Behandlungsfehler: Ist das Kunst oder kann das vor Gericht?

23. Februar 2015
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Wird über Behandlungsfehler berichtet, fallen oft Begriffe wie „Ärztepfusch“ und „Kunstfehler“. Während die Ärzteschaft darin eine Verunglimpfung sieht, verschafft sich so manch verzweifelter Patient Gehör. Welchen Stellenwert besitzen Behandlungsfehler in der modernen Medizin?

Vor rund zwei Jahren fasste die Bundesregierung sämtliche Regelungen, Klauseln und Rechtsprechungen zum Patientenrecht im „Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten“ zusammen. Ein wesentlicher Schwerpunkt darin ist die Neuregelung im Umgang mit Behandlungsfehlern, bei denen seitdem je nach Folgenschwere zwischen „einfachen“ und „groben“ Verfehlungen unterschieden wird. Außerdem werden die Krankenkassen durch das neue Gesetz dazu aufgerufen, die Versicherten zu unterstützen, wenn der Verdacht auf einen Behandlungsfehler vorliegt.

Dass der rechtliche Umgang mit Behandlungsfehlern neuerdings normiert und in einem Gesetz verankert ist, belegt die gesellschaftliche und gesundheitspolitische Tragweite dieses Themas. Im öffentlichen Bewusstsein scheint die Problematik überdies das Maß der Besorgnis bereits überschritten zu haben: „Unsere Mitarbeiter erleben Patienten, die Infusionsbeutel fotografieren, aus Angst, es könne etwas verwechselt werden“, berichtet Georg Baum, Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Fehlerquelle: OP

Für das Jahr 2013 verzeichnet die Behandlungsfehlerstatistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern eine im Vergleich zu 2012 nahezu unveränderte Zahl von rund 12.000 Anträgen. Bei über 2.200 Anträgen bestätigten die Gutachter den Verdacht auf einen Behandlungsfehler. „Angesichts von fast 700 Millionen Behandlungsfällen im ambulanten Bereich und mehr als 18 Millionen Fällen in den Kliniken jährlich bewegt sich die Zahl der festgestellten ärztlichen Behandlungsfehler im Promillebereich“, hebt Ärztekammerpräsident Prof. Frank Ulrich Montgomery hervor.

Die statistische Erhebung der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) zählte im gleichen Jahr mit etwa 14.600 Gutachten einen Anstieg von 17 % im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Behandlungsfehler um 5 % auf 3.700 sank. Rund zwei Jahre nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes sieht Kai Vogel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Zuwachs der Gutachten einen positiven Trend: „Es zeigt, dass die Menschen sich ihrer Rechte bewusst sind, und auch dass die Krankenkassen sie jetzt mit den Gutachten unterstützen, weil das Gesetz sie dazu verpflichtet.“

Sowohl in der Klinik als auch im niedergelassenen Bereich entfiel der Großteil der Vorwürfe auf die operativen Fächer, allen voran die Unfallchirurgie/Orthopädie und die Allgemeinchirurgie. Darüber hinaus führt die Statistik des MDK an dritter Stelle die Zahnmedizin, inklusive der MKG-Chirurgie. Während sich in der Klinik dementsprechend mehr als ein Drittel der Fehler bei Operationen ereignete – die Coxarthrose und die Gonarthrose führen die Liste an –, bildete bei den Praxen hingegen die Diagnostik die größte Fehlerquelle.

Eisberg voraus?

Wie viele Behandlungsfehler tatsächlich jährlich passieren, lässt sich allerdings nur schätzen, da es keine bundeseinheitliche Statistik gibt. „Wir gehen davon aus, dass eine hohe Dunkelziffer besteht“, sagt Prof. Astrid Zobel, Leitende Ärztin für Sozialmedizin des MDK Bayern. „Weil nicht jeder Fehler klar ersichtlich ist, aber auch weil Patienten sich manchmal davor scheuen, einen Fehler klären zu lassen.“ Gründe seien laut dem Sozialverband VdK oftmals mangelndes Vertrauen in die Ärzteschaft und die Krankenkassen sowie die Angst vor horrenden Gerichtskosten. Doch auch jene Patienten, die direkt den Schritt vor Gericht wagen, entgehen den Registern.

Dr. Andreas Crusius schätzt angesichts dessen, dass es pro Jahr insgesamt rund 40.000 Anträge von Patienten gebe, die einen Fehler vermuten. Indes geht das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bereits von bis zu 170.000 Behandlungsfehlern per anno aus. Maria Klein-Schmeink von den Grünen ist sich daher sicher: „Die Statistik der Schlichtungsstellen bildet nur die Spitze des Eisbergs ab.“

Gerechtes Richten

Hegt ein Patient den Verdacht auf einen Behandlungsfehler, empfiehlt das BMG in erster Instanz das Gespräch mit dem behandelnden Arzt, da dieser auf Nachfrage oder zur Abwehr gesundheitlicher Gefahren zur wahrheitsgemäßen Auskunft verpflichtet ist. Darüber hinaus haben Patienten zu jedem Zeitpunkt das Recht, die eigene Patientenakte einzusehen.

Lässt sich ein Behandlungsfehlervorwurf nicht direkt zwischen dem Patienten und dem Arzt klären, folgt mit der Zustimmung des Arztes im nächsten Schritt die Konsultation der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen. „Das medizinische Gutachten ist das Kernstück des Arzthaftungsverfahrens“, betont Prof. Walter Schaffartzik, Vorsitzender der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern. Zur Erleichterung der Beweisführung haben Patienten dank des neuen Gesetzes Anspruch auf ein vom MDK getragenes Gutachten.

Führt auch die außergerichtliche Verfahrensweise nicht zu einer Einigung, können sich beide Parteien an ein Zivilgericht wenden. Patienten haben in einem solchen Zivilrechtsprozess Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, sofern der kausale Zusammenhang zwischen einem etwaigen Behandlungsfehler und dem Schaden bewiesen werden kann. Wenn das Gericht dem Arzt im Verlauf des Prozesses jedoch einen groben Behandlungsfehler als Schadensursache attestiert, zwingt die sogenannte Beweislastumkehr den Arzt seit knapp zwei Jahren dazu, die Kausalität oder den Tatbestand des Behandlungsfehlers selbst zu widerlegen.

Irren ist ärztlich

Obwohl die Mehrzahl aller Behandlungsfehler keine verheerenden Folgen hat, führt nichtsdestotrotz fast jeder dritte Fehler zu schweren Schäden bis hin zum Tod. Die Patienten und Angehörigen kämpfen oftmals mehrere Jahre um ihr Recht – die durchschnittliche Dauer eines Verfahrens bei den Gutachterkommissionen und Schlichterstellen der Ärztekammern beträgt zehn bis zwölf Monate. Im Schatten der teilweise dramatischen Konsequenzen eines Behandlungsfehlers findet das persönliche Schicksal der verantwortlichen Ärzte allerdings häufig nur wenig Beachtung. Prof. Albert Wu von der Johns Hopkins University in Baltimore bezeichnet den Arzt deshalb in diesem Zusammenhang als „zweites Opfer“.

