Operation Konsole: Spielend zum Chirurgen

6. März 2013
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Eine aktuelle Studie belegt nun, dass bereits 4 Wochen regelmäßiges Konsolen-Gaming die Augen-Hand-Koordination und das räumliche Vorstellungsvermörgen junger Chirurgen schulen.

Die Studie wurde von einer italienischen Forschergruppe der römischen Sapienza-Universität an 42 Probanden durchgeführt, allesamt frische Medizinabsolventen im ersten oder zweiten Jahr ihrer chriurgischen Ausbildung. Teilnahmekriterien für die Probanden waren: Keine oder lediglich geringe Vorkenntnisse laparoskopischer Operationssimulatoren, die Teilnahme an weniger als fünf chirurgischen Eingriffen des Fachgebiets und kaum signifikante Videospielvorerfahrung (weniger als eine Stunde pro Woche in den vergangenen 10 Jahren).

Alle 42 Probanden führten zu Studienbeginn am Operationssimulator einen Test mit 4 konkreten chirurgischen Aufgabenstellungen (u. a. eine Gallenblasen-OP) durch und wurden dann nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Versuchsgruppen mit jeweils 21 Personen zugeordnet. Während die erste Versuchsgruppe in den nächsten 4 Wochen Videospiele meiden sollte, wurden die Teilnehmer der anderen Gruppe darum gebeten, in diesem Zeitraum an mindestens 5 Tagen der Woche und für mindestens eine Stunde pro Tag von den Forschern ausgesuchte Videospiele (u. a. Tennis und Tischtennis) an der Nintendo Wii zu spielen.

28 Tage nach Durchführung des ersten Simulatortests wiederholten alle 42 Probanden beider Versuchsgruppen diesen. Alle Teilnehmer zeigten deutlich verbesserte chirurgische Fähigkeiten, die Steigerungen der Wii-Gruppe lagen jedoch bei 13 von 16 Erfolgskriterien signifikant höher (p<0,05) als die der Vergleichsgruppe. Das Konsolen-Gaming könnte somit eine lehrhafte Ergänzung zu Operationssimulatoren und assistierenden OP-Einsätzen sein.

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