Prophylaxe: Ebolas Wege sind unergründlich

13. Oktober 2014
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Aktuell wurden 8.399 bestätigte, wahrscheinliche und mögliche Ebola-Fälle gemeldet. Und es bewahrheitet sich die Befürchtung: Das Virus ist auch in Europa angekommen. Hierzulande sollten sich Praxen und Kliniken mit den richtigen Prophylaxe-Maßnahmen vorbereiten.

Ebola ante portas: Nachdem sich eine 40-jährige Pflegehelferin in Spanien mit dem tödlichen Virus infiziert hat, wächst in Europa die Angst. Auch hierzulande behandeln Ärzte einen Ebola-Patienten, und zwar in Frankfurt am Main. Wie sich die Spanierin anstecken konnte, bleibt wissenschaftlich ein Rätsel – sie arbeitete in einer Isolierstation mit modernsten Standards. Möglicherweise hatte sie beim Ablegen ihrer Schutzkleidung mit einem Handschuh ihr Gesicht berührt. Grund genug, Sicherheitsaspekte eingehender zu beleuchten.

Nebulöse Übertragungswege

Es beginnt mit einer schlechten Nachricht aus der Forschung: Obwohl das Ebolavirus seit 1976 bekannt ist, gibt es nur wenige Arbeiten zur Infektiosität verschiedener Körperflüssigkeiten. Meistens handelt es sich um kleine, kaum belastbare Studien. Beispielsweise fand Sherif R. Zaki von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Atlanta, virale Gene in der Haut – speziell in der Nähe von Schweißdrüsen. Weitere Informationen kommen von Daniel G. Bausch, Tulane School of Public Health and Tropical Medicine, New Orleans. Er untersuchte 54 Proben von 26 Patienten via Polymerase-Kettenreaktion oder Viruskultur auf Ebola. Als positiv erwiesen sich Speichel (acht von zehn Proben), Hautabstriche (eine von elf Proben), Stuhl (zwei von vier Proben), Sperma (eine von zwei Proben), Tränen (eine von einer Probe) und Muttermilch (eine von einer Probe). Selbst bei Genesenen fand Zaki virale Gene im Sperma und in der Muttermilch – teilweise noch Wochen nach der Heilung. Laut Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es bisher keine Hinweise auf Übertragungen durch die Atemluft. Allerdings gibt Michael T. Osterholm, Forscher am Center for Infectious Disease Research and Policy (CIDRAP) zu bedenken, dies könne durch Mutationen geschehen. Tatsache ist, dass Ebola außerhalb unseres Körpers einige Tage infektionsfähig bleibt.

Ratschläge für Laien

Angesichts fehlender Detailinformationen raten Virologen in erster Linie zur Expositionsprophylaxe. Bürger sollten Reisen in betroffene Regionen Afrikas vermeiden – der Flugverkehr gilt als wahrscheinlichstes Einfallstor, der Infizierte unentdeckt bis nach Europa bringt. Falls Reisen in gefährdete Regionen unausweichlich sind, sollte der Verzehr von Bushmeat, sprich Fleisch von Affen oder Fledermäusen, vermieden werden. Um Wildtiere sollte insgesamt ein großer Bogen gemacht werden. Patienten sollten zudem nicht berührt werden. Und auch vor Ort gilt es, viruzide Desinfektionsmittel konsequent einzusetzen. Mittlerweile hat das CDC für Flughäfen in Sierra Leone, Guinea und Liberia Protokolle erstellt, um Passagiere auf Symptome wie das charakteristische Fieber zu untersuchen – eine Möglichkeit, die sich ausweiten ließe. Internationale Konzerne könnten Screenings beispielsweise an der Werkspforte durchführen. Allerdings liegt die Inkubationszeit bei acht bis zehn Tagen, in seltenen Fällen auch bei bis zu 21 Tagen. Grundlegende Verhaltenstipps, wie sie in jedem Pandemieplan vorkommen, gelten auch bei Ebola: Medizinische Laien sollten keinen Kontakt zu Patienten oder Verstorbenen haben. Kontaktflächen wie Griffe oder Türklinken gelten als weitere Möglichkeiten zur Übertragung. Eine systematische Handdesinfektion mit viruziden Präparaten hilft, um möglichen Schmierinfektionen vorzubeugen. Und nicht zuletzt sollte vermieden werden, mit den Händen in das Gesicht zu fassen oder die Augen zu reiben – bei Influenza gelangen Viren über diesen Weg in unseren Körper.

Praxistipps für Ärzte:

  • Verwenden Sie vor und nach dem Kontakt mit Patienten ein viruzides Desinfektionsmittel.
  • Stellen sich Patienten mit hoher Körpertemperatur vor, die vor weniger als 21 Tagen in Afrika waren, sollten alle Alarmglocken läuten. Häufig klagen Betroffene auch über Schmerzen und gastrointestinale Symptome. Als wahrscheinlichere Differentialdiagnose gilt Malaria. Ein Flussschema hilft bei der Unterscheidung.
  • Beachten Sie Empfehlungen der „Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen“ 89/686/EWG. Dazu gehören ein Schutzanzug der Kategorie III/Typ 3B, Fußschutz, Handschuhe, eine Schutzbrille sowie eine FFP2/FFP3-Maske.
  • Bei einem begründeten Verdachtsfall greifen umfangreiche Maßnahmen. Lassen Sie den Eigenschutz nicht außer Acht und isolieren Sie Patienten.
  • Quarantäne in der Praxis: Optimal ist ein separater Raum, zu dem niemand Zutritt hat. Möglicherweise kontaminierte Flächen, beispielsweise Sanitätseinrichtungen, sollten umgehend desinfiziert werden.
  • Viren im Netzwerk: Versuchen Sie, mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln.
  • Entnehmen und transportieren Sie Proben für das Labor nur nach Rücksprache mit dem jeweiligen Kompetenz- oder Behandlungszentrum.
  • Kontaktieren Sie das zuständige Gesundheitsamt sowie ein Kompetenz- oder Behandlungszentrum.
  • In den Hochsicherheitstrakt: Kompetenz- oder Behandlungszentren organisieren die Verlegung hoch kontagiöser Patienten.

Risiko-Jobs

Das RKI weist zudem auf Gefahren für Mitarbeiter von Poststellen des Zolls hin. Pakete könnten infiziertes „Bushmeat“ enthalten. Wer Nitrilhandschuhe trägt und regelmäßig die Hände desinfiziert, ist auf der sicheren Seite. Veterinäre, die Verdachtsfälle bearbeiten, sollten neben Handschuhen Overalls mit eng anliegenden Bündchen anlegen. Weitaus höher ist die Gefährdungslage für Humanmediziner. Ein besonderes Problem: Bei Patienten mit Fieber, die maximal 21 Tage vor Erkrankungsbeginn in Westafrika waren, spricht viel für Malaria – es könnte aber auch Ebola sein. Ein Schema des RKI hilft Kollegen, begründete Verdachtsfälle zu identifizieren. Erhärtet sich die Vermutung, gelten besondere Maßnahmen zur Desinfektion von Oberflächen, Geräten und Räumen. Patienten müssen sofort in Sonderisolierstationen verlegt werden, während mögliche Kontaktpersonen in Quarantäne kommen. Kompetenz- und Behandlungszentren sind in München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Münster, Hamburg, Leipzig und Berlin zu finden. Noch ein Blick auf technische Besonderheiten: Im gesamten Bereich entsprechender Einrichtungen herrscht Unterdruck, damit keine Erreger entweichen. Spezielle Luftfilter kommen mit hinzu. Für Mediziner und Pflegekräfte sieht die „Richtlinie über persönliche Schutzausrüstungen“ 89/686/EWG ein ganzes Maßnahmenbündel vor. Dazu gehören Schuhe und Überschuhe, Handschuhe und Überhandschuhe, eine Schutzbrille, eine FFP3-Atemschutzmaske, eine Schutzbrille und ein Schutzanzug mit Kapuze. Brille, Maske und Handschuhe sollten mit Klebeband fixiert werden. Geeignete Schutzausrüstung kostet nur wenige Euro pro Mitarbeiter.

Experten geben Entwarnung

Bleibt als Fazit, dass Ärzte bereits jetzt auf Ebola-Verdachtsfälle vorbereitet sein sollten. Patienten mit akuten Beschwerden stellen sich wahrscheinlich in Notaufnahmen oder Bereitschaftspraxen vor. Eine offene Flanke: Bundesweit stehen lediglich 50 Plätze in Sonderisolierstationen zur Verfügung. Laien, die nicht in gefährdete Länder Afrikas reisen, müssen derzeit keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen.

172 Wertungen (4.38 ø)

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47 Kommentare:

Gast
Gast

zu #45 bis #47 Ebola kann zwar sicher NICHT fliegen,
aber Sie werden doch den vielen Deutschen super ausgerüsteten Zentren wenigsten ein paar Kranke zum üben gönnen?

