Rhinitis: Keime der Nase nach

13. Februar 2015
Teilen

Nasenspülungen sind bei Rhinitis-Patienten hoch im Kurs. Ohne hinreichende Pflege werden die Produkte aber schnell zu Keimschleudern. Jetzt zeigen Forscher, mit welchen Hausmitteln sich Bakterien oder Viren dezimieren lassen. Ihre Tipps eignen sich aber nur bedingt für den Alltag.

Gerade zur Erkältungszeit schätzen Apothekenkunden unterstützende Maßnahmen wie Nasenspülungen mit isotonischer Kochsalzlösung. Ältere Studien bescheinigen dieser Methode eine gewisse Wirksamkeit. Neue Arbeiten bestätigten dies recht deutlich. Bei Patienten verringerten sich typische Rhinitis-Symptome rascher, ohne dass weitere Pharmakotherapien erforderlich gewesen wären. Allerdings entwickelt sich das Innere von Gefäßen schnell zum Biotop – schon nach wenigen Anwendungen fanden Wissenschaftler Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii oder Klebsiella pneumoniae. Grund genug, praxistaugliche Verfahren zu entwickeln.

Ab in die Mikrowelle

Jetzt haben Josef Shargorodsky aus Neptune, New Jersey, und Andrew P. Lane Baltimore, Maryland, verschiedene Methoden überprüft. Ihre Hiobsbotschaft: Haushaltsübliche Reinigungsverfahren mit Spülmittel und heißem Wasser reichen nicht aus. Rund 40 Prozent aller Gefäße waren trotzdem kontaminiert – vor allem mit Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Proteus mirabilis und Serratia marcescens. Resistenzen wurden nicht erfasst. Die HNO-Ärzte fanden eine praktikable Methode. Spülten Patienten Kunststoffgefäße nach jeder Anwendung kurz aus, ließen sie abtropfen und brachten sie für zwei Minuten in die Mikrowelle, sank die Kontaminationsrate auf null Prozent.

Fragen über Fragen

Das pfiffige Verfahren wirft dennoch Fragen auf. Ob bei der Mikrowellenbehandlung Flaschen Schaden nehmen oder Chemikalien aus dem Kunststoff freigesetzt werden, haben Forscher bislang nicht untersucht. Herstellerangaben zur physikalischen Entkeimung liegen momentan nicht vor. Josef Shargorodsky und Andrew P. Lane äußerten sich auch nicht zu der Frage, ob kontaminierte Nasenduschen klinisch relevante Infektionen nach sich ziehen. Apothekern bleibt derzeit nur, Patienten 70-prozentiges Ethanol oder handelsübliche Desinfektionsmittel zu empfehlen. Sie sollten Kunden darauf hinweisen, dass jedes Familienmitglied eine separate Nasendusche verwendet. Wer Gefäße aus Keramik verwendet, kann diese nach jeder Anwendung im Geschirrspüler desinfizieren.

18 Wertungen (4.83 ø)
Forschung, Pharmazie

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

2 Kommentare:

Arzt
Arzt

Bei Eiter hilft immer noch ein Antibiotikum am besten.

#2 |
  0
Arzt
Arzt

der “Geschirrspüler” müsste man aber deutlich über 60°C einstellen.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: