Diabetes-Risiko: Frühe Fettgewebsveränderung

5. Dezember 2014
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Schon bei Sechsjährigen, die übergewichtig oder adipös sind, wandern Makrophagen ins Fettgewebe. Auch ist bei ihnen die Menge an Botenstoffen wie Leptin und Adiponektin verändert. Diese Signale stehen in Zusammenhang mit einer beginnenden Insulinresistenz.

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Antje Körner untersuchte in einem Forschungsprojekt Fettgewebe von schlanken und übergewichtigen Mädchen und Jungen bis 18 Jahre auf Anzeichen krankhafter Veränderungen. Bereits bei Sechsjährigen mit Übergewicht zeigten sich deutliche Veränderungen, die auf eine ungesunde Entwicklung hindeuten. So haben übergewichtige Kinder und Jugendliche im Vergleich zu schlanken fast doppelt so viele und auch deutlich größere Fettzellen.

Makrophagen als Indikator für Entzündungen im Fettgewebe

Mit zunehmender Fettmasse und Größe der Fettzellen bei übergewichtigen Kindern wandern Makrophagen ins Fettgewebe ein. Ihr verstärktes Vorhandensein sehen die Forscher als Beweis für eine ablaufende Entzündungsreaktion im Fettgewebe von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen.

Darüber hinaus ist die Bildung von Botenstoffen aus den Fettzellen verändert. Dazu gehören zum Beispiel die Fettgewebshormone Leptin und Adiponektin, die das Hungergefühl und den Stoffwechsel beeinflussen. Veränderte Mengen dieser Hormone im Blut sind bei Übergewicht bereits bei den jungen Studienteilnehmern zu beobachten. Sie gelten als Signale für eine krankhafte Veränderung des Stoffwechsels. Das so veränderte dysfunktionale Fettgewebe trägt zur Entstehung erster Folgeerscheinungen der Adipositas bereits im Kindesalter bei.

Präventionsmaßnahmen früh starten

Es konnte somit bereits bei Kindern gezeigt werden, dass Fettgewebsveränderungen im Zusammenhang stehen mit einer beginnenden Insulinresistenz. Körner betont: „Diese Ergebnisse unterstreichen, dass präventive Maßnahmen für eine gesunde Gewichtsentwicklung bei Kindern sehr früh beginnen müssen. Denn erste Veränderungen im Fettgewebe und damit einhergehende negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel liegen bereits ab dem Schulalter vor.“

Originalpublikation:

Evidence of early alterations in adipose tissue biology and function and its association with obesity-related inflammation and insulin resistance in children
Antje Körner et al.; Diabetes, doi: 10.2337/db14-0744; 2014

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1 Kommentar:

Biochemiker

Auch hier wird wieder zu kurz gegriffen. Die Veraenderungen des Fettgewebes sind die Folge von Veraenderungen, deren Ursprung in der Leber zu suchen sind. Die Leber ist das erste Organ, welches im Regelkreis mit dem Pankraes eine relative Insulinresistenz entwickelt und den Serum-Insulinspiegel nach oben treibt. Insulin stimuliert IL-2 und IL-6, welches dann die Entzuendungsreaktionen promotet. Warum versagt die Leber? Weil die Hepatozyten einen mitochondrialen Overload erfahren, Citrate akkummuliert, oxidativer Stress und Lipid droplets schaedigen die Insulinrezeptoren = Insulinresistenz.

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