Emotionen: fMRI zieht Geschlechtervergleich

4. Februar 2015
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Frauen bewerten emotionale Bilder gefühlsmäßig stärker und können sich an sie besser erinnern als Männer. Bei neutralen Bildern gibt es dagegen keine Unterschiede. Dieses Wissen ist von Bedeutung, da viele neuropsychiatrische Erkrankungen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen.

Bekannt ist, dass Frauen bewegende Ereignisse oft emotionaler bewerten als Männer. Ferner weiß man aus früheren Untersuchungen, dass Emotionen unsere Erinnerungen beeinflussen: Je emotionaler eine Situation ist, desto eher werden wir uns später daran erinnern. Ob dies der Grund dafür ist, dass Frauen bei vielen Gedächtnistests bessere Leistungen zeigen als Männer – dieser Frage ist ein Forschungsteam der transfakultären Forschungsplattform „Molecular and Cognitive Neurosciences“ der Universität Basel nachgegangen.

Mithilfe von Daten von 3.398 Versuchspersonen aus vier Unterstudien konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass Frauen emotionale Bildinhalte – und im Besonderen negative Inhalte – als stärker emotional bewerteten als die männlichen Studienteilnehmer. Bei neutralen Bildern hingegen fand sich kein Geschlechterunterschied in der emotionalen Bewertung. Beim nachfolgenden Gedächtnistest konnten sich die Frauen signifikant an mehr Bilder frei erinnern als die Männer. Doch überraschenderweise zeigten hier Frauen einen speziellen Vorteil für positive Bilder. „Dies deutet darauf hin, dass die Geschlechterunterschiede in der Verarbeitung von Emotionen und der Gedächtnisleistung auf unterschiedlichen Mechanismen beruhen“, sagt Studienleiterin Dr. Annette Milnik.

Stärkere Hirnaktivierung

Ferner konnten die Forscher mithilfe von Methoden der funktionellen Bildgebung (fMRI) mit 696 Versuchspersonen zeigen, dass die stärkere Bewertung negativer emotionaler Bildinhalte der Frauen mit einer stärkeren Hirnaktivierung in motorischen Arealen einherging. „Dieses Ergebnis würde zur landläufigen Meinung passen, dass Frauen den Emotionen größeren Ausdruck verleihen, als Männer dies tun“, erläutert Dr. Klara Spalek, Erstautorin der Studie.

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Aktivierung beim Betrachten negativer emotionaler Bilder: In Rot-Gelb verstärkt aktive Hirnregionen, wenn Bilder als aufregend bewertet werden. In Grün Regionen, die bei Frauen mehr aktiviert werden. © MCN, Universität Basel

Unterschiede besser verstehen

Die Befunde tragen dazu bei, geschlechterspezifische Unterschiede bei der Informationsverarbeitung besser zu verstehen. Dieses Wissen ist von Bedeutung, da viele neuropsychiatrische Erkrankungen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen. Die Studie ist Teil eines von Prof. Dominique de Quervain und Prof. Andreas Papassotiropoulos geleiteten Forschungsprojekts an der Universität Basel mit dem Ziel, neuronale und molekulare Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses besser zu verstehen und daraus neue Therapien zu entwickeln.

Originalpublikation:

Sex-Dependent Dissociation between Emotional Appraisal and Memory: A Large-Scale Behavioral and fMRI Study
Klara Spalek et al.; Journal of Neuroscience, doi: 10.1523/jneurosci.2384-14.2015: 2015

20 Wertungen (4.1 ø)

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2 Kommentare:

Kristina Walker
Kristina Walker

#Gast
…ja, aber man/frau muss es beantragen. ;-)

#2 |
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Gast
Gast

Unglaublich, dass Frauen und Männer unterschiedlich sein sollen.
Ist das denn gesetzlich zulässig?

#1 |
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