Multiorgan-Chip: Tierschützer aus Silikon

19. März 2015
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Ein neu entwickelter Chip kann das Zusammenspiel mehrerer Organe nachahmen. Mit seiner Hilfe sollen komplexe Stoffwechselvorgänge schnell und einfach im Labor untersucht werden können – ohne dass ein Tier dafür sterben muss. Ist das Ende der Tierversuche nah?

Die Forscher des Dresdner Frauenhofer-Instituts arbeiten zusammen mit dem Institut für Biotechnologie der TU Berlin an der Entwicklung eines künstlichen Organismus im Miniaturformat. „Unser System ist ein Miniorganismus im Maßstab 1:100.000 zum Menschen“, erklärt Dr. Frank Sonntag vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff und Strahltechnik in Dresden. In speziellen Kammern werden Zellen deponiert. Dabei können verschiedene Zelltypen von ganz unterschiedlichen Spendern zum Einsatz kommen, die sich beispielsweise hinsichtlich Geschlecht, Ethnizität, Alter, Körpergröße oder Gewicht unterscheiden.

Der Clou: Die zellbestückten Kammern sind durch mikrofluidische Kanäle miteinander verbunden. Eine Mikropumpe sorgt dafür, dass kontinuierlich Flüssigkeit durch die Kanäle und Kammern fließt. Diese Strömung ist für die Replikation der Vorgänge im intakten Organismus sehr wichtig, betont Dr. Sonntag: „Man weiß heute, dass bestimmte Nierenzellen, sogenannte Endothelzellen, bei fast allen Nierenerkrankungen eine Schlüsselrolle spielen. Bisher gab es bei In-vitro-Tests das Problem, dass Endothelzellen nur unter Strömung funktionieren. Hier könnte unser Multiorgan-Chip eine Testumgebung bieten, in der sich beobachten lässt, wie sich Zellen nach einer Schädigung regenerieren.“ Passend zum miniaturisierten System sind auch die transportierten Flüssigkeitsmengen extrem klein. „Dadurch ist das Verhältnis zwischen Zellprobe und flüssigem Medium realitätsgetreu“, erläutert Dr. Sonntag.

Der miniaturisierte Multiorgan-Chip ist bereits bei einigen Unternehmen, beispielsweise aus der Kosmetikindustrie, im Einsatz. Doch auch in der medizinischen Forschung sind zahlreiche Anwendungen denkbar. Das Streben nach Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum klassischen Tierversuch hat bereits viele neue Verfahren hervorgebracht, die erfolgreich eingesetzt werden, zum Beispiel 3D-Zellkulturen und Computersimulationen. Dank dieser Methoden konnte die Zahl der Versuchstiere, die beispielsweise für die Zulassungsprüfung einer neuen Wirksubstanz nötig ist, erheblich reduziert werden.

Von Mäusen und Menschen

Tierversuchsgegner vertreten allerdings die Meinung, dass in Deutschland immer noch zu viele Tierversuche durchgeführt werden. Tatsächlich ist die Zahl der Versuchstiere in den letzten 10 Jahren stetig gestiegen, von 2,1 Millionen Wirbeltieren im Jahr 2003 auf 3,1 Millionen im Jahr 2012, 2013 sank die Zahl der Versuchstiere dagegen zum ersten Mal. Von den 2013 knapp 3 Millionen in Versuchen verwendeten Wirbeltieren waren 2,2 Millionen Mäuse und 376.000 Ratten. Den Rest machten überwiegend Fische, Kaninchen und Vögel aus.

Bei den Mäusen betrug der Anteil genetisch veränderter Tiere 41 % – eine Zahl, die seit Jahren steigt und die Tatsache wiederspiegelt, dass transgene Tiere dank technischer Fortschritte zunehmend leichter, schneller und günstiger herzustellen sind und als Krankheitsmodell immer stärker an Bedeutung gewinnen. Nicht in der Statistik enthalten sind dagegen Tiere, die zwar für Versuchszwecke gezüchtet wurden, aber nicht zum Einsatz kamen, da sie beispielsweise den falschen Genotyp hatten.

