Hebammen: Keine Tinte im Wehenschreiber

6. März 2013
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Hebammen erfüllen wichtige Aufgaben, doch neben geringer Vergütung tragen sie ein enormes Risiko. Viele Geburtshelferinnen geben auf – daran ändert auch die Erhöhung der Vergütungspauschalen wenig. Die Politik ist gefordert, die Weichen zu stellen.

Wenn eine Hebamme einen Fehler bei der Geburt macht, kann es schnell ans Eingemachte gehen. Denn der Fehler ist ganz am Anfang des Lebens passiert. Wie lange ein Mensch, der bei der Geburt einen Schaden erlitten hat, leben wird, ist unkalkulierbar.

Und ein unkalkulierbar langes Leben kostet unkalkulierbar viel Geld. Diese Kosten werden bei Hebammen heute bis zu einer Deckungssumme von sechs Millionen Euro von der Haftpflichtversicherung getragen. Dafür zahlen die Geburtshelferinnen im Jahr 4.242 Euro an Prämie. Etwa 500 Euro werden dabei durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlt, den Rest muss die Hebamme selbst bezahlen.

Keine Geburten im Geburtshaus

Das fällt vielen bei einem Durchschnittsgehalt von 24.000 Euro brutto pro Jahr und einem Stundenlohn von unter zehn Euro nicht gerade leicht. Die bekannte Konsequenz aus den um mehrere hundert Prozent gestiegenen Haftpflichtprämien in den letzten zehn Jahren ist, dass etwa 15 Prozent die geburtshilfliche Tätigkeit aufgegeben haben. Von den in Deutschland tätigen rund 17.700 Mitgliedern des Deutschen Hebammenverbandes e.V. sind nur mehr etwa 2.200 freiberuflichen Hebammen in der Geburtshilfe tätig. Viele versuchen, sich mit Akupunktur, Säuglings-Pflegekursen und dem Verkauf von schwangerschafts- und babyspezifischen Produkten einen Zusatzverdienst zu erarbeiten. “Wie auch bei den Medizinern mit den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) versuchen die Hebammen ihr Einkommen auf anderen Feldern und mit einem “Bauchladen-Angebot” zu verbessern. Das sehe ich sehr kritisch, denn unsere Kernkompetenz liegt nun einmal in der Betreuung von Schwangeren, jungen Müttern und Familien und in der Geburtshilfe”, erklärt Astrid Giesen, 1. Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbandes.

Und natürlich verschlechtert sich die Betreuungssituation. In München gibt es einen Mangel an Hebammen, die Wochenbettbetreuung anbieten, in Nürnberg haben drei Geburtshäuser geschlossen, in Rosenheim bietet das Geburtshaus alles außer Geburten an. Damit wird für die Frauen auch die Wahlfreiheit eingeschränkt, wo sie ihr Kind bekommen möchten. Ist das politisch so gewollt? Wenn nicht, müssten die Weichen gestellt werden, um den Hebammen langfristig das Überleben zu sichern und die Geburtshilfe nicht ausschließlich in Krankenhäuser und die Hände von Medizinern zu verlagern, die diese Aufgabe nicht zusätzlich leisten können. Rückwirkend zum 1.1.2013 erhalten Hebammen für die Versorgung von gesetzlich Versicherten bis zu 15 Prozent mehr. Zu wenig, wie der Deutsche Hebammenverband findet, der eine Erhöhung der Vergütung um 30 Prozent gefordert hatte. Begründet wurde diese Forderung mit dem in der IGES-Studie ermittelten Durchschnittsverdienst, einer Studie, die vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben wurde. “Wir sind nun nicht ganz unglücklich mit der Erhöhung um zwölf bis 15 Prozent, aber das bedeutet für einen Hausbesuch von in der Regel einer Stunde etwa 30 Euro. Welcher Freiberufler kann denn davon leben?”, fragt Frau Giesen.

Verursacherprinzip sollte überarbeitet werden

Die Politik kann den Krankenkassen nicht vorschreiben, wie sie zu vergüten haben, doch sie kann die Rahmenbedingungen für die Hebammen maßgeblich beeinflussen. So wie Ärztezentren gefördert werden, um die Ansiedlung von Ärzten im ländlichen Raum zu unterstützen, könnten in solche Konzepte die Hebammen eingebunden werden. Zudem müssten nach Auffassung von Frau Giesen neue Regelungen für die Haftpflichtversicherung gefunden werden. Bei Hebammen, wie bei allen medizinischen Berufen, gilt das Verursacherprinzip: derjenige, der den Schaden verursacht, haftet dafür. “Das ist auch prinzipiell richtig”, sagt die Vorsitzende, “damit die Arbeit am Menschen sehr gewissenhaft und mit großer Sorgfalt erfolgt, aber es muss eine Deckelung geben. Ab einer bestimmten Summe müsste ein Härtefallfonds einspringen. Jede Hebamme arbeitet gewissenhaft, aber manchmal passieren Fehler. Dafür darf die verursachende Person aber nicht ein Leben lang mit ihrem privaten Vermögen haften!”

QM für die Hebamme mit Köfferchen

In zwei Jahren wird es eine weitere Erhöhung der Hebammenvergütung um fünf Prozent geben, wenn bis dahin ein Qualitätsmanagementsystem etabliert ist. Hier versucht der Hebammenverband mit den Krankenkassen eine machbare und angemessene Lösung zu finden, um der Situation von Teamabläufen und Hygienefragen in einem Geburtshaus ebenso gerecht zu werden, wie einer Hebamme, die mit ihrem Köfferchen zu einer Frau nach Hause geht.

Eine Lösung, die den Stand der Hebammen stärkt und ihnen langfristig ein ausreichendes und angemessenes Auskommen zu ermöglicht, ist sicherlich nicht leicht zu finden. Doch es liegt in den Händen der Politik, die Weichen zu stellen. Ein wenig resigniert erklärt Frau Giesen: “Nur sehr langsam erkennt die Politik, dass sie hier steuernd eingreifen muss. Ich wünsche mir, dass die Hebammen so lange durchhalten.”

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28 Kommentare:

Ärztin

durch konsequente schwangerschaftsbetreuung durch midwifes-hebammen kann die frühgeborenenrate gesenkt werden, denn eine vertrauteprofessionelle wirkt durch ihre zugewandtheit streßreduzierend und unterstützt die frau in ihrem zutrauen zu sich selbst-selbst mutter von vier hausgeburtskindern habe ich viele schwangere nach ihrem vorsorgetermin beim freuenarzt wieder beruhigen und auf die beinen stellen müssen-ein unding

#28 |
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Ärztin

Danke an den Kollegen Geibel, der sich traut, den Begriff “lebensfroh” in ener pessimistisch anmutenden Gesellschaft zu verwenden!

#27 |
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Dr. Ulrich Walter Geibel
Dr. Ulrich Walter Geibel

Freiberufliche Hebammen, die Für Frauen, Paare bei der Geburt auch zu einer verantwortungsvollen Wahlmöglichkeit einer Hausgeburt dazu beitragen können, werden zweifelsohne durch diese hohen Haftpflichtrisikoprämien an den Rand gedrängt. Dabei ist es gerade auch die menschliche Begleitung durch professionelle und nicht professiolle Helferinnen (doulas) und Helfer (Partner und Ehemänner,die zur Streßreduktion unter der Geburt beitragen können. Es ist nicht nur unsere Politik, sondern auch wir gefordert, diesen Entwicklungsschritt in dem Leben einer Frau, eines Paares, einer Familie auf der Höhe unseres Wissens und auch mit aller menschlicher Wärme auffangen und begleiten zu können. Das gilt für ganz normale Familien, und kann nicht nur für gefährdete Familien und Kinder mit dem Projekt einer Familienhebamme gelten, alle wir brauchen ganz normale erfahrene lebensfrohe Hebamme, die uns bei Geburten helfen können, in der Stadt und auf dem Lande.

#26 |
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Anna Nietzschmann
Anna Nietzschmann

Auch ich habe einen Teil der Rufbereitschaftskosten sowie einen beträchtliche Teil der Versicherungsprämie an die Hebamme gezahlt, die mich bereits bei der Geburt meines ersten Sohnes hervorragend unterstützt hat und zwar nicht in einem Geburtshaus oder zu Hause, sondern als Beleghemma im Krankenhaus – auch dieser Bereich ist betroffen. Schon 2008 war es mir nicht möglich, eine Beleghebamme zu finden, die freie Kapazitäten hatte und weniger als 40km entfernt wohnt. Diese Situation war 2011 nicht besser und nur mit der Option mich an der Prämie zu beteligen ging es überhaupt noch. Mein Mann und ich verdienen beide recht gut, so dass dies möglich war, aber wollen wir diese 2 Klassen Medizin?
Und noch ein Kommentar zu Herrn Bär – die Zeit, die meine Hebamme in Vor- und Nachsorge sowie Geburtsbegleitender Betreuung für mich und meine Kinder aufgewendet hat, übersteigt deutlich die Zeit, die die Kinderärztin sich bisher nehmen musste. Dafür musste ich dort auch mit Termin durchschnittlich 2 Stunden warten und etliche Kinderarztpraxen nehmen gar keine neuen Patienten mehr an. Für meine Region kann ich daher nur sagen, die Zahl der Kinderärzte ist für Ihre Argumentation kein guter Vergleich, denn auch die sind deutlich zu wenige!

#25 |
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Reinhard Bär
Reinhard Bär

Freiberufliche Hebammen werden nach Zahl der Geburten honoriert. Insofern relativiert sich das geringe Einkommen etwas! Zur Verseutlichung: hier praktizieren weit mehr Hebammen als Kinderärzte……

#24 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

@Ernst Pawlowsky: Generalstreik bringt auch nichts – habe ich für die Pflege in mehreren Jahren erlebt.
Außer Ärger (selten) mit Patienten und Ärzteschaft sowie gelegentliches Verständnis – natürlich ohne tiefgreifende Änderung des Lohnzettels – ist nichts(!) passiert.
Das einzige “Ergebnis” sind “Lohnabschlüsse”, die nicht mal die Inflation ausgleichen, und – selbstverständlich – umgehende Arbeitsverdichtungen, die begründet werden in “hohen” Lohnabschlüssen, welche zu “zu hohen” Lohnkosten führen :)
Schauen Sie sich gerne mal eine onkologische Station mit einer einzigen examinierten Pflegefachkraft für knapp 30 Krebspatienten in der Spätschicht an. Viel “Freude” dabei. Denken Sie dabei gelegentlich an die schwerkranken Patienten, die nicht nur medizinische, sondern dringend auch pflegerische Kunst benötigen, die ihnen die Putzfrau – bei allem goodwill – nicht geben kann.

Wie gesagt: Resignation und Wut macht sich breit, und nun eben auch bei den Kolleginnen & Kollegen aus der Maieutik…
A la Tadellöser & Wolff: “Klare Sache, damit hopp!”
Bin nur froh, dass ich keine Hausgeburt erleben muss – ist irgendwie doof, so ohne Hebamme :)

#23 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

Die Forderungen nach auskömmlicher Bezahlung sind so oft gestellt worden, dass man es als Fachperson schon nicht mehr hören kann, ohne dass es einem hochkommt.
Passiert ist so”viel”, dass ich immer noch und seit Jahrzehnten bei Daimler oder Porsche ungelernt am Band direkt nach dem Schulabschluss heute noch SOFORT mehr verdienen würde als als Krankenpfleger mit Einser-Examen sowie Pflegewirt mit Bachelor-Abschluss (2+) – wohlgemerkt in facheinschlägigen Bereichen eines großen renommierten Klinikums…
Forderungen von diversen Berufsverbänden werden wohlwollend gehört und in Kohl’scher Manier prächtig ausgesessen (zum Gehalt eines Parl. Staatssekretärs > 10.000 EUR lässt es sich trefflich aussitzen).
2011 war Jahr der Pflege, danach wurde ein Banker Gesundheitsminister –> SO WHAT?! Das war doch zu erwarten.
Mir geht da schon nicht mehr die Galle hoch, ich habe ein gutes Stück weit resigniert und mache trotzdem noch brav beim Wählen mein Kreuz.

Da sind wir nun und gehen langsam ein…

#22 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

Ein logischer Ausfluss unserer turbokapitalistischen Auto- und Banken-Gesellschaft… Das dauerhafte Ausbluten der Sozial- und Gesundheitsberufe – vielleicht die Ärzteschaft ein wenig ausgenommen – wird hingenommen, und die Mehrheit hierzulande scheint das ja auch OK zu finden. Wo bleibt der Aufschrei, wo der Protest? Aber “egal”: wenn es keine Kinder mehr gibt, gibt’s logischerweise auch keinen Bedarf an Hebammen und Entbindungspflegern. Es lebe die Kaputtsparung durch Fallpauschalen, der Rest ist Schweigen ohne Babygeschrei. So wollten wir’s, egal ob schwarz, rot, grün oder gelb, und es komme niemand hinterher, er habe es nicht kommen sehen. Allzeit freie Fahrt für freie Bürger auf freien Straßen ohne Menschen.

Herr Prof. Dr. Seuffer, Ihre seltsame Bemerkung zu den Proben mit Nabelschnurblut kann ich nicht einordnen. Heißt das, die absendenden Hebammen waren alle unfähig zu korrekter Beschriftung? Kann ich mir fast nicht vorstellen, aber man lernt nie aus. Ist das allerdings Ihr einziger substanzieller Beitrag zu einem – wie zumindest ich finde – brandaktuellen gesellschaftspolitischen Thema, fände ich das – sagen wir – etwas “dünn”…

#21 |
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Monika Götz-Wachinger
Monika Götz-Wachinger

@Dr Herter: Kennen Sie z.B. die Studien aus Kanada und Holland. Hier z.B. in einem Artikel von Dr. med. Ute Taschner besprochen
http://www.hebamme-heidi.net/pdf/sicherheit_hausgeburt.pdf

#20 |
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Dr.  Thomas Herter
Dr. Thomas Herter

Ich würde gerne mal eine Studie sehen, die die Probleme bei Geburten in Kliniken mit denen bei Hausgeburten bzw. Geburtshäusern vergleicht. Ich frage mich, wie da z.B. eine Notsectio bei plötzlicher, geburtsunmöglicher Lage erfolgen soll.

#19 |
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Ärztin

Eine Geburt ist ursprünglich ein sexueller Prozess und ein soziales Ereignis. Es kann aber auch als ein medizinisches Geschehen definiert werden. Im ersten Fall stünde die Maieutik (Hebammenkunst) im Vordergrund, im zweiten die Intensivmedizin und die Obstetrik. Beides hat – je nach den individuellen Gesundheitsvoraussetzungen – seine Berechtigung. Die Maieutik stellt die schwangere Frau in den Mittelpunkt, die Obstetrik sieht in ihr eine “Patientin”. Welche Haftungsansprüche zieht die in erster Linie soziale Arbeit der Hebamme nach sich? Und wieviel wissen wir wirklich über die Gesundheit des Ungeborenen, bevor wir sicher sagen können, dass ein unerwartetes “fetal outcome” allein auf die wenigen Stunden der Geburt und auf die Tätigkeit der Geburtshelferin zurückzuführen ist?

#18 |
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Jochen Thomas Brandt
Jochen Thomas Brandt

Wie die jüngste Geschichte zeigt brauchen wir für die Lösung dieser Probleme die Schweizer -Eidgenossen. Unser Politiker sind anscheinend nicht Willens oder in der Lage selbstständig Entscheidungen zu treffen. Dazu brauch es anscheinend erst einen Volksentscheid in der Schweiz. Lassen wir die Schweizer darüber abstimmen, Geburtshäuser und freie Hebammen sozial Gerecht zu entlohnen haben wir dieses Problem schnell vom Tisch.

#17 |
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Claudia Kneuker
Claudia Kneuker

@Dr.med. Ludwig Welcker
die Haftpflichtprämie ist so teuer geworden weil wir mit unserer fortschrittlichen (und sehr teuren) Medizin diesen geschädigten Menschen ein langes Leben ermöglichen können. In dieser Zeit werden übrigens nicht nur die medizinische Versorgung für den Patient bezahlt, es wird davon auch in unsere Rentenversicherung einbezahlt, es wird diesem Patient ein Lebensunterhalt bezahlt, die Krankenkassenbeiträge,… sämtliche Sozialversicherungen UND es werden der betreuenden Pflegekraft (meißt die Eltern) ebenso all diese Kosten erstattet. Aus diesem Grund wird jeder einzelne Fall immer teurer, denn insgesamt verbessert sich die Arbeit der Hebammen und es gibt weniger Fälle!!

#16 |
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Als Laborarzt brachten mir Hebammen Nabelschnurblut. Die Röhrchen waren nicht selten entweder gar nicht beschriftet, oder sie trugen einen falschen Namen. Die Einsicht in solche Fehler war bei den Damen extrem begrenzt.

#15 |
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Apothekerin

Ich bin selber Mutter von drei Kindern, di ich alle drei, trotz Status : Spätgegärende zu Hause zur Welt gebracht habe,mit Hebammenunterstützung natürlich. Ich bin sehr dankbar für diese selbstbestimmten Geurten ohne denStress und die Hektik der Klinik mit evtl heftigen Folgen ,wie ich es so oft von jungen Frauen gehört habe.Oft bleiben Geburtstraumen “hängen” die ein Kind,späterbErwachsenen bis ins hohe Alter begleiten( es gibt dazu ein wundervolles Buch von einem Arzt geschrieben. ” Woran Babys sich erinnern”
Es gibt eine gesetzl. Krankenkasse die dieseGeburtsform bewirbt. Die bkk advita!
eine ,die auch homöopathische Heilmittell bezahlt.Wir sollten reihenweise zur Bkk advita wechseln und zeigen was wir wollen.Außerdem sollten wir beim “system” einfordern das die Hausgeburten – Hebammen eine bessere
Bezahlung erhalten und darüberhinaus wünschtevich mir eine regelmäßige positive Berichterstattung.über Hausgeburten,als vertrauensbildende Maßnahme.Es ist so viel Falsch und Fehlwissen unterwegs( oft absichtlich so gesteuert..
Gruß Helke Dadder ,Bio-Apothekerin [Kommentar von der Redaktion gekürzt]

#14 |
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Viele Leute besonders im med. Bereich sind unterbezahlt.
Krankenschwestern, Hebammen, Altenpflegerinnen aber auch Kindergärtnerinnen
Alles wichtige Berufe mit qualifizierter Ausbildung.
Wo soll das noch hinführen?
Am Band, z.B. In der Automobilindustrie verdient man deutlich mehr.
Menschen sind halt nicht so wichtig wie Autos .

#13 |
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Hebamme

Zur Frage “Warum ist die Haftpflichtversicherungsprämie gestiegen?”:
Nahezu alle Klagen bezüglich Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehen von den Krankenkassen aus. Die wollen jedoch auch keine ergebnislosen Gerichtsverhandlungen erleiden, also schauen sie bereits vor Anklageerhebung, wen es sich lohnt zu verklagen. Im Klartext: wessen Bündel ist so gut gepackt, daß bei Prozeßgewinn auch eine lohnende Summe ausgezahlt werden kann.
Nun sind wir Hebammen schon immer recht gut versichert gewesen – und so sind nicht mehr Klagen zu Lasten der Hebammen entschieden worden, sondern insgsamt mehr Klagen angestrengt und die paar, bei denen die Hebammen fehlerhaft gearbeitet haben mit deutlich (!) größeren Schadenssummen geurteilt worden.
Und so entstehen Spiralen …

#12 |
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Chemiker

Ein so verantwortungsvoller Berug muss anständig bezahlt werden!

#11 |
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Monika Götz-Wachinger
Monika Götz-Wachinger

@ Prof Mickan: Bzgl. der Risiken in der Geburtshilfe sind mir evidenzbasierte Studien immer noch die liebsten (vgl. etwa Enkin et al). Dementsprechend habe ich mich dann nach einer verpfuschten Krankenhausgeburt auch für drei Hausgeburten entschieden, aus der ich und mein jeweiliges Kind verletzungsfrei gingen.
Die Rufpauschalen dafür habe ich gerne bezahlt – in Ordnung ist das aber nicht.
Ich wünsche mir für meine Töchter, dass sie die freie Wahl des Geburtsortes haben. So, wie Hebammen (immerhin die eigentlichen Spezialistinnen für physiologische Schwangerschaften und Geburten, bevor sich Ärzte vor etwa 300 Jahren dieses Tätigkeitsfeldes bemächtigten) heutzutage vergütet werden, fürchte ich, dass unseren Töchtern nur 2 Möglichkeiten bleiben: Krankenhaus oder Alleingeburt. Das kann es doch nicht sein!

@Dr. Path: Danke für Ihren Beitrag!

#10 |
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Cordula Mundry
Cordula Mundry

Jede Fau sollte die frei Wahl des Geburtsortes haben, und dies sollte auch vergütet werden. Unser wertvollstes “Gut” sind doch unsere Kinder! Und es passiert tatsächlich bei den Hausgeburten weniger als in den Kliniken! Gibt es Statistiken von den Gesundheitsämtern. Außerdem gehen die Hausgeburtenzahlen zurück… dies ist sicherlich der politische Wunsch. Aber wie gesagt es geht nicht nur um die Vergütung der Hausgeburt oder die teure Haftpflichtversicherung, die Vergütung wurde mindestens seit 18 Jahren nicht adäquat angepasst!

#9 |
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Andreas Schnabl
Andreas Schnabl

Wir haben rund um die Geburt meines Sohnes den Dienst einer Hebamme zu schätzen gelernt. Ich finde, dass die Vergütung unangemessen niedrig ist. Allerdings vermisse ich auch klare Qualitätsmaßstäbe. Die Unterfinanzierung verführt die Zunft zum Abgleiten in Esoterik.

#8 |
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Rettungssanitäterin

Guten Abend Prof. Dr. med. Harald Mickan,

ich habe bereits einen Teil der geplanten Hausgeburt in Form einer Rufbereitschaft privat bezahlt und würde dieses immer wieder machen.

Mit freundlichen Grüßen

#7 |
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Cordula Mundry
Cordula Mundry

Die Darstellung ist leider nicht ganz richtig!
7-10% mehr! + 5% für eine zusätzliche Arbeit (Qualitätsmanagement, Dokumentationsbogen ausfüllen, nach Hausbesuch)!!! Außerdem wurden seit mindestens 20 Jahren keine Adäquate Erhöhung der Vergütung vorgenommen!
Beispielsweise habe ich vor 18 Jahren schon 1 DM Kilometergeld erhalten, seit neustem wurde dies von 0,53¿ auf 0,66¿ erhöht! Dies fängt nie und nimmer die Preissteigerungen der letzten 18 Jahre, der Auto- Benzinkosten auf. Dies nur als 1 Beispiel!!!

#6 |
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Dr. med. Werner Path
Dr. med. Werner Path

Sehr geehrter Kollege Welcker!

Die Steigerung der Haftpflichträmien ist nicht durch höhere Schadensfälle nachzuvollziehen.Einzig und allein ist die wesentlich bessere Überlebensrate – Gott sei Dank- für die Kostensteigerung verantwortlich.Die Versicherer nutzen ihre Monopolstellung aus und fordern geradezu unmoralische Prämien,die dazu führen,das die Geburtshilfe in Deutschland zentralisiert wird,die individuelle,selbstbestimmte Geburt bleibt auf der Strecke.
Lieber Kollege,damit Sie sehen,dass ich nicht nur so daher rede,hier meine Daten:Geburtshilfe seit 32 Jahren;Belegarzt seit 26 Jahren Keinen!!!! Schadenfall,Prämie für die Geburthilfe 51.000 ¿ plus Steuer.Dies ist existenzgefährdend,hier muß die Politik reagieren.

#5 |
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Rettungssanitäterin

Es erschreckt mich immer mehr wie mit denn Hebammen umgegangen wird.
Frauen brauchen Hebammen.In der Vorsorge,der Geburt und zur Nachsorge.
Ich als Frazu möchte weiterhin die Wahl haben können wo ich mein Kind zur Welt bringen möchte.
Keine 10 Pferde würden mich noch einmal in ein Krankenhaus bekommen zur Geburt (bei normal verlaufender Schwangerschaft).
Dieser Beruf muss endlich gescheit vergütet werden.

#4 |
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Warum ist denn die Haftpflichtversicherung so teuer geworden? Weil keine Schadensfälle aufgetreten sind? Und jetzt soll die Allgemeinheit die Kosten tragen?

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Edgar Märkl
Edgar Märkl

Ein ungelernter Hilfsarbeiter kommt auf das gleiche Bruttogehalt wie eine Hebamme und das ohne diese Verantwortung. Armes Deutschland.

#2 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie gering der Verdienst des medizinischen Personals ist, welches unmittelbar durch eigene Leistung, d. h., primär ohne Medikamente oder Apparate ( an denen die Industrie verdienen könnte ) den Patienten, in diesem Fall Mutter und Neugeborenes, hilft.
Da sieht man, wie sich Verhältnisse entwickeln, die primär durch Lobbyarbeit der Industrie beeinflußt werden.
Doch wenn sich die Betroffenen, und damit meine ich besonders auch die ( potentiellen ) Patienten nicht selbst auf die Hinterbeine stellen, bleibt in diesem Fall den Hebammen eigentlich nur noch ein Generalstreik, um auf ihre Siutuation aufmerksam zu machen und sie zu verändern.

#1 |
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