ihren Kinderschuhen.
Wenn man die Entdeckung und Erforschung des Penicillins 1928 mal willkürlich als Grundstein setzt, dann sieht man, dass seitdem noch nicht einmal 100 Jahre vergangen sind.
Die moderne Medizin kann schon sehr viel leisten, aber eben noch lange nicht alles. Man stelle sich vor, was in 50, 100 oder 500 Jahren möglich sein wird.

#11 |
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Sandra Knott
Sandra Knott

Warum sollte Homöopathie nicht wirken…. Ab einer gewissen Potenz ist zwar kein Molekül der Ausgangssubstanz festzustellen, aber es sind die Schwingungen, die Energie dieses Heilmittels, was wirkt. Geistheilung ist auch Energie und Schwingung, und wirkt ja auch. Man kann ja sogar die Heilmittel einschwingen in den Körper, ohne das der Patient das Medikament einnehmen muss.
Außerdem, hat alles hier auf der Erde seine Daseinsberechtigung – die Schulmedizin und ebenso die Naturheilkunde… warum nicht einfach mal zusammenarbeiten…

#10 |
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Tierheilpraktikerin

Die Schulmedizin und Ihre Achso wissenschaftlichen Methoden die es fertig bringt Senioren am Tag 5-20 verschiedene Arzneien schlucken zu lassen ohne zu wissen welche Nebenwirkungen sich aus dem Cocktail ergeben. Die Ärtzte für jeden Schei…. Jahrelang Inflationär Antibiotika und Corstison verschrieben haben und damit reihenweise und systhematisch Immunsysteme kleiner Kinder geschwächt und durcheinander gebracht und damit auch noch resistente Bakterien geschaffen haben täten gut daran zu prüfen warum alternatives heilt anstatt nur drauf rumzuhacken. Wer heilt hat Erfolg ist doch erstmal gut warum ist es denn so schlimm dass etwas was man (noch) nicht versteht gut tut und heilt?

#9 |
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Student der Pharmazie

Dass in der Bevölkerung zum Thema Gesundheit immer noch etliche Mythen und Ammenmärchen verbreitet sind, ist schlimm genug.
Aber dass Fachleute auf diesem Gebiet an etwas glauben, was rein nüchterner Wissenschaft folgend überhaupt nicht funktionieren kann, finde ich erschreckend.
(Damit meine ich natürlich nicht die Autorin.)

Klar, ich verstehe schon den Nutzen.
In der Apotheke bringt es zusätzlichen Umsatz.
Ärzte wissen, es kann nicht schaden und vielleicht bringt es sogar noch einen kleinen Placebo-Gewinn. Aber auf jeden Fall signalisiert man den Patienten Aufgeschlossenheit, denn das Zeug liegt ja im Trend.

Auch wenn das Zeug nicht schadet, halte ich diese Entwicklung für bedenklich.
Wer gern für “Medizin” Geld ausgibt, bei der praktisch kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist und dennoch an deren Wirkung glaubt – von mir aus. Aber Ärzte und Apotheken sollten meiner Meinung nach darauf hinweisen, dass eben kein Wirkstoff vorhanden und damit eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus praktisch ausgschlossen ist.
Schon das Verschweigen dieses Umstands halte ich für falsch.
Denn genau das ist doch der Knackpunkt, ein Arzneimittel ist erst dann ein Arzneimittel, wenn es nachweislich eine über den Placebo-Effekt hinausreichende Wirkung besitzt.

Warum das eigene Hündchen oder Kinder ebenfalls scheinbar darauf ansprechen, ist leicht zu durchschauen.
Erstens werden ja meist nur harmlose Krankheiten behandelt, die auch von allein besser werden würden.
Und außerdem wird derjenige der daran glaubt das Verhalten seines Kindes oder Tieres immer entsprechend seiner Einstellung nach interpretieren. Positives wird vermehrt wahrgenommen und dieses als Wirkung der Kügelchen gehalten.

Der Trend hin zur Homöopathie ist ein klarer Rückschritt weg von evidenzbasierter moderner Medizin zurück in die Zeit mittelalterlicher Hokuspokus-Heilkunst und Quacksalberei.