„Kein Arzt kann ein ganzes Berufsleben ohne Fehler absolvieren“, konstatiert Dr. Bernhard Mäulen, Leiter des Instituts für Ärztegesundheit in Villingen-Schwenningen. „Aber lange wurde in der Ausbildung so getan.“ Tatsächlich bestätigten bei einer Befragung in Nordamerika 92 % der Mediziner, bereits einmal einen Behandlungsfehler begangen zu haben. Knapp die Hälfte von ihnen gab an, danach ängstlicher geworden zu sein, Selbstvertrauen eingebüßt zu haben oder unter schwerwiegenden Schlafstörungen zu leiden. Nach Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) sei der Arzt jedoch in 80 % der Fälle nicht allein verantwortlich. Mäulen erläutert: „Ärzte sind oft sehr idealistisch und suchen die Schuld alleine bei sich. Aber Schuldgefühle bringen niemanden weiter.“

Evolution der Fehlerkultur

In den letzten Jahren hat jedoch ein Umdenken eingesetzt: „Mediziner haben eingesehen, dass es gut ist, zu Fehlern zu stehen – gut, um daraus zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden“, sagt Mäulen. „Das oberste Ziel auf dem Weg zu mehr Patientensicherheit ist eine Fehlerkultur, in der der Arzt keine Angst hat zu sagen, wenn etwas schief- oder beinahe schiefgegangen ist“, bestätigt auch Dr. Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer und Gründungsmitglied des APS.

Bereits im Jahr 2004 schuf das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt am Main zu diesem Zweck mit einer Website ein digitales Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen. Das Äquivalent des Krankenhauswesens ist das kurz darauf von BÄK, Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Ärztlichem Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) ins Leben gerufene Critical Incident Reporting System (CIRSmedical Deutschland). Ein weiterer Meilenstein war auf Initiative des APS die Gründung des bundesweit einmaligen Instituts für Patientensicherheit (IfPS) der Universität Bonn, das sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene in Projekten der WHO und der EU engagiert.

Das Fundament der Zukunft

Angesichts dieser Entwicklungen fußt die Implementierung der Patientenrechte in einem eigens dafür geschaffenen Gesetz auf einer vor über zehn Jahren begonnenen Evolution der Fehlerkultur. Der Beitrag der Legislative besteht in diesem Zusammenhang in der Verpflichtung aller Krankenhäuser zur Einrichtung eines patientenorientierten Beschwerdemanagementsystems, zu dem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vergangenes Jahr einheitliche Mindeststandards beschlossen hat. Ein weiteres großes Anliegen vieler Experten ist, im nächsten Schritt die Themen Patientensicherheit und Fehlerkultur in den Lehrplan der medizinischen Ausbildung aufzunehmen. Zwar gebe es noch viel zu tun, „aber wir sind auf einem sehr guten Weg, viele Leute sind dabei, ihre Hausaufgaben zu machen“, freut sich Hedwig François-Kettner vom APS.

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40 Kommentare:

Claudia Wallberg, Ärztin
Claudia Wallberg, Ärztin

Lieber Gast #37 können Sie den Lesern erläutern,
was genau meinen
Punkt 2)
“ein deutlicher Hinweis für stark nachlassende soziale Grundeinstellung.”
unglaublich hochnäsig und arrogant macht?

Ich dachte da z.B. an die komplette endgültige Aufgabe der Lebertransplantation in Göttingen, wegen “Medienkritik”.
obwohl jedem Fachmann bekannt ist, dass ca. 3 von 4 Patienten auf der Warteliste sterben, bevor sie eine Spenderleber erhalten.
Oder die merkwürdigen “Sparmaßnahmen” in der Uniklinik Mannheim, die einst Weltruf in der Pankreaschirurgie hatte.
Ich kann mir darauf bis heute keinen Reim machen.
Claudia Wallberg

#40 |
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Arzt
Arzt

@Franz Geyer, wirklich Arzt? Abgesehen davon, dass sich auch anonym Angegriffene schlecht wehren können, haben Ihre Beispiele eins gemeinsam:
Sie starben alle, soweit sie starben, an einer schweren Erkrankung, nicht an einer ärztlichen Handlung.
Das darf man, wie Sie richtig sagen, gerne “Ausschlachtung” nennen, denn dass z.B. auch heute noch ein Neurochirurg nicht jede Hirnregion “operieren” kann, ist nun mal kein “Behandlungsfehler”. Diesen sind Sie schlicht schuldig geblieben, wahrscheinlich sind Sie daher kein Arzt.
Nur sollte doch bitte bekannt sein, dass das, was manche hier wiederholt formulieren,
wie “Herrgott in weiß” (oder “Demiurg”) keine Berufsbezeichnung ist, sondern eine gehässige Wortschöpfung des Spiegel-Magazins aus den 60ger oder 70ger Jahren, die auch durch Wiederholung nichts von seiner Gehässigkeit verliert.
Das häufigste Objekt dieser Titulierung , der “Chefarzt” hat noch nicht einmal die Befugnis eines leitenden Angestellten in der Industrie. Der ist nämlich definiert mit der Kompetenz, seine Mitarbeiter selbst einstellen oder entlassen zu dürfen.
Der Mensch ist nun mal kein totes Auto, das man komplett auseinander nehmen kann und mit neuen Ersatzteilen wieder zum Laufen bringen kann.

#39 |
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Rita, Pädagogin
Rita, Pädagogin

Lieber Gast #37, Sie bestätigen Frau Doktor Walberg wirklich sehr eindrucksvoll.

#38 |
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Gast
Gast

[Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht.]

#37 |
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Claudia Wallberg, Ärztin
Claudia Wallberg, Ärztin

Der “omnipotenter Demiurg” ist übelste Polemik,
der die immer schlechter werdende Position von Ärzten in dieser Gesellschaft gut offenlegt. Ich glaube es ist
1) schlicht der Neid vor einem immer noch sehr anspruchsvollen ethischen Beruf und
2) ein deutlicher Hinweis für stark nachlassende soziale Grundeinstellung.

Ziel ist gerade die effektive somatische Medizin, mit einem lavinenartigen Anwachsen
von erfundenen Psychodiagnosen.

#36 |
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Kann Herrn Hagen nur voll unterstützen.
Wir kennen diese geänderte Mentalität auch aus der Radiologie.
Erst müssen sich unsere Damen am Telefon wüst beschimpfen lassen, wenn sie einen Kernspintermin in 4 Wochen bei einem seit 5 Jahren schmerzenden Knie vergeben, weil vorher keine Elektivtermine frei sind.
Dann bieten sie dem Patienten an, evtl. kurzfristig anzurufen, falls ein Termin vorher überraschend frei wird.
Ruft man dann das seit 5 Jahre schmerzende Knie an, weil tatsächlich jemand kurzfristig abgesagt hat oder nicht gekommen ist, kriegt man Antworten wie:
-Sind Sie verrückt, mich jetzt um die Uhrzeit anzurufen?
-Was, so kurzfristig?
-Jetzt kann ich nicht, jetzt läuft meine Serie im Fernsehen.
-Ich gerade beim Fensterputzen.
Oder der Patient kommt unentschuldigt gar nicht, weil er parallel bei 3 Radiologen ein Termin vereinbart hat und den schnellsten nimmt, ohne die anderen beiden abzusagen. Damit nimmt er anderen, wirklich wichtigen Patienten den Termin-Slot weg.
Ich persönlich bin da vollkommen ernüchtert über den Egoismus vieler Zeitgenossen, obwohl ich jedem Patienten brav versichere, daß natürlich sein Leiden das bedeutendste aller Tage ist – sonst kriegt man noch Beschwerden über die KV oder die Ärztekammer, wo man seitenlange Stellungnahmen schreiben muss.

