Nachtarbeit: Sterben on the Job?

11. Februar 2015
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Arbeiten, wenn andere schlafen, ist Klinikalltag – und ungesund. Eine aktuelle amerikanische Studie untermauert bisherige Hinweise: Wer nachts arbeitet, hat ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Lungenkrebs.

Ein internationales Forscherteam untersuchte in einer prospektiven Kohortenstudie, ob wechselnde Nachtschichten mit einer erhöhten Mortalität zusammenhängen. Eine Frage, die viele angeht. Immerhin arbeiten bis zu 20 % der Beschäftigten in westlichen Ländern während ihres Arbeitslebens im Schichtbetrieb. Laut Mikrozensus des statistischen Bundesamtes arbeiteten in Deutschland 2013 8,5 % der Beschäftigten regelmäßig nachts.

Je mehr Nachtschichten – desto höher das Risiko

Die Autoren griffen auf Daten der Nurses’ Health Study (NHS) zurück. Das Ergebnis: Nachtschichtarbeit für mehr als fünf Jahre erhöht die allgemeine und die kardiovaskuläre Mortalität. Diese war bei Krankenpflegerinnen mit mehr als 15 Jahren Schichtarbeit am höchsten. Einen Zusammenhang zwischen Nachtschichtarbeit und einer höheren allgemeinen Krebsmortalität gab es nicht. Allerdings war Nachtarbeit für mehr als 15 Jahre mit einer erhöhten Lungenkrebsmortalität assoziiert. „Diese Ergebnisse untermauern frühere Hinweise auf möglicherweise schädliche Auswirkungen von wechselnder Nachtschichtarbeit auf Gesundheit und Lebenserwartung“, sagt Autorin Eva S. Schernhammer MD, Associate Professor of Medicine an der Harvard Medical School.

Die NHS Kohorte existiert seit 1976. Die teilnehmenden Krankenpflegerinnen wurden 1988 zu Schichtarbeit befragt. Nach Ausschluss derjenigen, die bereits unter einer kardiovaskulären oder einer Krebserkrankung litten, analysierten die Forscher alle im Rahmen der NHS erhobenen Daten von 74.862 Frauen, erhoben zwischen 1988 und 2010. Verglichen mit Frauen, die nie nachts gearbeitet haben, hatten alle mit mindestens fünf Jahren Nachtschichtarbeit ein um 11% höheres allgemeines Mortalitätsrisiko. Dabei wurden weitere Faktoren wie Rauchen, Alter, Alkoholkonsum, physische Aktivität, BMI und der sozioökonomische Status berücksichtigt.

Höheres Risiko für ischämische Herzerkrankungen

Deutlicher ist der schädliche Einfluss der Nachtarbeit beim kardiovaskulären Mortalitätsrisiko. Dieses war für Frauen, die mindestens fünf Jahre Schichtarbeit leisteten um 19% höher als bei der Vergleichsgruppe, bei mehr als 15 Jahren Schichtarbeit um 23% höher – nach Berücksichtigung der oben genannten Faktoren. Die Forscher analysierten die Risiken für die häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen der Studienpopulation. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für ischämische Herzerkrankungen erhöht war, wenn die Frauen länger als fünf Jahre Nachtschicht arbeiteten. Bei mehr als 15 Jahren Nachtschicht war das Risiko noch höher. In einer weiteren Analyse wurden die Risikofaktoren Hypertonie, Hypercholesterinämie und Typ 2 Diabetes berücksichtigt – was die Assoziation zwischen Nachtschichtarbeit und ischämischen Herzerkrankungen aber nicht wesentlich beeinflusste.

Der Zusammenhang zwischen Nachtschichtarbeit – die den circadianen Rhythmus unterbricht – und ischämischen Herzerkrankungen lässt sich durch verschieden biologische Mechanismen erklären. Laut einem Übersichtsartikel hat Schichtarbeit verschiedene physiologische Auswirkungen. So wird das Nervensystem aktiviert, es kommt verstärkt zu Entzündungsreaktionen und Lipid- sowie Glukosemetabolismus verändern sich. Die Folge ist ein erhöhtes Arteriosklerose-Risiko.

Lungenkrebsrisiko steigt – auch für Nichtraucher

Für Krebserkrankungen im Allgemeinen konnten die Autoren kein erhöhtes Mortalitätsrisiko feststellen. Dann nahmen die Forscher diejenigen Krebserkrankungen unter die Lupe, die für mehr als 200 Todesfälle in der Studienpopulation verantwortlich waren. Es zeigte sich, dass Frauen, die länger als 15 Jahre Nachtdienst leisteten, eine moderat erhöhte Lungenkrebsmortalität hatten. Rauchen als mögliche Störvariable hatten die Autoren berücksichtigt – das Risiko war auch für Nichtraucherinnen signifikant höher.

Das erhöhte Krebsrisiko lässt sich erklären, weil dem circadianen System und insbesondere dem Melatonin eine Anti-Tumor-Wirkung zugeschrieben wird. Es verstärkt die Immunantwort, wirkt antioxidantiv und antiinflammatorisch. Bereits 2007 hat die WHO Nachtschichtarbeit deshalb als möglicherweise krebserregend eingestuft.

Stärken und Schwächen: Größe und Zeitraum versus Datenaktualität

Die Autoren selbst weisen auf verschiedene Schwächen der Studie hin. Zum einen stammen die Angaben zur Schichtarbeit aus einer Datenerhebung aus dem Jahre 1988 und wurden seitdem nicht aktualisiert. Außerdem können die Autoren nicht ausschließen, dass die Daten unvollständig sind: Die Autoren befürchten, dass Krankenpflegerinnen, die ausschließlich Nachtschicht arbeiten, dies nicht als wechselnde Nachtschichten – nach denen gefragt wurde – angegeben hatten. Allerdings änderte sich an den Studienergebnissen wenig, als die Autoren strengere statistische Kriterien verwendeten. Um zwischen Schlafmangel und Nachtarbeit zu unterscheiden, analysierten sie die Daten von Frauen, die sechs bis acht Stunden Schlaf angegeben hatten – die Daten werden in der Studie allerdings nicht im Detail dargestellt.

Als Stärke der Studie heben die Autoren hervor: „Es ist eine der größten prospektiven Kohortenstudien weltweit, mit einem großen Anteil von Nachtschichtarbeitern und einer langen Nachbeobachtungszeit.“ Außerdem arbeiten alle Studienteilnehmerinnen in der Krankenpflege – unterschiedliche Beschäftigungsarten wirken damit nicht als Störfaktor.

Um praktische Schlussfolgerungen für den Arbeitsalltag von Nachtschichtarbeitern zu ziehen, ist es für die Autoren noch zu früh. Die Rolle von Länge und Intensität der Nachtschichtarbeit und das Zusammenspiel von Schichtplänen und individuellen Bedingungen müssten noch weiter untersucht werden. Die Ergebnisse könnten möglicherweise durch den Chronotyp beeinflusst werden – der Kategorie, nach der die innere biologische Uhr jedes Menschen funktioniert. Denn manche Menschen sind eher tag- andere nachtaktiv.

96 Wertungen (4.64 ø)

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28 Kommentare:

Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Lt. Bereitschaftsdienstordnung der KVB endet seit 2014 die Dienstpflicht für in Bayern niedergelassene Ärzte mit erreichen des 60. Lebensjahr. Einige Kollegen haben bereits Gebrauch davon gemacht, einige Leisten freiwillig weiter Dienst. Ob das in anderen Bundesländern analog geregelt ist weiß ich nicht. Gleichzeitig wurde die Dienstpflicht auch auf viele bisher befreite Arztgruppen ausgeweitet und viele Dienstbezirke zusammengelegt. Leider sind Fachärzte nach wie vor gezwungen am allgemeinen kassenärztlichen Dienst teilzunehmen, es sei den die selten mögliche Ausnahme eines fachärztlichen Dienstes in der eigenen Fachgruppe ist vor Ort möglich.

