Prostatakrebs: Potente Diagnostik gesucht.

4. November 2014
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Deutschlands Männer leiden. Bei ihnen sind Prostatakarzinome die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache. Besonders problematisch: In frühen Stadien merken Betroffene nur wenig. Jetzt suchen Ärzte verstärkt nach Risikofaktoren und nach sinnvollen Therapien.

Prostatakarzinomen auf der Spur: Tests auf das prostataspezifische Antigen (PSA) werden flächendeckend angeboten – nicht ohne Kontroverse. Im Rahmen ihres 65. Kongresses hat sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) positioniert. Gemäß einer aktualisierten S3-Behandlungsleitlinie zum Prostatakarzinom sprechen sich Urologen gegen Massenscreenings aus. Vielmehr sollten Ärzte Männer ab 45 Jahren ausführlich über Früherkennungsuntersuchungen informieren, damit sich Patienten bewusst für oder gegen Tests entscheiden. Auch die American Urological Association (AUA) lehnt flächendeckende Untersuchungen gesunder Männer ab.

Jetzt veröffentlichte Fritz Schröder von der Erasmus Universität in Rotterdam eine weitere Studie zum heiklen Thema. Er wertete Daten der European Randomised Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) mit 162.388 Männern zwischen 50 und 74 Jahren aus. Alle Probanden wurden randomisiert einer Screening-Gruppe oder einer Kontrollgruppe zugeordnet. Ärzte führten ab PSA-Werten von 3,0 ng/ml eine Biopsie durch. Wie erwartet kam es zum Anstieg der Diagnosen (7.408 versus 6.107) und zu weniger Prostata-Ca-assoziierten Todesfällen (427 versus 610). Bei insgesamt 18.251 Todesfällen im Screeningarm und 21.992 in der Kontrollgruppe falle dieses Krebsleiden zahlenmäßig kaum ins Gewicht, schreibt Schröder. Es sei durch Massenuntersuchungen nicht gelungen, die Gesamtmortalität signifikant zu verringern.

Gene, nichts als Gene

In einem Kommentar zur Studie raten Ian M. Thompson von der Universität von Texas und Catherine M. Tangen vom Fred Hutchinson Cancer Research Center, PSA-Tests mit weiteren Risikofaktoren zu kombinieren. Bislang wissen Humangenetiker, dass es bei jedem zehnten Betroffenen eine Häufung von Prostata-Ca in der Familie gibt. Patienten sind besonders gefährdet, sollten Verwandte ersten Grades bereits vor dem 60. Lebensjahr erkranken. Um genauere Angaben machen zu können, haben Wissenschaftler eines internationalen Konsortiums Gene von 43.000 Männern mit Prostata-Ca untersucht. Zum Vergleich wurde eine ähnlich große Gruppe gesunder Studienteilnehmer herangezogen. Als Resultat ihrer genomweiten Assoziationsstudie identifizierten Forscher insgesamt 100 Risikogene. Je nach Muster erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, Prostatakrebs zu entwickeln, um das 2,9- bis 5,7-Fache. Eine weitere Untersuchung soll zeigen, welchen Einfluss entsprechende Muster auf die Prognose haben.

Risiken – haargenau

Damit nicht genug: Michael B. Cook vom National Cancer Institute, Bethesda, fand einen Risikofaktor der besonderen Art. Er wertete Daten von 39.070 Männern aus. Sie hatten an der Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening Trial teilgenommen. Über Fragebögen brachte Cook ein nicht unwichtiges Detail in Erfahrung, nämlich möglichen Haarausfall. Zum Follow-up: Innerhalb von drei Jahren erfassten Ärzte 1.138 Krebserkrankungen der Prostata; 572 hatten Tumore mit einem Gleason-Score vom mindestens sieben, mit dem klinischen Stadium III oder waren sogar verstorben. Tatsächlich erkrankten Studienteilnehmer bis 45 Jahren mit kahlen Stellen am Hinterkopf oder mit Geheimratsecken zu 39 Prozent häufiger an aggressivem Prostatakrebs. Das zeige laut Cook die Möglichkeit gemeinsamer pathophysiologischer Mechanismen zwischen Tumoren und der androgenetischen Alopezie. Haarwurzeln sind überempfindlich gegen Dihydrotestosteron – und Testosteron beschleunigt das Wachstum von Prostatakarzinomen. Als Therapieoption kommt bei hochmalignen Karzinomen ein Androgenentzug infrage.

Mit Kanonen auf Spatzen geschossen

Dass Antiandrogene oder Kastrationen bei niedrigmalignen Varianten keinen Sinn machen, bewies Grace Lu-Yao vom Rutgers Cancer Institute in Brunswick. Basis ihrer Arbeit waren Daten von mehr als 66.000 Männern über 65 mit lokal begrenzten Prostatatumoren. Ärzte behandelten 22 bis 39 Prozent ihrer Patienten via Hormonentzug – vor allem bei schlechterer Prognose. Dazu gehörten höhere PSA-Werte, ein höherer Gleason-Score sowie Komorbiditäten. Regionale Präferenzen gab es ebenfalls. Um einen möglichen Mehrwert zu identifizieren, untersuchte Lu-Yao Gegenden, in denen Mediziner häufig beziehungsweise selten die Androgendeprivation einsetzten.

Ihr Resultat: Litten Patienten unter moderat differenzierten Tumoren, betrug ihre Gesamtüberlebensrate nach 15 Jahren 20 versus 21 Prozent – kein signifikanter Unterschied. Selbst bei schlecht differenzierten Karzinomen ließ sich aus Daten der Kohorte kein Mehrwert für radikale Therapien ableiten. Als Gesamtüberlebensrate geben die Forscher hier 8,6 versus 9,2 Prozent an. Grace Lu-Yao rät deshalb, antiandrogene Behandlungsoptionen Patienten mit weit fortgeschrittenem Prostata-Ca vorzubehalten.

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16 Kommentare:

Dr. med.dent. Claus Scheingraber
Dr. med.dent. Claus Scheingraber

Dr. Claus Scheingraber

Bluttest zum frühzeitigen Krebs-Nachweis erfolgreich
Studienergebnis aktuell in BMC Cancer veröffentlicht
Tübingen, 30.1.2014
Bei Krebserkrankungen hängt die Heilungschance entscheidend von
einer frühen DiagnosesteIlung ab. Ärzte und Wissenschaftler um den
Tübinger Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen Priv.-Doz. Dr. Dr. Martin
Grimm konnten jetzt bestätigen, dass mit einem neuartigen Bluttest der
sichere Nachweis von Mundhöhlenkrebs, Prostatakrebs und Brustkrebs
möglich ist. Die Ergebnisse der gemeinsamen Studie von
Universitätsklinikum Tübingen, Deutschem Krebsforschungszentrum in
Heidelberg und Clemenshospital der Universität Münster wurden aktuell
in BMC Cancer veröffentlicht.
Für die Prognose betroffener Patienten ist es entscheidend, eine – – —
Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Je eher die Diagnose gestellt
werden kann, umso größer ist die Aussicht auf Heilung. Deshalb ist es
wesentlich, einfache Tests zu etablieren, die die Erkrankung sicher und früh
identifizieren und ohne eine Gewebeprobe auskommen.
Manche etablierten Krebstests erkennen die Erkrankung zu spät oder nicht
zuverlässig genug, so dass es zu falsch-positiven Testergebnissen kommen
kann, die Patienten verunsichern. Beispielsweise führen der PSA-Bluttest
zum Nachweis von Prostatakrebs oder die Mammographie zum frühzeitigen
Nachweis von Brustkrebs bei einem Teil der Patienten zu positiven
Testergebnissen ohne tatsächlich vorliegende Krebserkrankung. Beim
Mundhöhlenkrebs besteht bisher gar keine Möglichkeit, einen Hinweis auf die
Erkrankung durch eine Blutuntersuchung zu erhalten.
In einer gemeinsamen Studie haben das Universitätsklinikum Tübingen, das
Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Clemenshospital
der Universität Münster einen neuartigen Bluttest zum Nachweis von Krebs
klinisch überprüft. Der Bluttest nutzt das Immunsystem und die Aktivität von
im Blut zirkulierenden “Fresszellen”, die Tumorzellen in sich aufnehmen. Mit
Hilfe eines Laser-basierten Nachweises von Tumorzellmaterial in diesen
Fresszellen, der sogenannten EDIM-Technologie (Epitop Detektion in
Monozyten), ist es nun möglich, Tumorzellen nachzuweisen. Dazu genügt
eine kleine Blutprobe. In der Studie konnte der EDIM-Test frühzeitig Patienten
mit Mundhöhlenkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs identifizieren sowie
Rezidive nachweisen. Daher eignet sich dieser Test auch zur
Therapieüberwachung. Martin Grimm hofft auf Etablierung des Test in der
klinischen Routine in den nächsten sechs Monaten: “Die Studienergebnisse
sind ein Meilenstein in der Krebsdiagnostik, denn der EDIM-Bluttest ist
sicherer als bisherige Testverfahren.”

Originalpublikation
A biomarker based detection and characterization of carcinomas exploiting
two fundamental biophysical mechanisms in mammalian cells

(Der Kommentar wurde von der Redaktion gekürzt.)

#16 |
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Gast
Gast

Sehr schöne Diskussion, an der man lernen konnte.
Diagnostik gibt es bereits. (PSA)
Die Therapie muss individuell angepasst werden.
Verzicht auf Diagnostik scheint ein heftiger Wunsch von Krankenkassen zu sein,
Schande über sie.

#15 |
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Nichtmedizinische Berufe

Den meisten Formen von Prostatakrebs kann man mit Ernährung und Lebensstil effektiv vorbeugen bzw. eine Therapie damit wirksam unterstützen (s. Buch Prostatakrebs-Kompass von Dr. med. L. M. Jacob).

#14 |
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#12, #6, #4 und #1 – um die Wesentlichen zu nennen haben alle Recht.
Ich habe etwas mit meinem Kommentar gezögert, weil Einstein bezüglich seiner Äußerung zur menschlichen Dummheit recht hat. Und man HIER ja NICHTS an der offiziellen Gesundheits-Politik ändern kann.
Als selbst betroffener (PSA 436,0) und vor 14 Jahren durch Protonentherapie nachhaltig geheilter Patient und Mitglied einer weltweiten Prostatakrebs-“Selbsthilfegruppe”
(www.protonbob.com) bin ich nicht nur mit dem generellen Stand der Aufklärung zur Prostatakrebs-Früherkennung in Deutschland unzufrieden, sondern mehr noch mit der offiziellen Therapieorientierung, in der die radikale Prostatektomie noch immer der “Goldstandard” ist und z.B. die Protonentherapie in den Therapierichtlinien gar nicht vorkommt.
Alle meine vielfältigen aktiven Versuche, daran etwas zu ändern sind letztlich gescheitert.

#13 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Verehrter @Klaus Samer, Sie haben Unrecht! Das Prostata-Ca hat mit dem Brustkrebs der Frau nicht nur die Häufigkeit gemeinsam, sondern auch das eher langsame Wachstum besonders der Frühstadien. Deswegen verschwindet beides jedoch keineswegs als unerwünschte Todesursache (Knochenmetastasen etc.) und indiviuelle Verläufe erfordern ganz unterschiedliche Behandlung, in beiden Fällen!
Das höhere Alter und die lokal viel schwierigere radikale Op-Möglichkeit des Prostata-Ca´s muss das selbstverständlich besonders berücksichtigen. Es geht daher nicht um die Diagnose allein, sondern um die hier ganz besonders geforderte INDIVIDUELLE Therapie.
Wer hier tatsächlich fordert auf das PSA-Screening ganz zu verzichten, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank (solange es nichts besseres gibt). Denn auch “watchfull waiting” geht nicht ohne PSA.
Eine Statistik, die als einziges Kriterium die Mortalität eines Gesamtkollektiv betrachtet, ist daher extrem irreführend. Denn die Multimorbidität in dem hohen Alter lässt eine korrekte Confounderberücksichtigung gar nicht zu (Fragen Sie den Statistiker). Das trifft aber auch auf die meisten anderen Todesursachen im hohen Alter zu, so dass auch hier Nihilismus gepredigt werden müsste.
Es geht also nicht um die Diagnose, sondern um die individuelle Therapie!
Ich kenne nur eine wirklich “neutrale” skandinavischen Vergleichsuntersuchung mit ausreichend großer Zahl, wirklich prospektiv randomisiert, bei der tatsächlich der Komputer die Entscheidung getroffen hat radikale Prostatektomie (mit region. LK!) oder “watchfull waiting”, wobei die Operation nach 10 Jahren besser abgeschnitten hat, auch bzgl. der Mortalität.
Aber eine solche Untersuchung stößt auch an ethische Grenzen, ich würde mich NICHT daran beteiligen.
Ärztliche Einzelfallentscheidung kann hier nur angemessen sein,
man darf Männer, die unbedingt >90 werden wollen, nicht einfach durchs AOK-Raster fallen lassen, das ist unmenschlich. Lebt der Mann mit Prostata-Ca also lange genug, wird er daran sicher sterben!
Mit kommt diese Gespensterdiskussion um einen rel. preiswerten Laborwert schon fast wie eine gezielte antisexuelle Boshaftigkeit gegen Männer vor,
wobei Männer sowieso weniger zum Arzt rennen und eine Selektion darstellen, wenn sie sehr alt werden, die das “Solidarsystem” ein Leben lang besonders wenig belastet haben (nur eingezahlt).
Im übrigen zitieren Sie die Arbeit eines Studenten.

#12 |
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Hier spricht ein Betroffener: ich habe mich vor 1 1/2 Jahren als 75-jähriger einer Prostata-OP nach dem Da-Vinci-Verfahren” unterzogen: die postoperativen Beschwerden waren gering, und das histologische Ergebnis (pT2c pNX L0 V0 Pn0 R0, Gleason-Score 4+3=7) lautete “Acinäres Adenokarzinom der Prostata in beiden Prostatalappen. Tumorfreie apikale Absetzung beidseits” – auch die Samenblasen wurden entfernt, nicht aber die regionalen Lymphknoten.
Der präoperative Verlauf anhand der PSA-Wert gestaltete sich wie folgt: 2010: 1,8; 2011: 3,5; 2012: 7,2; 01/2013: 7,05 ng/ml. – Also eine klassische Verdoppelung im Jahresabstand!
Die PSA-Nachuntersuchung im Oktober 2014 ergab einen Wert unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze. – Im Rückblick gesehen: das Schlimmste war die Biopsie: äußerst schmerzhaft trotz “Lokalanästhesie”! – Und danach das Gefühl, mit einer Zeitbombe im Unterleib herumzulaufen…
Dr. med. dent. Horst Landau

#11 |
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Klaus Samer
Klaus Samer

Eine Studie die Männer über 50 eingebunden hat welche 10 Jahre an einer Früherkennung (PSA – Test und digitale Rektaluntersuchung ) teilnahmen kam zu folgenden Ergebnis . In beiden Gruppen der Studie starben je 20 Männer, davon pro Gruppe je einer an Prostatakrebs. In der Gruppe der Screeningteilnehmer kam es bei 18 Patienten zu falschem Alarm und Biopsien sowie bei 2 Männern mit nicht progressivem Krebs zu unnötigen Operationen und Bestrahlungen (Dujlbegovic et al 2010 British Medical Journal 341 siehe auch Giegerenzer in seinem Buch zum Thema Risiko)
Richtig ist auch es sterben mehr Männer mit als an Prostatakrebs.

Jeder Patient sollte an Hand von fundierten Studienergebnissen neutral über diese Fakten aufgeklärt werden und auf dieser Grundlage entscheiden ob er ein Screening für sich als sinnvoll erachtet

Es gibt aus meiner Sicht zwei Gruppen die u.a. von der PSA Testung profitieren der Patient gehört- basierend auf dem o.g. Studienergebnis – keiner dieser Gruppen an.

#10 |
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Die langjährige Erfahrung zeigt, dass der PSA- Wert sehr wohl ein wertvoller Parameter für das Screening ist. Mehrere Patienten hatten im vergangenen Jahr einen Anstieg mit Verdopplung des PSA- Wertes erkennen lassen, wobei der letzte Wert immer noch innerhalb der Norm gelegen war. Diese dramatische laborchemische Entwicklung wurde seitens der betreuenden Ärzte verharmlost, wobei die Neoplasie allein durch den PSA- Anstieg bewiesen war, was auch durch die Bank bioptisch zu einem späteren Zeitpunkt bestätigt wurde.

Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass Sensitivitäten der DRE und des endorektalen Ultraschalls dramatisch niedrig liegen, dennoch werden die Männer wiederholt ausufernd biopsiert.
Es sollte auch in urologischen Kreisen inzwischen bekannt sein, dass der multiparametrische Ansatz der MR- Bildgebung hier Abhilfe schaffen könnte sowohl was Indikation als auch Anzahl der Biopsien betrifft. Die technologische Entwicklung verschaffte somit auch der Urologie nachhaltig bessere Ergebnisse in medizinisch begründeten Fällen, was insbesondere betroffenen Männern zugute käme, ohne dass die Urologie hierdurch weniger gefordert wäre.

Dr. Dr. med. Richard Westhaus

#9 |
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Medizinjournalist

Nichts ist der Natur wichtiger als Fortpflanzung. Dass da was im Busch ist, weiß man doch schon vom Brustkrebs. Die vielen Zyklen, weil hoch zivilisierte Frauen zu wenige Schwangerschaften haben, sind nicht im Kalkül der Evolution. Langes Leben ohne Orgasmen bei hoch zivilisierten alternden Männern ebensowenig.

Alles, was nicht angestrengt wird, behandelt der Körper notgedrungen stiefmütterlich, das gehört zum Sparkonzept. Dadurch fallen aber sonst stattfindende Regenerationen inkl. Reparaturen und Schutzmechanismen aus. Das ebnet den Angreifern den Weg.

Wir sind für moderne Lebensweisen nicht gebaut. Artgerechte Haltung als Schutz vor all den Krankheiten muss in den Fokus, nicht in erster Linie pharmazeutische Novitäten.

#8 |
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Arzt
Arzt

Bei der vergleichsweise sauteuren HPV-Impfung zur Krebsvorbeugung der gleiche Quatsch:
Frauen ja, Männer nein. Infektionsepidemiologisch ein Witz,
und selbstverständlich ist auch das Peniskarzinom,
ja das gibt es,
HPV-assoziiert.

#7 |
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Dr. med. Klaus GÜNTHER
Dr. med. Klaus GÜNTHER

# 1und#4 haben vollkommen Recht !
Die Tiroler Studie hat schon vor Jahren gezeigt, dass die Mortalität bei einem engen und flächendeckenden Screening erheblich sinkt.
Natürlich ist PSA kein TU-Marker per se, aber in Verbindung mit Zeitverlauf und Höhe des Laborwertes ein vorzüglicher Indikator. Hier sind nebelmachend Semantiker am Werk, wenn sie PSA nicht als TU-Marker anerkennen.
Wenn Kassen und Meinungsmacher und deren Nachbeter, auf welcher Gehaltsliste auch stehend , aus Kostengründen mit zweifelhaften Statistikgaukeleien PSA verteufeln, frage ich diese ,wenn es Männer sind, ob sie bei sich nicht heimlich doch PSA regelmäßig kontrollieren . Denn die durch diese Figuren seit Jahrzehnten sinnlos propagierte rektale Untersuchung als Ca. –„GKV-Vorsorge“ ist eine zu spätkommende Sorge und reine dümmliche Pflichtübung. In diesem Zusammenhang fällt mir die berühmte Äußerung v. Dr. Karsten Vilmar:“ Sozialverträgliches Frühableben“ ein, denn nur ein Mann durch frühzeitiges Screening gerettet, ist für diesen ein lebensrettender Erfolg für Statistiker nicht signifikant.
Aber aus Kostengründen Meinungsmache betreiben ist kriminell.

#6 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Herr Dr. Schraven, lesen sollte man doch schon aufmerksam.
von den *insgesamt* (zum Mitschreiben: an *Irgendwas* verstorbenen!) 18.251 Todesfällen im Screeningarm und 21.992 Todefällen in der Kontrollgruppe waren jeweils nur 427 und 610 prostatakrebsassoziiert. Die an irgendwelchen anderen Ursachen weniger Verstorbenen Screeningarm werden Sie ja wohl kaum mit dem Screening auf Prostata-Ca begründen wollen? Prostatakrebsassoziiert sind das im Übrigen 2,3% der Todesfälle im Screeningarm und 2,7% der Todesfälle in der Kontrollgruppe, und das ist in der Tat kein wirklich berauschender Unterschied.

#5 |
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Dr. Mark Schraven
Dr. Mark Schraven

18.000 Tote statt 22.000 Tote sind irrelevant? Das sollten Sie mal den 4.000 betroffenen Männern erzählen!

#4 |
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Peter Willenborg
Peter Willenborg

Wichtig ist einstweilen die korrekte Aufklärung der Patienten über alle vier möglichen Behandlungsmethoden bei einem Prostatakrebs im frühen Stadium. Man kann nur hoffen, dass noch mehr Urologen bei der PREFERE-Studie mitmachen, die diese vier Optionen miteinander vergleicht. Nähere Infos unter http://www.prefere.de

#3 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Literaturtipp:
Prostata Krebskompass, Dr. med. Ludwig Jacob

#2 |
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Arzt
Arzt

Männer bleiben also bei “Krebsvorsorge” benachteiligt, “es lohnt sich nicht”???????
Immerhin zeigt der nun wirklich simple PSA-Wert weiterhin einen eindeutigen Nutzen, den man bitte nicht klein reden sollte!!!
Herr van den Heuvel, Sie werden auch älter :-)

#1 |
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