Psychosen: Schizophrenisch für Anfänger

27. Februar 2015
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Die Sprache des Psychotikers zu verstehen, ist eine wichtige Fähigkeit, um die Verbindung zu ihm zu halten. In Zeiten der Psychopharmakotherapie kommt das Verstehen oft zu kurz. Einige Studien lieferten nun neue Erkenntnisse zur Sprache schizophrener Patienten.

„Die Schizophrenie ist die teuerste psychiatrische Erkrankung in Deutschland“, schreiben die Psychiater Wulf Rössler (Leuphana-Universität, Lüneburg) und Anastasia Theodoridou (Universitätsklinik Zürich) in ihrem Beitrag „Neue Versorgungsmodelle in der Psychosebehandlung“. Weiter heißt es: „Die indirekten Kosten (in Geldwert umgerechnete Folgen der Schizophrenie) werden bis zu 5-mal höher als die direkten Behandlungskosten geschätzt.“

In der Gesundheitsberichterstattung des Bundes aus dem Jahr 2010 gehen die Autoren davon aus, dass die jährlichen Kosten pro Psychosepatient etwa 14.000 bis 18.000 Euro betragen. Dies alles toppt eine schizophrene Patientin, von welcher der australische Psychoanalytiker Neville Symington berichtet: Diese sich selbst verletzende Patienten kostete das amerikanische Gesundheitssystem innerhalb von zwei Jahren eine Million Dollar – inklusive zahlreicher Psychose-bedingter Operationen. Doch die Wissenschaft sei immer noch weit davon entfernt, schizophrene Patienten auf tieferen Ebenen zu verstehen, so Symington. Der Psychoanalytiker, der die Psychosen wohl mit am besten verstanden habe, sei Harold F. Searles (geb. 1918). Bereits in den 50er Jahren erforschte er die Psychosen psychoanalytisch und konnte zeigen, wie sehr diese Patienten konkretistisch denken und sprechen. Metaphern und Symbole können Psychotiker oft nicht verstehen, sodass sie beim Wort „Blaumachen“ nicht ans „Schwänzen“ denken, sondern an das Einfärben mit blauer Farbe.

Über Wort- und Sachvorstellungen

Schon Sigmund Freud schrieb Einiges über die Sprache der Psychotiker. Bei psychotischen Patienten tritt über die Sprache leicht das zutage, was bei gesunden Menschen oder bei Neurotikern als Unbewusstes versteckt bleibt. Sigmund Freud unterschied die Wortvorstellung von der Sachvorstellung. Beispiel: Das Wort „Loch“ lässt an eine Vertiefung denken. Das ist die Wortvorstellung. Die dazugehörigen Sachvorstellungen können jedoch von der Vagina über den Anus bis hin zur Berghöhle reichen. So lässt sich auch verstehen, warum man im Traum von scheinbar unzusammenhängenden Sachen träumen kann und im Grunde doch dasselbe meint. Freud sagte: „… die bewusste Vorstellung umfasst die Sachvorstellung plus der zugehörigen Wortvorstellung, die unbewusste ist die Sachvorstellung allein.“

Welche Worte werden wie oft benutzt?

Doch nicht nur die Art der Wortwahl ist interessant, sondern auch die Anzahl der benutzten Worte. Sarah K. Fineberg und ihre Kollegen von der Yale University in Connecticut, USA, untersuchten die Wörter aus den Erzählungen von 77 schizophrenen Patienten sowie 29 Patienten mit Depressionen und Angststörungen (Kontrollgruppe). Dabei stellte sich heraus, dass die schizophrenen Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich seltener das Wort „Ich“ benutzten. Sehr oft sprachen sie jedoch von „sie“ (3. Person Plural). Dies lasse auf eine große Unsicherheit in Bezug auf die eigene Person schließen, so die Autoren. Es könne auch ein Hinweis darauf sein, dass sich die jeweiligen Patienten des Öfteren für andere Menschen halten.

Auch bezogen sich die Wörter der schizophrenen Patienten nur selten auf ihren Körper, auf die Wahrnehmung und auf die Nahrungsaufnahme. Sehr häufig hingegen wurden religiöse Begriffe verwendet. Der Bezug zur Umwelt scheint insgesamt stärker zu sein als der Bezug zur eigenen Person. Interessante Ergebnisse lieferte auch die Untersuchung auf erklärende Wörter wie z. B. auf das Wort „weil“. Am Anfang einer Psychose verwendeten die Patienten das Wort „weil“ sehr oft. Sie versuchten, sich ihre verstörenden Erlebnisse selbst zu erklären. Während des Vollbildes der Psychose jedoch benutzten sie das Wort „weil“ nur noch selten, weil der Wahn selbst ihr Erleben erklärte.

Der Umgang mit doppeldeutigen Wörtern (Homonyme)

Große Schwierigkeiten haben die psychotischen Patienten dabei, doppeldeutige Wörter in den richtigen Kontext zu stellen. Dies zeigt die Dissertation von Daniella Ladowski (Queen’s University, Kingston, Ontario, Kanada, 2014). Die Autorin untersuchte 21 Patienten mit einer Psychose in der Vorgeschichte sowie 24 Studienteilnehmer ohne bekannte Psychose. Den englischsprachigen Teilnehmern wurden doppeldeutige Wörter präsentiert, wie z. B. „pen“, was sowohl „Stift“ als auch „Stall“ bedeuten kann. Das Wort „pen“ wird weitaus häufiger im Sinne von „Stift“ als im Sinne von „Stall“ benutzt. Den Studienteilnehmern wurden jedoch Sätze präsentiert, die ihnen zeigten, in welchem Kontext das jeweilige Wort benutzt wurde. 20 Minuten später sollten die Teilnehmer die doppeldeutigen Wörter entsprechend ihrem Kontext zuordnen. Dabei zeigte sich, dass die Patienten mit einer Psychose in der Vorgeschichte an der Hauptbedeutung des Wortes „klebten“, auch wenn es in dem Kontext der Nebenbedeutung auftauchte. Der „pen“ blieb für sie der „Stift“, auch wenn das Wort 20 Minuten vorher im Sinne von „Stall“ verwendet worden war.

Verstehen wollen

Es kann spannend sein, psychotische Menschen tiefer verstehen zu wollen. „Doch nicht alle Therapeuten wollen das“, sagt Symington in seinem Vortrag. Es sei ähnlich wie bei den Piloten: Einige wollten einfach lernen, ein Flugzeug zu bedienen, um fliegen zu können. Andere wollen genau wissen, warum es funktioniert. Beides sei in Ordnung, denn Fliegen könnten sie schließlich alle. Wahrscheinlich können aber sowohl die Patienten als auch Ärzte davon profitieren, wenn das Verständnis dafür wächst, was bei einer Psychose aus psychologischer Sicht passiert.

145 Wertungen (4.1 ø)
Medizin, Neurologie, Psychiatrie

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37 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

@arzt, ich bin schizoaffektiv diagnostiziert. ;)

#37 |
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Arzt
Arzt

@Remedias Cortes, Ihre Frage zeigt, dass sie nicht wissen was ein akuter Schub einer Schizophrenie ist.
Auch bei einem richtigen Alkoholdelir dürfen Sie keine Zeit verlieren, das führt auch heute noch zu Todesfällen

#36 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ist der Akt , einem Patienten heimlich 20 Tropfen Haloperidol in die Suppe zu geben, wirklich ethisch vertretbar?

#35 |
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Gast
Gast

Der “Inhalt” der Gedanken ist wichtiger als die “Sprache”
und er ist in jedem ordentlichen Lehrbuch für Psychiatrie nachzulesen.
Bravo #33

#34 |
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Arzt
Arzt

Was wir “in der Gesellschaft” erleben, ist bei allem was mit der Psyche zu tun hat, dass inzwischen eine “Lagerbildung” stattgefunden hat zwischen der klassischen nun lange genug “naturwissenschaftlichen” Medizin, die sich auch kontinuierlich weiterentwickelt,
– ein großer Sprung waren die nicht invasiven teils funktionellen “bildgebenden Verfahren” (CT, NMR etc.) – einerseits,
und andererseits der FORTSCHREITENDEN unseriösen Psychologisierung nahezu der ganzen Medizin einschließlich natürlich des gesunden Menschen mit seinen unzähligen Varianten. Letztlich zurückgehend auf den unwissenschaftlichen Schwindler Sigmund Freud. Das ist eine Gefahr für die Freiheit des Menschen!
Dabei ist die Ablehnung klassischer Psychosen als endogene, also auch organisch verursachte Erkrankung durch unwissende Psychologen ein gravierender Rückschritt und schadet den Betroffenen. Eine Behandlung solcher Patienten durch Nicht-Mediziner sollte verboten sein, eben so wie für vKrebs von “Heilpraktikern”.
Wir schliddern zurück ins Mittelalter.