#28 |
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P. Klein, Arzt
P. Klein, Arzt

Sehr geehrter Kollege Hagen….woher stammt d. Information einer “Absenkung zur Dienstverpflichtung auf das 60-te Lebensjahr”?
Teilen Sie mir dies bitte mit, danke
MfG

#27 |
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Gast
Gast

Also dazu kann ich nur sagen: ich arbeite seit 1979 in der Pflege, davon war ich 28 Jahre auf einer großen Intensivstation beschäftigt. Ich habe immer alle 3 Schichten gearbeitet. Seit 15 Jahren allerdings nur als 75%-Kraft. Vor 3 Jahren hab ich mit dem Dauernachtdienst angefangen (Normalstation). Seit dieser Zeit geht es mir 1000-mal besser, da ich mich nur auf diese Schicht einzustellen habe. Ich habe die geringste Ausfallrate – toitoitoi. Ich arbeite gerne im ND, schaue aber auch, dass mein Tagesablauf stimmt. Z.B. bin ich mindestens 1,5Std mit dem Hund an der frischen Luft. PC und Handy sind aus.
Liebe Grüße von einem Urgestein aus der Krankenpflege ;-)

#26 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

So sehr viel Forschung braucht es in diesem Bereich nicht, weil viele Menschen bzgl. Nacht – und Wechselschiechten einen riesigen Erfahrungsschatz haben, der sich durch befragen und zuhören einfach heben lässt.
1. ist es unbestritten das einige Schichtrhythmen besser als andere toleriert werden. Kurze Wechsel oder sehr lange werden besser toleriert als mittlere wie etwa 3 bis 5 Nachtschichten. Leider sind diese in der Pflege üblich. Dauernachtwachen sind oft besser angepasst, da sich diese auch mit ihren Lebensrhythmus auf die Situation besser eingestellt haben. In der Industrie ist eher ein Wechsel im Wochenrhythmus üblich und auch sinnvoller wenn er lautet 1 Woche Früh, Spät, Nacht, Frei. Auf das frei kommt es an nach der Nachtschicht!
2. Ist die Toleranz der Schichtdienste ganz wesentlich von Lebensalter, Gesundheit, körperlicher und geistiger Fitness abhängig. Über 50 jährigen sind Nachtdienste eigentlich nicht mehr zumutbar. Dort muss der Hebel angesetzt werden. Denn wenn die präsenile Bettflucht beginnt hat der Nachtdienst vorbei zu sein. Das muss für Industriearbeiter genauso gelten wie für Pflegekräfte, Ärzte, Polizisten und viele andere Berufsgruppen. Eine moralische Verpflichtung Nachtdienste auch in höherem Lebensalter noch zu Leisten gibt es nicht. Normalerweise hat man sich während seines Berufsleben weiterqualifiziert und braucht das nicht mehr zu Leisten. Für meine Berufsgruppe Ärzte gilt das leider nicht. Wir sind die einzige Berufsgruppe bei der bewusst Ausnahmen vom EU- Arbeitsrecht gemacht werden. Es ist nicht länger hinnehmbar das unsere Bereitschaftszeiten nicht in vollem Umfang als Arbeitszeit anerkannt und bezahlt werden, damit man am nächsten Tag frei hat. Das muss für selbstständige niedergelassene Ärzte gelten, genauso wie im Krankenhaus. Nur so können wir die immer größere Zahl der älter werdenden Kollegen noch im Beruf halten und das Nachwuchsproblem zumindest hinauszögern. Die Absenkung der Dienstverpflichtung auf das 60. Lebensjahr ist ein Anfang aber nicht genug. Bringt auch nichts so lange keine Kollegen nachrücken, die die Lücken füllen. Abgesehen davon sind 6 € am Tag und 8 € in der Nacht pro Stunde als Bereitschaftsdienstvergütung unter dem Mindestlohn und schlicht gesetzeswidrig. Da sollten unsere Berufsverbände schleunigst klagen.

#25 |
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Arzt
Arzt

@ Mensch vom Nachtdienst, ham Sie verdient.

#24 |
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Mensch
Mensch

Und für den Artikel vielen Dank! :-))

#23 |
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Mensch
Mensch

Trends aus der Pflegewelt:
Ich mag sehr gerne Nachtdienst, hin und wieder mal! Wenn wir nur eine Pflegeperson im Dienst mehr hätten (das wären schon 33 bis 50% mehr ;), bräuchte man nicht die ganze Schicht über Marathon zu rennen und könnte wenigstens eine gesetzliche Pause einhalten, wenigstens ein Brot in Frieden aufessen.
“Personalschlüssel” ist das Zauberwort – welcher in Deutschland übrigens an der Spitze in ganz Europa steht – wobei die Pflege hier im Vergleich sogar mehr zeitaufwändigere Aufgaben sowie unbezahlte Arbeit leistet. Durchschnittlich sind 10,5 Patienten pro Schwester im Krankenpflegebereich und 12,5 im Altenpflegebereich… in den meisten Pflegeheimen werden nachts 40-60 Bewohner von einer Pflegekraft betreut (für 10-12 Euro die Stunde in brutto) und wer denkt, dass die Bewohner nachts alle friedlich schlafen, hat falsch gedacht…. wenn allesamt Dement und/oder schwerstpflegebedürftig sind…. oooooh Freude :-O Manche Heime schummeln bei der PFLEGE-Personalberechnung leider auch die Putzfrau, den Hausmeister und die Heimleitung hinzu – Schönrechnung. Die Pravatisierungswelle verlangt höchste Gewinne und weiteren Personalabbau trotz Mangelzustand. Wenn Marktgesetze funktionieren würden, wie ich es in BWL studiert habe, müssten Krankenpfleger mindestens 10.000 im Monat verdienen…. was bekommen sie jetzt?: mit 25 Jahren Erfahrung und 2-3 (teilweise komplett selbst finanzierten) Weiterbildungen oder Studium Maximum 2.700. In der Altenpflege nochmal deutlich weniger. PORNO :-O
Ich möchte diesen Zustand verbessern! Der Pflege-Personal-Schlüssel muss endlich wieder Bundessache und gerecht und einheitlich bemessen werden.

Ich möchte gern weiterhin Nachtdienst machen, etwas langsamer, menschlicher. Ich wünsche mir in den 10 Stunden eine Pipi-Pause, eine Essenspause, kurz hinsetzen und durchatmen… und dass Deutschland endlich umdenkt.

#22 |
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Arzt
Arzt

Es gibt wohl kaum einen anderen AKADEMISCHEN Beruf, der auch REGELMÄßIG einen Nachtdienst erfordert. Wer das unbedingt Nabelschau nennen möchte, dem wünsche ich mal so eine freche Krankheit wie einen akuten Bauch, der sich partout NICHT an die Regelarbeitszeit hält.

Natürlich ist das Personal mitschuld, aber nicht aus Geldgier, wie hier jemand gehässig meint,
sondern weil der Mensch ein geselliges Wesen ist, das bevorzugt mit den anderen am Tag leben möchte auch im Ramen der eigenen Familie.
Es scheint so etwas wie ein Neidkomplex böser oder unzufriedener Menschen zu sein, gegen eine Berufsgruppe mit grundsätzlich sehr positiver gesellschaftlicher Funktion.

mfG

#21 |
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Medizinjournalistin

Liebe Frau Dr. Benda,

die Publikationen sind stets im Text verlinkt, hier in der ersten Zeile. Wenn Sie dort auf “Kohortenstudie” klicken, gelangen Sie hierher: http://www.ajpmonline.org/article/S0749-3797%2814%2900623-0/fulltext

Herzliche Grüße
Sonja Schmitzer

#20 |
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Dr. med.univ. Helmut Benda
Dr. med.univ. Helmut Benda

Es wäre schön, wenn Sie die Arbeit korrekt mit Titel und Autoren zitiert hätten. So ist es allenfalls Journalismus.

Dr. Benda, Idstein

#19 |
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Was Sie nicht sagen!

Wieso bilde ich mir bloß ein,
dass ich das schon vor 40 Jahren
gelesen habe?

#18 |
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Die Nabelschau der Medprofessionals ist ja schön und gut, verehrte Kollegen, doch probieren Sie bitte mal, eine 50jährige Arbeitnehmer mit versorgter KHK und Neigung zu Depressionen nach 25 Jahren Dreischicht-Betrieb aus der Nachtschicht zu helfen. Das wird auch sehr lehrreich werden…

Grüße

#17 |
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Liebe Fr. Heidschmidt !
Habe als Neurologe 28 Jahre lang Klinik-Nachtdienste gemacht, in den letzten Jahren mit Stroke unit und allen Schikanen. Bis zu 6/ Monat. Bis zu 25 h in einem Stück (oft noch länger). Dann kamen erste benigne Rhythmusstörungen, dann Vorhofflimmern. Karriereknick mit 62 Jahren und man verzichtet auf das “gute Geld”. (Jetzt wird es plötzlich auch noch gut vergütet…).
Warten Sie mal ab! Vielleicht haben Sie aber Glück und es besteht ein Unterschied zwischen Klinikarzt und Altenpflegerin.

