Reizdarm: Wenn das Colon auf der Couch liegt

12. Dezember 2014
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Weltweit leiden etwa 5 bis 20 Prozent der Menschen an einem Reizdarmsyndrom. Eine eindeutige Erklärung ist nicht bekannt, wohl aber, dass die Psyche den Darm beeinflusst. Gastroenterologen zeigten, dass Psychotherapie und Antidepressiva die Symptome reduzieren.

Bisher gibt es keine eindeutige Erklärung für das Reizdarmsyndrom. Während einige Patienten eher unter dem IBS-Typ „D“ (Diarrhö) leiden, sind andere vom IBS-Typ „C“ (Constipation, Verstopfung) betroffen. Bei vielen stehen Darmkrämpfe im Vordergrund. Die Betroffenen versuchen, sich mit Spasmolytika (Mebeverin, Butylscopolamin) oder dem Durchfallmittel Loperamid über Wasser zu halten.

Unbestritten ist heute, dass psychische Prozesse einen großen Einfluss auf das Reizdarmsyndrom haben. Viele Patienten berichten zum Beispiel davon, dass sie vor wichtigen Terminen von Diarrhöen heimgesucht werden. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Psychotherapien einen positiven Effekt auf das Reizdarmsyndrom haben. Der Gastroenterologe Alexander C. Ford und Kollegen (St. James’s University Hospital, Leeds, Großbritannien) wollten sich einen genauen Überblick verschaffen und führten ein systematisches Review und eine Metaanalyse zum Thema „Antidepressiva, Psychotherapie und Reizdarmsyndrom“ durch. Sie untersuchten ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien. In allen Studien waren die Patienten über 16 Jahre alt. Die Diagnose basierte entweder auf der Einschätzung des Arztes oder die Patienten erfüllten die diagnostischen Kriterien nach Rom I, II oder III.

Nur die „echte“ Psychotherapie hilft

Bei den Psychotherapiestudien hatten die Studienteilnehmer entweder eine Psychotherapie oder eine Standardbehandlung bei ihrem Arzt erhalten. Auch Patienten auf der Warteliste dienten als Kontrollteilnehmer. Bei den Medikamentenstudien wurden die Patienten entweder mit Antidepressiva (Trizyklische Antidepressiva (TCA), Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI)) oder Placebo behandelt.

Insgesamt konnten die Autoren 46 Studien auswerten. Es zeigte sich, dass nur die „richtige“ Psychotherapie oder die Hypnosetherapie effektive Wirkungen erzielten. Psychotherapien via Internet, Entspannungsverfahren oder Stressmanagement-Programmen bewirkten keine signifikanten Verbesserungen. Die dynamische Psychotherapie führte bei 77 von 138 Patienten (56 %) zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Im Vergleich dazu war nur bei 40 von 135 Patienten (29,6 %) der Standardtherapiegruppe eine Verbesserung zu verzeichnen. Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) war bei 58 % der Patienten wirksam (204 von 349 Patienten), während nur 36 % (95 von 261 Patienten) der Kontrollgruppe symptomärmer wurden. Die Hypnosetherapie war bei 45 % der Patienten effektiv (64 von 141 Patienten), wohingegen nur 23 % der Kontrollgruppe (31 von 137 Patienten) über Symptomlinderungen berichteten.

Behandlung mit Antidepressiva

Bei der Behandlung mit Antidepressiva gingen die Symptome im Allgemeinen zurück: 56 % der Patienten profitierten (332 von 592 Patienten). In der Placebogruppe ging es nur 35 % der Patienten (178 von 508 Patienten) besser. Wirksam waren die Antidepressiva auch bei der Schmerzsymptomatik: Die Schmerzen ließen bei 52 % der behandelten Patienten (92 von 182) nach, wohingegen in der Placebogruppe nur 46 von 169 Patienten (27 %) Linderung verspürten. Insgesamt werteten die Autoren sieben randomisierte, kontrollierte Studien zum Thema „Antidepressiva und Schmerzen bei Reizdarmsyndrom“ aus. Trizyklische Antidepressiva erwiesen sich bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms als ebenso wirksam wie die SSRI: Der Anteil der Patienten mit einer Symptomlinderung lag bei 57 % (TCA) bzw. 54,5 % (SSRI).

Auswirkung psychischer Traumata

Die Studie von Alexander C. Ford und Kollegen macht deutlich, dass psychische Faktoren am Reizdarmsyndrom beteiligt sind. Auch psychische Traumata können mit Dysfunktionen des Darms verbunden sein. Französische Forscher um Anne-Marie Leroi stellten in einer Befragung von 344 sexuell missbrauchten Patienten fest, dass bis zu 40 % dieser Betroffenen an einem Reizdarmsyndrom leiden. Die Prävalenz ist hier also doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung.

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33 Kommentare:

Liebe Frau Meinhardt, vielen Dank für Ihre Informationen. Ich freue mich sehr, dass es Ihnen jetzt so gut geht. Mein Interesse ist darin begründet, dass man früher Glutenunverträglichkeiten sehr schnell mit Zöliakie (“Sprue”) in Verbindung gebracht hat. Zum sicheren Nachweis/Ausschluss war eine Dünndarmbiopsie unerlässlich. Mittlerweile kennt man aber zahlreiche Fälle von Glutenunverträglichkeiten ohne die Zöliaki-typischen Dünndarm-Veränderungen.
VG

#33 |
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Nicole Meinhardt
Nicole Meinhardt

Hallo Herr Dr. Graf,

es wurden ein Fruktose-Intoleranz-Test gemacht. o.B. Ultraschall der Galle/Leber o.B., großes Blutbild o.B. Magen-Darm-Spiegelung o.B.
Dann habe ich den Bericht gesehen und beschlossen den 60-Tage-ohne Gluten-Test zu machen (Umstellung auf glutenfreie Lebensmittel wie z.B. Brot u.a.). Ich war völlig unvoreingenommen, da ich mich vorher mit diesem Thema nicht beschäftigt habe. Daher gehe ich davon aus, dass es nicht nur bloße Einbildung ist.
Es gab eine Vielzahl an Beschwerden, wie: Wassereinlagerung im Gewebe, starkes PMS, Abgeschlagenheit, starke Magen-/Darmschmerzen mit anschießender Diarrhoe und damit verbundenen Kreislaufbeschwerden, Abgeschlagenheit, häufige Infektanfälligkeit. Seit der Umstellung konnte eine signifikante Verbesserung bzw. teilweise komplettes Verschwinden der Symptome festgestellt werden.

#32 |
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Hallo Frau Meinhardt, wurde bei Ihnen auch Zöliakie-Diagnostik (Gliadin-AK-Test, Dünndarm-Biopsi) gemacht?

#31 |
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Nicole Meinhardt
Nicole Meinhardt

Ich war selbst betroffen von den Symptomen des Reizdarms. Habe auch diverse Tests und Untersuchungen hinter mir. Alle o.B. Dann habe ich einen Beitrag bei SWR (29.09.2011: “Ursachen der Glutenunverträglichkeit”) gesehen und daraufhin alle glutenhaltige Lebensmittel komplett und ohne Einschränkung aus meinem Leben gestrichen. Seither total beschwerdefrei. Auch in Stresszeiten keinerlei Probleme mehr. Vielleicht für den ein oder anderen auch eine Möglichkeit den 60-Tage-ohne Gluten-Test zu machen und zu spüren, was passiert.

#30 |
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Dr. Nabil DEEB
Dr. Nabil DEEB

Sehr geehrte Frau Dunja Voos,

fuer Ihren o.g. Vortrag ueber das Reizdarmsyndrom moechte ich mich bei Ihnen recht herzlich bedanken. Wir Aerzte muessen die Diagnose erst richtg stellen und die anderen Diagnosen, die eventuell beruecksichtigt werden koennen, beziehen, damit wir die Patienten richtig behandeln koennen. Vergleichen Sie bitte z.B. das Reizdarmsyndrom und D.D. Colitis ulcerosa . Um Wiederholungen zu vermeiden, verweise ich ausdruecklich auf die Kommentare von Herrn Dr. rer. nat. Stefan Graf und ich stimme Frau Dunja Voos, voellig zu.

Bezueglch das Reizdarmsyndrom und D.D. Colitis ulcerosa , teile ich Ihnen ueber die Therapie bei Colitis ulcerosa, was bei uns in Deutschland oft ueblch ist; folgendes mit.

Die Therapie bei Colitis ulcerosa orientiert sich an der Ausdeh –
nung und der Schwere der Entzündung. Bei Patienten mit akti –
ver Colitis ulcerosa wird eine Therapie zur Remissions induk tion
durchgeführt. Nach erfolgreicher Behandlung des Entzündungsschubs
besteht die Indikation zu einer remis sions erhal –
tenden Therapie. Die Therapieprinzipien wurden in Leitlinien
zusammengefasst, zum Beispiel in der Leitlinie der European
Crohn’s and Colitis Organisation oder in der Leit linie der
Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechsel –
erkrankungen . Die Wahl der Medikamente orientiert sich
an der Schwere sowie der Ausdehnung der Entzündung.
Medikamente entsprechend der Krankheitsaktivität
Bei leicht bis mässig aktiver Colitis ulcerosa sind 5-Amino –
salicylsäure (5-ASA, Mesalazin) enthaltende beziehungsweise
freisetzende Präparate (Mesalazin, Sulfasalazin, Olsalazin,
Balsalazid) die Medikamente der ersten Wahl. 5-ASA weist
ein breites Spektrum an antiinflammatorischen Eigenschaften
auf, da es viele Schlüsselfaktoren der Entzündungskaskade
sowie freie toxische Sauerstoffradikale hemmt. Während
der Absorption im Darm wird 5-ASA bereits teilweise
durch die in der Schleimhaut lokalisierte N-Acetyltransferase 1
in den inaktiven Metaboliten N-Ac-5-ASA umgewandelt. Während
der ersten Leberpassage wird 5-ASA weiter acetyliert.

Mit freundlichen Gruessen

Ihr

Nabil Abdul Kadir DEEB
Arzt – Physician – Doctor
GERMANY – BONN

doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com

#29 |
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Heilpraktiker

Sehr geehrter Arzt #24,
Ihr Bekenntnis freut mich sehr. Leider wird doch allzu oft vergessen, dass vielen organischen Veränderungen, auch Milieuveränderungen im Magen-Darm-Trakt, seelische Verletzungen vorangehen…
Heilung ist oft nur über die Behandlung auf mehreren Ebenen möglich.

#28 |
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Gast
Gast

@Doctor Nabil Deep: Auf welche Kommentare von Herrn Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann beziehen Sie sich? Ich finde hier nur einen Kommentar von Herrn Schliemann (#23), in dem er den “Deutschlehrer” gibt. Meinten Sie nicht eher die Ausführungen von Dr. rer. nat. Stefan Graf, denen Sie zustimmen?

#27 |
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…die Soja, Herr Schliemann :) – habe aber eine gute Ausrede, hatte erst Sojaquark geschrieben und dann vergessen auch den Artikel feminin auszurichten. VG

#26 |
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Gast
Gast

Als ich 13 war hatte ich Magengeschwüre.Mehrere.Und wurde sogleich in die “Psychoecke” gesteckt.Seltsame Therapien mit Rollkuren wurden damals durchgeführt. Beruhigungsmittel verschrieben.
Vor 10 Jahren wurde der Heliobakter Pylori entdeckt,weil ich in einem Krankenhaus die Galle herausoperiert bekam.Die folgende Antibiotikatherapie war sehr erfolgreich und von der “Psychischen Erkrankung” war dann nichts mehr übrig.

#25 |
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Arzt
Arzt

Ich hab Bauchschmerzen, weil mich meine Frau verlassen hat,
das ist eine absolut unheilbare Wunde.
Ich glaube nicht, dass man was dagegen machen kann.
Ich hab schon an Suicid gedacht.

#24 |
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Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann

der Soja? Herr Graf?

#23 |
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@Gast: Ich stimme Ihnen völlig zu und will bestimmt keine Grenzen ziehen, sondern mich nur gegen einseitige Sichtweisen aussprechen, d.h. bei jedem einzelnen Patienten sollte man sich nicht vorschnell auf eine Einzelursache (z.B. eine psychosomatische) festlegen, bevor nicht die vielen von Ihnen genannen Irritationsmöglichkeiten abgekärt sind. Gerade der von Ihnen genannte Soja hat ein erhebliches Intoleranz- und auch Allergiepotenzial. Bei der Kuhmilch gibt es meinen Informationen zufolge in Deutschland etwa 15% Lactoseintolerante und ca. 1% Eiweiß-Allergiker. Für Soja habe ich keine aktuellen Zahlen parat, aber die Unverträglichkeits- und die Allergieraten sollen keineswegs kleiner sein.

@Gerhard Wilhelm: Industrieller Fruchtzucker ist wahrlich ein “Teufelszeug”, das in Unmengen (ein zig-Faches des natürlichen Fructosegehaltes von Obst) etlichen (Fertig)Produkten zugesetzt wird und sich auf der Zutatenlisten hinter so gesund klingenden Begriffen wie “Fruchtsüße”oder “Fructosesirup”verbirgt. Dass große Mengen industriellen Fruchtzuckers direkt die Lipogenese und die Einlagerung von Nahrungsfetten in Organe und Unterhautfettgewebe stimulieren sowie den Harnsäure- und Cholesterin-Haushalt negativ beeinflussen ist seit längerem bekannt. Dagegen nimmt sich eine Fructose-induzierte Reizdarmsymptomatik dann fast schon “bescheiden” aus.

#22 |
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Diätassistent

nicht zu vergessen, dass Fruktose mittlerweile in vielen Getränken zu finden ist, naturbelassene Fruktose in Obst ist eine „gute Erfindung der Natur“ denn diese wird ohne Insulin verstoffwechselt, lag aber nie in den heutigen Verzehrmengen vor.

#21 |
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Gast
Gast

@Dr. rer.nat. Stefan Graf nur keine künstlichen Grenzziehungen,
es gibt nur Medizin und Nicht-Medizin, Psychosomatik ist Teil der Medizin ebenso wie Psychiatrie, die heute eher zu stark pharmakologisch orientiert ist.
Dass der Mensch ein “geistiges Wesen” ist, ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Geist nun mal an seinen sterblichen Körper “gebunden” ist (und umgekehrt).
Gerade beim “Reizdarm” zeigt allerdings die aktuelle Neufassung der “Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung” die Vielzahl der nahrungsbedingten Irritationsmöglichkeiten für den Darm, meist fälschlicherweise als Allergie bezeichnet.
Das sollte eher zur Zurückhaltung bei psychotherapeutischer Deutung führen.
Rel. wenig bekannt ist beispielsweise die Fruktoseintolleranz,
ein Zucker der vom Apfel, den leckeren Weintrauben bis zum angeblich so gesunden Insektenprodukt Honig in der Natur so häufig ist, dass es schon schwierig wird, ihn zu vermeiden. Auch Soja und andere Bohnen verträgt nicht jeder.

mfG

#20 |
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Liebe Frau Stern, mein Kommentar war keinesfalls gegen Ihren sehr guten Beitrag (#10) gerichtet. Sie haben ja klar dargestellt, dass Sie lediglich die “prinzipielle Psychosomatisierung” ohne nach den vielen anderen möglichen Auslösern zu fahnden, ablehnen. Da bin ich mit Ihnen völlig einer Meinung. Der Begriff “Humbug” war von mir unpassend gewählt, weil er den Verdacht eines Dissens zwischen Ihrer und meiner Ansicht aufkommen lässt. Ist aber nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: alles gehört sorgfältig abgeklärt – da stimme ich auch mit Herrn Noschinski überein. Primär auf die psychosomatische Schiene zu setzen, wäre unverantwortlich. Gerade Beiträge wie der Ihre, die eigene Erfahrungen weitergeben, halte ich für sehr lehrreich – vielen Dank.
Mir ging es wirklich nur darum, die Psychosomatik nicht generell unterzubewerten. Patienten muss die Scham genommen werden, bei seelischen Problemen, die auch ein Reizdarm mit sich bringen kann, psychosomatische Hilfe in Anspruch zu nehmen, ohne als “verdreht” zu gelten. Es geht also im Grunde um Komplementärmedizin, als um auf den einzelnen Patienten abgestimmte Kooperation zwischen (somatischer) Schulmedizin, Naturheilkunde und Psychosomatik.

Der “Darm mit Charme” ist wirklich informativ-amüsant. Bemerkenswert, dass er von einer jungen Studentin geschrieben wurde

#19 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herr Dr. Graf, die Psychosomatik in die “spinnerte” Ecke zu stellen, war zumindest für mich keinesfalls die Absicht. Mir ist klar welche Bedeutung die Seele und das Bewusstsein auf die Selbstheilungskräfte des Körpers, insbesondere das Immunsystem haben.

Ich habe nur von vielen Patienten – nicht zur beim Reizdarm – immer wieder gehört, dass alles, wofür man mit Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren keine Erklärung finden kann, eben dann als psychisch eingestuft wird. Vor einer solchen, zu frühen, Festlegung warne ich. Viele Patienten haben häufig eine Odyssee hinter sich, bis ihr Leiden schließlich diagnostiziert wurde. Einen Fall kenne ich, da wurde eine MS mit milden Symptomen wie Schwindel, Taubheitsgefühlen etc. über 3 Jahre lang nicht erkannt und alles als psychisch abgetan. Davor warne ich. Zumal ich, was den Reizdarm betrifft, die gleichen Erfahrungen machen musste. Hätte irgendein Hausarzt mich einmal zur Abklärung zu einem Gastroenterologen geschickt, wären mir Jahre des Leides erspart geblieben. Erst als ich beruflich mit diesen Dingen zu tun hatte, kam ich selbste auf die Idee.

#18 |
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Dr. Veronika Bansagi-Bieber
Dr. Veronika Bansagi-Bieber

Man kann versuchen mit hochprozentige ( z.B. über 80 %!) cacaohaltige Schokolade
die Symptomen zu lindern.In vielen Fällen hilft es und zwar ohne Nebenwirkungen!

#17 |
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Carola Kübrich
Carola Kübrich

Der Mensch braucht Hilfe. Wissenschaftliche Ergebnisse über viele Jahre zu evaluieren, ist teilweise unterlassene Hilfeleistung, Menschen fühlen sich als Versuchskaninchen und sind nicht zielführend.
Es gibt viele Ansätze, die tatsächlich zu einer Ausheilung führen und nicht nur Symptome lindern. Dazu liegen mir Studien vor.
Eine kombinierte Therapie mit: Darmsanierung, Zink und Spurenmineralzuführung je nach Bedarf, intelligentes Immunsystem fördern, Allergienklärung, Ernährungsbetrachtung und entsprechende Neuausrichtung, Darmfloraaufbau, Darmpilzbehandlung, Schwermetall-Entgiftung (!!! – ist wesentlich!!), kolloidales Silber- und Enzymtherapie, variierende Kräutertee-Kuren, und die Unterstützung in für den Patienten wichtigen Situationen. Hier kann auch ein Ansatz aus der Quantenphysik zu neuen Sicht- und Handlungsweisen führen. Bitte nicht vergessen: Ansätze aus den Neurowissenschaften die einen Satz verdichten: “Du bist, was Du denkst.!”
Dipl.Ing. Carola Kübrich, Wissenschaftlerin

#16 |
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Nichts Genaues weiß man nicht. Schon der wenig konkrete Begrif “Reizdarm” deutet auf die Schwierigkeiten hin, die genaue Ätiologie zu identfizieren. Vermutlich trägt alles hier Genannte zu diesem auch symptomatisch uneinheitlichen Krankheitsbild bei. Darmflora (auch genetischer Einfluss), Lebensstil (Bewegung, Rauchen, Alkohol), Nahrungsinhaltsstoffe und auch das partiell autonome NS des Darms sind doch miteinander verflochten.
Wie hoch genau im Einzelfall der psychosomatische Anteil am Reizdarm ist, vermögen wir derzeit wohl nicht zu sagen. Aber selbst, wenn er vernachlässigbar klein sein sollte, finde ich es bedauerlich, wenn die Psychosomatik gerade auf einem solchen medizinischen Forum in einigen Beiträgen wieder in die “spinnerte Ecke” gestellt wird. In meinem Empfinden ist es gerade für das medizinische Fachpersonal (ob Arzt, HP oder Pflegekraft) eine wichtige Aufgabe, psychische, psychosomatische und organische Erkrankungen absolut gleichwertig zu behandeln. Gerade in den letzten Jahren zeichnet sich imo eine positive Entwicklung ab, psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken das “Kuckucksnest-Image” á la Jack Nicholson und den Patienten die Scham vor dem Bekennen zu psychisch/psychosomatischen Erkrankungen zu nehmen. Es wäre gut, wenn diese Entwicklung nicht nur von Psychiatern/Psychotherapeuten, sondern auch von “somatischen Medizinern” befördert und die Zusammenarbeit zwischen allen medizinischen (schul- wie natur-) und psychologischen Fachrichtungen im Sinne des Patientenwohls weiter verbessert würde.
Wer sich beim Blumenpflücken den Arm bricht, wird von allen Verständnis ernten (“Hätte mir auch passieren können”) – wer sich dagegen zu seiner Psychotherapie bekennt, wir oft immer noch für “deppert” gehalten. Daher sollte man auch Reizdarmpatienten nicht von vornherein den Eindruck vermitteln, eine psychosomatische Therapie sei “Humbug”. Humbug wäre es, allein auf diesen Weg zu setzen, ohne Abklärung möglicher organischer, pathophysiologischer, ökotrophologischer u.a. Ursachen.

#15 |
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Gast
Gast

Liebe Tierärzte, ich hab schon gehört, dass manche Hundefutter essen.
Würde ich eher nicht machen, so ganz emotional gedacht.
Ich hatte mal eine Hund, der buddelte sein Fleisch im Garten in die Erde um es nach 10 Tagen wieder auszubuddeln und zu fressen.

#14 |
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Heilpraktikerin Brigitte Gotter
Heilpraktikerin Brigitte Gotter

Zu Beginn Erreger – Bakterien- / Viren-Problematik!
Später dann noch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder gar eine echte Allergie oder gar eine Dysbiose mit Mucositis oder Leaky-Gut-Syndrom.
Hier wäre der Therapieansatz! – Nahrungsmittel auffinden und meiden und Mucosa bzw. Mikrobiom in Ordnung bringen.

#13 |
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wen wundert`s wenn 80% Serotonin im Darm gebildet werden

#12 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Als Tierarzt behandele ich sehr oft Hunde mit Reizdarmsymptomatik sehr erfolgreich mit Faserergänzungen. Am eigenen Leib erfahre ich Verdauungsprobleme, wenn ich mein Vollkornbrot nicht bekomme (z.,B. im Urlaub!). Man kann Flohsamen nehmen, aber ich arbeite vorzugsweise mit Fasermischungen (Orangenfasermehl, Cellulose) und Apfelpektin. Damit lässt sich die Verdauung sehr schön auf die gewünschte Konsistenz einstellen. Adverse Nahrungsmittelreaktionen müssen natürlich abgeklärt und durch Meidung abgefangen werden. Bei Hunden ist das leicht, da können wir eine ganz exakte Diät verordnen und füttern. Ich selbst schaffe das nicht mit der Meidung, kann leider nicht an Pflaumenkuchen vorbeigehen….Aber ich weiß wenigstend, was dann passiert.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Natürlich ist der Darm eines der ersten Erfolgsorgane bei Stress und Belastungen. Patienten mit Reizdarm aber prinzipiell zu psychomatisieren, wie Herr Noschinksky es nennt, ist vollkommener Humbug.

Sehr häufig stecken hinter einem Reizdarm nicht erkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien.

Bei mir persönlich waren es eine Histaminintoleranz und eine Fructoseunverträglichkeit. Unter angepasster Ernährung wurde es sehr viel besser. Das gleiche war bei einer Bekannten der Fall, nur hier waren es Gluten und Lactose.

IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien müssen ebenfalls ausgeschlossen werden.

Eine Restsymptomatik blieb mir erhalten. Als ich jedoch aufgrund zu hoher Glucose-Werte weitgehend auf Getreide und Reis verzichtete und die Kartoffelportionen reduzierte, war von meinem “Reizdarm” nichts mehr übrig. Es geht mir heute blendend, ich bin fitter, meine Glucose-Werte sind in Ordnung. Mein Darm ist ein friedlicher Mitbewohner geworden. Vermutlich hat sich meine Bakterienbesiedlung im Darm verändert.

Allen, die meinen, das wäre doch alles “psychisch” bedingt, empfehle ich das Buch “Darm mit Charme”. Dort erfährt man eine Menge über Darmbakterien, die ganz entscheidend für die Funktions unseres Darmrohres sind.

#10 |
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Ich stimme dem Kollegen Noschinki voll und ganz zu. Ich arbete seit vierzig Jahren in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt “Darmimmunologie”. Die Nahrungsmittelreaktionen Typ IgG mit ihren vier Subklassen helfen diagnostisch sehr viel weiter, und die Therapie ist dann eine Frage der Umsetzung, der Compliance aber auch der persönlichen Unterstützung durch den / die jeweilige(n) Behandler/in.
Natürlich besteht der Mensch aus Körper / Geist und Seele, aber es sehr schade, wenn die Schublade der Psychosomatik zu schnell und als Einzige geöffnet wird.

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin selbst davon betroffen: Ständig Durchfälle, Magen- und Darmkrämpfe , habe nix zum Essen vertragen ( bei gleichzeitiger Gewichtszunahme!) . Aber Antidepressiva würde ich deshalb nicht nehmen wollen, nicht weil ich gegen Medikamente bin, das keinesfalls, sondern weil sie dermaßen viele Nebenwirkungen haben ( unter anderem auch wieder auf Magen, Verdauung und Gewicht). Mein Hausarzt hat mir den Tipp mit Flohsamen gegeben – zweimal täglich ein Kaffeelöffel voll mit Wasser, viel trinken. Nebenwirkungsfrei ( außer der gefahr von Darmverschluss, wenn man zu wenig trinkt und – aber sehr selten – Allergien können auftreten) , kein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel, keine Chemie – was will ich mehr? Bin seit einem halben Jahr ohne Beschwerden.

#8 |
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dipl.-biol. Judith Seltner
dipl.-biol. Judith Seltner

“Reizdarm” ist häufig auf Zusatzstoffe in Lebensmitteln zurückzuführen, z. B. künstliche Geschmacksverstärker. Es sollte auf jeden Fall versucht werden, diese zu meiden.

#7 |
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Die Diagnose “Reizdarm” ist immer eine Ausschluss-Diagnose. Das heißt, daß organische Ursachen zuvor ausgeschlossen wurden (oder unbedingt … werden sollten). Aber es sind leider auch Gastroenterologen, die durch angsteinflössende Szenarien – allen voran die “Drohung” mit Darmkrebs – bei Patientten derartige Symptome auslösen. Solche Patienten sind dann nach Durchlaufen einer allumfassenden technischen Diagnostik völlig in der Medizin verloren. Es ist dringend notwendig, mit dem Thema “Darm” wieder sachlicher umzugehen.
Ich denke hier vor allem an die durch nichts bewiesene Behauptung, es gebe “familiären Darmkrebs”. Wie dieses Jahr bekannt wurde, gibt es keine einzige valide Studie für diese Behauptung, sie ist völlig aus der Luft gegriffen. Daraufhin wurde von der KBV jetzt eine prospektive Studie zu diesem Thema in Auftrag gegeben. Was jedoch die armen Darmkrebspatienten und ihre Familien aufgrund dieser Falschbehauptung durchmacht, ist unverantwortlich. Und diese “These” wird immer noch und täglich an unseren Kliniken – incl. Uni-Kliniken – den Patienten vorgebetet mit den entsprechenden Horrorszenarien. Das muss einfach aufhören. Und auch die Medien sollten hier mehr und vor allem sachlich aufklären, dann gibt es auch weniger Reizdarm-Patienten.

#6 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

@Herr Noschinski:

Habe als Betroffener (mit Histamin-Intoleranz und diversen Allergien/Unverträglichkeiten) die Erfahrung gemacht, dass zwar die genannten Diätversuche einen starken Nutzen haben können, aber in mehr-tägigen/-wöchigen Stressphasen, trotz wirklich dauerhaft optimierter Ernährung, der Reizdarm auch hin und wieder auftreten kann.

Ich gehe daher davon aus, dass es sich um ein wirklich multifaktorielles Krankheitsbild handelt, bei welchem auch psychische Belastungen eine Rolle spielen. Zumindest ist es bei mir so.

Der Ansatz eines “fehlbesiedelten” Darms ist in dem Zusammenhang auch interessant. Leider blieb die naturheilkundliche “Darmsanierung” bei mir ohne jeglichen Nutzen. Die Dampfhammermethode mit einem entsprechenden Antibiotikum als Vorbereitung für den gesundheitsförderlichen (Neu-)Aufbau der gewünschten Flora allerdings schon.

Viele Wege führen nach Rom ;-)

#5 |
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Heilpraktikerin Ingrid Hölzer
Heilpraktikerin Ingrid Hölzer

Stimme Frau Hinken und auch Herrn Noschinski zu.
Arbeite seit Jahren so und das mit großem Erfolg.
HP Ingrid Hölzer

#4 |
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Medizinjournalistin

Das mag sicherlich auch zutreffen. Aber es gibt noch andere Erkärungen für den Reizdarm. Zuerst sollte man eine Untersuchung des Stuhls in einem Institut für Mikroökologie machen lassen. Müssen Kassenpatienten zwar selbst bezahlen, aber das kann völlig neue Erkenntnisse und Hilfe bringen. Psychopharmaka können u. U. das Problem verschärfen. Wer Probleme hat, sollte besser zuerst das Buch “Darmbakterien – als Schlüssel zur Gesundheit” von Dr. Anne Katharina Zschocke lesen. Ein Reizdarm schlägt nämlich umgekehrt auch ganz schön auf die Psyche.

#3 |
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Persönlich finde ich es ärgerlich, wenn die Betroffenen “psychosomatisiert” werden.
Sucht man nach einer stummen Zöliakie, Fructosemalabsorption, Histaminintoleranz oder einer Nahrungsmittelallergie vom verzögerten Typ wird man bei über 90% der Betroffenen fündig und kann ihnen helfen – ohne Psychopharmaka (zwanzig Jahre Erfahrung mit dem Thema). Bei strikt durchgeführter Diät kommt es meist schnell zu einem Symptomrückgang, in den ersten Monaten führen Diätfehler wieder prompt dazu, dass die verschwundenene Symptome sich wieder einstellen. Symptombesserung /-verschlechterung geht mit Befundverbesserung/-verschlechterung einher.
Ich hoffe, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen dies lesen und einfach in der Praxis umsetzen – Sie werden sehen: Das funktioniert!
Herzliche Grüße

Dirk-Rüdiger Noschinski

#2 |
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Gast
Gast

zum “auf die Couch legen” wird man immer einen Grund finden.

#1 |
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