PTA-Ausbildung: Der Groschen ist gefallen

1. März 2013
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Mehr und mehr PTA-Schulen schließen für immer ihre Türen, und auch bei Hochschulen ist die Lage teilweise angespannt. Nicht jede Landesregierung erkennt das Problem. Jetzt versuchen Inhaber, zu retten, was noch zu retten ist.

Derzeit absolvieren rund 2.000 PTA-Schüler ihre Ausbildung an einer von 16 Lehranstalten in Nordrhein-Westfalen. Das könnte sich schon bald ändern, in Hagen und Minden stehen regionale Lehranstalten finanziell mit dem Rücken zur Wand, ihre Schließung ist unausweichlich. “Die rot-grüne Landesregierung hat sich entschieden, keine Verantwortung mehr für den Ausbildungsberuf PTA zu übernehmen”, kritisieren Apothekerkammern und -verbände vor Ort. Bis zu 378 Euro könnten schon bald pro Monat für die Ausbildung zu berappen sein, derzeit liegt der Obolus bei durchschnittlich 200 Euro.

“NRW braucht PTA”

Ohne pharmazeutisch-technische Assistenten wäre für Apotheken jedoch schnell Schicht im Schacht. Laut Sabine Pfeiffer van Rijswijk, Bundesvorsitzende des BVpta, liefen “etwa 80 Prozent aller Kundenkontakte über diese Berufsgruppe”. Das ist auch Apothekern bewusst. Unter dem Motto “NRW braucht PTA” haben Kammern und Verbände eine gemeinsame Kampagne inklusive Online-Petition gestartet. “Wir nehmen die Landesregierung in die Pflicht und fordern die Verlagerung der PTA-Ausbildung an die öffentlichen Berufskollegs, um das Ende des PTA-Ausbildungsberufes in NRW zu verhindern”, heißt es von den Initiatoren. Das hört so mancher SPD-Politiker gar nicht gerne. Postwendend kam als Retourkutsche, Apotheker sollten sich gefälligst selbst beteiligen, um PTA-Schulen vor dem Aus zu retten.

Neue Sparbüchse Ausbildung

Kollegen stößt das sauer auf – schließlich arbeiten PTA nicht nur in öffentlichen Apotheken, sondern auch in pharmazeutischen Unternehmen, in Krankenhausapotheken, Krankenkassen oder in der Verwaltung. Erstaunlich: Diese potenziellen Arbeitgeber wurden noch nicht mit Forderungen nach monetärer Beteiligung konfrontiert. Auch unterstützen Kammern und Verbände in NRW Lehranstalten ohnehin seit Jahren finanziell. “Apotheker wehren sich zu Recht, Schulen noch stärker zu finanzieren”, sagt Sabine Pfeiffer van Rijswijk im Gespräch mit DocCheck. Schließlich würde früher oder später ohnehin jede zweite PTA in anderen Branchen arbeiten. “Warum sollen Apotheker dann 100 Prozent der Ausbildungskosten tragen?” Auch befürchtet Pfeiffer bei diesem Finanzierungsmodell zu hohe Einflüsse auf Ausbildungsinhalte. Jetzt sei NRW gefordert, um Fachschulen unter die Arme zu greifen und sicherzustellen, dass alle Bürger flächendeckend und wohnortnah mit Arzneimitteln versorgt werden könnten. Von wegen: “Die Landesregierung schafft medienwirksam die Studiengebühren ab und verschlechtert gleichzeitig still und leise die Rahmenbedingungen für andere, wichtige und zukunftssichere Ausbildungen”, kritisieren Sprecher von “NRW braucht PTA”. Bleibt alternativ, PTA nur noch an öffentlichen, kostenlosen Berufskollegs auszubilden. Das würde trotzdem nicht alle Probleme lösen, Stichwort Perspektiven.

Novellierung überfällig

Mit Aufstiegschancen sieht es für PTA düster aus. Zwar gibt es zahlreiche hochwertige Weiterbildungsangebote. Pfeiffer: “Doch die Anerkennung in öffentlichen Apotheken fehlt – und damit meine ich nicht nur mehr Gehalt, sondern vor allem mehr Wertschätzung durch Apothekenleiter.” Auch mangelt es an Möglichkeiten, sich über ein Studium zu qualifizieren. Zwar können PTA in manchen Bundesländern auch ohne Abitur an regionalen Zulassungsverfahren der Hochschulen teilnehmen. Viele Aufnahmeprüfungen gelten jedoch als unüberwindliche Hürden.

Raus aus der Sackgasse

DocCheck sprach mit Ingrid Heberle über Wege aus diesem Dilemma. Sie ist Leiterin der Fachgruppe PTA bei der Apothekengewerkschaft ADEXA. Zusammen mit dem BVpta arbeitet ADEXA schon länger an einer Novellierung. Kernpunkt ist, die Ausbildung auf drei Jahre zu verlängern. Heberle: “Wir schlagen vor, neue Inhalte mit aufzunehmen, etwa Kommunikation. Auch wollen wir das Basiswissen in Anatomie und Physiologie stärken, damit PTA besser verstehen, wie Arzneistoffe im Körper wirken.” Arzneimittelkunde und Apothekenpraxis müssten ausgeweitet werden, um PTA noch umfassender auf ihre spätere Tätigkeit vorzubereiten. Alle Änderungen verfolgen ein hehres Ziel: auch in Zukunft Kunden gut zu beraten, sowohl zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln als auch zu OTCs. Parallel sollten Schüler laut Heberle an jeder Lehranstalt die Fachhochschulreife erwerben. “Unser Beruf darf nicht mehr in einer Sackgasse enden – Attraktivität bedeutet sowohl mehr Gehalt als auch die Möglichkeit, bestimmte Bereiche selbständig auszufüllen.” Pfeiffer ergänzt, auch die Berufsgesetze seien nicht mehr zeitgemäß. “Momentan ist nur zu lesen, PTA arbeiten unter Aufsicht des Apothekers“, sagt die BVpta-Vorsitzende. “Wir würden uns jedoch wünschen, Kompetenzen festzuschreiben, wie es bei anderen Gesundheitsberufen längst der Fall ist.” Das könnte aber problematisch werden: Gerade erst hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) identische Passagen in der neuen Apothekenbetriebsordnung formuliert. Doch nicht nur PTA-Fachschulen machen Kummer – die nächste Hiobsbotschaft kommt aus der Hochschullandschaft.

“Verschleppungstaktik” und “Rechtsbruch”?

Jahr für Jahr entscheiden sich mehr junge Menschen für ein Pharmaziestudium. Waren es 2007/2008 noch 11.721, drückten 2010/2011 wieder 12.719 Studierende die Hochschulbank. Trotz des steigenden Bedarfs an Studienplätzen gehen in Leipzig bald die Lichter aus. Das pharmazeutische Institut sei wenig attraktiv, es fehlten Drittmittel und die Forschung leide unter zu wenigen Doktoranden, lauten zentrale Kritikpunkte. Zwar hat die Uni angekündigt, Immatrikulationen zum Wintersemester 2013/2014 zu ermöglichen und Studierende bis zum Abschluss zu begleiten. Ein schwacher Trost: “Wir planen weiterhin, das Institut für Pharmazie perspektivisch zu schließen”, sagt Professor Dr. Beate A. Schücking, Rektorin der Universität Leipzig. Man gehe “diesen Weg schweren Herzens”, sei jedoch aufgrund von Sparauflagen gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen. Studierende werten das Vorgehen als “Verschleppungstaktik” beziehungsweise als “Rechtsbruch”, da ein klares Votum des Sozialministeriums fehle. Christine Clauß (CDU), Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, hatte sich im Herbst 2012 explizit gegen eine Schließung ausgesprochen. Auch sei der Plan von Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (CDU), künftig enger mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammenzuarbeiten, nicht wirklich ausgegoren, monieren Pharmaziestudierende. Die Approbationsordnung steckt nur einen groben Rahmen ab, während sich Inhalte, Studienpläne und Prüfungsordnungen durchaus unterscheiden.

Bessere Ausbildung, mehr Befugnisse

PTA und Apotheker, zwei gänzlich unterschiedliche Berufsbilder? Das sieht Reinhard Rodiger, Basisapotheker und Teilnehmer des Berliner “runden Tischs”, anders. PTA seien “als Ersatz für die Vorexaminierten geschaffen worden”. Laut Apothekenbetriebsordnung dürfen Vorexaminierte (Apothekerassistenten) den Inhaber für bis zu vier Wochen im Jahr vertreten. Rodiger: “PTA sind künstlich unten gehalten worden, der Beruf wurde für viele perspektivlos.” Parallel zum “Wertverfall” der Apotheker habe das Interesse abgenommen. Rodiger hält “eine der Wirklichkeit entsprechende Aufwertung” für zwingend erforderlich, um gutes Personal auszubilden und zu halten. “Das beinhaltet auch eine Vertretungsbefugnis.” Reformen der Ausbildung seien dringend erforderlich, inklusive längerer Praxiszeit.

Ein FH-Abschluss brächte zwar den Staat wieder stärker ins Boot. “Die Kernfrage ist jedoch, will er überhaupt Apotheken beziehungsweise Personal, das dann sicher auch teurer wird?”, gibt Rodiger zu bedenken. Damit wäre das Thema eng mit künftigen Finanzierungsmodellen verbunden.

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Pharmazie

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21 Kommentare:

Tina Schönfeld
Tina Schönfeld

Vielen Dank für den informativen Artikel. Als Apotherkerin, die mittlerweile in der Industrie arbeitet, kann ich den Frust der PTAs sehr gut nachvollziehen. Denn auch für Apotheker gibt es genauso wenig Aufstiegschancen in der öffentlichen Apotheke. Der Filialapotheker ist dazu gekommen. Das war es aber auch schon. Nach fünf Jahren Industrie verdiene ich etwa doppelte wie in der Apotheke, und das ohne leitende Position. Durch den Kostendruck aus dem Gesundheitssystem sind dem Apothekeninhaber aber auch die Hände gebunden, was die Gehaltsanpassungen der Mitarbeiter betrifft. Jemand der heute eine Apotheke führt, verdient sich nicht mehr eine goldene Nase damit wie das noch bis in die 90er Jahre war. Eine Neueröffnung ist ein zunehmendes Risiko geworden. Ich befürworte die Stellung der PTA auf das Niveau eines Pharmazieingeneur bzw. Vorexaminierten. Dafür muss der Apothekenumsatz aber auch wieder stimmen. Sonst gehen den Öffentlichen Apotheken bald beides aus-Apotheken und PTAs.

#21 |
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Sina Gutknecht
Sina Gutknecht

Wo man hinschaut wird die Bildung totgespart. Wer bitte soll später die Arbeit machen wenn es keine Fachkräfte mehr gibt? Die PTA ist essentiell für die öffentliche Apotheke, dessen sind sich die Apothekeninhaber schon bewusst.Aber Bildung ist Ländersache und das Land hat die Pflicht seiner Jugend eine ordentliche Ausbildung zu ermöglichen. Den Apotheker finanziell in die Pflicht zu nehmen halte ich für Unsinn, es garantiert Ihm ja Keiner daß er tatsächlich gute Fachkräfte bekommt.Es ist das Armutszeugnis einer Regierung die vorn nach Fachkräften schreit und hinten den Hahn zudreht (und das nicht nur an PTA-Schulen).

#20 |
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Apotheker

@ Johannes Thomeczek

Ihre Analyse ist nur bedingt richtig.Das Problem ist ,gutes Personal auf der geforderten Verantwotungsebene zu haben.Das bekomme ich nicht, wenn ich das Anerkennungsniveau(eben auch Geld)künstlich niedrig halte.Da bleiben nur wenige
bei der Stange.
Es ist richtig,dass hier die Gefahr besteht,eine
Abhängigkeit zu schaffen,die ausgenutzt werden kann.Das ist das wichtigste Argument gegen Ketten.
Also ist die eigentliche Frage,wie sichere ich gute Qualität ohne das System zu zerstören.
Dies wird ohne intensiveres Engagement der PTA
nicht zu klären sein.Hier höre ich wenig.
.

#19 |
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Angestellter Apotheker

Warum nicht den PTA-Beruf in das Pharmaziestudium integrieren:
Voraussetzung Abitur, 1. Teil der Ausbildung wie früher der/die Apothekerpraktikant/in Grundlagen in (jetzt) PTA-Fachhochsule und Apotheke (nach 2 Jahren FH – mit obligatoren Famulaturen in öffentlicher Apotheke – und 1 Jahr Praktikum: Prüfung (durch FH u. Bezirksregierung = (entspr.) altem “Vorexamen” (danach war man als Vorexaminierter ja “vorgeprüfter Apothekeranwärter”),
2. Teil entweder weiterhin PTA mit Möglichkeit spezieller Fortbildung (Apotheke, Industrie, o.ä.) oder Pharmazie-
studium (da examinierte/r PTA Möglichkeit pharmazeutischer
Tätigkeit im Apothekenbereich während der Semesterferien u.ä.). Nach dem Studienabschluß durch das letzte Examen (Staatsexamen) 1 Jahr Kandidatenjahr (Praktikum) und dann Erhalt der Approbation.Nach dem Fachhochschul-“PTA”examen “Bacchalaureus pharmaciae (Bacch. pharm.), nach dem letzten universitären Staatsexamen “Magister pharmaciae (Mag. pharm.)”.

#18 |
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PTA Ilse Riese
PTA Ilse Riese

Hier in Darmstadt wurde die PTA-schule auch geschloosen es ar eine freiwillige Leistung der Stadt. Es wurdebn Unterschriften für den Erhalt gesammelt, aber die Unterstützung von Seiten der schon arbeitenden PTA`s und einem Teil der hieseigen Apothekerschaft war sehr verhalten Auch die Kammer das Kultus-oder Sozialministerium auch die Abgeorneten haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Man kann auch von keiner PTA verlangen soviel Geld teilweiße monatlich ca 500 Euro in die Ausbildung zu stecken wo sie nie in ihrem Leben sehr viel mehr verdienen wird und ohne große Aufstiegschancen. Teile weise sind es ja auch nur Teilzeitjobs. Für Frauen mit Familie ja ideal. Ich war bis zu meiner Rente 26 Jahre im Beruf und das sehr gerne. Ich wünsche mit mehr Kompetenzen für die gut ausgebildeten und engagierten PTA`s. I. Riese!

#17 |
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Christiane Karge
Christiane Karge

Den PTA, die sich hier über schlechte Bezahlung, Fortbildung auf eigene Kosten und keine Wertschätzung beklagen kann ich nur raten,den Arbeitgeber zu wechseln!
Ihr habt es doch selbst in der Hand,wo ihr arbeitet und durch die derzeitige Politik wird der Fachkräftemangel in den Apotheken sowit verschärft, dass die Angestellten die Bedingungen diktiereen können.
Allerdings muss man dann auch etwas flexibel sein und sich nicht vor einem Umzug scheuen.
Wenn die Ausbeuter kein Personal mehr finden, müssen sie umdenken oder schliessen!

#16 |
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Jutta Tempels
Jutta Tempels

Seit 1984 bin ich PTA, und ich würde sagen, ich habe einen Beruf gefunden, der mir wirklich Freude macht. Doch was seitdem aus dem Beruf geworden ist, ist eine Schande.
Seit vielen Jahren ist mein Gehalt nicht wirklich erhöht worden, da es nach 15 Jahren keine neue Gehaltsstufe mehr gibt.
Immer mehr Helferinnenarbeit fällt an, da es so aussieht,dass man den Beruf der Helferin völlig abschaffen will.
Das was mir wirklich Freude macht, das Beraten der Patienten rückt immer mehr in den Hintergrund , weil so viel administrative Arbeit da ist.
Das Besuchen von Fortbildungen war für mich immer selbstverständlich und durch eine zusätzlich Ausbildung als Pharmareferentin, habe ich auch eine intensive verkaufsorientierte Ausbildung, die mir von einem Arbeitgeber sogar negativ angerechnet wurde, indem er diese und meine 2 Jahre im Außendienst nicht zu meinen Berufsjahren anrechnete.(Bin in die Apo. zurück, wegen meinem Sohn)
Warum gibt es keine Fortbildungsmöglichkeiten oder Aufstiegsmöglichkeiten?
Mit viel Freude und Begeisterung übe ich meinen Beruf aus, doch ich würde heute keinem karriereinteressieretem Menchen diesen Beruf empfehlen. Sachade, aber wir haben einen wirklich Verantwortungsvollen Job, der in keinster Weise honoriert wird.

#15 |
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Nicole Lange
Nicole Lange

Ich würde niemals mehr wieder den Beruf der PTA wählen!
Obwohl man die gleiche Arbeit wie ein Apotheker verrichtet (in der öffentlichen Apotheke jedenfalls) und dabei meist noch besser ist- weil man mehr fortgebildet ist und einfach im ständigen Kundenkontakt steht- bekommt man nur ca. ein Drittel des Apothekergehaltes!
Keine Aufstigschancen und wenig Geld! Nicht grade verlockend!
Wenn jetzt weniger PTA`s ausgebildet werden, wissen die Apothekenleiter vielleicht zu schätzen was sie haben!
Dann kommt keine PTA frisch von der Schule und macht deinen Job unter Tarif, weil sie es noch nicht besser weiss! Ich denke, die Situation der vorhandenen, guten PTA`s wird sich dadurch verbessern!
Leute, lernt lieber Restaurantfachkraft- da verdient man das Gleiche:)

#14 |
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Brigitte Zimmermann
Brigitte Zimmermann

Der Beruf der Pta ersetzte in den 70er Jahren den Vorexaminierten. Zu meiner Ausbildungszeit hieß es noch, dass wir die gleichen Kompetenzen haben wie diese also auch vertreten durften. Heimlich still und leise wurde das gestrichen und eine Lobby für PTA’s gab es nicht. Die Frage ist ob das eigentlich rechtens war.

#13 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Ich selbst stecke gerade in der Ausbildung zur PTA, kurz vor dem halbjährigen Praktikum. Zwar bin ich nicht mehr von den steigenden Kosten betroffen, trotzdem ist dieses “Dilemma” natürlich ein großes Thema bei uns.
Es besteht definitiv ein Problem in der öffentlichen Meinung über PTAs. Wie oft wurde ich schon belächelt und hörte den Satz: “Ach, ihr seid die jungen Mädchen, die dann da das Aspirin verkaufen.” Die Wirklichkeit sieht natürlich ganz aus, schließlich bringt die Ausbildung eine Menge Fachwissen mit sich.
Natürlich wäre eine Ankopplung an die Berufskollegs in erster Linie praktisch – keine Gebühren mehr und vor allem 3 Jahre Ausbildung, was bei dem ganzen Lerninhalt wohl angebracht sein könnte – allerdings befürchte ich einen drastischen Einschnitt in die Qualität der PTAs, die dann von “normalen” Lehrern unterrichtet werden, die rein gar nichts mit der Apotheke zu tun haben. Bereits jetzt merkt man einen deutlichen Unterschied zu “normalen” Lehrern, die bei uns Wirtschaft und Soziales unterrichten, zu unseren Apothekern. So eine Ausbildung gehört definitiv in die Hand derer, die auch etwas davon verstehen. Und das tun Berufskolleg-Lehrer nun einmal nicht.
Eine Lösung für die Finanzierung habe ich nicht parat, deshalb kann und will ich nicht alles abschmettern, aber trotzdem sollte man sich Gedanken über das Lehrpersonal machen, BEVOR die Ausbildung tatsächlich umgelegt wird.

#12 |
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Claudia Jirjahlke
Claudia Jirjahlke

Das ist der erste Artikel,der endlich einmal beschreibt,
dass es ein Problem mit dem Beruf der PTA gibt. Die Perspektiven für PTA in Apotheken sind in finanzieller Hinsicht schlecht und an Anerkennung für die stetigen Fortbildungen und durch langjährige Berufstätigkeit erworbenen zahlreichen Fähigkeiten mangelt es zudem!
Mit 50 ist dann Schluss, weil man zu teuer wird und ein anderer Job muss her! Fazid: Werdet bloß nicht PTA

#11 |
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Apotheker

Schon oft ist hier die niedrige Entlohnung der Apothekenmitarbeiter thematisiert worden. Kein Wunder, dass der Nachwuchs in Bereichen arbeiten möchte, in dem man der Ausbildung angemessen entlohnt wird. Apotheken mit durchschnittlichen und höheren Umsätzen werden diese Stellen bieten können -auch trotz der Widrigkeiten der Politik.

#10 |
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Apotheker

Sollte eine unserer Töchter PTA oder apotheker werden wollen
muss sie das einklagen. Eine Ausbildung in brotloser Kunst
finanzieren wir nicht.

#9 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Endlich ein guter Bericht.Ist das ein Wunder, dass man in andere Branchen unterkommen möchte?Ich habe es satt, auch vor den finanzielken Belastungen immer von Apothekenleitern zu hören kein Geld, etc.Als Pta verdient man so viel wie eine Verkäuferin und die haben nicht hab soviel Verantwortung wie wir.Für Fortbildungen muss man selber aufkommen und Urlaub muss ich mir selber nehmen.danke ….

#8 |
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Anette Cordes-Moellendorf
Anette Cordes-Moellendorf

Passt prima, Aufwertung der PTA-Ausbildung, mehr Befugnisse, dann kann man doch ganz beruhigt ein paar Pharmazeutische Institute an den Unis schließen. Wozu dann noch das teure Pharmaziestudium?

#7 |
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Apotheker Wolfgang Frey
Apotheker Wolfgang Frey

Die Politik wünscht flächendeckende wohnortnahe Versorgung zum Nulltarif, die Kassen zeigen zuwenig Vertrauen in die Apothekenkompetenz und Patienten kommen mehr und mehr in die Apotheke um sich wirkliche Fachkompetenz mangels Arztgesprächszeit, überhöhten Heilpraktikerzahlungen und fehlender GKV-Unterstützung hier zum Nulltarif abzuholen!

Quo vadis echtes Gesundheitswesen?

#6 |
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es ist ganz einfach: der staat soll es ermöglichen mehr netto in der lohntüte zu geben! luxemburg macht es vor. gehaltserhöhungen bringen nichts. daran verdient nur staat und kirche.
uns apothekeninhabern soll man gerecht entlohnen, dann macht die pta ausbildung mehr spaß. nicht noch mehr bürogram!!

#5 |
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Apotheker

@@ Hedda Freiermuth-Köhler

Das streiken der PTA s wäre doch wirklich mal was.
Die dürfen das nämlich uneingeschränkt.Aber es
scheint als ob das Problem da noch nicht so richtig
angekommen ist.

#4 |
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Apotheker

Die ganze Debatte hat ein ganz anderes Ziel : Umstellung des Studiums auf Bachelor/Master wie z B in den Niederlanden.
Nach dem Bachelor plus Praktikum hat man dann den Apothekerassistenten,der fast alles darf und machen muß : Notdienste, Vertretungen, Leitung einer Filiale : nur eine eigene bzw Hauptapotheke darf er nicht betreiben / leiten.
Wegen der Bezahlung unterhalb der Approbiertengehälter wäre hier ein interessanter Aspekt für Ketten : Fachkräfte für wenig Geld, vielleicht kein Labor mehr und Rezeptur : Reibach pur !!
Den PTA Beruf wird es dann nicht mehr geben, so wie in fast allen Ländern diese Erde………

#3 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Vor allem PTAs mit langer Berufserfahrung sind oft kompetenter.Das sollte auch gewürdigt werden.

#2 |
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Hedda Freiermuth-Köhler
Hedda Freiermuth-Köhler

Was in NRW anfängt macht leider negative Schule in anderen Bundesländern. Ich wünsche mir ,daß endlich die Apotheker aufwachen und einsehen ,daß die PTA wichtig ist. Zu 95% läuft die Kernarbeit in den Apotheken über PTA’s.Vertretungsbefugniss muß jetzt nicht sein,aber eine Perspektive für Berufsanfänger ist wichtig. Das fängt mit einer adequaten Ausbildung nach EU-Richtlinen an und hört bei Zugang zum Studium auf. Gesetze,die schon überholt sind ,muß man ändern.
Wie wäre es wenn die PTA flächendeckend die Arbeit für 1 Tag aussetzten?

#1 |
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