Larynxkarzinom: PAK-Kontakt als Auslöser

18. Dezember 2014
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Der kausale Zusammenhang zwischen der beruflichen Exposition mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und der Entstehung von Kehlkopfkrebs wurde nun belegt. Beruflich Exponierte besitzen demnach sogar eine 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit zu erkranken.

Laut einer Studie der Deutschen Krebsgesellschaft von 2013 erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 4.000 Männer und 500 Frauen an Kehlkopfkrebs. Neben Tabak- und Alkoholkonsum sind auch verschiedene Stoffe als Ursache in Diskussion, unter ihnen PAK. Bereits 2009 wurde durch PAK verursachter Lungenkrebs in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Für Kehlkopfkrebs fehlte hierzu bislang die wissenschaftliche Evidenz.

Der nun von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlichte systematische Review mit Metaanalyse vergleicht die Ergebnisse zahlreicher epidemiologischer Studien und kommt zu einem eindeutigen Schluss. Es besteht ein robuster Zusammenhang zwischen der beruflichen PAK-Exposition und der Entstehung von Kehlkopfkrebs. Die Wahrscheinlichkeit für diese Erkrankung steigt bei beruflich Exponierten um rund 40 Prozent an.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie, nachdem alle wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema bis 2011 ermittelt und nach qualitativen Kriterien bewertet wurden. Anschließend blieben 62 Studien übrig, deren Qualität, Fragestellung und methodischer Ansatz ausreichten, um gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Die Ergebnisse des Gutachtens können als Basis für eine gesundheitsbezogene politische Entscheidungsfindung dienen. Politische Entscheidungsträger, Akteure des betrieblichen Gesundheitsschutzes und die wissenschaftliche Fachwelt können nun auf evidenzbasierte Informationen zurückgreifen und sich umfassend informieren.

Originalpublikation:



Berufliche Exposition mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Larynxkarzinom – ein systematischer Review
Mandy Wagner et al.; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2014

20 Wertungen (4.6 ø)
Forschung, Medizin

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6 Kommentare:

Peter Michael Kohn
Peter Michael Kohn

Pak findet man zuhauf in Bodenbelägen in gewerblichen Innenräumen auf Bitumenbasis, erkennbar meist anhand der vielen Steinkörnchen auf der Bodenoberfläche. Pak dünstet hier über Jahrzehnte aus und wird meist nicht über Gerüche wahrgenommen. Die ARGE Bau hat deshalb bereits im Jahr 2000 ein Informationsblatt herausgegeben, das auf diese Gefahren hinweist. Doch weil dieses Infoblatt weitgehend unbekannt gblieben ist, wurden diese problematischen Bodenbeläge meist nicht ausgetauscht. Sie gefährden nach wie vor betriebliche Mitarbeiter und Kunden.

#6 |
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Diätassistent

und oft kann man es riechen, vorwiegend in Billigläden, schwarze Gummi und Kunststoffteile (Spielzeuge, Werkzeuggriffe, Haushaltsgeräte), typischer leicht stechender Teergeruch, manchmal tränen auch die Augen.

#5 |
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PAKs finden sich neben anderen Cancerogenen und Toxinen (z. B. Azo-Farbstoffe, Schwermetalle) auch in teils abenteuerlich hoher Konentration in unzureichend gereinigten schwarzen Tattootinten („Carbon Black“), deren Farbkomponente aus dem Erdölprodukt Ruß gewonnen wird (Analyseergebnisse wurde auf Fachtagung zur Riskobewertung von Tattoos 2013 vorgestellt). Die aktuelle “Tattoo-Manie” lässt Schlimmes für die Zukunft befürchten.

#4 |
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Robert IBhessler
Robert IBhessler

@ Daniel Petrak

Lesen hilft, siehe Link.

#3 |
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Heilpraktiker

Blöde Frage: wo konkret in der Arbeitswelt findet man denn diese relevanten Mengen an PAK?

#2 |
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Stephan Kurz
Stephan Kurz

der kausale Zusammenhang wurde belegt mit Epidemiologie …

#1 |
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