Schleudertrauma: Schieb ab, Kragenbär

4. März 2013
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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - so ist es zumindest zu erklären, dass einige Therapien sich trotz neuer Studiendaten scheinbar ewig halten. Die Halskrause beim Schleudertrauma gehört dazu – oder doch nicht?

Beim Schleudertrauma, auch als Beschleunigungstrauma bezeichnet, denkt man als Ursache meist an einen Autounfall. Doch auch Unfälle im Haushalt oder der Freizeit können die Auslöser sein. Ein Viertel aller Schleudertraumata passiert beim Sport. Die Traumakinematik beim “whiplash associated disorders” (WAD), so die korrekte Bezeichnung, läuft in drei Phasen ab:

1. Phase: Translation der Halswirbelsäulensegmente C0/C1 und C1/C2
2. Phase: Hyperflexion der Halswirbelsäulensegmente C0- C3
3. Phase: Hyperextension der Halswirbelsäulensegmente C5-C7

In einem PKW ohne Kopfstütze ist eine deutlich höhere Extension zu erwarten. Wie stark die anatomischen Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden, hängt u.a. von der Kopfstellung zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens ab. Ist der Kopf in Rotationsstellung sowie Seitneige eingestellt, ist das Ausmaß der Verletzung erheblich stärker. Das Beschleunigungstrauma wird nach Erdmann oder nach der Quebec Task Force unterschiedlich klassifiziert:

Nackenschmerzen als Eisbergspitze

Die Symptome bei einem Schleudertrauma sind nicht nur auf den Nacken und Hinterkopf beschränkt. Es kann zu Schwindel, Schluckstörungen, Sehstörungen, Schlafstörungen, Tinnitus und/oder Taubheitsgefühlen kommen. Die Ursachen sind u.a. Traumatisierungen aktiver und passiver Strukturen der Bandscheiben mit internen Rupturen oder Nekrosen, Kapselrupturen, Knorpelschäden, Luxationen im Bereich der Facettgelenke. Auch möglich sind Wirbelfrakturen, Muskelfaserrisse oder Störungen der Blutzirkulation der Arteria vertebralis. Bemerkenswert ist, dass die Beschwerden nach einem Beschleunigungstrauma von Land zu Land unterschiedlich sind. In den USA, Großbritannien und Deutschland werden von vielen Patienten chronische Beschwerden angegeben. In anderen Kulturen – beispielsweise Litauen, Griechenland, Singapur oder Neuseeland – ist ein derartiger chronischer Verlauf fast unbekannt. Hierbei scheinen psychologische und soziokulturelle Aspekte eine Rolle zu spielen. Ein Beweis für einen chronischen psychischen Schaden infolge des Traumas existiert nicht.

Nach einer Studie von Bortsov et al. vom Januar 2013 treten nach einem Autounfall nicht nur Schmerzen im Nacken auf. Einer von fünf Patienten klagt über ein generalisiertes Schmerzsyndrom. Auch nach leichten Unfällen sind starke generalisierte muskuloskeletale Schmerzen möglich. Untersucht wurden 890 Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren nach einem Unfall.

Less is more

Lamp et al. von der Universität in Warwick publizierte 2012 eine großangelegte Studie im Lancet. Untersucht wurde an 3.800 HWS-Patienten der Nutzen diverser Therapiestrategien wie Halskrause, Physiotherapie und Beratung. “Aggressives Zuwarten” scheint am besten zu sein. Sinnvoll ist neben einer Bewegungstherapie die ausführliche mündliche und schriftliche Beratung des Patienten. “Intensivere Formen der Betreuung beschleunigen den Heilungsverlauf nicht”, so das Resüme. Die Halskrawatte sollte damit endgültig vom Tisch und Hals sein.

Dr. Robert Ferrari von der Universität von Alberta gibt folgende Tipps:

  • Bemerkungen unterlassen, welche dem Patienten suggerieren, dass es sich nicht um eine leichte Störung handelt
  • weiterführende Diagnostik (CT, MRT) ist selten nötig und eher schädlich
  • Therapie (Medikamente, Physiotherapie, Zervikalorthese) ist selten nötig und eher schädlich
  • nur kurze Schonung für 1–2 Tage und keine Krankschreibung
  • “Insgesamt können auch ärztliche Handlungen, selbst wenn sie indiziert sind, zur Chronifizierung erheblich beitragen und sollten deshalb so weit wie möglich begrenzt werden.”

MRT passé?

“Ein Gesunder ist ein schlecht untersuchter Patient” – So kann man polarisierend sicherlich auch die Diagnostik und die sich daraus ableitende Therapie betrachten. Nach einem Unfall findet man mit dem MRT bestimmt immer irgendetwas Abnormes. Ob dies jedoch kausal für möglich Beschwerden verantwortlich ist, bleibt fraglich. “Die Patienten werden mehr durch die Diagnose traumatisiert als durch das eigentliche Trauma”, kritisierte bereits vor 30 Jahren der kanadische Wirbelsäulen-Spezialist Prof. Ian Macnab vom Wellesley Krankenhaus in Toronto im Standardwerk “The Spine”.

In einer im European Spine Journal veröffentlichten Studie aus dem Januar 2013 von Li, Shen et al. wurden Schleudertraumapatienten mit dem MRT differenziert untersucht. Am kraniozervikalen Bandapparat fanden sich kleine Läsionen. Diese Befunde können nach Ansicht der Autoren nicht einfach auf das HWS-Trauma zurückgeführt werden. Es wurden keine Belege gefunden, dass die Schäden des Bandapparats (Ligamenta alaria und Ligamentum transversum) ursächlich auf eine einfachen HWS-Distorsion zurückgeführt werden können. Knackstedt et al. publizierten 2012 im Journal of Headache and Pain eine Studie mit 47 Schleudertrauma-Patienten. Ihr Fazit: “Auffallende MRT-Befunde des kraniozervikalen Bandapparats erklären nicht die zervikogenen Kopfschmerzen nach Schleudertrauma”. Auch für die häufig auftretenden kognitiven Defizite nach dem Unfall sind keine morphologischen Abweichungen verantwortlich zu machen.

Eine Schädigung zerebraler Strukturen ist weder begründbar noch nachweisbar. Weder wiederholte MRT-Untersuchungen noch die Positronen– und die Single-Photon-Emissionstomographie lieferten solche Nachweise. Patienten, die nach einer einfachen HWS-Distorsion über langanhaltende Beschwerden klagen, sollten aber dennoch nicht vorschnell als Simulanten eingestuft werden. Die Psychotraumatologie gibt hier ergänzende Ansätze. Es existiert nicht nur das, was man sieht.

“Kollege” in schwarzer Robe

Des Öfteren rät nicht ein Dr. med sondern ein Dr. jur zur Halskrause. Der Aspekt der Schmerzensgeldforderung nach einem Unfall wird optisch Nachdruck verliehen, wenn die Patienten vor Gericht mit einer sichtbaren Therapiehilfe auftreten.

Leitlinie: motiviert aktiviert

“Standard ist heute die möglichst frühzeitige aktivierende konservative Behandlung; eine langfristige Immobilisation oder eine übertrieben pessimistische Haltung ist, da prognostisch ungünstig, zu vermeiden”. Zu so viel Zurückhaltung rät die aktuelle Leitlinie “Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule” der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Empfehlungen der Leitlinie:
  • Fast immer konservativ, allenfalls einige Tage immobilisierend, dann aktivierend; aktive Einbeziehung des Patienten in die Therapie (A)

  • Ausreichende, aber befristete (üblicherweise nicht langer als 4 Wochen) Analgesie, z. B. mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Paracetamol 1,5 g/d, ASS 1 g/d, Diclofenac 150 mg/d, Ibuprofen 600 mg/d, Naproxen 1 g/d). Bei Chronifizierung schmerzmodulierende Medikation wie Antidepressiva (z. B. Amitriptylin 25-150 mg/d); auch Lidocain i.m. Die Dosierungen sind individuell anzupassen (B)
  • Gegebenenfalls zusätzliche, befristete (üblicherweise nicht langer als 2 Wochen) Gabe von Muskelrelaxanzien (z. B. Tetrazepam 100 mg/d) oder ausnahmsweise Methylprednisolon (innerhalb von 8 Stunden für wenige Tage, auch i. v.) Die Dosierungen sind individuell anzupassen (C)
  • Gegebenenfalls Wärme, Massagen, Elektrotherapie, später aktive Bewegungs- und Lockerungsübungen (C)
  • Im Fall neurologischer Ausfälle gezielte physiotherapeutische Beübung und engmaschige Kontrolle (↔) (C)
  • Konsequente psychische Führung (Psychoedukation) unter Hinweis auf die fast immer günstige Prognose, im Bedarfsfall engmaschige Wiedervorstellungen (↔) (B)

  • Bei drohender Chronifizierung erweiterte Anamnese bezüglich psychosozialer Belastungsfaktoren und zusätzlicher oder bereits vor dem Trauma bestehender Körpersymptome, um eine somatoforme Schmerzstörung frühzeitig erkennen zu können. Ggf. Konsiliaruntersuchung durch einen Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder Psychiatrie und Psychotherapie (C).

  • So bald wie möglich definitive Regulierung eventueller Rechtsstreitigkeiten und berufliche Reintegration (B)
  • Krankschreibungen nur kurzfristig (zunächst maximal 3 Wochen), notfalls wiederholt, basierend auf körperlichen Befunden und dem Einzelfall angepasst (B)
  • Bei schwerwiegenden Verletzungen des Zentralnervensystems (Querschnittsymptomatik) neurochirurgisches Konsil (A)
  • Bei schwerwiegenden Verletzungen des Bewegungsapparats (Fraktur, erhebliche Instabilität) orthopadisches Konsil (A)
  • Bei komplexerer und langanhaltender Symptomatik multimodale und interdisziplinäre Therapie nach stringentem Konzept z. B. Kombination von Antidepressiva, kognitiver Verhaltenstherapie und Physiotherapie oder Koordinationsübungen. Entsprechende Angebote werden von Unfallversicherern, Spezialambulanzen und Schmerzkliniken gemacht, definitive Wirksamkeitsbeweise stehen jedoch aus (B).

Nicht empfohlen wird:
  • Anlage eines Schanz-Kragens oder anderer mechanisch ruhigstellender Vorrichtungen (meist überflüssig – Ausnahme: Instabilität, massivster Bewegungsschmerz)
  • Langfristige Immobilisation der HWS (außer bei schwerwiegenden knöchernen Verletzungen)

  • Passiv mobilisierende Maßnahmen während akuter Schmerzphase wie z. B. chiropraktische Manöver (Gefahr der erneuten Traumatisierung)
  • Längerfristige (primär > 3 Wochen) Krankschreibung (kann Chronifizierung fordern)
  • Pessimistische Haltung mit inadäquater Warnung vor bleibenden Spätschäden oder frühe Stellung einer ungünstigen Prognose (↔)
  • Neuropsychologische Therapie (“Hirnleistungstraining”) bei unkomplizierter HWS-DV (Psychotherapeutische Maßnahmen zur Schmerz- und Stressverarbeitung können aber im Einzelfall angezeigt sein.)

Der Unfallchirurg Prof Dr. Michael Schnabel schrieb im Jahr 2004 über 1.500 Kliniken in Deutschland an und befragte sie nach deren Behandlungsschemata beim Beschleunigungstrauma. 540 Kliniken haben die Fragebögen beantwortet zurückgeschickt, 516 machten Angaben zur Häufigkeit der “HWS-Distorsion”. In diesen Kliniken wurden pro Jahr bei 84.000 Patienten mit akuter HWS-Distorsion behandelt. Bei knapp 86 Prozent der Patienten wurde eine Halskrawatte mit einer durchschnittlichen Tragedauer von fast sieben Tagen verschrieben. Fast 56 Prozent erhielten zugleich Physiotherapie, im Mittel 8,4 Anwendungen. Bei 30 Prozent war eine Halskrawatte für durchschnittlich knapp sechs Tage die einzige Therapie. 8,3 Prozent der Patienten bekamen allein Physiotherapie. Nur knapp sechs Prozent erhielten weder Krankengymnastik noch eine Halskrawatte.

In den Studien blieb ein Aspekt unberücksichtigt: die Erwartungshaltung des Patienten. Nicht selten ist er enttäuscht, wenn der Arzt außer Tipps und Diclo nicht noch ein sichtbares Zeichen des Traumas rezeptiert. Da sollte der Arzt halsstarrig bleiben.

201 Wertungen (4.35 ø)

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18 Kommentare:

Als selbst Betroffene (bei eigenen ca 80 km/h)habe ich die Halskrause bei sofort nach dem Unfall aufgetretenen starken Nackenschmerzen und sensiblen Erscheinungen an einer Hand als sehr!!!!!hilfreich empfunden, ebenso nach einigen Tagen die Querfriktionen des Physiotherapeuten.
Nach einigen Tagen konnte ich die Krause ruduzieren und bald danach absetzen. Analgetica wollte ich nicht nehmen.
Nach 4 Wochen Nachkontrolle. Es bestanden noch immer beim Kopf nach vorne Beugen sensible Beschwerden und Schmerzen im Arm, die ich weder einer Nervenwurzel noch einem Nerv zuordnen konnte. Der befragte Unfallarzt beantwortete nicht meine Frage nach der Ursache, sondern unterstellte mir Rentenbestreben!!!!
Gott sei Dank bin ich mittlerweile beschwerdefrei durch eigene physiotherapeutische Übungen.
Meine Schlussfolgerung: Krause anfangs :ja, aber nicht zu lange und Physiotherapie.

#18 |
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Egal wie diese Verletzung genannt wird, es handelt sich um eine Decceleration und Acceleration Trauma in vielfaltigen Formen, dazu die Rotationskomponente, die Translationskräfte, die axiale und horizontale Mitwirkung. Also das Unfallmechanismus. Hier ist auch die Anamnese genau zu erfragen, nicht nur bei Erstvorstellung des Patienten sondern auch bei der Kontrolle. In erster Linie geht es darum eine knöcherne Verletzung und eine discoligamentäre Beteiligung auszuschließen, dazu gehört wie bekannt das Röntgen als Standard. Bei klinischen oder radiologischen Verdacht auf eine instabile Situation ist ein CT die nächste Maßnahme, diese sind aber auch entscheidend für das weitere Vorgehen. Mann darf aber nicht vergissen das es hier um eine statische Untersuchung handelt, zur Ergänzung muss dann eine Funktionsaufnahme bzw eine dynamische Untersuchung unter Durchleuchtung stattfinden. Eine weitere Maßnahme ist dann ein MRT bei Myelopathien und discoligamentäre Verletzung durchzuführen. Die Therapie hängt von Art der Verletzung ab. Zur Immobilisation muss erst ein Stiff neck angelegt werden, dann nach Ausschluss einer hochgradigen Verletzung am Knochen oder Instabilität wird entweder eine angepasste gebackene Krawatte oder weiche cervicalstütze angelegt. Die Dauer ist individuell anzusehen 2-6 Wochen. Dazu wird auch zur Chronifizierungsprophylaxe ein Muskelrelaxant und Antiphlogistikum für 2 Wochen empfohlen, ab der dritten Woche kann mit KG und Manuelle Therapie begonnen werden. In Abhängigkeit des Befundes beträgt die AU 1-6 Wo. Es ist eine Tatsache das viele unsicher sind und es wird lieber ein mal zuviel gemacht als ein mal weniger und das nicht zur Unrecht, aus forensischen Gründen. Manche besitzen ungenügend Wissen und Mut. Das ist Stand der Medizin heute.

#17 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Ich bin gleicher Meinung mit den Kommentatoren 4,9 (!!), 10, 14 und 15.
Ausserdem kann ich den Blick über den deutsch-amerikanischen und vorwiegend klassisch-orthopädischen Tellerrand empfehlen
und auf die “Prager Schule” verweisen. (Janda, Lewit, Colar, Rasev)

#16 |
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Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Ich empfehle die Halskrause folgendermassen: “Wenn Sie Ihnen gut tut und Erleichterung verschafft, dann tragen Sie sie, wenn sie Ihnen lästig bis scmerzhaft ist, dann lassen sie sie weg. Auf den Körper hören ist eigentlich immer ein guter Ansatz.

#15 |
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ich muß herrn wolfgang gellert voll zustimmen!
da eine instabilität der hws selbst durch funktionsaufnahmen
nicht eindeutig zu bestimmen ist,bringt die cervikalstütze
eine sofortige stabilisierung und für den patienten eine erleichterung.die cervikalstütze sollte solange getragen werden,wie der patient dies als erleichterung empfindet.
nach spätestens 14 tagen empfehle ich,die krawatte stundenweise abzulegen.meistens ist nach 3-4 wochen ruhe.
besonders bei hypermobilen(frauen)kann es aber durchaus auch länger dauern.dieses verfahren hat sich in über 30-jähriger tätigkeit als orthopäde bewährt.die therapieresistenten fälle waren ausnahmslos primär nicht ruhigestellt gewesen und m.e.sekundär psychisch alteriert.

#14 |
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Josef M. Spettmann
Josef M. Spettmann

Als leidgeplagtes Opfer, empfinde ich den Bericht wie diesen alten Joke: “Herr Dr. der Simulant von Zimmer 10 sit tot, jetzt übertreibt er aber wirklich”.
Ich habe meinen Unfall auch auf die leicchte Schulter genommen, bis mir nach mehreren Tagen die Lichter aus gingen. Glaubt da noch jemand man solle das verharmlosen?
Glücklicher Patient der zu einem Arzt kommt der fähig ist und weiß was er tun muß.

#13 |
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Monika Conus
Monika Conus

danke für die guten Beiträge! endlich kommt man von der alten , konservativen Behandlung ab! ich mache gleiche Erfahrungen wie Dr. Eckhoff. Am wichtigsten ist, den Patienten die Angst vor den vermeindlichen Spätfolgen zu nehmen und sie auf die positive Schiene zu bringen.

#12 |
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Doktor Marika Kollinger
Doktor Marika Kollinger

Lieber Verfasser des Artikels,
ein MRT im Liegen sagt nichts ueber den Zustand des craniocervikalen Uebergangs vor allen der Lig. alare und Lig. transversum aus.
Darueber hinaus kommt es gerade durch die Ischemie in Gehirn und Muskulatur zu oxidativem Stress mit Beeintrachtigung der Funktion der Mitochondrien.
Es gibt viele Publikationen, die mein Aussage beweisen.
Die derzeitige Therapie wird dem WAD nicht gerecht. Nachzulesen auch bei Dr. Kuklinksi
Mit freundlichen Gruessen Dr. MR Kollinger

#11 |
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Uwe Hage
Uwe Hage

Ich habe in vierzig Jahren Praxis fast immer sofortige Erleichterung erreichen können mit sofortiger sanfter Chirotherapie, ggf. Ibuprofen (etwas effektiver als Diclofenac), Wiedervorstellung nach spätestens drei Tagen, natürlich bei Beschwerdezunahme/ausbleibender Besserung sofort.

#10 |
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Wolfgang Gellert
Wolfgang Gellert

Wenn man eine Fraktur des Radius hat wird jeder vernünftig denkende Arzt eine Ruhigstellung für 4-6 Wochen befürworten. Das Gleiche gilt für eine Verletzung des Kapsel-Band-Apparates nach einem Inversionstrauma der Sprunggelenke. Wo ist der Unterschied zu einer Verletzung des Bandapparates bzw. der Bandscheiben oder der Muskulatur in der HWS?
Nur weil man die Verletzung nicht äußerlich erkennen kann, weil sie unter einem Weichteilmantel liegt, kann sie dennoch häufig vorhanden sein und Beschwerden verursachen. Man sollte sinnvoller Weise die Problematik an Hand der Wundheilungsphasen angehen: In der Entzündungsphase die Bewegung limitieren (Sinnvoll für jede Verletzung), in der Proliferationsphase in zunehmenden Maße Bewegung zulassen und im weiteren Verlauf (Organisationsphase und Remodelling) das Gewebe belasten. Das Problem besteht in der Diagnosenstellung. Liegt eine Verletzung vor? Welches Gewebe ist in welchem Ausmaß verletzt (Wie lange dauert die Heilung dieses Gewebes etc.)

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Sowohl aus dem hier Vorgetragenem wie auch aus Eigenerfahrung mit dem Zusatz auch noch eine Felsenbeinfraktur nebst einiger Blutgerinsel im Hirn zu haben fehlt ein wesentlicher Ansatz: Therapierung vom gespeichrten Stress und Coaching zum Abbau der auch hier beschriebenen Ängste.
Warum versucht es denn niemand mit einer Klangtherapie- die Überraschung der Verbesserung dürfte sehr überzeugend groß sein!!!

namasté Wolf Henrichs, Klangtherapeut

#8 |
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Bei den Ausführungen von Claussen, Montazem und Volle handelt es sich um Außenseitermeinungen, welche wissenschaftlich weder anerkannt nocht bestätigt wurden.

#7 |
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Das stimmt ,viele Patienten sind sehr ängstlich und oft sind übertriebene medizinische Maßnahmen mitschuldig.Ich hatte selbst ein massives Schleudertraume und weiß um die Beschwerden ,aber ich weiß auch ,daß es ohne Dramatisierung mit entsprechender Behandlung, ohne allzuviele Medikamente ,vorbei geht .Bei scheinbaren oder wirklichen weiterbestehenden Beschwerden kann man sowieso nicht zwischen Verschleißfolgen und Unfallfolgen unterscheiden ,insbesondere wenn der Patient nicht mehr ganz jung ist.Die Halskrause ist eher einen Plage.

#6 |
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Dr. Klaus Gillner
Dr. Klaus Gillner

Als selbst dereinst heftigst betroffener Kollege kann ich die Publikationen von Professor Dr. Claus-F. Claussen nur wärmstens empfehlen!

“Das HWS-Schleudertrauma-Moderne medizinische Erkenntnisse”

Autoren:
Professor Dr. Claus-F. Claussen
Dr. Ralf Dehler
Dr. Abbas Montazem
Dr. Eckhard Volle

Kurze Inhaltangabe: das HWS-Schleudertrauma, bei dem es sich eigentlich um einen Kopf-Hals-Beschleunigungs Trauma handelt, nimmt zahlenmäßig in fast allen Ländern der Erde als moderne Zivilisationskrankheit infolge von Kraftfahrzeugunfällen dramatisch zu. In Deutschland hat sich der 32. deutscher Verkehrsgerichtstag 1994 mit seinen Entschließungen zum Thema “Begutachtung des HWS-Schleudertraumas “richtungsweisend auseinander gesetzt, der ADAC hat seine Empfehlungen zu diesem Thema 1997 aufgrund einer großen Expertenrunde abgefasst.
Nach einer Zeit der Stagnation vertiefen sich neuerdings die diagnostischen und therapeutischen Kenntnisse in Bezug auf das Kopf-Hals-Beschleunigungs Trauma so sehr, dass auch Kausalitäten im Hinblick auf die Verursachung und Haftpflichtansprüche festgemacht werden können. Für das vorliegende Werk haben die vier Hauptautoren unter Hinzuziehung eines Kraftfahrzeugexperten ihre Beiträge aufgrund eigener praktischer wie auch wissenschaftlicher Erfahrung zusammengetragen es handelt sich damit um ein komprimiertes interdisziplinäres Nachschlagewerk auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse.

In diesem Buch geht es von Unfallereignis bis Spätfolgen des HWS-Schleudertraumas.Auch Therapien der Traumafolgen werden in diesem Buch fantastisch aufgezeigt. Mir wurde von einem Autor diesen Buches gesagt das dieses Jahr eine Neufassung herauskommen soll. Dies solle es aber leider nur in Englisch geben. Jedoch habe ich diese Neufassung noch nicht entdeckt. Aber für alle HWS Schleudertrauma Geschädigten ist dieses Buch sehr aufschlussreich.
[Kommentar von der Redaktion gekürzt]

#5 |
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Es gab mal Zeiten, da war das Schleudertrauma klar definiert und auch klar von der HWS-Distorsion abgegrenzt. Der Schluß des Artikels läßt diese Trennung vermissen.Wenn kaum Verletzungen sind,und damit auch kaum Entzündungen, womit wird dann die wochenlange Gabe von NSAR z.B. Diclofenac begründet? Wenn durch ein von außen einwirkendes Ereignis die Segmente der HWS mechanisch irritiert werden, ist eher eine Chirotherapie angezeigt als wenn eine Tonsillitis den Bewegungsablauf der HWS stört. Habe 25 Jahre als Orthopäde in freier Praxis so manches Schleudertrauma ( alte Definition ) behandeln dürfen. Gerade die frisch verunfallten Patienten reagierten phantastisch auf eine sachgerechte Chirotherapie, natürlich nur bei entsprechend “blockierten” Gelenken. So mancher Patient kam nach Monaten erst in die Sprechstunde, eine Chirotherapie konnte dann erstaunliche Besserungen bringen. Ich denke, das was gestört ist sollte behandelt werden. Ein blockiertes Gelenk benönitgt die chirotherapeutische Versorgung, eine posttraumatisch blockierte Psyche benötigt den Psychotherapeuten. Eins schickt sich nicht für alles, sondern befundspezifisch therapieren ist die Kunst. Aber viele können keine chirotheraputische Befunderhebung und dann entsprechende Therapie durchführen. Die Chirotherapie sei gefährlich, so hört man oft. Die Gabe von Diclofenac kann aber auch zum Tode führen.

#4 |
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Das kann ich aus der Erfahrung nur bestätigen. Seit vielen Jahren montiere ich die von den erstversorgenden Chirurgen in den Krankenhäusern angelegte Schanzsche Krawatte sofort wieder ab….mit gutem Erfolg. Viele Patienten sind direkt erleichtert!
Ein Fall hierzu noch: Einer meiner Patienten kam am Freitag Nachmittag kurz vor Ende der Sprechstunde ziemlich atemlos aus dem Schwarzwald angefahren. Er berichtete, dass ihm ein anderer Autofahrer aufs Heck gefahren sei. Da habe er von einem Kollegen gehört, wenn man gleich zum Arzt fahre, erhalte man 5000¿ Schmerzensgeld!

#3 |
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…bei den Fällen von Begutachtung mit HWS-Syndrom fand sich fast immer ein chronisches Schmerzsyndrom, das sich auf eine anfänglich unsachgemäße Schmerztherapie zurückführen liess. Dewegen sind Empfehlungen richtig wie anfänglich kurze Ruhephase, dann aktive Bewegungen wie im täglichen Leben und nur wenn notwendig, suffiziente Schmerztherapie

#2 |
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Das war mal ganz klar und auf den Punkt gebracht. Wird vielen Lesern und Betroffenen nicht gefallen.

#1 |
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