Versuchstier vs. Tierversuch

Auch werden nicht alle in der Versuchstierstatistik aufgeführten Tiere tatsächlich für Tierversuche im juristischen Sinne eingesetzt. Als Tierversuch gelten laut § 7 Tierschutzgesetz alle Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken an Tieren oder am Erbgut von Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere oder ihre Nachkommen verbunden sein können. Unter diese Definition fällt daher auch schon das Spritzen einer Injektionslösung oder eine einfache Blutabnahme beim Tier.

Das Töten eines Tieres, um dessen Organe oder Gewebe zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden, gilt dagegen nicht als Tierversuch. Die aktuelle Versuchstierstatistik zeigt, dass von den knapp 3 Millionen Wirbeltieren ca. 800.000 unter diese Ausnahmeregelung fallen. Ein Teil dieser Tiere wird dazu verwendet, um Organ- oder Zellkulturen anzulegen, die wiederum zur Erforschung und Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch genutzt werden können.

Reduce, refine, replace

Tierversuche sind nur dann erlaubt, wenn sie zu einem bestimmten Zweck unerlässlich sind. Darunter fallen die Erforschung physiologischer Prozesse (Grundlagenforschung) ebenso wie die Entwicklung neuer Produkte und Therapieverfahren. Manche Tierversuche sind sogar gesetzlich vorgeschrieben: Bevor ein neuer Wirkstoff am Menschen getestet werden darf, muss seine Sicherheit im Tierversuch getestet worden sein. 2013 wurden für toxikologische Untersuchungen und andere Sicherheitsprüfungen ca. 150.000 Wirbeltiere verwendet, der Großteil waren Nagetiere (ca. 92.000) und Fische (ca. 50.000).

Bei allen Tierversuchen lautet das Credo seit Jahrzehnten: Reduce, refine, replace (zu Deutsch: verringern, verbessern, ersetzen). Ziel ist es immer, so viele Tiere wie nötig, aber so wenige wie möglich zu verwenden. Und selbstverständlich sollen die Tiere adäquat gehalten und im Versuch so wenig wie nötig belastet werden. Der Experimentator muss daher die Gründe für sein Forschungsvorhaben angeben, erklären warum ein Tierversuch unerlässlich ist, und seine Kompetenzen in der Tierhaltung und Durchführung des Versuchs nachweisen.

Wieso, weshalb, warum – wer nicht tötet, der bleibt dumm

Tierversuchsgegner sind jedoch der Meinung, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar und daher grundsätzlich unnötig sind. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. beispielsweise fordert „ein Ende des unethischen und wissenschaftlich fatalen Irrwegs Tierversuch“ sowie die Abschaffung aller Tierversuche. Der Verein lehnt Tierversuche ab und führt dafür ethische, medizinische und wissenschaftliche Gründe an. Zudem stellt der Verein die kühne Behauptung auf, die Fokussierung der medizinischen Forschung auf Tierversuche habe Schuld daran, dass es bei der Bekämpfung der heutigen Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rheuma und Allergien noch keinen Durchbruch gegeben hat.

Viele Wissenschaftler, Ärzte und Organisationen sehen das jedoch anders. „Immer dann, wenn Funktionen des intakten Organismus im Vordergrund einer Fragestellung stehen, sind Untersuchungen an Tieren notwendig“, sagt Prof. Gerhard Heldmaier, Tierphysiologe an der Universität Marburg und Vorsitzender der Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Tierversuche sind seiner Meinung nach „unvermeidlich, um die Grundlagen des Lebens zu verstehen und Fortschritte in der Medizin zu erreichen“. Als Beispiel für die Entwicklung einer neuen Behandlungsmethode führt er die Tiefenhirnstimulation bei Parkinson-Patienten an. Den Grundstein für diese Therapie habe die biomedizinische Grundlagenforschung gelegt – einschließlich Studien und Testreihen an Affen.

Die liebe Verwandtschaft: Probleme mit Primaten

Apropos Affen: Unlängst machten schockierende Bilder aus dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen die mediale Runde. Affen würden dort gequält und einen grausamen Tod sterben, behauptet die Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“, die einen Pfleger in das Institut einschleuste, um dort illegale Aufnahmen anzufertigen. Nach Ausstrahlung des Materials war die öffentliche Empörung erwartungsgemäß groß, Rufe nach einem Stopp der Primatenforschung in Deutschland wurden laut.

Die Max-Planck-Gesellschaft versprach in einer Stellungnahme, die Vorwürfe sorgfältig zu prüfen, machte jedoch auch deutlich, dass Tierversuche – auch an nichthumanen Primaten – weiterhin notwendig seien, um zentrale wissenschaftliche Fragen zu beantworten. Diese Forschung schaffe u.a. die Grundlage für neue Behandlungsansätze in der Medizin.

Ene, mene, muh und raus bist du – wer ist eigentlich schützenswert?

So emotional die Debatte um Forschung an Primaten auch geführt wird: Tatsächlich machen sie nur einen winzigen Bruchteil der Versuchstiere in Deutschland aus. 2013 wurden 93 Halbaffen, 287 Neuweltaffen und 1.785 Altweltaffen als Versuchstiere verwendet, Menschenaffen überhaupt nicht. Selten gesprochen wird dagegen von den Milliarden Fliegen und Würmern sowie den zahlreichen Pflanzen, die in deutschen Laboren leben und sterben. Ist ihr Leben weniger wert als das von Primaten und Mäusen?

Heutzutage sei ein „gemäßigter Biozentrismus“ bzw. ein „gemäßigter Anthropozentrismus“ als Moraltheorie weit verbreitet, meint Dr. Karin Blumer, Tierärztin und promovierte Philosophin. „Beide Theorien verleihen allen Lebewesen einen moralischen Status, dessen verpflichtender Eigenwert jedoch mit der Höhe der jeweiligen Spezies in der „Scala naturae“ (Hierarchie der Organismen) ansteigt.“

Hinzu kommt, dass der Anteil der Versuchstiere an der Gesamtzahl der in Deutschland verwendeten Tiere verschwindend gering ist. 2013 wurden 3,5 Millionen Rinder, 60 Millionen Schweine, 1 Millionen Schafe und 700 Millionen Hühner, Enten und Truthühner in Deutschland geschlachtet – größtenteils für die Produktion von Nahrungsmitteln. Versuchstiere machen im Vergleich dazu nur 0,4 Prozent aus. Zweifelsfrei ist jedes Tier, das unnötig leiden muss, ein Tier zu viel. Die Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden wie beispielweise Multiorgan-Chips ist ein richtiger und notwendiger Schritt, um die Anzahl der Versuchstiere zu minimieren. Ob diese Verfahren jedoch in absehbarer Zukunft das komplexe Zusammenspiel von mehr als 200 verschiedenen Zelltypen in einem intakten Organismus nachstellen und Tierversuche so vollständig ersetzen können, bleibt dagegen abzuwarten.

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Forschung, Medizin

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16 Kommentare:

Gast
Gast

Echt ätzend, wie manche (z.B. @Dr. med. Elke Schrader) kein Problem damit haben, gegen die Beiträge von anderen Leuten zu wettern und dabei echt das Niveau verlieren, aber dann, wenn ihnen überzeugende Gegenargumente geliefert werden, einen auf tote Spinne machen und nicht mehr reagieren.

#16 |
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Gast
Gast

Dr. P. Grant machen Sie sich nichts draus, auf doccheck haben doch Frauen Narrenfreiheit. Wenn sich da eine Lady versteigt Hitler gegen seinen Gesprächspartner zu zitieren,
wird die Kritik daran GELÖSCHT.

#15 |
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Dr. P. Grant
Dr. P. Grant

Sehr geehrte Frau Schrader (#10),
mir Ignoranz zu unterstellen finde ich ein starkes Stück. Ich habe ja in keinem Worte ausdrücken wollen, dass nicht manche Tierstudien verwerflich und unnötig sind, sondern lediglich betont, dass dies NICHT FÜR ALLE Tierstudien gilt. Das sind Tatsachen, liebe Frauch Schrader, die es zu überprüfen gilt, ehe man Andere diffamiert.
So gibt es bspw. Forschergruppen, die sich den ganzen Tag damit beschäftigen, das pro-soziale Verhalten von Ratten zu erforschen, indem neue Paradigmen zur Induktion von Wohlbefinden (z.B. Kitzeln) etabliert werden. Insbesondere, wenn die Ratten durch eine erhöhte Zahl von 50-Hz-Vokalisationen (ein Ausdruck von Wohlbefinden) auch noch deutlich zeigen, dass es ihnen gefällt, mit den Tierpflegern zu spielen oder von ihnen gekitzelt zu werden, sehe ich die Grausamkeit nicht.
Auch den Rhesus-Affen, die in Studien zur Wahl bekommen, ob sie lieber Saft trinken oder Photos von Hinteransichten weiblicher ovulierender Artgenossen angucken, damit die appetitive Wirkung von Pornographie besser verstanden werden kann (in Hinblick auf das Problem der sexuellen Sucht beim Menschen), geht sicherlich ziemlich gut.
Und ich glaube, Kanzi der berühmteste aller “sprechenden” Bonobos hat (inklusive seiner Geschwister und seinem Sohn Teco) echt ein tolles Leben bei Sue Savage-Rumbaugh, zumindest wenn man die liebevolle Interaktion zwischen ihm und seiner menschlichen “Kollegin” in Videoaufnahmen anschaut.
Also, halten wir fest: In manchen Tierstudien werden Tiere unnötig gequält und das ist verwerflich und gilt, verhindert zu werden; geschenkt! Aber zu leugnen, dass dies NICHT GRDS. so ist, und mir Ignoranz zu unterstellen, ist einfach mit der Realität unvereinbar.
Auch Ihr Argument bzgl. des Verhältnisses zwischen der Zahl der Tierstudien und der Zahl der resultierenden Veröffentlichungen lässt bei mir die Frage aufkommen, ob Sie überhaupt jemals (außer die handelsübliche Mediziner-Doktorarbeit) wissenschaftlich gearbeitet haben? Das eine hat mit dem anderen NICHTS zu tun. Wissen Sie eigentlich, wie schwer es ist (insbesondere negative) Befunde veröffentlicht zu bekommen; obgleich v.a. Negativbefunde eigentlich fast die wichtigsten sind (und auch bei Tierstudien rauskommen können)? Die meisten Zeitschriften haben rejection-rates von über 90%; Ihrer Argumentation zufolge müsste ja dann weltweit 90% aller Forschung eingestellt werden (und dies gilt nicht nur für Tierforschung), da die Ergebnisse nicht veröffentlicht werden. Dieser Fehler liegt in einem ganz anderen System (nämlich dem Peer-Review-System) und hat mit der Rechtfertigung von Tierstudien gar nichts zu tun.
Jeder hat ein Recht auf die eigene Meinung, Frau Schrader. Aber bitte, bevor Sie das nächste mal mit echt horrenden Adjektiven nach mir schmeißen (insbesondere, da ich mE eine anspruchsvolle und differenzierte Betrachtungsweise auf das Thema dargestellt habe; und nicht nur Parolen und leere Worthülsen “ausgekotzt”): Check your facts, because a little knowledge is a dangerous thing (q.v., Alexander Pope, 1709)!

#14 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Lieber Herr @ Karl-Heinz Licht, Sie dürfen sich mit Ihren unverbesserlichen Beiträgen mit Fug und Recht Anti-Medizinjournalist nennen, denn von den Antworten zu Ihren Argumenten kommt bei Ihnen NICHTS an!
Hier verwechseln Sie z.B. wieder Gesundheitspolitik mit “die Medizin”. Oder was hat denn bitte “Medizin” zu tun mit:
“… immer mehr alte Menschen kaum unterscheidbar ähnlich unwürdig wie anderswo die Versuchstiere aufbewahrt werden.” Fragen Sie dazu bitte den Staat oder die Familienangehörigen, aber nicht “die Medizin”!
Was selbst die geldgeilen Amerikaner verstanden haben ist, dass ein Dollar (effiziente) Therapie 5 Dollar Pflege erspart. Und wer wie Sie (und die AOK) z.B. gegen ein modernes künstliches Kniegelenk ist, wird sicher begeistert sein, den Rollstuhl und alle Folgekosten zahlen, gerne heute auch elektrisch, wer die Augen aufmacht, das sind dann schnell mehr als die 5 Dollar, von den ganzen sonstigen Pflegehilfen abgesehen.
Die “echte Krankenversorgung” wird also von Politik und Krankenkassen vorgegeben. Und hier fängt ja Ihre “Extremmedizin” offenbar schon beim künstlichen Kniegelenk an, über das in Deutschland wirklich schon gestänkert wird.
Im übrigen werden Tierversuche weder von der Rentenversicherung, noch von der AOK gemacht, weshalb Ihre behauptete “Unbezahlbarkeit” wieder in die völlig falsche Richtung zeigt.
Schließlich wird es schon makaber, wenn Sie die menschliche Lebensverlängerung durch “Medizin”, damit ist keinesfalls die Intensivmedizin gemeint, als Nachteil bezeichnen. Vielleicht sehnen Sie sich ja zurück ins frühe Mittelalter,
zur Erinnerung, um 1000 betrug in Deutschland trotz besserem Klima die Lebenserwartung 21 Jahre. Wenn sie Kosten sparen wollen, stoppen Sie lieber die irrsinnige “Klimarettungspolitik”, die soll ja nach dem letzten Umweltminister über eine BILLION kosten!

#13 |
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Tierärztin

Ich würde gerne denjenigen, die sich so vehement gegen jede Art von Tierversuchen positionieren, ein paar Fragen stellen:
1. an welcher Stelle des Erkenntnisgewinns soll die Menschheit stehen bleiben? Mittelalter? Aufklärung? Vor-Antibiotische Ära? Auf CT verzichten oder auf Röntgen? Welche Art von wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen darf dann überhaupt genutzt werden und welches Gremium soll darüber entscheiden? 2. Wer von uns wäre überhaupt noch am Leben oder wäre eventuell nicht geboren worden, ohne den Beitrag der wissenschaftlichen Medizin? 3. Wer wäre überhaupt bereit, auf die Mittel und Methoden, die mit Hilfe von Tierversuchen, entwickelt wurden, zu verzichten?
Ich kenne keinen Tierversuchsgegner, der jemals gesagt hätte, diese Zahn-Op stehe ich mal ohne Narkose durch, oder ganz basic, den vereiterten Backenzahn behalte ich doch mal.

#12 |
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Wieso müssen wir so häufig statt sachlicher Argumente propagandistische Äußerungen lesen? Ist hier wirklich der richtige Ort dafür?

#11 |
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Es ist beschämend. wie viele Kollegen die Augen vor dem grausamen Unrecht, welches
Tieren angetan wird, verschließen und es durch “Differenzierung” beschönigen wollen.
Tausende Tiere werden sinnlos gequält, ohne dass eine einzige Publikation erfolgt.
Das Leid der Versuchstiere herunter zu spielen, weil noch mehr Tiere in der Massentierhaltung gequält werden, ist ignorant.
Höhere Wirbeltiere haben alle Gefühle, auch Mitleid mit anderen, die wir auch haben.
Sich ein Moralbild zu zimmern, um ihnen aus Eigennutz Schaden zufügen zu dürfen, ist verwerflich.

#10 |
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Medizinjournalist

Diese angeblich so notwendige Forschung dient nur Geschäften. Man vergleiche im Kopf oder besser noch im Herzen, die “wissenschaftlichen” Fortschritte bei lange leidenden Patienten – daran hat sich seit 40 Jahren nichts geändert und nehme zur Verdeutlichung die reale Situation in Pflegeheimen, in denen immer mehr alte Menschen kaum unterscheidbar ähnlich unwürdig wie anderswo die Versuchstiere aufbewahrt werden.

Die Medizin tut sich keinen Gefallen, in dem sie mit Zukunftsaussichten herumwedelt und so von den alltäglichen aber massenhaften Unerträglichkeiten abzulenken versucht.

Letztlich wir die ganze Forschung nur das wissenschaftliche Niveau und natürlich die Kosten drastisch erhöhen. Die damit einher gehenden komplexen Strukturveränderungen der medizinischen Funktion in der Gesellschaft werden in wenigen Jahren als Problem erkannt werden. Ohne echte Fortschritte in der Krankenversorgung durch die Erfolge der Forschung folgerichtig immer länger werdenden Lebensenden ganz vieler Menschen wird kein positives Ergebnis zu entdecken sein. Der Gedanke, das bringt doch alles nichts, außer verlängertem Elend, wird sich ausbreiten.

Die finanziellen Belastungen, die der Forschungsbagger in die massenhafte Betreuung durch Extrem-Medizin den Beitragszahlern in Rente und KV in das Kostenbecken räumt, wird von ganz alleine durch einfachste Subtraktion dafür sorgen, dass die Medien den Gedanken der Unbezahlbarkeit ins Land tragen werden.

#9 |
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Tierärztin

Vielen Dank für Ihre klaren Worte, Herr Grant. Ich gebe Ihnen in jedem Punkt recht!

#8 |
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Dr. P. Grant
Dr. P. Grant

Also zunächst finde ich es erschreckend, dass innerhalb von 6 vorgehenden Posts ganze 3 Vergleiche mit Hitler und dem Nationalssozialismus zu lesen sind. Godwin’s law hat sich mal wieder bestätigt; jedoch schneller als erwartet.

Zum anderen würde ich mir einmal ein Mindestmaß an Differenzierungsfähigkeit und Einsicht in die Materie von Menschen wünschen, die Kritik an etwas üben (egal, ob es hierbei um Kritik an Tierversuchen geht oder um Kritik an den Teletubbies). “Tierversuch” ist ein im Gedankengut der Durchschnittsbürger vollkommen aus jeglicher Realität entfremdeter Gruselbegriff, der sich allzuhäufig von reißerisch-medialen Berichten aus der Kosmetikindustrie oder Einzelfällen wie im MPI bestimmen lässt. Ich habe (zunächst deutlichst widerwillig) meine Promotion in einem Institut gemacht, an dem Forschung an Ratten und Mäusen durchgeführt wird und seitdem zahlreiche andere Versuchtier-Labs kennengelernt. Und was habe ich dort sehen müssen: Die Tiere werden irgendwann getötet, vollkommen richtig. Aber von Qual oder Folter oder sonstwelchen Grausamkeiten keine Spur! Den Tieren geht es dort objektiv besser als vielen Haustieren (je nach Halter) und sicherlich besser als den meisten Tieren in einem Zoofachgeschäft (oder gar manchen Zoos). Und für Tötungen gibt es so enge gesetzliche Vorgaben (zu Recht!), dass auch hierbei von einem Leiden kaum gesprochen werden kann. Ich bin vollkommen der Meinung, dass Tierversuche mitunter unnötig oder zu vorschnell beantragt und genehmigt werden (obwohl der Genehmigungsvorgang alles andere als ein Pappenstiel ist; hier wird i.d.R. ausgesprochen nachhaltig geprüft), aber es gibt in den meisten Fällen sicherlich eine nachvollziehbare Notwendigkeit für eine Studie, die möglicherweise zu einem wesentlichen wissenschaftlichen und/oder medizinischen Beitrag führen kann. Also, nicht alles in einen Topf werfen und grundsätzlich verteufeln!
Also bitte liebe Tierversuchsgegener: (1) Bleibt ein bischen offen für die Möglichkeit, dass nicht jeder Tierversuch direkt im Auftrage Satans aus der Hölle durchgeführt wird oder aus der reinen Hybris eines Herrn Professor Vollpfosten resultiert, (2) denkt an Eure (hoffentlich) gegebene Fähigkeit zur Erkennung von mehr als nur schwarz-vs-weiß; vor allem, wenn Ihr das nächste mal eine Antibiose schluckt (die zuvor an Tieren getestet wurde), um die Bakterien in Euch zu töten, die jedoch auch Lebewesen sind, obwohl sie Euch grad nicht in den Kram passen, und (3) lasst bitte die ewigen Vergleiche mit dem Holocaust. Letzteres disqualifiziert Euch nur selbst und bringt einen zielführenden Diskurs keineswegs weiter; es erstickt ihn meist im Keime!

