Vitamin-B12-Mangel: Nicht Fisch, nicht Fleisch

8. Januar 2015
Teilen

Dass viele ältere Menschen an Vitamin-B12-Mangel leiden, ist bekannt. Doch auch bei Jüngeren sollte dieser Vitaminmangel in Betracht gezogen werden. Besonders gefährdet sind Veganer und Vegetarier. Zudem liefert jeder dritte bis vierte Bluttest ein falsch-normales Ergebnis.

Bei Patienten mit unklaren neurologischen Störungen sollte auch ein Vitamin-B12-Mangel ursächlich in Betracht gezogen werden. Denn die typischen neurologischen Symptome – wie Parästhesien, Blässe, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche und Depression – werden nicht immer von der für den Vitamin-B12-Mangel klassischen megaloblastären Anämie begleitet. Und erst im Spätstadium des Vitamin-B12-Mangels zeigt sich das klinische Vollbild der Funikulären Myelose.

Vitamin B12 (Cobalamin) ist für die Blutbildung, Zellteilung und Funktion des Nervensystems unerlässlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Aufnahme von 3 µg pro Tag, andere Länder liegen in ihren Empfehlungen allerdings deutlich darunter. Ältere Menschen und Schwangere haben jedoch einen höheren Vitamin-B12-Bedarf. Den höchsten Vitamin-B12-Gehalt weisen tierische Produkte auf, darunter vor allem Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier.

90 Prozent der Veganer haben Vitamin-B12-Mangel

Die körpereigenen Speicher für Vitamin B12 – bis zu 2 mg in der Leber und weitere 2 mg in anderen Organen – reichen bei absoluter Abstinenz für etwa drei Jahre. Trotzdem leiden deutlich mehr Menschen an einem Vitamin-B12-Mangel als bislang angenommen. In einer im November 2014 veröffentlichten Studie untersuchten Flavia Fayet-Moore und Kollegen die Vitamin-B12-Versorgung von 308 gesunden australischen Studentinnen im Alter von 18 bis 35 Jahren. Die Studie zeigt, dass 11,3 % der untersuchten Frauen eine abnorm geringe Vitamin-B12-Konzentration von weniger als 120 pmol/l im Blut aufwiesen. Legt man stattdessen einen Grenzwert von 185 pmol/l fest, steigt die Zahl der betroffenen Frauen auf 42,1 %. Außerdem zeigten 4,7 % der Frauen einen erhöhten Wert von größer als 0,34 µmol/l für Methylmalonsäure, einem funktionellen Indikator für die Vitamin-B12-Versorgung. Grund hierfür sind wahrscheinlich die veränderten Ernährungsgewohnheiten: Immer mehr Menschen halten Diät oder verzichten ganz auf Fleisch oder sämtliche tierische Produkte.

„Die tägliche Aufnahme von Vitamin B12 liegt in Deutschland im Durchschnitt über 5 Mikrogramm“, erklärt Prof. Claus Leitzmann, emeritierter Ernährungswissenschaftler der Universität Gießen. Trotzdem sind zahlreiche Personengruppen von einem Vitamin-B12-Mangel betroffen. Besonders Veganer seien gefährdet: „Wir haben in einer Untersuchung bei 70 Prozent der Vegetarier und 90 Prozent der Veganer einen Vitamin-B12-Mangel festgestellt“, berichtet Prof. Rima Obeid von der Uniklinik Saarbrücken. Pflanzenprodukte enthalten nur in Ausnahmefällen Vitamin B12; die meisten veganen Produkte sind daher nicht geeignet, um eine ausreichende Zufuhr an Vitamin B12 zu gewährleisten. Dementsprechend sind Ovo-Lakto-Vegetarier weniger gefährdet, einen Vitamin-B12-Mangel zu erleiden, wenn sie regelmäßig Eier und Milchprodukte verzehren.

Krank trotz ausreichender Vitamin-B12-Zufuhr

Ein Vitamin-B12-Mangel ist auch durch bestimmte Krankheiten möglich. Ein Defizit an Intrinsic Factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 entscheidend ist, kann beispielsweise durch eine chronische Gastritis (ausgelöst durch die Bildung von Autoantikörpern gegen Parietalzellen oder den Intrinsic Factor) oder eine Magenresektion verursacht werden. Auch das terminale Ileum kann in seiner Funktion beeinträchtigt sein, zum Beispiel durch eine Resektion oder entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.

Doch auch Medikamente können einen negativen Effekt auf die Vitamin-B12-Versorgung haben: Gleich zwei im Juni unabhängig voneinander veröffentlichte Studien belegen, dass Metformin bei Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 2 oder polyzystischem Ovarialsyndrom leiden, zu einer statistisch signifikanten Reduktion des Vitamin-B12-Spiegels im Blut führt, und dass das Ausmaß der Reduktion von der verabreichten Metformin-Dosis abhängt. Zudem können Medikamente zur Hemmung der Magensäure-Sekretion, beispielsweise Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker, einen Vitamin-B12-Mangel auslösen, wie Lam und Kollegen in einer Studie aus dem Jahr 2013 zeigen.

Kontroverse um den richtigen Vitamin-B12-Test

Vitamin B12 liegt im Blut in zwei Formen vor: Gebunden an Transcobalamin (TC) oder gebunden an Haptocorrin (Holohaptocorrin). Bei der an TC gebundenen Form (Holotranscobalamin, Holo-TC) handelt es sich um die metabolisch aktive Form von Vitamin B12. Diese Form macht jedoch nur ca. 20 % der Vitamin-B12-Menge aus, die restlichen 80 % liegen als Holohaptocorrin vor. Zwar existieren Assays, die zwischen diesen beiden Formen unterscheiden können, aus Kostengründen wird jedoch häufig nur der Gesamt-Vitamin-B12-Spiegel bestimmt – als normal gilt ein Wert von 150-800 pmol/l.

Doch die Genauigkeit dieser Tests ist umstritten: Bereits in einer 2012 veröffentlichten Studie stellten die Autoren Carmel und Agrawal fest, dass die getesteten Immunoassays (competitive-binding luminescence-based assays, CBLAs) in 22 bis 35 % der Fälle ein falsch-negatives Ergebnis lieferten. Hierbei scheint das Hauptproblem das Vorhandensein von Intrinsic-Factor-Autoantikörpern im Serum zu sein, die mit den Assay-Antikörpern interferieren. Eine von Roche Diagnostics finanzierte Studie konnte dagegen keine Hinweise darauf finden, dass das CBLA-System von Roche (Elecsys®) zu falsch-negativen Ergebnissen führt.