#35 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Naja lieber Ketzergast, das hat immer 2 Seiten. Wenn die Patienten endlich wieder Lernen Respekt vor dem Leister im Gesundheitswesen ( Arzt, MFA, Krankenschwester…) zu haben und anerkennen das wir teils am Limit unserer Leistungsfähigkeit versuchen das Möglichste für den Kranken zu Leisten, aber am Schluss eben doch nur fehlbare und unvollkommene Menschen sind wird es leichter. Das Problem ist viel eher die Chipkarten – Vollkasko- Mentalität der Masse der Bevölkerung mit Absolutheitsanspruch einer Maximalversorgung für lau zu jeder Tages- und Nachtzeit. Es ist doch inzwischen Usus am Wochenende wegen Bagatellerkrankungen den Notdienst aufzusuchen, unterlegt von Kommentaren ” Sie sind ja sowieso da” bis es lag gerade auf meiner Strecke. Und aus diesem Grundrauschen der Banalität und Unverschämtheit die ein oder zwei wirklich Kranken herauszufiltern ist zunehmend ein Ding der Unmöglichkeit. Alleine weil man den ganzen Unsinn der da kommt gar nicht mehr Ernst nehmen kann. Das ist psychologisch völlig ausgeschlossen. Wenn wir es nicht schaffen eine völlig durchdrehende hypochondrische Bevölkerung mit Jugendwahn zu regulieren, wird es nicht gelingen die wirklich wichtigen Patienten gut zu versorgen. Hinterher wenn man den Ausgang einer Erkrankung kennt zu Urteilen ist immer leicht. Der Kollege vorne an der ersten Frontlinie muss geistig wach und empfänglich sein für die Red flags. Wer vergangenen Sonntag bei Günther Jauch reingeschaut hat weiß dass unser Bundesgesundheitsminister Gröhe keine Antworten für dieses Problem hat, sondern lieber über Zwangsterminvergabe für Kassenpatienten schwadroniert um Wählerstimmen zu fangen. Welch ein Irrsinn!

#34 |
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Ketzergast
Ketzergast

Verzeihen Sie mir, Herr Geyer, sie haben mit Ihrem Kommentar völlig recht und ich schließe mich gerne an.
Aber ganz ehrlich und Hand aufs Herz: Ihres Standeskollegen legen es teilweise darauf an, als omnipotenter Demiurg angesehen zu werden, von allen Göttern der Heilung persönlich gesegnet.
Natürlich passt da eine Fehldiagnose nicht hinein, ein Gott macht keine Fehler.
Viele Ärzte müssen zunächst von ihrem enorm hohen Thron herab steigen und endlich begreifen, dass auch sie nur Menschen sind.
Viele Ihrer Kollegen halten sich für ultimativ überlegen und allseits gebildet, ob es nun Wechselwirkung, Kontraindikation oder Galenik angeht, nur weil sie Medizin studiert haben.
Ein Medizinstudium macht eine Person nicht zum göttlichen Wesen, das Macht über Leben und Tod besitzt.
Erst wenn das verstanden wurde und die Ärzte ihr Haupt wieder in Demut vor dem Tod und dem Patienten senken können, dann ist der Weg bereitet für eine neue Medizin, in der niemand mehr beschuldigt wird.

#33 |
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Abgelaufenen Arztminuten sollten als Weg zur Gerechtigkeit ausgeschlachtet werden. – Auch wenn es hart klingen mag: Irgendwo enden Forderungen. Eigene Beispiele dazu: Statt Einweisung um 20 h, diese “erst” nach versuchter Therapie um 24 h gemacht; es wurde ein Extremverlauf: Die vitale 35-jährige Person verstarb an ihrer fulminanten Neurosepsis. Die Kripo kam. Aber der Staatsanwalt hat seine Ermittlungen eingestellt. Ein zweites Beispiel: Das Gehör des 14-monatigen Kleinkindes wurde durch eine Meningitis beidseits komplett zerstört. Viele dieser Arztminuten, die hier ebenfalls abwartend vergangen sind, wurden wiederholt auf ihre Fahrlässigkeit hin diskutiert. Gottseidank überlebte das Kind, bekam beidseits eine elektronische Gehörprothese, machte trotz der immer noch enormen Einschränkungen das Abitur und beginnt jetzt den Beruf. Die Suche um damals noch geeignete Spezialisten europaweit war besser angelegt als ein Streit um verronnene Arztminuten, was die Eltern sich schon in der Akutphase erarbeitet hatten. Drittes Beispiel: Eine vitale, noch teils selbständig tätige Person wurde etwa über ein Jahr und teilweise mehrfach wegen ihrer Kopfschmerzen von einigen Kollegen gründlich untersucht, zuletzt nochmal nach einem Kollaps auf einer Reise von den dortigen Unikliniken und gerade wegen der langen Anamnese nochmal nach allen denkbaren Kriterien. Wegen aber weiter zunehmender Kopfschmerzen empfahl nach persönlicher Kontaktaufnahme die neurologische Klinik vor Ort trotz der erst kürzlich abgelaufenen Untersuchungen ein nochmal dringendes weiteres CMRS: Das in erschütternder Weise den Verdacht bestätigende Ergebnis war dann ein zerebraler Tumor an der Stelle, die vor knapp 4 Wochen noch als unspezifische Signalstörung gedeutet wurde. Die Neurochirurgie wagte sich nicht mehr an den zentral gelegenen Situs ran, so dass nur noch unter höchster Analgesie der schnelle Tod abzuwarten war. Die Angehörigen ließen die Überlegungen fallen, wegen der “vergebenen” Zeit von drei Wochen zwischen den letzten MR-Untersuchungen ein Verfahren einzuleiten. Während ich das schreibe, kämen mir noch weitere Erinnerungen an Krankheitsverläufe, die in gleicher Weise nach dem Verrinnen von Arztminuten ihren tragischen Verlauf nahmen. Bei einer lieben Verwandten von mir waren es nicht nur Minuten, sondern Stunden, die über das vorzeitige tödliche Ende entschieden. Deren Kinder, selbst Ärzte, wollten und konnten es ebenfalls nur bei dem tragischen Verlauf bewenden lassen. – Das Problem ist die Garantiementalität einer Informationsgesellschaft, für die alles möglich werden sollte und die dabei auch vor den Forderungen nach Entscheidungen über das Leben nicht Halt macht. Wenn doch der Mediziner wenigstens noch einen kleinen Teil des Bonus vom Meteorologen behielte, der die 100-prozentige Treffsicherheit auch erst erreicht, wenn er das Wetter vor seinem Fenster beschreibt – selbstverständlich ohne jede Gerichtsdrohung. Aber aus welchen Gründen sollten denn die sicher nicht minder komplexen Vorgänge im Körper durch die Ärzte immer und schnellstens und richtig erkannt werden? Es sollte doch eigentlich die Vorstellung von den Göttern in Weiß verlassen sein, dachte ich mir immer? Nun, die Kultur um die Fehlersuche, sie ist ja recht, aber die Kultur um die Ausschlachtung von Fehlern ist zweifelsohne billig.

#32 |
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Hut ab für den Beitrag von Herrn Oswald!

