Grüner Tee: Polyphenole unter der Lupe

22. Dezember 2014
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Antioxidantien machen freie Radikale im Körper unschädlich. Polyphenole, wie sie im Grünen Tee vorkommen, sind effiziente Antioxidantien. Chemiker untersuchten sie auf molekularer Ebene und belegten, dass diese mehrere aktive Zentren besitzen.

„Bislang wurde die antioxidative Eigenschaft von Grünem Tee vor allem quantitativ bewertet, mit Messungen im Minutenbereich. Die wirklich entscheidenden Prozesse passieren aber in viel kürzeren Zeitskalen auf der molekularen Ebene“, erklärt Georg Gescheidt-Demner vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der TU Graz. Sein Team beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Radikalchemie und ist in der Lage, mit sehr spezifischen schnelldetektierenden Methoden Radikale im Nanosekundenbereich zu beobachten. Mittels der sogenannten zeitauflösenden EPR-Spektroskopie haben die Forscher die Polyphenole des Grüntees unter die Lupe genommen und dabei festgestellt: „Die Polyphenole des grünen Tees besitzen nicht wie bislang angenommen nur ein, sondern gleich mehrere Zentren. Diese übertragen unabhängig voneinander Wasserstoffatome auf freie Radikale und wandeln die schädlichen freien Radikale in harmlose Moleküle um“, schildert Georg Gescheidt-Demner.

Grundlagenerkenntnis mit Anti Aging-Relevanz

Diese grundlegende Erkenntnis des TU Graz-Teams dürfte auch andernorts von Interesse sein: „Dieses Forschungsergebnis kann die Entwicklung aktiver Substanzen für Antioxidantien anregen – Stichwort Anti-Aging-Produkte“, so Gescheidt-Demner. Auch weitere Polyphenole, beispielsweise das in Rotwein vorkommende Resveratrol, werden nun von den Chemikern genauer unter die Lupe genommen.

Originalpublikation:


Kurzlebige Phenoxylradikale aus Polyphenolen des Grünen Tees und hochreaktive Sauerstoffspezies: Detektion mittels zeitauflösender EPR-Spektroskopie
Georg Gescheidt-Demner et al.; Angewandte Chemie, doi: 10.1002/ange.201407995; 2014

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3 Kommentare:

Gast
Gast

@Dagmar Rohrmüller-Zippel, Sie Bedauernswerte können nicht lesen?

Ist es denn eine Frage der Farbe?
.. oder ist es eine Frage der Sorte?
… oder eine Frage der Zubereitung?
…. gehört dazu auch der Mate-Tee?
… oder nur chinesische, japanische oder Indische Sorten?
… in Afrika soll auch irgendwas “Gesundes” angebaut werden,
angeblich wächst dort eigentlich fast alles besonders gut.

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Dagmar Rohrmüller-Zippel
Dagmar Rohrmüller-Zippel

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

#2 |
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Gast
Gast

Weis jemand welche Teesorten nun genau diese Polyphenole beinhalten?
Offenbar nicht der klassische schwarze Tee.
Und der Hagebuttentee?

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