Adipositas: Stigma geht unter die Haut

12. Januar 2015
Teilen

Die Vorurteile, soziale Ausgrenzung und Diskriminierung, die Menschen aufgrund ihrer Adipositas erleben, wirken wie chronische Stressoren. Die psychische Belastung durch diese Stigmatisierung kann zu Depressionen, Angststörungen und oft sogar zu weiterer Gewichtszunahme führen.

Die Mechanismen dieses Teufelskreises untersuchte Dr. Claudia Sikorski für das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen in Leipzig anhand von vorliegenden Studien zur Stigmatisierung bei Adipositas. Gerade weil Adipositas weiter zunimmt bei gleichzeitig nur wenigen wirksamen Behandlungsmöglichkeiten, ist es wichtig zu verstehen, welche Mechanismen den Erfolg von Adipositastherapien vereiteln. Die Ergebnisse erschienen kürzlich im Fachjournal “Obesity”.

Sikorski und ihr Team analysierten 46 wissenschaftliche Studien, die den Zusammenhang zwischen der Stigmatisierung von stark übergewichtigen Menschen mit psychischen Belastungen und Störungen untersuchten. “Wir finden viele Risikofaktoren, die im Bereich psychischer Störungen etabliert sind, bei Menschen mit Adipositas stark ausgeprägt. Diese Risikofaktoren sind nicht etwas Spezielles für diese Gruppe, aber Menschen mit Adipositas scheinen, auch aufgrund von Stigmatisierung, eine erhöhte Häufigkeit dieser Faktoren aufzuweisen”, sagt sie. Vor allem das in den Studien beschriebene herabgesetzte Selbstwertgefühl gilt als ein großer Risikofaktor für psychische Leiden wie Depressionen und Angststörungen.

Selbststigmatisierung erschwert Besserung

Angelehnt an Mark Hatzenbuehlers (Columbia University) Erklärungsansatz zu den Auswirkungen von Stigmatisierung bei homosexuellen Menschen entwickelte Sikorski ein Modell der Prozesse, die zur größeren Anfälligkeit adipöser Patienten für psychische Erkrankungen führen. Die Betroffenen hätten ein vermindertes Selbstwertgefühl und eine verminderte Fähigkeit zur Problembewältigung (Coping). Dazu kämen weitere Risikofaktoren wie die negative Selbstwahrnehmung, vermehrte Einsamkeit und der Mangel an sozialer Unterstützung.

Krankhaft übergewichtige Männer und Frauen nehmen außerdem Sikorski zufolge das negative Fremdbild, das sich durch die Stigmatisierung zeigt, als Selbstbild an. Experten sprechen von einem internalisierten Stigma oder Selbststigma. Gerade in einem Gewichtsreduktionsprogramm sei aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kräfte unabdingbar, denn die Therapie der Adipositas erfordere mehr als bei anderen Erkrankungen viel Kraft, Engagement und Motivation des Patienten.

Es droht ein Teufelskreis

In der Adipositasforschung hat sich gezeigt, dass die Stigmatisierung und das Selbststigma zu einem ungünstigen Essverhalten und somit zur Erhaltung oder Verschlimmerung der Adipositas beitragen. Es entwickelt sich ein Teufelskreis aus Stigmatisierung aufgrund von Adipositas, mehr sozialem Rückzug, weiterer Zunahme des Gewichts und folglich immer stärkerer Stigmatisierung. Dazu kommt häufig noch die Erfahrung von Benachteiligung und Diskriminierung im sozialen und Berufsleben.

Umgang mit Stigmatisierung sollte Therapie ergänzen

Sikorski sucht nach therapeutischen Ansätzen, wie dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann. “Für eine verbesserte Adipositastherapie ist unsere Arbeit wichtig, weil wir nicht darauf vertrauen können, dass sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Adipositas in absehbarer Zeit verbessert. Deshalb sollten wir den Betroffenen Mittel und Wege zum Umgang mit Stigmatisierung aufzeigen. Dies sollte möglichst integraler Bestandteil der Adipositastherapie werden”, erklärt die 29-jährige Wissenschaftlerin.

In einer Folgestudie befragt Sikorskis wissenschaftliches Team in Kooperation mit dem forsa-Meinungsforschungsinstitut rund 1.000 Erwachsene mit Adipositas zu ihren Erfahrungen mit Stigmatisierung und ihrem Umgang damit. Dies soll helfen, besser zu verstehen, wie Stigmatisierung erlebt wird, wie sie ihre negative Wirkung entfaltet und wie die Betroffenen damit umgehen können. Erst die wissenschaftliche Auswertung dieser Phänomene ermöglicht es dann, Leitlinien für eine wirksamere Therapie zu entwickeln, die einer evidenzbasierten Medizin gerecht werden.

Originalpublikation:

Weight stigma “gets under the skin”—evidence for an adapted psychological mediation framework—a systematic review
Claudia Sikorski et al.; Obesity, doi: 10.1002/oby.20952; 2014

15 Wertungen (3.93 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

9 Kommentare:

Hallo Frau Sonntag: Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu, bin aber nichtsdestotrotz der Meinung, dass auch Übergewicht, das aus fehlender Eigenverantwortung, mangelnder Disziplin und willkommener Annahme einer Opferrolle resultiert, keine Stigmatisierung durch andere rechtfertigt. Dass man leidende Adipöse zu Eigenverantwortlichkeit, Ernährungs-Disziplin, Sport usw. animieren muss, sollte selbstverständlich sein.

#9 |
  0
Antje Sonntag
Antje Sonntag

(Fast) jeder Mensch ist, was er isst. Die Opferrolle ist ja heute der Ausweg in fast jeder Situation von der unbequemen Eigenverantwortung abzulenken. Und – sorry – ‘überpsychologisiert’ werden diese Menschen dann aus meiner Sicht zu viel an der falschen Stelle gestreichelt. Zum Leben gehört – heute nicht mehr so üblich – eine gewisse Portion Disziplin, Struktur, Ordnung und Eigenverantwortung, auch im Ernährungsbereich. Und: Sport setzt Endorphine frei :-) und macht sicher weniger orthopädische Schäden als jahrelange gewichtsmäßige Überlastung der Gelenke..
P.S.: Schauen Sie doch mal, wer nach der Arbeit beim Bäcker reinspaziert (nicht die ‘Bohnenstangen’…)

#8 |
  1

…kurzer Nachtrag: Mit rücksichtslosen Rauchern meine ich die Rücksichtlosen UNTER DEN Raucher Ich möchte nicht so missverstanden wissen, dass ich Raucher generell für rücksichtslos halte.
Solche Rücsichtlosigkeit zeigt sich besonders beim Rauchen in Gegenwart von Kindern, in Wohnungen, in denen Kinder leben und auch bereits beim Zeugen von Kindern durch Raucher, da keine Zweifel mehr an der negativen Epigenom-Alteration durch Rauchen bestehen.

#7 |
  0

Hallo Herr Arzt: Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich stimme Ihnen in den allermeisten Punkten völlig zu, sehe auch bei vielen (stark) übergewichtigen eine Selbstverantwortung und stimme Ihnen zu, dass sie ihre Lebensgewohnheiten hinterfragen müssen, bevor sie “anklagen” – bei Rauchern, die nicht einsehen wollen, dass z. B. auch ihre Gelenkbeschwerden durch ihre Sucht getriggert werden, finde ich das noch extremer. Mir geht es nur darum, auszudrücken, dass es kein “Recht auf Stigmatisierung” von Menschen gibt, solange diese anderen keinen Schaden zufügen (zumindest die rücksichtslosen Raucher überschreiten bereits diese Grenze – Adipöse nicht).
Sie haben Ihre Erfahrungen mit Magersüchtigen beschrieben. Mich wundert etwas, dass sie nur das längst überholte Bild zeichen: junges Mädchen/Frau, Magerwahn, Angst vor der Rolle als Frau. Das ist nach heutigen Forschungsstand überholt, weil grob vereinfachend. Die Betroffenenzahlen von männlichen Patienten – auch im deutlich höheren Lebensalter, die keinerlei “Angst” vor ihrer Männerrolle haben, wächst ständig (Dunkelziffer schambedingt sehr hoch). Dass Anorexie längst keine Volkskrankheit ist wie (deutliches) Übergewicht, ist klar. Problematisch ist die Magersucht-Entwicklung trotzdem.
Was die durchschnittliche Intelligenz von Magersüchtigen betrifft, haben Sie mich – glaube ich – falsch verstanden. Ich stimme Ihnen völlig zu, dass Anorektiker(innen) meist überdurchschnittlich intelligent, sehr leistungsorientiert und gewissenhaft sind und bei bestimmten “gewichtsabhängigen” Sportarten (z. B Skifliegen) ist Magersucht ja fast “Berufskrankheit”. (Die körperliche Leistungsfähigkeit sinkt natürlich mit dem körperlichen Verfall, wobei die verbleibende “Restleitungsfähigkeit” selbst schwerst Kachektischer erstaunlich ist). Das den Magersüchtigen aufgesetzte Stigma erkennt aber diese Leistungsfähigkeit nicht an, sondern behandelt Sie wie “intellektuell Unterbelichtete – was ein sehr verletzender Angriff auf die Meschenwürde bedeutet. Da sind meine Erfahrungen wirklich anders als die Ihren.
Den Vergleich zum Alkohol find ich wie Sie auch schwierig, da man gut ohne Alk leben kann – ohne Essen aber nicht. Das richtige Maß zu finden (ich betone hier auch immer wieder die Bedeutung einer täglichen, adäquaten Bewegungsdosis) ist das A&O.
In dem, was sie sonst über die heutigen Gewohnheiten zu Quantität und Qualität der Nahrungsaufnahme schreiben, bin ich ganz bei Ihnen. EIGENVERANTWORTUNG ist da ein ganz wichtiger Punkt. Die eine “one size fits all Ernährung” gibt es nicht, weil jeder Mensch als Inividuum, seine eigenen Lebensweise, seinen eigenen Stofwechsel, eigene Verträglichkeiten und auch eigenen Geschmack hat. Die Mühe muss sich jeder machen, die für ihn passende Ernährungsweise zu finden. Allgemeine Empfehlungen zur gesunden Ernährung sind sicher hilfreich. Aber in letzter Konsequenz ist adäquate Ernährung eine individuelle Sache. Und die teils so missionarisch vertretenen “Spezial-Strategien” – ob low carb, Paläo, vegan, RAW oder frutarisch – mögen manchen glücklich machen – “massentauglich” sind sie nicht.
MfG

#6 |
  0
Arzt
Arzt

Hallo Herr Dr. Graf Norm und “normal” im Sinne eines “Mittelwertes” ist medizinisch ein Kompliment, auch wenn viele subjektiv sich unbedingt nicht zum “Durchschnitt” zählen wollen. Was Sie von Anorexie erzählen, das ist ja recht selten, auch wenn viel darüber gesprochen wird, kann ich aus der Praxis absolut NICHT bestätigen. Die sind eher überdurchschnittlich leistungsfähig, ich hatte auch eine Leistungssportlerin dabei.
Das gleiche gilt intellektuell (Studium). Sie benötigen ganz sicher psychologische Hilfe. Der entscheidende Anfangsschritt ist die Einsicht in die eigene Krankhaftigkeit, die ist zunächst nicht vorhanden, man wünscht sich mager, möchte auch nicht “Frau” werden. Hier gibt es auch eine deutlich erhöhte Mortalität, nicht unähnlich den Pop-Stars.
Dazu gehört auch die Bulämie.
Ganz anders liegt die Sache beim Übergewicht. Hier kann ich primär keine Krankheit erkennen. Im Gegensatz zum Alkoholtrinken ist Nahrungszunahme erforderlich und grundsätzlich normal. Weil ich hauptsächlich solche Menschen behandelt habe, weis ich sehr wohl, dass nicht alle Menschen gleich sind und dass es ganz überwiegend KEIN subjektives “Verdienst” der Schlanken ist, dass sie schlank sind, sie haben ein besser funktionierendes “Sättigungssystem”, das einer Mehrheit fehlt.
Schon Ratten im Labor oder andere Tiere werden automatisch übergewichtig, wenn man ihnen “ad libitum” Futter anbietet.
Gerade das ist sozusagen biologisch die Ausnahme, essen musste man sie “früher” erarbeiten, wenn mal besonders viel da war, hat man “auf Vorrat” gegessen. Das konnte und kann der heute “Schlanke” nicht.
Vieles bei unserer Nahrungsaufnahme ist auch “rituelle” Routine mit fest eingebauten Nahrungspausen auch wenn der Hunger fehlt und darüber hinaus noch diese idiotischen Empfehlungen “ständig zu essen” (5x am Tag etc.), eine Psychologentodsünde, dem Rat suchenden Menschen das zu sagen, was er gerne hören möchte.
Man ist also als Übergewichtiger kein “Opfer” von anderen, sondern man muss seine Nahrungsaufnahme kritisch hinterfragen, von der Menge, von der Frequenz und von der Zusammensetzung.
Wer will, kann das, ich habe es ausprobiert. Gruppenbildung, die sich gegenseitig motivieren, ist dabei sicher ein großer Vorteil.
Den Sonderfall der morbid obesity BMI>40 möchte hier weg lassen.
Jammern über “Stigmatisierung” nützt nun gar nichts und führt eher zur Resignation.
Es gibt überaus sympathische und auch beruflich erfolgreiche Übergewichtige.
Die haben genau deshalb auch ihre Anerkennung.
Wie beim Rauchen ist aber auch eine “soziale” Stufenleiter vorhanden, wirklich nicht überraschend.
Mode und andere gesellschaftliche “Trends” sehe ich dagegen wesentlich kritischer, denn es gibt hier Meinungsmacher und eher verordnete Einschränkung von freier Meinung. Dazu gehört übrigens auch das industrialisierte Nahrungsangebot.
Essen selbst zubereiten ist out, mein noch nicht 3-jähriger Sohn bekommt (von privat) angelieferte Fertignahrung in einer städtischen Kita, obwohl eine Küche und eine “Köchin” da ist, ich habe mich mit ihr darüber unterhalten.
Übergewichtige Schulkinder kennen überhaupt keine regelmäßige gemeinsame “Hauptnahrung” in der Familie mehr.
Nach RKI ist der “Trend” bei Erwachsenen im Gegensatz zu Kindern aber nicht so negativ. Fitnesbestrebungen haben leicht zugenommen. Gesundheit ist nicht alles.

#5 |
  0

zu#3: Hallo Herr Arzt: Ästhetik ist eine sehr individuelle Sache. Geschmacklich liege ich hinsichtlich der von Ihnen beschriebenen Damen und Herren ganz auf Ihrer Linie, aber es zwingt mich doch niemand hinzusehen – chacun à son goût!
Ihre Meinung, Anorektiker würder nicht stigmatisiert, teile ich NICHT. Was kachektischen Menschen in der Öffentlichkeit allein schon verbal hinterhergerufen wird (“Halbleiche”, automatisches Duzen und “AIDSi” sind das Harmloseste), ihre Schwierigkeiten bei der Stellensuche (ich meine keine Bewerbung als “Möbelpacker” o.ä.) und vor allem die Aburteilung als intellektuell unterentwickelt sind kaum geringer als bei stark übergewichtigen. Es sind halt nur längst nicht so viele.

