CED: Molekül-Interaktion reguliert Autoimmunität

14. November 2014
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Die Moleküle TIM-3 und CEACAM1 interagieren in bisher unbekannter Weise miteinander. Dies hat nun ein internationales Forscherteam entdeckt. Die Interaktion ist bedeutend für die Regulation von Autoimmunität und die Bekämpfung von Krebszellen durch das Immunsystem.

Im Modell konnte gezeigt werden, dass eine Störung dieses Mechanismus außerdem zu starken Entzündungsreaktionen im Darm führt. Am IKMB (Institut für Klinische Molekularbiologie) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel untersuchten Dr. Britt-Sabina Petersen und Prof. Dr. rer. nat. Andre Franke genetische Varianten in TIM-3 in Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und gesunden Individuen. Insbesondere eine Variante wurde dabei verstärkt bei CED-Patienten entdeckt. Das weist auf eine Rolle dieses Proteins auch bei der Entstehung von CED hin.

Zusammenhang zwischen CED und Kolonkarzinom

Die Ursachen für CED sind bisher nicht vollständig entschlüsselt. Wissenschaftler vermuten eine Kombination aus genetischen Faktoren, der individuellen Zusammensetzung der Darmflora, Infektionen sowie dem Ernährungsverhalten. Dem Forschungsteam ist es gelungen, mit Hilfe von genetischen Analysen dem Verständnis, warum Menschen an einer CED erkranken, einen Schritt näher zu kommen.

„Im Zusammenhang mit einer CED erkranken Menschen auch häufiger an einem Tumor im Darm“, so Petersen, Co-Autorin der aktuellen Studie. „In dieser Studie konnten wir einen Zusammenhang zwischen Defekten, die zu Krebs führen, und der Entstehung von CED zeigen.“

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Die Abbildung zeigt die Interaktion zwischen den Proteinen TIM-3 und CEACAM1. © Yu-Hwa Huang, Harvard Medical School

Weitere Forschung in den Startlöchern

Mit den neu gewonnen Erkenntnissen will das Forschungsteam das Verständnis, warum manche Menschen eine CED entwickeln und andere nicht, weiter ergänzen. Gerade weil diese Erkrankungen vermutlich durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, ist es komplex, sie zu erforschen.

Petersen plant schon die nächsten Analysen: „Wir arbeiten weiter an der Identifikation seltener genetischer Risikovarianten. Derzeit untersuchen wir insbesondere Kinder mit einer CED sowie Familien, in denen mehrere Individuen erkrankt sind, da wir hier eine starke genetische Komponente bei der Entstehung der Erkrankung vermuten. Damit tragen wir dazu bei, die Genetik um komplexe Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa zu entschlüsseln.“

Originalpublikation:

CEACAM1 regulates TIM-3-mediated tolerance and exhaustion
Britt-Sabina Petersen et al.; Nature, doi: 10.1038/nature13848; 2014

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