Medizin-eBooks in der Praxis – ein Bericht

14. März 2012
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Wer wagt, gewinnt: Schnell und unkompliziert lassen sich viele Fachbücher als eBook auf digitale Lesegeräte laden. Aber sind eBooks auch im Medizin-Alltag brauchbar und eine echte Arbeitserleichterung? Wir beleuchten dies für Euch in Teil 3 unserer eBook-Spezialreihe.

Eins steht fest, ein iPad macht sich deutlich besser als ein dickes Lehrbuch. Auch, wenn es nicht in die Kitteltasche passt. Es ist nicht nur eine Frage des Stils, sondern auch der Handlichkeit. Man hat nicht nur sein halbes Büro dabei, sondern gleich ein ganzes Bücherregal. Darüber hinaus hat man rund um die Uhr Zugriff auf sämtliche Bibliotheken, online gestellte Skripte und eStores zum Kauf neuer Fachliteratur.

Das Angebot wächst sichtbar

In DocCheck Load, dem eBook Store von DocCheck, stehen z.B. schon über 15.000 eBooks, Journals und Fachartikel von großen und kleinen Verlagen zur Auswahl. Auch einige Autoren nutzen DocCheck Load, um Publikationen zu teilweise echten Spezialthemen an den interessierten Leser zu bringen. Anders als bei Amazon und Co. ist das Angebot rein auf Medizin, Pharmazie und Healthcare spezialisiert. Wenn auch die Suchfunktion auf der Website von DocCheck Load definitv optimiert werden kann, ist das gewünschte eBook meist schnell gefunden, Leseproben helfen sich zu entscheiden und zwischen den verschiedenen Titeln zu vergleichen. Ein in den Warenkorb gelegtes eBook wird nach der Online-Bezahlung umgehend in die persönliche eBox zugestellt. Von dort aus kann es auf jedes beliebige Endgerät heruntergeladen werden. Die Bezahlung kann via PayPal oder Kreditkarte erfolgen, Bankeinzug ist derzeit nur für Kunden aus Deutschland möglich. Wer genug Guthaben auf dem DocCheck Kundenkonto angesammelt hat, kann dieses auch für seinen eBook-Einkauf einsetzen.

Eine Frage der Rechte

DRM, kurz für Digital Rights Management, steht für die Rechteverwaltung sämtlicher digitaler Medien. Auf gut Deutsch stellt sie einen mehr oder weniger unglücklich gelösten Kopierschutz, in diesem Falle der eBooks, dar.

Eine Möglichkeit, eBooks vor unerlaubter Vervielfältigung zu schützen, ist sie mit einem personalisierten Wasserzeichen zu versehen. Hier wird in das PDF sichtbar oder unsichtbar eine Information gespeichert, welche im Missbrauchsfall auf den Ursprung zurückschließen lässt. Diese Form des Kopierschutzes lässt dem Nutzer noch am meisten Freiheiten, die eBooks können ohne zusätzlichen Aufwand mit jeglicher verfügbarer eReader-Software gelesen und meist sogar mehrfach ausgedruckt werden.

Das von Adobe entwickelte DRM-Verfahren, die sog. ACS-geschützten PDF-Dateien (ACS für Adobe Content Server) für Adobe Digital Editions (ADE) ist die benutzerunfreundlichere Kopierschutz-Variante. So geschützte eBooks können nur mit geeigneter eReader-Software gelesen werden (iBooks als Standard-Reader gehört nicht dazu) und setzt eine kostenlose Registrierung bei Adobe selber voraus, was einen Mehraufwand und eine zusätzliche Einschränkung bedeutet. Leider setzen viele der großen Medizinverlage die restriktive Adobe-Lösung ein. Dies macht es dem Nutzer, besonders dem technisch nicht so affinen, der sich einmal an das für ihn neue Medium eBook herangewagt hat, nicht gerade einfach und verschreckt ihn wohl eher wieder.

Es handelt sich zwar nicht um eine Lösung des grundsätzlichen Problems, doch bei DocCheck findet sich eine ausführliche Hilfe-Datei, die einen bei etwaigen DRM-Problemen zielführend an die Hand nimmt. Letztendliche obliegt es jedoch den Verlagen, uns Kunden das Leben zu erleichtern und auf ein nutzerfreundlicheres DRM-Verfahren zu setzen.

Ein Fazit

Verglichen mit herkömmlichen Büchern liegt mit medizinischen eBooks definitiv etwas Neuartiges in der Hand. Man wird aber auch mit bislang unbekannten Herausforderungen, vor allem in Bezug auf die nicht immer nutzerfreundlichen DRM-Lösungen konfrontiert, die einen im Praxisalltag vor allem als eBook-Neuling zunächst ausbremsen können.

eBooks scheinen für den Alltag eines Mediziners jedoch wie gemacht zu sein, vor allem wenn es im Uni- oder Krankenhaustrubel darauf ankommt, unabhängig von Ort und Zeit schnell etwas nachzuschlagen oder nachzulesen. Für Recherche und Abruf neuer Fachliteratur in eStores wie DoCheck Load ist natürlich eine ordentliche Internetverbindung erforderlich – in den meisten Krankenhäusern aber mittlerweile ja auch gegeben.

Intensive Textarbeit wird ebenfalls erleichtert: Stift verlegt, kein Marker zur Stelle? Ein Fingerwisch genügt und sogleich ist eine wichtige Textstelle farblich markiert. Im Nu sind kurze Anmerkungen als Notiz vermerkt, das lästige Zettelwerk von Anfang an sortiert: die eReader fassen Markiertes und Notizen automatisch in einem personalisierten Inhaltsverzeichnis zusammen. Die wichtigen Stellen finden sich so kurzerhand mit einem Tip. Mit Apple‘s iBooks 2 und den eBooks der neueren Generation lässt sich direkt im Buch sogar eine digitale Lernkartei erstellen.

Einige eBooks bringen nette kleine, aber im Alltag durchaus hilfreiche Funktionen mit: Die Integration von Online-Glossaren z.B., die vom DocCheck-Team liebevoll „flexikonisiertes eBook“ genannt wird. Die Möglichkeit direkt aus dem PDF-eBook per Hyperlink auf eine Enzyklopädie (in diesem Fall das Flexikon) oder gleich das ganze Internet zugreifen zu können, erleichtert die Wissensvertiefung wirklich.

Wer sich nun nicht allzu schwer von schnell veraltenden und sperrig schweren Büchern im Gepäck lösen kann, der wird vor allem bei der Fachlektüre wohl schon jetzt seine wahre Freude an eBooks finden.

Link-Tipps und Hilfestellung:

Alle Teile unserer eBook-Spezialreihe:
Teil 1: Medizin-eBooks im Fokus – eine Einführung
Teil 2: Medizin-eBooks im Vergleich – eine Auswahl
Teil 3: Medizin-eBooks in der Praxis – ein Bericht
Teil 4: Medizin-eBooks der Zukunft – ein Ausblick

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