#33 |
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Arzt
Arzt

Lieber Biologe@Dr. rer.nat. Stefan Graf, der Unsinn “hinsichtlich pH-Senkung” oder gar Nierenschädigung bei eiweißreicher Kost ist doch nun ausreichend korrigiert worden und erweist sich als ein typisches Laienargument, das normale menschliche Physiologiekenntnisse vermissen lässt, die schon der Medizinstudent lernt:
Der pH (in Blut und Gewebe) ist ein hoch regulierter echter Vitalparameter, er wird also konstant gehalten, egal was der Mensch isst !!!,
akut über die Atmung und “chronisch” über die gesunde Niere, die sowohl einen sauren wie einen alkalischen Urin produzieren kann, ein leicht saurer wird als günstiger angesehen.
Die Fähigkeit, in eine (vorübergehend) saure (anaerobe) Stoffwechselsituation zu geraten, kann man zudem trainieren, “Alkalireserve” genannt, messbar in der Sportmedizin z.B. in der Erholungszeit z.B. nach erschöpfendem Sprint oder bei Ruderern. Wer nach 2 min. immer noch hyperventiliert, ist unzureichend trainiert.
Dass Sportler auch allerlei unsinnige Ernährungsexperimente machen, ist bekannt :-)
Eine chronische “metabolische” Acidose, die mit Hyperventilation einhergeht um eben den ph konstant zu halten, gibt es daher nur bei einer ernsthaften chronischen Nierenschädigung, hier winkt schon die Dialysssepflicht in der Ferne und nur dann muss man die “Eiweiß-Belastung” auf das Notwendige reduzieren.
Ohne (hochwertiges) Eiweiß kann auch ein Dialyse-Patient nicht leben.

Gruß

#32 |
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Arzt
Arzt

@Remedias Cortes ich akzeptiere voll und ganz den wichtigen Hinweis von Dr. Hans Ulrich Gresch auf PSYCHIATRIE-MISSBRAU, denn ich bin auch ein Freund der GEP
http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/
Er wird ganz sicher zu wenig beachtet.
Aber letztlich ist auch dieser Missbrauch nur dadurch möglich, dass es solche Erkrankungen wirklich gibt und zwar seit Jahrhunderten.
Diese Menschen müssen behandelt werden mit dem gleichen Anspruch wie ein Beinbruch oder ein Herzinfarkt.
Man darf also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

Die größte Gefahr geht eindeutig von den Psychologen aus die a la Sigmund Freud alle möglichen neuen Erkrankungen erfinden, die es gar nicht gibt.

mfG

#31 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Arzt:
“Sehr geehrter Herr @Remedias Cortes,
Sie stellen hier schlicht die (Akut-)Wirkung der Neuroleptika in Frage,
das ist inakzeptabel.” Da bin ich aber nicht der Einzige.http://lexikon.ppsk.de/sichtweisen/stories/neuroleptika/

#30 |
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Es geht ja hier nur randthematisch um Atkins. Da gibt es unzählige Studien. die unterschiedlichste Erfahrungen wiederspiegel – auch hinsichtlich pH-Senkung, die natürlich nicht zwingend mit einer Ketose einhergeht. Aber ob Ketonkörper wirklich ein “gesunder” Glucoseersatz für das Gehirn sind, ist wohl nach wie vor umstritten. Gerade im Sportbereich habe ich erlebt, dass strenge “Atkinis” (olfaktorisch wegen ihrer Ausdünstungen am Acetongeruch identifizierbar) oft psychisch (Trainingsunlust, Übellaunigkeit) Probleme bekamen. Auch da gibt es aber sicher Gegenbeispiele. Ich halte persönlich nichts von stark einseitig ausgerichteten Ernährungsweisen, die ganze Nahrungsmittelklassen fast völlig ausschließen bzw. völlig übergewichten. Es gibt nicht DIE auf jeden passende “one size fits all” Ernährung. Es gilt, den individuell bedarfsgerechten Weg zu finden. Besondere Krankheiten wie Epilepsie erfordern besondere Anpassungen – darauf zielte meine Frage nach den Erfahrungen mit ketogener Ernährung hinsichtlich der epileptischen Anfallshäufigkeit/-schwere.

#29 |
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Gast
Gast

Nachsatz zu Atkins :
“…besonders aufgrund der sich entwickelnden Azidose aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht ungefährlich sind.”
Diese Diät, obwohl “küchentechnisch” schwierig, war sowohl populär (B.Clinton) und erfolgreich, aber (vielleicht gerade deshalb) auch unter der Kritik der großen Mehrheit von “Ernährungswissenschaftlern” miot ihrer propagierten Wunschpyramide. Der Hauptvorwurf war die angebliche “Überlastung” der Niere (Eiweißüberschuss, natürlich tierisch) und hierüber gab es wegen großer Verbreitung dieser Diät viele Versuche, das nachzuweisen, die aber ALLE scheiterten. Sogar ein erhöhter Cholesterinspiegel geht dabei runter.
Der Mediziner weis aber, dass die Niere, vielleicht nicht ganz so verblüffend wie die Leber (die immer schnell nachwächst, wenn man einen Teil entfernt), natürlich solange sie gesund ist, sehr anpassungsfähig ist und z.B. nach Verletzungen “hypertrophiert”, sonst könnte man auch nicht gefahrlos eine von zwei Nieren spenden. Die verbleibende Niere vergrößert sich entspr. bedarfsgerecht.
Trotzdem hört man das heute noch, insbesondere aus Vegetarierecken. Deshalb musste das noch einmal klargestellt werden.

#28 |
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Roger J. Zamofing BBA/Betr.Oek.
Roger J. Zamofing BBA/Betr.Oek.

Hallo Frau Voos, danke für den interessanten und aufschlussreichen Artikel. Die Frage ist bei so viel klaren Definitionen, wie finden Sie denn eigentlich das Mass, um Menschen richtig zu beurteilen? Ich möchte Sie auf eine interessante Arbeit meines Partners und wissenschaftlichen Mentors, dem Schweizer Physiker Dr. Peter Meier hinweisen. Seit 1979 modelliert Meier reale Humansysteme von ihren Wirkungen her und hat u.a. ein Anamnese-Tool für eine Mutter-Kind-Klinik entwickelt, die dem Arzt rasch die richtigen Fragen zur jeweiligen Person gibt und natürlich auch die Beziehung zum Kind als eigenständige Persönlichkeit mit abdeckt. Unter Option I (seit Plato) definieren wir uns alle in einer von 5 möglichen “Religionen” und 12 “Ideologien”, solange wir nicht darüber hinausgehen können, können wir uns “einfach nicht verstehen”. Das heisst erst ein funktionales Modell von Humansystemen mit der Fähigkeit 1’728 OEGP’s (open ended generative principles), jedes Einzelne mit der Komplexität der modernen Psychologie, auf dem Niveau der DNA zu identifizieren, kann mehr als 10 Milliarden “Möglichkeiten” gerecht werden. Eine kurze Einführung finden Sie unter aps.think-systems.ch nur für Fachleute aus dem wissenschaftlichen Bereich. Konkret sind wir jedoch für jeden konkreten Test und Versuch offen und bieten Hand zum fairen Wettbewerb über Politik, Religionen und Ideologien hinaus. Unsere Welt ist so verfahren orientierungslos, dass immer mehr Menschen entweder zu Psychopathen oder zu Schizophrenen erzogen werden, weil “man” sie nicht verstehen kann oder im monopolitischen Wahn auch nicht wirklich will. Leider wird “Normalen” heute damit noch weniger Bedeutung zugeordnet, als den sog. oder vermutlich nach Ihren Normen Kranken. Dabei stellt sich die Frage, wo wirklich die Krankheit beginnt und glauben Sie mir, ich habe in 64 Lebensjahren genug davon in der Praxis erlebt, um dies in Frage zu stellen. Deshalb ist für Viele in Ihrer “Religion” oder “Ideologie” was ich sage “politisch nicht korrekt”. Ich hoffe jedoch, Sie können mit dem HINWEIS auch in konstruktiver Weise umgehen, was uns sehr freuen würde.

#27 |
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Weitere medizinische Berufe

Dieser Link ist besser.
http://lchf.de/lchf-wiki/ketose-ketoazidose/
Im LCHF Forum ist leicht ersichtlich, dass diese Leute sich jahrelang so ernähren und sich absolut keine Azidose entwickelt.
Dies kann nur bei Diabetes Erkrankten stattfinden.
Ebenfalls wird ketogene Ernährung von Migränkern erfolgreich angewendet. ( gilt ja Migräne wie Epilepsie als neurologische Erkrankung )

#26 |
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Dipl.Psych. Ursula Ressel
Dipl.Psych. Ursula Ressel

Einfach mal wieder Ronald Laing lesen, vielleicht verstehen die Behandler und die Artikelschreiberin dann wieder etwas mehr von der Sprache der Schizophrenen…

#25 |
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Weitere medizinische Berufe

@Dr. rer.nat. Stefan Graf
Selbst in Expertenkreisen kommt es nicht selten vor, dass Ketose mit Ketoazidose verwechselt, bzw. als ein und derselbe Begriff verstanden wird.
Es ist aber sehr wichtig, dass man den Unterschied dieser Zwei Begriffe kennt, denn während Ketoazidose einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt, wird Ketose bei einer kohlenhydratarmen Ernährung angestrebt, da Ketonkörper im Körper zur Energiegewinnung in den Zellen gebraucht werden.
Wikipedia sagt dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Ketok%C3%B6rpe

#24 |
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Kirsten Osbahr
Kirsten Osbahr

Frau Voos, was Sie hier beschreiben, wurde bereits in der Krankenpflege 1984 und an der Fachhochschule für Sozialwesen 1989 unterrichtet. Nur weitaus ausführlicher. Noch befremdlicher, ja erschreckend sind allerdings die Fachkommentare.

