T-Zell-Funktion: Peptid-Interaktion entscheidend

22. Dezember 2014
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Eine erfolgreiche Immunantwort hängt zu großen Teilen von der richtigen Balance zwischen Effektor- und Suppressor-T-Zellen ab. Ein neues Modell erklärt, wie und wann die Entscheidung fällt, welche Rolle eine T-Zelle im Körper spielen wird.

Um ihre Funktion auszufüllen und keine Überreaktion zu verursachen, müssen T-Zellen selbst ebenfalls reguliert werden. Diese Rolle übernehmen spezielle T-Zellen, die regulatorischen oder Suppressor-T-Zellen. „Das richtige Gleichgewicht zwischen T-Zellen, die Erreger bekämpfen und solchen, die die Immunantwort runterregulieren, ist wichtig. Nur so kann eine Überreaktion oder ein Einschlafen der Immunantwort verhindert werden, beides könnte zu Autoimmunität oder Krebs führen“, sagt Sahamoddin Khailaie, Erstautor einer diesbezüglichen Studie aus der Abteilung „System-Immunologie“ am HZI.

Beide T-Zell-Typen entstehen aus denselben Vorgängerzellen im Thymus. Allerdings ist bisher wenig darüber bekannt, wie bestimmt wird, welche Zellen später welche Funktion übernehmen. Khailaie und Kollegen haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, dass erklärt, wie die Vorläuferzellen Informationen aus ihrer Umgebung aufnehmen und wie diese Informationen ihr Schicksal beeinflussen.

Thymozyten bilden während der Entstehung zufällig generierte T-Zell-Rezeptoren aus, die in der Lage sind, sowohl fremde als auch körpereigene Peptide zu erkennen. In der Entstehungsphase kommen die Vorläuferzellen mit einer ganzen Reihe von antigen-präsentierenden Zellen in Kontakt, die ihnen verschiedenste Peptide zeigen. Durch den Kontakt entwickeln sich die T-Zellen dann entweder zu Suppressor- oder Effektor-T-Zellen. „Unser Modell sagt aus, dass vor allem die permanente Interaktion mit verschiedenen Peptiden dafür entscheidend ist, welche Funktion eine T-Zelle später übernimmt“, sagt Khailaie.

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T-Zellen in der Interaktion mit antigen-präsentierenden Zellen in den Lymphknoten. © HZI/Rohde

Es ist wichtig zu wissen, wie die Zelle die Entscheidung trifft und wann welche Art von T-Zellen verstärkt produziert wird, da Wissenschaftler so diesen Entscheidungsprozess manipulieren können. „Wenn wir die Balance nach unseren Bedürfnissen verändern könnten, könnten wir auch Probleme beheben, die aus einem fehlgesteuerten Selektionsprozess resultieren“, sagt Khailaie.

Originalpublikation:

A signal integration model of thymic selection and natural regulatory T cell commitment
Sahamoddin Khailaie et al.; J Immunol., doi: 10.4049/jimmunol.1400889; 2014

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Forschung, Medizin

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2 Kommentare:

Gast
Gast

Also,wenn denn T-Zellen s-Interleukine ausschütten, werden diese doch irgendwo im Chromosom gebunden oder nicht? Ob das auch der Fall ist bei Granulozyten und so einlass haben um in der Zelle was zu bewirken/binden, schliesslich enthält diese ja nicht nur ein Granulat oder wie sonst kann man CEA’s Bindungen verstehen?

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Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Interessant könnte bei diesem Prozess zB der Zusammenhang mit Endorphinen sein

#1 |
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