Testosteron: Wirkungsboost für Antidepressiva

3. Februar 2015
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Das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst Stimmung und Gefühlsleben – und zwar positiv. Indem das Hormon indirekt für eine Erhöhung der Serotonin-Konzentration im Gehirn sorgt, verstärkt es die Wirkung von Antidepressiva.

Männer leiden in höherem Alter – wenn die Ausschüttung des Geschlechtshormons Testosteron abnimmt – häufiger an Depressionen und einige Studien konnten bereits einen positiven Effekt einer Testosterongabe auf die Stimmung der Betroffenen nachweisen. Nun konnte in der Studie unter der Leitung von Rupert Lanzenberger von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie weltweit erstmals gezeigt werden, dass Testosteron die Anzahl von Serotonintransportern (Proteinen) im menschlichen Gehirn erhöht. Diese Proteine regeln die Konzentration von Serotonin und sind auch der Zielort von Antidepressiva.

Als Modell für die Untersuchung der Testosteronwirkung wählten die Forscher der MedUni Wien die Hormontherapie von Transsexuellen. Erstautor Georg S. Kranz: „Transsexuelle sind Menschen, die das Gefühl haben, im falschen Körper zu leben und deshalb eine hochdosierte gegengeschlechtliche Hormontherapie wünschen, um ihr Erscheinungsbild an das jeweils andere Geschlecht anzupassen. Genetische Frauen erhalten Testosteron, genetische Männer Östradiol sowie Medikamente zur Unterdrückung von Testosteron.“

Serotonintransporter ist bereits nach vierwöchiger Hormontherapie erhöht

Mithilfe des Bildgebungsverfahrens der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) konnten die Wissenschaftler in Kooperation mit Wolfgang Wadsak und Markus Mitterhauser von der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin sowie Ulrike Kaufmann von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde nachweisen, dass der Serotonintransporter im Gehirn bereits nach vierwöchiger Hormontherapie mit Testosteron signifikant erhöht ist und bei fortlaufender Therapie weiter ansteigt. Ferner konnte ein enger Zusammenhang zwischen Testosteron im Blut und der Serotonintransporterdichte nachgewiesen werden.

„Die Studie hat gezeigt, dass Testosteron die möglichen Bindungsstellen für häufig verschriebene Antidepressiva wie SSRIs im Gehirn erhöht und erlaubt damit wesentliche Einblicke in die Wirkung von Geschlechtshormonen auf das menschliche Gehirn und Geschlechtsunterschiede bei psychiatrischen Erkrankungen“, sagt Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien.

Originalpublikation:

High-dose testosterone treatment increases serotonin transporter binding in transgender people
Kranz GS et al.; Biological Psychiatry , doi: 10.1016/j.biopsych.2014.09.010. , 2014

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Forschung, Medizin, Psychiatrie

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3 Kommentare:

Arzt
Arzt

mit Hormonen sollte man nicht rumspielen!
Haben wir nicht gerade gelernt, das die posmenopausale Ostrogentherapie mehr schadet als nützt?
Bei Testosteron gibt es ausreichend Erfahrung aus dem Doping.

#3 |
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Gast
Gast

Genau

#2 |
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Manja Stoy
Manja Stoy

Da kann ja jeder kommen. Das haben wir schon immer so gemacht.

#1 |
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