#23 |
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Besten Dank Herr Arzt: Meine Frage war auch darin begründet, dass stark ketogene Ernährungsweisen (Atkins war ja das Extrem) besonders aufgrund der sich entwickelnden Azidose aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht ungefährlich sind. Aber Sie haben das ja jetzt entkräftet, da Sie keinen völligen KH-Verzicht meinen. Außerdem muss man ja vielleicht zur Dämpfung der Epilepsieerkrankung weniger schwerwiegende Mali in Kauf nehmen (Das kann ich aber nicht beurteilen).
Was sie über die Zusammensetzung der eigenen Nahrung schreiben, kann ich nur bestätigen. Den Aha-Effekt gibT´s bei vielen, wenn sie ein (ehrliches) Ernährungsprotokoll führen und man sie zudem über die Inhaltsstoffe nebts Energiegehalt aufklärt.
VG

#22 |
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Arzt
Arzt

Ein uraltes Prinzip ( 1921), davor nahm man an, es geht durch Hungern,
aber es ist nur der Verzicht auf Kohlenhydrate,
die sog. ketogene Diät. Man muss deshalb keineswegs abnehmen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ketogene_Diät
Das Gehirn stellt sich dabei um auf eine überwiegende Kalorienzufuhr durch Fettabbaustoffe, die sog. Ketonkörper ca. 70%, auch ohne Zufuhr ist immer etwas Glucose im System (Gluconeogenese).
Offenbar wirkt es besser je früher man damit beginnt.
Könnte aber auch sein, dass hier die Diät strikter befolgt wird, weil die Babies noch nicht naschen können.
“Spontanaktivitäten” der Gehirnzellen werden offensichtlich gedämpft,
obwohl in Tierversuchen (Ratten) der Stoffwechsel eher gesteigert wird.
Schlafentzug erhöht das Risiko für einen Anfall.
Ich bin kein Neurologe
und habe neben viel “parenteraler Ernährung” nur Erfahrung bei übergewichtigen Erwachsenen mit low-carb,
die damit hervorragend abnehmen können.
Allerdings geht das auch bei weniger strenger Zusammensetzung,
also bei meinen Gruppen mindestens unter 50% KH-Kalorien,
hört sich noch viel an,
wer aber kochen kann, weiß, wie schwer das ist, wenn man nicht fuscht.
Es ist immer eine anfängliche ganz ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage erforderlich:
wie ist denn nun die genaue Zusammensetzung meines Essen WIRKLICH.
Das hat man aber nach spätestens 4 Wochen gelernt und man kann es dann schon,
ohne in irgend einem Buch nachschlagen zu müssen.
Eine Erkenntnis fürs Leben sozusagen.

mfG

#21 |
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Hallo Herr Arzt, könnten Sie etwas zu der erwähnten Epilepsie-Diät (ketogen?) sagen? Haben Sie da als Behandler Erfahrungen? Danke

#20 |
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Arzt
Arzt

Sehr geehrter Herr @Remedias Cortes,
Sie stellen hier schlicht die (Akut-)Wirkung der Neuroleptika in Frage,
das ist inakzeptabel.
Es wurde doch deutlich gesagt, dass die noch nicht identisch ist mit Heilung.
Auch die Epilepsie ist prinzipiell nicht heilbar, bis auch unwesentliche Ausnahmen (Op),
aber man kann sie medikamentös, oder durch Spezialdiät in Kontrolle behalten.
Auch diese Mittel haben Nebenwirkungen.
Julius Cäsar soll auch ein Epileptiker gewesen sein.

#19 |
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Nichtmedizinische Berufe

@arzt, ich glaube Ihnen selbstverständlich und wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
Dennoch hat das natürlich wenig Beweiskraft. Denn eventuell wäre der Patient ohnehin zur Einsicht gekommen, weil sich andere Umstände geändert haben.
Der beste Abschluss dieser Anekdote wäre aber für mich, wenn der Patient die Suppe gar nicht gegessen hätte ;)

#18 |
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Arzt
Arzt

Remedias Cortes, ich erzähle ausschließlich deshalb, weil ich es selbst erlebt habe bei einem Patient. Es waren 20 Tropfen in einem Teller Suppe. Die Symptome waren dann zunächst verschwunden, was ja noch keine “Heilung” ist, er war eher überdurchschnittlich intelligent. Sein größtes therapeutisches Problem war, dass er die Diagnose wohl letztlich nicht akzeptiert hat.
Leider fehlte ihm auch der notwendige familiäre Rückhalt. Den konnte ich ihm leider nicht ersetzen.

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

@arzt – Nach 20 Tropfen Haldol de fakto eine wundersame Heilung ? – das habe ich von noch keinem Patienten gehört ( dann schon eher das Auftreten von Frühdyskinesien, Krämpfen etc.) . Mich selbst hat eine hohe Dosis Haldol so “abgeschossen”, dass ich gar nicht mehr zum Denken kam – vermutlich auch nicht von Wahngedanken. Es ist möglich, dass Neuroleptika zunächst einmal den Boden dafür bereiten, dass der Patient aus seinen Ängsten herauskommt und sich so weit fängt, dass er einer Psychotherapie zugänglich ist – aber ein Medikament kann es nicht leisten, dass jemand aus einem geschlossenen Wahnsystem wie es der Fall von “Ich bin Napoleon” wäre, herausfindet . ( Solche Wahnsysteme traten besonders bei der Spätsyphillis auf – aus welcher Zeit ist dieses Beispilel eigentlich?) Dagegen helfen Neuroleptika gegen Halluzinationen und katatone Zustände – nur überschätzen sollte man ihre Wirkung nicht.

#16 |
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Arzt
Arzt

@Silvia Welsch, Sie sagen:
“ich glaube nicht, dass 20 tropfen haldol zur beweisführung einer rein “organischen” erkrankung ausreichen.”
Was denn sonst? Kein Psychologe kann eine solchen akut Erkrankten in so kurzer Zeit nur annähern davon über zeugen, dass er z.B. NICHT verfolgt wird. Der Erkrankte kommt nach diesen 20 Tropfen ohne jede äußere psychische Beeinflussung ganz von selbst durch Nachdenken zu der Einsicht. Das ist auch mit Abstand das beste, sonst könnte er den Therapeut mit in sein eigenes Wahnnetz einbauen.
Und leider ist der Selbstmord bei diesen Erkrankungen auch ganz überwiegend Teil der Erkrankung und “Respekt” muss ehrlicher als Eingeständnis von Therapie-Versagen gesehen werden. Wer therapeutisch mit “Selbstmördern” zu tun hat (Vergiftungszentrale), weis, dass diese Schizophrenie-Selbstmorden auffälligerweise immer sehr gründlich vorbereitet und erfolgreich sind.

zu @Doctor Nabil Deeb, Schizophrenie wurde ebenso wie Epilepsie von niemand erfunden, erzählen Sie bitte keinen Quatsch!
Es gibt z.B. sehr schöne Schilderungen aus der hoch entwickelten historischen Türkei, ich glaube aus Edirne von einer geschlossenen Abteilung, in der diese Patienten sehr “menschlich” u.a. mit Musiktherapie behandelt wurden.

Das aktuelle Problem ist einmal
1) die fachlich korrekte Diagnosestellung,
also der real existierende Psychiatriemissbrauch, der sich allerdings mehr anderer Modediagnosen bedient, hier ist auch die Rechtssprechung beteiligt, und
2) unseriöse psychotherapeutische Behandlungsmethoden,
die cum grano salis auf den Oberschwindler S.Freud zurückgehen und sich offensichtlich immer weiter ausbreiten.
siehe #8

#15 |
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Dr. med. Barbara Schulte-Schlaps
Dr. med. Barbara Schulte-Schlaps

@Silvia Welsch
…wer meinte, daß 20Tr. Haldol die rein organ. Komponente beweisen? Nein, sicher nicht. Es gibt sicher eine starke organ. / genet. Komponente- aber sicher brauchts als Auslöser belastende Umstände- und zur Unterhaltung / Erhaltung der Psychose unabänderbare subjektiv nicht ohne Schutzmechanismus (“Abwehrmachanismus” auf gut analytisch- in diesem Fall aber viel massiver) aushaltbare Umstände. Und da bzw. wenn die Umstände unabänderbar sind, ist es oft erfolglos, andernfalls oft lebensgefährlich, den Schutz durchbrechen zu wollen. Mitfühlendes, helfendes Dabeisein ist etwas anderes und selbstverständlich immer wichtig!

#14 |
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Dr. med. Barbara Schulte-Schlaps
Dr. med. Barbara Schulte-Schlaps

@Arzt-ja, da sind wir an sich einer Meinung! Ich denke, wenn ein Pat. keine Dauerbehandlung wünscht und sein Leben lieber auf seine Art führt, sollte das respektiert werden. Und wenn er den Ausweg nur im Suicid findet, muß das leider auch respektiert werden. Das denke ich gerade und besonders, wenn ich diese Oat. ansatzweise verstehe….

#13 |
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[Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht.]