In Anbetracht dieser Ergebnisse sind die Experten sich darüber einig, dass ausschließlich eine Bestimmung des Holo-TC-Werts wirklich aussagekräftig ist: „Nur der Holo-TC lässt erkennen, wie viel verwertbares Vitamin B12 für die Körperzellen verfügbar ist“, betont Prof. Obeid. Sie erklärt: „Im Vergleich zu den entstehenden Folgekosten fallen die knapp 50 Euro für die Bestimmung des Holo-TC nicht ins Gewicht.“

234 Wertungen (4.49 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

61 Kommentare:

Science again
Science again

Leider war mein letzter Post nicht vollständig.
Ergebnisse der Lifestyle Determinants and Mortality in German
Vegetarians and Health-Conscious Persons: Results of a 21-Year Follow-up.

Beim Krebsrisiko war in dieser Studie kein Unterschied zwischen sehr wenig Fleischessern und Vegetariern (leider keine Veganer zum Vergleich vorhanden wie in den Adventisten Studien)
The lack of clear differences in cancer mortality between vegetarians and nonvegetarians may indicate that, for the relevant cancer sites, moderate meat
consumption plays a less important role in populations or groups with a healthy lifestyle and diet high in vegetables, fruits, and grains.

Soweit so gut. Für ischämische Hewrzkrankheiten war das Risiko aber trotzdem auch bei den Sehr wenig Fleischessern höher, als bei den Vegetariern.
For ischemic heart disease, the lower mortality among vegetarians may truly be attributed to abstinence from meat. When we examined the influence of dietary variables on mortality within the cohort, taking into account all other lifestyle factors, we found regular consumption of meat, meat products, and fish to be associated with a significantly increased risk for ischemic heart disease with aclear dose-response relationship.

Tut mir leid überzeugt mich jetzt nicht von der Mär des ach so gesunden Fleischs, wenn sogar in der einzigen Stuide die Sie einbringen, die Fleischesser schlechter wegkommen.

Ich vertraue dann doch eher beispielsweise auf das NCI und den WCRF, wie unten zitiert. Der aktuelle wissenschaftliche Konsens scheint mir zu sein, das verarbeitetes Fleisch das Kolonkrebsrisiko erhöht und rotes Fleisch ebenso, aber in Maßen (-300g/w) konsumiert werden kann. Es schadet, aber laut diesen Empfehlungen nicht, es komplett wegzulassen.
Natürlich muss man um diesen moderaten Konsum durchzuführen, die ökologischen und sozialen folgen der “Nutztierhaltung” komplett verdränden.

#61 |
  0
Gast
Gast
#60 |
  0
Gast
Gast

Bin seit über 30 Jahren Prescetarierin ( esse ab u. zu noch Fisch, wenn auch selten ). Dank Aloe Vera-Gel, Müslis mit etwas Moringa- u. Lucuma Pulver sowie ab u. zu Blütenpollen ( müssen aber gut eingespeichelt werden), habe ich bisher keine Mängel. Muss dazu sagen, dass ich weder rauche, noch Alkohol trinke u. auch sonst viel für meine Gesundheit tue. Mache Sport etc…Meine Blutwerte sind laut Arzt sehr gut. Auch mein Darm ist laut Facharzt bei einer Routineuntersuchung in bestem Zustand. Was möchte man mehr!Warum wird hier so stark gegen Vegetarier gewettert? Sicherlich wird der Eine o. Andere bei ständiger Konfrontation mal nicht so freundlich zu sprechen sein, aber ist dies nicht auch anders herum genauso? Wie wehement verteidigen Fleischesser ihr Fleisch! Kenne Vegetarier/innen die weder Krebs haben, o. beim Tod hatten. Sie hatten weder Nervenprobleme noch sonstige größere Probleme als sie in hohem Alter gestorben sind! Sicherlich hängt die Gesundheit vom Essen ab, aber ob ein ab u. zu Fleischesser gesünder lebt? Kann es kaum glauben, da ich auch solche kenne! Denke es bleibt Jedem selber überlassen, wie er sich ernährt! Kann dass positive darstellen von Fleischessern nicht durch erkaufte Studien erfolgt sein???? Es ist ja bekannt, dass gerade wenn etwas positiv dargestellt werden soll u. ein Konzern Geld dafür bekommt sich urplötzlich Fakten zum positiven wenden! [Anmerk. der Redaktion: Der Kommentar wurde aufgrund werblicher Inhalte gekürzt.]

#59 |
  2
Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

danke #57, @Science again, weder die deutsche Vegetarierstudie, noch sonst eine erlaubt die Schlussfolgerung, dass es ein Nachteil wäre mehr als 2x die Woche Fleisch zu essen.

Auch in diesem Kollektiv hatten die Fleischesser weniger körperliche Bewegung und mehr geraucht etc. und trotz dieser Unterschiede, man nennt sie confounder, waren die Fleischesser noch im Vorteil.
Sehr dumm, das nicht zur Kenntnis zu nehmen
und damit Vegetarier FALSCH zu beraten.
Die meisten diesbezgl. Vergleiche setzten daher Äpfel mit Birnen gleich.
Aber wissenschaftlich ist da wirklich nichts zu machen.

Das erinnert auch an den heiligen Krieg gegen die erfolgreiche Atkinsdiet (low carb),
der man nie die vermuteten Schäden einer Eiweißüberlastung wissenschaftlich nachweisen konnte. Man muss halt Ideologie und Wissenschaft schön säuberlich auseinander halten. Da hilft auch kein Pseudonym “science”.
Und ernährungswissenschaftlich muss man Kalorienüberschuss von größerer Eiweißaufnahme trennen, das sind völlig andere Stoffwechsel-Tabestände,
wobei Kalorien-Überschuss durch Kohlenhydraten schlimmer ist als durch Fett.
mfG

#58 |
  2
Arzt
Arzt

Was sagt die Studie genau:
Fleischesser dieser Studie, die fast so gesund leben wie die Vegetarier
1) leben länger als Vegetarier
2) haben für alle Todesursachen ein GERINGERES Risiko als die deutschen Durchschnittsraten, EINSCHLIEßLICH des Colon-Ca,
SMR “compared with the general population”

dagegen haben Vegetarier in einigen Fälle, ein HÖHERES Risiko als die Durchschnittsbevölkerung,
Ovarial-Ca 148 % SMR, Mental disorders 112%, Diseases of the nervous system 137%, erstaunlicherweise auch beim Urogenitalsystem und bei Unfällen, wobei über durchschnittliche Todesfälle bei cerebralen und neurologischen Erkrankungen nur die Spitze eines Eisbergs sind, da man daran eher selten stirbt,
die sich zwanglos mit Vit.B12-Mangel erklären lassen.

