STAT3-Inhibitoren: Zwei Fliegen mit einer Klappe?

13. Oktober 2014
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STAT-Transkriptionsfaktoren spielen bei der Entstehung und dem Verlauf diverser Krebserkrankungen eine Rolle. Forscher fanden nun heraus, dass die Blockade von STAT3 nicht nur das Wachstum von Krebszellen hemmt, sondern auch die Immunabwehr gegen Krebszellen steigert.

STAT-Proteine sind zentrale Bestandteile vieler Signalwege in Zellen. Sind STAT-Proteine fehlreguliert, kommt es häufig zu schwerwiegenden Veränderungen in den Zellen oder sogar zur Entstehung von Krebs.

Anti-STAT3-Therapie auf dem Prüfstand

Ein Forschungsteam um Veronika Sexl vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat die Funktion von STAT3 genau untersucht. Die Forscher haben STAT3 aus NK-Zellen entfernt und anschließend untersucht, wie sich das Fehlen des Proteins in diesen Zellen auswirkt. STAT3 ist in Krebszellen häufig fehlreguliert. Seine Hemmung ist möglicherweise ein wirksamer Ansatz in der Krebsmedizin. Die Forscher wollten wissen, welche Nebenwirkungen bei einer Anti-STAT3-Therapie auftreten könnten.

Abwesenheit von STAT3 erhöht Anti-Tumor-Aktivität in NK-Zellen

Erkennt eine NK-Zelle eine Tumorzelle, produziert sie eine Reihe von Proteinen, die wiederum Tumorzellen angreifen und zerstören. Das Forschungsteam entdeckte nun, dass die Abwesenheit des STAT3-Proteins in NK-Zellen ihre Anti-Tumor-Aktivität erhöht. Ohne STAT3 funktionierte in den untersuchten Mäusen die Tumorabwehr gegen Blutkrebszellen und Melanomzellen besser. Zusätzlich verbreiteten sich Metastasen aus Melanomzellen bei blockiertem STAT3 weniger stark.

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Durch das Ausschalten von STAT3 werden Melanomzellen besser erkannt und zerstört. Auch die Ausschüttung von Enzymen wird verstärkt auch somit die Bekämpfung von Blutkrebszellenzellen angeregt. © Foto: Dagmar Gotthardt/Vetmeduni Vienna

Erstautorin Dagmar Gotthardt und ihre Kollegen haben so möglicherweise einen therapeutischen Ansatz entdeckt, mit dem sie zukünftig zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnten: “Der Einsatz von STAT3-Inhibitoren könnte nicht nur die Tumorzellen selbst blockieren, sondern gleichzeitig die eigene Immunabwehr stärken, indem NK-Zellen aktiver sind und so gegen Krebszellen vorgehen“, erklärt Gotthardt.

Originalpublikation:

Loss of STAT3 in murine NK cells enhances NK cell-dependent tumor surveillance
Dagmar Gotthardt et al.; Blood, doi: 10.1182/blood-2014-03-564450; 2014

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Medizin, Onkologie

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