#12 |
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Ärztin

ich glaube nicht, dass 20 tropfen haldol zur beweisführung einer rein “organischen” erkrankung ausreichen.
dass es, wenn man nur lange genug forscht, für jedes symptom auch ein organisches korrelat zu finden gibt, ist nicht zu leugnen,
dass psychotherapie gänzlich unwissenschaftlicher humbug wäre, müßte erst noch endgültig bewiesen werden
aktuelle neurophysiologische/ neurobiologische erkenntnisse leisten da sicher einen interessanten beitrag

#11 |
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Arzt
Arzt

@Dr. Schulte-Schlaps
“Ob und wann dann die Neuroleptika Fluch oder Segen sind, ist sicherlich im Einzelfall zu entscheiden – im Akutstadium notfalls auch mal “über den Patienten hinweg”, danach nur mit dem Pat. zusammen.”
Genau so ist es, das waren dann die Tropfen unbemerkt in die Suppe,
denn fehlende Einsicht in die Notwendigkeit einer Behandlung ist ja ein Kardinalproblem.
Danach fängt die “menschliche” Behandlung erst richtig an, das alles auch bei hoch-intelligenten Menschen so schonend wie möglich zu vermitteln,
das kann wohl kaum durch Dauermedikamente ersetzt werden, die auch ihre Nebenwirkung haben.
und ich kenne auch Selbstmorde, weil die Familie (Ehefrau) nicht mitgemacht hat.

#10 |
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Dr. Schulte-Schlaps
Dr. Schulte-Schlaps

In meiner Familie gibt es mehrere Psychotiker und mehrere Autisten, und ich bin von einer gemeinsamen Komponente beider “Krankheitsbilder” überzeugt. (Andererseits gibt es auch Psychiatrie- Professoren, Psychoanalytiker, Kinderpsychiater und entspr. Kombinationen/”Zwischenstufen”….Dazu gehöre ich auch.) Ich denke, daß ich sehr oft “die Psychotiker” tiefer verstehen und auch nachvollziehen kann (aus lebenslanger naher Erfahrung heraus in Kombination mit grenzüberschreitendem Fachwissen). Aber ich bezweifle, das das der Weg zu einer Heilung ist. Jedenfalls nicht zu der, die ein Therapeut sich vorstellt. Ich kenne auch Fälle, da war es der Weg in den Suicid….Letztlich sind genetische Komponente und Bedeutung/ Notwendigkeit des Schutzmechanismus gegen unabänderbare Zustände zu stark. Ob und wann dann die Neuroleptika Fluch oder Segen sind, ist sicherlich im Einzelfall zu entscheiden – im Akutstadium notfalls auch mal “über den Patienten hinweg”, danach nur mit dem Pat. zusammen.

#9 |
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Arzt
Arzt

“Das hohe Lied der Psychoanalyse” ist schließlich unwissenschaftlicher Schwindel,
da hatte Karl Jaspers (†1969), auch Psychiater, völlig recht.
Wer ein mal erlebt hat wie ein Mensch in einem psychotischen Schub nur nach 20 Tropfen Haloperidol (früher) plötzlich nachdenklich wird und sagt,
du, was ich eben von der Verfolgung Napoleon (etc.) gesagt habe,
ist eigentlich Blödsinn gewesen,
der weis dass es sich wohl um eine organische Krankheit handelt,
die schlicht in die Hände eines gelernten Psychiaters gehört.
Hier nur 5 von vielen Freud-Kritikern:
Wolfgang Kretsch­mer (†) PSY­CHO­ANALYSE IM WIDER­STREIT (1982)
FREUD AND THE QUESTION OF PSEUDO-SCIENCE des bri­tischen (inzwischen ver­storbenen) Philosophie­pro­fessors Frank Cioffi, Canterbury (1998)
Dieter E. Zimmer TIE­FEN­SCHWINDEL (1998)
MAKING MINDS AND MADNESS von Mikkel Borch-Jacobsen, Seattle, (2009),
THE FREUD FILES zu­sam­men mit Sonu Shamdasani (2012)

mfG

#8 |
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Medizinjournalistin

Ein interessantes Thema, dessen Wichtigkeit für die Betroffenen der vorliegende Artikel keineswegs wiedergibt. Enttäuschend…

