Nahrungsergänzungsmittel: Risikofaktor DMBA

10. Februar 2015
Teilen

Nahrungsergänzungsmittel, die DMBA enthalten, können unerwünschte Nebenwirkungen haben und dürfen deswegen nicht mehr verkauft werden, so das BVL in einer aktuellen Stellungnahme. Betroffene Nahrungsergänzungsmittel können bis heute Online bestellt werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin weist daraufhin, dass Nahrungsergänzungsmittel, die 1,3-Dimethylbutylamin (DMBA) enthalten, unerwünschte Nebenwirkungen haben können und nicht verkauft werden dürfen. Im vergangenen Jahr wurde ein DMBA-haltiges Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland von den Überwachungsbehörden vom Markt genommen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere DMBA-haltige Nahrungsergänzungsmittel im Internet erhältlich sind, rät das BVL vom Kauf solcher Mittel ab.

DMBA mit unerwünschten Nebenwirkungen

Verbraucher in den Niederlanden hatten im Oktober 2014 unerwünschte Wirkungen nach der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels gemeldet. Sie klagten über Unruhe, Bewegungsdrang und gesteigerte Aufmerksamkeit. Untersuchungen ergaben, dass sie ein aus Kanada stammendes Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen hatten, das 1,3-Dimethylbutylamin (DMBA) enthielt. DMBA ist eine synthetisch hergestellte, stimulierende Substanz, die zur Leistungssteigerung beim Sport, zur Unterstützung bei der Gewichtsabnahme oder zur Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit angeboten wird.

DMBA-haltige Nahrungsergänzungsmittel über Online-Handel erhältlich

Das betroffene Nahrungsergänzungsmittel mit DMBA wurde auch in Deutschland vertrieben. Die Überwachungsbehörden haben es mittlerweile vom Markt genommen. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieses oder andere Produkte mit Zusatz von DMBA weiterhin, beispielsweise über den Online-Handel, angeboten werden.

Pharmakologische Wirkung von DMBA wahrscheinlich

DMBA ist eine nicht autorisierte Substanz. Aufgrund seiner strukturellen Ähnlichkeit zum schon länger bekannten 1,3-Dimethylamylamin (DMAA) kann von einer pharmakologischen Wirkung ausgegangen werden. DMBA ist derzeit aber nicht als Arzneimittel zugelassen. Aus Sicht der BVL-Experten benötigen Lebensmittel, die DMBA enthalten, eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel (Novel Food). Eine solche Zulassung liegt aber nicht vor. Daher sind nach Einschätzung des BVL Nahrungsergänzungsmittel, die DMBA enthalten, derzeit nicht verkehrsfähig und dürfen nicht gehandelt werden.

Originalpublikation:

12 Wertungen (3.67 ø)
Pharmakologie, Pharmazie

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.



Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: