Krebs: Alternativmedizin, nachsitzen!

26. Januar 2015
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Weltweit wächst das Patienteninteresse für alternative und ergänzende Verfahren zur sogenannten Schulmedizin. Insbesondere im onkologischen Sektor erfreuen sich alternative Methoden großer Beliebtheit. Allerdings birgt das Begehren auch beträchtliche Risiken.

Nach der oralen Verabreichung eines Amygdalin-Präparats endete der alternative Ansatz bei einem vierjährigen Jungen jäh mit einer Blausäure-Vergiftung. Die Gabe des Antidots Natriumthiosulfat führte rasch zu einer Besserung, sodass der Junge nach zweitägiger stationärer Behandlung wieder entlassen werden konnte. Nach mehrfachen Rezidiven eines anaplastischen Ependymoms (WHO Grad III) war das erkrankte Kind in der palliativen Situation mit Amygdalin behandelt worden. Amygdalin ist ein toxischer Inhaltsstoff zahlreicher Kerne von Steinfrüchten und wird unter dem irreführenden Namen „Vitamin B17“ angeboten – es handelt sich bei Amygdalin nämlich keineswegs um eine lebenswichtige Substanz. Unter enzymatischer Spaltung durch Bakterien im GI-Trakt wird lebensgefährlicher Cyanwasserstoff freigesetzt.

Anlässlich dieses Vorfalls wies die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) kürzlich auf die Gefahr einer Cyanid-Intoxikation nach oraler Amygdalin-Behandlung hin. Nach der Auffassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) müsse die Wirksamkeit von Amygdalin in der Krebstherapie als widerlegt gelten, da keine Untersuchung nach den Qualitätsstandards der evidenzbasierten Medizin einen Nutzen nachweisen konnte. In Anbetracht der erheblichen Toxizität stuft das BfArM Amygdalin stattdessen als bedenkliches Arzneimittel ein und erklärt die Abgabe unabhängig von einer ärztlichen Verordnung für unzulässig.

Shooting Star Alternativmedizin

Die Begrifflichkeiten zur Komplementär– und Alternativmedizin sind weiterhin uneinheitlich definiert – im englischsprachigen Raum haben sie immerhin die Abkürzung CAM (Complementary and Alternative Medicine) für sich beanspruchen können. Ihre Inhalte erfreuen sich jedoch trotz spärlicher Studienlage wachsender Beliebtheit. Disziplinen wie die sogenannte Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ayurveda oder die Homöopathie stellen längst keine Randerscheinung mehr dar, sondern sind in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit getreten.

In Europa befasst sich längst jeder zweite Bürger mit alternativmedizinischen Angeboten. Nach Angaben des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sind die Deutschen bei der Inanspruchnahme sogar der europäische Spitzenreiter. „Die Bürger sind der Motor für CAM. Ihre Bedürfnisse und Meinungen sind die Schlüsselpriorität“, hob Wolfgang Weidenhammer hervor, Projektkoordinator des EU-Projekts „Roadmap for European CAM research“ (CAMbrella).

Die zunehmende Popularität alternativer und komplementärer Methoden beschäftigt Fachgesellschaften und ärztliche Gremien weltweit. In einer unlängst auf der Jahrestagung der Clinical Oncology Society of Australia (COSA) präsentierten Erhebung des Peter MacCallum Cancer Centre in Melbourne warnen die Wissenschaftler vor dem unkritischen Gebrauch komplementärmedizinischer Mittel in der Krebstherapie. Die Projektleiterin und Pharmazeutin Sally Brooks erläuterte, dass diese Produkte mit konventionellen Medikamenten interferieren würden. Auf diese Weise könne beispielsweise eine Chemotherapie in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt oder in ihrer Toxizität gesteigert werden.

Das beste beider Welten

Das Risiko alternativmedizinischer Maßnahmen bestehe jedoch vor allem in der unzureichenden Kommunikation und Kooperation der verschiedenen Akteure. Bedauerlicherweise sprächen Patienten zu selten mit ihren Ärzten darüber und die behandelnden Ärzte fragten häufig nicht, sagt Dr. Ken Harvey von der Monash University in Melbourne. Laut einer Erhebung der Berliner Charité sind sich 57,9 % der Anwender komplementärmedizinischer Mittel nicht der Wechselwirkungen mit konventionellen Medikamenten bewusst: „Unsere Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie dringend der Schulterschluss zwischen konventioneller und komplementärer Medizin erfolgen muss“, mahnt Michael Teut von der Charité.

Zu diesem Zweck hat eine Arbeitsgruppe der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) das Programm „Komplementärmedizin für Krebspatienten“ ins Leben gerufen, an dem sich auch die Techniker Krankenkasse (TK) beteiligt. „Heilversprechen, die wahre Wunder in Aussicht stellen, gibt es in der begleitenden Krebstherapie viele. Leider kann man nur den wenigsten davon tatsächlich Glauben schenken“, bedauert die Onkologin Jutta Hübner von der Arbeitsgruppe der DKG.

Das neu geschaffene Angebot beinhaltet umfassende Informationen für Patienten und Ärzte gleichermaßen und ist bemüht, das Dickicht alternativmedizinischer Verheißungen in der Krebstherapie zu lichten. Im Zentrum stehen dabei detaillierte Informationen zu zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen und Heilpflanzen. Darüber hinaus bietet das Programm ausführliche Hinweise zur Anwendung naturheilkundlicher Maßnahmen bei den häufigsten Beschwerden im Rahmen der Krebstherapie: „Wir wollen den Betroffenen das Rüstzeug für ihre persönliche Entscheidung an die Hand geben. Sie sollen selbst fundiert entscheiden können, auf welche komplementärmedizinischen Maßnahmen sie setzen möchten – und worauf sie tatsächlich besser verzichten“, resümiert Jutta Hübner.

Evidenz umständehalber gesucht

Obwohl es bisher nur wenige wissenschaftlich valide Studien in diesem Bereich gibt, sind sich diese doch zumindest in einem Punkt einig: Alternative Therapien sollten in der Onkologie nicht anstelle konventioneller Behandlungen angewendet werden. In einer Untersuchung mit an Brustkrebs erkrankten Frauen ließ sich im Vergleich zur Standardtherapie unter alternativmedizinischer Behandlung ein signifikanter Anstieg des Rezidiv-Risikos sowie der Mortalität beobachten. Eine klinisch signifikante Beeinträchtigung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ergab sich in einer prospektiven Studie von Yun et al. an terminal erkrankten Krebspatienten, die der Alternativmedizin den Vorzug vor der konventionellen Behandlung gaben. Der massenhafte Gebrauch komplementärer und alternativer Medizin stehe daher in keinem Verhältnis zur äußerst limitierten Evidenz der Wirksamkeit, beklagt Brooks.

Allerdings zeichnete sich in manchen Studien zumindest in Ergänzung zur konventionellen Behandlung ein Nutzen der Alternativmedizin ab. In einer aktuellen Studie verglichen Yang et al. die Kombination aus dem Tyrosinkinase-Inhibitor Gefitinib und chinesischer Pflanzenheilkunde mit Gefitinib bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Dabei ließ sich eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien und des medianen Überlebens feststellen. Darüber hinaus geben andere Studien Hinweise auf einen Nutzen der Alternativmedizin bei der Behandlung von Tumorschmerzen und Nebenwirkungen wie Schlafstörungen und Müdigkeit oder Flushing. Schwachpunkte vieler Studien sind die zu geringen Gruppengrößen und Beobachtungszeiträume. Die wissenschaftliche Gemeinde fordert daher mehr randomisierte, kontrollierte Studien in diesem Bereich.

Auftrag an die Forschung

Vor dem Hintergrund des augenscheinlichen Stellenwerts komplementär- und alternativmedizinischer Leistungen und der unzureichenden Datenlage sieht sich die Forschung in diesem Bereich immer mehr in der Verantwortung: „Es ist wichtig, gerade in diesem Therapiebereich die Forschungsanstrengungen zu intensivieren“, fordert Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BPI. Dass die Forschung in diesem Bereich stark vernachlässigt wurde, hänge maßgeblich damit zusammen, dass sie an den Hochschulen kaum verankert sei. „Wir brauchen daher auch in Deutschland […] eine Forschungsförderung, die dem Stellenwert der Alternativmedizin gerecht wird“, fordert Gerbsch.

181 Wertungen (3.83 ø)

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97 Kommentare:

Gast#95
Gast#95

@Christian Löffler
Nein, zur Diskussion über Bestrahlung oder Chemotherapie ist es gar nicht erst gekommen!
Die Krebsverdachtsdiagnose war ja noch gar nicht histologisch gesichert, sie wurde allerdings deutlich vom Arzt gegenüber der Krankenschwester ausgesprochen, letztlich war sie ja auch genau wegen dieser Frage zu ihm gekommen und er hat VOR weitergehender therapeutischer Maßnahmen erst eine solche Sicherung vorgeschlagen (wie vorgeschrieben!),
mit der (psychologisch) immer nie ganz ausgeschlossenen Hoffnung, es könnte ja auch gutartig sein, um die Schwester nicht gleich zu schocken.
Zu dieser PE ist sie dann schon nicht mehr gekommen, (trotz Nachfrage, weil sich der erfahrene Arzt selbst der Diagnose sicher war und besorgt war warum sie nicht wiederkam.)
… bis zu dem geschilderten Extremstadium, das man heute schon sehr selten zu sehen bekommt.

#97 |
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Christian Löffler
Christian Löffler

Lieber Gast,

ich kann mir nicht vorstellen das die Krankenschwester wegen der Behandlung des HPs gestorben ist, sondern weil Sie vielleicht die Chemo/Bestrahlung abgelehnt oder abgebrochen hat. Ein Heilpraktiker der eine 3jährige Ausbildung, z.B. an einer Fachverband-Heilpraktiker-Schule, gemacht hat und in einem Fachverband ist würde NIEMALS auf die Idee kommen eine Patientin zu überreden eine Chemo/Bestrahlung abzubrechen bzw. abzulehnen. Ein seriöser Heilpraktiker würde ergänzend die Patientin unterstützen. Problematisch ist natürlich wenn die Patientin von vornherein eine Chemo/Bestrahlung ablehnt und meint der Heiler wirds schon richten.

Herzliche Grüße,

Christian Löffler
HPA

#96 |
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Gast
Gast

@Dr. med. Susanne Bihlmaier bei Brustkrebs haben Sie die Alternative zwischen Operation Bestrahlung, Chemotherapie und antihormoneller Therapie, falls sicherheitshalber vorher abgeklärt ist ob der Tumor hormonell ansprechbar ist.
Kennen Sie noch andere Alternativen?
Ich habe erlebt, dass eine Krankenschwester bei Brustkrebs in weniger als 2 Jahren tot war, weil sie von einem Heilpraktiker behandelt wurde, obwohl man den Tumor richtig wachsen sehen konnte und sie zum Schluss auch noch gelb wurde wegen Lebermetastasen.

#95 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Interessant: wo darf denn überhaupt weltweit ein Studiendesign “Standardtherapie versus Alternativtherapie” bei Brustkrebs durchgeführt werden? Im westlichen Raum jedenfalls nirgends.
Zukunft hat der komplementäre, d.h. unterstützende Einsatz von Verfahren der Erfahrungsheilkunde/Naturheilkunde, was z.B. aktuell in einer Studie in Heidelberg erforscht wird.

#94 |
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Erika Zahn
Erika Zahn

Dankeschön, Arzt!

Ich mach mal meine Hausaufgaben und nehme mir Ihre Informationen zur Brust und recherchiere. Vielleicht traue ich mich auch den Onkologen des Patienten anzurufen.

Herzlichsten Dank für Ihre Hilfe,
Erika Zahn

#93 |
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Arzt
Arzt

noch deutlicher:
B12 darf man massiv “überdosieren”
Folsäure darf man nicht.

#92 |
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Arzt
Arzt

Nachsatz:
damit es nicht missverstanden wird,
B12 kann man massiv überdosieren, (Serumkontrolle möglich)
Folsäure nicht.
Sind periphere Paraesthesien oder richtige Nervenschäden durch B12-Mangel eingetreten,
bilden sie sich nicht mehr vollständig zurück.

#91 |
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Arzt
Arzt

Hallo Frau Zahn, donnerwetter, darüber habe ich selbst jahrelang nachgedacht und recherchiert.
Es ist offensichtlich nicht so, im Gegenteil, Folsäuremangel begünstigt sogar Ca-Entstehung (Mamma-Ca, ColonCa).
Es scheint daher so etwas wie ein biologisches Prinzip zu sein, dass die optimierte Zellsynthese NICHT den Tumor füttert, sondern eher davor schützt. Denn Tumorwachstum IST gestörte Zellsynthese, gestörte Mitochondrienfunktion etc..
Folsäure ermöglicht DNA Synthese ohne die auch B12 unwirksam ist.
Zu beachten ist, dass die Wirkung auch durch:

Methotrexat
Trimethoprim (z.B. in Cotrimoxazol)
Phenytoin
Triamteren

vermindert bzw. aufgehoben wird,
http://flexikon.doccheck.com/de/Folsäuremangelanämie

Methotrexat z.B. IST Chemotherapie.
Es ist daher sinnvoll IMMER beides zu kombinieren.
Womit man noch nicht all zu viel ließt, ist die Überdosierung von Vitaminen.
Die Daumenregel, man könne wasserlösliche Vitamine nicht überdosieren ist sicher falsch, auch für Vit.C davor möchte ich ausdrücklich warnen (->Oxalsäure -> Nephrokalzinose oder schlimmeres), bei oraler Zufuhr gibt es so etwas wie einen Überdosierungsschutz für Vit.C, der bei iv.-Gabe ausgeschaltet wird.
Folsäure kann eher überdosiert werden wie B12
Gruß
und viel Erfolg!

#90 |
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Erika Zahn
Erika Zahn

Lieber Arzt,

Ich spritze neben Vitamin D usw. auch B-Vitamine, habe aber bisher Folsäure immer weggelassen, weil ich mir nicht sicher bin, ob nicht auch das Tumorwachstum damit wieder angeregt wird.
Über Informationen wäre ich sehr dankbar.
Herzliche Grüße,
Erika Zahn

#89 |
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Arzt
Arzt

@HP – Anwärter, bravo!
Nur noch eine Kleinigkeit:
Das Wort “Alternativ” würde ich eher meiden, denn es ist eher nichtssagend, weil es das selbst verständlich auch innerhalb der “Medizin” gibt. Richtig und wichtig ist bei schwerer Allgemeinbelastung (Anämie etc.) immer die “supportive Therapie” die sicher nicht wenige Okologen etwas vernachlässigen, obwohl es eigentlich immer dazu gehört.
Die Ernährung gehört ja auch dazu, weil bei der Chemotherapie (und Bestrahlung) auch die Darmoberfläche sehr leidet, gerade “Rohkost” wird dann überhaupt nicht vertragen.
Richtig ist auch, dass die “Schulmedizin” eine eindeutige pharmakologische “Schlagseite” hat, genau genommen stammt aber ein Großteil der Medikamente aus der “Natur”, vom alten Digitalis (Fingerhut) angefangen bis zur modernen Chemotherapie (Taxane von der Eibe).
Die “Trennung” ist eher “finanzieller” Natur, es geht um die Patentierbarkeit, die Geld bringt und damit auch viel gründlichere Untersuchungen über Wirksamkeit und Nebenwirkung.
Auch der Arzt ist daher etwas behindert mit “natürlichen” Wirkstoffen zu arbeiten, wozu z.B. unverzichtbar Folsäure und Vit.B12 bei der Anämie gehört oder auch Vit.D,
wobei die Krankenkasse schon Schwierigkeiten macht.

Freundliche Grüße

#88 |
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HP – Anwärter
HP – Anwärter

Ein paar Gedanken vom HP – Anwärter

Als PTA habe ich angefangen und mache nun mittlerweile die Ausbildung zum HP nebenberuflich, wobei mir auch befreundete Ärzte zur Seite stehen.
In meiner Praxis werde ich später ausschließlich supportiv tätig sein, mir würde niemals einfallen dem Patienten von einer dringenden OP abzuraten.
Da ich auch in der Onkologie gearbeitet habe, weiß ich welch furchtbare Gesichter der Krebs haben kann.
Wer als fertiger HP tatsächlich glaubt, solche Erkrankungen seien ausschließlich mit Naturheilmitteln zu heilen, hat wohl nicht richtig aufgepasst!
Ich bin sehr froh, dass ich jetzt neben der pharmazeutischen auch eine medizinische Ausbildung machen kann, das ergänzt sich sehr gut.
Meiner Meinung nach ist der Heilpraktiker eher ein Unterstützer, der nach bestem Wissen und Gewissen den Patienten auf seinem Weg zu unterstützen hat.
Meine Erfahrung in der Onkologie zeigt, dass Patienten mit der Kombinationstherapie (z.B Cyclophosphamid plus MCP plus Ingwer) deutlich weniger Nebenwirkungen aufwiesen als die Patienten, die dies nicht wollten.
Auch in der Zeit zwischen den Infusionen kann die Alternativmedizin eine deutliche Verbesserung des Allgemeinzustandes erreichen, ein Beispiel ist hier die Weihrauchtherapie.
Die Betonung liegt hier auf Linderung der Nebenwirkung und Unterstützung der ärztlichen Therapie.
Das denke ich macht den Beruf aus!

#87 |
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Dr. Frank Bollig
Dr. Frank Bollig

@Frau Zahn
Bei allem Respekt. Ich glaube nicht, dass der behandelnde Onkologe seine Therapiepläne en Detail mit Ihnen durchspricht.
Betreffend MCP: i. v., Tabletten, Retard Tabletten, Suppositorien.
Für Details der Therapie erkundigen Sie sich bitte beim behandelnden Onkologen oder nächstgelegenen Apotheker.
Im Übrigen gebe ich Herrn Dr. Bayerl recht. Eine supportive psychologische Therapie ist unerlässlich. Dafür kann auch die Homöopathie genutzt werden.
Viele Grüße, F. Bollig

#86 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Liebe Frau @Erika Zahn, MCP ist selbstverständlich nicht verboten, gerade nicht bei der “supportiven Tumortherapie” es ging dabei um Dosisfragen und Nebenwirkung insbes. bei Kindern.
Dass eine aggressive systemische Tumortherapie eine supportive Therapie geradezu erfordert, ist völlig richtig, die Alternative ist der nicht seltene Therapieabbruch, womit gleichzeitig sozusagen der Tumor gewonnen hat.
Insofern ist Ihre Tätigkeit sehr verdienstvoll, auch Psychologen sehen hier Tätigkeitsbedarf.
Schlimmer ist es allerdings, wenn HPs die geplante Tumortherapie, auch Ops torpedieren, was ich erlebt habe mit katastrophalen Folgen.
Hierfür wird ein Arzt bestraft,
ein HP groteskerweise nicht.

#85 |
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Erika Zahn
Erika Zahn

Lieber Herr Dr. Bollig,

ich habe Sie schon verstanden. Nein, die Therapie wurde nicht modifiziert, auch nicht nach Auftreten der Nebenwirkungen.
Eine Wirkung des homöopathischen Mittels völlig auszuschließen übersteigt sebst Ihre Kompetenz. Nicht Wasser, Herr Bollig, eher Saccharose :-)
Übrigens, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin­produkte (BfArM) hat die Zulassung von Metoclopramid-Tropfen (MCP) widerrufen:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=51910
Gute Alternativen sind:
Payagastron:
http://www.weber-weber.de/cms/weber/index.php?ELEMENT=11830&cSID=b34437fa4cacf606e088c5210a22b9af
und Iberogast von Steigerwald.

Das soll´s von meiner Seite dann aber auch gewesen sein.
Herzliche Grüße,
Erika Zahn

#84 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Danke für Ihre Antwort.
Meine Frage war eigentlich, ob NACH der ersten Chemotherapie bzw. nach Auftreten der unerwünschten Wirkungen die Therapie modifiziert wurde (z. B. Dosis, adjuvant Folsäure, MCP, etc.). Das würde ich für eine mögliche Erklärung für die Verringerung der Nebenwirkungen halten, neben einem Gewöhnungseffekt und psychologischen Effekten. Eine spezifische Wirkung des Homöopathikums (= Wasser) ist ausgeschlossen. Siehe hierzu auch die diversen Beiträge anderer Mediziner hier im Forum, welches Sie ja nach eigener Aussage schon tagelang aufmerksam vefolgt haben.
Viele Grüße, F. Bollig.

#83 |
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Erika Zahn
Erika Zahn

Lieber Herr Dr. Bollig,

in dem Fall, habe ich Nux Vomica als Einzelmittel in der Dosis C30 gegeben, da das Mittel auch hinsichtlich anderer Übereinstimmungen im Mittelbild passt.

Komplexhomöopathie und Klassische Homöopathie sind an sich unterschiedliche Verfahren. Bei der Klassischen Homöopathie geht es darum, für den Patienten das passende Konstitutionsmittel zu finden, was eine sehr ausführliche und zeitaufwändige Anamnese und Repertorisierung, sowie genügend Erfahrung mit den Mittelbildern erfordert.
Das mag mit einer der Gründe sein, warum oft Komplexhomöopathika eingesetzt werden, da mehrere Mittelbilder auf einmal abgedeckt werden. Für mich ist das Homöopathie schulmedizinisch angewandt, also symptombezogen oder “mit Schrotkugeln auf Spatzen schießen”. Was nicht bedeutet, dass man dabei den Spatzen nicht trifft. z.B. habe ich natürlich Schwierigkeiten im Repertorium ein Symptom wie: ” Brennende Vene nach Chemotherapie ” zu finden. In dem Fall nutze ich z.B. Traumeel, weil es mehrere Symptome bzw. Mittelbilder abdeckt. Ich behalte mir vor, beide Verfahren zu nutzen.
Zu Ihrer letzten Frage, ja, die Dosis der Chemotherapeutika wurde anhand der Kreatinin-Werte festgelegt und in diesem Fall erhöht, die Bestandteile nicht.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
Erika Zahn

#82 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Frau Zahn
Ich freue mich, dass der erwähnte Patient einen guten und engagierten Onkologen hat und dass die Chemotherapie anscheinend ganz gut angeschlagen hat.
Drei Fragen an Sie:
– Haben Sie dem Patienten wirklich Nux Vomica gegeben (in welcher Dosierung)? Oder meinen Sie eine homöopathisches Fertigmischung, z. B. von Heel?
– Wie stehen Sie zu der Tatsache, dass Hahnemann Kombinationen von Verdünnungen verschiedener Stoffe strikt ablehnte, aber in vielen Fertigmischungen zahlreiche Verdünnungen kombiniert sind?
– Wissen Sie, ob der behandelnde Onkologe im Verlauf der Therapie die Zusammensetzung der Chemotherapie modifiziert oder die Dosis bestimmter Bestandteile geändert hat? Möglicherweise als Reaktion auf die Nebenwirkungen?

#81 |
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Erika Zahn
Erika Zahn

Liebe Forumsmitglieder:

Ich verfolge die Diskussion schon seit einigen Tagen und möchte gerne ein Praxisbeispiel mitteilen:

Vor einigen Minuten bekam ich einen Anruf meines Patienten
(Männlich, 37 J,Primarius Dünndarm, Lebermetastasen, G3, neuroendokrine Merkmale, Chemotherapie),
den ich nach Absprache mit dem behandelnden Onkologen begleitend zur Chemotherapie behandle (Vitamin C, Mistel, Antioxidantien, Mariendistel usw.)
Der Patient spricht gut auf die Chemotherapie an, die Tumore haben sich zum innerhalb 2 Monate mehr als halbiert. Das war nicht zu erwarten.
Wichtig finde ich auch, dass der Allgemeinzustand des Patienten gut ist. Allerdings hatte er bisher nach der Chemotherapie unter neurologischen Ausfällen gelitten (Geruchsinn, Augen, Ohren…). Daraufhin habe ich ihm Nux Vomica gegeben, ein homöopathisches Mittel, das bei Folgen von Medikamenten verabreicht werden kann. Er berichtet heute, dass er mit Nux Vomica während und nach der letzten Chemotherapie keinerlei neurologische Ausfälle hatte. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber solche Berichte machen mich glücklich und ich freue mich mit dem Patienten, dass er die Zeit nach der Chemotherapie besser überstanden hat. Den Tipp habe ich übrigens von einer Onkologin aus Berlin bekommen. Ich bin sehr dankbar für die konstruktive Zusammenarbeit.

Auch das mag in Ihren Augen ein Einzelfall sein, aber mir genügen die positiven Erfahrungen in meiner Praxis, um mich nicht durch unreflektierte Negativmeinungen und Vorurteile entmutigen zu lassen.
Mit herzlichen Grüßen,
Erika Zahn

#80 |
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Arzt
Arzt

@Dr.Fischer, die operative Entfernung eines solchen Tumors, beseitigt ihn tatsächlich, das ist keine Einbildung!

#79 |
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Arzt
Arzt

Richtig, nur lässt sich so ein maligner Tumor leider nicht mit “Psychotherapie” behandeln,
der schlicht zu dumm dafür.
Leider ist es nicht verboten, das trotzdem zu versuchen, für Geld.
Selbstmord ist ja auch nicht verboten, ebenso wie Mithilfe dazu.

#78 |
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Dr. Frank Bollig
Dr. Frank Bollig

@Herr Fischer, #75
Ich finde, in der ersten Hälfte Ihres Beitrages beschreiben Sie wunderschön den Placeboeffekt.
Danke dafür!

#77 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Durchaus richtig Herr Fischer, solange das jeder privat für sich macht und nicht zu Lasten der Solidargemeinschaft. Dort hat Esoterik keinen Raum, im Privaten sehr wohl.
Wissenschaft ist gar nicht so schwierig. Beispiel dafür?
These 1: Promovierte ( Ärzte) leiden an Schlafstörungen. Beweis: die Uhrzeiten der gesandten Kommentare promovierter (Ärzte) versus Uhrzeiten der Kommentare anderer Teilnehmer. Signifikant mit p < 0,01.
These 2: Nichtärzte haben mehr Tagesfreizeit als Ärzte. Beweis s. oben. Auch signifikant.
Was will mir das sagen? Neben der Signifikanz stellt sich immer auch die Frage nach der Relevanz einer Beobachtung. (-;

#76 |
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Mitarbeiter Industrie

ich zweifle sehr daran, dass man dem, was heilt, wirklich wissenschaftlich beikommen kann. Es gibt ja keine Theorie des Fühlens, nicht mal den Ansatz einer Idee dazu. Man weiß nicht, was es heißt, an etwas zu glauben, man weiß nicht, was die Präsenz oder Autorität des Arztes ausmacht, in welch letztlich hypnotischen Kontexten man arbeitet, was Spontanheilung ausmacht, woher diese kommt. Vielleicht ist Homöopathie eine Art und Weise, die innere Gewissheit des verabreichenden Arztes zu präparieren, die dann einen Effekt macht, wie manchmal ja ein Wort einen Effekt macht. Wie will man diesen, auf der Bedeutungsebene vollziehenden Geschehnissen wissenschaftlich beikommen. Sie sind nicht wissbar. Sie deshalb für unwissenschaftlich und somit nichtig zu erklären, wäre verschenktes Potenzial. Und wenn man umgekehrt bedenkt, wie viele wissenschaftliche Studien im Nachhinein revidiert, relativiert oder sogar widerrufen werden, kann man dem Ruf nach mehr Wissenschaft auch nicht vertrauen. Man weiß schlicht nicht, wann man mehr weiß. Vermeintliche Evidenz durch Mittelungsprozesse über widersprüchliche Aussagen herbeizuführen, beseitigt diese Widersprüche nicht. Echte Fortschritte in der Medizin erfordern vielleicht einen ganz anderen Angang, der auch dem intuitiven Handeln am einzelnen Menschen mehr Raum bietet.

#75 |
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Studentin der Humanmedizin

Und noch zu Frau Ade, Beitrag #16 (ergänzend zum Beitrag #26 von Dr. Lorenz, und weil wir nun einmal gerade bei Wikipedia sind):

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenthal-Effekt

…man muß also nur selbst dran glauben, allein das kann schon einen Effekt auf Tiere haben…

#74 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@ Herrn Hermann
Lesen Sie die Wikipedia Artikel vollständig oder nur die Teile, die in Ihr Weltbild passen?
Ich empfehle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie#Kein_Nachweis_der_Wirksamkeit

(sie haben mit Wikipedia angefangen;-))

#73 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Herrn Dr. Lorenz
Als zweites empfinde ich Ihre Kritik an Frau Friedrich (Beitrag 3) sowohl inhaltlich, als auch vom Ton her überzogen (und die Andeutung von geschichtlichen Parallelen für unangebracht). Ich kann in diesem Zusammenhang auch nicht erkennen, wo Frau Friedrich über den “Wert eines Menschenlebens schwadroniert”.
Ich möchte hier noch mal auf meinen ersten Beitrag Bezug nehmen und durchaus die Frage in den Raum stellen, ob es sinnhaftig und wirtschaftlich gerechtfertigt ist, Patientinnen mit Mamma-Ca für Kosten im fünfstelligen Bereich mit Avastin zu behandeln, obwohl eine Verlängerung der Überlebenszeit nach neueren Studien fraglich ist und die Lebensqualität durch die Nebenwirkungen in einigen Fällen sogar deutlich verschlechtert wird. Ich glaube das war der Punkt, den Frau Friedrich zum Ausdruck bringen wollte (wobei sie sich da mit drei Monaten Lebenszeitverlängerung sehr unglücklich ausgedrückt hat, denn das ist sicher schon eine Menge für die Betroffenen).
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir diese Wirtschaftlichkeitsdiskussion offen führen müssen (das Gegenteil wäre heuchlerisch), da….
1. es in meinen Augen unethisch ist, Millionen für Therapien mit fraglichem oder relativ geringem Nutzen auszugeben. Dieses Geld kann an anderer Stelle vielleicht effektiver Leiden mindern, Leben retten, etc.
2. es uns alle gemeinsam (den “Staat“) weniger erpressbar macht, was die Preisgestaltung der Pharmaindustrie anbetrifft. Wir müssen auch das Recht haben dürfen, mal Nein zu einem Medikament zu sagen, wenn uns die Kosten, im Vergleich zum Nutzen, überzogen erscheinen. Und das, ohne gleich die Moralkeule über den Schädel zu bekommen.
Mit herzlichen Grüßen,
Frank Bollig

#72 |
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Gast
Gast

@HPA Michael Hermann, ein gewisser Dr. Samuel Hahnemann ist ein Kapitel aus der Geschichte der Medizin des 18. Jahrhunderts mit ihren Irrungen und Wirrungen, wie der weit verbreitete Aderlass, der auch auf eine FALSCHEN theoretischen Vorstellung begründet wurde.
Es ist Rückschritt und Kulturschande dass heute im 21.Jahrhundert noch angewendet werden darf, es sollte von der staatlich reichlich vorhandenen gesetzlichen Gesundheitsüberwachung und Förderung verboten werden.
Dieser Zustand zeigt nur, dass Gesetzgeber und Überwacher Laien sind.
Was “Schulmedizin” bedeutet, können sie inhaltlich sicher nicht definieren. Dass das irgendwo von irgend jemand gelehrt wird, reicht nicht zur Definition.
Eine Kulturschande!
mfG

#71 |
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Dr. Frank Bollig
Dr. Frank Bollig

Sehr geehrter Herr Kollege Lorenz, ich schätze Ihre Artikel sehr und stimme mit Ihnen in weiten Teilen über ein. Zwei Anmerkungen möchte ich machen:
Die Angiogenesehemmer als Revolution zu bezeichnen, halte ich für deutlich zu hoch gegriffen. Sie sind ein Baustein in der Therapie bestimmter Krebserkrankungen, aber unter einer Revolution verstehe ich doch was anderes. Neuere Studien und Nebenwirkungsprofile bestätigen nicht in vollem Umfang die Ergebnisse aus den Zulassungsstudien. Folgerichtig hat die FDA, wie Ihnen sicherlich bekannt sein dürfte, die Zulassung von Avastin für das metastasierte Mamma-Ca wieder zurück gekommen. Gruß, F. Bollig

#70 |
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@ Herrn Herman

Ob Sie sich nun wirklich oder nur öffentlichkeitswirksam verabschieden: Homöopathie bleibt dieselbe, egal wie man das Kind nennt: Hokuspokus.
Sie können noch so wettern gegen die Allopathie. Sie bleibt am Ende aller Tage übrig. Warum? Weil beweisbar.
Die übrigen Beleidigungen Ihrer Entgegnung können Sie sich sparen.

#69 |
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HPA Michael Hermann
HPA Michael Hermann

@Dr. Lorenz, Dr. Berndt

Interessant, dass sie das Wort “allopathisch” so unreflektiert und dann auch noch in so einem Zusammenhang nutzen…
Hier bei Wikipedia, um es für Sie beide mal ganz einfach zu gestalten, finden Sie zum einen die Definition von Allopathie, als auch ganz kurz ein paar Infos zu Dr. Samuel Hahnemann, die erahnen lassen, was für ein genialer Mediziner er war.
Zitat aus Wikipedia:

Allopathie (von altgriechisch ἄλλος állos ‚anders beschaffen, verschieden‘ sowie πάθος páthos ‚Leiden‘)[1], auch Allöopathie, war ursprünglich eine Bezeichnung Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, für bestimmte nicht-homöopathische Behandlungsmethoden. Später weitete Hahnemann den Begriff auf alle damals etablierten, an medizinischen Schulen gelehrten Therapieformen (die „bisherige Arzneischule“) aus, die von Hahnemann pejorativ auch „Schulmedizin“ genannt wurden. Gegenwärtig wird das Wort Allopathie analog zu Schulmedizin eher allgemein gegen die wissenschaftliche Medizin verwendet, gelegentlich auch von Befürwortern anderer Therapieansätze, die der Homöopathie widersprechen.

Da sich für Hahnemann Krankheiten als Komplex von Symptomen darstellten, unterschied er die von ihm beobachteten medizinischen Behandlungsmethoden folgerichtig nach ihrer Stellung zu den Symptomen in homöopathisch, isopathisch, antipathisch/enantiopathisch/palliativ und all(ö)opathisch:

Die homöopathische Methode versucht, Krankheitssymptome mit solchen Arzneien zu heilen, die ähnliche Symptome hervorbringen (similia similibus curentur).
Die isopathische Methode versucht, den gleichen Stoff, der die Krankheit verursacht, zur Heilung einzusetzen. Sie bewirkt laut Hahnemann die Verschlimmerung der Krankheit.
Die antipathische Methode versucht, mit solchen Arzneien zu heilen, die der Krankheit entgegengesetzte Symptome hervorbringen (contraria contrariis). Diese „Regel der uralten medizinischen Schule“ bezeichnet Hahnemann als bloß beschwichtigend (palliativ), weil sie nur kurzfristig das Gegenteil bewirke (z. B. schlaflose Patienten durch Mohnsaft für eine Weile schläfrig mache) und die Lebenskraft schwäche.
Die allopathische Methode versucht, mit solchen Arzneien zu heilen, die etwas völlig anderes, unterschiedliches als das am Patienten Beobachtete bewirken. Mit dieser Bezeichnung kritisierte Hahnemann den aus seiner Sicht konzeptlosen Umgang der damaligen Schulmedizin mit oft mehreren vermischten Substanzen, die in ihrer Wirkung nicht am Symptombild des Patienten, sondern auf eine vermutete Ursache ausgerichtet waren. Ihre Wirkung sah Hahnemann im Hervorbringen zusätzlicher, künstlicher „Arznei-Krankheiten“, die zur ursprünglichen Krankheit hinzutreten und diese verkomplizieren. Zitat Ende
Und jetzt verabschiede ich mich wirklich aus diesem Forum, in dem sich manche ja am liebsten selbst beweihräuchern.

#68 |
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@ Herrn Bogdany

“gute Grundahnung”
Sehen Sie, das ist Ihr Zitat über medizinische Kenntnisse.
Sollten wir “Schulmediziner” gegenüber der KV, der Krankenkasse, gegenüber den Patienten wirklich glaubhaft gegenübertreten mit einer “guten Grundahnung”?
Man würde uns in der Luft zerreißen. Nicht “gute Grundahnung” ist bei uns Grundlage der Behandlung, sondern Wissen aus einem 6-jährigem Studium und einer mindestens 4-jährigen Spezialisierungszeit. Also 10 Jahre vs. einer “gute Grundahnung”.
Alternativmediziner dürfen aber mit einer “guten Grundahnung” gegen Bezahlung kranke Menschen behandeln.
Eine “gute Grundahnung” rechtfertigt nicht, in das Leben von Menschen einzugreifen.
Dazu gehört ein bißchen mehr meines Erachtens.

Sie machen allerdings einen sehr engagierten und so gesehen kompetenten Eindruck. Vergessen Sie nicht die vielen schwarzen Schafe, die sich hier auch schon verewigt haben.

#67 |
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Phytotherapeutische Ansätze gibt es jede Menge, diese sind auch absolut ernstzunehmen. Sie müssen aber allopathischen Grundsätzen folgen und in Studien nachvollziehbar sein. Die Natur hat sicher noch jede Menge “Schätzchen” im Verborgenen, die es gilt, zu heben.
Wer aber einem schwer kranken Patienten verspricht, ihn mit “Hokuspokus” zu heilen, der soll bitte schweigen.

#66 |
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Die Diskussion driftet ein bißchen ab.

Vielleicht sollten wir uns konzentrieren auf das, was nach allgemein anerkannten wissenschaftlichen Kriterien bewiesen oder nicht bewiesen bzw. verworfen ist:
Amygdalin hat in einem ersten Artikel des Deutschen Ärzteblattes 1982 schon keine Wirksamkeit nachgewiesen, sondern im Gegenteil nur toxische Wirkungen. Die Bezeichnung Vit. B 17 ist sogar absurd.
Dies wurde erneut bestätigt in einem Artikel des DÄB Ende 2014: http://www.aerzteblatt.de/archiv/165584/Arzneimittelkommission-der-Deutschen-Aerzteschaft-Aus-der-UAW-Datenbank-Cyanid-Intoxikation-nach-oraler-Amygdalin-Behandlung
Unter “normalen Umständen” müsste man also über die Anwendung dieser Substanz wie auch von Quecksilber und anderen hochgefährlichen Stoffen nicht mehr diskutieren.

Sämtliche auch hier diskutierte “Studien”, welche keine Kontrollgruppe einschließen, die den vermeintlich wirksamen Stoff nicht bekamen, sondern kein “echtes” Placebo, müssen logischerweise abgelehnt werden, weil alle Studieneffekte nicht über die 20% Placeboeffekt hinausgehen.

Ozontherapie ist ein Reizthema für jeden Schulmediziner, auch Injektion von diversen Dingen wie Thymusextrakten usw.

Ein bodenständiger Bayer würde dazu sagen: Einen Guten bringts nicht um, um einen anderen wärs nicht schad’.

Die “Potenzierungstherorie” der Homöopathie dürfte längst ad absurdum geführt worden sein, dafür gibt es nicht nur keinen wissenschaftlichen Anhalt, sondern auch zahlreiche Gegenbeweise. Allein angesichts der Diskussionen über Arzneimittelreste (Rückstände) im Trinkwasser, die nicht durch die normalen Wasseraufbereitungen erfasst werden, dürfte diese Diskussion längst erledigt sein.

Wenn die Homoöpathie bei bestimmten Patienten wirkt, würde sie genauso bei der Verabreichung von Zuckerpillen wirken, weil der Placeboeffekt ganz grundsätzlich nicht zu unterschätzen ist.

Das ist es. Placeboeffekt – 20%, die immer für den “Heiler” sprechen.

#65 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Wo lassen Sie denn Ihre tumorspezifische NK-Zytotoxizität messen? Zufällig bei Ganzimmun in Mainz? Die haben ja so einiges an Untersuchungen exklusiv, was kaum ein anderes Labor in Deutschland anbietet, z. B. auch den Borrelien LTT. Beiden Verfahren fehlt jeglicher Nachweis der Korrelation mit irgendeinem Krankheitszustand.
Beenden wir’s. Sehr gerne.
P. s. Ja, ich halte die Immunmodulation und Stimulation durch orthomolekulare Substanzen und Organpeptide auch für nicht bewiesenen Schwachsinn (Bezugsgröße, wie hier wiederholt dargelegt, die Auswirkung auf das Krankheitsgeschehen, nicht auf irgendwelche Laborwerte).

#64 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Dann sind wir ganz einfach unterschiedlicher Meinung. Zur Nk-Geschichte. Natürlich sagt die Erhöhung der NK Zahlen erstmal nichts, aber die Erhöhung der NK-Tumorlyserate schon. Es geht in einer derartigen Messung nicht um quantitative Größen oder Lymphozytendifferenzierung, sondern um Aktivitätsstimmulierung und qualitative NK-Zellleistung. (Zytotoxizität, nicht Zellmenge) Wenn Sie mir Hühnerbrühe i.v. verabreichen bekomme ich natürlich eine Immunantwort und Zellerhöhung, das schließt aber nicht eine höhere (Tumor-)Lyserate mit ein. Ich denke sehr wohl, dass die Bestimmung der tumorspezifischen NK-Zytotoxizität und die darauffolgende Stimulation Sinn macht. Es wird schließlich labortechnisch die Tumorzelllyserate bemessen und wie diese steigerbar ist. Kann mir nicht vorstellen das dies keinen Aufschluss über Antitumorimmunität gibt.
Anderes Bsp.: Bei einem Patient mit allerg. Rhinitis stellt man einen TH2-Switch fest mit stark erhöhtem IL4. Daraufhin folgt ein IL4 Hemmtest und es zeigt sich eine optimale Hemmung auf den Normalwert mit z.B. Silymarin. Patient nimmt die vom Laborarzt empfohlene Dosis und hat eine deutliche Minderung der Symptome.
Die Studien dafür suchen Sie vergeblich, das kann ich Ihnen gleich sagen. Funktionieren tut es trotzdem, bzw. keiner hat das Gegenteil bewiesen und solange man in Sachen Onkotherapie den ärztlichen Entscheidungen nicht in die Quere kommt, sondern Zuasammenarbeitet, sehe ich auch kein Problem. Im Gegenteil. Um die Zusammenarbeit ging es hier schließlich ursprünglich.

Wenn es Ihnen nichts ausmacht würde ich die Diskussion hier als sinnlos anerkennen und beenden, Sie dürfen auch gerne das letzte Wort haben. Ich denke, dass Sie ohne Studien keiner der Behandlungsstrategien auch nur ansatzweise akzeptieren oder offen für neue Konzepte sind, sondern diese strikt ablehnen, weil diese nicht aus der zeitgenössischen Lehrmeinung bestehen, oder einer randomisierten, doppelblinden etc. Studie entspringen. Diese Studien müssen erst noch gemacht werden, aber wie soll man auf eine Nischentherapieformen aufmerksam machen und Studien dafür provozieren wenn diese abgelehnt werden und nicht verantwortungsvoll praktiziert werden? Da sollten sich wieder beide PArteien an der eigenen Nase greifen. Leider sind so die Parteien wieder ein klein wenig auseinandergedrifftet, schade, das Gegenteil wäre wünschenswert. In dieser Richtung kam von Ihnen leider recht wenig.

Desweiteren ist meine Motivation nicht mit Pendelschwingern, unverantwortlichen Homöopathen, Abbetern und Therapeuten in eine Schublade gesteckt zu werden, die leider oftmals von grundlegenden schulmedizinischen, anatomische, physiologischen und pathologischen Gegebenheiten keine Ahnung haben und fortbildungstechnisch nur stur Ihrem Fachbereich folgen. Und davon gibt es im komplementärmedizinischen Sektor viele. Das fängt bei der Unfähigkeit ein simples BB zu lesen an und hört bei absolut wirren Heilsversprechen auf.
Sie würden mich wahrscheinlich in die gleiche Schublade einordnen, aber das muss ich mir aufgrund “mangelnder Studien und Praxis von Erfahrungsmedizin” wohl gefallen lassen.
Ich habe eine klassisch Homoöpathische Ausbildung durchlaufen und eine gute Grundahnung des sehr interessanten Konzepts. Ich halte Sie jedoch aufgrund eigener Erfahrungen mit Patienten einfach nicht für wirkungsvoll, bzw. nur eindeutig wirkungsvoll, wenn Patienten nach einer homöopathischen Behandlung verlangen. Außerdem entspringt die Homöopathie einem zum Teil völlig überholten Medizinsystem, dass so heute nicht mehr tragbar ist. Ich denke trotzdem, dass Sie einen berechtigten Stellenwert hat, da Sie manchen Patienten offensichtlich hilft! (ob Placebo hin oder her) Wichtig ist mir nur der verantwortungsvolle Umgang.
TCM praktiziere ich in meiner Praxis selbst. Jedoch basieren die Wirkprinzipien nicht auf der Ideologie der klassischen TCM.
Ich stelle mich auch nicht als den “besseren” Heilpraktiker hin, sondern versuche einen Mittelweg zwischen Traditionsheilkunde und Lehrmedizin zu beschreiten, da ich der Meinung bin, dass Patienten davon profitieren und dies die Zukunft der Komplementärmedizin ist.

#63 |
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Heilpraktiker

Wow. Die Zeit, die hier verschleudert wird, könnte man im richtigen Leben für richtige Dialoge und ein Miteinander der einzelnen Professionen verwenden. Zum Fortschritt der Medizin und des Patientenwohls – sicher könnten hier alle in irgendeiner Form voneinander lernen. Stattdessen passiert genau das, was immer passiert, wenn der gute, alte Button »Alternativmedizin« gedrückt wird. Ermüdend.

#62 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Lieber Dr. med. Frank Bollig,

Naja, dann bleibt uns als Quintessenz wenigstens der gegenseitige Respekt übrig. Zur Studienlage gebe ich Ihnen natürlich recht, diese steckt im Bezug auf Ozon noch in den Kinderschuhen, trotzdem sind meiner Meinung nach die bisherigen Ergebnisse ausreichend um eine Wirksamkeit, im Sinne von stofflicher Messbarkeit, die über einen Plazeboeffekt hinausgeht, zu postulieren. Ich erlebe es in der täglichen Praxis selbst, ob Laborveränderung, Viskositätsveränderung der Erythrozytenrollen im Mikroskop, oder klinische Veränderung. Das hat nichts mit anekdotischen Berichten zu tun, sondern das sind Tatsachen, die gleichen Tatsachen wie in den unter anderem von mir erwähnten “Studien”. Die flächenhafte Ausarbeitung fehlt allerdings.
Eine Argument-Gegenargument-Diskussion, wie Sie es in Ihrem SLE Fall beschreiben, zu führen, scheint mir also nicht möglich, wie Sie absolut korrekt anmerken. Die aktuelle Studienlage lässt dies einfach nicht zu.
Internetdatenbanken wie Pubmed oder auch ScienceDirect führen mittlerweile diverse “Studien” zur Ozontherapie (“Ozone autohemotherapy induces long-term cerebral metabolic changes in multiple sclerosis patients” (Molinari et al.); oder “It is time to integrate conventional therapy by ozone therapy in type-2 diabetes patients” usw von (Bocci et al. (Bocci hat mehrere gute Publikationen)), aber wie schon angesprochen, sind diese noch nicht ausreichend repräsentativ, was aber NICHT bedeutet, dass diese keine Daseinsberechtigung oder Wahrheit in sich tragen, meiner Meinung nach. Der Ozoneinsatz in der Zahnmedizin ist da schon besser dokumentiert und erforscht.
Letztendlich ist die Diskusionsebene, wie Sie schon sagten, nicht die gleiche. Ich will Sie schließlich nicht von der Wirkung des medizinischen Ozons überzeugen, sondern lediglich daraufhinweisen das es Ergebnisse mit positivem Ausgang für diese Therapie definitiv gibt und diese in der Praxis auch reproduzierbar sind. Den von Ihnen, ich denke dringend benötigten Beweis, kann ich Ihnen nicht liefern, ich hoffe jedoch dies in der Zukunft zu können, da wir v.a. in Sachen Onkologie jede Möglichkeit ausschöpfen sollten. (natürlich nicht auf Kosten der Patienten)
Nur aus reinem Interesse und ohne Ihnen auf den Schlipps zu treten, halten Sie die Immunmodulation und Stimmulation durch orthomolekulare Subsatnzen und Organpeptiden auch für nicht bewiesenen Schwachsinn, oder würden Sie einschlägige Laborbefunde als passabel ansehen.

Freundliche Grüße in homöopathischen Dosen…

#61 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Herrn Bogdany:
Zwei Punkte möchte ich noch nach tragen:
1. Ich möchte sagen, dass ich mich mit der NK-Zellmessung ganz gut auskenne, weil wir selbst Lymphozytendifferenzierungen durch führen.
Eine Erhöhung der NK-Zellzahl besagt in Bezug auf das Tumorgeschehen erstmal rein gar nichts. Wahrscheinlich taugt es noch nicht mal als Surrogatmarker, da kein gesicherter statistischer Zusammenhang besteht (Sie wissen, was ein Surrogatmarker ist, oder?).
Eine NK-Zell Erhöhung bekommen Sie vermutlich auch, wenn Sie sich Schwarztee, Hühnerbrühe oder sonstwas in die Venen injizieren, was eine Immunstimulation hervor ruft. Entscheidend für den Wirksamkeitsnachweis ist aber nicht die NK-Zell Erhöhung, sondern der Nachweis, dass kein Rezidiv auf tritt (oder später), dass das Tumorwachstum verlangsamt wird, die Überlebenszeit verlängert wird, etc..
Es ist mir ein Rätsel, wie Sie in diesem Zusammenhang ernsthaft schreiben können “Studien sind in dieser Hinsicht belanglos“ und das mit der Messung der NK-Zellen begründen.
2. Im Nachhinein frage ich mich, was eigentlich Ihre Motivation ist, sich so klar von Homöopathie und TCM abzugrenzen, und dafür andere unbewiesene Therapieprinzipien hier so anzupreisen (und sich damit als den “besseren” und evidenz-basierteren Heilpraktiker hinzustellen.
Ich zitiere Sie nochmal:
“Es ging dabei keineswegs um Homöopathie, TCM oder sonstige “fragliche” Pseudowissenschaften, sondern um Behandlungsmethoden, deren Validität sich einer guten (aber noch nicht ausreichenden) Studienlage erfreut. (orthomolekulare Medizin, Frischzelltherapie, Ozon-Sauerstofftherapie, natürliche NK-Zell-Stimulation usw.; selbstverständlich als komplementäre Behandlung zu den allg. Leitlinien und nicht als Monotherapie)”.
Für alle o. g. Methoden sehe ich nach wie vor keine wissenschaftliche Evidenz.

#60 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Lieber Herr Bogdany,
erstmal vorweg meinen herzlichen Dank dafür, dass Sie sich der Aufgabe gestellt haben und sich die ganze Mühe gemacht haben. Das verdient meinen vollen Respekt.
Ich finde es auch gut, dass Sie scheinbar die klassische Studie (prospektiv, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert und begutachtet im Peer Review Prozess) als das entscheidende Mittel zur Evidenzgewinnung anerkennen. Da sind Sie unter den Heilpraktikern tatsächlich ein Einzelfall und eine positive Ausnahme.
Nun zu Ihren Quellen: Die Aufzählung lässt es leider nicht zu, sich die Studien wirklich im Original anzuschauen (anekdotische Berichte von Kongressen, zusammen gefasst in der Dissertation XY, erwähnt in Buchbeiträgen, etc.).
Wenn eine Studie nur ein klitzekleines bisschen Niveau hat und in irgendeinem Fachjournal publiziert wurde (inkl. komplementärmedizinischen Journalen), sollte sie gelistet sein in einer Datenbank wie z. B. Pupmed.
Nur können Sie nicht mir die Arbeit zuschieben, die Originalzitate heraus zu suchen (falls überhaupt vorhanden). Das müssen Sie schon selber leisten, wenn Sie mich überzeugen wollen, dass die genannten Therapien einen medizinischen Effekt haben (was ich nach wie vor bezweifle, von psychologischen Effekten abgesehen).
Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel: Ich behaupte, dass man bei einem SLE (Systemischen Lupus Erythematodes) Mycophenolat-Mofetil (MMF) einsetzten sollte (insbesondere wenn die Niere entzündet ist). Ich würde MMF auch den Vorzug geben gegenüber Azathioprin, welches derzeit noch bevorzugt eingesetzt wird. Sie sagen dann: “So ein Quatsch, MMF wirkt doch gar nicht bei SLE“. Ich mache dann nicht lange rum und zitiere: “Dooley MA et al., N Engl J Med. 2011 Nov 17, Mycophenolate versus azathioprine as maintenance therapy for lupus nephritis“. Mit zwei Mausklicks können Sie sich die Originalstudie runter laden oder ich schicke sie Ihnen per Email zu. Wie Sie wollen. Dann können Sie Argumente liefern wie z. B.: “Der Vergleich zwischen den beiden Substanzen war nicht gut, weil von Substanz A würde die Hälfte der sonst üblichen Dosis eingesetzt………usw. und so fort“
Nur von dieser Diskussionsebene sind wir leider bei den von Ihnen genannten Therapien Lichtjahre entfernt. Dazu bräuchte man überhaupt mal Studien in der Originalfassung, die über anekdotische Berichte hinaus gehen (10 Leute behandelt und dann mal die HBV Viruslast gemessen ist KEINE Studie).
Schließlich sagen Sie, dass man nicht in der Lage wäre, gute Studien durchzuführen wegen fehlender “Patentierbarkeit, Rentabilität und Interesse“. Es gibt doch inzwischen gut finanzierte komplementärmedizinische Institute, sogar an den Unikliniken und auch entsprechende Stiftungen (z. B. Carstens-Stiftung). Außerdem gibt es inzwischen einen riesigen komplementärmedizinischen Wirtschaftszweig mit Milliardenumsätzen. Das Geld und auch das Interesse an Wirknachweisen sind garantiert da. Nur das Interesse an GUTEN, placebokontrollierten Studien in der Regel nicht. Wenn diese im Ansatz durchgeführt werden, deuten sich halt immer Negativergebnisse an. Und dann erlischt das Interesse sehr schnell, Geld für gute Studien auszugeben (für Ergebnisse, die man nicht haben will).
Zusammenfassung: Statt Butter doch leider nur Margarine mit einem Fettanteil in homöopathischer Verdünnung.

#59 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. med. Frank Bollig

Entschuldigen Sie meine verspätete Antwort. Nun zu Ihrer Butter.
Noch einmal vorne weggenommen um nich mit zweierlei subjektivem Maß zu messen. Ich habe mich mit “guter” Studienlage für Sie wahrscheinlich unverständlich ausgedrückt, da die Konzeption solcher Dinge natürlich im Auge des Betrachters liegt und – ohne Ihnen irgendetwas zu unterstellen – viel damit zu tun hat, ob der Leser aufgeklärt werden will, oder einfach gerne gegen anders denkende wettert. “Gut” im Sinne von “befriedigend” war also nicht gemeint, sondern im Sinne von “ein Anfang ist gemacht”, oder “vielversprechend” und es besteht noch großer Klärungsbedarf. Jedoch ist es fraglich ob großangelegte Studien in vielen dieser Gebiete (die ich aufzählte, ich distanziere mich nochmals von der Homöopathie usw.) überhaupt jemals durchführbar sind, da Patentierbarkeit, Rentabilität und Interesse definitiv maßgebliche Größen einer groß angelgten Studie sind. Über die Absicht von Pharmafirmen über Großstudien lässt sich leider nur spekulieren, die Tatsache, dass ein jeder sein Medikament an den Mann bringen will und komplementäre Konkurrenz eher unerwünscht ist, spielt aber mit Sicherheit eine nicht unerhebliche Rolle in der Studienlage.
Also, bei den Studien handelt es sich leider meist um kleinere, innerklinische, oder Dissertationen. Das Problem dieser Studien ist, dass Sie meist mit zu kleinen Probandengruppen durchgeführt wurden. Dennoch ergeben Sie vielversprechende (“gute”) Ergebnisse und diese Lage als “hanebüchend” zu bezeichnen halte ich für etwas anmaßend.
Ozon-Sauerstoff-Therapie: In der Humanmedizin gibt es Zahlreiche, vielversprechende/beweisende Arbeiten zur Wirksamkeit des medizinischen Ozons, ich selbst habe viel Erfahrung in der Therapieform.
Zu den Studien:
Behandlung der pAVK: Rokitansky hat von ca 1975-80 sehr gute Erfolge aufweisen können. (Die Ozontherapie bei peripheren, arteriellen Durchblutungsstörungen: Klinik, biochemische und blutgasanalytische Untersuchungen in Wasser.Berlin, Ozon-Weltkongress 1981; oder z.B.; Klinik und Biochemie der Ozontherapie. Hospitalis 1982; oder; Elektronenmikroskopische Untersuchungen an Kapillarendothelzellen nach Ozon-Sauerstoff-Applikation im Tierversuch. OzoNews 1984
Der Italiener Mattassi, Gefäßchirurg, (1981) kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie der vorherige Mediziner. Bedauerlicherweise ist keine der Studien placebokontrolliert, was von beiden Seiten (Anwender und Gegner) gefordert wird. Es gibt jedoch viele kleinere Studien in Klinik und Praxis mit über 500 dokumentierten Fällen. Ganz ordentlich zusammengefasst wird das ganze in der Dissertation von Dr. Wilfried Jürgen Müller 2007, Uni Bonn.
Behandlung Diabetes Typ 2 und dessen Komplikationen:
z.B. Leon et al. (2005) über die Behandlung des oxidativen Stresses und die Abnahme der Superoxidradikale, sowie die Begasung des Ulcus cruris
Virale Infektionen:
In einigen Studien konnten Viruslast und Billirubinwerte bei Hepatitis B Patienten signifikant gesenkt werden. Zum Beispiel KNOCH HG,ROSCHKE W,KLUG W. Die Sauerstoff-Ozontherapie in der Proktologie.
In: Forstmann P et al. Aktuelle Koloproktologie. Vol 4, Nymphenburg, Münch
en, 1987; oder; Mawsouf, Tanbouli et al. 2004; oder; Dorstewitz 1981. Dazu gibt es viele, auch auf andere Viren bezogen (HIV, div. Herpesviren)
Auch in der Immunologie/Onkologie gibt es zahlreiche, wegweisende Studien zum Thema Ozon. Verringerung der Neoangiogenese im Umfeld von Tumorzellen, Induktion von immunmodulierenden Zytokinen, Hochregulation des Antioxidanssystems, Sensibilisierung chemoresistenter Tumorzellen oder antikarzinogene Effekte, es gibt viele Effekte des medizinischen Ozons, zu dem es Studien gibt. Lesen Sie selber nach wenn Sie es so nicht glauben (wollen). Natürlich bedarf es einer größer angelgten Studie, ob das jemals passieren wird ist aber fraglich, wegen der oben genannten Gründe.
Frischzelltherapie:
Zur Wirksamkeit von Thymuspeptiden oder Leber/Milz-peptiden in Immunologie/Onkologie und anderen Bereichen (Dermatologie z.B.) gibt es ebenfalls zahlreiche Erkenntnisse und Beweise. Vor allem in Zytokininduktion und TH2 Shift gibt es labortechnisch tagtäglich in vitro/in vivo Beweise. Immunsteigernde Aktivität der dendritischen Zellen nach s.c. Thymusinjektion wurde nachgewiesen.
NK-Stimulation / T-Zell-Modulation /Orthomolekulare Medizin/Nahrungsergänzungmittel:
Substanzen wie z.B. Boswellinsäuren, Aminosäuren, Curcumin, ALA, Mistel, Zink, Resveratol, Selen oder Medizinalpilze lassen sich alle labormedizinisch vorher in vitro und nachher in vivo austesten. Ob das im Sinne einer TNF-alpha Blockade, oder IL4 Hemmung, usw. stattfindet sei mal dahingestellt. Genauso bei einer NK-Stimulation. Da brauch ich keine Studien die mir das belegen, ob es bei dem jeweiligen PAtienten funktioniert oder nicht; das sehe ich am Laborbefund vorher und nachher und an an der Klinik. Studien, z.B. zur TNF-alpha Blockade mit Weihrauch, oder NK-Stimulation durch ABM, Vitamin D3 zur T-Zell Redifferenzierung, usw, gibt es zahlreiche. Da können Sie selber suchen.
Gerade in der (komplementären) Immunologie/Onkologie sind orthomolekulare Stoffe und die oben genannten Therapieformen nicht mehr wegzudenken, vorausgesetzt man versteht sein Handwerk und kennt seine Grenzen. Wie gesagt, Studien sind in dieser Hinsicht belanglos, wenn ich mit den Laborärzten über einen Befund z.B. zur NK-Stimulation mit Biobran spreche, dann wird das vorher in vitro auf Sinnhaftigkeit getestet und dann nach Arzneimittelgabe noch einmal überprüft und die Wechselwirkungen mit etwaigen konventionellen Medikamenten erörtert.

Ich weiß, dass dies nicht die Studien sind, die Sie sich vorstellen. Das liegt einfach daran, dass es Sie nicht gibt. (zumindest nicht ausreichend) Dennoch haben sich die genannten Therapieformen als wirksma bestätigt, wenn auch in kleineren Studien. Ich hoffe Sie können dem ganzen etwas abgewinnen. Menschen/Ärzte wie Sie, stehen mit Ihrer Meinung immer im Weg von ambitionierten Kollegen, die sich endlich aus dem alten Sumpf der Homöopathie, Geistheilung usw. erheben wollen. Da appelliere ich lieber noch einmal an die weitere Aufklärung und Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Komplementärmedizinern, obwohl ich glaube das sich die Studienlage zu den Komplementärverfahren nicht wirklich verbessern wird. Da müssen nicht nur interessierter Forscher im gleichen Boot sitzen.

@Dr. med. Martin Lorenz
Ich hoffe Sie scheren mit Ihrer Bemerkung über Zauberer, Heiler und Gabelstaplerfahrer nicht alle über einen Kamm. Für das System kann kein ambitionierter Heilpraktiker etwas und Sie beleidigen damit diejenigen, die eine ordentliche Ausbildung durchlaufen haben. (Ich selbst hatte 4 Jahre Vollzeit, gefolgt von Assistenzzeit, regelmäßige Fortbildung und das nicht nur in naturheilkundlichen Bereichen) Das Problem ist, dass es keine gesetzliche Regelung zu Fortbildung und Ausbildungsstätten gibt. Dies wird aber von den führenden HP-Verbänden gefordert.
Mich würde interessieren, was Sie mit “leider zu wenige Regeln” meinen? Was sollte denn Ihrer Meinung nach anders laufen?

#58 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Wertes Forum!
Wie seiht es aus mit der Beantwortung meiner Fragen?
1. Welche Erkenntnisse verdanken wir in Biologe oder Medizin der Homöopathie?
2. Wie wirkt bzw. wirkt nicht Homöopathie nach Körbler?

#57 |
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@ Vitamin B 17: gibt es nicht, totaler Käse, es alleine so zu nennen, zeigt den Irrsinn dieses Heilglaubens auf. Ich kann doch nicht jeden Stoff, der irgendwo vorkommt, aber für das Leben keine essentielle Rolle spielt, als Vitamin bezeichnen.

@ Frau Schenker #48
“Verpflichtende Fortbildungen” bzw. Schadensersatzansprüche:
Erklären Sie mir mal, wie ich einen Zauberer darauf verklagen soll, daß er mir nicht das As aus dem Ärmel gezaubert hat? Nichtapprobierte Alternativmediziner sind nur schadensersatzpflichtig, wenn sie gegen (leider wenige) klare Regeln verstoßen, nämlich z.B. das Infektionsschutzgesetz oder bei Patienten, die ganz klar und eindeutig wissenschaftlich-medizinische Hilfe benötigen und diese ihnen ausgeredet wird.
Schuld im juristischen Sinne setzt Tatvorsatz oder (grobe) Fahrlässigkeit voraus.
Wenn ich aber innerhalb eines 6-wöchigen Kurses anstelle eines 6-jährigen Studiums mit (zu meiner Zeit mit 4 Staatsexamina) vom Gabelstaplerfahrer zum “Heiler” mutieren kann (bitte nichts gegen Gabelstaplerfahrer), dann möchte ich mal ein Gericht sehen, das dem Entsprechenden Vorsatz nachweisen kann.
Wer so über Verpflichtung zur Weiterbildung und medizinischen Bildung überhaupt schwadroniert, ohne wirklich jemals Verantwortung übernehmen zu müssen, der sollte sich in sein Kämmerlein zurückziehen, die Vorhänge zuziehen und den Mund halten.

@ Herrn Becker #29
“Die Idee, dass cyanogene Verbindungen gegen Krebs wirken könnten, ist ja gar nicht mal so dumm. Immerhin schlagen die Angiogenesehemmer in die gleiche Kerbe und versuchen durch Verminderung der Blutversorgung, die Tumoren mit erhöhtem Sauerstoffbedarf von der Versorgung abzuschneiden”

Sehr geehrter Herr Kollege, die Neoangiogenesehemmer in der Tumortherapie unterscheiden sich schon wesentlich vom Cyanid bzw. seinen Verbindungen.
Es geht um möglichst selektive Hemmstoffe (Antikörper) der Tumorzellen typischen Eigenschaft, “pathologische” Gefäße en masse neuzubilden, damit diese den überrasch wachsenden Tumor ernähren können. Sie wirken nicht so selektiv, wie man es sich wünschen würde, waren und sind aber eine Revolution in der Tumortherapie.
Die Wirkungsweise hat mit Cyanid bzw. seinen Verbindungen nun absolut nichts zu tun! Cyanid hemmt die Atmungskette im Mitochondrion unselektiv, Angiogenesehemmer wirken an der Tumorzellenoberfläche bzw. im Plasma.
Das war kein geglückter Vergleich.

@ Frau Friedrich #3
Ihre Einlassung ist in meinen Augen äußerst hochnäsig. Zum einen kann man nicht medianes Überleben mit progressionsfreiem Überleben in einen Topf werfen, zum anderen: wie kann man so dreist sein, die Kosten des Ganzen überhaupt ernsthaft in die Argumente einzubringen. Sie möchte ich mal sehen, wenns bei Ihnen um die Wurscht geht, was Sie dann zu den Kosten sagen würden!!!
Gehen Sie nach England oder sonstwohin, wo Alte keine Hüft-TEP mehr kriegen oder in die USA, wo der Wert des Menschlebens nach den sozialversicherungspflichtigen Jahren bemessen wird, es sei denn, Sie hätten eine entsprechende teure Versicherung.
Es ist schon ein Hammer, daß Sie medianes mit progressionsfreiem Überleben vermixen. Ein progressionsfreies Überleben von 3 Monaten kann einen lebenswerten Überlebensgewinn von vielen weiteren Monaten bedingen. Wer sind Sie, daß Sie darüber entscheiden?
Ich kenne Patgienten mit inoperablem Bronchus-Ca., die seit 3 Jahren mit winzigen Residuen “herummachen”, denen es gut geht und die sich immer beschweren, daß sie ja nicht frühstücken dürfen, wenn sie zu uns zur Untersuchung kommen.
Nehmen Sie sich in Acht, was Sie da alles von sich geben! Und tun Sie eines nicht am 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz: über den Wert eines Menschenlebens zu schwadronieren!!! Sie haben eine sehr schräge Ansicht vom Wert eines Lebens. Das brauchen wir nicht noch einmal!

#56 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Wertes Forum!
Da hier so viele deklarierte Anhänger und Experten in Sachen Homöopathie und anderen alternativen Therapien und Mittel versammelt sind, erlaube ich mir eine grundlegende Frage an Sie zu stellen.
1.
Bitte sind Sie so nett und erzählen Sie doch, welche Erkenntnisse die Medizin und die Biologie der Homöopathie verdankt. Was wissen wir mehr durch Homöopathie und Co? Was haben Homöopathie und Co. aufgeklärt. Welche Krankheit, welcher Krankheitsverlauf, welche Krankheitsursache wurde durch Homöopathie z.B. gefunden? Was verdankt die Medizin oder die Biologie der Homöopathie?
2.
Gibt es ein Verfahren oder ein Mittel, das so widersinnig oder absurd ist, dass es auch von Homöopathen begründet als unwirksam abgelehnt wird.
Als Beispiel für ein besonders skurriles Verfahren mag hier die Homöopathie nach Körbler gelten. Sie können das leicht ergooglen. Besonders auf Youtube finden sich geradezu abenteuerlich irrsinnige Videos diesbezüglich.
Meine Frage daher lautet.
Ist die Homöopathie nach Körbler echt kausal wirksam oder nicht?
Und bitte begründen Sie ihre Antwort entsprechend.
Also auf geht’s

Die Homöopathie nach Körbler wirkt kausal, weil…..
oder
Die Homöopathie nach Körbler wirkt nicht kausal, weil…..

#55 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Herr Pinzger
Benutzen Sie auch ernsthaft den Bergriff Vitamin B17? Dann würde ich nicht nur sagen “Thema verfehlt”, sondern auch “den vorgelegten Text nicht verstanden” (nochmal zum Nachlesen Zeile 7 und 8 im obigen Text).
Im Übrigen nimmt der Abschnitt mit dem Amygdalin ca. 20 % des Artikels ein. Sie werden uns nachsehen, dass wir auch Aspekte aus den anderen Abschnitten aufgreifen und in der Diskussion weiter entwickeln.
Schließlich zum “freien Entscheidungswillen von Patienten”:
Soll jeder machen, was er für richtig hält, solange keiner aufgrund von Unkenntnis zu Schaden kommt (Thema Fortbildung!!) und nicht verlangt wird, dass die Krankenkassen noch mehr Geld für Therapieverfahren ohne Wirkungsnachweis ausgeben, als sie es ohnehin schon machen.

#54 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Sehr geehrter Herr Pinziger. Danke für das Statement. Das an sich sehr gute Diskussionsforum wird regelmäßig von einigen wenigen missbraucht um die Homöopathie oder ähnliche Verfahren völlig aus dem Zusammenhang gerissen , als die sanftere und bessere Heilmethode darzustellen. Häufig bar jeder zurückhaltenden Objektivität und Sachverstandes. Da muss dann zwangsläufig eine heftige Gegenreaktion kommen, was dann jede sachliche Diskussion zum Thema endgültig untergräbt. Man sollte nicht vergessen, dass es sich eigentlich um ein Ärztediskussionsforum handelt bei dem auch Kontakte und Meinungsaustausch mit anderen Heilberufen gesucht wird um sich einem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern und sich gegenseitig zu informieren. Siehe viele meiner Beiträge zum ärztlichen Berufsalltag und dessen Regulierung. Danke für die Hinweise zur Organisation des Heilpraktikerberuf. Vielleicht sollte man von den Dogmatikern fordern ihr Interessenkonflikte offenzulegen, wie das inzwischen in wissenschaftlichen ärztlichen Veröffentlichungen Standard ist und Ideologen einfach aus dem Forum rausschmeißen. Das Forum richtet sich nicht an Patienten.

