Medizin-eBooks der Zukunft – ein Ausblick

21. März 2012
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Das multeBook ist da! Zeitgleich mit der von Apple ins Leben gerufenen eBook-Revolution pirscht DocCheck mit einer multimedialen Version des Herold Innere Medizin voran. Wir haben dieses vielversprechende eBook der 2. Generation unter die Lupe genommen.

Nachdem wir in den ersten drei Teilen unserer eBook-Spezialreihe beleuchtet haben, was Medizin-eBooks bisher alles können oder noch vermissen lassen, darf nun nach vorne geschaut werden. Was Apple derzeit in den USA versucht, nämlich „Bücher neu zu erfinden“, scheint DocCheck mit dem sogenannten multeBook Herold Innere Medizin hierzulande bereits gelungen zu sein. Mit multimedialen und interaktiven Elementen wie Bildgalerien, Filmen und verknüpften Webinhalten werden neue Maßstäbe im eBook-Sektor gesetzt. Und das alles mit Multi-Touch-Feeling. Statt schnödem Blättern im rein textorientierten Fachbuch taucht man mit dieser iPad-Version in eine lebendige Welt des Medizin-Wissens ein. Eine integrierte Wissenskontrolle durch IMPP-Prüfungsfragen aus dem DocCheck Ixxer runden das gelungene eLearning ab. Für Lehr- und Fachbücher haben solche eBooks der 2. Generation einen weiteren überzeugenden Vorteil: Denn nicht selten sind wissenschaftliche Werke schon wieder in Teilen veraltet, noch bevor sie der Druckerpresse entsprungen sind. Dynamische eBooks wie das multeBook können ihre Inhalte jedoch selbstständig updaten, zum Beispiel, wenn neues Bild- oder Videomaterial verfügbar ist.

Punktlandung im App Store

Dass multimediale eBooks auch im deutschsprachigen Raum Anklang finden, bewies der Neueinstieg der Herold multeBook-App im App Store. Sie landete gleich in der ersten Woche auf Platz 1 der meist verkauften Apps für iPads in der Kategorie Medizin. Die Inhalte werden zum kapitelweisen Download, je nach Kapitel-Umfang zu verschiedenen Preisen, zur Verfügung stehen. Den Auftakt macht eines der umfangreichsten Kapitel, die Gastroenterologie. Weitere Kapitel folgen in den nächsten Monaten.

Grund genug, das erste multeBook genauer unter die Lupe zu nehmen:

Von Anfang an besticht das ansprechende Design, welches den Herold als multeBook um Welten von der Printversion abhebt. Der verfügbare Platz ist im Vergleich zu den bereits vorliegenden eBooks im ePub- und PDF-Format optimal genutzt. Ein klar strukturiertes Inhaltsverzeichnis verlinkt übersichtlich auf sämtliche Inhalte. Einzig ein sonst in eBooks üblicher Navigationsslider wird für das schnelle Springen von einer Stelle zur anderen vermisst.

Im Text dezent rot gefärbte Begriffe stellen praktische Links zu anderorts im eBook ausführlicher behandelten Themen dar. Sollte ein nicht verlinkter Begriff unklar sein, so kann durch einfaches Markieren und einem weiteren Fingertip stets das Flexikon, das medizinische Online-Lexikon, um Rat gefragt werden. Die Volltextsuche ermöglicht schnelles Finden gesuchter Stellen. Wird man im multeBook selbst mal nicht fündig, kann ebenfalls im Flexikon nachgeschlagen werden.

Spannende Bilderwelten

Im Vollbildmodus können z.B. frisch operativ entfernte Gallensteine als Ganzes und im Querschnitt betrachtet werden. Ein Ultraschall-Video verdeutlicht die Pendelperistaltik. Die vielen interaktiven Möglichkeiten versetzen den Leser mitten ins Geschehen. Kurz überfliegt einen das Gefühl, selbst gerade im OP zu stehen bzw. ein Ultraschallgerät zu bedienen. Viele der Bilder und Videos sind in das multeBook direkt eingebunden, auf sie kann also auch offline zugegriffen werden. Sofern eine Internetverbindung vorliegt, erweitert sich das Spektrum erheblich, denn es werden Bilder aus der Online-Bilddatenbank DocCheck Pictures in die App reingestreamt.

Überrascht stellt man jedoch fest, dass die vorliegende Version des multeBooks durch das eiserne Festhalten am Hochformat noch ein wenig steif wirkt. Selbst die vielen im Querformat vorliegenden Bilder und Videos werden im Vollbildmodus im Hochformat angezeigt. Da hilft auch kein beherztes Hin- und Herschwenken des iPads: das packende Anschauungsmaterial kann einfach nicht größer dargestellt werden. Praktisch: Einmal geschlossen kehrt man beim erneuten Aufrufen der App unmittelbar wieder an die Stelle des Geschehens zurück. Überraschend: das funktioniert auch, wenn die App einmal abstürzt, was während des Testens aber nur ein einziges Mal passierte.

Apropos: zur laufenden Weiterverbesserung können jederzeit per Feedback-Button eigene Gedanken und Anregungen an die Redaktion versandt werden. Die Integration von Social Media per DocCheck-Zugang ist ebenfalls geglückt. Zu jeder Seite kann man Kommentare abgeben, eigene Notizen veröffentlichen und in der Fach-Community nach Herzenslust mit anderen Nutzern des multeBooks diskutieren.

Das Herold multeBook bildet allemal einen würdigen Abschluss unserer eBook-Serie. Es verhilft als Vorreiter seiner Klasse zu einem guten Einblick, was mit der heutigen Technologie nun schon alles machbar ist. eBooks sind definitiv in der Lage, unseren Medizin-Alltag umzukrempeln, gerade im Fach- und Lehrbuchbereich ergeben sich hier tolle Chancen. Blicken wir also gespannt auf das, was noch kommen mag.

Alle Teile unserer eBook-Spezialreihe:
Teil 1: Medizin-eBooks im Fokus – eine Einführung
Teil 2: Medizin-eBooks im Vergleich – eine Auswahl
Teil 3: Medizin-eBooks in der Praxis – ein Bericht
Teil 4: Medizin-eBooks der Zukunft – ein Ausblick

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