#16 |
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Altenpflegerin

Kann ich so überhaupt nicht bestätigen, arbeite seit mehr als 25 Jahren im Nachtdienst und habe neben Problemen mit meinem Rücken, welches auch vorher schon bestand, keinerlei Schwierigkeiten. Keine Hypertonie, keine anderen inneren Erkrankungen.

#15 |
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Medizinjournalistin

Lieber Gast,

die Studie finden Sie, wenn Sie in der ersten Zeile des Artikels auf “Kohortenstudie” klicken.

Herzliche Grüße

Sonja Schmitzer

#14 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

# 11 Gast
Sie sollten den Text von P. Klein mal richtig lesen und dann erst schreiben .
wäre auch schön wenn Sie sich zu erkennen geben, nicht hinter “Gast” verstecken und nicht nur wichtig tun.

#13 |
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P. Klein, Arzt
P. Klein, Arzt

….und die Gesellschaft diskutiert nichts von Allem…die Forderungen gerade an den med. Betrieb sind immens und von werden von gefoerdert…damit betonen wir eben auch gebetsmuehlenartig Unser Aller Wichtigkeit…also weiter so….

#12 |
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Gast
Gast

Können Sie netterweise ihre Quellen angeben? Wo und unter welchem Titel wurde diese Studie publiziert?

#11 |
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P. Klein, Arzt
P. Klein, Arzt

….wie wohl Hr. Goddon….seit die BWLer und ihre mit ihnen assoziierten, liebedienerischen CAe das Ruder uebernommen haben….”die geistig, moralische Wende”….Helmut sei Dank….soll eben gemolken werden….nicht eben erst wenn das Rindviech bloekt…
…alles in d. Substanz hinreichend bekannt…auch ohne die 695- te Studie….wer erkennt sollte Erkenntnis nutzen….in diesem Sinne

#10 |
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Lieber Herr Goeb,

da haben Sie leider vollumfänglich recht: im Bereich der Ärzte und Pfleger ist der Hang zur Selbstausbeutung sehr groß. Diese Schwäche wird auch gnadenlos von unserer Politik und den akademisch aufgemotzten Buchhaltern (BWL) der Krankenhauskonzerne ausgebeutet. Wenn man dann nach einigen Jahren nicht mehr so spurt, kommt entweder die moralinsaure Ethikkeule, oder man wird nach bis zu 15 Jahren Kettenbefristungen entsorgt.

#9 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Welch ein Hick-Hack ist das denn ???
Das Problem ist doch schon Jahrzente bekannt
und wird trotzdem nicht beseitigt :

“Nirgens wird mehr Raubbau mit der Gesundheit getrieben
als bei medizinischem Personal in den Krankenhäusern ”

Die hauptschuldigen sind die Verwaltungen ( die Geld einsparen wollen )
und auch die Betroffenen selbst, die Geld ( Nachtzuschläge ) verdienen wollen.

Warum wandern so viele qualifizierte Mitarbeiter ab ???

Wir aber selbst, in unserer Erhabenheit und Wichtigkeit, geben anderen Menschen ja sooo gute Ratschläge …… und selbst …….

zu uns selbst sind wir einfach nur dumm .

#8 |
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Dr. Christina Krisch-Zehl
Dr. Christina Krisch-Zehl

warum denn immer gleich so plakativ, so im “Bild-Zeitungjargon” (bild Dir Deine Meinung…..), bin ich bei DocCheck, oder bei Medical Tribune…

#7 |
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Sehr geehrter Herr Prof. Hinrichs,

von einem Biochemiker hätte ich doch stringentere Logik erwartet. Inwiefern ignoriere ich andere Berufe, wenn doch diese Diskussion in einem Heilberufsforum stattfindet? Und daraus gleich auf elitäre Grundhaltung zu schließen, ist ebenso unzutreffend, wie polemisch.

#6 |
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Prof. Dr. Winfried Hinrichs
Prof. Dr. Winfried Hinrichs

Sehr geehrter Herr Godon,

ihre Bemerkung “Ob das irgendjemanden, außer den Betroffenen, etwa interessiert? Ist doch prima, wenn Ärzte und Pflegekräfte, …” ist zwar in der Sache nicht falsch, aber ignoriert alle andere Berufe, die Nachtschichten arbeiten dürfen und sogar noch schlechter bezahlt werden. Insofern, repräsentieren Sie mit ihrem Statement eine elitäre Grundhaltung der Ärzte, die in der Öffentlichkeit unterstellt wird.

beste Grüße
Winfried Hinrichs

———————————————————————-
Dr. rer. nat. Winfried Hinrichs
Professor and Chair of Biochemistry

University of Greifswald
Institute for Biochemistry
Felix-Hausdorff-Str. 4
D-17487 Greifswald, Germany

Tel. (+49) 03834 – 86-4356
FAX. (+49) 03834 – 86-4373
Tel. Secretary (Christiane Großmann) -4391

E-mail winfried.hinrichs@uni-greifswald.de
http://www.mnf.uni-greifswald.de/institute/institut-fuer-biochemie/molekulare-strukturbiologie.html
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#5 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass die Probleme bei Schichtarbeit eher in bei den ungeeigneten Schichtplänen als bei der Schichtarbeit an sich zu suchen sind, wie #2 bereits festgestellt hat. Am schlimmsten auf die circadiane Rhythmik wirken sich Pläne aus, die eine Anpassung der eigenen Rhythmik initiieren aber nicht abschließen lassen. Auch ein 2 wöchiger Schichtwechsel ist da eigentlich noch zu hochfrequent. Eine Alternative sind Schichtpläne, die erst gar keine Synchronisation initiieren mit täglichem oder zweitäglichem Wechsel, da dann die circadiane Eigenrhythmik weitgehend auf dem eigenen Rhythmus, Eule oder Lerche, synchronisiert bleibt.
Allerdings schwankt dann auch je nach Phasenlage der Schicht zum eigenen Rhythmus die Leistungsfähigkeit. Hinisichtlich dieser ist der schlimmste aber ebenfalls weitverbreitete Fehler, dass während der Nachtschichten oft am Arbeitsplatz mehr oder weniger Dämmerlicht herrscht. Bei niederfequentem Schichtwechsel ist die Leistungsfähigkeit, die Schlafqualität und die Umstellung der inneren Uhr am besten, wenn während der aktiven (Arbeits)Zeit eine möglichst hohe und tageslichtähnliche Lichtintensität herrscht und in der Ruhephase Lichteinwirkung möglichst weitgehend gemieden wird.

#4 |
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Ob das irgendjemanden, außer den Betroffenen, etwa interessiert? Ist doch prima, wenn Ärzte und Pflegekräfte, bedingt durch ihre ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, sozialverträglich früh ableben. Aus unserer Gesellschaft wird man, wie beim Streik 2006, wahrscheinlich sogar hören, daß man doch den Eid geschworen habe, der besage, daß man freudig seine Gesundheit und gerne auch sein Leben für die Wartung und das Wohl des aufgedunsenen Volkskörpers opfern wolle.

#3 |
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Arzt
Arzt

@MyDoomBLN ach was, man muss nicht immer so übertreiben mit der Überschrift, ist ja schrecklich. Noch angemessener wäre dann “Sterben für die Zarette” etc.

Der Mensch ist anpassungsfähig auch diesbezüglich.
Der Hauptfehler liegt beim Nachtdienst imho in dem zu schnellen Wechsel, zwischen Tag-Rhythmus und Nacht-Rhythmus. Eine Woche reicht nicht ganz zur kompletten Anpassung, kenne ich selbst von der Intensivstation, eine 2-Wochen-Schicht wäre also deutlich besser, als eine 1-Wochenschicht.
Das wichtigste ist eigentlich ein alter Hut, nämlich die Schädlichkeit des Schlafverzichts. Das schadet dem Hirn.
Dabei geht es um Qualität und nicht um die Länge des Schlafes, zuviel ist auch schlecht.

mfG

#2 |
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MyDoomBLN
MyDoomBLN

Gilt das auch für die Nachteulen wie mich? Ich meine meine innere Uhr tickt anders. Ich kann morgens nicht aufstehen, ich gehe lieber Nachts arbeiten. Es ist einfach ruhiger und für mich angenehmer..

#1 |
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