#31 |
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Nichtmedizinische Berufe

Im bezug auf den Gutachter ist der im zivilverfahren vom gericht bestellt gibt der Ärztin recht und spricht den Gutachtern aus dem strafprozess die kompetenz in den Bereich ab da diese zum Entschluss kamen einen grob fahrlässigen behandlungsfehler zu unterstellen. Wir reden nicht von Vorsatz unsererseits aber eine klare Fehleinschätzung sowie eine aus meiner jetzigen sicht Sorgfaltspflicht Verletzung. Den mdk haben wir bisher nicht genutzt. Unser Problem ist das der Gutachter im zivilverfahren alles etwas verharmlost und selbst von Überlagerung zweier Krankheiten spricht, bilder die aber per Zugang auf die Intensivstation bsp weise nie abgefragt hatte. Diese wiederlegen sogenannte erwähnte kratzspuren die nie da waren. Eine Neurodermitis die sie angeblich diagnostizierte und gibt Aufschluss über die merkwürdig ausschauenden pickel ( das bild ist 6 h später wo die sepsis voll zum tragen kam und kurz vor dem künstlichen koma gemacht worden ). Es wird vieles verharmlost…sporstisches trinkverhalten, hohes fieber, ungeklärter Hautausschlag, lethargisch bzw norgelig im verhalten. Die nackensteifigkeit wurde nie geprüft oder scjriftlich fest gehalten aber es wird behauptet sie habe diese gemacht. Aussage gegen Aussage leider.

#30 |
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Nichtmedizinische Berufe

Leider muss man sagen sind auch stand heute immer schwer auch wenn es sehr Offensichtlich ist hat der Patient erst einmal die beweisumkehrlast zu erreichen. In unseren Fall gibt es nur den notfallschein ( der uns ausgehändigt wurde ) und einen beizettel der von ihr geschrieben wurde uns aber nie ausgehändigt wurde und genau darauf steht zbsp fieber 39,4 sowie petechien ausgeschlossen sowie weitere Empfehlungen. Aber genau dieser ist uns beweisbar und auch nach Aussage ihrerseits nie an uns ausgegeben worden und wir gehen davon aus das dieser später erstellt wurde zum reinen Selbstschutz. Da ein Verdacht ihrerseits bestand auf menigitis oder meningokokken muss ich einfach mal in den Raum stellen, als laye, das normale Untersuchungen nie ausreichend sind ohne eine 2-4 h nach Kontrolle oder eben eine Begutachtung Vorstationär mit einer Laboruntersuchung die hätte klar Anzeichen auf eine Richtung geben können. Erschwerend dazu wohnten wir 25 km von der Klinik entfernt.

#29 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo hr. Dr. Hagen,

Ja simon hatte zum Zeitpunkt der erstbehandlung schon klare Anzeichen gehabt und die Ärztin selbst sagte auch aus dass sie deswegen an eine meningitis dachte daher auch ca 20 min später, wo sie meint es wäre ausreichend, ihre sogenannte zweitkontrolle.

#28 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Sehr geehrter Herr Seyfarth. Meine tiefe persönliche Anteilnahme am Schicksal Ihres Sohnes Simon. Hoffentlich gelingt es durch eine intensive medizinische Betreuung die Folgen seiner Erkrankung abzumildern. Er scheint ein toller Typ zu sein.
Hat ihr Sohn bei Erstkontakt in der Klinik bereits einen Diagnose stützenden Hautausschlag gehabt oder klinische Hinweise auf eine Meningokokkensepsis wie z.B. schwere Nackenschmerzen, Nackensteife? Fieber von 40, 6 Grad sind alleine kein Grund für die stationäre Aufnahme eines Kindes. Unsere Kliniken wären sonst überfüllt. Wahrscheinlich jeder von uns hatte in seiner Kindheit ähnlich hoch fieberhafte Infekte, die er gut überstanden hat. Es kommt auf den Allgemeinzustand, die Begleitsymptome und den Verlauf an. Eine Entlassung nach Hause erfolgt immer mit dem Hinweis auf eine sofortige Wiedervorstellung bei Zustandsverschlechterung. Ist der Gutachter von dem sie Berichten zufällig der medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse oder ein von diesem empfohlener “freier Gutachter”? Hat sich der medizinische Dienst intensiv um die bestmögliche Weiterbetreuung Ihres Sohnes gekümmert und Ihnen eine unbegrenzte Kostenübernahme zugesichert? Nehmen Sie Ihre Krankenkasse in die Pflicht Ihrem Sohn zu helfen, das ist deren Aufgabe, dafür bezahlen Sie Ihre Beiträge! Unabhängig davon ist es Ihr Recht einen Behandlungsfehler prüfen zu lassen umeinen Nachteilsausgleich für Ihren Sohn zu erreichen. Seien Sie aber in Ihrem eigenen Interesse kritisch in Bezug auf Gutachter der Krankenkasse. Diese vertreten NICHT Ihre Interessen. Siehe mein Kommentar unten.

#27 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Danke Herr Oswald für die schöne Zusammenfassung. Das trifft die Situation sehr gut. Nur eine kleine Ergänzung noch: Das perverseste an dem ganzen System sind die beim medizinischen Dienst tätigen gekauften Gutachter, die vermeintlich Patientenrechte stärken. Nein das tun sie nicht. Sie treiben bewusst einen Keil zwischen Arzt und geschädigten Patienten mit haltlosen Vorwürfen die jegliches Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient zerstören. Und dabei wäre das gerade bei dem Patienten bei dem etwas schief gegangen ist so wichtig. Dabei ist der Auftrag des MdK Gutachter ganz klar: Kosten von der Krankenkasse des Patienten auf die Haftpflichtversicherung des Arztes abzuwälzen. On Berechtigt oder nicht spielt keine Rolle. Am Schluss bleiben nur Opfer: ein geschädigter und völlig verunsicherter Patient, der sich betrogen fühlt und ein Arzt der das 2. Opfer ist durch seelische Zermürbung. Das schlimmste was einem als Arzt passieren kann ist einen Schaden zu verursachen und dem Patienten nicht mehr helfen zu können weil man ihn nicht mehr erreicht, weil ihn korrupte Gutachter und Anwälte unter ihre Fittiche genommen haben.

#26 |
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Physiotherapeut

Bei dem enormen Leistungsdruck, der sowohl in Kliniken als auch in Praxen herrscht sowie der entsprechenden Honorierung der Arbeit wäre es nicht verwunderlich, wenn diese (von wem auch immer) verbreitete hohe Anzahl an Behandlungsfehlern tatsächlich bestünde.
Würde ein Schreiner bei gleichen Bedingungen wie in einem Krankenhaus (Großstadt, Wochenende, Notaufnahme ab 22.00 Uhr…)unter akutem Schlafmangel für dieses Gehalt arbeiten müssen, würde er eine Arbeitslosigkeit wohl eher vorziehen (Nunja, nicht ganz…).
Sicherlich hatte ich bei meiner langjährigen Arbeit als Physiotherapeut mal den einen oder anderen postoperativen Patienten, der mit seinem Zustand sehr unzufrieden war, ABER, liebe Frischoperierte: Bitte einfach mal tatsächlich öfter an die Belastungsbegrenzungsangaben halten, dann kann auch nix passieren (und wenn, kann am allerwenigsten der Operateur was dafür).
Grob überschlagen kann ich sagen, zwischen Berlin und der fränkischen Provinz hatte ich verschwindend geringe Anzahl an”Auffälligkeiten”, die offensichtlich auf eine schlechtgelaufene OP zurückzuführen waren (nachweislich) , im Gegenzug dazu alle Anderen OP`s, die einwandfrei verlaufen sind.
Man sollte zudem nie außer Acht lassen, dass der Mensch ein Individuum ist, also nicht exakt gleich gebaut ist (Nerven, Gefäße…), somit auch mal kleinere “Fehler” (pelzige Finger, etc) in Kauf zu nehmen sind.
Also: Alle zurück auf den Teppich und Weiterarbeiten!