Sie schreiben ferner, Normen seien nicht willkürlich – sondern?? Wer legt denn fest, was regelgerecht ist, welches Gewicht “gesellschaftsfähig” ist und welches nicht? Sie sagen, die Tendenz gehe dahin, “alles zu erlauben”. Wo möchten Sie denn die Grenze ziehen bei Kleidung, Rasur und Gewicht? So etwas lässt sich doch nicht gesetzlich regeln. Die von Ihnen als nicht willkürlich eingeschätzen Normen ändern sich doch ständig im Laufe der Geschichte, weil sie willkürlich von”Trendsettern” gesetzt werden. Früher galt Übergewicht als Wohlstandssignum und füllige Frauen als Schönheitsideal. Dass das aus gesundheitlicher Sicht kontraproduktiv ist, steht außer Frage. Aber darauf nehmen gesellschaftliche Normen keine Rücksicht.
“Die” Psychologen gibt es genausowenig wie “die” Ärzte. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit manchen Psychologen “überpsychologisieren”. Aber dass Essstörungen – gehen sie nun in die anorektische, die adipöse oder noch andere Richtungen – eine erhebliche psychopathologische Komponente haben, ist doch meines Wissens unstrittig und auch von Ärzten (Psychiatern) akzeptiert. Natürlich ist vernünftiges Essen (+Bewegung) kein Geheimnis – für einen Depressiven ist auch Lachen kein Geheimnis. Aber die Umsetzung ist das Problem, weil die Essstörungen (rsp. Depression) ja selten Primärerkrankung, sondern Symptome tiegferliegender Probleme sind (sicher nicht bei jedem “Abnormen”, aber bei vielen). Wenn Sie schreiben, ein Adipöser braucht keinen Psychologen, sondern nur den Willen abzunehmen, mag das für manche zutreffen. Aber ist das eine ausreichende Methode, Stigmatisierungen zu unterbinden, indem man die Opfer “zur Flucht” auffordert ? Man kann natürlich sagen, wenn es keine Dicken mehr gibt, können sie auch nicht mehr stigmatisiert werden. Aber das ist doch in gewisser Weise eine Kapitulation vor den Stigmatisierern, die sich dann verstärkt ihren anderen “Opfern” zuwenden.

#4 |
  0
Arzt
Arzt

zu#2 Die Ausnahme ist eher der schlanke Mensch, “Magersüchtige” werden eher bedauert als “stigmatisiert”. Die Psychologen wollen wirklich alles psychologisieren und natürlich “behandeln”. “Normen” sind nicht “willkürlich”, der Mensch ist nun mal ein “gesellschaftliches Wesen” (Aristoteles) und er legt selbst sehr viel Wert auf “Anerkennung” durch andere. Wer davon besonders “abhängig” ist, hat es sicher nicht leichter. (Schauspieler sterben früh!)
Die heutige “gesellschaftliche” Tendenz ist doch eher “alles” zu erlauben. Frauen sind nie so hässlich rumgelaufen wie heute. Männer rasieren sich nicht mehr. Manche Kleidung sieht eher wie Schlafanzug oder Unterwäsche aus.
Aber klagen, …. dass man nicht genug geliebt wird.
Vernünftig essen ist kein großes Geheimnis, dazu benötigt man weder Illustrierte noch einen Psychologen, sondern in erster Linie den Willen etwas zu ändern.
Dafür ist wohl der Leidensdruck meist nicht ausreichend.

#3 |
  0

Traurige Wahrheit, aber sind diese Erkenntnisse neu? Die Dicken, die Magersüchtigen, die mit anderer Hautfarbe, die Homsexuellen und vor nicht allzulanger Zeit noch die Linkshänder. Stigmatisierung ist kein neues und kein Adipositas-spezifisches “Teufelskreis”-Problem. Abweichung von einer willkürlichen Norm wird nur allzugern als Zielscheibe und Ventil für eigene Unzulänglichkeiten genutzt. Ob uns “Leitlinien für eine wirksamere Therapie, die einer evidenzbasierten Medizin gerecht werden” da soviel weiterbringen, Stigmatisierung einzudämmen, bezweifle ich. Die “Stigmatisierer” (die bräuchten Therapie) wird man damit kaum erreichen, allenfalls ihren “Opfern” helfen, ihr Stigma besser zu ertragen – ein schwacher Trost.

#2 |
  0
Gast
Gast

immer die andern!

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: