Mutter-Kind-Bindung: EQ schlägt IQ

31. Oktober 2014
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Wenn Frauen mit einer Intelligenzminderung ein Kind bekommen möchten, gibt es auch heute noch Bedenken. Doch sind die vermeintlich „modernen“ Argumente überhaupt haltbar? Schwedische Psychologen gingen der Frage nach, mit überraschenden Ergebnissen.

Zwangssterilisationen von „geistig behinderten Frauen“ fanden noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts statt und auch heute werden intellektuell beeinträchtige Frauen nicht gerade dazu ermuntert, Kinder zu bekommen. Waren früher „die Gene“ das Argument gegen die Fortpflanzung, so werden heute soziale Gründe angeführt. Es heißt, die intellektuelle Beeinträchtigung der Mutter würde dem Kind keine sichere Bindung ermöglichen.

Der schwedische Psychologe Pehr Granqvist und seine Kollegen haben bisher jedoch keine Studien darüber finden können, die belegen, dass allein der verminderte Intelligenzquotient ein Risikofaktor für die Mutter-Kind-Bindung sei.

Mehr Klarheit durch Vergleichsstudie

Mithilfe einer Vergleichsstudie wollten die Autoren mehr Klarheit schaffen. Für ihre Studie fanden sie 23 Mütter mit einem Intelligenzquotienten (IQ) von 55-70 und 25 Mütter mit normaler Intelligenz. Ihre Kinder waren im Alter von 5-8 Jahren und lebten zu Hause mit ihren Müttern. Intelligenzgeminderte Mütter leben im Vergleich zu normal-intelligenten Müttern überdurchschnittlich häufig ohne den Kindsvater mit ihren Kindern zusammen – das ist auch in dieser Studie der Fall (Vaterlose Haushalte: 69 % vs. 19 %; p < 0,001).

Die Wissenschaftler befragten die Mütter dazu, ob es in ihrer Geschichte Missbrauch, Traumata oder Misshandlungen gab (iATM = Interview for Abuse, Trauma, and Maltreatment; Granqvist et al., 2006).

Um den Bindungsstil der Kinder zu erfassen, führten die Autoren mit den Kindern unter anderem den Separation Anxiety Test (SAT, Version Kaplan, 1987) durch. Dieser Test wurde bereits in den 70er Jahren von Bindungsforschern wie John Bowlby entwickelt. Der Interviewer zeigt dem Kind verschiedene Bilder, auf denen Trennungssituationen dargestellt sind. Eine milde Form der Trennung wäre zum Beispiel das Schlafengehen am Abend. Eine harte Form der Trennung wäre es, wenn die Eltern in den Urlaub fahren und das Kind alleine zurücklassen. Die Kinder werden von den Interviewern gefragt, ob und falls ja in welchem Ausmaß das Kind auf dem Bild sich wohl fühlt. Außerdem sollen die Kinder sagen, was die Kinder auf den Bildern wahrscheinlich denken und was sie tun würden. Je nachdem, wie die Kinder antworten, lassen sich „sicher gebundene“ von „unsicher gebundenen“ Kindern unterscheiden.

Unterscheidung nach Typen

Ist das Kind unsicher-vermeidend/inaktiv (Typ A) gebunden, so antwortet es besonders bewegt auf die „Gefühls-Fragen“. Das Kind nimmt an, dass sich das Kind im Testbild äußerst gestresst fühlt. Auf die Frage, was das Kind im Bild denn tun könnte, antwortet das unsicher-vermeidende Kind zumeist mit „Ich weiß nicht“, oder „gar nichts“.

Sicher gebundene Kinder (Typ B) äußern Gefühle der Trauer, wenn sie die Trennungssituationen auf den Bildern sehen. Sie schlagen konstruktive Lösungen vor, die dem Kind auf dem Bild helfen könnten. Sie sehen zum Beispiel eine Möglichkeit darin, die Eltern zu bitten, nicht wegzufahren.

Ambivalent-aggressiv gebundene Kinder (Typ C) sprechen besonders häufig von Aggressionen, die sich gegen die Eltern richten. Das Kind sucht auf widersprüchliche Art nach Lösungen: Es schlägt die Eltern und wünscht sich doch ihren liebevollen Kontakt.

Unsicher-desorganisiert/ängstliche Kinder (Typ D) leiden unter unerklärlichen Ängsten in der Beziehung. Sie flüstern oder sie sind sprachlich desorganisiert – sie sagen z. B. „Ja-Nein-Ja-Nein“. Außerdem werden diese Kinder von Phantasien über katastrophale Situationen geplagt, indem sie z. B. rasch annehmen, dass die Eltern oder das Kind sterben könnten. Manche Kinder geraten völlig außer Kontrolle und schlagen beispielsweise den Interviewer.

Jungen waren in dieser Studie signifikant häufiger desorganisiert gebunden als Mädchen (p < 0,05) – erstaunlicherweise trifft dieses Ergebnis insbesondere auf die Vergleichsgruppe zu, also auf die Gruppe der Kinder von normal-intelligenten Müttern.

Bindungsstil der Kinder unabhängig vom IQ der Mutter

Wie zu erwarten, hing auch in dieser Studie die Intelligenz der Kinder stark von der Intelligenz der Mütter ab (r = 0,32; p < 0,05). Allerdings war der Bindungsstil der Kinder unabhängig vom Intelligenzgrad der Mutter (rs <= +/< 0,22, nicht signifikant). Ebenso sagte der Intelligenzgrad des Kindes nichts über die Sicherheit seiner Bindung aus.

Ungefähr ein Drittel der Kinder der intellektuell beeinträchtigten Mütter zeigten sichere Vorstellungen über Bindungen (sichere Bindungsrepräsentanzen). Ein weiteres Drittel wies vermeidende Bindungsrepräsentanzen auf und beim übrigen Drittel waren ambivalente und teilweise desorganisierte Bindungsrepräsentanzen zu erkennen. In der Vergleichsgruppe war etwa die Hälfte der Kinder sicher gebunden.

Die Kinder der beeinträchtigen Mütter waren insgesamt etwas unsicherer gebunden als die Kinder der Vergleichsgruppe. Desorganisierte Bindungsrepräsentanzen waren in beiden Gruppen etwa gleich häufig festzustellen. Hatten die Mütter allerdings Missbrauch, Misshandlungen oder Traumata erlebt, so waren die Kinder häufiger desorganisiert gebunden. Diese Korrelation war in der Gruppe der beeinträchtigen Mütter deutlich stärker festzustellen als in der Vergleichsgruppe.

Kombination aus Traumata und Intelligenzminderung

Es ist also die Kombination aus missbräuchlichen Erfahrungen und Intelligenzminderung, die sich schädlich auf die Bindung zwischen Mutter und Kind auswirkt. Während etwa 90 % der intelligenzgeminderten Mütter in dieser Studie Missbrauch, Misshandlung oder Traumata erlebt hatten, waren es in der Vergleichsgruppe nur ein Drittel der Mütter.

Die Autoren sind sich aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl der begrenzten Aussagekraft bewusst, doch sie schließen aus ihrer Studie, dass es nicht die Intelligenzminderung per se ist, die den Risikofaktor für die Mutter-Kind-Beziehung bildet. Vielmehr ist es die Tatsache, dass intelligenzgeminderte Mütter besonders häufig eine schwere Kindheit mit vielfältigen Misshandlungen erlebt haben.

Auch in Deutschland steigt die Sensibilität für das Thema. In Dortmund hat sich im Jahr 1983 der Verein „MOBILE – Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.“ gegründet. Ein Projekt dieses Vereins ist die „Begleitete Elternschaft“. MOBILE e.V. schreibt: „Das Projekt richtet sich an Eltern, die in ihrer geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind und als Familie mit ihren Kindern in eigener Wohnung zusammenleben möchten, hierfür aber Unterstützung benötigen, insbesondere bei der Erziehung ihrer Kinder.”

Im Jahr 2002 gründete sich dann in Bremen die „Bundesarbeitsgemeinschaft Begleitete Elternschaft“. Über 23 Städte beteiligen sich inzwischen. Mehr Informationen liefert die Website.

108 Wertungen (4.15 ø)

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24 Kommentare:

Gast
Gast

Zitat: “Wenn Frauen mit einer Intelligenzminderung ein Kind bekommen möchten, gibt es auch heute noch Bedenken. Doch sind die vermeintlich „modernen“ Argumente überhaupt haltbar? Schwedische Psychologen gingen der Frage nach, mit überraschenden Ergebnissen.”

Vollkommen falsch gewählter Einstieg, ich sehe nicht inwiefern die Studie dieser Frage nach geht? Bedenken liegen doch viel weniger in der Bindung als in der nötigen Förderung. Wieviele F70 Patienten können bitte ohne Hilfestellung überhaupt alleine leben? Gibt es überhaupt welche ohne gesetzliche Betreuung? Wieviele können ohne Familienhilfe oder Eingliederungshilfe denn ein Kind großziehen, und ich spreche nicht von den Lernbehinderten sondern von den wirklich Intelligenzgeminderten. Ich meine jemand mit IQ von 55 wird ja noch nicht einmal über eine wirklich ausgewogene Sprachproduktion verfügen, aber kann natürlich eine emotionale Bindung zu seinem Kind aufbauen? Aber das ist wohl nicht alles, das Problem ist doch oft, dass diese Kinder dann selbst wieder einen enormen Förderung bedürfen…

#24 |
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Gast
Gast

Das liegt auch an der mitunter finanziellen Belohnung der Ehescheidung für die Frau,
seit 1972 SPD.
In Schweden, das z.T. noch wesentlich “feministischer” ist, war die Scheidungsrate auch über 50%, bis man die “Versorgung” durch den “Geschiedenen” komplett, wirklich komplett abgeschafft hat. Seitdem ist sie deutlich unter 50% zurückgegangen. Trotzdem oder deshalb? ist die Geburtenrate höher als in Deutschland. Das Modell Alleinerziehend ohne berufliche Tätigkeit ist in ganz Skandinavien verpönt.
Männer werden in Deutschland diskriminiert.

#23 |
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Bereits jede 5. “normal intelligente” Mutter ist alleinerziehend, bei den minder-intelligenten sind es fast 70%. Das finde ich das wirklich Erschütternde. Mir tun die Kinder leid und die “Typen-Einteilung”, ob “ambivalent-aggressiv gebunden” oder “unsicher-desorganisiert” bereitet mir Unbehagen. Der Trend zu immer höheren Alleinerziehenden-Zahlen und die medialen Lobhudeleien für die Leistung der Alleinerziehenden Elternteile gegen mir gegen den Strich, weil die Kinder immer leiden. Woran liegt es, dass jede 3. Ehe in die Brüche geht? Anstatt Alleinerziehende übermäßig zu lobpreisen sollte eher an Paare appelliert werden, ihren Beziehungsfestigkeit zu überprüfen, bevor vorschnell Kinden in die Welt gesetzt werden, die dann Versäumnisse auszubaden haben.

#22 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Intelligenz soll sich weiter entwickeln . Das dazu der EQ auch nötig ist und die Höhe des IQ wirklich Auskunft gibt ob es zuwenig oder genug ist ? Das Intelligenz sich nicht selbst verhindern sollte, d.h. etwas was schwierig ist als gemindert zu sehen, etwas was noch schwieriger als hoch und auch noch nicht als genug anzusehen , ist auch intelligent ,aber es zu erkennen auch das es gleichzustellen ist, auch oder ?Wenn nicht wäre das vielleicht gemindert oder ein niedriger EQ? Messbar sind Werte die zugeordnet werden. Wir haben heiute 14 Grad Celsius, ist gut aber es könnten auch minus 14 Grad sein wäre für Winter auch gut.-

#21 |
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Gast
Gast

@Student David Mehler, es sieht so aus, als ob Sie was an dem Beitrag #17 zu meckern hätten.
Warum? Meinen Sie es sei erstrebenswert, in Hartz IV zu verbleiben?
Bei Studenten war das anfänglich ja auch sehr beliebt, bis das eingeschränkt wurde.

#20 |
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Student der Humanmedizin

Letzter Teil meine Kommentars ging irgendwie verloren und sollte heißen:

Ihre EQ-Kritik kann sich also wenn überhaupt nur an die Autorin dieses Textes hier wenden. Und wo wir bei Wissenschaftlichkeit sind – woher nehmen Sie eigentlich die Information, dass es sich bei den Müttern um Sozialhilfeempfängerinnen handelt? Sozial problematische Familienverhältnisse lassen sich im Kontext der erwähnten überdurchschnittlich hohen Quote von Missbrauchsfällen ja noch nachvollziehen – von dem Schönreden Teil hab ich aber nichts wahrgenommen, im Gegenteil. Die Autorin schlussfolgert basierend auf den vorliegenden Daten korreckt: “Es ist also die Kombination aus missbräuchlichen Erfahrungen und Intelligenzminderung, die sich schädlich auf die Bindung zwischen Mutter und Kind auswirkt.” Hier wäre mein Kritikpunkt, diesen Interaktionseffekt auch statistisch zu belegen.
Und noch zu Ihrem Hartz IV Todschlagargument: wie gilt es dies denn ihrer Meinung nach zu verhindern? Sind Innitiativen wie “Begleitete Elternschaft” nicht genau der richtige Weg, um dies zu erreichen?

#19 |
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Student der Humanmedizin

Letzter Teil meine Kommentars ging irgendwie verloren und sollte heißen:

Ihre >EQ-KritikSchönredenHartz IV Todschlagargument

#18 |
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Student der Humanmedizin

Ich bin ehrlich gesagt erschrocken und verwundert, mit wie viel Missachtung, Voruteilen und Unkenntnis (letzteres sei zu entschuldigen, erstere beiden machen es aber nahezu unmöglich dass sich letzteres ändert) hier dem Thema begegnet wird.

In der Tat ist “EQ” eine Arbeitshypothese, welche derzeit noch validiert wird und nicht vollkommen anerkannt ist. Das Konzept beschreibt jedoch zentrale menschliche Fähigkeiten wie Selbstregulation und Emotionsregulation und macht eben diese messbar in Form von Tests. Allerdings sind die Ebenen Ihrer Kritik nicht ganz klar, lieber Gast: EQ taucht zumindest im Abstract der Originalstudie nicht auf, und der verwendete SAT Test wird zwar auch im Zusammenhang der EQ Forschung verwendet, ist aber kein primärer EQ Test und wurde sogar vor Einführung des Begriffs “EQ” von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe bereits Ende der 80er entwickelt. Ihre >EQ-KritikSchönredenHartz IV Todschlagargument

#17 |
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Gast
Gast

Der untaugliche Versuch eingeschränkte und sozial problematische Familienverhältnisse schön zu reden.
Die entscheidende Frage ist doch, was passiert mit den Kindern später?
Bei uns gibt es den Spruch eimal Hartz IV, immer Hartz IV (Kinder),
das gilt es zu verhindern.
EQ ist eher Hypothese als messbarer Parameter
und noch keine Sozialkompetenz, was immer das ist.

#16 |
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Student der Humanmedizin

Herr Hermann, ich schätze ihr Vergleich hinkt etwas. Der in der Studie verwendente (und in der Kinder-und Jugendpsychiatrie gut validierte) SAT Test überprüft den generellen Bindunstil in verschiedenen Zusammenhängen. Es wurde nicht primär die Bindung zur Mutter getestet (in Ihrem Vergleich wohl “der Teddybär”). Der Test prüft allgemeine “Bindungs-fähigkeiten” und somit eben eine kognitiv-emotionalen Grundausstattung, dessen Ausprägung sehr wohl auf das Leben vorbereitet. Anyway…

Meine Kritikpunkte wären eher bezüglich der Statistik und somit Aussagekraft bzw. Generalisierbarkeit der Ergebnisse:
Wenngleich ich die Studie als “proof of principle” Studie sehen kann, ist es doch schwer angesichts der kleinen Stichprobe wirklich derartige Schlüsse zu ziehen, wie sie in diesem Artikel gemacht werden. Bei n=23 und angesichts der 3-4 Kategorien und entsprechenden Verteilung bleiben ja gerade mal 5-7 Kinder in jeder Kategorie, also gerade an der Grenze, um ggf parametrische statistische Tests durchzuführen. Somit ist es doch eher eine maue Grundlage, um die angesprochenen politischen Forderungen untermauern zu können.
Auch eine Korrelation von r=.32 wird im Allgemeinen als “moderat” und nicht als “hoch” (ab r=.50) interpretiert. Es sei denn Sie meinen einen vergleichweise hohen Wert in Anbetracht von Ergebnissen anderer Studien? In diesem Fall wären ein paar Vergleichswerte hilfreich.

Besten Dank & Gruß!

#15 |
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Nichtmedizinische Berufe

Es ist natürlich nicht nur die “Intelligenzminderung”, die eine unsichere Bindung verursacht. Außerhalb von Laborbedingungen sind soziale Beziehungen immer multikausal. .Es ist ja auch nicht nur der objektiv feststellbare Geldmangel, der Kindern aus HartzIV- Familien oder ausländischer Herkunft Probleme bereitet,
durch Bildung aufzusteigen

#14 |
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Dr. med. Klaus Hermann
Dr. med. Klaus Hermann

selten so einen Stuß gelesen. Man kann auch eine tiefe emotionale Bindung an seinen Teddybär haben. Das entscheidende ist, daß der Teddybär trotz guter Umsorgung dadurch nicht auf ein eigenes Leben vorbereitet werden kann.

#13 |
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Gast
Gast

In Deutschland sicher nicht rational diskutierbar,
das geht ja so weit dass nur gesunde Kinder abgetrieben werden dürfen.
Es fehlt die “Sensibilität” für ausreichend gesunden Nachwuchs.

#12 |
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Andreas Taege
Andreas Taege

a.taege
Dank an Rainer Keller . Zwangssterilisation in Schweden aus “sozialen”
Gründen bis 1976. Die Untersuchung und ihr Ergebnis ist nur so erklärbar.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Die Mutter der Dummen ist immer schwanger.” Ein aus dem afphanischen stammendes Sprichwort, welches Herr Pelzig in seiner Sendung vom Dezember 2008 als Bonmot bekannt machte.

#10 |
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Dipl.Psych Beate Wethkamp
Dipl.Psych Beate Wethkamp

ich finde die Ergebinsse spontan einleuchtend und nachvollziehbar. Warum sollten dümmere Eltern (nicht nur Mütter!) weniger liebevoll und sichernd sein können.
ich glaube aber schon, dass geminderte Intelligenz wie auch andere Einschränkungen, die Eltern mitbringen (Traumata, Ängste, Depressionen, Sucht, Migrationshintergrund mit Defiziten in der deutlschen Sprache,…. ) Kinder belasten können, weil sie unter Umständen früh erkennen, dass ihre Eltern einigen gesellschaftlichen Anforderungen nicht gewachsen sind, viellecht komplexe Zusammenhänge nicht gut verstehen, vielleicht ungünstige Entscheidungen treffen, von intoleranten Mtimenschen diskriminiert werden, und sich deshalb unter Druck fühlen, auf ihre Eltern aufzupassen und viel zu früh Verantwortung für die Eltern übernehmen.
Es wäre gut, Hilfen für solche Kinder anzubieten.

#9 |
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ehem, @Kommentar #5; Herr Keller: Ihre Aussage “Manchmal muss man sich wirklich fragen, wer hier so seinen Mist ablässt. Wenn einer nichts zu tun, kann er das doch auch woanders tun…..” ist jetzt wie und wodurch fundiert???

Sie haben sicher qualifizierte Untersuchungen, die diese Ansicht untermauern? Lassen Sie uns daran teilhaben.

Freundliche Grüße

Elke Ruchalla

Dr. Elke Ruchalla | Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin (DEGAM, DGAI, DGIM)
Texte und Informationen rund um die Medizin
Tel. +49 (0)7425 325107 Fax +49 (0)7425 327360
http://www.medizin-recherchen.de

#8 |
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Diplom Psychologe Dr. Rainer Balloff
Diplom Psychologe Dr. Rainer Balloff

Die Untersuchung überrascht nicht. Warum sollten deutlich weniger intelligente Mütter im Vergelich mit der in der Bevölkerung durchschnittlichen Mütterintelligenz von ca. 100 IQ weniger liebevoll umgehen? Weniger schlau, heißt nun wirklich nicht, weniger liebevollen Kontakt ermöglichen. Die Grenze wird eher dort sein, in der eine Mutter mit dem Kind (objektiv) nicht mehr feinfühlig umgehen kann (kindgerecht wäre: Signale wahrnehmen, richtig interpretieren, angemessen und prompt auf diese reagieren), also die Bedürfnisse (Signale) des Neugeborenen nicht mehr wahrnehmen, nicht richtig interpreteiren und nicht angemessen und prompt darauf reagieren zu können. Hier würde eine frühe Mutter-Kind-Hilfe das Mittel der Wahl sein (Kinder- und Jugendhilfegesetz = SGB VIII).
Dipl.-Psychologe Dr. Rainer Balloff, Berlin

#7 |
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Psychotherapeut

Vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel!

#6 |
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Dipl. Psychologe Rainer Keller
Dipl. Psychologe Rainer Keller

Manchmal muss man sich wirklich fragen, wer hier so seinen Mist ablässt.
Wenn einer nichts zu tun, kann er das doch auch woanders tun…..

Die Frage ging eindeutig dem Vorurteil: “Die intellektuelle Beeinträchtigung der Mutter würde dem Kind keine sichere Bindung ermöglichen.” nach.
Und die wurde beantwortet.

#5 |
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Gast
Gast

Danke Frau Dr.,
was ist denn nun wichtiger EQ oder IQ?

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Dr. Heike Dürr
Dr. Heike Dürr
#3 |
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Arzt
Arzt

Das E wird wohl Ernährung meinen,
Muttermilch soll wichtig sein, hört man immer.

#2 |
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Gast
Gast

was war nochmal der EQ, verehrte Kollegin?

#1 |
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