#25 |
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Dr. Kecskes
Dr. Kecskes

Es wurde hier leider im Falle eines Falles die Arzt -Patient Verhältniss störende bzw. zerstörende Rolle der Versicherungen nicht erwähnt.

#24 |
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Also es handelt sich hierbei ja um ein sehr schwieriges Thema.

Während man einem Geschädigten sicherlich schwer/nicht erklären kann, dass so etwas halt vorkommen kann… geht es auch nicht, dass Ärzte einen Freifahrtschein für Fehler haben.

Und so ist es bei uns ja auch zum Glück nicht.
Sehr beeindruckend empfand ich einen meiner Afrikaaufenthalte, wo ich in einem der afrikanischen Länder eine ganz andere Arzt-Patienten-Kultur habe erleben dürfen.

Dort wurde zuerst einmal davon ausgegangen, dass grundsätzlich sowieso jeder sein Bestes gibt um zu helfen und eine böse Absicht kann so schon garnicht unterstellt werden.
Wenn Fehler passiert sind, dann war das halt so und wurde als natürlich empfunden (von Patientenseite aus). Es ist ja so, dass der Grundzustand schon nicht gut war. D.h. es musste etwas unternommen werden. Nicht aber so, dass der Patient kerngesund ist und der böse Arzt ihn jetzt fürs Leben gezeichnet hat.

Hier sollte man also zu allererst einmal die Frage stellen dürfen: “Was wäre denn ganz ohne Arzt passiert?”
Bei uns wird allerdings immer nur die Frage gestellt: “Was wäre im optimalen Falle passiert und was haben die Leute die mich behandelt haben da falsch gemacht?!”

Eine Freundin von mir regt sich auch immernoch über die Unfähigkeit ihrer behandelnden Ärzte auf, da sie eine oberflächliche Wahrnehmungsstörung am Unterschenkel hat, nach einer OP.
Sicherlich ist das ärgerlich und nicht wünschenswert für sie, aber jeder der sich etwas auskennt, weiß dass jede OP Risiken mit sich bringt. Über diese wird man aufgeklärt und stimmt einer Behandlung zu, mit dem Wissen, dass eben auch etwas passieren kann.
Dafür kann man m.M.n. keinen der behandelnden Ärzte verantwortlich machen.

Ein anderes Beispiel führt uns wieder zu den chirurgischen Kollegen:
Ein Herr hatte sich die halbe Hand durchtrennt mit einer Kreissäge (da würde ich den Kunstfehler zunächst einmal auf den Patienten schieben…). Nachdem die Kollegen ihm seine Hand nach längerer OP wieder zusammengepflicht hatten – er konnte sogar die Finger wieder ganz gut bewegen – bekamen sie ein paar Tage später eine Klage ins Haus: Der Patient konnte seine Fingerspitzen nicht mehr spüren.

Es herrscht heutzutage leider eine Kultur des gegenseitigen Schuldzuweisens und der Bereicherung auf Kosten anderer, welche dazu führt, dass man als Arzt sehr vorsichtig sein muss.
Das Zauberwort für die Kollegen heißt “Dokumentation”.
(Führt übrigens nicht nur dazu, dass Ärzte leiden, sondern auch Patienten, da etwa 50% der Arbeitszeit in die Dokumentation fließt).

Welche Verantwortung genau übernehmen eigentlich die Patienten? Außer dass einige wenige Patienten (vorsichtig Sarkasmus) ihren Kassenbeitrag bezahlen, wird doch recht selbstverständlich mit der Flatrate-Einstellung im Gesundheitssystem verkehrt mit der Forderung möglichst sofort zu genesen.

Wer einen Blick rüber in die USA wagt, der sieht was für irrwitzige Formen solch eine Kultur annehmen kann.
Ich persönlich habe Angst davor, dass Europäer in Zukunft eine ähnliche Kultur der Verblödung und Schuldzuweisung ausleben.

Es gibt m.M.n. auch zu wenige gesetzliche Absicherungen für Ärzte!
Den ein oder anderen Leser mag es verwundern, dass ein unterschriebener Aufklärungsbogen keinen gesetzlichen Stellenwert besitzt.
Es gibt viele Regelungen und Gesetze, an die wir Mediziner uns halten müssen, aber es gibt keine wirklich handfesten Gesetze, auf die wir uns stützen können (bspw. Aufklärungsbogen unterschrieben heißt, dass der Patient gesetzlich verpflichtend einwilligt und verstanden hat).

Auch, dass Krankenhäuser dafür zuständig sind, dass ein Patient die Aufklärung versteht, d.h. dass das Krankenhaus für die Kosten eines Übersetzers aufkommen muss im Zweifelsfall, halte ich für kurios.
Mit immer mehr Ärzten aus dem Ausland, die sowieso kein Deutsch sprechen, gibt es für dieses Problem ja zum Glück schon eine Lösung.

Auch die Fehlerkultur in deutschen Krankenhäusern selbst, halte ich für gefährlich und dumm. Vertuschen, leugnen, auf andere schieben. Es wäre viel sinnvoller Fehler einzugestehen und neutral darüber zu diskutieren, denn jeder macht nun einmal Fehler, nur dass es in unserem Beruf dabei schonmal um Menschenleben gehen kann.
Viele dieser Fehler könnte man durch eine andere Herangehensweise (sowohl von Patienten, als auch von Ärzteseite) verhindern.
Eine gute, regelmäßige Teachingkultur mit Besprechungen und auch Fehleranalysen wäre hier als nur ein Bestandteil zu nennen.
Hierfür müsste man wiederum etwas mehr Zeit schaffen für die Kollegen, denn viele schaffen ja nicht einmal die (eigentliche) Pflichtdokumentation fertigzustellen (und hoffen, dass es sowieso nie relevant wird).

Es gibt eine ganz einfache Lösung, für all diese Probleme und auch wenn kaum einer sie gerne hören mag und viele behaupten es stimme nicht, so lautet sie doch: Mehr Geld.

Mehr Geld für mehr Personal (Pflege und Ärzte!)

Abbau von Bürokratie oder noch mehr Personal (wie in anderen Ländern schon üblich), welches das ärztliche Personal hier unterstützt.

Das schafft am Ende nicht nur eine höhere Qualität im Gesundheitssystem, sowohl für Ärzte, Pflege und Patienten, sondern führt auch dazu, dass Patienten nicht mehr wie am Fließband abgehandelt werden müssen.

Aber woher soll das Geld kommen?
Vom Verbraucher selbst!

Mehr Geld für mehr Personal und mehr Eigenverantwortung vom Patienten, so lautet der offensichtliche Lösungsvorschlag.
(In der Schweiz funktioniert das mit der Eigenverantwortung auch garnicht so schlecht, warum nicht bei uns? Man muss es ja nicht so weit treiben wie die U.S.A.).

Aber damit gewinnt man leider keine Wählerstimmen, denn die Wähler geben ihr Geld lieber bei McDonalds, am Zigarettenautomaten und bei Primark aus, als jeden Monat 10 Euro zusätzlich zu zahlen für das Gesundheitssystem oder ihre eigenen Kosten anteilmäßig zu begleichen. Man zahl ja schon ein in die Kasse, das muss doch wohl reichen. Ich hab eine Flatrate und die soll mir bitteschön keiner wegnehmen.

