Infektiöse Endokarditis: Frühe OP rettet Leben

19. Januar 2015
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Medikamente allein reichen nicht: Patienten mit infektiöser Endokarditis haben höhere Überlebensaussichten, wenn sie früh operiert werden. Eine rein medikamentöse Behandlung erreichte unter gleichen Voraussetzungen schlechtere Werte.

Dieses Ergebnis einer weltweiten internationalen Forschergruppe wurde jetzt im renommierten Fachmagazin Circulation veröffentlicht. Meist sind Bakterien die Verursacher der selten vorkommenden Entzündung der Herzinnenhaut. Grundsätzlich kann aber jeder Mensch daran erkranken, und ohne Therapie verläuft sie meist tödlich. Welche Behandlung am aussichtsreichsten ist, untersuchte die Forschergruppe vier Jahre lang von 2008 bis 2012 anhand von Klinikdaten aus 29 Zentren in 16 Ländern. Ausgangspunkt war die Frage, warum sich der Krankheitsverlauf von Endokarditis-Patienten trotz modernster Diagnostik nicht verbessern lässt. Über bildgebende Verfahren lassen sich schon geringste Ablagerungen an den Herzklappen aufzeigen, und zwar noch bevor die Klappe zerstört ist.

Symptome meist unspezifisch

Die Symptome der entzündlichen Endokarditis sind meist unspezifisch, deshalb wird sie häufig erst spät erkannt. Wer über längere Zeit mit schwer zu lokalisierenden Entzündungen im Körper zu tun hat, sollte immer auch an das Herz denken. Wird die Entzündung diagnostiziert, verschreiben viele Ärzte zunächst nur Antibiotika, statt weiter nach der Ursache zu forschen.

Höhere Überlebensrate bei früher OP

Prof. Raimund Erbel, Herzspezialist an der Medizinischen Fakultät der UDE und Verfasser des Editorials zur Studie, meint: „Die Studie belegt, dass leider ein Viertel der Patienten, die eine klare Indikation zur OP hatten, ausschließlich medikamentös behandelt wurden. Wenn früh operiert wurde, verstarben innerhalb des Krankenhausaufenthaltes weniger als 15 Prozent der Patienten, bei den Nichtoperierten lag der Wert dagegen bei 26 Prozent. Den Zeitraum von sechs Monaten nach der OP überlebten mehr als 80 Prozent der früh Operierten, während 31,4 Prozent der Nichtoperierten nicht überlebten.“

Originalpublikation:

Association Between Surgical Indications, Operative Risk, and Clinical Outcome in Infective Endocarditis: A Prospective Study From the International Collaboration on Endocarditis
Vivian Chu et al.; Circulation, doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.114.012461, 2014

19 Wertungen (3.79 ø)

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7 Kommentare:

Medizinphysiker

Was wollen Sie denn bei noch intakter Klappe (mit Vegetation) operieren? Wollen Sie eine Kunstklappe einsetzen? Aber lassen wir es gut sein!
Danke für Ihre “Nachhilfe”.

#7 |
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Arzt
Arzt

Herr Medizinphysiker #5, es zeigt sich, dass Sie den Beitrag trotz Nachhilfe nicht verstanden haben. Ich muss allerdings #2 zupflichten, dass heute Mut dazu gehört, eine Eingriff bei einer Erkrankung durchzuführen, die TROTZ Operation noch eine Mortalität von 15% hat. Da wird sich der ein oder andere Jurist die Hände reiben, das ist doch klar. Natürlich ist das ärztlich lobenswert, ebenso wie ein riskanter Eingriff bei einem sonst sicher tödlichem Tumorleiden.

#6 |
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Medizinphysiker

Hallo Herr Gast, wer in eine Lenta-Sepsis bei noch einigermaßen intakter Klappe “hineinoperiert”, der macht einen grauslichen Fehler! Auch in der heutigen “antimedizinischen Zeit”!

#5 |
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Gast
Gast

Hallo, Herr Medizinphysiker, eine Endocarditis lenta ist auch eine Endocarditis.

“Wenn früh operiert wurde, verstarben innerhalb des Krankenhausaufenthaltes weniger als 15 Prozent der Patienten, bei den Nichtoperierten lag der Wert dagegen bei 26 Prozent.”

Es ist daher nicht die Operation, die Tote kostet sondern die Endocarditis. Ist wohl schwer zu vermitteln???
wie sagte #2,
“in der heutigen antimedizinischen Zeit”.

#4 |
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Medizinphysiker

Bei einer Endokarditis lenta zu operieren kann übrigens Tote kosten! Sagt der Medizinlaie.

#3 |
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Gast
Gast

Die Überschrift ist völlig richtig, lieber Medizinlaie @Dr. Bertram Staudenmaier!
Allerdings schon ungewöhnlich mutig in der heutigen antimedizinischen Zeit, eine Op zu empfehlen, auch wenn der Verzicht auf Ops Tote kostet.

#2 |
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Medizinphysiker

„Die Studie belegt, dass leider ein Viertel der Patienten, die eine klare Indikation zur OP hatten, ausschließlich medikamentös behandelt wurden.”
Da beißt sich doch der Hund in den Schwanz! Das ist doch klar, dass diejenigen, die eine klare Indikation zur OP haben, operiert werden müssen! Und das möglichst früh.

Die Überschrift ist irreführend, denn es gilt doch nicht allgemein, dass bei jeder Endokarditis früh operiert werden muss!

#1 |
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