#53 |
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Heilpraktiker

In der Zeit wo ich noch zur Schule ging, gab es bei Aufsätzen die nichts mit dem vorgegebenen Themen zu tun hatten eine schlechte Note, mit der Begründung “Themaverfehlung”. Im vorgegeben Beitrag geht es um Vergiftung durch ein “Amygdalin-Präparats” oder Vitamin B17. In dem Beitrag wird nicht dargelegt, wie hoch eine empfohlene Dosierung sein sollte, wie weit bei dem 4 jährigen Jungen eine Überdosierung vorgelegen hat. Es kam auch die Frage für mich auf, was das Ganze wirklich noch mit “Komplementärmedizin” zu tun hat. Meine Katzen bekommen Durchfall wenn sie zuviel Milch trinken, Menschen auch. Manche bekommen es alleine schon weil sie Milch durch einen Milchinhaltsstoff (Milcheiweiß/Milchzucker) nicht vertragen. Wahrscheinlich ist die Homöopathie schuld daran. Keiner tritt jedoch eine Diskussion los ob Milch deshalb aus dem Verkehr gezogen werden soll. Wer bei Vergiftungen durch Amygdalin-Präparate die Homöopathie ins Spiel bringt hat für mich ein Problem und es ist für mich nicht nachvollziehbar warum er es einbringt.
Will ich über Amygdalin-Präparate und Komplementärmedizin kommentieren dann bleibt beim Thema. Für mich zählt als erstes Mensch nicht seine Krankheit und das er selbst entscheiden kann wo er sich hinbewegt. Es scheint hier Forumteilnehmer zu geben, die den freien Entscheidungsswillen von Patienten untergraben wollen.
Zweite Frage: “Was hat Fortbildung bei Heilpraktikern und Ärzten mit der Problematik Amygdalin-Präparate und Komplementärmedizin zu tun.
Hier findet ein Machtkampf statt. Das ist kein Forum mehr.

#52 |
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Gast
Gast

ein guter Heipraktiker müsste aber die Wechselwirkungen kennen und den Heilungssuchenden auch unbedingt zum Arzt schicken,es gibt da wohl solche und solche.Habe in dem Bereich schon viel dummes Zeug mitbekommen aber es gibt sie durchaus,die Heilpraktiker,denen an Heilung gelegen ist,denn wer heilt hat recht.

#51 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Herr Hermann
Als ehemaliger Pharmareferent sollten Sie doch eigentlich auch Kenntnisse über Biostatistik haben. Benutzen sie die doch mal bei der Bewertung bestimmter Therapieformen.

#50 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Liebe Frau Schenker,
Danke für die Info.

#49 |
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Heilpraktikerin

@Dr.med. Frank Bollig: Zu ihrer Frage nach der Fortbildungspflicht für Heilpraktiker: Es ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber vorausgesetzt, dass Heilpraktiker sich in den von ihnen angewandten Therapiemethoden auf dem neuesten Stand halten. Wichtig wird dies z.B. bei Schadenersatzforderungen bei vermeintlichen Kunstfehlern oder sonstigen Auseinandersetzungen. Dann muss der Heilpraktiker nachweisen können, dass er lege artis gehandelt hat und die nötigen Kenntnisse hat, die ihn zur Anwendung der jeweiligen Methode befähigen. Die Heilpraktikerverbände schreiben aus diesem Grunde ihren Mitgliedern regelmäßige Fortbildung vor, auch wenn dies nicht in rechtlichem Sinne bindend ist. Die Kollegen, die ich kenne, nehmen genauso wie ich selber diese Verpflichtung sehr ernst und bilden sich regelmäßig fort.

#48 |
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Michael Hermann
Michael Hermann

@Dr. med. Martin Lorenz

Als ehemaliger Pharmareferent und angehender Heilpraktiker habe ich mich doch einigermassen intensiv mit Anatomie, Pathologie, Pharmakologie und vielen Ihrer KollegInnen etc. auseinandersetzen dürfen, um mir über manche medizinischen Themen durchaus eine Meinung bilden zu können. Sie dagegen verurteilen hier eine Heilmethode, von der Sie offensichtlich nicht mal über ein Halbwissen verfügen. Das ist nicht sehr wissenschaftlich und professionell, würde ich mal sagen.
Mit grundlegenden Schriften meinte ich z. B. das Organon von Hahnemann, in dem er das grundlegende Gesetz der Homoöpathie formuliert, nach dem Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden kann. Im Gegensatz zu der damaligen Ärzteschaft, die Ihre Patienten gerne erst mal zur Ader ließ und mit unglaublichen Mixturen zur Lebensverkürzung beitrug, fand Hahnemann eine Heilmethode und ein Gesetz, das heute noch unverändert seine Gültigkeit hat. Die Schulmedizin dagegen hat sich glücklicherweise doch zum Wohle der Patienten immer wieder verändert, wobei manche Lehrmeinungen lediglich eine Halbwertszeit von wenigen Jahren überdauern.
Mich wundert, dass sich hier keine Schulmediziner zu Wort melden, die in Ihren Praxen homöopathisch arbeiten, und die sich beleidigt fühlen müssten, wenn ein Kollege Sie als Anhänger eines Gehirnfurzes bezeichnet. Als Schulmediziner müssten Sie aber eigentlich wissen, dass ein Gehirn nicht furzen kann… ;-)
Nichts für ungut, ich werde mich zukünftig aus diesem Forum heraushalten.

#47 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Lieber Herr Günther,
da Cyanid die Atmungskette blockiert, hängt die schädigende Wirkung sicherlich auch vom Energiebedarf des entsprechenden Gewebes ab, oder?
So werden Organe mit hohem Energiebedarf sicher früher geschädigt (Herz, Lunge).
MkG, F. Bollig

#46 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Meiner Meinung nach haben 95% der “alternativen” Methoden psychologische Effekte (die hier schon vielfach erwähnten Placebo- bzw. Suggestiv-Effekte). Somit haben diese Methoden in bestimmten Situationen ihren Nutzen und ihre Wirkung, z. B. in der Therapie von psychosomatischen Störungen oder in der Minderung von Leid und Schmerzen bei den betroffenen Patienten.
Ich frage mich halt nur, ob es dann nicht effektiver und risikoärmer wäre, die Akteure (Behandelnden) nicht folgerichtig in psychologischen und psychotherapeutischen Methoden zu schulen. Es werden definitiv mehr Leute in diesem Bereich benötigt.

#45 |
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@ Christian Becker
Vielen Dank für Ihren sachlichen (=wissenschaftsgerechten) Beitrag, der als Grundlage weiterer Überlegungen geeignet erscheint.
Die Frage der Diagnosesicherung einer Cyanidvergiftung, die nicht letal war, bleibt zwar noch offen oder können Sie da ebenfalls aufklären?
Wie Sie richtig bemerken, ist die Frage der selektiven Wirksamkeit des Cyanids zu verneinen, es sei denn die Rhodanaseaktivität wäre gewebsspezifisch.
Aber es kommt ja noch ein anderer Gesichtspunkt hinzu, nämlich die möglicherweise unterschiedliche Cyanidkonzentration in den verschiedenen Gewebsarten. Dann nämlich, wenn die enzymatische Freisetzung von Cyanid aus dem Amygdalin gewebsspezifisch unterschiedlich ist, müsste auch eine gewebsspezifisch unterschiedliche Wirkung zu verzeichnen sein.
Ist die enzymatische Spaltung (mittels einer Glucuronidase oder was auch immer) des Amygdalins in echten Carcinomzellen höher als anderswo?
Und vor allem: Kann dort eine ausreichende Amygdalinkonzentration erreicht werden oder wird alles schon in oder an der Mukosa neutralisiert?
Fragen über Fragen, die nicht durch Polemik beantwortet werden können sondern nur durch harte wissenschaftliche Arbeit.
Nochmals vielen Dank für Ihren Beitrag!

#44 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Hallo Herr Bogdany,
wie sieht es denn nun mit den Studien zur “orthomolekulare Medizin, Frischzelltherapie, Ozon-Sauerstofftherapie, natürliche NK-Zell-Stimulation” aus?
Mal Butter bei die Fische….

#43 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

@Dr. med Herbert Hagen

Danke dafür! Sie haben völlig recht. Und um Ihre Frage zu beantworten, ja, es gibt diese Heilpraktiker/Komplementärmediziner noch, die versuchen eine ernsthafte Bereicherung darzustellen. Leider nur sehr selten…

#42 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Entschuldigung, aber dieses Gerede über Homöopathie nervt nur noch. Es wurde ein Ansatz zu adjuvanten naturheilkundlichen Therapieansätzen gesucht. Also in der Regel aus der Pflanzen- oder Kräuterheilkunde. Da gibt es durchaus ernstzunehmende Behandlungsmöglichkeiten. Schon lange auf dem Markt und kontrovers diskutiert die Misteltherapie. Niemand, aber auch gar niemand braucht diesen uralten Zopf der Homöopathie, der schon vor ca. 30 Jahren abgeschnitten wurde, durch mannigfaltige Studien. Gibt es denn keine Alternativmediziner/ Heilpraktiker mehr die ernsthafte zusätzliche Therapieansätze verfolgen, nur noch ideologisch verquasten Unsinn? Ich brauch doch keine Ideologie zum helfen sondern Wirkung. Sonst kann ich die Leute in die Kirche oder zum Gesundbeter schicken.

#41 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Nachtrag:
Aus den “Gläubigen” werden Sie nie Wissende machen. Da können Sie noch eine Milliarde Euro in Studien investieren, die die Nichtwirksamkeit bescheinigen.
Das liegt halt an dem quasi religiösem Charakter der “Gläubigkeit”.

#40 |
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Wunderbar, da sind sie wieder die Hardliner beider Seiten, die alten Stories und Totschlagargumente. Glauben Sie mir, solange Homöopathen sich nicht intensiver mit dem Fortschritt der schulmedizinischen Onkologie (s.CML) und Schulmediziner sich nicht intensiver mit dem Wesen und den Möglichkeiten z.B. der Homöopathie (aber auch den manchmal sehr bescheidenen Möglichkeiten ihrer Disziplin – s. Pankreas-Ca) befassen, werden wir noch Jahre aneinander vorbeireden-zum Nachteil vieler Krebspatienten.
Natürlich sind valide Studien in der CAM nötig, dafür ist dort in einigen Bereichen die Datenlage allemal ausreichend (die allerdings von vielen weder recherchiert und schon gar nicht gekannt wird).

#39 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Karsten Arsinakis
Ich zitiere mal aus meinem eigenen Beitrag weiter unten:
“Warum soll man noch Geld in weitere Studien stecken, wo doch alle bisherigen Studien mit Qualität kein Indiz für eine über den Placebo Effekt hinaus gehende Wirkung von Homöopathie gezeigt haben?
Ich finde da sollte man doch lieber Studien finanzieren, die sich neuen Bereichen zuwenden (z. B. die Auswirkung der Mondstaub Winde auf die Rheumatoide Arthritis oder die Wirkung von priesterlich geweihtem Wasser bei Harnwegsinfektionen). Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Korrelation ist ähnlich hoch.”
Der zweite Teil ist natürlich nicht ernst gemeint.
Was ich damit sagen will:
1. Zu vielen der hier genannten Therapieformen gibt es schon Studien. Wenn sie eine gewisse Qualität haben (prospektiv, randomisiert, doppelblind, Placebokontrolliert) zeigen sie alle keine Effekte, die über den Placeboeffekt hinaus gehen (Ausnahme vielleicht Akupunktur, wobei hier eine Placebokontrolle unmöglich ist und es scheint, dass die in der TCM angegeben Punkte völlig wurscht sind).
2. Es ist nicht einzusehen, immer noch mehr Geld auszugeben (Beispiel Homöopathie), wenn die bisherigen Daten keinen spezifischen Effekt zeigen können. Irgendwo muss man eine Grenze ziehen. Ein bestimmter “Anfangsverdacht” oder ein auf anderen wissenschaftlichen Beobachtungen beruhendes Wirkprinzip muss einfach da sein. Sonst ist es ein Fass ohne Boden.

#38 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@ Gast #33
Ich habe mal kurz im Internet recherchiert.
Eine regelmäßige Fortbildung für Heilpraktiker ist nicht verpflichtend, sondern dient der Erlangung eines Zertifikats auf freiwilliger Basis.
Stimmt doch, oder?

#37 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@interessierter Leser, #32
Ich hoffe, Sie treffen die richtigen Entscheidungen, wenn sie mal an einer E. coli Urosepsis oder bakteriellen Meningitis erkrankt sein sollten.

#36 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Franz Bogdany, #30
Zitat:
“deren Validität sich einer guten (aber noch nicht ausreichenden) Studienlage erfreut. (orthomolekulare Medizin, Frischzelltherapie, Ozon-Sauerstofftherapie, natürliche NK-Zell-Stimulation usw.)”
Von einer “guten” Validität zu reden ist hanebüchend.
Bitte präsentieren sie Beispiele für solche Studien. Und zwar in Puncto Krankheitsverlauf.
Ich glaube der ärgste Feind vieler Heilpraktiker sind Fakten!
(Sorry an die wenigen weißen Schafe!!).

#35 |
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Rettungsassistent

Ich glaube nicht an Homöopathie, muss ich auch nicht. Aber so wenig ein Golf ein Snonym für Autos ist, so wenig ist Homöopathie ein Synonym für Alternativmedizin. Da gibt es weit mehr (wobei ich an das meiste aus diesem Bereich nicht glaube).
Was ich aber weiß, ist, dass viele Menschen glauben.
Und Glauben kommt man nur mit Wissen bei.

Wie viel “Wissen” wir denn über alternative Heilmethoden?
Zu wenig, um den Gläubigen klar zu machen, dass ihr Glauben falsch ist.
Und zu wenig, um die Augen davor zu verschließen.
Was brauchen wir? Endlich einmal vernünftige Forschung, die klar darlegt, ob es sinnvoll ist oder nicht.
Und was erwarte ich?
Das wir alle, ob Anhänger der Alternativmedizin oder der Schuldmedizin, überrascht sein werden.
Vieles wird sich als wikungslos entpuppen, aber einiges wird bestimmt hervorragend mit der konventionellen Medizin kombinierbar sein.

Aber Gläubige und Nicht-Gläubige konnten noch die gut miteinander klar kommen.
Machen wir doch aus den Gläubigen Wissende, dann reden wir auch nicht immer aneinander vorbei.

#34 |
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Gast
Gast

Weil in einem vorigen Kommentar danach gefragt wurde: Selbstverständlich müssen auch wir Heilpraktiker eine Berufshaftpflichtversicherung für unsere Praxen haben und genauso selbstverständlich schreibt uns unsere Berufsordnung regelmäßige Fort- und Weiterbildung vor. Wir haften für alle von uns durchgeführten Therapien genauso wie Ärzte auch. Auch wenn in der Ärzteschaft offenbar diese Meinung häufig anzutreffen ist, kann ich versichern, dass wir Heilpraktiker keineswegs in einem rechtsfreien und rechtlich nicht geregelten Rahmen therapieren!

#33 |
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interessierter Leser
interessierter Leser

@Michael Hermann
Wenn ich als interessierter Leser im Organon stöbere, frage ich mich nach 2 Seiten wie man darauf heute noch eine vernünftige Diskussion basieren soll? Bakterien, Viren, Gifte als Materie machen nicht krank?
Darauf beruhen wahrscheinlich die Erfolge der Homöopathie bei der Besiegung der Infektionskrankheiten 100 Jahre nach Hahnemann.

http://www.homeoint.org/books4/organon/vorworte.htm
Mit dieser (der Homöopathik) ist es ganz anders. Sie kann jeden Nachdenkenden leicht überzeugen, daß die Krankheiten der Menschen auf keinem Stoffe, keiner Schärfe, d.i. auf keiner Krankheits-Materie beruhen, sondern daß sie einzig geistartige (dynamische) Verstimmungen der geistartigen, den Körper des Menschen belebenden Kraft (des Lebensprincips, der Lebenskraft) sind.
…..
Auch wenn die Anbringung einer materiellen Substanz an die Haut oder in eine Wunde Krankheiten durch Ansteckung fortgepflanzt hat, wer kann (wie so oft in unsern Pathogenien behauptet worden) beweisen, daß von dieser Substanz etwas Materielles in unsere Säfte eingedrungen oder eingesaugt worden sei?

#32 |
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Heilpraktiker

Die WHO definiert: „Die Begriffe Alternativmedizin / Komplementärmedizin umfassen ein breites Spektrum von Heilmethoden, die nicht Teil der Tradition des jeweiligen Landes sind und nicht in das dominante Gesundheitssystem integriert sind“.

Durch die Negativabgrenzung findet sich damit aber (in unseren Breiten) potentiell die Akupunktur und Homöopathie in einem Topf mit Geisterbeschwörung oder “Arzneien” wie Reinigungsmittel oder gemahlenes Opossum.

Fatal ist dann in der Praxis die Aussage, eine Therapie oder ein Medikament seien „wirkungslos“. Eines haben nämlich alle Therapien/Medikamente gemeinsam (wie übrigens z.B. auch die Verordnung von unstrittig schulmedizinischen Medikamenten bei unzutreffender Indikation): nämlich einen dominanten Placeboffekt.

Und damit ist übrigens auch die Universalrechtfertigung für alle Medizin, nämlich der Spruch von dem der Recht hat, weil er heilt, in der qualitativen Kernaussage allenfalls den Kalendersprüchen zuzuordnen, die die Qualität von “reich und gesund, statt krank und arm” aufweisen.

Selbstverständlich gehört es zum Wesen der Medizinwissenschaft, sich weiter zu entwickeln und damit eben auch, sich um Alternativmedizin zu bemühen.
(auch wenn sie (noch) nicht “in das dominante Gesundheitssystem integriert ist”, wie die WHO sagt).

Statt nun aber die gesamte (p.D.) “Alternativmedizin” in einen Topf zu werfen, wäre es für alle Beteiligten sehr viel hilfreicher, sie zunächst einmal von berufenen Stellen (z.B.) in die Kategorien
– Nebenwirkungsfrei/-los /
– Wechselwirkungsanfällig oder
– gesundheitsgefährdend
einzustufen.

Und im Übrigen lohnt es sich dringend, die bereits begonnene Auseinandersetzung mit der Frage, ob der Medizinalltag in Praxen und Kliniken dem Bedürfnis nach dem, was dem Placeboeffekt inne wohnt, hinreichend gerecht wird, weiter zu führen und dann auch irgend wann einmal Konsequenzen daraus zu ziehen.