#23 |
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Gast
Gast

Richtig Frau H?nicke, für die Exportwirtschaft gibt es ja auch einen Fond, ich denk da nur an die Target2-Salden! Warum nicht etwas Analoges auf dem Medizingebiet?
Ach so: der Mensch ist ja nicht so wichtig wie die Wirtschaft!

#22 |
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Es ist ja oft wirklich nicht so leicht festzustellen, wer wann was falsch gemacht hat. Ich fände es gut, wenn es – staatlich finanziert- einen Fonds für finanzielle Hilfen für Geschädigte gäbe, damit diese nicht jahrelang ohne Unterstützung dastehen. Der Staat könnte sich ja dann von den Haftpflichtversicherungen wiederum das Geld zurück holen, sich ggf. jahrelang streiten. Denn häufig mauern ja die und nicht die betroffenen Ärzte oder Krankenhäuser.

#21 |
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Nichtmedizinische Berufe

Die gesamte Problematik wird teils von einigen verkannt, im Handwerk können Fehler korrigiert werden in der Medizin nicht wenn ein Fuß amputiert wurde wächst dieser nicht nach sondern kann nur durch eine Prothese oder orthoprothese ersetzt werden. Vergleiche dahingehend zu ziehen halte ich für falsch und ein wenig abstoßend. Fehler passieren aber es muss auch machbar sein das diese entsprechend nicht vertuscht werden können und der geschädigte sein recht auf ausgleich erhält. Was manche erleiden müssen und durch einen Fehler nicht mehr machen können sollte mal offen gezeigt werden die meisten sind für ihr leben gezeichnet und sind auf Hilfe dritter angewiesen. Wir selbst machen Monat für Monat diese Erfahrung und sind es als Eltern leid betteln und hausieren zu müssen um alles finanziell abgedeckt zu bekommen. Schaut bei YouTube unter simon seyfarth erfurt nach dort findet ihr ein Video was einigen zeigt was manche schon im Baby alter erleiden müssen weil Krankheiten verkannt oder die Sorgfaltspflicht verletzt wurde. Die Klage geht seit 6 Jahren und ist zusätzlich eine enorme Belastung aber mein Kind ist es wert zu kämpfen und diese Rechte müssen gestärkt werden. Svenseyfarth@mail.de

#20 |
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Die “Kultur” der Arztfehler-Evolution mag recht und gut sein, nur sie enthält die große Gefahr, dass angehenden Medizinern nun schon an der Uni ihr Beruf versalzen wird – und sie der nicht so einfachen Arbeit am und mit dem Patienten aus einem weiteren Grund lieber den Rücken kehren.

Ein jahrzehntelanger Arzt am Patienten

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Heilpraktikerin

Fehler passieren immer und überall.
In der Medizin eben so wie in einem Handwerk.
Nur hat es in der Medizin weitreichendere, eingreifendere Folgen.
Bei einer Gallenblasenentfernung im jahr 2000 kam es bei mir zu einem Narkosezwischenfall. Nichts Gravierendes passiert, keine Folgeschäden. Aber für die Zukunft hätte ich halt gerne einfach gewusst welche Medikamentenkombination dafür verantwortlich war. Nicht mehr und nicht weniger.
Alle OP-Akten/Narkoseprotokolle sind verschwunden…nicht mehr auffindbar…lediglich der hitologisch-pathologische Bericht der entfernten Gallenblase ist noch da…
Was soll ich mir da jetzt denken?
Zufall?

#18 |
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Gast
Gast

Warum kann es nicht so geregelt werden, wie bei Unfällen im Straßenverkehr? Jeder Arzt hat eine Versicherung, bei Zweifelsfällen wird ein Gutachter eingeschaltet, die Versicherung zahlt, falls ein Verschulden vorliegt, der Versicherungsnehmer wird hochgestuft und gut ist? Falls die Behandlungsfehler wirklich im Promillebereich liegen, dürften doch die Prämien nicht zu hoch ausfallen? Und wenn ein Mediziner nur Fehler macht findet er keine Versicherung mehr!
Stattdessen typisch deutsche Lösung: Verwaltungswahnsinn: CIRS, IfPS, G-BA etc.

#17 |
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Es gibt sicher auf beiden Seiten “sone und solche”. Aber ich möchte heute auch keine Arzt sein. Allzu schnell wird m.E. von einer klagewilligen Klientel ein nicht der Erwartung entsprochener Genesungsweg vor Gericht gebracht – die Rechtsschutzversicherung macht´s möglich. Aber Ärzte sind auch keine Zauberer und können mit ihrem Wirken nur den Heilungsprozess unterstützen. Und der verläuft bei jedem anders, da selbst eineiige Zwillinge einzigartig sind. Oft höre ich Sätze wie “Mein Arzt hat gepfuscht, denn bei einem Freund hat die gleiche OP ein viel besseres Ergebnis gebracht”. Dass das an individuellen Eigenschaften, vielleicht auch an besserer Compliance und gesünderem Lebensstil des Freundes liegen könnte, wird oft ausgeblendet. Daher mahne ich zur Zurückhaltung bei der zunehmenden Äzteschelte. Zudem besteht doch meist die Möglichkeit sich vor einem Eingriff einen Arzt zu suchen, dem man vertraut und dem man auch bei Fehlern Konsilianz zutraut.
Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch unter den Ärzten die Negativbeispiele – wie in jeder Berufsgruppe – übrigens auch unter den Juristen, die klagende Patienten vertreten.
Fazit: Für den medizinischen Laien ist es kaum möglich, Kunstfehler zu beurteilen. Daher sollte vor dem Gang zum Kadi jeder das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen und auch andere Gründe für ausgebliebenen Behandlungserfolg im Fokus haben. Mir macht Angst, wie Ärzte mehr und mehr zu den “Prügelknaben der Nation” gemacht werden. Die große Mehrheit macht hervorragende Arbeit unter zunehmend schwierigen Bedingungen. Die wenigen “schwarzen Schafe” dürfen unsere im internationalen Maßstab hervorragende medizinische Versorgung nicht in Verruf bringen. Wegen 200 Chaoten im mit 70.000 gefüllten Stadion sind auch nicht alle Fußballfans kriminell.