#8 |
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Oda Köhncke
Oda Köhncke

Also auch ich habe natürlich Erfahrungen mit Homöopathie gemacht. Mir hat es auch sehr gut geholfen. Allerdings stimmt es natürlich schon, dass jeder Mensch individuell verschieden ist und für eine erfolgreiche Behandlung natürlich ein guter und erfahrerner Homöopath Voraussetzung ist, der anhand einer guten und umfangreichen Anamnese dann das richtige Mittel für den Patienten rausfinden und zusammenstellen kann.
Natürlich bin aber auch ich der Meinung, dass man eine schlimme Erkrankung wie z.B. Krebs, nicht allein mit Homöopathie heilen kann. Man kann aber dem Patienten mit Homöopathie zusätzlich sicherlich sehr gut behandeln – ob es nun dann der Heilung des Krebses zusätzlich beiträgt oder eben einfach “nur” die schlimmen Nebenwirkungen der Chemotherapie dämpft und besser ertragen lässt.
Also mein Fazit: Homöopathie kann sehr gut helfen, allerdings nicht allein bei sehr schweren Erkrankungen, hier finde ich ein gutes Zusammenspiel von Ärzten und Heilpraktikern/Homöopathen sehr wichtig.

#7 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Ich lasse mich im Moment selbst mit Homöpathischen hochpotenzierten Mittel ( C 10000) behandeln.
Die Wirkung ist enorm und die “Nebenwirkung” bzw, Erstverlimmerung bemerkenswert. Nie hätte ich gedacht, das es so eine starke Wikrung haben kann. Ich denke, wenn man den richtigen Therapeuten hat, der wirklich Ahnung von Homöopathie hat, kann ein Heilungsprozess wirklich eintreten, auch bein “schwereren Erkrankungen”. Allerdings beansprucht die Heilung sehr viel Zeit und Geduld. Da dies nicht mit einem einzigen Mittel und oder einer Einmalgabe von statten gehen kann. Mir kann niemand mehr sagen, das Homöopathie nicht wirkt und vor allem keine Nebenwirkung hat. Die Erstverschlimmerung zu ertragen ist manchmal wirklich sehr grenzwertig, aber ein guter Homöpath kann einen motivieren durzuhalten und wenn sich der Erfolg einstellt hat es sich allemal gelohnt durchzuhalten. Ich würde es immer wieder machen.

#6 |
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Studentin

Herr Dr. Karmann
Das Impfen beruht sicher nicht auf dem Wesen der Homöopathie. Der Krankheitserreger wird hier in den Gesunden geimpft. Zusätzlich gibt es genügend unverträgliche Stoffe, die nachgewiesene Impfschäden verursachen.
Wie Frau Renkawitz schon bemerkte, gut gibt es Menschen, die anders denken. Sonst wäre die Homöopathie dem Untergang geweiht.
In der Schweiz gibt es zum Glück Diplom Lehrgänge.

#5 |
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stud. Michael Skiba
stud. Michael Skiba

Huch und glatt den Link vergessen: http://www.youtube.com/watch?v=WzubS547Evc

#4 |
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stud. Michael Skiba
stud. Michael Skiba

Passend zum Thema ein aktueller Werbespot der IKK Classic (nur 26sec), finde ich sehr amüsant wie selbstironisch man an die Sache rangeht.

#3 |
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Student der Humanmedizin

Studiengang für Homöopathie? Na hoffentlich gibt’s dann noch genug Seminare in Geistheilung, Heilsteintherapie, Orgontherapie, Bachblüten und den ganzen anderen Kram. Vielleicht noch eine “naturwissenschaftliche” Grundlagenausbildung mit Kreationismus, Äthertheorie und Vitalismus?

#2 |
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Alexandra Renkawitz
Alexandra Renkawitz

Ach, Frau Heckl. Wie gut dass es KollegInnen gibt, die Kraft ihrer Erfahrung anders denken und auch wissen, wie sie an eine universitäre Homöopathie-Ausbildung kommen.

#1 |
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