#31 |
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Heilpraktiker Franz Bogdany
Heilpraktiker Franz Bogdany

Sehr schade das sich die Kollegenschaft wieder zu einer Homöopathie-Placebo-Schwachsinns-Diskussion hinreißen lässt. Die Quintessenz, des meiner Meinung nach recht guten Artikels ist doch, dass Ärzte, Komplementärmediziner und Heilpraktiker in einen besseren Dialog treten müssen. Diese Zusammenführung kann nur durch eine verbesserte Studienlage, stetige Weiterbildung der beteiligten Therapeuten im onkologischen Sektor und gegenseitigen Respekt/Akzeptanz erfolgen. Mir ist es absolut unverständlich warum angesehene Mediziner/Heilpraktiker nicht über Ihren Schatten springen können und aufhören die Medizin als Hardliner zu betrachten. Die Zusammenarbeit zwischen Komplementärmedizin und evidenzbasierter Schulmedizin findet bis dato nur in der Theorie statt. Ich selbst habe des öfteren versucht mit rein schulmedizinisch praktizierenden Ärzten zu arbeiten, bin dabei aber meist auf harten Widerstand gestoßen, bzw. musste feststellen, dass einfach kein Interesse vorherrschte. Es ging dabei keineswegs um Homöopathie, TCM oder sonstige “fragliche” Pseudowissenschaften, sondern um Behandlungsmethoden, deren Validität sich einer guten (aber noch nicht ausreichenden) Studienlage erfreut. (orthomolekulare Medizin, Frischzelltherapie, Ozon-Sauerstofftherapie, natürliche NK-Zell-Stimulation usw.; selbstverständlich als komplementäre Behandlung zu den allg. Leitlinien und nicht als Monotherapie)
Ich sehe hier auch die Forschung in die Pflicht genommen, die komplementären Möglichkeiten grundlegender zu untermauern, oder (wenn nötig) zu entkräften. Außerdem sollten Ärzte/Komplementärmediziner und Heilpraktiker endlich davon ablassen sich in einen domänenbasierten Koryphäenstandart zu erheben, gezielt in Dialog treten und synergistische Arbeit abliefern. In keinem anderen medizinischen Sektor ist dies so wichtig wie in der (komplementären) Onkologie.

#30 |
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Apotheker

@Herr Günther

Homöopathie ist nun einmal eine sehr beliebte Richtung in der alternativen Szene, so dass sie zwangsläufig bei so einem Thema zur Sprache kommt und dann führt das Eine zum Andern.

Zur Cyanidvergiftung:
Sehr geringe Dosen von Cyanid, die z.B. durch den Verzehr weniger Bittermandeln, Aprikosenkerne, Apfelkerne, etc. aufgenommen werden, werden recht schnell von der Rhodanase in kaum giftiges Thiocyanat überführt. Diese Reaktion ist abhängig von der Aktivierung des katalytischen Zentrums des Enzyms durch einen Schwefeldonor. Durch die Gabe von Thiosulfat als Antidot wird das Angebot an Schwefeldonoren stark erhöht, so dass das Enzym auch höhere Dosen von Cyanid unschädlich machen kann.
Nicht unschädlich gemachtes Cyanid blockiert, wie Sie richtig gesagt haben, die Cytochromoxidase der Atmungskette sehr effizient. Allerdings passiert das auch nicht sofort überall, sondern ist von der Dosis abhängig.
Aber auch, wenn die Blockade stattgefunden hat, handelt es sich bei dem sich bildenden Komplex aus Cytochromoxidase und Cyanid immer noch um eine chemische Verbindung, die im Gleichgewicht mit der Umgebung steht. So lange in der Umgebung Cyanidionen anzutreffen sind, wird dieses Gleichgewicht sehr sehr stark auf der Seite des Cytochrom-Cyanid-Komplexes liegen. Wenn aber durch ein Antidot die Konzentration des Cyanids in der Umgebung abnimmt, wird auch die Gleichgewichtslage des Komplexes sich verschieben (und auch der Sauerstoff hat ja immer noch Affinität zur Cytochromoxidase, nur ist die eben sehr viel kleiner. Wenn aber das Verhältnis O2 zu CN- sich stark in Richtung O2 ändert, verdrängt der Sauerstoff eben auch CN-), so dass über alle Cytochromoxidasen gemittelt immer mehr % wieder unkomplexiert vorliegen und ihrer Arbeit nachgehen können.

Es kann sehr wohl auch eine chronische Blausäurevergiftung geben, nämlich wenn ständig oder wiederholt etwas mehr Cyanid im Körper vorhanden ist, als die Rhodanasen abbauen können. Dann werden nicht genug Cytochromoxidasen blockiert, um den Tod herbeizuführen, aber doch genügend, um Schäden an Geweben herbeizuführen.

Die Idee, dass cyanogene Verbindungen gegen Krebs wirken könnten, ist ja gar nicht mal so dumm. Immerhin schlagen die Angiogenesehemmer in die gleiche Kerbe und versuchen durch Verminderung der Blutversorgung, die Tumoren mit erhöhtem Sauerstoffbedarf von der Versorgung abzuschneiden. Allerdings wirkt Cyanid eben nicht selektiv und schert sich wenig darum, ob das jetzt eine Tumorcytochromoxidase ist oder eine andere.

#29 |
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Wieso eigentlich wieder diese lächerliche Aufregung über die Liebe zur Homöopathie? Das ist doch gar nicht das Thema!
Ich würde mir eher wünschen, daß mal ein Toxikologe etwas zu der angeblichen Cyanidvergiftung sagt.
Ich dachte immer, wenn die Atmungskette blockiert ist, dann ist Ende…
Wenn die Cytochromoxidase nicht mehr funktioniert, dann bleibt keine Zeit, das rückgängig zu machen. Es kann keine “chronische” Blausäurevergiftung geben!
Wie ist die Diagnose gesichert worden? Ich fürchte nämlich, daß da auch “Glaube” eine Rolle spielt.

#28 |
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@ Herrn Hermann, der offenbar nicht registriert ist, jedenfalls sein Beruf nicht nachvollziehbar ist:

Was für ein Werk von Herrn Hahnemann meinen Sie?
Doch nicht etwa ein auch nur marginal wissenschaftlich nachvollziehbares?
Grundlegende Schriften?
Kennen Sie meine grundlegenden Schriften zum Leben im Rahmen meiner ersten Liebe? Dürften in ungefähr genauso relevant sein.

Die Gesetze der Homöopathie sind in ungefähr so relevant wie die Meinung, daß die Erde eine Scheibe ist. Letzteres ist kläglich untergegangen. Ersteres wird es ebenso, weil es jeglicher nur denkbaren wissenschaftlichen Grundlage entbehrt und ein absoluter Gehirnfurz ist.

#27 |
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Übrigens gab es einen Beitrag, daß Homöopathie beim Tier funktioniere, weil der Placebo-Effekt ja wegfiele.
Was für ein Blödsinn. Hat ein Tier kein Bewußtsein? Kann es nicht auch durch den Placebo-Effekt “veräppelt” werden”?
Wer Tiere hat und Tiere liebt, weiß, wie sehr ein Kuscheln, ein Umsorgen, eine Gabe des vermeintlichen Medikamentes das Tier beruhigt, es ihm ein gutes Gefühl gibt. Das macht also mindestens 20% des therapeutischen Erfolges eines Placebo, wie wir wissen. Warum sollte das also bei Tieren nicht noch besser “funktionieren” als beim kritisch hinterfragenden Menschen?
Nehmen Sie einen Hund, dem schlecht ist, weil er irgendwas gefressen hat, Sie aber doch sicher sind, daß es nichts Gefährliches war. Streicheln Sie ihn, nehmen Sie ihn in den Arm und geben Sie ihm tröpfchenweise Kamillentee oder Uzara gut verdünnt (nicht homöopathisch!). Es dauert keine Stunde, dann will er schon wieder mit Ihnen spielen und kriegt Hunger. Vielleicht kotzt er vorher, aber das reinigt ja.
Das ist eine derart unwissenschaftliche Herangehensweise, die Sie heranbringen, daß man selbst erbrechen möchte.
Wer diese Tatsachen ignoriert, macht sich wissenschaftlich lächerlich.
Homöopathie ist – und das im besten Sinne – Placebomedizin (wenn sie nicht Giftstoffe in erheblicher Konzentration enthält) !!!

#26 |
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Michael Hermann
Michael Hermann

Ich frage mich, ob Dr. E. Berndt auch nur einen einzigen Blick in das grundlegende Werk der Homöopathie von Dr. Samuel Hahnemann – Das Organon – geworfen hat?
Oder Schriften von Vithoulkas gelesen hat? Oder etwa ein Buch seines Kollegen Dr. Herbert Fritsche über die Homöopathie?
So eloquent Dr. Berndt hier seine Ansichten äußert, so erschreckend mangelhaft zeigen sich seine Kenntnisse, die er über die Homöopathie hat.
Die Gesetze der Homöopathie gelten seit Ihrer Entdeckung durch Hahnemann, was man von manchen Glaubensgrundsätzen der Schulmedizin nicht behaupten kann.
Nichts für ungut, Dr. E. Berndt, vielleicht schmökern Sie ja doch mal ein wenig im Organon, ganz vorurteilsfrei…

#25 |
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Ich gebe gerne zu, daß ich nicht alle Beiträge in voller Länge und komplett durchgelesen habe, das wäre eine sinnstiftende Aufgabe im Urlaub.
Fest steht jedoch m.E. Folgendes:

1) Kürzlich hatte ich eine junge Patientin mit einem eminenten Knorpelschaden am Knie, nicht vorbekannt. Als sie mich fragt, ob sie weiter mit Voltaren einreiben soll, sagte ich: das ist so ähnlich, als wenn sie homöopathische Medizin nehmen. Bestenfalls schadet sie nicht, nützen wird es aber nichts.

2) Leider sind homöopathische Medikamente mixturbedingt teilweise hochbelastet mit Schwermetallen oder sonstigen giftigen Stoffen, sodaß längst nicht jedes homöopathische Medikament die Zulassung bekommen würde (s. obiger Fall), wenn es um ein allopathisches ginge.

3) Die Theorie, 1 Tropfen des Wirkstoffes im atlantischen Ozean verdünnt (D 10, D 12 usw.), würde die Wirkung “potenzieren”, ist mit absolut gar nichts, aber auch mit gar nichts nachvollziehbar. Was machen dann die ganzen Verklappungen von vielen Tonnen Chemie, Giftgasen und Öl im Meer? Machen die nichts? Ist das dann schon allopathische Konzentration? Dürften wir dann noch Fisch essen? Ein Fisch, der einmal in seinem Leben ein Quecksilberatom aufgenommen hätte, wäre ein höchstpotentes Medikament? Die Schüttelei ist (unter uns) doch wirklich lächerlich.

4) Krebskranken Menschen (und das gibt es leider) eine “echte” Alternative durch Trinken von Tees oder Auflegen von Blättern bzw. Pendeln, Handauflegen usw. zu vermitteln, ist in meinen Augen eine Straftat, auch wenn verständlich ist, daß der Kranke nach jedem Strohhalm greift.

5) Kinder mit Blausäure zu vergiften, die ohnehin schwer krank sind, dürfte der Gipfel an Selbstüberhöhung sein. Leider gibt es auch für tumorkranke Kinder nichts Wirksames außer der herkömmlichen Medizin. ERGÄNZENDE Medizin z.B. i.S. der anthroposophischen Medizin ist sicher sinnvoll. Niemals aber als alleinige Alternative !!!

6) Die sogenannte Alternativ”medizin” als alleiniger Heilungsanspruch muß sich endlich wissenschaftlichen Studien stellen, damit dieser Gehirnfurz aus der Welt geschaffen wird.

7) Eine ergänzende Phytotherapie mit bekannten (Mistel) und kürzlich anderweitig entdeckten pflanzlichen Stoffen steht dem nicht entgegen. Viele hochpotente Stoffe wurden zudem “im Urwald” gefunden und werden weiter seriös erforscht. Handauflegen und derartiger Hokuspokus muss verschwinden; die Anwender, welche die Patienten (mir bekannt) sogar von einer effektiven Krebstherapie abziehen, müssten in den Bau gehen. Im besten Falle handelt es sich um nichtwissende Scharlatane, in meinen Augen um bestenfalls verblendete, selbstverliebte Betrüger. Wer einen fortgeschrittenen Tumor mit aufgelegten Blättern “heilen” will, gehört bestenfalls ins Irrenhaus.

#24 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@#2
Warum soll man noch Geld in weitere Studien stecken, wo doch alle bisherigen Studien mit Qualität kein Indiz für eine über den Placebo Effekt hinaus gehende Wirkung von Homöopathie gezeigt haben?
Ich finde da sollte man doch lieber Studien finanzieren, die sich neuen Bereichen zuwenden (z. B. die Auswirkung der Mondstaub Winde auf die Rheumatoide Arthritis oder die Wirkung von priesterlich geweihtem Wasser bei Harnwegsinfektionen). Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Korrelation ist ähnlich hoch.
@Dr. Berndt
Tolle Beiträge, Dankeschön. Denken Sie nicht, dass die Falsifikation schon nahezu gegeben ist, wenn ich a) in keinster Weise ein chemisches oder physikalisches Wirkprinzip benennen kann und b) alle qualitativ guten Studien keine spezifische Wirksamkeit nachweisen können. Dass lässt doch mathematisch betrachtet eigentlich keinen Spielraum mehr für das Gegenteil (dass doch eine Wirkung vorhanden ist).
@Roland Ullrich
Ich glaube sie unterschätzen den Ehrgeiz der Wissenschaftler und forschenden Ärzte, und auch die Energie und den Informationshunger der betroffenen Patienten. Wenn sie und andere ein ultimatives Tool in den Händen hielten (sie werden ja nicht als einziger bestimmte Methoden anwenden), das tatsächlich reproduzierbar, kausal, signifikant und in einem deutlichen Ausmaß zur Krebsbekämpfung beitrüge, hätte sich das garantiert rumgesprochen wie ein Lauffeuer und auch mit Sicherheit Einzug erhalten in die ernsthafte wissenschaftliche Forschung. Wenn irgendwas wirklich gut wirkt, ist es schnell “rum“ und nicht aufzuhalten. Beispiele: Eradikation von H. pylori bei Magengeschwüren (hat sich relativ schnell durch gesetzt, ohne dass die böse Industrie beteiligt war). Oder Glivec/Imatinib bei CML. Die CML Patienten haben der FDA in den USA die “Bude eingerannt“, nachdem sich die sehr gute Wirksamkeit herum gesprochen hatte.
Vielleicht wären Sie ja hier bereit, die Therapiemethoden zu benennen, die diesen starken Effekt in der Tumortherapie gehabt haben sollen. Dann können wir ein vernünftiges Studiendesign zusammen zimmern bzw. man könnte mal schauen, ob nicht schon Studien zu diesen Therapieverfahren durch geführt wurden.

#23 |
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Heilpraktiker

Angesichts des Ernstes, um den es bei Krebskranken geht, empfinde ich gegenseitige Verurteilungen und Polemiken für unangebracht.
Zum Wohle des Patienten sollten alle Möglichkeiten in Abwägung von Belastung, Kosten und Nutzen in die Krebstherapie einbezogen – und auch Standardverfahren kritisch geprüft werden.
Alles, was heilt, mit oder ohne aufwändigem wissenschaftlichem Beweis, ist gut – wenn es nicht in Konkurrenz, sondern in Synergie verstanden wird.
In diesem Sinne hoffe ich auf eine wachsende Kommunikation und Möglichkeit der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Heilpraktikern – denn letztere ist ja rechtlich nicht möglich…

#22 |
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Das eigentliche Problem tritt hier wieder zu Tage: einige “Heiler” fühlen sich berufen, anekdotische Fälle von überraschenden Besserungen “eindeutig (der komplementären Heilmethode) zuzuordnen”. Und leider findet man solche Äußerungen nicht nur in der Laienpresse. Und kein Mensch sagt denen, dass anekdotische Fälle leider gar nichts beweisen, denn auch im Lotto gewinnt fast jede Woche jemand, obwohl dies sehr unwahrscheinlich ist. Dennoch bauen nur Hasardeure auf Lottoscheinen ihre Altervorsorge auf. Da funktioniert das Nachdenken komischerweise. In der immer noch schamanisch angehauchten Medizin leider nicht.

#21 |
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Tierarzt

Schade, dass es hier keinen “Gefällt mir” Knopf gibt, ich würde gerne alle Beiträge von Dr.E. Berndt und Dr. med Herbert Hagen “liken”. Und das selbst hier, in einem solchen Forum wirklich “wer heilt hat Recht”, “Bei Tieren wirkt es doch auch” und “böse Pharma” kommt, wundert mich dann doch.

#20 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Sehr geehrter Herr Ullrich und wer verhindert es? Nicht etwa der Scharlatan der seinem gutgläubigen Opfer einbläut seinem behandelnden Onkologen nur nichts von seinen zusätzlichen Behandlungen zu erzählen? So dass man schon reichlich Schwierigkeiten hat die unerwartete Leberwerterhöhung oder den Leukozytenabfall zu interpretieren und die wirksame Chemotherapie abbricht? Mehr Transparenz bitte, saubere Dokumentation, erstellen eines Behandlungsplanes und einen Berichtes sind Grundvoraussetzungen für eine gute Kooperation. Haben Sie so etwas schon einmal von einem “Komplementärheiler” gesehen? Ich nicht in 20 Jahren. Wäre ja auch geschäftsschädigend und haftungsrechtlich relevant. Übrigens auch bei Tieren geht es um Zuwendung, der Placeboeffekt funktioniert in der Tierwelt auch. Industrieunabhängige Forschung ist gut und sollte in Universitätskliniken qualitätsgesichert durchgeführt werden. 3. Mittel frei.

#19 |
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Roland Ullrich
Roland Ullrich

Wenn ich als Heilpraktiker von der behandelnden Onkologin meiner Patientin angerufen werde, weil der (erfahrene) Radiologe noch nie einen solchen Rückgang des Primarius und eine Halbierung der Metastasen gesehen hat, wird nirgendwo davon berichtet, obwohl dieser Erfolg eindeutig zuzuordnen ist. Mehrere Chemozyklen vorher hatten maximal einen Stillstand erreicht, der sofort ohne Chemo wieder progredient wurde (met. Leberca.). Es fehlt an respektvollen und fruchtbaren Austausch zwischen den Guten unter den Ärzten und Heilpraktikern. Das würden sich die Patienten wirklich wünschen.

#18 |
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Heilpraktikerin

„Wir müssen selbst die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.“ (Mahatma Ghandi)
Wie wäre es mit der Unterstützung industrieunabhängiger Forschung?
Mehr dazu unter: https://kopernikus.org/
Wie wäre es mit Hilfe beim Aufbau einer ganzheitlichen Krebsklinik mit dazugehöriger Forschung?
Mehr dazu unter: http://www.hufeland.com/de/
Wie wäre es, wenn Sie selbst Ihren Blickwinkel auf die Welt ändern und verstehen wie Krebs ganz konkret ohne statistische Wahrscheinlichkeiten an genau dieser Körperstelle entsteht, einfach biologisch nachvollziehbar und logisch verständlich.
Mehr dazu unter: http://www.5bn.de
Sie haben gut dokumentierte Krankenfälle und möchten an ihnen nachvollziehen, ob die 5 biologischen Naturgesetze wirklich stimmen und nicht nur Schönrederei sind? Dann lade ich Sie in unsere Arbeitsgruppe ein.
Jeder Einzelne ist dem System gegenüber machtlos, gemeinsam können wir die Veränderung schaffen, die wir uns erträumen, deshalb baue ich im Moment Netzwerke dafür auf. Wenn Sie wollen, können Sie ein Teil dieser Netzwerke sein.

#17 |
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Ines Ade
Ines Ade

Wer heilt ist im Recht. So viele Menschen die im täglichen Leben Homöopathie benützen können ja auch nicht irren, zumal z.b. bei der homöopathischen Tiermedizin der Placeboeffekt auch wegfällt ;-)

#16 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Altes Wissen

Wenn es um alternative, komplementäre und ganzheitliche Heilmethoden oder gar um Kräuter geht, wird immer mit „altem Wissen“ argumentiert. Nur was ist das? Aus einem Konglomerat von Aufzeichnungen, Überlieferungen, alten Bräuchen und ähnlichen mehr sucht sich jeder selbsternannte Kräuterexperte oder jede heilsichtige Kräuterhexe etwas irgendwie Passendes heraus, erklärt das Mittel oder die Prozedur für wirksam nach heutigen Kriterien, weil es sich um „altes Wissen“ handelt. So wird täglich Reklame für meist veraltete Therapien und Mittel gemacht, deren Wirksamkeit in den Sternen zu suchen ist. Veraltetes lässt sich nur mit „altem Wissen“ und dem zugrunde liegenden veralteten magischen Vorstellungen schlüssig erklären. Mit neuem Wissen sehen Erklärungen aber anders aus und von Wirksamkeit nach heutigen Maßstäben ist allermeist nichts mehr nachzuweisen.

Bei jeder Diskussion über die Wirksamkeit alternativer, komplementärer und ganzheitlicher „Medizin“ fällt über kurz oder lang das Argument, dass es sich hier um „altes Wissen“ handelt. Besonders, wenn es um Kräuter geht und man überlieferte Anwendungen in Frage stellt, kann man drauf wetten, dass dieses Argument gebracht wird.

Es wird eben völlig übersehen, was alles unter „altes Wissen“ fällt. Das Spektrum des „alten Wissens“ reicht von abergläubischen und magischen Vorstellungen und Praktiken einerseits bis hin zu einem „Wissen“, dass bestimmte pflanzliche Zubereitungen giftig bis unbekömmlich sind. Eine Unterscheidung zwischen Wirkungen, die auf magischen Vorstellungen beruhen und, um es modern auszudrücken, pharmakologischen Wirkungen im heutigen Sinn gab es nicht. Magie und Naturwissenschaft waren nicht getrennt. Praktisch erfahrbare Wirkungen wurden mit magischen Vorstellungen erklärt.

Zum zahlreich überlieferten medizinischem „alten Wissen“ ist zu sagen, dass nur in wenigen Fällen gesichert bekannt ist, was damals wirklich im Einzelnen geschah. Abgesehen von den Schwierigkeiten der wechselnden Bezeichnungen für z.B. Pflanzen und Krankheiten zu verschiedenen Zeiten, die oft keine exakten Zuordnungen mehr ermöglichen, wird völlig übersehen, dass der Placeboeffekt im weitesten Sinn immer schon wirksam war und keine Erfindung der modernen Medizin ist. Nur in wenigen Fällen lässt sich heute exakt sagen, welche Krankheit mit welchem Mittel konkret behandelt wurde. Fakt ist aber auch, dass magische Vorstellungen und Handlungen zum unerlässlichen Repertoire jeder Heilbehandlung gehörten. Eine blutende Wunde, ein gebrochenes Bein, Kopfschmerzen, Fieber, Geburtsbeschwerden, zahlreiche Infektionen usw. wurden immer mehr oder weniger auch zeremoniell beschworen. Und die Menschen waren überzeugt, dass das Beschwören zur Heilung unerlässlich und wirksam ist. Auch das gehört auch zum „alten Wissen“ und kann davon nicht getrennt werden.

Arzneimittel und Therapien mit einer gesicherten und damit einigermaßen vorhersehbaren Wirksamkeit im heutigen Sinn gibt es seit nicht viel mehr als 150 Jahren. Man konnte auch immer schon einfach so – mit und ohne Placeboeffekt – gesund werden. Voltaire konnte daher zu Recht scharfzüngig bemerken, dass die ärztliche Kunst darin bestehe, den Patienten so lange bei guter Laune zu halten, bis die Natur ihn geheilt hat. Und Voltaire kritisierte die Ärzte und ihre Medizin seinerzeit nur zu Recht, denn auch die hochgelahrten Medici hatten keine besseren Erfolge zu verzeichnen als das einfache Volk mit seiner gebräuchlichen Volksmedizin. Das überlieferte „alte Wissen“ war genauso erfolgreich bzw. erfolglos. Und selbstverständlich waren die Gaukler und Scharlatane auf den Marktplätzen nicht nur sehr sondern höchst erfolgreich und sie sind es heute noch.

Die Beschreibung der Vergiftung von Sokrates mit Schierling stimmt vollkommen mit unseren gesicherten Erkenntnissen über die Wirkung von Conium maculatum überein, aber derartige Highlights gibt es nicht viele. Dank unseres modernen Wissens in Pharmakologie und Pharmakognosie können wir die Vergiftung bestätigen. Warum aber Conium maculatum bzw. Coniin giftig ist, erklärt das „alte Wissen“ nicht.

Bei den Hexensalben ist diese Gewissheit nicht mehr gegeben. Die grausame Tortur bzw. die Androhung derselben dürfte vielen Frauen zusätzlich zur Wirkung der z.B. vaginal applizierten Salben entsprechende Halluzinationen verursacht haben. Die Faktoren, die wir heute kennen bzw. erkannt haben, die einer Objektivierung im Wege stehen bzw. diese verhindern, sind ja nicht neu sondern waren immer schon gegeben.

Eine ganze Gesundheitsindustrie geht heute mit höchst selektiv ausgewählten „altem Wissen“ hausieren. Nostalgische und romantische Gefühle werden geschickt geschürt und bedient. Früher war ja alles natürlich und biologisch. Die natürlich lebenden Menschen kannten keine nennenswerten Erkrankungen, waren glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch. Wir müssen nur noch natürlich leben und uns natürlich behandeln, dann wird es so sein, oder nicht? Grundlagen für diesen Glauben an die gute alte Zeit gibt es in der Medizin keine und noch sonst nirgendwo.

Jedes Wissen kann und muss zu jeder Zeit überprüfbar sein. Nur so kann es zu einer Weiterentwicklung kommen. Das sogenannte Wissen aus der Erfahrung ist jedoch in höchstem Maße beschränkt, ist es doch abhängig davon, in welchen Wissenstand und mit welcher Skepsis insgesamt, diese Erfahrungen gewonnen wurden.

Selbstverständlich gibt es auch altes Wissen. Z.B. in der Geometrie den Satz von Thales, dass alle Winkel im Halbkreis rechte Winkel sind oder den pythagoreischen Lehrsatz, dass die Summe der Flächen der Quadrate über den beiden Katheten gleich der Quadratfläche der Hypotenuse ist. Nur in der Medizin ist derartiges Wissen rar, das bis heute gehalten hat.

#15 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Keine Erkenntnisse durch den Aberglauben Homöopathie

Die Qualität einer wissenschaftlichen Theorie wird daran bemessen, ob diese zu neuen Erkenntnissen beiträgt oder führt und auch daran, ob diese Theorie brauchbar ist, um bei gegebenen Ausgangssituationen entsprechende Ereignisse vorhersagen zu können. In diesem Sinne ist beispielsweise Newtons Theorie von der Schwerkraft brauchbarer, wenn ich zum Mond fliegen will, als die Geschichte vom Mann im Mond.

So zählt die Evolutionstheorie zu den erfolgreichsten Theorien. Darwin wurde nicht widerlegt, sondern seine Theorie wurde im Detail modifiziert, erweitert etc. und auch auf andere Gebiete übertragen. Es wird über die Grenzen der Darwin‘schen Evolutionstheorie disputiert, in wie weit sie gültig ist, oder ob in ihr mehrere Theorien stecken.

Die Erkenntnisse der modernen Medizin sind brauchbarer, wenn jemand an Vit. D Mangel leidet, weil die Homöopathie nie die Möglichkeit eines Vitamin D Mangels einschloss. Vitamine gibt es in der Homöopathielehre bis heute nicht.

Das absolute Gegenteil einer Theorie, die naturwissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet ist, stellt somit die Homöopathie dar. Das oder die Theorien der Homöopathie, ihre theoretischen Grundannahmen führten zu nichts. Unser gesamtes gesichertes medizinisches Wissen, von den übrigen naturwissenschaftlichen Disziplinen ganz zu schweigen, wurde ohne auch nur irgendeinen Beitrag der Homöopathie etc. gefunden. Der Beitrag zu unserem heutigen Wissen ist null. Aber auch dieses Faktum prallt an der Überzeugung ab. Und Scheinargumente, man könnte auch Ausreden sagen, um sich nicht auch nur irgendwie geistig zu bewegen, gibt es unendlich viele.

Die Homöopathie wird postwendend für eine moderne Heilmethode erklärt, obwohl sie ein versteinertes Relikt aus der Geschichte der Medizin darstellt. Wie das geht? Ganz einfach, man spreche z.B. ganz modern von Quantenheilung. Die „höhere Dummheit“ vereinnahmt jede seriöse Wissenschaft. Warum sollte man sich nicht die Kleider der Quantenphysik und der Informatik anziehen.

Diese nicht nur den Homöopathen eigene „höhere Dummheit“ hat sofort erkannt, dass es nach den Gesetzen der Logik nicht möglich ist, eine grundsätzliche Nichtwirksamkeit der Homöopathie zu beweisen. Es liegt leider in der Logik, dass eine allgemein behauptete und unbestimmte Wirkung absolut nicht ausgeschlossen werden kann. Es ist das gewissermaßen das Schicksal der Naturwissenschaft, dass so ein Nachweis nicht geführt werden kann. Die Homöopathie ist eine nicht falsifizierbare Theorie. Daher ist sie dogmatisch und unwissenschaftlich. Sowie aber die Wirkung bei bestimmten Erkrankungen erhoben wird, zeigt sich, dass eben keine Wirkung nachweisbar ist, die über eine Placebowirkung hinausreicht.

#14 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Haben Sie als Heilpraktikerin auch eine Haftpflichtversicherung die bei Behandlungsfehlern einspringt? Müssen sie sich auch einer permanenten Wirtschaftlichkeitsprüfung einer staatlichen Kontrollbehörde unterwerfen und sind regresspflichtig bei sogenannter unwirtschaftlicher Verordnung? Unterliegen sie der Qualitätssicherung ihrer berufsständischen Kammer? Müssen Sie sich regelmäßig Weiterbildungszertifizieren?
Vielleicht reden wie mal weniger über die sicherlich teils vorhandenen Mängel in der klassischen Medizin sondern über die mangelhafte Qualitätskontrolle in der sogenannten Alternativmedizin? Es gibt sicher einige sehr sorgfältig und gut arbeitende Heilpraktiker mit denen man als Arzt gerne Zusammenarbeit. Die Mehrzahl hat aber sicher nur eines im Sinn: Geld mit den Ängsten der Erkrankten zu machen und sich um eine qualifizierte Ausbildung herumzudrücken. Mit zum Teil hanebüchenen Diagnostik- und Therapieverfahren. Ausnahmen bestätigen die Regel.

#13 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Modernes Gesundheitswesen – mit oder ohne Esoterik?

Kann ein modernes Gesundheitswesen seine Aufgaben erfüllen, wenn seine Medizin und seine Pharmazie mit Esoterik überfrachtet werden und sich Aufklärungsfeindlichkeit breitmacht? Die Antwort ist ein klares „Nein“. Aber es scheint trotzdem zu funktionieren. Die Zahlen sprechen für sich.

Die postmoderne pseudowissenschaftliche Bioromantik, voller Schwingung, die den Bildungshintergrund alternativer und ganzheitlicher Medizin abgibt, hat religiös-transzendente Hypothesen in heilige, allmächtige Bioinformation umgewandelt. Heute heilen nicht mehr Rosenkranzperlen und Weihwasser, sondern Globuli und Granderwasser, weil daran geglaubt wird.

Im Grunde geht es um einen so genannten Relativismus. Nach welchen Kriterien und Grundannahmen soll in der Medizin und überhaupt entschieden werden. Wenn abergläubischen und magischen Ansichten der gleiche Stellenwert wie wissenschaftlichen Erkenntnissen und Naturgesetzen eingeräumt wird, muss alles, auch das Absurde, gelten. Es gibt dann auch nichts Absurdes mehr. Alles ist gleich wahr und es gibt dann auch keine gültigen verbindlichen Entscheidungsgrundlagen mehr. Denken wird überflüssig und kann abgeschafft werden. Was in der Gesellschaft bei den Religionen gilt, gilt auch in der Medizin. Die Position „alles geht“ führt in das Nichts.

Dass an Homöopathie geglaubt wird, ist längst keine Einzelerscheinung sondern allgemeiner Konsens. Die Homöopathie wirkt als Ideologie über den Bereich Medizin hinaus. Warum und wie weigern sich die Menschen quer durch die Gesellschaft, die naturwissenschaftliche Aufklärung anzunehmen?

Homöopathie dringt aus der Medizin in den Alltag vor

Die Attraktivität ist ungebrochen. Nahezu alles kann irgendwie homöopathisch behandelt werden. Auch Seuchen wie Ebola werden zum Ziel homöopathischer Behandlungsphantasien. Selbstverständlich gehört heute die Homöopathie zum Repertoire der Veterinärmedizin. Haus- u. Nutztiere werden behandelt und auch im Gartenbau wird Homöopathie angewendet.

Der Aberglaube Homöopathie ist nämlich längst nicht mehr eine medizinische Behandlungsmethode in engerem Sinn. Die magischen Grundlagen des Gesundheitsaberglaubens Homöopathie finden in allen erdenklichen Lebensbereichen Anwendung. So werden auch Pflanzen schon homöopathisch behandelt. Gemäß dem Leitdogma „Gleiches heilt Gleiches“ werden mit Helix tosta Globuli (geröstete Schnecke) Gartenschnecken in Schach gehalten. Homöopathische Informationen werden zur Verbesserung des Wohnraumklimas an die Wand gemalt. Auch bei Mauerentfeuchtungsgeräten – ein eigenes Tummelfeld für Pseudotechnik – wird mit Homöopathie argumentiert.

Es wird eine Wirksamkeit vorgegaukelt. Die unüberbrückbaren Ungereimtheiten und Gegensätze zu Wissenschaft werden hinter transrealen Vorstellungen versteckt. Der Begriff „Homöopathie“ wurde zum Zauberwort. Nichts und niemand hindern, dieses magische Wort auf jeden nur denkbaren Nonsens umsatzsteigernd draufzukleben. Absolut jeder der will, kann sich als Homöopath bezeichnen, sich auf die Homöopathie berufen und irgendwelchen kruden Mittel und Verfahren zumindest das Markenzeichen Homöopathie umhängen. Daran stößt sich auch in der akademischen Homöopathiegemeinde niemand.

Allerdings von Empfehlungen zur Empfängnisverhütung mittels Homöopathie konnte ich bis dato nichts bemerken. Ein katholischer Arzt, der als „Schulmediziner“ bezeichnet wurde, hatte laut angedacht Homosexualität mit Homöopathie zu heilen. Ich darf wiederholen. Es gibt keine ernsthaften Einwände oder laute Proteste gegen diese und andere Skurrilitäten seitens ärztlicher Homöopathiegesellschaften.

Was für aufgeklärte Zeitgenossen ein kurioser Aberglaube ist, gilt für Anhänger als unbedingt wahr also für mehr als nur irgendwie wahrscheinlich oder zufällig. Dafür gibt es verschiedene Gründe und Erklärungen, die nicht isoliert zu sehen sind, die ineinander übergehen und die mit dem Phänomen Aberglaube zusammenhängen.

Mit pseudowissenschaftlichen Argumenten wird das Unwahrscheinliche logisch gemacht und charismatische Scharlatane – heute Gurus oder Wunderheiler genannt – verkünden das neue Heil. Und auch die Anhänger von alternativen, komplementären und ganzheitlichen Heillehren und Modeströmungen streben unter Berufung auf Demokratie und Meinungsfreiheit nach Gleichberechtigung und verlangen immer vehementer die Integration. Das Qualitätskriterium ist die offensichtliche Beliebtheit, mehr nicht.

#12 |
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Dr.E. Berndt
Dr.E. Berndt

Homöopathie – eine moderne Gesundheitsreligion

Die Homöopathie kann aber, weil ihr eine naturwissenschaftlich begründbare Kausalität fehlt, nur so lange wirken, als der Glaube daran verbreitet ist. Daher sind Werbung und Imagepflege für Homöopathie mehr als unbedingt notwendig. Homöopathie greift dazu geschickt verbreitete Vorurteile und Ängste auf und verspricht Erlösung von allen Übeln der Medizin, ja der Zivilisation überhaupt. Nur wer glaubt wird selig, pardon gesund! Zuerst wird das berühmte Bauchgefühl gegen konventionelle Medizin aktiviert und dann mit Homöopathie beruhigt. Nach wie vor wird mit dem Begriff Schulmedizin, der mit unpraktischer weltfremder Wissenschaft und kalter Technik assoziiert wird, die konventionelle Medizin abgewertet.

Die unaufhörlich beschworen Mantras der Homöopathiereligion sind die Begriffe „biologisch“ und „natürlich“ neben „sanft“ und „nebenwirkungsfrei“. Das positive Bild der Homöopathie wird nicht durch Tierversuche, Chemie und Technik beeinträchtigt. Selbstverständlich wird die Homöopathie im Gegensatz zu konventioneller Medizin und Pharmazie als humane „non-Profit-Medizin“ angesehen. Das alles ist selbstverständlich ganzheitlich. Aber ganzheitlich ist lediglich das Fehlen jeder Ratio in der Homöopathie.

Und weil es ein Glaube ist, wird das Marketing entsprechend gestaltet. Besonders Schwangere und Kinder betreuende Mütter zählen zur Zielgruppe und werden umworben. Für diese Zwecke ist ein Kindergarten ein besonders geeigneter Ort um Anhängerinnen zu rekrutieren. Die werdenden Mütter sind von vielen Sorgen und Ängsten erfüllt. Das sind genau die psychologischen Umstände, die notwendig sind, um den Glauben an die Wirksamkeit zu induzieren und Skepsis und Nachdenken für immer auszuschalten.

In aller Regel kommen die Kinder heute gesund zur Welt und wachsen gesund heran. Trotzdem sind Schwangerschaft und Geburt auch dann wenn es nicht zu besonderen Komplikationen kommt, einschneidende und außergewöhnliche Ereignisse, die umfangreiche körperliche und seelische Belastungen nach sich ziehen können. Dieser im Vergleich zu früheren Zeiten weitgehende „normale“ Verlauf wird aber nicht der modernen medizinischen Fürsorge (Schwangerenbetreuung, Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderheilkunde etc.) zugeschrieben sondern der ebenfalls allgegenwärtigen begleitenden homöopathischen Betreuung. Logisch, dass unter diesen Umständen alles und auch die Magie des Hahnemann wirkt. Eine echte kausale objektive Wirksamkeit ist für die subjektive Heilungsempfindung nicht notwendig. Der Gedanke an Hahnemann genügt wie der heilende Blick von Braco, einem Wunderheiler, der in einem weißen Anzug auf der Bühne steht, nichts sagt, sich nicht bewegt sondern nur gegen ein Eintrittsentgelt 10 bis 15 Minuten stumm ins Publikum blickt.

Wie weit die Ausblendung von Fakten und an sich bekannter lebensbedrohender Umstände z.B. beim Gebären gehen kann und welche Rolle den Redaktionen der Abteilung Gesundheit in den Medien zukommt, mag eine Buchbesprechung in der Presse vom 21.9.2014 zeigen.
Unter dem Titel „Eine Geburt allein im Wald“ wurde der Buchtipp „Alleingeburt“ von Sarah Schmid rezensiert. In diesem Buch vertritt die diplomierte Ärztin Schmid sage und schreibe Waldgeburten. Wir sprechen hier nicht vom Gebären in einer idyllischen Schwarzwaldklinik sondern von den Vorteilen des Kreißens auf einer Picknickdecke allein im Wald.

Man stelle sich einen graduierten KFZ-Techniker vor, der in einem Buch etwa mit dem Titel „Befreites Autofahren“ seine bewusstseinserweiternden Vorstellungen und positiven Erfahrungen beim Fahren ohne Sicherheitsgurt schildert und dies zu Stärkung der Fähigkeiten im Umgang mit gefährlichen Situationen empfiehlt. Ich habe keine Zweifel, dass sich dieser Autor einen Idioten schimpfen lassen müsste. Aber wenn es um das Negieren von bekannten aber unvorhersehbaren gesundheitlichen Komplikationen mit lebensgefährlichen Folgen im weiten Bereich der Gesundheit bzw. der Medizin handelt – na dann ist solches Verhalten durchaus salonfähig.

Gerade im Vorschulbereich können den Kindern Werte und Tugenden vermittelt werden. Auch Glauben wird den Kindern als Tugend vermittelt. Homöopathie wird in vielen Bildungseinrichtungen als eine bessere Medizin vermittelt. Ihre Anwendung ist grundsätzlich eine Tugend. Das ist der Anfang eines Glaubens, der dann an Hochschulen für Homöopathie seine Priester und Priesterinnen mit einem scheinintellektuellen akademischen Grad weiht.

#11 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Da war doch was: die Dosis macht das Gift. Das gilt auch für Naturheilverfahren und zwar ausnahmslos. Man kann jemand auch mit Akupunkturnadeln umbringen. Mediziner sind sich der Risiken ihrer Behandlungen i. d. R. sehr bewusst und müssen nicht umsonst über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären und sind für entstehende Schäden bei nicht sachgerechter Therapie haftbar. Und das bei permanentem Zeitdruck. Was mich bei der teils schrägen Diskussion stört ist die Verharmlosung von sogenannten alternativen Heilmethoden. Diese sind genauso potentiell gefährlich Frau Tüffel und dürfen nur nach sorgfältiger Risiko/ Nutzen- Analyse angewandt werden. Haftung?

#10 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

Wie so oft wird hier Amygdalin als schhädlich dargestellt. Leider liegt das daran, daß der Wirkmechanismus nicht verstanden wird. Im übrigen kommt es auf die Dosierung an. Amygdalin ist u.a. in Macadamianüssen, Bittermandeln, Aprikosenkernen u.v.m. enthalten. Also in Nahrungsmitteln, die wir ziemlich oft zu uns nehmen, ohne Schaden zu nehmen. Das Beispiel des Einzelfalles und eines Kindes dazu, ist ebenso irreführend wie die Versprechen von “Wunderheilungen”. Die Entdeckung von Amygdalin und dessen Wirkmechanismus bei Krebs (ca. 1930-1950), verdanken wir Dr. Krebs jr. Wie sein Vater, war auch er Arzt. Er nannte es Vitamin B17, weil er herausfand, daß es in Nahrungsmitteln aufgenommen, der Entwicklung von Tumoren entgegenwirkt, indem es die einzelnen Krebszellen gezielt zerstört, gesunde Zellen aber in keiner Weise beeinträchtigt. In Nahrungsmitteln wirkt es also vorbeugend. Als hochkonzentrierter Extrakt = Amygdalin kann es sehr wirksam sein, erfordert dann aber eine sehr sorgfältige Dosierung. Bei dem Kind wurde also viel zu hoch dosiert!

CAM wird an Universitäten nicht gelehrt. Hier lohnt ein Blick nach England, wo seit 1995 eine enge Kooperation zwischen CAM-Therapeuten und Ärzteschaft sowie Patienten eingeführt wurde. Diese beinhaltet ein engmaschiges Informationsnetz, daß die Ärzte ebenso wie die Patienten über die verfügbaren CAM-Therapien aufklärt und angibt bei welchen Diagnosen der Einsatz bestimmter CAM-Therapien hilfreich ist.

Mediziner sind leider, bis auf wenige Ausnahmen, unzureichend informiert und aufgrund ihrer Ausbildung fällt es ihnen besonders schwer sich in die ganzheitliche Denkweise einzufinden. In der Pharmakologie wird meist von chemischen Einzelwirkstoffen ausgegangen. Vergessen wird hier, daß z.B. Amygdalin als Kerne gegessen, zahlreiche weitere Wirkstoffe enthält, die für die Wirkung ebenso wichtig sind. So wurde das tibetische Heilmittel Padma 28 (Erfahrungen damit etwa 3000 Jahre) für die EU verfälscht, d.h. drei Wirkstoffe, die dazu gehören, dürfen in dem Padma Basic der EU nicht enthalten sein, weil sie angeblich schädlich sind. Bei ca. 24 Wirkstoffen insgesamt bleibt hier die Wirk-Interdependenz ALLER Wirkstoffe zusammen unberücksichtigt. Padma 28 ist nicht gefährlich, hat auch keine Nebenwirkungen, letztere treten nur bei Padma Basic auf. Ein deutlicher Beleg dafür, daß dieses Denken, daß nur Einzelstoffe zu berücksichtigen sind, grundfalsch ist. Alle Wirkstoffe zusammen sind ein Team und arbeiten reibungslos zusammen. Beim Fußball käme man auch nicht auf die Idee den Stürmer zu verbieten, weil er ständig angreift … Das würde das Team zerstören!

Padma 28 – das Original hat Wirkungen bei Durchblutung – fördernd, Arteriosklerose – abbauend, Krampfadern – heilend u.v.m., von denen die Schulmedizin nur träumen kann. Ich habe damit bei mir völlig verhärtete, sehr schmerzhafte, schwere Krampfadern geheilt, die als Folge von Thrombosen entstanden waren. Die Krampadern sind nach einer 4-monatigen Behandlung mit Padma 28 schlichtweg verschwunden, die Venen wieder elastisch, schmerzfrei und erfüllen ihre Funktion wieder wie gesunde Venen. Man benötigt dazu aber das Originalpräparat aus der Schweiz, die EU-Fälschung wirkt bei weitem nicht so gut.

Bei der Schulmedizin werden Naturheilmittel grundsätzlich mit dem Argument: “dieser oder jener Inhaltsstoff sei schädlich” schlecht gemacht und das hat System, von der Pharma gefördert. Denn z.B. Padma 28, flächendeckend eingesetzt, würde einen Einbruch beim Absatz von zahlreichen Chemotherapeutika mit ihren erheblichen Nebenwirkungen verursachen, auch die Dauermedikation wäre nicht mehr erforderlich, denn Padma 28 heilt. Danach ist Schluß mit der Einnahme.

Ich kenne mehrere Ärzte, die inzwischen mehr mit Naturheilkunde arbeiten als mit Chemotherapeutika, auch solche, die NUR noch Naturheilkunde einsetzen, weil sie damit HEILEN können. Auch den Ärzten stößt es bitter auf, daß Chemotherapeutika, fast alle, schwere Nebenwirkungen haben, die dann ein weiteres Medikament zur Unterdrückung erfordern, und dieses hat ebenfalls NW, erfordert ein weiteres Medikament mit NW, und dieses erfordert wiederum ein neues Medikament, und das ad infinitum. So kommt es dann, daß die Patienten 5 oder 10 verschiedene Medikamente einnehmen und trotzdem immer kränker werden statt zu gesunden. Auch die Patienten durchblicken längst die Goldgrube der Pharma und suchen daher Alternativen bei der Naturheilkunde und finden sie meistens auch.

D.h. aber nicht, daß man in bestimmten Fällen, bei bestimmten Diagnosen, nicht trotzdem zur Schulmedizin, zu Antibiotika greift, zum Chirurgen oder Orthopäden geht, weil das dann die richtige Behandlung ist. CAM und Schulmedizin können sich wunderbar ergänzen, zum Wohle des Patienten.
Keine der beiden ist überflüssig, beide werden gebraucht.

Wichtig für Beide ist, sich in die Denkweise des anderen Bereiches einfühlen zu können.

Dieser Forderung “„Wir brauchen daher auch in Deutschland […] eine Forschungsförderung, die dem Stellenwert der Alternativmedizin gerecht wird“, fordert Gerbsch.” stimme ich voll und ganz zu, aber bitte unabhängige Forschung, nicht von der Pharma finanziert, da wir sonst den Bock zum Gärtner machen.

PS: dies soll keine Werbung für Padma 28 sein, es steht stellvertretend für zahlreiche Naturheilmittel und ist nur ein Beispiel von vielen mehr.

#9 |
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HP Jessie Jandt
HP Jessie Jandt

Verständlicher Weise informieren Patienten ihren Onkologen über alternative Zusatztherapien deshalb nicht, weil sie den abwertenden Kommentar befürchten. Es kommt sogar häufig vor, dass sie vom Arzt beschimpft werden.
Ich selbst lebe seit 6 Jahren mit einem ossär und pulmonal metastasierten Mamma-Ca. Rezidiv in sehr gutem Zustand. Mit einer stark KH-reduzierten und giftfreien Ernährung sowie krebshemmenden Nahrungsergänzungsmitteln wie
z. B. Curcuma, Resveratrol usw. habe ich nicht nur die Progression gestoppt sondern auch die Lu-Metastasen sind verschwunden! Entscheidend ist aber auch ein emotionelles Gleichgewicht und Vertrauen in die Heilkraft des Körpers!

#8 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Die Äußerung von Hrn Blasejewicz, #2, ist doch das entscheidende:

wer zahlt aufwendige und dadurch teure Studien für etwas, was nicht patentiert werden kann? Wenn es nicht die Krankenkassen machen und sich auch das Gesundheitsministerium nicht zuständig sieht, wer dann?
Dann bleiben wir auf Indizien “ohne Evidenz” angewiesen.
Das wird von den AutorenInnen von “Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett” sehr deutlich herausgestellt

Oder doch über crowdfunding?
Darüber sollten die Personen oder Organisationen, die bzw. in denen alternative Heilmethoden vertreten werden, einmal nachdenken.
Ich stehe der konventionellen Medizin nicht ablehnend gegenüber, doch das Potential unterstützender und alternativer Behandlungen wird nicht ausgeschöpft. Auch könnten sich aus diesen Behandlungen Präventionsmöglichkeiten eröffnen, die keine konventionelle Medizin anbieten kann.

#7 |
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Eine sehr richtige Schlussfolgerung. Man könnte auch einmal den o.a. Satz: “warnen die Wissenschaftler vor dem unkritischen Gebrauch komplementärmedizinischer Mittel in der Krebstherapie” umkehren: “warnt die Bevölkerung vor dem unkritischen Gebrauch konventionellmedizinischer Mittel in der Krebstherapie”, da deren Erfolge doch sehr zu wünschen übrig lassen.

#6 |
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Dr. Franz Blaes
Dr. Franz Blaes

Zur Gefitinib-Chinesische Medizin-Studie sollten man aber der Korrektheit wegen erwähnen, dass es sich a) um eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie gehandelt hat, b) das progressionsfreie Überleben sich lediglich um 6 Wochen unterschieden hat und c) in der Gruppe Gefitinib mit TCM 81% einen unbekannten EGFR-Status hatten, während dieser in nur 19% der Gefitinib-Patienten ohne TCM unbekannt war, was zumindest den Verdacht eines systematischen Fehlers nahelegt.

#5 |
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Dipl.-Ing. Stephan Krützner
Dipl.-Ing. Stephan Krützner

Mal aus Sicht eines Betroffenen (bin ich leider auch): Mein Eindruck ist, dass das konsequente Abfragen bzw. Berichten über begleitende Behandlungen eher lästig ist, wenn es um laufende Studien geht. Schließlich ist das nicht im Studiendesign berücksichtigt und würde die Studie erheblich aufblähen.
So begrüßenswert die Durchführung von Studien zu diesem Thema wäre, so schwierig bleibt die Frage der Finanzierung. Warum sollte der Hersteller eines teuren Präparates interessiert sein an Alternativen außerhalb seines Portfolios?

#4 |
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Daß von den Pharmaunternehmen eine Zunahme des progressionsfreien Überlebens bzw. des medianen Überlebens von zum Teil nur 3 Monaten als statistisch signifikant vermarktet wird, allerdings bei immensen Kosten und auch bei erheblichen Nebenwirkungen, bei denen die Betroffenen mehr Zeit in einer Klinik verbringen als überhaupt noch am Leben teilzuhaben, finde ich in Zeiten immer knapper werdender Sozialkassen/Krankenkassenbudgets pervers!
Daß unser Medizinwissen zur Komplementärmedizin und Naturheilkunde meistens sehr beschränkt ist, liegt am Studium insbesondere der Pharmazie, die an sich schon von der Pharmlobby gelenkt wird. Zu den Grundlagen der Homöopathie gab es damals im Studium eine einzige Vorlesung, die von vielen Studenten demonstrativ verlassen wurde, weil der Pharmprof. alles an der Homöopathie lächerlich dargestellt hat. Kein Wunder, wenn sich dann nur noch die Heilpraktiker damit beschäftigen…..

#3 |
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Weitere medizinische Berufe

Guten Abend aus Japan
(wo ich als Akupunktur-HANDWERKER seit 30 Jahren Patienten betreue).
Ich habe den Artikel noch gar nicht ganz gelesen und bin als nicht-Akademiker wohl auch nicht in der Lage, mich auf komplexe Diskussionen einzulassen.
Nur eine kurze Bemerkung. Am Anfang des Artikels stand (und dergleichen steht in unzähligen gleichartigen Artikeln): “… trotz spärlicher Studienlage …”.
Das ist sicher richtig. Aber wie wäre es denn, wenn all die Leute die MEHR Studien/Forschungen/Evidenz etc. fordern, auch einmal das Geld für derartige Forschungen zur Verfügung stellen?
Ich habe keine Zahlen parat, aber es wäre sicher einmal SEHR aufschlussreich direkt zu vergleichen, wie viel Geld beispielsweise für pharmakologische Studien einerseits und Akupunkturstudien andererseits ausgegeben wird. Ein solcher Vergleich würde es HÖCHSTWAHRSCHEINLICH sofort für jedermann verständlich machen, warum so “wenig Evidenz” für CAM verfügbar ist.
Aber die Einzelheiten überlasse ich lieber den Akademikern …

#2 |
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Weitere medizinische Berufe

Ergänzender Hinweis: Das Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie – Kokon – stellt hierzu ebenfalls viele Informationen bereit: http://www.kompetenznetz-kokon.de/

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