#16 |
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Gast
Gast

Wo hier die Rechte zu sehr zu Gunsten des Patienten verschoben worden sein sollen, sehe ich noch nicht. Die Zahlen dürften gut unter denen der tatsächlichen Fehler liegen, denn viele Leute klagen garnicht erst, weil es nämlich, wenn die Gegenpartei die Beweise hat, nicht so einfach ist, Recht zu bekommen. Ich kämpfe seit zwei Jahren um die vollständigen Papiere bezüglich eines Krankenhausaufenthaltes, bei dem mir geschadet wurde. Ich wollte sie einfach nur für mich, um das Ganze in mein Leben einsortieren zu können, zu wissen, was passiert ist, woran ich mich nicht erinnern kann. Ich wollte niemanden verklagen, denn die Ärzte machen auch nur ihre Arbeit und da passieren nun mal Fehler. Dass die passiert sind, das steht eigentlich außer Frage, aber das Wort “Entschuldigung” muss ein unheimlich böses Wort sein, dass es keiner benutzt. Wahrscheinlich würde viel seltener geklagt, wenn ein Arzt zum Patienten hin gehen würde und sich dafür entschuldigen und die Verantwortung übernehmen, sofern das möglich ist. Habe ich schonmal gesehen, und da handelte es sich nur um eine leichte Komplikation, die wenn es nicht ganz optimal läuft, auftreten kann. Der Arzt hat sich beim Patienten entschuldigt und sich dafür eingesetzt, dass derjenige schnell in die entsprechenden Therapien kam usw. Das scheint so aber nicht die Regel zu sein. Und genau das ärgert mich an der ganzen Sache enorm. Es kann immer passieren, dass Fehler passieren. Aber dann sollte man doch bitte auch dazu stehen und alles, was in seiner Macht steht, tun, damit demjenigen geholfen wird, mit diesem Fehler zu leben. Das Gegenteil erlebe ich momentan. Da verschwinden Papiere, die ich in der Akte auf dem Weg zu Untersuchungen gesehen habe auf Nimmerwiedersehen und wenn es darum geht, Hilfe zu bekommen, z.b. mal einen früheren Termin, damit die Folgen schneller gemildert werden, hat man keine Chance, denn der Arzt sieht den Patienten, dem er geschadet hat, am liebsten von hinten. Mit der Tatsache, dass Fehler passieren, kann ich leben. Auch damit, dass sie nunmal bei mir passiert sind. Irgendwer ist immer das eine Prozent. Aber mit der Fehlerkultur stehe ich auf Kriegsfuß. Bis heute hat sich bei mir niemand entschuldigt, obwohl es da deutliche Fehlentscheidungen gab. Und die vollständigen Papiere habe ich immer noch nicht, obwohl es mein gesetzliches Recht wäre. Nur kann ich es nicht durchsetzen, wenn die Klinik behauptet, sie haetten alles rausggeben. Ehrlich? Ich habe anfangs mit keinem Gedanken daran gedacht, zu klagen. Aber inzwischen denke ich manchmal, wer so mit Fehlern umgeht, hat es nicht anders verdient. Denn wenn man sie nicht zugibt, wird auch nichts daraus gelernt. Inzwischen raten mir andere Ärzte zu klagen. Ich weiß noch nicht, ob ich es tue. Weil sich dadurch nichts ändert.

#15 |
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Arzt
Arzt

Klar, “gesundheitliche Transaktion” kann doch nur heißen:
Tumor raus aus Bauch, wenn geht Bauch aber zulassen,
wenn ich Frau Künstlerin Ina Weber richtig verstanden habe.

#14 |
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Claudia Wallberg, Ärztin
Claudia Wallberg, Ärztin

@Ina Weber na klar ist das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks Kunst, was denn sonst, ein Roboter kann das jedenfalls nicht und keinesfalls ist jeder Chirurg identisch, von den unterschiedlichen Knien ganz abgesehen.
Kunstfehler gibt es selbstverständlich,
wo gehobelt wird fallen Späne.
Was genau @Ina Weber möchten Sie da am Arzt “reglementieren”???
Ich hab schon vom Patientenwunsch gehört,
bitte holen Sie den Tumor aus dem Bauch raus,
aber bitte ohne Bauchschnitt.
Hatten Sie daran gedacht?

#13 |
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Ina Weber
Ina Weber

unter Kunst verstehe ich etwas anders, aber mit Sicherheit im Zusammenhang einer gesundheitlichen Transaktion eher nicht.

Etwas milde ausgedrückt: sofern dem Patienten nicht vorab das Recht abgesprochen wird, einen Arzt überhaupt reglementieren zu können/dürfen .. ……wenn die familiäre Situation noch hinter diesem Patienten steht und zwar nicht selbst mit einem Messer in der Hand, könnte dieser Mensch das Recht erhalten, nicht als ÄRZTLICHES KUNSTWERK im Leben “zu stehen/liegen”

Und zum Ansatz: auch die Würde des Arztes ….. vielleicht sollte man auch diesem Menschen Ruhephasen gönnen, zum Luftholen, damit auch er das selbstständige Denken wieder erlernen darf.
(I.W.)

#12 |
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Super Titel!

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Es tut mir leid aber wir selbst sind davon betroffen unser kind ( simon seyfarth aus erfurt ) wurde durch einen solchen Fehler gezeichnet fürs Leben. Daher teile ich nicht die Meinung einiger hier. Mein Sohn hat heute im alter von 8 Jahren 69 Operation überstehen müssen und war damals 15 Monate alt. Er hatte 40,6 fieber einen ungeklärten Hautausschlag verweigerte Nahrung trank nur sporadisch war im wesen lethargisch und die Ärztin dachte damals an eine meningokokkensepsis meinte aber diese mit abhorschen kurze Beobachtung ausschließen zu können und führte letztlich dazu das Stunden später die sepsis voll zum tragen kam. Sie stellt sich hin behauptet behandlungsablaufe die sie nie gemacht hat und die wir als betroffene nicht beweisen können aber fakt sind Symptome dagewesen die eine stationäre Aufnahme damit verbundenen eine Labor Kontrolle einiges verhindern hätte können. Ab wann spricht man von Fehlern wenn es zu spät ist oder wenn eine falsche Diagnose gestellt wurde?????? Ab wann ssge ich als arzt ich nehme das kind stationär gibt es Leitlinien für Babys…..jeder der dazu etwas sagen kann bitte per mail an svenseyfarth@mail.de und wenn machbar Literatur verweise oder links dazu. Unser sohn ist dauerpatient und hat ein ganzes leben damit zu kämpfen im netz gibt es über ihn zahlreiche Berichte und ich als Vater kämpfe für mein Kind und deten recht und für eine Lösung der ganzen sorgen die nebenbei uns ddauerhaft begleiten

#10 |
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Claudia Wallberg, Ärztin
Claudia Wallberg, Ärztin

“Hier hilft nur Sachverstand!” genau! Und hier habe ich schon übles von der “Schlichtungsstellen” erlebt, in denen ja interessanterweise bezahlte Richter (Juristen) und nicht bezahlte Ärzte zusammensitzen. Da heist es dann schon mal große Klinik hat Recht, kleine Klinik hat unrecht.
Leider trifft gerade bei Ärzten der Spruch:
“eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus”
NICHT zu!