#7 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herr Dr. Nunhofer ,
” Wer den Alptraum nachvollziehen möchte, der Psychotikern unter einer “aufdeckenden” Psychotherapie widerfährt, dem sein Hannah Greens “Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen” empfohlen – ein Roman bezeichnenderweise aus einer Zeit, zu der in den USA das hohe Lied der Psychotherapie gesungen wurde und die Pharmakotherapie dort fast vollständig vergessen worden war.” Das Buch von Frau Green spielt anfangs der Vierzigerjahre in USA – eine nennenswerte Pharmakotherapie hat es da noch gar nicht gegeben, zumindest noch keine Antipsychotika. Ansonsten beschreibt das Buch eine psychotherapeutische Heilung, die Jahre dauert, weil sie im Endeffekt die durchlittenen Psychosen der Protagonistin als Teil ihrer persönlichen Geschichte integriert. Das heißt, es kommt wirklich zu einer Gesundung – das steht doch im Gegensatz zu den vielen Menschen, die unter neuroleptischer Medikation einfach intellektuell und affektiv sehr eingeschränkt leben müssen. Ein neueres, sehr empfehlenswertes Buch ist von Arnhild Lauveng: Morgen bin ich ein Löwe

#6 |
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Nichtmedizinische Berufe

sehr bezeichnend der letzte Satz “Es sei ähnlich wie bei den Piloten: Einige wollten einfach lernen, ein Flugzeug zu bedienen, um fliegen zu können. Andere wollen genau wissen, warum es funktioniert. Beides sei in Ordnung, denn Fliegen könnten sie schließlich alle. ” Das menschliche Gehirn als defektes Gerät, das man auch ohne größere Zusammenhänge “reparieren” kann, am besten mit dem Ansetzen am “kaputten” Neurotransmitter. “Es kann spannend sein, psychotische Menschen tiefer verstehen zu wollen ” – aber so richtig notwendig ist das ja nicht, um sie heilen zu können, nicht wahr? Ist es eigentlich eine Binsenwahrheit , dass psychischen Probleme etwas mit der Psyche des Betreffenden zu tun haben? Gottseidank sind manche Psychiater da schon weiter, für sie gilt: “Die Deutungshohheit über seine Psychose hat immer der betreffende Psychotiker selbst.”

#5 |
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Karl Jaspers – bekanntermaßen nicht nur das philosophische Contra zu Martin Heidegger, sondern auch das psychiatrische zu Sigmund Freud (Jaspers war “gelernter” Psychiater, nicht Philosph) hat in seiner “Allgemeinen Psychopathologie” (ursprünglich seine psychiatrische Habilitationsschrift) darauf hingewiesen, dass psychotische Inhalte zwar zu erklären, d.h. als psychotisches Symptom zu erkennen, aber nicht zu verstehen, also nicht inhaltlich nachvollziehbar sind. Jeder Psychiater musste Patienten kennenlernen, die unter den eifrigen Bemühungen vorwiegend tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapeuten (zu denen ich nebenbei auch zähle) psychotisch dekompensiert sind.
Die beschriebenen Auffälligkeiten in der Sprache von Psychotikern dienen also als Symptome dazu, eine psychische Erkrankung als Psychose zu erklären – aber sind keinesfalls geeignet, die Inhalte der Psychose einer (tiefen-)psychotherapeutischen “Aufarbeitung” zugänglich zu machen. Wer den Alptraum nachvollziehen möchte, der Psychotikern unter einer “aufdeckenden” Psychotherapie widerfährt, dem sein Hannah Greens “Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen” empfohlen – ein Roman bezeichnenderweise aus einer Zeit, zu der in den USA das hohe Lied der Psychotherapie gesungen wurde und die Pharmakotherapie dort fast vollständig vergessen worden war.

#4 |
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markus brüggenolte
markus brüggenolte

Dieses Thema wurde einerseits von Jacques Lacan in Frankreich bearbeitet und dann in Holland aufgegriffen:
Taal en psychose: Een onderzoek naar de relatie tussen taal en psychose volgens het structuralisme van Jacques Lacan en een mogelijke psychotherapie (Dutch Edition) (Dutch) Unknown Binding – 1993 by Jos A. M. de Kroon

#3 |
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Pronominale Umkehr und Pronominale Unsicherheit im Sinne eines idiolektischen Verständnisses finden wir durchaus auch bei Autisten, so dass die Frage gestattet sein soll, ob diese Auffälligkeit nicht bereits ein Symptom des sekundären Autismus von schizophrenen sein kann?

#2 |
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Dip.-Psych. Horst Kaemmerling
Dip.-Psych. Horst Kaemmerling

Ein guter Ansatz, aber ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig die umfangreichen Arbeiten von Frieda Fromm-Reichmann, einer führenden Psychoanalytikerin, die mit viel mit Psychotikerinnen und Psychotikern gearbeitet hat, in die heutigen Forschungen mit aufgenommen werden. Sie war wirklich eine Therapeutin, die die Psychotiker verstehen wollte und m.E. auch verstanden hat.

Mit freundlichen Grüßen
M. Kaemmerling-Reinsch, Psychotherapeutin

#1 |
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