Traumata: Ungeliebte glauben eher an Gott

28. November 2014
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Menschen mit unsicheren Bindungen in der Kindheit verarbeiten Traumata und Verluste anders als Menschen mit sicheren Bindungen. Unter anderem glauben sie stärker an Übernatürliches, wie amerikanische Psychologinnen in einer aktuellen Studie nachwiesen.

Der Verlust eines nahestehenden Menschen löst häufig das Gefühl aus, dass ein Teil von einem selbst gegangen ist. Jeder Mensch verarbeitet seine Trauer anders. Dabei hat die Bindungsqualität, die man in frühester Kindheit zur eigenen Mutter hatte, anscheinend einen großen Einfluss darauf, wie ein traumatisches Ereignis bzw. wie der Tod eines nahestehenden Menschen verarbeitet wird. Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, kann das Bindungssystem in der Psyche zusammenbrechen – ebenso ist es, wenn ein nahestehender Mensch sich als missbrauchender Täter entlarvt.

Einige Studien weisen darauf hin, dass die Verarbeitung eines Traumas besonders dann schwer fällt, wenn der Betreffende hauptsächlich auf unsichere Bindungen in seiner Kindheit zurückblicken kann. Kinder, die nur wenig Liebe erfahren, die häufig abgelehnt und/oder misshandelt werden, versuchen, diesen Mangel an Zuwendung auszugleichen. Manche flüchten sich im Laufe ihrer Entwicklung in esoterische oder religiöse Welten. Nicht wenige finden Trost in dem Gedanken, dass wenigstens ein Gott sie liebt oder lieben könnte. Studien haben gezeigt, dass unsicher gebundene Kinder im Erwachsenenleben religiöser sind als sicher gebundene Kinder.

Manche glauben an Übernatürliches, manche haben Ängste

Während manchen der Glaube an Übernatürliches hilft, können andere verstärkt unter Ängsten leiden. Menschen, die psychisch leiden, die unsichere Bindungen haben oder gerade einen Verlust erlebt haben, neigen zur psychischen Dissoziation – das heißt, sie erleben Amnesien oder Gefühle der Depersonalisation oder der Derealisation. Sie erleben sich und ihre Welt als unwirklich und spüren nur wenig festen Halt.

Die Psychologinnen Paula Thomson und Victoria Jaque der California State University, USA, wollen nun herausgefunden haben, wie sich Menschen mit sicheren und unsicheren Bindungen in ihrer Verarbeitung von Traumata und Verlusten voneinander unterscheiden. Für ihre Studie fanden sie 82 College-Studenten, die einen nahestehenden Menschen verloren und/oder etwas Traumatisches erlebt hatten. Die Autoren nutzten das Adult Attachment Interview (AAI) von Mary Main und Erik Hesse, um den vorrangigen Bindungsstil der Studienteilnehmer zu ermitteln.

„Strange Situation“ zeigt Bindungsstile auf

Dieser Test leitet sich ab von der Bindungstheorie von John Bowlby und der Psychoanalytikerin Mary Ainsworth. Die Analytikerin stellte in einem Experiment namens „Strange Situation“ fest, dass sich das Bindungsverhalten von Kindern unterschiedlich einteilen lässt. Trennt man kleine Kinder von ihrer Mutter und lässt sie einige Minuten ganz allein oder zusammen mit einer fremden Person allein, kann man am Verhalten bei der Rückkehr der Mutter häufig sehen, ob das Kind sicher oder unsicher an seine Mutter gebunden ist. Sicher gebundene Kinder weinen, wenn die Mutter den Raum verlässt und suchen Trost bei ihr, wenn sie zurückkommt. Unsicher gebundene Kinder zeigen hingegen unterschiedliches Stressverhalten und zögerndes Verhalten bei der Rückkehr der Mutter.

Auch das AAI unterscheidet zwischen sicheren und unsicheren Bindungen. Hiernach können Erwachsene diese verschiedenen Bindungsstile zeigen: Typ F (free) = frei und autonom, Typ D (dismissing) = ablehnend, Typ E (entangled) = verstrickt, Typ U (unresolved) = ungelöst (im Sinne von: ein Trauma wurde noch nicht verarbeitet) sowie Typ CC = nicht näher klassifiziert.

Entscheidend für die Studie von Thomson und Jaque war die Typ-U-Bindung, also der Bindungsstil, den Menschen zeigen, die ein Trauma oder einen Verlust noch nicht verarbeitet haben. Diese Menschen können sich schlecht auf das Interview einlassen und sind noch stark mit dem Vergangenen beschäftigt.

In der vorliegenden Studie konnten die Autoren 26 Studenten als „Typ U“ kategorisieren. Die übrigen 56 Studenten wiesen keine solche „psychische Nicht-Verarbeitung“ auf – sie gehörten zum „Typ non-U“. 80 Teilnehmer (97,6 %) hatten kürzlich eine nahestehende Person verloren. 29 Teilnehmer (35,4 %) hatten in der Kindheit Missbrauch durch ein Familienmitglied erlebt und 33 Teilnehmer (40,2 %) wurden durch Nicht-Familienmitglieder traumatisiert.

Studenten des Typ U wiesen unter anderem folgende Merkmale auf: Sie waren teilweise örtlich oder zeitlich desorientiert, sie sprachen teilweise verworren, sie konnten Ereignisse sehr detailliert beschreiben, hatten starke Zweifel bei den Themen „Missbrauch“ und „Tod“, wechselten plötzlich das Thema, litten an einschießenden, beängstigenden Bildern, schwiegen länger als 20 Sekunden, beendeten ihre Sätze nicht oder verfielen in eine kindliche Sprache.

Die Teilnehmer des „U-Typ“ wiesen signifikant häufiger Dissoziationen und einen Glauben an Übernatürliches auf als die Teilnehmer, die zum „Non-U-Typ“ zählten. Die Autoren konnten allerdings nicht herausfinden, ob der Glaube an Übernatürliches den Teilnehmern dabei half, die Gefühle von Verlust und Trauma abzumildern.

„Übergangsraum“ wichtig

Diese Ergebnisse spiegeln Einiges von dem wider, was bereits der Kinderanalytiker Donald Winnicott (1896-1971) über die Notwendigkeit des „Übergangsraums“ sagte. Er beschrieb, dass sich kleine Kinder häufig in einem Raum zwischen Illusion und Realität befinden. Der Erlebnis-Raum, der sich zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich befindet, ist der Übergangsraum, der im Erwachsenalter – so Winnicott – den Raum für Kunst und Religion bildet. Mütter helfen ihren kleinen Kindern dabei, die Realität häppchenweise anzunehmen. Kann die Mutter nicht ausreichend auf ihr Kind eingehen, leidet auch der „Übergangsraum“. Manche Kinder werden zu früh zu hart mit der Realität konfrontiert, andere bleiben eher in einer „Wolke“ der Illusion und Phantasien hängen.

Auch der britische Psychoanalytiker Ronald Britton beschreibt, wie sehr Glaube, Phantasie und Religion von einem „Denkraum“ abhängen. Erst ein Denkraum ermöglicht es überhaupt, zu glauben.

Denkräume können zusammenbrechen

Denkräume können aber auch zusammenbrechen. Zum Beispiel zeigen Menschen mit einer Borderline-Störung häufig eine verminderte Fähigkeit, über sich selbst und andere nachdenken zu können (sprich: zu mentalisieren). In einer engen Beziehung oder unter Stress kann diese Fähigkeit, nachzudenken, unter Umständen ganz zusammenbrechen (Bateman & Fonagy, 2008). Das kennen wohl die meisten Menschen gelegentlich aus Situationen, die starken (Beziehungs-)Stress auslösten.

131 Wertungen (3.81 ø)
Medizin, Pädiatrie, Psychiatrie

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50 Kommentare:

Gast#47
Gast#47

Lieber Herr Psychotherapeut! Es ging halt darum, dass den Psychologen offenbar nichts heilig ist (Religiosität),
in einer Zeit, wie sagten Sie: “Wann leben wir denn und auch: wo leben wir eigentlich?”
Nun, ich glaube schon, dass hier gezeigt wurde,
auch in dieser angeblich aufgeklärten Zeit gibt es starke “Glaubenssätze” (CO2-Schwindel und Atomangst) außerhalb von Religion, also sogar leicht widerlegbar.
Da ist mir die echte Religion entschieden sympathischer.
Sie ist mir einfach “in der Menschheit” so verbreitet,
dass man sie aus dem auch weiteren (psychologischen) Dunstkreis von Krankheit heraushalten sollte.
“Statistiker” bringen ja alles zusammen.
Ich hab ja mal vorgeschlagen “statistisch” den Einfluss des katholischen Glaubens auf den Magenkrebs zu untersuchen. Wahrscheinlich würde heute auch solches ernst genommen.

#50 |
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Psychotherapeut

Hallo Herr Gast #47,
es liegt natürlich an meinen schlechten Ausbildung, aber momentan ist mir die genaue Definition von “Psychos” entfallen. Dementsprechend entsinne ich mich auch nicht mehr an deren Bild von “Normalität” – mea culpa, sicherlich.

#49 |
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Arzt
Arzt

Als Hinweis in welcher Scheinwelt wir kollektiv leben aus ärztlicher Sicht zur
“Atom-Strahlungsangst”, wenn einer den Mut hat das zu lesen,
erschienen im
Journal of American Physicians and Surgeons, Volume 9, Number 1, Spring 2004:
“Is Chronic Radiation an Effective Prophylaxis Against Cancer?”

Das wäre also eine preiswerte Alternative zur Karzinomprophylaxe,
allerdings unvorstellbar in einem Schildbürgerstaat, in dem Kernkraftwerke abgeschaltet werden und statt dessen Denkmäler der technologische Dummheit als gigantische Windmühlen aufgestellt werden.

Jeder Radiologe kennt das, es gibt dazu noch wesentlich mehr Literatur, ich vermute aber, dass es vielleicht noch 100 Jahre dauert bis die Gesinnungs-Gesellschaft das verkraftet, wenn überhaupt,
was sie aber nicht daran hindert, lustig Kriege gegen Menschen zu führen.

#48 |
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Gast
Gast

#46 Herr Therapeut, Widersprüchlichkeit in einer Aussage scheint normal bei Psychos zu sein.
Der Tenor des Beitrags ist doch eher negativ für Menschen, die “an Gott glauben” (Traumata und Verluste).
Da sollte man doch im Sinne von “Religionsfreiheit” drüber stehen.
Auch bei den “Traumata und Verluste” kann man ja nicht den Verdacht los werden, dass sie hineininterpretiert werden. :-)

zu#45 Klimarettungspolitik ist in der Tat ein moderner Glaube im Sinne von kollektivem “Gesinnungsdruck”, der nun überhaupt nichts mit Naturwissenschaft zu tun hat,
das erkennt man schon an der Wortwahl für Kritiker,
die als “Leugner” etc. bezeichnet werden und dem quasie-Verbot der Diskussion mit dem verräterischen Schlagwort: “science is settled”, egal wie positiv eine leichte Erwärmung auch sein mag, die sich allerdings seit über 15 Jahren konstant verweigert.
Jeder, der es nur wagt, selbst nachzudenken, findet überall, wo er nachbohrt, Fehler,
egal wo, überall.
Schlimm ist nur, dass echte Umweltpolitik wie Trinkwasserschutz nach Robert Koch eher vernachlässigt wird.

#47 |
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Psychotherapeut

@Annegret de Beer:
Ich kann die Auffassung nur teilen. Wenn ich hier lese, um was es in den Posts geht und welche Affekte dahinter stecken, frage ich mich wirklich, ob es hier die richtig Zielgruppe für einen solchen Artikel ist. Was bitte schön hat das Recht auf Religionsfreiheit mit einer auf Bowlby basierenden weiter führenden These zu tun? Nur, um mal eines zu nennen.
Ich bin fassungslos, wenn es therapeutisch genannt wird, einem Patienten Glaubenssätze “auszureden”. Wann leben wir denn und auch: wo leben wir eigentlich? Das könnte alles doch wesentlich sachdienlicher kritisiert werden.
Schade eigentlich um den Sachinhalt der obigen Thesen, die sicherlich – wie jede Forschungsarbeit initial – erst einmal mit Vorsicht zu behandeln ist.
Ich kann aus meiner Praxis jedenfalls eine ganze Menge Wahrheit im Artikel von Dunja Voos erkennen! Und ich traue mich auch, das hier zu posten. Halten Sie von mir, was Sie wollen – punktum!

#46 |
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Naturwissenschaftler

Annegret de Beer: Gimme five !!!
Gast #44: Vielleicht #43 nochmal lesen und versuchen zu verstehen?

#45 |
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Gast
Gast

@Annegret de Beer “Verschwörungstheorie” für die ideologisierte “Klimarettungspolitik” ist noch schmeichelhaft,
ich würde das eher institutionalisierten Betrug nennen raffiniert inszeniert mit Angstmacherei und Schuldgefühlen, sicher abgeguckt von Religionen,
wie bei der gehätschelten “Atom-Strahlungsangst”.

#44 |
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Annegret de Beer
Annegret de Beer

Tagtäglich lese ich mir hämisch in mich hinein grinsend die Kommentare unter Doccheck-Artikeln durch (das ist Teil meines obligaten studentischen Prokrastinationsverhaltens ;) ) und immer, aber auch wirklich immer wieder schafft es irgendjemand, die Brücke zu irgendwelchen hanebüchenen Verschwörungstheorien betreffend den Klimawandel zu schlagen – ich bin schlichtweg fasziniert und möchte Ihnen meine Anerkennung darüber, mit welcher Beharrlichkeit Sie unter völliger Missachtung des eigentlichen Themas ihren Kokolores unter die Leute bringen, nicht länger vorenthalten! Überhaupt sind hier Kommentare, die sich auf den dazugehörigen Artikel beziehen, die absolute Seltenheit. Ich habe den Eindruck, ein Großteil von Ihnen liest einfach irgendwelche Reizwörter und häckselt dann alles in die Tastatur, was eben gerade dazu einfällt. “Religion” ist natürlich ein Paradebeispiel für so ein “Reizwort”.

Mein Lieblingskommentar heute:

“Wurde auch untersucht, ob unsichere Bindungen den Verzehr von Schwarzbrot fördert oder ob die Typ U – Probanden häufiger unter Obstipation leiden?”
(wobei ich noch einen Funken Hoffnung habe, dass hier bloß jemand versucht, Ihr Kommentarverhalten zu persiflieren)

auch gut:
“Hallo, ich glaube an den lieben Gott … ich bin Römisch Katholisch!!!” (gekürzt)

Danke, echt. Es macht immer wieder Spaß. Ich reg mich zwar regelmäßig tierisch auf, aber in Wirklichkeit mach ich das ja gerne. :o)

#43 |
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alter Arzt
alter Arzt

@Dagobert Ross, prima,
eigentlich ein gutes Schlusswort:
“Wir als Therapeuten sollten nach der Effizienz von Glaubenssätzen fragen, bevor wir sie einem Patienten ausreden.”

#42 |
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Gast
Gast

#4 Sie haben recht beim Glaube an Gott muss nicht der Verstand ausgeschaltet werden, dagegen beim Glauben an die menschengemachte drohende Klimaerwärmungskatastrophe. Regierungen sind natürlich begeistert von der Geldquelle aus Luft, was allerdings völlig sinnlos verpulvert wird.
Schlimm ist nur, dass ein Großteil der “Wissenschaft” das mitmacht.
Für mich ein echtes “psychologisches” Phänomen, von “Gesinnungs”-Argumentation im klaren Widerspruch zur “Vernunfts”-Argumentation.

#41 |
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Gast
Gast

Entschuldigung, ist mir gerade entfallen: Was hat die Klimaerwärmung schon wieder genau mit der Diskussion hier zu tun ? (#3, 16, 25)

#40 |
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Ketzerdoc
Ketzerdoc

Glaube bringt den Tod, besonders der monotheistische.
Als Arzt, Apotheker oder sonstig studierter Person sollte man religiöses Gewäsch zum Zeitpunkt seiner Approbation abgelegt haben.
Sonst tritt man womöglich irgendwann als “Schwulenheiler” auf und betrachtet sich als Werkzeug des Herrn… zu komisch.
Glaube und Medizin/Pharmazie passen nicht zusammen und werden es auch nie.
Wie mein alter Prof immer zu sagen pflegte: Glauben können Sie in der Kirche, zeigen Sie mir lieber, wo der Appendix ist!”
Da besteht bei manchen Kollegen noch Nachholbedarf, denke ich.

#39 |
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Vielleicht der wichtigste Satz aus dem Artikel:
“Die Autoren konnten allerdings nicht herausfinden, ob der Glaube an Übernatürliches den Teilnehmern dabei half, die Gefühle von Verlust und Trauma abzumildern.”
Dazu müsste man vielleicht ein Studiendesign entwerfen.
Wir als Therapeuten sollten nach der Effizienz von Glaubenssätzen fragen, bevor wir sie einem Patienten ausreden.

#38 |
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Noch einmal:
Es geht doch gar nicht darum ob Religion (durch diese Studie) beweisbar ist oder nicht!
Die Frage ist: was stiftet (therapeutisch) Sinn?
Und wenn es Jemandem hilft, an Hilfe aus einer geistigen Welt zu glauben, ……
Wer heilt, hat Recht!
Und: Wenn sich in Religionsgemeinschaften, insbesondere “in autoritären Strukturen von Sekten”, mehr Psychopathen tummeln sollten als anderswo, so heißt das nicht automatisch, dass Religion an sich psychopathologisch bedenklich wäre. Es könnte auch heißen, dass Psychopathen dort besser aufgehoben sind i. S. v. heilsamer Umgebung (trotz berechtigter Skepsis bzgl. Sekten, welche allerdings auch nicht in einen Topf zu werfen sind).

#37 |
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Dr. med. Christoph Knuth
Dr. med. Christoph Knuth

Hallo, liebe Leser & Schreiber!
Ich amüsiere mich gerade über die emotional aufgeladene Diskussion… offenbar besteht ein großer Bedarf, mal über Religiosität im 21. Jhd. zu reden respektive zu schreiben… und ich freue mich, dass so viel Kampfgeist in uns schlummert, vielleicht können wir den sinnstiftend in unser Bildungs- (vor allem) Schulsystem transferieren… und so gern schreib’ ich noch ein Zitat von Friedrich Nitzsche: “Die Schule hat keine wichtigere Aufgabe, als strenges Denken, vorsichtiges Urtheilen, consequentes Schliessen zu lehren: deshalb hat sie von allen Dingen abzusehen, die nicht für diese Operationen tauglich sind, zum Beispiel von der Religion.” [Menschliches, Allzumenschliches I, Nr. 265; 2,220 und nicht zuletzt danke ich Volker Ramm für die Erwähnung von Richard Dawkins, einem wahren Kämpfer für die Vernunft!

#36 |
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Dirk Blanke
Dirk Blanke

@15
Das Auge nun als Beweis für die Konstuktion eines höheren Wesens anzuführen, ist mehr ein Elfmeter für die Evolution. Das Auge mit seinem caudal angebrachten Sehnerv und dem Blinden Fleck ist eine technische Katastrophe, die mit Überlegung wohl nicht so konstruiert worden wäre…

#35 |
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Die rege und sehr persönliche Diskussion zu diesem Thema ist bemerkenswert!
Ein Urteil über die Berechtigung von Religiosität lässt sich allerdings aus dieser Studie nicht ableiten.
Darf ich auf die Kernaussage des Artikels zurück verweisen – den Übergangsraum?
Der Übergangsraum ist nicht primär der Raum der Religion. Vielmehr bietet er -quasi durch eine Art innerer Distanz – die Grundlage für Fähigkeiten wie Selbstbeobachtung bis hin zur Selbstkritik, aber auch Ignoranz ( ohne welche kein Operateur seine Arbeit tun könnte), bzw. Dissoziation, die Manchem im Katastrophenfall ein Trauma erspart, indem in einer Art innerem Exil die Wahrnehmung einfach ausgeblendet wird. Dass insgesamt dieser Übergangsraum dann zum Ort jeglicher Weltanschauung wird, versteht sich von selbst.
Wenn nun ein Traumatisierter zu glauben vermag, dass sein Leidensweg doch Sinn mache oder machen soll, ist das eine großartige Leistung und therapeutisch uneingeschränkt zu unterstützen. Dabei spielt die Frage, ob das rational oder religiös sei, keine zielführende Rolle.
“So einfach ist die Medizin” hat unser chirurgischer Oberarzt immer gesagt.
Zur Differentialtherapie der Bindungstypen F,E,U,D sind wohl weitere Studien nötig

#34 |
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DP Volker Ramm
DP Volker Ramm

Die (umgekehrte) Korrelation zwischen Bildung (bzw. Intelliegenz) und Religiosität ist sicher stärker ausgeprägt, als die zu den Bindungsstilen…
Auch wenn hier mehrere Kommentatoren meinten, Einstein sei religiös gewesen – was definitiv nicht der Fall ist. Vielmehr verstand er das Universum als etwas ‘göttliches’ im metaphorischen Sinne (“Gott würfelt nicht” wird da gern falsch interpretiert). Göttliche Ehrfurcht vor dem Universum – ja, Glaube an einen personifizierten Schöpfer- NEIN.
Kann man gerne in diversen Biographien nachlesen, oder auch bei Dawkins ‘Gotteswahn’. :)

#33 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

ausgezeichnet Herr Kollege,
unzweifelhaft hat die Zahl der psychischen Störungen in Deutschland ZUGENOMMEN.

#32 |
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Wurde auch untersucht, ob unsichere Bindungen den Verzehr von Schwarzbrot fördert oder ob die Typ U – Probanden häufiger unter Obstipation leiden?

#31 |
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Reinhard Schrüfer
Reinhard Schrüfer

Zu den anderen gelesenen Kommentaren möchte ich hinzufügen und zu bedenken geben:

“Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.”

Verurteilt ist schnell jemand- auch Unschuldige .

Die vielgepriesene TOLERANZ in der Gesellschaft ist ein erster Linie für manche ein Persilschein um tun und lassen zu können was gefällt – und das auch auf Kosten anderer. -Siehe 70er Pädophilie.

#30 |
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Reinhard Schrüfer
Reinhard Schrüfer

1.) Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.

2.) Viele werden nach dem Ableben erstaunt und erschreckt sein, wenn sie merken, dass nach dem Gericht die Seele weiterlebt.

P.S.: Ich arbeite ich der Psychiatrie und höre heute noch den Kommentar eines Patienten: “Tja. Herr,,,,,,, man kann alles schönreden. ” Recht hat er.

#29 |
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alter Arzt
alter Arzt

Ein großer Fortschritt “westlicher” Kultur ist doch die wahrhaftig blutig erkämpfte Religionsfreiheit, gerade auf Deutschem Boden; die sollte man nicht infrage stellen.
Interessanterweise hat es solche “Probleme” in Osteuropa nicht gegeben. Nach der ziemlich massiven Demontage und Unterdrückung durch den Kommunismus und Stalin (Abriss und schlimmeres von Kirchen) ist sie danach wieder auferstanden wie der Phönix aus der Asche, als wäre sie nie tot gewesen.
Ist mir ehrlich gesagt aber sympathischer als die aggressive (egoistische) westliche Hollywood-Welt, die scheint mir erheblich mehr Quelle von psychischen Störungen zu sein, die ja bei uns epidemiologisch eindeutig ZUNEHMEN, vielleicht wegen ZU VIEL Atheismus?

#28 |
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alter Arzt
alter Arzt

@Frank Seidel “Verräter” auch die vielleicht noch älteren “christlich Orthodoxen” (Südosteuropa bis Russland)?
In der Schule lernt man wohl kaum, dass die uns jahrhundertelang vor der dortigen Vorherrschaft der islamischen Türken bewahrt haben :-).
Sie nennen sich selbst “Richtiggläubige” und sind eindeutig tolleranter als die strengen Katholen.

#27 |
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Frank Seidel
Frank Seidel

Hallo, ich glaube an den lieben Gott … ich bin Römisch Katholisch!!! und alle anderen Sekten und Gemeinden sind Verräter Gottes, die so genannten
schwarzen Scharfe Gottes!!!

#26 |
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alter Arzt
alter Arzt

na, na, na, @Remedias Cortes, wo bleibt die Tolleranz?
man kann autoritäre Strukturen wie Sekten mit starker Fremdkontrolle nun wirklich nicht mit dem Glauben “an Gott” in einen Topf werfen!
Es soll ja auch Menschen geben, die zur Zeit der Mauer nach Osten gegangen sind, weil Ihnen die “Freiheit” im Westen nicht gefiel.
“Religion” ist keine Krankheit.
Im übrigen leben wir in einem Zeitalter, das medial Menschen stärker manipuliert als jemals zuvor. Hierzu gehört auch greenpeace und Co und die idiotische Klimarettung die jeder Vernunft Hohn spricht.
Hier rechne ich es der katholischen Kirche eher hoch an, dass sie auf diesen Modezug NICHT aufgesprungen ist.

#25 |
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Nichtmedizinische Berufe

Die studie erscheint mir sehr plausibel – die Anzahl von Menschen mit psychischen Störungen liegt in Religionsgemeinschaften höher als Durchschnittlich, besonders in rigiden Religionsgemeinschaften, Ein Beispiel: Der Anteil Schizophrener bei den Zeugen Jehovas ist dreimal so hoch als zu erwarten wäre ( Quelle: http://www.sektenausstieg.net/sekten/14-zeugen-jehovas/262-zur-seelischen-gesundheit-bei-zeugen-jehovas) Ich kann mir das nur so erklären, dass Menschen, denen ein “innerer Halt” fehlt, sich einen “äußeren Halt” suchen .

#24 |
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Heilpraktikerin Brigitte Deml
Heilpraktikerin Brigitte Deml

Guter Artikel Fr. Voos!

#23 |
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alter Arzt
alter Arzt

“Glaube” gibt es so viel in der Menschengeschichte,
dass man wohl annehmen muss, der Mensch lebt lieber mit als ohne.
Athropologen messen ihm eine “kollektiven Überlebensvorteil” zu???

#22 |
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Ein gesundes kInd lebt in dem Bewußtsein, dass die Mutter zuhause ist. Mit dieser Gewissheit kann es entspannt in die Aktivität begeben. Die Physiologie kann beide Zustände gleichzeitig aufrechterhalten.
Wenn diese physiologische Funktionsweise bis ins Erwachsenenalter erhalten bleibt, bedeutet es , dass Transzendenz und Aktivität gleichzeitig gelebt werden.
Ansonsten bleibt nur die Flucht in ein intellektuelles Gotteskonzept, was aber wenig hilfreich ist.
Meditationstechniken, die das Transzendieren fördern, können diesen Mangel beheben.

#21 |
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alter Arzt
alter Arzt

@Dr. Anne Schmidt, völlig richtig. Die griechischen Götter hatten ja viel “menschliches”.
Sein Kriterium war eben nicht “religiös” oder nicht, sondern gemeinschftsdienlich oder nicht im ethischen Sinne, wobei er anders als Kant den Mensch nicht überforderte, sondern eine sehr moderne Konzeption von ganz individueller “Selbstverwirklichung” lehrte, die den Menschen glücklich machen sollte.
Und der Glaube an “demokratische” Mehrheiten wurde ja ebenfalls schon damals zu tiefst erschüttert durch die mehrheitlich abgestimmte Todesstrafe des damals größten lebenden Philosophen Sokrates.
Sein “offizielles” Vergehen: GOTTESLÄSTERUNG.
Hypokrates lebte übrigens noch früher, auch ohne Religion.
Und man muss wohl auch der Wahrheit zuliebe darauf hinweisen,
dass der (aktuelle) islamische Glaube nicht unwesentliche “ethische” Schwächen hat.
Fest steht zweifellos, dass man auch im negativen (Tötung) Taten mit Verweis auf Religion verübt, die sonst keine Menschengesetz rechtfertigen könnte.
Leider maßt sich auch der moderne angeblich “demokratische” Staat (Kriegs-)Verbrechen an, die dem einzelnen Bürger richtigerweise strengstens verboten sind.
Egal ob Freund oder Feind; seit dem letzten Weltkrieg offensichtlich mehr unser Freund.

#20 |
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Dr. Anne Schmidt
Dr. Anne Schmidt

Also basiert der Glaube an Gott auf psychisch-pathologischen Erfahrungen, was einem Normalo – der wir ja sein wollen (sollen) – widerstreben müsste ? Diesem Ansinnen muss entgegengewirkt werden. Die Beweise für die Existenz eines Gottes sind exorbitant. Derjenige, der sie nicht sieht (sehen will) lässt die im “Verkehr erforderliche Sorgfalt ” vermissen und handelt grob fahrlässig. Ist unentschuldbar.
s. #15

#19 |
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Dr. Anne Schmidt
Dr. Anne Schmidt

#16
alter arzt, Aristoteles wusste nichts von Kreuzrittern, vom Mittelalter, von zwei Weltkriegen und der kath. Kirche.

#18 |
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Heilpraktiker Peter Illig
Heilpraktiker Peter Illig

Peter Illig
Heilpraktiker

Artikel ist für absolut unglaubwürdig.

Im Umkehrschluss müssten Personen, die religiöser als Andere sind in der Kindheit ein Traumata erlebt haben, oder unsicher gebundene Kinder gewesen sein.
Diese Studie ist in keiner Weise aussagekräftig und für mich wieder mal ein Beweis, wie die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung gesteuert wird.

#17 |
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alter Arzt
alter Arzt

#15 dann frag ich mich, wie man an Gott glauben kann und gleichzeitig den Bau einer Atombombe empfehlen kann (Einstein).
Aristoteles hatte als Ungläubiger und Idealist überhaupt nichts gegen Religion, weil er sie als positiv gesellschaftsfördernd einschätzte. Ethik und Politik waren ja bei den Klassikern wichtige philosophische Disziplinen, wohl etwas in Vergessenheit geraten.
Der Glaube an eine menschengemachte Klimaerwärmungskatastrophe spricht allerdings total GEGEN Intelligenz.
Vielleicht weil die vielen Schullehrerinnen nicht viel von Physik etc. halten :-)

#16 |
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Gast
Gast

Intelligo ut credam.———-Einstein glaubte an Gott, der Raketenforscher Werhner von Braun ebenso. Von Braun meinte, die Ordung im Universum weise auf einen intelligenten Konstrukteur hin. Die Berechnung der Flugbahn einer Rakete wäre nicht möglich, hielten nicht alle Planeten den Lauf auf ihrer Bahn ein. Des weiteren kann der Glaube an Gott auf vielfältigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Als Beispiel diene der menschliche Organismus mit seinem erstaunlichen Immunsystem. Es wurde auch nachgewiesen, dass das menschliche Auge niemals durch Zufall entstanden sein kann. Eine Pseudo-Wissenschaft, wie die Evolutionstheorie – die kurz vor ihrem Exitus steht – wirkt glaubenszerstörend.

#15 |
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Gast
Gast

@Marc N. Fraessdorf manche Dummköpfe glauben tatsächlich, dass man Religiosität im Kernspin nachweisen könnte. Natürlich Amerikaner, vielleicht auch solche, die Englisch als Kultursprache ansehen.
Übrigens ist in Havard die “Wirksamkeit” Psychoanalyse widerlegt worden.
Wer hat den bitte jemals an einer Mutter-Kind-Beziehung gezweifelt.
Nur was hat das mit Krankheit zu tun?
Höchstens das Fehlen einer solchen, Heimkinder etc.
Hat nichts mit Freud zu tun, dem Liebling der Amerikaner.

#14 |
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Biochemiker

Faszinierend, wie der Kampf, dem Freud einst in der Auseinandersetzung mit Jung ausgesetzt war, immernoch (oder gerade wieder?) in Zeiten des ‘Unbehagens in der Kultur’ wieder vom Zaune bricht… Winnicott, Melanie Klein, Margarete Mitscherlich – die Liste der herausragenden Analytiker ist lang und eigentlich zweifelt keiner mehr seit den 50er Jahren an der Entstehung von Bindungen in der fruehen Mutter-Kind-Beziehung. Otto Kernberg hat damals wie kaum ein Anderer mit Borderline-Patienten tiefenpsychologisch gearbeitet. Und erst heute koennen wir bildgeberisch wie auch epigenetisch die Zusammenhänge erklären, die Freud for 100 Jahren beschrieb. Und dann gewinnt die narzisstische Kraenkung am Ende doch wieder die Ueberhand…

#13 |
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Ärztin

Im Artikel wird unzulässig verkürzt. Theologisch wie psychoanalytisch. Besser dann mal nichts schreiben, Frau Voos.

#12 |
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Weitere medizinische Berufe

@ #10: Marx sprach aber von Opium fürs Volk – nix für ungut
. Abgesehen davon sind Winnicotts Ansichten überlegenswert.

#11 |
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Georg Fahlbusch-Hutin
Georg Fahlbusch-Hutin

hallo,
hatte Karlchen Marx – wie so oft Recht! –
“Relgion ist Opitum fürs Volk”
deshalb Bertrand Russell lesen.
Gruss

#10 |
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Ein Interessanter Artikel. Dabei stellt sich mir nur die Frage (zum Geschehen im sog. Bindungsraum): was ist Realität? Jeder Mensch, der sich mit der “Realität” unserer sinnlich wahrnehmbaren Welt und unserer Konditionierungen auseinandergesetzt hat, ist fähig den Artikel auch in einer gegenteiligen Deutungsweise zu lesen.

#9 |
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Manfred Schmidt-Kirchner
Manfred Schmidt-Kirchner

Hier sollte man doch theologisch, religionspsychologisch und -phänomenologisch gut differenzieren: Natürlich gibt es unreife Gottesbilder, die man durchaus in Zusammenhang mit Estoterik, “Übernatürlichem” usw. in Verbindung bringen kann und die tatsächlich auf frühkindliche Entbehrungen an Zuwendung und grundsätzlicher Bejahung beruhen.

Aber es gibt natürlich auch reife Gottesbilder! Denken Sie etwas an einen Thomas von Aquin oder an Dietrich Bonhoeffer (“Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht”).

Es ist nie gut, alles immer in einen Topf zu werfen und damit gleich in Bausch und Bogen viele andere gleich mitzudiskreditieren.
Und: man wird immer sehr individuell sehen müssen, was hinter welchem Gottesbild jeweils an Erfahrungen und Denkweisen steht.

#8 |
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Heilpraktikerin

Schön, dass wir darüber geredet haben. Ich habe selten einen so schlechten Artikel gelesen. “Studien haben gezeigt…” welche Studien und um was ging es konkret ??
82 Studenten, eine wirklich gigantische Zahl um daraus etwas “nachzuweisen”.
Haben dann eigenlich sämtliche tief gläubige Buddhisten (z.B. Tibeter) oder Christen, Juden, Moslems etc. , also ein sehr großer, wenn nicht der größte Teil der Menschheit eine Bindungsstörung ?
Das ist nur eine von vielen Fragen, die nach so einem Nonsens offen bleibt.

#7 |
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Gast
Gast

Ungeliebte glauben angeblich auch eher an Freud.

#6 |
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Gast
Gast

Wichtig scheint zu sein,
dass immer ein anderer “schuld” ist.
Das ist zwar gut für die Psychologen,
aber natürlich schlecht für die kognitive Verhaltenstherapie.

#5 |
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Heilpraktiker

Sind es nur die Erfahrungen die ein Mensch in der Kindheit macht oder ist die Persönlichkeit, der Charakter des Menschen ausschlaggebend, wie Traumata verarbeitet werden??
Also Erziehung versus Vererbung!

#4 |
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Gast
Gast

viele glauben auch an einen (menschengemachten) sog. CO2-Treibhauseffekt.
Damit sind nicht die holländischen Gewächshäuser mit den erhöhten Ernteerträgen gemeint.

#3 |
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Gast
Gast

Bitte Putin aus dem Spiel lassen!

#2 |
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Ist dies die neue lukrative Eintrichterungsmaschinerie des Zentralrats à la ebola-putin-ISIS zur Landnahme?

#1 |
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