#9 |
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brainsurg
brainsurg

Topik so komplex, mit dem unseligen Einsetzen eines neuen Gesetzes wird die Lastenverteilung weiter zuungunsten der Ärzte verschoben, denn die entsprechenden mittlerweile spezialisierten Kammern der LG und der Senate der OLG postulieren eindeutig prinzipiell dem Patienten als dem vermeintlich Schwächeren einen Bonus und Vorteil einzuräumen, das ist legislativ wie judikativ gewünscht.
Und wo gibt es das juristisch sonst, dass jeder Patient bei mehreren Instanzen (Schlichtungsstelle, MDK, Gerichte mit Antrag auf Kostenübernahme…) umsonst seine Ansprüche prüfen lassen kann.
Das Bedenkliche mit den Schlichtungsstellen ist ja, dass hier ohne einen konkreten Behandlungsvorwurf der gesamte Behandlungsvorgang geprüft werden kann und durch “wohlmeinende” und häufiger “beckmesserische” Gutachter etwas außerhalb Auffälliges zum Gegenstand erhoben wird, welches dann bspw. von spezialisierten Anwälten für zivilgerichtliche Verfahren genutzt werden kann.
So werden von einzelnen Berufsverbänden empfohlen, sofern der Vorwurf als eindeutig unberechtigt eingeschätzt werden kann, ein Schlichtungsverfahren abzulehnen und den Antragsteller auf ein zunächst für ihn kostenpflichtiges Zivilgericht zu führen, wo dann ein konkreter Vorwurf genannt und auch dieser nur Gegenstand einer Verhandlung wird!
Nicht zu vergessen die Kollegen, die nach einem auch unberechtigten und abgelehnten Vorwurf erhöhte Prämien zahlen müssen bzw keinen Haftpflichtversicher mehr finden, damit an den Rand der wirtschaftlichen Existenz gedrängt werden können!
Und vergessen Sie verehrte Kollegen nicht, bei jedem eingereichten Fall unserer Haftpflichtstellen zahlen unsere Ärztekammern, denen ein Anspruch gemeldet wird, dies ist niemals anonym, und dies zahlen wir dann letztendlich mit unseren Ärztekammernbeiträgen.
Keine Frage, wo fundamentale Prinzipien die einem Arzt nicht unterlaufen dürfen auftreten, muss der Patient entschädigt werden, die Grauzone ist jedoch sehr groß und wenn dann Experten , von denen alle auch schon Grauzonen mal überschritten wurden, vom hohen Podest argumentieren, wird die Frage wer der Schwächere ist, nicht mehr einfach zu beantworten sein.
Denn Patienten wollen ach zu oft mit unberechtigten Forderungen Geld verdienen und das geht undifferenziert in irgendwelche Hochrechnungen mit ein, die man dann um noch mehr Kommissionen zu haben politisch durch setzen will, mit Patientenvertretungen an jedem Krankenhaus nun, s. neues Gesetz in Niedersachsen.
Und auch Ärzte machen Gutachten zur Haupterwerbsquelle, gründen Institute und werden nicht immer nur wegen der Expertise angefordert.
Und ein ganzer”Industrie”zweig Medizinrecht hat sich entwickelt, die mit willfährigen Gutachtern ihr gutes Auskimmen haben und versuchen auch objektive Gutachter mit fragwürdigen Zitaten und zum Gesetz erhebenden Leitlinien in die Enge zu treiben.
Hier hilft nur Sachverstand!
Wenn mir jemand nur zeigen könnte wo so viel Kontrolle, soviel politische Absichten verklausuliert mit dem instrumentierten Patienten in unserem Alltag abläuft, so würde mich das sehr überraschen.
Die Gewichte haben sich in den letzten 20 Jahren erheblich verschoben.

#8 |
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Arzt
Arzt

Die Kausalität spielt in der heutigen Arztjustiz nur noch eine geringe Rollen, es existiert dagegen die faktische “Erfolgsjustiz”. Immer wenn der Erfolg einer medizinischen Tätigkeit nicht so war, wie der Kläger das gewünscht halt, sucht man jemand, der dafür zu zahlen hat.
Das heist nicht, dass es nicht auch gute Richter gibt.
Und umgekehrt:
Wenn ich an den immer wieder hochgekochten “deutschen Transplantationsskandal” denke, bei dem sich möglicherweise eine Arzt, oder wer es auch immer war etwas zu sehr nach den Wünschen des Patienten gerichtet hat, angeklagt wurde immer der Arzt, so sind hier Strafverfahren begonnen worden mit Tötungsvorwurf!!! Auch wenn kein Toter bekannt war, der Patient des Arztes war jedenfalls gerettet. Und lehnt er ab, wie in Gießen, wird er auch vors Gericht gezerrt und alle Welt berichtet darüber. Die Medien sprechen ungeniert von einem massiven Immage-Verlust der Klinik.
Göttingen ist schon eingeknickt, die machen nun überhaupt keine Transplantationen mehr.
Jeder informierte weis dass von 4 Kandidaten auf der Warteliste in Deutschland inzwischen 3 Sterben, bevor sie an der Reihe sind.
Das scheint den Medien aber tatsächlich lieber zu sein.

#7 |
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Arzt
Arzt

@Dr. Lutz Schneider, Apotheker, gibt es auch ein Beschwerdemanagement in Ihrer Apotheke?

#6 |
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Arzt
Arzt

Ich erinnere mich an ein wirklich schweres Politrauma, der wirklich nur durch exzellente interdisziplinäre Bemühungen, besonders der Neurochirurgen und Traumatologen überlebt hat,
der dann in der Reha die Klinik wegen einer primär übersehenen Kleinfingerfraktur verklagt hat

#5 |
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Arzt
Arzt

#1 richtig
Cirs ist eigentlich schon die Krankheit.

#4 |
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Apotheker

Das Beschwerdemanagement an Kliniken dient zum Teil zur Abwehr von Patientenbeschwerden (Eigenerfahrung mit der Uniklinik Düsseldorf). Nur mit großem Einsatz und Zähigkeit lassen sich die “Kapazitäten” dazu zwingen, einen Fehler einzuräumen. Dabei wäre ein offenes und funktionierendes System für alle von großem Nutzen. Alle im Gesundheitswesen tätigen Gruppierungen sollten sich aktiv damit beschäftigen. Fehler einzugestehen und an deren Vermeidung zu arbeiten zeugt von starker Persönlichkeit.

#3 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Lieber Arzt Christopher Dietrich,
du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Der Kern aller Fakten kann nur sein, Komplikationen nehmen ab, Klagen nehmen zu!
Und es gibt wohl kaum einen Beruf bei dem das sich beschweren so einfach und kostenlos ist.
Alles andere ist nur bla, bla,
bei der “Kausalität”, die einzige wirkliche Begründung für eine Klage,
wird chronisch die Krankheit selbst und ihre Tücken vergessen!
Und unsere Juristen begnügen sich bei Ärzten schon lange nicht mehr mit der Kausalität.
Dass du das überhaupt noch nicht kappiert hast, zeigt dein Beitrag hier:

“Wenn das Gericht dem Arzt im Verlauf des Prozesses jedoch einen groben Behandlungsfehler als Schadensursache attestiert, zwingt die sogenannte Beweislastumkehr den Arzt seit knapp zwei Jahren dazu, die Kausalität oder den Tatbestand des Behandlungsfehlers selbst zu widerlegen.”
Das ist falsch!
Es gibt 1000 Dinge, die mit Kausalität NICHTS zu tun haben, damit die Umkehr der Beweislast eintritt, das beginnt schon mit der “juristisch gültigen” Einwilligung, die JENDEN Eingriff zur Körperverletzung degradiert.
Insbesondere sind es aber immer mehr Dokumentationsauflagen und auch die (sinnlose) Orientierung an eine Flut von “Leitlinien”, die natürlich bewusst nicht bindend sind, da die Verantwortung ja beim Arzt bleiben muss, aber auch und anderen “Vorschriften”, die mancher Jurist besser kennt als der Arzt.
“Das Fundament der Zukunft” kann also nur der Wahnsinn “amerikanischer Verhältnisse” sein, die angeblich niemand will.
Das wird zu einer Defensivmedizin führen, die es woanders lange gibt
und die dem Patient erheblich schadet. Es wird dann schneller an Krankheit gestorben und schon der Versuch der Heilung unterlassen.

Gruß

#2 |
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Gast
Gast

Cirs ist ein Witz, da müsste ich jeden Tag länger bleiben um die cirs Meldung zu schreiben … Bekommt auch garantiert keiner mit ..

#1 |
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