HCC: Rezeptor mit schädlichem Umschaltprozess

25. November 2014
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Die Rezeptor-Tyrosinkinase AXL ist scheinbar ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des hepatozellulären Karzinoms: Diese unterstützt krebsfördernde Prozesse und bremst krebshemmende Faktoren. Eine Hemmung der Schaltstelle stellt einen gezielten Therapieansatz dar.

In der westlichen Welt zählen vor allem Stoffwechselerkrankungen und die Infektion mit Hepatitis C zu den Ursachen für die Entstehung des hepatozellulären Karzinoms (HCC). Das Team um Wolfgang Mikulits, Leiter der Forschungsgruppe Tumor Progression und Metastasierung am Institut für Krebsforschung (IKF) der MedUni Wien und Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna, untersuchte im Rahmen einer Studie die Rolle der Rezeptor-Tyrosinkinase AXL im Zusammenhang mit Leberkrebs. Mikulits: „Bislang wurde die Funktion von AXL kaum untersucht, was erstaunlich ist, da bei mehr als 50 Prozent aller HCC-Patienten eine Aktivierung dieses Rezeptors nachgewiesen wird.“

AXL verändert Signalwege

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Expression sowie die Aktivierung von AXL zur Umschaltung von Signalwegen führen, die eine Abwanderung und Metastasierung der Leberkrebszellen ermöglichen. So kann AXL nach Bindung eines 14-3-3- Adapterproteins den äußerst wichtigen Transforming Growth Factor (TGF)-beta-Signalweg so beeinflussen, dass dieser ausschließlich die Invasion und Metastasierung der HCC-Zellen bewirkt. Im Gegensatz dazu hemmt AXL die anti-onkogene Funktion von TGF-beta. AXL ist damit der entscheidende Schlüsselfaktor für die aggressive Entwicklung des hepatozellulären Karzinoms. Die Analysen von Patientenproben bestätigen die experimentellen Daten, wonach die hohe Expression von AXL und die Aktivierung von TGF-beta mit einer stark reduzierten Lebenserwartung der HCC-Patienten zusammenhängen.

Neuer therapeutischer Ansatz

Die Entdeckung, dass diese zentrale Schaltstelle die Tumorentwicklung fördert anstatt sie zu hemmen, eröffnet neue Optionen für die effiziente Therapie des HCC. Indem ein hochspezifischer Hemmstoff gegen AXL eingesetzt wird, könnte das Fortschreiten des Krebses bei einer Vielzahl von Patienten verhindert werden. An der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien, Vorstand Christoph Zielinski, wurden bereits die Weichen für eine erste klinische Prüfphase an HCC-Patienten gestellt.

Originalpublikation:

Signaling of Axl via 14-3-3zeta activates autocrine transforming growth factor-β signaling in hepatocellular carcinoma
Patrick Reichl et al.; Hepatology, doi: 10.1002/hep.27492., 2014

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Forschung, Medizin, Onkologie

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