Fazit: gesunde Lebensführung und Ernährung ist günstig,
Verzicht auf Fleisch ist ungünstig!

#57 |
  2
Science again
Science again

@ Dr. Bayerl
In der Studie wurden Vegetarier mit Nicht-Vegetariern verglichen. Der unterdurchschnittliche Fleischkonsum der Nicht-Vegetarier wird in der Studie auch extra erwähnt:
“It should be pointedout, however, that even among the nonvegetarians in our study, there were only 0.4% (1.6%) who reported consuming meat (meat products) daily, 6.5% (4.9%) frequently ( less than 3 times/ wk but not daily), and 28.1% (18.7%) occasionally (more than once a month but

#56 |
  0
Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Science again, mit Vegetariern ist schwer neutral zu diskutieren;
die Primitivsprache Englisch ist noch lange keine Garantie für “Wissenschaftlichkeit” und die Aussagen sind zudem vage:
…There is limited evidence
….but further studies are needed
… the relations with other cancers are unclear
Bei Krebs hört man immer nur das Colon, schon irgendwo hier beantwortet, ein protektiver Effekt von Ballaststoffen für das Colon, hat nichts mit Fleisch zu tun.
Bei allen anderen Krebsarten steigt das Krebsrisiko für den Vegetarier insbesondere für Frauen, Neurologie- und interessanterweise Unfalltod nimmt ebenso zu.
Zu lesen in der 21-jährigen Verlaufsstudie Uni Heidelberg,
die jeder Vegetarier kennen sollte:

Lifestyle Determinants and Mortality in German Vegetarians and Health-Conscious Persons: Results of a 21-Year Follow-up
in
Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2005;14(4). April 2005

Es ist doch nur zum Nutzen dieser Menschen, das zu wissen
und durch Nahrungsergänzung gegenzusteuern,
wie man das sogar bei Tieren macht.

mfG

#55 |
  1
Science again
Science again

Respekt! Das kann nicht jeder so schnell und fundiert bewerten.
Schön auch das ihre Aussagen keiner Quellenangeben bedürfen.

#54 |
  0
Gast
Gast

Sehr schade, dass sich sonst Niemand gemeldet hat, der seit Jahren Vegetarier ist u. trotzdem von bester Gesundheit strotzt. Bin seit vielen Jahren Vegetarier u. meine Blutwerte sind bestens! Wichtig ist aber wie schon von anderen festgestellt, dass man sich über Ernährung gut auskennt u. auch entsprechend lebt!

#53 |
  1
Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

junk Science again!

#52 |
  3
Science again
Science again

Results: Red meat, dietary fat and milk intake should be minimised as they appear to increase the risk of prostate cancer. Fruit and vegetables and polyphenols may be preventive in prostate cancer, but further studies are needed to draw more solid conclusions and to clarify their role in patients with an established diagnosis of prostate cancer.

Mandair et al. Nutrition & Metabolism 2014, 11:30
http://www.nutritionandmetabolism.com/content/11/1/30

#51 |
  0
Science again
Science again

Results: Both vegetarian diets and prudent diets allowing small amounts of red
meat are associated with reduced risk of diseases, particularly CHD and type 2
diabetes. There is limited evidence of an association between vegetarian diets and cancer prevention. Evidence linking red meat intake, particularly processed meat, and increased risk of CHD, cancer and type 2 diabetes is convincing and provides indirect support for consumption of a plant-based diet.

Public Health Nutrition: 15(12), 2287–2294
doi:10.1017/S1368980012000936

#50 |
  0
Science again
Science again

There are several potential mechanisms relating meat to cancer, including heterocyclic amines, polycyclic aromatic hydrocarbons, N-nitroso compounds, and heme iron. Although the evidence in favor of a link between red and processed meat and colorectal cancer is convincing, the relations with other cancers are unclear.

Am J Clin Nutr
doi: 10.3945/ajcn.113.071597.

#49 |
  0
Science
Science

We summarized available evidence from three prospective cohorts of Adventists in North America: Adventist Mortality Study, Adventist Health
Study, and Adventist Health Study-2. Non-vegetarian diets were compared to vegetarian dietary patterns (i.e., vegan and lacto-ovo-vegetarian) on selected health outcomes. Vegetarian diets confer protection against cardiovascular diseases, cardiometabolic risk factors, some cancers and total mortality. Compared to lacto-ovo-vegetarian diets, vegan diets seem to offer additional protection for obesity, hypertension, type-2 diabetes, and cardiovascular mortality. Males experience greater health benefits than females. Limited
prospective data is available on vegetarian diets and body weight change. Large randomized intervention trials on the effects of vegetarian diet patterns on neurological and cognitive functions, obesity, diabetes, and other cardiovascular outcomes are warranted to make meaningful recommendations.

Nutrients 2014, 6, 2131-2147; doi:10.3390/nu6062131

#48 |
  0
Arzt
Arzt

Ein uraltes Beispiel für die Bedeutung der “richtigen” Aminosäuren (essentiell) zeigt ein Rattenversuch, bei dem man die essentiellen AS geteilt hat und zeitversetzt gegeben hat, die eine Hälfte morgens, die andere abends. Das reichte schon zum kontinuierlichen Gewichtsverlust. “Vegetarische” Ernährung hat auch hier Nachteile durch Defizite bei den verzweigtkettigen AS ( Valin, Leucin und Isoleucin), die alle zu den essentiellen gehören. Fragen Sie mal einen nicht-medizinischen Ernährungsberater, oder noch schlimmer einen Psychologen,
die haben meist keine Ahnung davon.
Wenn man also von der normalen Ernährung abweichen möchte, ist eine grobe Daumenregel für die Bewertung eines Produkts immer der Eiweißgehalt, denn das sind keine auch Depots, sondern lebende Zellen die Vitamine und Spurenelemente mit einschließen.
Holländische Schweinezüchter sparen z.B. nach der gesetzlich vorgeschriebenen Umstellung auf rein vegetarisches Futter (nach BSE) sowohl Futtermenge wie entsprechend auch Kotmenge durch gezielte Zugeben von solchen (teuren) Aminosären (Lysin), was ihnen die Uni´s in Holland wissenschaftlich ausgerechnet haben.

#47 |
  1
Arzt
Arzt

Frau Hirschfeld das freut mich sehr, denn es ist der einzig wirksame Schutz gegen Pseudowissenschaft und Pseudomedizin. Studium war im Gegensatz zur Schule nie eine Einbahnstraße, sondern immer auch selbstmotivierte Eigenbemühung, die früher mit der Dr.-Arbeit ihren Abschluss als Befähigungsnachweis für diese Selbständigkeit erreichte. Ich habe z.B. zusätzlich in die Psychologie (Hauptvorlesung) reingeschaut, aber auch in die Mathematik und die “Biophysik”, die es bei uns gab.
Ich gebe Ihnen recht, dass die Ernährungsberatung für “normale Menschen” im Studium eher zu kurz kommt. Bei behandlungsbedürftigen Kranken ist das anders, beginnt allerdings erst nach dem Studium, gerade auch für Chirurgie und Intensivtherapie. Bei größeren Eingriffen berücksichtigt man heute schon die präoperative Unterernährung als Risiko. Wer parenteral ernähren muss, muss besonders genau wissen was erforderlich ist und kann sich nicht nur an den Empfehlungen der kommerziellen Produktanbietern orientieren.
Erst eine vernünftige Wissensbasis macht den Arzt zum gleichwertigen Gesprächspartner für “Pharmavertreter”. Besser, er weiß noch mehr als dieser.
Für “Normalmenschen” wird im heutigen “Mainstream” vor allem die Bedeutung von Eiweiß unterschätzt, obwohl gerade dieses Wissen schon sehr alt ist (biologische Wertigkeit).

#46 |
  0

Zu #10 Ich werde mein Examen schaffen, wofür auch meine Noten sprechen. Und auch die Ausbildung ist keineswegs schlecht, ich darf von vielen klugen Menschen lernen.
Nur ist Ernährung und in welchen Lebensmitteln welche Vitamine und Spurenelemente enthalten sind ein kleiner Zusatz am Rande im Herold und leider kein ganzes Unterrichtsfach. Wie man Menschen mit anderen Ernährungsformen unterstützen kann, wird einem leider nicht beigebracht.

#45 |
  0
Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Ein mageres Steak hat etwa 70% Wasser (lebender Muskel 80%), das sind bei 100g grade mal 30g hochwertiges Eiweiß, das ist eindeutig zu wenig als Tagesbedarf!
Auch Schweinefleisch wird heute ganz überwiegend so mager wie möglich gezüchtet,
Rückenfleisch hat auch hier nicht mehr als 2% Fett, also auch hier ein hoher Wassergehalt.
Die Kunst bei der Zubereitung besteht darin, durch hohe Anfangserhitzung (mit Öl), die äußeren Poren zu verschließen, damit das Wasser drinnen bleibt.
Ich habe Kochen immer für eine hohe Kunst gehalten.
Schon beim Einkauf beginnt das bei Fleisch. Es muss nicht immer filet-steak sein,
manche lernen es nie.
Die permanente Warnung vor Fleisch ist ernährungswissenschaftlich nicht nachvollziehbar. Eigentlich auch nicht zu teuer. Fisch ist oft teurer, ich hab vor kurzem gemahlenen Knoblauch gekauft, der war gewichtsmäßig ebenfalls deutlich teurer als Fleisch. Bei Fisch ist die Eiweißqualität eher schlechter, er hat dafür andere Vorteile.

#44 |
  0
Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Es wird nicht richtiger mit dem “roten Fleisch” durch “Empfehlungen”, siehe#41.
Selbstverständlich ist Fleisch NICHT Wurst, sondern ein Naturprodukt.
Und auch die Qualität von Fleisch ist z.B. von der Ernährung des Tieres abhängig. Der Fachmann weis das sehr genau (Weiderinder besser als Mastrinder).
Wissenschaftlich mit großem Aufwand nachgewiesen sind daher nur Nachteile durch Wurst und andere grobe Veränderungen von natürlichem Fleisch. Man darf es auch nicht braten bis die Kruste schwarz wird, das ist dann auch nicht mehr so ganz natürlich. Es wird dann immer pauschal von Fleisch gesprochen, das ist falsch!
In leckeren Frankfurter Sidewürstchen ist ca. 50 % Fett drin,
was also an “Schäden” so berichtet wird, kommt von all dem was sonst noch mitgegessen wird AUßER dem eigentlichen Fleisch.
Glauben Sie keinem Vegetarier.
Auch entrahmte Milch (ohne Fett) ist in Statistiken eindeutig “gesünder” als Vollmilch (>50% Fettkalorien)

#43 |
  0
WCRF
WCRF

LEBENSMITTEL TIERISCHER HERKUNFT
Es wird empfohlen, den Verzehr von rotem Fleisch1 zu
begrenzen und den Verzehr von verarbeitetem Fleisch2
zu vermeiden

ZIEL FÜR DIE GESUNDHEIT DER BEVÖLKERUNG
Der durchschnittliche Verzehr von rotem Fleisch1 sollte nicht
mehr als 300 g pro Woche betragen; davon sollte sehr wenig,
wenn überhaupt, verarbeitet sein2, 3

PERSÖNLICHE EMPFEHLUNG
Menschen, die regelmäßig Fleisch verzehren, sollten nicht
mehr als 500 g pro Woche essen; davon sollte sehr wenig,
wenn überhaupt, verarbeitet sein3
1 „Rotes Fleisch“ bezieht sich auf Fleisch von domestizierten Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen, einschließlich der Anteile, die in verarbeiteten Produkten enthalten sind.
2 „Verarbeitetes Fleisch“ bezieht sich auf Fleisch, das durch Räuchern, Beizen oder Salzen oder durch die Zugabe von chemischen Konservierungsmitteln haltbar gemacht wurde, inklusive der Anteile, die in verarbeiteten Produkten enthalten sind.
3 S iehe Anmerkung 4, Seite 15.

World Cancer Research Fund /American Institute for Cancer Research.
Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective. Washington, DC: AICR, 2007

#42 |
  0
Gast
Gast

@Dirk Blanke, Sie erzählen Märchen aus 1000 und eine Nacht.
Richtig ist dagegen, dass ausreichend Ballaststoffe (für die Dickdarmflora) eine protektiven Effekt für diesen Dickdarm haben. Das hat nur überhaupt nichts mit dem Verzicht auf rotes Fleisch zu tun. Ist nur in “Grünland” nicht gerne gehört.
Diese “Ballaststoffe” sind allerdings sehr unterschiedlich nützlich, manche schaden auch.

#41 |
  1
Dirk Blanke
Dirk Blanke

@Gast #39 #36 Der Verzehr von rotem Fleisch begünstigt die Entstehung vom Colon Carzinom. Das haben mehrere Studien gezeigt. Es gibt noch ein paar Gründe mehr, sich vegetarisch, oder vegan zu ernähren…
VitB12 bekommt man nach Einstellung, oder Geschmack mit bis zu 10 facher empfohlener Tagesdosis z. b. bei DM. Ich persönlich bin nicht so der Supplemental Fan. Auch nach 10 jährigem Vegetarismus und anschließenden 5 jährigen veganen Leben kann ich noch ohne Rollator laufen. Einfach mal ein wenig Sauerkraut essen, das Bio Obst nicht vitaminfrei waschen und Gemüse auch mal roh und nach Möglichkeit auch nicht bis zur Unkenntlichkeit ab schrubben.

#40 |
  1
Gast
Gast

@Dr. Karlo Hiller das ist sicher richtig und könnte sich durchaus auch auf andere Produkte erstrecken.
Das Interesse der Apotheken scheint da sicher sehr gering zu sein. Ich habe zufällig auch noch keine einzige gefunden.
Ich bestelle daher auch online.

#39 |
  0
Dr. Karlo Hiller
Dr. Karlo Hiller

@ Arzt #19:
Die dort gemachte Aussage, die “sublingualen Tabletten mit 1000facher-Konzentration” seien nicht in deutschen Apotheken zu erhalten, bedarf der Korrektur: ich verzehre sie seit 2 Jahren mit Erfolg (Nachweis über Verbesserung der Befindlichkeit und des Holo-TC). Sie sind in deutschen Apotheken unter der PZN 09631920 erhältlich. Auch Internet aus Deutschland kein Problem.

#38 |
  0
Arzt
Arzt

@Udo Beyer Tipp vom Arzt:
Der zu niedrige Blutdruck spricht für einen Natrium-Mangel (banales Kochsalz, NaCl).
Vegetarier haben nahrungsbedingt einen Kaliumüberschuss, den die Niere durch Diurese wieder los werden muss. Auch dazu benötigt sie Wasser und Natrium (NaCl), es gibt keine natriumfreie Diurese.
Schlecht ist daher die Kombination von Vegetarismus und salzarmer Kost,
das wird dann noch verschlimmert durch den sonst vernünftigen Rat viel zu trinken, denn damit verstärkt man noch den Kochsalzmangel.

#37 |
  0
Gast
Gast

@Rebecca Richter nicht jeder “Mediziner” ist ein Ernährungsfachmann und nicht alles, was man in diesem langen Studium lernen (sollte) kann man später anwenden oder auch nur in Erinnerung halten. Ist mann selbst betroffen, sollte man ab doch folgendes wissen:
Der Verzicht auf “tierische” Nahrungsmittel hat KEINERLEI gesundheitliche Vorteile Vorteile, wenn man mal davon absieht, dass das Risiko einer Überernährung verringert wird, eigentlich ein ganz anderes Thema (Dirk Bach). Ich habe selbst “Diätberatung” für krankhaft übergewichtige Vegetarier durchgeführt.
Der einzige Grund für Vegetarismus ist daher eine weltanschauliche “Rücksichtnahme” auf “Tiere”, die ich hier nicht kommentiere.
Dafür muss man gesundheitliche NACHTEILE in Kauf nehmen und der Arzt ist verpflichtet darauf hinzuweisen, was in #13 und anderswo hier ausreichen angedeutet ist.
Vielleicht darf man noch fragen, wo Tiere “aufhören” (Mücken) und warum lebende Pflanzen nicht geschont werden. Es wird ja auch auf religiöse Gebote Rücksicht genommen wie den Verzicht auf Schweinefleisch, der ebensowenig medizinisch begründbar ist.

Die Rücksichtnahme auf religiöse Gebote, oder soll man sie mittelalterliche Riten nennen, geht ja so weit, dass man bei unmündigen Kleinkindern sexuelle Verstümmelungen durchführen darf, ein Rückschritt ins grausame Mittelalter mit einem neuen Gesetz vom 21. Jahrhundert. Ein klarer Verstoß gegen Menschenrechte!
Auch Wissenschaft wird zunehmend korrumpiert und käuflich. Für den Arzt gibt es den Eid des Hypokrates und für den Wissenschaftler den Promotionseid. Beides wird zunehmend missachtet.

Wir leben in einer Zeit eines zunehmenden Abbaus der Wahrheitsliebe zu Gunsten von Ideologien, verbunden, wie das dann automatisch immer passiert, mit einer Einschränkung nicht nur von Meinungsfreiheit, sondern auch von Menschenrechten und persönlicher Freiheit.

#36 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

mein senf als veganer:

ja, das thema supplemente wird von einem teil der veganer verdraengt und es stellt fuer einen anderen teil der veganer ein rotes tuch dar

auch bei durchdachter veganer ernaehrung muss mehr als b12, d und calcium supplementiert werden

persoenlich supplementiere ich

taeglich
b12 1.000 µg oral
d2 10.000 iu
d3 800 iu vegan
k2 mk7 200 µg
calcium 600 mg
iod 150 µg
natriumselenit 100 µg
epa 1.000 mg vegan
dha 2.000 mg vegan
creatin 3 gramm

gelegentlich
b-komplex da nicht immer genug b2 und folsaeure via nahrung
c
magnesium
zink

blutdruck < 120/80
laborwerte einschliesslich aminosaeuren ok

#35 |
  0
Dr. Maxi susanne Endres
Dr. Maxi susanne Endres

An #33, Barbara Brenner: Meines Wissens nach sind Vit. B12-Präparate nicht verschreibungsfähig (keine Erstattung). Der Arzt müsste also ein Privatrezept ausstellen. Dennoch sollte das Medikament – wenn verordnet – in der Medikationsliste sein. Vielleicht hat der Arzt den Blutwert übersehen bzw. seine eigene Diagnose unbehandelt übersehen? Unbedingt ansprechen.

Noch ein Kommentar zur Einnahme: 30 Min vor dem Frühstück (also nüchtern), sonst ist die Aufnahme gering!!

#34 |
  0
Barbara Brenner
Barbara Brenner

Oh Pardon, ich finde meine Frage nach der Applikationsform bereits durch die Kommentare bestens beantwortet. Trotzdem: Auch bei alten Menschen substituiert man doch, oder nicht? Ich frage deshalb, weil ich meine 81-jährige Tante betreue, auf deren Dg.-Liste ich einen manifesten B12- Mangel fand, in der Medikationsliste aber keine Verordnung. Weiß jemand von Ihnen, wieso?

#33 |
  0
Barbara Brenner
Barbara Brenner

Sehr interessant, vielen Dank für die Info. Kann man Vit B12 gut durch perorale Zufuhr substituieren oder nur parenteral? Wird Vit B 12 bei alten Menschen generell nicht substituiert?
Vielen Dank.
Barbara Brenner, RA’in, Bonn

#32 |
  0
Dirk Blanke
Dirk Blanke

Die Ambulanzen sind ja auch voll von Veganern und sogar Vegetariern. Eigentlich belegen sie 2/3 der Tragen mit ihrem Vitamin B12 Mangel.
Auch wenn hier manch einem das Gewissen drückt, weil sie /er über die Festtage wieder so viel Fleisch gegessen hat, so sollten einige mal wieder auf den Teppich kommen.
Eine ernstzunehmende Studie, dass Veganer an den Folgen von Vitamin B12 Mangel erkranken steht noch aus…

#31 |
  0
Ärztin

Methylcobalamin ist die wohl aktivste Form, ist aber häufig komedogen. Wer keine Pickel mag kann Adenosylcobalamin Tropfen probieren. Die Resorption (übrigens auch für schon-vor-dem-Frühstück-Raucher) über die Vollblutanalyse checken. Was ich mir wünsche ist eine mindestens ebenso große Hype gegen Massentierhaltungsfleischesser wie gegen Veganer und Vegetarier wenn schon herabwürdigend gesprochen werden muß, was ja wohl unvermeidbar scheint.. [Der Kommentar wurde aufgrund werblicher Bestandteile eingekürzt; Anmerk. der Redaktion]

#30 |
  0
Viehdoktor
Viehdoktor

@ Gerhard Wilhelm:
Bei der Kuh liegt es nicht am Intrinsic Factor, sondern an der Tatsache daß Wiederkäuer in ihren diversen Mägen und Vormägen mit unterschiedlichen pH-Bedingungen über eine spezielle Bakterienflora verfügen, die vor allem im Pansen Vit.B12 synthetisiert. Wichtig für Kühe ist deshalb eine ausreichende Kobaltzufuhr. Ob sich solch eine Pansenflora im menschlichen Magen eines Vegetariers oder Veganers wohlfühlen würde, wage ich zu bezweifeln.

#29 |
  0
Heilpraktiker

Gu zu wissen ist auch, dass es 4 verschiedene b12´s gibt. Ich gebe meist das meines erachtens hochwertigere Hydroxycobalamin (depotwirkung) in den Muskel.
Wer trotz guter Ernährung und Substitution von b12 in den Mangel rutscht sollte nicht nur auf verschiedene Magen,- Darmgeschichten untersucht werden (siehe Artikel) sondern auch auf Allergien und Unverträglichkeiten im Nahrungsmittelbereich.
Zudem wird gerne die recht häufige Kryptopyrollurie übersehen; durch den Mangel an b6 ist hier oft auch der B12- haushalt nicht i. O.
Chlorella und andere Algen sind tatsächlich gut geeiget ls Zusatz schmecken aber nicht jedem und werdennicht immer gut vertragen.
Noch besser gefällt mir gepresstes Weizen / Dinkelgras welches zusätzlich noch alle Aminosäuren enthält und sogar recht lecker ist.

#28 |
  0
Diätassistent

Klar sollte man über pflanzliche Nahrung genug B 12 aufnehmen können, warum sonst haben wir den Intrinsic Faktor, die Kuh frisst nur pflanzliches und generiert soviel B 12 daraus, dass man Menschen empfiehlt ihr Fleisch zu essen um seinerseits versorgt zu sein.

#27 |
  0
Studentin der Humanmedizin

Zu Kommentar 15:

Ich bin selbst seit 2007 auf vegetarische Ernährung umgestiegen, etwa ein Jahr später auf vegane Ernährung. Seit dem lasse ich meine Werte regelmäßig kontrollieren.
Im Zuge dessen musste ich leider feststellen, dass der ein oder andere Arzt sich eben nicht besonders gut mit alternativen Ernährungsformen auskennt. Da wird dann öfter mal gesagt “Ahja, dann machen wir mal Eisen und Eiweiß.” Dass man mal besser B12 kontrolliert, darauf muss ich dann schon hinweisen.
Woran das möglicherweise liegen könnte, wird mir nun in meiner eigenen Medizinstudienzeit bewusst.
In Vorlesungen und Seminaren wird leider viel zu sehr pauschalisiert. Bei Kandidaten für Eisenmangel werden Vegetarier ohne Einschränkung genannt. Dass ein Eisenmangel aber nicht auf dem Vegetarismus an sich beruht, sondern eher daran, was jemand aus seinem Vegetarismus macht, wird nicht erwähnt. Man kann sich sowohl als Omnivor als auch als Vegetarier oder Veganer schlecht oder gut ernähren. Das sollten wir als Medizinstudentinnen und -studenten uns für unsere berufliche Zukunft bewusst machen, aber auch die alteingesessenen Ärztinnen und Ärzte.
Dass Veganismus, so vorteilhaft er in vielerlei Hinsicht sein mag, das Tor zum VitB12-Mangel ist, lässt sich aber nicht leugnen. Ich substituiere daher s.c. und fahre damit ganz gut. Meine Werte sind immer top und ich bin von jeglichen Anämieformen weit entfernt.
Aber ich als Einzelperson bin da sicherlich kein Maßstab für die gesamte Vegetarierpopulation.
Dirk Bach übrigens auch nicht.

#26 |
  0
Gast
Gast

Also die Vegetarier und Veganer, die ich kenne, streiten nicht ab, dass man substituieren sollte. Sie tun es einfach und man tauscht sich aus über gute Substituierungsmöglichkeiten. Nur ziehen sie nicht den von vielen gewünschten Schluss, nämlich dass man ohne Fleisch nicht leben kann.

Ich persönlich war schon ein wenig genervt, dass man mich ständig anhand meiner Blutwerte für einen Vegetarier hielt, dabei ernährte ich mich ausgesprochen ausgewogen und wahrscheinlich gesünder als 2/3 der Bevölkerung, die gute Werte haben und Weißbrot und Maggifix futtern. Es ist heute noch so, dass ich ständig Eisen substituieren muss, sonst gibts direkt Anämie. Wo das Eisen bleibt, weiß keiner und es interessiert auch keinen mehr, nachdem die Darmspiegelung ok war und der Test, ob Eisen aufgenommen werden kann, ok war. Ich habe mich damit abgefunden, dass es so ist und nehme brav mein Eisen. Offenbar ist mein Bedarf eben höher, mit Substituion reicht es gerade so. Unter Eiseninfusionen gings mir eine Zeitlang sogar richtig gut. Aber wenn mir jetzt einer kommt und sagt: das liegt nur daran, dass du Vegetarier bist, dann denk ich immer: Es lebe das Vorurteil! Guck du mal über den Tellerrand und mach eine ordentliche Anamnese!

#25 |
  0
Heilpraktiker

Und wie kommt das B12 denn in die Milch/das Fleisch??? Vielleicht ist die Darmflora weitaus mehr an der Vitamin B12 Bildung/Resorption beteiligt als man vermutet?

#24 |
  0
Gast-chris
Gast-chris

Vitamin B12 ist termolabil. Wie gelangt es dann über gebratenes Fleisch oder pasteurisierte Milchprodukte in den Körper ?

#23 |
  0

Bin seit über 30 Jahren Vegetarierin, esse selten Eier und habe zeitweise auch wenig Milchprodukte gegessen. Außerdem bin ich seit etlichen Jahren Blutspenderin.
Bin viel gesünder als vor 30 Jahren und habe einen ausreichenden B12, Fe bzw Hb-Wert.
So gefährlich kann Vegetarismus also nicht sein.
Bei rein veganer Ernährung habe ich allerdings auch Bedenken, was B12 betrifft.

#22 |
  0
Arzt
Arzt

Hallo Frau @M.Sc. Gloria Fuhrmann auch in Einzellern (Bakterien) gibt es V.B12, daraus wird auch heute noch das B12 kommerziell hergestellt, obwohl eine chemische Synthese möglich ist. Da Bakterien ja zu den Pflanzen gehören, sind also auch die Tabletten pflanzlichen Ursprungs.
Wenn ein Salatblatt schon etwas vergammelt ist (also massiv bakteriell besiedelt) ist auch da B12 “drin”, der Bedarf ist ja gering, nur 1/1000stel von einigen Tausendstel Gramm und es hält stundenlanges Erhitzen aus, auch die Bratpfanne,
im Gegensatz zu Folsäure oder V.C

mfG

#21 |
  0
Heilpraktiker

….. in “meinem” Labor kostet eine Holo-TC-Bestimmung gerade mal 27,98 €….wo ist das Problem?

#20 |
  0
Arzt
Arzt

@Wilfried Bucher, parenteral genügen i.m. Injektionen, keine Infusionen.
Die kann man aber vermeiden durch Tabletten mit 1000-facher Konzentration,
das weis man seit ca. 1975. Hier ist die Resorption “passiv” und fängt schon im Mund an (sublingual). Leider gibts die nicht in deutschen Apotheken, jedenfalls in allen, die ich bisher gefragt habe; aber im Internet aus Holland oder USA. Den Erfolg kann man leicht durch Blutkontrolle nachweisen.
Also 1-5 mg TÄGLICH. Wichtig für M.Chrohn (und Dünndarmresektionen) aber auch für (ältere) Menschen, die sonstige Resorptionsstörungen haben, meist im Magen auch ohne Magenresektionen oder ähnliches. Nimmt im Alter stark zu,
Alzheimer Patienten haben angeblich zu fast 50% B12-Mangel. Folsäure nicht vergessen, davon sollten allerdings Vegetarier genug haben.

#19 |
  0
Heilpraktikerin

zu Kommentar 15:
Es gibt einen Unterschied zwischen Algen (z.B. Chorella), die nur VitB12-Analog enthalten udn Mikro-Algen. Zu letzteren gibt es erste Interessante Untersuchungen von Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Jahreis aus Jena.

#18 |
  0
Gast
Gast

Bin immer wieder erstaunt wie es Frau Bihlmaier schafft, verschiedenste Kommentar-Threads für Promotion und Guerillia-Marketing zu ihren Nebenerwerbstätigkeiten (aus) zu nutzen. Und schwanke jedesmal zwischen Neid und Ärger, schließlich werden alle sonstigen werblichen Kommentare hier gut (und richtig) unterbunden…

#17 |
  0
Arzt
Arzt

Eine Anämie z.B. kann man nicht fühlen.
Sie ist immer ein Überraschungsbefund gerade wenn man sich dabei durchaus kerngesund fühlt, solange sie nicht sehr ausgeprägt ist.

#16 |
  0
Arzt
Arzt

@M.Sc. Gloria Fuhrmann, siehe #4 Algen eher nicht,
es geht nicht nur um B12!
Wir sind hier “theoretisch” ein Ärzteblock, in dem allerdings überwiegend von Laien auf solche geschimpft wird.
Was der Mensch essen muss (essenziell) und was er essen sollte, sind wirklich uralte Kamellen, wirklich über 50 Jahre alt.
Z.B. Lang, K.: Biochemie der Ernährung aus dem Jahre 1957, da ist z.B. “die biologische Wertigkeit” von Eiweiss definiert, die jeder Student kennen sollte.
Wer weis denn, was das überhaupt ist?
Auch hier gibt es Defizite bei Vegetariern. Weltweit steht bei Spurenelementen übrigens der Eisenmangel an erster Stelle, auch hier haben Vegetarier Probleme.
Es wird sich einfach was vorgelogen und weils viele machen, klopft man sich dafür noch auf die Schulter.
Der Mensch gehört bekanntlich zu den “Omnivoren”, hat also recht viel Auswahl, reiner Pflanzenfresser ist er NICHT, da gibts nichts dran rum zu meckern.
Nach meiner Erfahrung sind Vegetarier eher ungebildet,was ihre Ernährungsrisiken betrifft. Dirk Bach war auch Vegetarier und ist mit 51 gestorben. Bischen wenig, meint ihr nicht?

#15 |
  0
Weitere medizinische Berufe

Sehr interessant. Hatte vor zwei Jahren meine Ernährung nach 36 Jahren mit Fleisch aus Tierschutzgründen auf fleischlos umgestellt. Als mir einige Monate später übermäßig viele Haare ausgingen, die auch nicht nachwuchsen, hieß es von allen Seiten, dass keinesfalls das Weglassen des Fleischs die Ursache sein könnte. Aber auch nicht Hormone oder andere typische Gründe. Laut Bluttest war alles im Normalbereich. Nach einem halben Jahr ohne Fleisch esse ich nun seit ca. einem Jahr hin und wieder gezielt Vitamin-B-12- und eisenreiche Fleischprodukte und erfreue mich seit einiger Zeit wieder an einer vollen Haarpracht – fast wie früher – und einer frischen Gesichtsfarbe. Kann also nur bestätigen, was im Artikel geschrieben steht. Es hat auf jeden Fall was gefehlt.

#14 |
  0
Heilpraktikerin

zu Wilfried Bucher:
Wenn ein Vegetarier sich vollwertig ernährt, ist eine Versorgung mit ausreichend Vitamin B12 möglich (Eier sind z.B. eine gute Vitamin B12-Quelle).
Menschen die Vitamin B12 nicht aufnehmen können (z.B. wegen einer Magen(teil)resektion, etc.) können i.v. oder s.c. substituieren.

#13 |
  0
Wilfried Bucher
Wilfried Bucher

Frage: wie kommt ein Vegetarier und Morbus Crohn-Patient nun an eine ausreichende Menge B12? Reichen da die üblichen Tabletten oder sollten es Infusionen sein?

#12 |
  0
Heilpraktikerin

zu Kommentar #10:
Mir hat mal eine Allgemeinmedizinerin gesagt, dass ich als Vegetarierin NICHT zu eine Risikogruppe bezügl. Vitamin B12 gehöre, da Vitamin B12 schließlich in Obst und Gemüse enthalten sei. Daher musste ich meine Vitamin B12-Blutuntersuchung privat bezahlen…
Soviel zu gefährlichem Halbwissen.

Aber nun im Ernst:
Ansatt Grabenkämpfe auszutragen, sollte man sich gemeinsam den neuen Gegebenheiten annehmen und Lösungen finden!

#11 |
  0
Arzt
Arzt

@Nadja Hirschfeld, Sie werden wohl Probleme haben, das Examen zu bestehen, wenn Sie so wenig von Ärzten halten.
Oder hat sich das Medizinstudium so stark verschlechtert?
Ist eigentlich kaum zu glauben.
Die nicht-medizinische Welt wimmelt nur so von falschem Halbwissen.

#10 |
  1
Heilpraktikerin

Auch wenn es die Veganer nicht gerne hören:
Die Vitamin B12-Versorgung ist nach derzeitgiem Stand der Wissenschaft nicht durch eine komplett vegane Ernährung zu gewährleisten. Man muss substituieren.
Aufgrund es derzeitigen Vegan-Trends in Medien und auf dem Kochbuch-Markt, sollte dies, eben den Vorteilen einer pflanzlichen Ernährung, auch so deutlich gesagt werden!

Zudem sehe ich hier einen großen Forschungsbedarf:
Zum einem zu den Substitutionsmöglichkeiten, wo z.B. die derzeit anlaufende Studie zu der Vitamin B12-Zahnpasta positiv zu nennen wäre.
Zum anderen sollten neue, auch für den Menschen nutzbare pflanzliche Vitamin B12-Quellen gesucht werden. Dort wären z.B. Mikroalgen, z.B. in Form von Mikroalgenöl zu nennen. Jedoch fehlen dort noch – soweit ich weiß- valide Daten.

#9 |
  0
Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

[Der Kommentar wurde aufgrund werblicher Bestandteile entfernt; Anmerk. der Redaktion]

#8 |
  0
Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich habe selbst 20 Jahre auf Fleisch verzichtet und in der Jugend auch Vit. B 12 und Eisenmangel gehabt weil ich mich nicht ausgewogen genug ernährt habe und es nicht besser wußte. Jetzt esse ich ein-zwei mal die Woche ein wenig Fleisch und alles ist ok. Die Aussage im Artikel ist zwar etwas gepfeffert aber im Grunde richtig.

#7 |
  0

Ein wichtiger Punkt, den man nie außer Acht lassen darf, wenn man Wert auf seine Gesundheit legt! Nur wird im Punkt B12, aber auch Eisen, Vit. D3 oder Folsäure immer der “dumme und sture” Vegetarier und Veganer als der Defiziente genannt. Dass aber Omnivore genauso und nicht selten Mangel an diesen Stoffen haben, wird schön unter den Tisch gekehrt. Ob man nun Omnivor, Vegetarier oder Veganer ist, eine gesunde Ernährung, die einen mit allem versorgt, ist für alle wichtig. Kein Wunder, dass Vegetarier/Veganer mehr Ahnung von gesunder Ernährung haben, als viele Mediziner.

#6 |
  0
Gast
Gast

Das ist eigentlich guter Artikel bis auf die Aussage “90% aller Veganer haben einen Vit B12 Mangel” in dicken Buchstaben als Überschrift, denn wie sich im Text herausstellt “Wir haben in einer Untersuchung bei 70 Prozent der Vegetarier und 90 Prozent der Veganer einen Vitamin-B12-Mangel festgestellt“ dieses Zitat ist für sich genommen wenig aussagekräftig. Es fehlen Angaben zur Kohorte, da es sich um eine Untersuchung in einem Klinikum handelt, ließe sich vermuten, dass die untersuchten Personen zumindest derartige Beschwerden hatten, um sich in einem Klinikum behandeln zu lassen. Folgerichtig müsste es dann z.B. so lauten, 90% der untersuchten Erkrankten, welche sich vegan ernähren, wiesen einen Vit B 12 Mangel auf. Schließlich gibt es inzwischen doch recht viele Veganer, die sich mit Ihrer Ernährung beschäftigen, Vit B12 einnehmen und sehr gesund sind. Der Rest des Artikels hat mir gut gefallen, besonders der Hinweis, dass einzig Holo-TC aussagefähige Messdaten liefert, um einen Vit B12 Mangel ausschließen zu können.

#5 |
  0
Arzt
Arzt

richtig #3 Ein “Fallstrick” für die B12-Blutspiegebestimmung ist die Existenz von Analoga für das menschenwirksame B12, die mitbestimmt werden und sogar schaden können (kompetitive Hemmung);
manchmal pflanzlicher Herkunft wie bei Algen.

#4 |
  0
Heilpraktikerin

Wirklich guter Artikel. Danke dafür und die benannten Quellen.
In meiner Praxis lasse ich routinemäßig B12-Mangel durch Methylmalonsäure bestimmen, wie auch in dem Artikel erwähnt. Sehr oft gibt es einen funktionell feststellbaren B12-Mangel trotz “guter” B12-Serumwerte. B12-Gaben verbessern dann oft deutlich das Befinden der Patienten. Nur darum sollte es uns ja letztlich gehen.

#3 |
  0
Studentin der Humanmedizin

Super Artikel !!! Leider streiten es noch immer viele Vegetarier/Veganer ab , dass sie Mangelerscheinungen haben und Ergänzungsmittel nehmen müssen !

#2 |
  0
Gast
Gast

Toll, @ Frau Dr. Annukka Aho-Ritter, dass Sie mal was kritisches zu den Vegetariern gesagt haben. Das ist alles nichts neues, wird aber immer wieder, oder gar zunehmend verdrängt.
Der nervenschädigende Effekt von B12-Mangel wird gegenüber der Anämie meist unterschätzt, es gibt auch B12-Mangel-Neuropathie ohne Anämie. Generell wird es für jede Zellteilung benötigt, zusammen mit Folsäure, die immer zusammen mit B12 gegeben werden sollte.
Daher besonders wichtig im Wachstum.
Vegetarismus sollte bei Kindern unter Strafe gestellt werden.
mfG

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: