Sponsoring: From Pharma with Love?

28. Oktober 2014
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Ohne finanzielle Mithilfe der Industrie wären gute Fortbildungen nicht möglich. Dass das nicht allen recht ist, zeigen Versuche, aus der Abhängigkeit auszubrechen. Datenbanken erfassen, wie viel Pharmageld in Kongressen, Workshops, aber auch in Selbsthilfegruppen steckt.

5.000 Euro Strafe für einige Kugelschreiber und Schlüsselanhänger. Es waren teure Werbegeschenke, die Teilnehmer des diesjährigen bayrischen Chirurgenkongresses an das Unternehmen Takeda Pharma aus Japan erinnern sollten. Vor einigen Jahren wäre eine solche Gabe im Rahmen einer Industrieausstellung noch selbstverständlich gewesen. Doch entsprechend dem neuen Transparenzkodex der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie in Deutschland (FSA) dürfen deren Mitglieder auch mit solchen kleinen Geschenken ihre Zielgruppe nicht mehr wohlwollend stimmen. Der Verstoß dagegen und die entsprechende Sanktion des Verbands kam die Firma also letztendlich teuer zu stehen.

Transparenz-Kalender über Fortbildungen

„Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’.“ Wo hört die Unterstützung von Fortbildungen, Forschung oder auch der Arbeit von Selbsthilfeorganisationen auf? Und wo fängt die gewollte Dankbarkeit des Arztes oder Apothekers an, um das Marketingziel höherer Umsätze zu erreichen? Schon seit einigen Jahren können Leser von Fachzeitschriften am Ende des Artikels erfahren, ob die Autoren Honorare für Beratung oder Vorträge von beteiligten Pharmafirmen bekommen haben und damit die Studie vielleicht doch etwas schöner aussieht, als sie in Wirklichkeit war. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, so sind damit mögliche Interessenkonflikte auch ohne lange Recherche erkennbar.

Wenn es aber um die Gaben der Konzerne an Fachgesellschaften für Meetings oder Workshops geht, wird es schon deutlich schwieriger. Der Arzt, der wissen möchte, wie viel Glaxo, Pfizer oder Novartis in den Vorträgen oder einfach nur dem Abendempfang steckt, kann in den Unterlagen auf den jeweiligen Internetseiten suchen oder auf Webseiten wie der von Bioskop e.V. Der Verein beobachtet gesundheitspolitische und medizinische Themen. Zudem stellt er die Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen durch die Industrie dar. Allerdings scheint eine bestimmte ideologische Ausrichtung des Vereins naheliegend. Nicht zu Unrecht kann Bioskop in verschiedenen Bereichen als fortschrittskritisch eingestuft werden. Analysen und Äußerungen sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Aufwändige Lobbyarbeit – regional und europaweit

Ähnlich mühevoll wie die Suche nach Geldflüssen an Fachgesellschaften und Fortbildungsveranstalter ist jene an Patientenorganisationen und Lobby-Organisationen. Obwohl der Verband VfA (Verband forschender Arzneimittelunternehmen) zumindest für seine Mitglieder die Veröffentlichung vorschreibt, muss der Interessierte auf deren Seiten oft lange danach suchen. Diese Aufgabe haben in den letzten Jahren ebenfalls findige Rechercheure übernommen und daraus Datenbanken erstellt. Für 2010 und 2011 publizierten Arzt Christian Leopold und Bioinformatiker Michael Hägele eine solche Datei. Die beiden haben sich im Institut für Qualität und Transparenz von Gesundheitsinformationen (IQTG) zusammengeschlossen und betreiben unter anderem auch die Seite medinfo.de. Ihre Sammlung umfasst knapp 1.200 Zuwendungen, die sich nach Spender oder Empfänger durchsuchen lassen.

Ähnlich umfangreich ist die aktuelle (2013) Datenbank von Spiegel-Online mit rund 1.300 Einträgen und einem Spendenvolumen von 5,6 Millionen Euro. In Deutschland profitieren dabei die Patientenorganisationen am meisten, die sich auch für die Schwerpunkte der jeweiligen Pharmafirma einsetzen. Dagegen hat es etwa die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) schwer. Für ihre Patienten gibt es kaum Medikamente, deren Patentschutz noch läuft.

Blickt man mit lobbyfacts.eu über die deutschen Grenzen hinweg nach Brüssel, wird die Situation noch verworrener. Dort tummeln sich Organisationen, deren Mitglieder kaum mehr etwas mit betroffenen Patienten zu tun haben, aber dennoch kräftige Finanzspritzen bekommen. Gefiltert nach Pharmafirmen, findet sich eine informative Aufstellung wiederum auf den Seiten der IQTG. Folgt man den Links, lassen sich Anzahl der Lobbyisten und Budget abfragen. Diese Angaben beruhen jedoch alle darauf, dass das Unternehmen im Europäischen Lobby-Register eingetragen ist – und das trifft für etliche nicht zu. Ein prominentes Beispiel dafür aus dem Finanzbereich ist etwa Goldman Sachs.

Es geht auch ohne – oder?

Was die Unterstützung von Tagungen und Kursen für Heilberufe angeht, möchten viele nicht auf das Geld der pharmazeutischen Großfinanz verzichten. Ein Treffen ohne großen Sponsor würde wohl den Verzicht auf luxuriöse Kongress- oder Seminarzentren bedeuten, auf teure Abendessen und möglicherweise auf den einen oder anderen renommierten Redner. Dass das aber generell möglich ist, zeigt das Beispiel der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin), die genau das seit zwei Jahren versucht. Allerdings ist dort statt der Pharmaindustrie die AOK als Geldgeber eingesprungen. Auch die Krankenkasse vertritt sicher eigene Interessen bei einem solchen Ärztetreffen. In den USA richtet die American Psychiatric Association ihre Treffen ohne Merck, Ely Lilly etc. aus. Norwegen verbietet gar ein solches Pharmasponsoring.

In Deutschland wird bei den Neurologen heftig diskutiert, ob die hohe Qualität der Fortbildungen auch ohne solche Zuschüsse möglich ist. Thomas Lempert von der Berliner Schlosspark-Klinik und 22 weitere Neurologen haben im Herbst 2012 die Initiative „NeurologyFirst“ gegründet, die sich von der Industrieabhängigkeit lösen will und anstrebt, dass die Neurologen auch bei den Jahrestagungen in Zukunft lieber unter sich sein mögen. Knapp 500 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) haben den Gründungsaufruf von „NeurologyFirst“ unterzeichnet. Im Mai dieses Jahres fand zum ersten Mal ein firmensponsorfreies Treffen der neurologischen Chefärzte statt. Dennoch gibt es auch innerhalb der DGN noch erheblichen Widerstand gegen die Vorhaben von „NeurologyFirst“.

Zielgruppe Journalisten

Bisher kaum geregelt ist das Bestreben von Firmen um eine gute Presse. Wie der Autor selbst vor einigen Jahren erfahren hat, sind teure Abendessen und zuweilen auch Reisen zu attraktiven Forschungsstandorten noch immer ein Mittel, gerade freie Autoren zu gefälligen Berichten über „innovative Strategien“ anzuregen. Auf Journalistenseite gibt es zwar Ethik-Kodizes (wie etwa den von „Netzwerk Recherche“), die Industrie hat sich entsprechende Beschränkungen jedoch bisher nicht auferlegt.

Dollars for Docs

Zumindest alle FSA-Mitgliedsunternehmen, so ein Beschluss des Verbands, sollen ab 2016 alle ihre Zuwendungen an Fachkreise veröffentlichen – allerdings auch nur dann, wenn die Empfänger dem zustimmen. Weitere Ausnahmen sind Wissenschaftler oder auch die viel diskutierten „Anwendungsbeobachtungen von Arzneimitteln“ durch Kliniken oder Arztpraxen. Wie ein solches System funktioniert, lässt sich bei einem Blick nach Amerika beobachten: Die entsprechende Datenbank der Journalistenstiftung ProPublica heißt dort „Dollars for Docs“. Rund vier Milliarden Dollar an Zuwendungen sind bei 3,4 Millionen Einträgen für die letzten vier Jahre dort erfasst, für 2013 allein 1,5 Milliarden Dollar. Neunzig Prozent der Zuwendungen betreffen Einladungen zu Geschäftsessen, jedoch entspricht das lediglich 20 Prozent der Gesamtsumme. Aus der Datenbank geht hervor, dass etliche Ärzte mit Honoraren für Vorträge und Beratung mehr als 500.000 Dollar mit verdienten, einzelne sogar über eine Million Dollar.

Wer sich sorgfältig mit den Daten beschäftigt, findet heraus, dass noch immer viel Pharmagelder an Ärzte und Wissenschaftler fließen, die zuvor für unwissenschaftliches Arbeiten und Verstoß gegen entsprechende Regeln beispielsweise von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA sanktioniert worden waren. 2008 führte die Harvard University strenge Regeln gegen Interessenkonflikte ein und verbot ihrem Personal „Promotional Talks“, also Vorträge im Firmeninteresse. Dass diese Regeln nur allzu oft gebrochen werden, beweist auch der Blick in die Datenbank von „Dollars for Docs“.

Teure Unabhängigkeit?

Sinkt die Qualität von Fortbildungen, wenn Gelder der Industrie das teure Hotel oder den Tagungsort mit Wellness-Option nicht mehr möglich machen? Entsprechend den Angaben bei „NeurologyFirst“ bekommen rund 50 Prozent der typischen Kongressteilnehmer das Ticket von einer „befreundeten“ Pharmafirma. Vielfach kommen dazu noch Reise- und Hotelkosten. Der Abschied von solchen Privilegien wird bestimmt nicht leicht für die Teilnehmer und daher wohl auch nicht leicht durchzusetzen. Für alle, die sich aber regelmäßig fortbilden müssen und wollen, stellt sich jedoch die Frage: Wie viel ist mir die Freiheit wert?

91 Wertungen (4.08 ø)

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33 Kommentare:

Arzt
Arzt

@ Isabelle Seibold, einen richtigen Dr. heiraten, die einzige Lösung.

#33 |
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Analytische Kinder- und Jugendlichenpsyc Isabelle Seibold
Analytische Kinder- und Jugendlichenpsyc Isabelle Seibold

Da wir als psychologische Psychotherapeuten nichts verschreiben dürfen zahlen wir unsere Fortbildungen selbst. Geht doch, kostet leider aber auch viele 1000 er im Jahr.

#32 |
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Wir können Herrn LEDERER dankbar sein für das Thema. Eher noch zu sehr konzentriert auf den einen Aspekt “Luxushotel”. Bei dem Vergleich zwischen Verteilung von Krankheiten/Behandlungsproblemen und dem Themenspiegel von Fortbildungen kann ich gemittelt über 30 Jahre die patientenbezogene Praxis nicht unbedingt wiedererkennen. Gleiches fällt schwer bei dem Abgleich zwischen Klinikherausforderungen und Forschungsförderung. Ich stimme dem u.a. Argument zu: eine professorale Berufung, die erfolgreiches key accounting beim Kandidaten prämiert bzw. voraussetzt, schadet dem Wissenschaftsbetrieb. Das will aber keiner wissen, ist ja eine brutale Feststellung gegen das Selbstbild. Fakt ist: z.B: neue Antibiotika wird die Grossindustrie VfA wohl nicht mehr machen, Fortbildungen zur Infektiologie dann eben auch nicht. Aber die waren immer schon selten, vergleiche “Statine”! Warum? Siehe oben…

#31 |
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Elvira Sarko, Ärztin
Elvira Sarko, Ärztin

@Ursula Cook um Gottes Willen, soll ich an den Bürgermeister schreiben?
Oder befürworten Sie eine neue staatliche Behörde mit Sesselpupser(innen), die sich ganz- oder halbtägig mit Finanzierung von Fortbildungen für Ärzte beschäftigen soll?
Vielleicht noch eine Ethikkommission mit Philosophen und Pfarren,
natürlich einen Katholen UND einen Evangelen, wegen der Ausgeglichenheit.

#30 |
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Ursula Cook
Ursula Cook

ortbildung ist essentiell für fast Jeden in Medizin, Pflege, Beratung, etc. Die Pharmafirmen erhalten ihre Gelder doch letztlich durch den Endverbraucher – also den gesetzlich oder privat versicherten Bürger (meist auch Steuerzahler).
Warum also sollten nicht öffentliche Gelder für Fortbildungen zur Verfügung gestellt werden; Fortbildungen, die von unabhängigen Organisationen auf ihren wissenschaftlichen Wert geprüft werden?
Ich als Versicherter und Steuerzahler zahle doch lieber direkt für gute Fortbildungen meiner `Behandler´, statt es den Pharmafirmen zu überlassen, an wen mein Geld gezahlt wird und ob da noch Geschenke, teure Abendessen, etc. dabei sind!
Außerdem sollten persönliche Fort- und Weiterbildungskosten steuerlich großzügig gefördert werden!

#29 |
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Angela Leyrat
Angela Leyrat

Physiotherapeutin

Apropo Internetfortbildung, ist die auch von der Pharmaindustrie beeinflusst?
Wir Physiotherapeuten machen Fortbildungen, die eher praktisch sind, d.h. bei denen wir an uns gegenseitig üben. Nicht ganz ohne Folgen;-) Wenn wir ein Zertifikat erwerben möchten, heißt das auch viel zu hause mit Kollegen üben. Gibt es so etwas für die Ärzte auch? Über Internet würde nur mit Video für uns Sinn machen. Wäre eine Möglichkeit das Ganze günstiger zu gestalten, Fahrt, Kost und Übernachtung zu sparen …. ;-)

phyiotherapie-ist-mehr-wert.de

#28 |
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Gast
Gast

“…. zahlen aber jede Fortbildung voll.”
Ist ein Märchen, kann man nicht ehrlich sein?
z.B. ambulante Wundpflege?
dominiert von big pharma

#27 |
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Weitere medizinische Berufe

Die Kommentare genüßlich zu lesen war sehr erhellend für mich, denn ich gehöre auch zu den (anscheinend wenigen?) TeilnehmerInnen bei Kongressen und auch sonstigen Fortbildungen für Ärzte, die voll bezahlen müssen/dürfen.
Den Physiotherapeuten und Krankenschwestern in diesen Kommentaren kann ich nur beipflichten – sie verdienen wenig, zahlen aber jede Fortbildung voll. Leider weiß man dann noch nichtmal, ob die Fortbildung ihr Geld wert ist.
Ärzte möchte ich darauf hinweisen, dass es auch im Internet ganz gute Möglichkeiten gibt, sich fortzubilden.

#26 |
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Brunhilde Dissen
Brunhilde Dissen

In meinem langen Berufsleben als Krankenschwester habe ich viele Fortbildungen aus Interesse besucht und habe das positive Gefühl schätzen gelernt, Patienten besser pflegen zu können mit mehr Wissenshintergrund.
Viele dieser Fortbildungen habe ich aus eigener Tasche bezahlt und an Sponsoring von Pflegekongressen hat die Pharmaindustrie wenig Interesse. Da ich seit fast 30 Jahren in der Psychiatrie arbeite haben andere Sponsoren auch kein Interesse.
Die Folge: Die Dozenten erhalten weniger Geld – kommen aber trotzdem.

Die Folge von Pharmasponsoring:
unabhängig von irgendwelchen Metastudien (z.T. ;) hier nachgelesen) und unabhängig von individuellen Kriterien der Patienten verliefen die Medikamentenverordnungen in Wellen

#25 |
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Dr. med. vet. Bettina Bachem-Drießen
Dr. med. vet. Bettina Bachem-Drießen

Ohne Pharma Sponsoring sind Fortbildungen einfach teurer. Wenn man weiß, wer gesponsort hat, kann man sich doch auf entsprechende Werbung einstellen.

#24 |
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Arzt
Arzt

@Birgit Wiegand “mit Einschränkung” war die außerordentliche Experimentierfreude der Psychos mit neurotropen Medikamenten gemeint, das kann man streng genommen eigentlich NICHT Psychotherapie nennen, sondern Pharmatherapie,
angefangen mit Ritalin aus der großen Familie der neurotoxischen Amphetamine.

Beschränkt man sich auf reine Psychotherapie, so kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass das ein Fass ohne Boden ist, denn eine “Persönlichkeitsstörung” ist ja nur von der Definition des Therapeuten abhängig und kaum wirklich messbar.
Zudem wurde mir mal gesagt eine Therapie benötige schon 2 Jahre, besser lebenslänglich :-)

#23 |
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Birgit Wiegand
Birgit Wiegand

@ Arzt:
als Wirkprinzip bleibt dem Arzt als Psychotherapie mit Einschränkung, aha.
Und Medikamente, Operationen und physikalische Anwendungen wirken ohne Einschränkungen?
Oder bezieht sich die Einschränkung auf die qualifikationsbedingte?Irritiert….

#22 |
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Birgit Wiegand
Birgit Wiegand

Ergo sind die Fortbildungen für Psychotherapeuten schlecht? Hm…….

#21 |
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Gast
Gast

#17 ja das Drucken der Einladung, bzw. design, ist ENORM wichtig,
logistisch gesehen, äh

#20 |
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Chirurg
Chirurg

Aber Herr Dr. Grampp, was hat nun eine Fortbildung mit Public Private Partnerschip zu tun?
Wollen Sie ein Unternehmen gründen?
Ich hoffe doch, Sie haben nicht immer die gleiche Arzneimittelfirma genommen.
Gibt es bei Ihnen keine Arzneimittelkommission?
Da muss man eher auf die Apotheker achten mit den Rabatten :-)

#19 |
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Dr. med. Arnaud Carasso
Dr. med. Arnaud Carasso

Umgekehrt möchte ich gerne wissen, ob es Beweise gibt, dass ohne sponsoring die Mediziner besser und ökonomischer behandeln.

#18 |
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Wir sind gerade dabei umzuorganisieren. Dabei wird deutlich, dass die Schwäche der Kliniken nicht die Vorträge und damit die Inhalte sind, sondern die Logistik und die Organisation. Dies beginnt mit Räumen und endet mit den Einladungen. Der Vorteil an pharmafreien Veranstaltungen sind neutrale Bewertungen von Methoden und hier vor allem von evidenzbasierten Verfahren, da hier die Evidenzen hart geprüft werden. Häufig halten die Sudien nicht viel aus und andere Erkrankungen, die selten genug sind, werden in die Therapieoption für Produkte von vielen Firmen nicht berücksichtigt. Hier zeigt sich die Schwäche von Public Private Partnerschip. Es geht um Umsätze.

#17 |
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Andreas Pfeiffer
Andreas Pfeiffer

@ Arzt: Sie haben sicher recht, wenn Sie die Höhe der (von den Pharmafirmen gesponsorten) Referentenhonorare als ein zusätzliches Problem benennen… warum das wohl so ist? ;-)

#16 |
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Psychotherapeut

“Ohne finanzielle Mithilfe der Industrie wären gute Fortbildungen nicht möglich.” Sonst geht’s aber noch gut?

MfG
Prof. Dr. Joachim Körkel

#15 |
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Chirurg
Chirurg

@dr Peter Rost, ich meine, unsere “Schulmedizin” hat inzwischen eine cardiologische Schlagseite, ich weis nicht ob man das der Pharmabranche anlasten soll.
Es wird doch bis ins höchste Alter “antikoaguliert”,
die Chirurgen müssen das meist ausbaden.

#14 |
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Arzt
Arzt

@Andreas Pfeiffer, jetzt tun Sie mal nicht so, als ob Ärzte kein Geld für Fortbildung ausgeben würden, ich hab z.B. für die Zusatzbezeichnung physikalische Therapie sehr viel ausgegeben, woran auch Krankengymnasten gut verdient haben und manche Kurse in anderen Bereichen für ein halbes Wochenende bekommt man nicht unter 1000Euro TROTZ Sponsoring und ohne Fahrt und Unterkunft.
An Fortbildung wird in der Regel (zu) gut verdient.
Wenn ich aber z.B. überlege ein teures neues Messgerät anzuschaffen, dann erwarte ich vom Hersteller je nach persönlicher Kenntnis des Gerätes auch einen gewissen Informationsaufwand, mir Sinn und Nutzen dieses Gerätes plausibel zu machen.
Da ist eine Fortbildung durch medizinische Experten mit entsprechendem Erfahrungsautausch mit vielen Kollegen hervorragend geeignet.
Zu einer Weiterbildung auf einem Kreuzer mit Gattin, hat mich leider mein ganzes Leben noch niemand eingeladen, hört man nur immer.
Zum Todlachen.

#13 |
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Mich interessiert wieviel Geld die forschenden Firmen den Meinungsmachern, meist Chefärzte der Klinken für Fortbildungsvorträge über die NOAKS oder DOAKS ausgeben um uns dazu zu bringen diese teueren Medikamente zu verordnen statt den preiswerten Antikoagulantien wie Marcumar. ( es dreht sich um eine Verordnungsvermehrung um 2 Milliarden Euros in Deutschland)

#12 |
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Xxx

#11 |
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Arzt
Arzt

Herr @Ralph-Henning Günther, ja, heute arbeitet man mit Mythen.
Die “Macht des Geldes” ist ganz unbestritten.

Nun frag ich Sie aber,
abgesehen von Psychologie (mit Einschränkung),
was bleibt dem Arzt als Wirkungsprinzip?
Tabletten,
Operation,
physikalische Therapie.

Dazu kommt selbstverständlich die vernünftige Beratung für einen gesunden Lebensstil (zu wenig Zeit) sowie die schon wieder heftig umstrittenen Vorsorgeuntersuchungen.

Will sagen,
ohne Arzneimittel geht es nicht, macht auch der Chirurg.
Richtig ist an Ihrem Mythos, dass hier zunehmend
“big player” das Feld beherrschen, das scheint mir kein Zufall.
Auch die AOK zahlt massenhaft “Antirheumatika”,
aber nicht Vit.D

Und auch Psychologen und Psychiater sind imho
viel zu medikamentenlastig.

Trotzdem, oder gerade deshalb sollen sie bitte etwas für die Fortbildung ausgeben,
für mich eine äußerst sinnvolle Form von Werbung!

mfG

#10 |
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Andreas Pfeiffer
Andreas Pfeiffer

Ohne neidisch zu sein: In anderen Gesundheitsberufen gibt es gute Fortbildungen auch ohne Pharma-Sponsorig… da müssen halt die Teilnehmer halt die gesamten Kosten selbst finanzieren. Komisch, dass ausgerechnet bei der am besten verdienenden Berufsgruppe in der Gesundheitswirtschaft so unkritisch mit Sponsoring umgegangen wird… das Pharmafirmen nicht ohne Grund Fortbildungen (mit-)finanzieren sollte doch jedem Menschen mit IQ über 100 klar sein…

#9 |
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Angela Leyrat
Angela Leyrat

Sehr guter Artikel. Wir Physiotherapeuten erhalten vom ZVK auch Kugelschreiber geschenkt, wenn wir eine Fortbildung über diesen Zentralen Verband für Krankengymnastik machen. Der Verband wirbt so, damit wir Mitglieder werden. Die Mitgliedschaft kostet ein bisschen mehr als ein Kugelschreiber. Wie Sie alle bestimmt wissen verdienen wir Physiotherapeuten viel zu wenig für unsere Leistung. Wenn Sie der Meinung sind, dass sollte endlich auch einmal geändert werden, dann bitte ich Sie bei der folgenden Aktion mit zu machen.

physiotherapie-ist-mehr-wert-punkt-de

Hier können Sie mitmachen, auch wenn Sie Arzt, Heilpraktiker oder interessierter Patient sind. Jeder kann ganz einfach mitmachen. Das Häckchen bei Physiotherapeut oder Mitglied beim ZVK weglassen und schon sind Sie dabei.
Ich hoffe Sie haben Verständnis dafür, dass ich mich für meine unterbezahlte Branche engagiere. Wir haben leider nicht eine so starke gewerkschaftliche Vertretung wie die Ärzte ;-(

#8 |
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Prof. Dr. Reinhard Breit
Prof. Dr. Reinhard Breit

Das ist doch Kleinzeug verglichen mit der so genannten “Drittmittelfinanzierung”der Universitäten! Hier werden die Weichen gestellt. Die Höhe der eingeworbenen “Drittmittel” entscheidet über den universitären Erfolg und lenkt die Forschung in die ökonomisch gewünschte Richtung.

#7 |
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Arzt
Arzt

in der Praxis ist es das Budget,
in der Klinik die Arzneimittelkommission und das DRG,
aber der Neid um den möglichen Kugelschreiber,
auf den ich gerne verzichte,
stirbt nicht, wie man sieht.

Das Thema nervt.
Danke#2

#6 |
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An die Universität, wo Lehre und Forschung geeint die Erkenntnis suchen, kam die Macht.
Wie weit seid ihr, fragte sie und alle sagten, wir bemühen uns.
Aus einer hinteren Reihe ein Zwischenruf, “fast fertig”.
Die Macht ging auf den Studenten zu.
Wer bist du?
Ich bin das Wissen, sagte der Student.
Du bist tüchtig, sagte die Macht, wir werden dich fördern. Wirst du auch dankbar sein?
Der Student nickt.
Die Macht am Ende ihres Besuchs erwähnt den Zwischenrufer bei der Leitung des Instituts.
Er ist zuverlässig, sagt der Professor.
Die Macht beendet ihren Besuch, aber nicht ihren Einfluß.
Schreibarbeitshilfen und Forschungsgelder fließen.
Der Geförderte erklimmt die Leiter des Erfolgs in schwindelerregende Höhen.
Dem einstigen Studenten werden Ehre und Ruhm zuteil.
Der Vorlaute ist nun ein einflußreicher, allseits beachteter Vertreter der Wissenschaft geworden.
Wieder kommt die Macht zu Besuch.
Du bist jetzt das, was wir einen Meinungsbildner nennen.
Mag schon sein, erwidert das Wissen, worauf willst du hinaus?
Du wolltest dankbar sein, antwortet die Macht und hinterlässt ganz unbemerkt beim Hinausgehen eine kleine Schreibarbeit.

#5 |
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Sven Quilitzsch
Sven Quilitzsch

Sehr geehrte(r) Dr. Bayerl,
welcher andere Beruf kann ich Ihnen sagen. Der Beruf der Psychotherapeutin, des Psychotherapeuten. Seit 15 Jahren im kassenärztlichen Vertragsarztsystem verankert, mit gleichen Pflichten (u.a. 50 Fortbildungspunkte pro Jahr), nicht mit gleichen Rechten versehen und auch nicht mit gesponserten Fortbildungen, bei Praxiserlösen, die in etwa nur halb so hoch sind wie bei Vergleichsarztpraxen. Und Sie können mir glauben, die Fortbildungen haben ebenso ihre Qualität, sind halt teuer …

#4 |
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Heilpraktikerin

b

#3 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Ohne finanzielle Mithilfe der Industrie wären gute Fortbildungen nicht möglich,
das ist völlig richtig!
Also was soll das ewige Gemeckere. Der neidische Deutsche!
Welcher andere Beruf macht eine annähernd vergleichbare Fortbildungorgie?
Diese ganze Punktesammlung ist ENTWÜRDIGEND!
“Wes Brot ich ess” ist immer noch der Arbeitgeber, aber nicht die Fortbildung! Im übrigen vergessen die ewigen Kritiker das Arzneimittelbudget,
mit Regressmöglichkeit für Medikamente GEGEN DEN ARZT, die der Patient behält,
wo gibt es ähnliches in irgend einem anderen Beruf??? Der Arzt verdient nichts an den Medikamenten, die er verschreibt.

#2 |
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Prof. Dr. Jean-Francois Chenot
Prof. Dr. Jean-Francois Chenot

Dem ersten Satz ist zu widersprechen.

Ohne finanzielle Mithilfe der Industrie wären gute Fortbildungen nicht möglich.

Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass eine gute Fortbildung auch pharmagesponsort vorkommt, aber dass ist keine Notwendigkeit. Je mehr Patienten fürchten müssen nicht das am besten wirksame und sicherste sondern das am besten beworben Medikament zu bekommen, umso mehr wird das Ansehen der Ärzteschaft sinken. Ander Berufe mit niedrigerern Einkommen, wie Physiotherapeuten, zahlen auch für ihre Fortbildung, aber bei uns soll das nicht möglcih sein?

#1 |
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