#7 |
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Marlene
Marlene

Moderne “Tierschützer” sind leider Menschenfeinde.
Hitler soll ja auch Vegetarier gewesen sein.
Ich bevorzuge Menschenfreunde
und artgerechte Ernährung für den Menschen.
Das hat bitte nicht das Geringste mit “Ignoranz, Profitgier und den menschlichen Größenwahn” zu tun,
schlimm genug, dass man so etwas hier öffentlich schreiben darf.
#1 ist zuzustimmen.

#6 |
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Elke Jacobi
Elke Jacobi

Tierversuche mit der unvorstellbaren Zahl von geschlachteten Tieren zu vergleichen, ist m.M.n. unredlich.
Jedes EINZELNE Tier, das nicht für die menschliche Ignoranz, Profitgier und den menschlichen Größenwahn unfassbar gequält und getötet wird, ist gut.
Ich stimme dem Kommentator 4 in jeder Hinsicht zu.
Was wir den Tieren in Tierversuchen, Pelzfabriken, Tierfabriken und Schlachthäusern antun, hat Dimensionen an Gewalt und Qualen, derer sich kaum jemand bewusst ist.
Wir sollten das ändern, je eher, desto besser.

#5 |
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Gast
Gast

Peinlich, dass wir nur auf Tierversuche verzichten würden, wenn wir diese 1:1 ersetzen könnten. Geht es uns nicht schon gut genug? haben wir nicht schon unerlaubt genug von den Tieropfern profitiert? Haben wir moralisch wirklich ein Recht dazu? Würden wir und doch moralisch ähnlich weiterentwickeln wie medizinisch, es wäre weit mehr Menschen (und auch anderen Tieren) geholfen!

#4 |
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Gast
Gast

#2 na, na, na Hitler immer noch nicht überwunden?
Weltmeister darin ist doch unbestritten die USA, das gibt es auch noch in der Gegenwart, in Gefängnissen, in “Entwicklungsländern”.
Also dann doch lieber bei Tieren!

#3 |
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Mitarbeiter Industrie

Ihr Hinweis auf Tübingne erstaunt mich nicht. Gerade dort hat die “menschenforschung in dt. Ihren Anfang genommen. dort wurden bis vor wenigen Jahren an konservierten III Reich opfern, die damals eigens dafür ausgewählt wurden, Medizinische studien getrieben. Tübingen hat also schon seit langem “dises ruf”. Und demnach immer noch nicht verloren. Denken Sie daran, wie lange Gmelin dort OB war! Durch die TAz Gemeinde hat sich das u.a. mit geändert.

#2 |
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Gast
Gast

Ein Chip kann auf absehbare Zeit kein Tier ersetzen, einfach auf dem Teppich bleiben.
Genauso wenig, wie es noch keine intelligenten Rechner gibt.

#1 |
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