#47 |
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Ildiko Siemon
Ildiko Siemon

Teil2 Auch halte ich einen Streit um Bewertung und Einordnung für Energieverschwendung – dito wenn Aggressionen gegeneinander richtet werden z.B. Zitat “… Alles andere ist Bullshit.” Wichtig erscheint mir, daß etwas getan wird um einen anderen Umgang zu erreichen, daß z. B. wenigstens alle Erkrankten ausschließlich vor Ort suffizient behandelt werden, auch wenn man dazu (falls nicht anders machbar oder zu erreichen!) die Hosen runter gelassen und eine 2-Klassenmedizin zugeben werden müssen. Ich fände es wichtig auf breiter Basis, von ärztlicher und auch anderer im Alltag im Gesundheitswesen Tätiger und Verantwortung tragender Seite eine politische Lösung anzustreben, wenn nicht anders machbar auf basisdemokratischer Grundlage, mit Unterschriftenaktion o. ä..

#46 |
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Ildiko Siemon
Ildiko Siemon

Teil1 M.E. ist es nicht ein bloßes medizinisches Problem wenn Erkrankte durch die Gegend geflogen u. ä. werden. Es ist u. a. auch ein politisches Problem, wenn entsprechend einer 2-Klassenmedizin oder Doppelmoral vor Ort anders behandelt wird als z. B. in westlichen Ländern. Mir erscheint es unwichtig und marginal – fast wie Wortklauberei – wie man das Verhalten der Verantwortlichen und betroffener Einzelpersonen ganz genau nennt und welcher Aspekt im aktuellen Kontext mit Ebola von welchem Individuum gerade aktuell im Vordergrund gesehen wird oder bewußt oder unbewußt gesehen werden möchte.

#45 |
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Ildiko Siemon
Ildiko Siemon

“Kann Ebola fliegen?” Ja, klar und wenn nicht von alleine dann sind wir gerne dabei behilflich, da ist uns auch ein enormer Technischer Aufwand nicht zu viel… oder “Ebolas Wege sind unergründlich” Nein, denn “Wir können Globalisierung!” und wissen ganz klar wie wir das Virus effektiv weltweit verbreiten können… So, und nun nach dem auch ich meinen Aggressionen und Ängsten freien Lauf gelassen habe und es mit Zynismus versucht habe: Für mich ist der nun schon länger laufende Umgang mit der Option auf eine Pandemie durch Ebola und den Ebola-Patienten u. a. eine enorme Verantwortungslosigkeit und Risikobereitschaft auf der Basis von typisch menschlicher Hybris und der Notwendigkeit Ängste zu verdrängen oder anders abzuwehren. Man stelle sich vor, daß überlebende Generationen sich fragen könnten: wie konntet ihr nur ???

#44 |
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Andreas Binke
Andreas Binke

Die nach Deutschland gebrachten Personen sind allesamt medizinisches Personal, daraus einen rassistischen Vorwurf zu konstruieren ist absurd und zeugt von einem sehr verengten Weltbild.
In Zukunft werden vor allem von Deutschland gesandte Helfer hierher zurückgeflogen werden, sobald ein hochgradiger Verdacht auf Ebola-Infektion besteht. Das ist verantwortungsvoll und gehört sich für die Bürger des eigenen Landes, die selbstlos Hilfe leisten und dafür die Garantie bekommen, unter besten Bedingungen im Heimatland bei Bedarf medizinisch versorgt zu werden. Es ist also ein Repatriierungsmaßnahme und kann für kein Geld erkauft werden. Homöopathen setzen sich einem solchen Risiko ja nicht aus – scheinbar wissen sie doch sehr genau, dass ihre Wässerchen im Ernstfall nichts bewirken können. Dass vor allem aus dieser Berufsgruppe Verschwörungsgeraune kommt wundert da nicht wirklich.

#43 |
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Student der Zahnmedizin

Eine Frage zur Verbreitung habe ich auch. Da Fliegen bekanntlicherweise gerne auf Aas und möglicherweise Verstorbenen zur Nahrungsaufnahme verweilen könnte doch auch eine Ansteckung durch Insekten möglich sein.
Würde die Viruslast von Kleinstlebewesen für eine Infektion ausreichen. Von Hunden die sich an Verstobenen genährt haben war schon die Rede.
Des weiteren habe ich selbst als RA sowie auch als Bestatter gearbeitet und immer nötige Sicherheitsvorkehrungen beanstandet.

#42 |
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neuer Gast
neuer Gast

@ Dipl.-Geol. Detlef Rehbein
Was soll denn die Aussage zur Schweinegrippe? Ich habe es schwarz auf weiß, dass ich mit H1N1 infiziert war.

#41 |
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Monika Metz
Monika Metz

Es scheint weltweit keine einheitliche Regelung bezüglich Quarantäne zu geben.
Wenn man dem Bericht bei SPON glauben darf, wurde eine angeratene (!) 21-tägige Quarantäne von einem amerikanischen Fernsehteam eigenmächtig unterbrochen.
Der Bundesstaat New Jersey hatte dem Team eine Quarantäne angeraten, nachdem bei dem Kameramann der Virus diagnostiziert(!) wurde.
Das klingt mehr als lasch geregelt.
Wie sähe es denn hier zu Lande aus?

#40 |
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Kleine Ergänzung: Die WHO hat heute neue Zahlen kommuniziert, nach denen sie Anfang Dezember mit 5.000 bis 10.000 neuen Erkrankungsfällen pro Woche rechnet.

#39 |
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Schön, dass die Redaktion eingreift und einzelne, völlig unsägliche Kommentare im Interesse der Qualität dieses Forums löscht.

#38 |
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Rettungssanitäter

Sehr geehrte Herr Rehbein,

Ihre ganzen schönen “Fachbegriffe” wie etwa: Fernseh-Zombies, selbstclonende Informationen oder unterbelichtete Matrix amüsieren mich sehr. Wo haben Sie das gelernt? Während Ihrem Geologie- Studium? Es wäre vielleicht besser gewesen Sie wären in diesem Bereich geblieben. Dort kann man zumindest keinen Patienten schaden.

#37 |
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Monika Metz
Monika Metz

Hallo Herr/Frau Simon,

ja, die Vermutung liegt sehr nahe. Die Wirkung ist aber eher fragwürdig.

Viele Grüße

#36 |
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HP Esther Trottmann
HP Esther Trottmann

Ich widerspreche hiermit meinen HP-Kollegen nachdrücklich: Ebolaviren sind absolut nicht vergleichbar mit H1N1 / H5N1-Influenzaviren. Dies über einen Kamm zu scheren halte ich für grob fahrlässig und nach den Kommentaren meiner Kollegen bin ich froh, dass wir in allen Fällen ein absolutes Behandlungsverbot haben! Desweiteren finde ich nicht, dass momentan Panikmachung praktiziert wird – im Gegenteil: die aktuell durchgeführten Massnahmen sowohl in wie außerhalb Afrikas birgen ein hohes Risiko einer weltweiten Pandemie. Herr Dr. med. Thomas Wagner hat unter Beitrag Nr. 5 alles gesagt, was zu sagen ist.

#35 |
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Heilpraktiker

Ich schließe mich Herrn Lüning #33. Keine Panik, und kein blindwütiger Aktionismus.
Es wird schwierig werden in Europa eine Epidemie zu verbreiten. Zu schlechter Nährboden.
Es hat mit der Vogelgrippe und der Schweinegrippe nicht geklappt und wird auch mit Ebola nicht funktionieren.
Aber das Geschäft mit der Angst funktioniert gut. Warten wir noch ein paar Tage ab. Ebola verschwindet aus den Medien, die Angst läßt nach, obwohl noch in Afrika fleißig weiter an Ebola gestorben wird. Interessiert dann aber keinen mehr.

#34 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo Frau Metz,

aus Laiensicht handelt es sich damit um eine Placebo-Maßnahme, die nichts anderes als massive Verdachtsfälle aufgreifen und gleichzeitig beruhigend wirken soll.

Grüße JS

#33 |
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Monika Metz
Monika Metz

Was sich mir nicht erschließt, sind die Fiebermessungen an Flughäfen. Die Inkubationszeit liegt laut Angaben zwischen 2 und 21 Tagen. Fiebernde Fluggäste wären dann entweder schon infektiös oder anderweitig erkrankt. Was für ein verschwindend geringer Prozentsatz an Infektions”quellen” soll damit erfasst werden? Was passiert, wenn ein Passagier Fieber hat? Wird dann das ganze Flugzeug dekontaminiert und alle Passagiere und Besatzung kommen bis zur Klärung in Quarantäne? Hat jemand eventuell Informationen dazu?

Sollte es zu einer weiten Ausbreitung kommen, wird sich auch die Frage nach einem Aufenthalt in Afrika erübrigt haben. Nur ein paar Kontaktpersonen weiter und ich glaube nicht, dass ein Hausarzt zusammen mit einem Patienten, der über Fieber, Übelkeit und Durchfall klagt, einen Zusammenhang mit Ebola sehen werden.

#32 |
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Nichtmedizinische Berufe

Guten Tag Herr Rehbein,

Ihre Beiträge – und die einiger Heilpraktiker hier – tragen nicht unbedingt zu einer sachlichen Diskussion bei und bergen auch die Gefahr in sich, dass DocCheck sich dazu – wie auch a.a.S. – dazu entschließen könnte, nicht medizinische Personen auszuschließen.

Auch tragen diese Beiträge nicht unbedingt dazu bei, Vertrauen in die Zunft zu produzieren.

Insofern bitte ich Sie als Nutzer dieses Angebots hier darum, sich doch etwas mehr Sachlichkeit zu befleißigen.

Vielen Dank.

JS

#31 |
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Mitarbeiter Industrie

Die meisten Panikmacher sollten lieber mal vorsichtig Auto fahren heute Morgen. Nebel. Weitaus gefährlicher als Ebola in diesem Moment.
Ansonsten zeigen die Fälle der Ansteckung doch nur, dass und wie man die Behandlung noch weiter verbesserung und einüben muss.
Falls es mal eine europäische Epidemie eines anderen Erregers geben sollte, ist das doch ein guter Ernstfall.
Vorsichtsmaßnahmen gegenüber den Ländern mit Ebola halte ich für nötig, allerdings im Rahmen des Üblichen.
Die Zahlen zeigen momentan zwar noch eine exponentielle Ausbreitung, aber das kann auch eben ein zeitverzögerter Effekt sein, in einer logarithmischen Auftragung ist bereits eine kleine Delle sichtbar.

Hygienische Maßnahmen werden greifen, keine Sorge.
Vielleicht sollte man diese eben mal im größeren Stile auf MRSA übertragen, wie zu Recht erwähnt, auch wenn man Bakterien nicht mit Viren, usw.

Abschießen der Flughunde erinnert mich an die EHEC-Gurke. (die ja zu Unrecht…)

#30 |
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Schöne Übersicht! Aber bitte Afrika nicht geich Afrika setzen! Die meisten Länder Afrikas bergen derzeit kein Risiko für Ebola. Geographikenntnisse einsetzen, um unnötigen Alarm zu vermedien, der viel med. Fachpersonal umsonst bindet und unsere Resourcen damit schwächen würde!

#29 |
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Ich habe neulich einen interessanten Beitrag beim MDR gehört. Da kam ein Virologe zu Wort, dessen Name mir leider entfallen ist. 2 wesentliche Punkte blieben haften: Er kritisierte Kollegen, die “zu bedenken geben”, dass das Virus ja auch Fliegen lernen könnte. Seit den 70er Jahren ist das Virus bekannt und existiert wahrscheinlich sehr viel länger. In dieser Zeit hat es eben keine entsprechende Mutation erfahren. Ich erinnere mich an den Schlusssatz eines Artikels im “Spiegel”: “es könnte fliegen lernen”. Das hat mir richtig Angst gemacht – damals, Ende der 80er, es ging nämlich um HIV.
Der zweite Punkt: Ebola ist in Zentralafrika nicht selten. Es breitet sich nur deswegen dort nicht weiter aus, weil die Menschen dort damit umzugehen wissen. Kranke und Dörfer mit Erkrankten isolieren sich selbst, um die anderen zu schützen. Epidemische Ausmaße hat die Erkrankung genommen, weil das Virus jetzt in Westafrika aufgetaucht ist. Und dort gilt die Maxime, dass man schnellstmöglich ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen soll, wenn man sich krank fühle. Im Hinblick auf die “Krankenimporte” gibt mir das zu denken.
Alle Flughunde abschießen? Wie absurd – naja, sagen wir mal, das ist nicht zu Ende gedacht. Flughunde werden nur als Erregerreservoir vermutet, ob es noch andere gibt, weiß keiner. Sicher ist nur: Hierzulande gibt es keine natürlichen Wirte. Und daher glaube ich auch, dass eine Epidemie in Europa selbstlimitierend wäre (ist aber nur meine bescheidene Meinung).

#28 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Richtig Frau Dr. Urbach: “Was für ein Wahnsinn, Ebola zu “importieren” und dann noch verteilt auf zig “Zentren”. Wenn, dann überhaupt ein einziges Zentrum , in dem die Mitarbeiter eine entsprechende Erfahrung haben/erwerben”.

Hierzulande ist man nicht mal in der Lage, MRSA aus den Krankenhäusern und Kliniken zu verbannen. Allein aus dem Grunde traue ich keinem dieser Häuser zu, Ebola zu händeln.

#27 |
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Dipl.-Med. Doris Rothe
Dipl.-Med. Doris Rothe

Guten Morgen,

ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Flugverkehr eingeschränkt werden sollte! Wir müssen in diesen Regionen jetzt weder Urlauber bespaßen (wenn denen schon von sich aus die Vernunft fehlt!), noch müssen Projekte, bei denen der Profit im Vordergrund steht, bedient werden. Der Schutz der europäischen Bevölkerung sollte überwiegen. Dieser Verantwortung sollte sich die Politik stellen. Bei unabdingbaren Aufenthalten in diesen Ländern muss dann eben Quarantäne folgen. Soviel Zeit muss sein! Was nutzt diese uns, wenn wir die Kontaktpersonen nach Bekanntwerden eines positiven Falles ermitteln? Die Antwort kennt jeder Medizinstudent! Wir verlieren hier durch Nichthandeln unnötig Zeit!

Cornelia Schultheiß

#26 |
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Timo Geise
Timo Geise

Guten Morgen!

Ein kleiner Hinweis: Münster hält keine Sonderisolierungsstation bereit. Grüße Mo.G.

#25 |
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Heilpraktikerin

Einerseits soll das Virus unterbunden werden und anderseits wird es bewusst nach Europa importiert, das stellt doch einen Widerspruch in sich… erinnert auch mal wieder an EHEC, Schweinegrippe, Polio, wo die “passende Medizin” natürlich gleich parat steht… hoffe nur die Verursacher werden selbst ihren Machenschaften erliegen. Es geht hier nicht drum Menschen mit “Impfungen ” zu schützen, es geht hier drum Menschen bewusst Angst zu machen und sie krank zu machen und mit einen Giftcocktail sinnlos zu vergiften, und zwar mit einen Gift, das sie selbst weiter verbreitet haben..

#24 |
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Pascal Müller
Pascal Müller

Dem Kommentar von Dr. med Thomas Wagner stimme ich zu 100 % zu dem ist nichts hinzuzufügen. Ebenso wie den Maßnamhen von Dr. Robert betz.

Die Verschwörungstheorien sind nur zu belächeln, ebenso wie Ebola mit Hokuspokus zu behandeln!

Zu den Flüchtlingsströmen: Haben Sie mal versucht in 21 Tagen zu Fuß und auf Bananenbooten von Liberia aus nach Europa zu kommen ?

Ironie beiseite, die maximale Inkubationszeiten beträgt 21 Tage, in dieser Zeit schafft es kein Flüchtling Hunderte Kilometer zu Fuß zu bewältigen, sie wären schon auf dem Weg symptomatisch und würden diese Reise gar nicht mehr bewältigen können geschweige den Europa erreichen! Wenn kommt der Virus mit dem Flugzeug den so bewältigt man Tausende von Kilometern in wenigen Stunden! Deswegen plädiere ich, wie schon mehrmals erwähnt zu dem Kappen aller Flugverbindung!

#23 |
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Rettungssanitäter

Immer diese Verschwörungstheorien der (meisten) Heilpraktiker hier. Das ist ja nicht auszuhalten. Hauptsache man kann diese grob fahrlässige impfgegnerische Haltung irgendwie rechtfertigen.

#22 |
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Ich kann auch nicht verstehen warum man nicht die Flughäfen dicht macht ,es ist doch vollkommen klar,daß eine Desinfektion der Maschinen gar nicht möglich ist und was ist mit den Klimaanlagen?Was ist mit dem Personal? Warum entscheiden nicht kompetente Mediziner ?Ein Transport an mehrere Zentren ist genauso unsinnig ,furchtbar für die Betroffenen aber die Ansteckungsgefshr verlangt einfach ,daß die Kranken im Land bleiben .Über die Rettungsstellen ,na ,da woolen wir mal lieber gar nicht nachdenken ,warum muß dieses stundenlange Warten sein ,es fehlt Personal?Es fehlt Geld? da sind halt andere Priroritäten notwendig.Auch Personal im ruhestand würdestundenweise zur verfügung stehen um das Dilemma zu lindern,da bin ich mir sicher ,das gilt nicht nur zu Epedemiezeiten .Völlig erschöpfte Ärzte und Pflegekräfte können dem Ansturm nicht gerecht werden .

#21 |
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Heilpraktikerin

Was ist eigentlich mit den einreisenden Flüchtlingsströmen über das Mittelmeer/den Landweg, mit den Flüchtlingsheimen….Wer kontrolliert wo diese Menscher herkommen? Eine bessere Verbreitung gibt es da wohl nicht.
Heute Abend erst wieder Kontrollen von Bahneinreisenden (wobei sich bereits wieder über die Kontrolle aufgeregt wurde).
Hier geht nur strickte Isolaton. Was hinter all dem steht, was hier auch teilweise in den Beiträgen anklingt, sollte sich vielleicht jeder mal selbst Gedanken machen.

#20 |
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Dr. Petra Urbach
Dr. Petra Urbach

Was für ein Wahnsinn, Ebola zu “importieren” und dann noch verteilt auf zig “Zentren”. Wenn, dann überhaupt ein einziges Zentrum , in dem die Mitarbeiter eine entsprechende Erfahrung haben/erwerben.
Von gewissen “Experten”, wird übrigens dauernd zu betont, dass Ebola nur durch direkten Kontakt übertragen wird. Dabei wird nie erwähnt, dass unter direkten Kontakt auch definitionsgemäß die Tröpfcheninfektion fällt und das bedeutet, ca. 2-3 m im Umkreis eines Erkrankten ist es gefährlich auch ohne Berührung. (Husten, Niesen etc.) Und wie lange sind Gegenstände oder Flugzeugsitze infektiös, wenn sie mit Tröpfchen kontaminiert sind, oder öffentliche Toilettensitze durch Urin etc.?
(Eine Bitte: Laienkommentare wie Ebola mit Moxa zu bekämpfen, wie ich hier gelesen habe, sollten unterbunden werden. )

#19 |
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Nach dem abgeschmetterten Versuch, mithilfe von gekauften Medien und gekauften Journalisten und völlig verlogenen Höchstzahlen von Neuinfizierten und Toten, eine Schweinegrippe zu installieren (tatsächlich gab es am Ende weltweit nur 441 ¨bewiesene¨ Fälle und nicht einen einzigen ¨bewiesenen¨ Fall in Deizschland, dafür aber zahlreiche Impftote), wartete man nun natürlich allseits gespannt auf die die nächste Attacke – natürlich mit einem viiiieeeel gefährlicherem und tödlicherem Virus, die in Richtung Zwangsimpfung zielen würde und es nun endlich ermöglichen sollte, die kümmerlichen Überbleibsel unserer demokratischen Illusion aufgrund ¨spezieller¨ Verordnungen der WHO auszuhebeln.
Die sich unaufhaltsam – trotz ¨allergrößter Bemühungen¨ der ¨Chef-Experten¨ aller Herren Länder – ausbreitende Vogelgrippe starb quasi über Nacht aus als der Öffentlich bekannt gemacht wurde, dass der oberste Chef der Impfkampagne D. Rumsfeld ¨zufälligerwiese¨ auch gleichzeitig der Hauptaktionär des sich am Cashflow bereichernden Pharmakonzerns war….etwa
alles schon vergessen??

#18 |
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Hebamme

Selbstverständlich erfolgt die Verteilung der Patienten zum Zweck der Übung des Ernstfalls. Alles andere macht keinen Sinn und es wurde auch noch nie ein Patient aus reiner Nächstenliebe behandelt worden. Insbesondere keiner mit einer tödlichen Infektionskrankheit.

#17 |
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Dr. med. Klaus GÜNTHER
Dr. med. Klaus GÜNTHER

Wenn Herr Gröhe, Bundes-Gesundheitsminister, von gut aufgestellter Med. in der BRD spricht, trifft er in Sache E. nicht den Kern des Problems. Als Jurist kann er mit jurist. Algorithmen und Logik hier nichts ausrichten.
Die Zauber- Worte heißen : Prophylaxe und Behandlung vorort im Seuchengebiet. Sofortige Kontrollen an Flughäfen siehe USA und Canada.
Es ist unverantwortlich infizierte Menschen in nicht infizierte Regionen zu transportieren.
Die Aufforderung aus Seuchengebieten Leute zu bewegen zurück zukommen, ohne sie dann sofort nach Rückkehr in Quarantäne zubringen ist ebenfalls dumm. Das war die Aufforderung von Steinmeier, Bundesaußenminister. Auch 1.klassiger Standard wie in Spanien hat gezeigt, dass dieser nicht vor Infektion schützt.
So wie es Totalversagen der Bundesverkehrsminister der CSU in Sache „Falschfahrer“ gibt, obwohl es viele Lösungen gäbe z.B. Österreich, geschieht nichts. Jede Nacht meldet der MDR 1 bis 8 „Falschfahrer“.
Ein anderes Beispiel : nicht gesetzlich vorgeschriebenes Primär-screening in Sache MRSA in KH.
Alles zu teuer in einem der reichsten Länder der Welt.
In unserem Parteien- Staat werden unfähige Figuren ganz legal in verantwortliche Positionen geschachert.
„ Der Parteienstaat ist der Untergang der Demokratie“.
Zitat: Prof. Dr. Schachtschneider , Staatsrechtler, in seinem Werk: res public, res populi .

#16 |
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Gast
Gast

Übrigens wäre die Züchtung einer für die Vektoren letalen Virusmutation sicher verdienstvoll.

#15 |
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Dr. med. Wolfgang Wittwer
Dr. med. Wolfgang Wittwer

Ich schließe mich vollinhaltlich dem Kollegen Betz an – nur das Abschießen der Flughunde halte ich für kontraproduktiv, da es die Verfügbarkeit von Bushmeat für die Unbelehrbaren weiter steigert. Übrigens ist “canned bushmeat” durchaus in der Lage, weit zu fliegen, wenngleich nicht “on own wings”.

#14 |
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Dr. Robert Betz
Dr. Robert Betz

1. Erste Grundregel: Isolation der Erkrankten
2. Interne und externe Quarantäne, wie noch 1970 14-Tage auf Madeira vor Weiterreise, Kappen aller Flugverbindungen
3. Abschießen der Flughunde
4. Zwangsrekrutierung der bereits immunisierten Überlebenden, ca. 2700 Einheimischen, anstelle Opferung von 117 Freiwilligen im Gummianzug bei 38Grad Umgebungstemperatur und 8 Stunden Stromausfall am Tag, Steri, Medikamentenkühlung etc. etc.
5. Stoppen eines rassistischen Rettungstourismus für Pirivilegierte, für dessen Aufwendungen vor Ort Tausende behandelt werden könnten – Kerosin heilt nicht
6. Aufstockung der Forschungsetats, statt mit den verfügbaren Geldern das Virus in der Ersten Klasse von Privatjets in alle Kontinente zu tragen – Flughunde hätten diese Reichweite nicht.

#13 |
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Gudrun Falkenberg
Gudrun Falkenberg

Ich möchte mich der Fragestellung von #3 anschließen.

Indem man Patienten nach D importiert, nur um die Leistungsfähigkeit verschiedener Seuchenzentren auszutesten oder anzupreisen, begeht man m. E. schwere Fehler, zumal die Übertragungsmechanismen noch nicht geklärt und die Übertragungswege scheinbar vielfältig sind.

Solche maximal aggressiven Keime gehören in EIN Zentrum (wenn es schon unbedingt D sein muss, was sich mir nicht erschließt), in welchem neben der hoch spezialisierten Behandlung auch Forschung geleistet wird.

#12 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich bin kein Wisschenschaftler und KANN und WILL mich daher nicht an entsprechenden Diskussionen beteiligen.
ABER ich möchte mir einmal erlauben – das erste Mal in vielen Jahren Mitgliedschaft – meine bescheidene Meinung kundzutun.

* Offenbar gibt es noch keine wirksame Behandlung.
* Pharmakonzerne erhalten kostenlos die Gelegenheit “klinische Studien” mit ihren “experimentellen” Mitteln durchzuführen. Und niemand beschwert sich, wenn Patienten dabei versterben.
* Nicht nur Patienten sind betroffen, sondern auch das sie betreuende Personal sowie alle anderen Nahestehenden.
Vorschlag: Warum nicht einmal Moxibustion versuchen? Diesen Vorschlag habe ich sowohl dem CDC als auch den MSF kurz nach den ersten Meldungen gemacht. Blieb jedoch offenbar unbeachtet und man entschloss sich lieber auf die Wunderheilung aus dem Reagenzglas zu warten – auch wenn es zwischenzeitlich zahlreiche (tausende!) Opfer gibt. Das ist scheinbar der “wissenschaftliche” Weg.
Moxibustion – Informationen hierzu sind frei zugänglich – ist eine Behandlungsform, die seit 2000 Jahren unter anderem auch für Infektionen angewandt wird. Sie hat offenbar die Immunfunktion stärkende Wirkung (die wissenschaftliche Ausführung überlasse ich gern anderen); das erforderliche Material ist SEHR billig und in fast beliebigen Mengen erhältlich; die Behanldung erfordert keinen ‘technischen’ Aufwand; kann überall durchgeführt und die ‘Technik’ von jedermann in 10 Minuten erlernt werden.
Angesichts der fehlenden Wundermittel wäre dies meines Erachtens nach zumindest einen Versuch wert, zumal die einzigen denkbaren ‘Nebenwirkungen’ kleine Brandstellen wären.
Für mich persönlich wäre dies jedenfalls die erste Wahl.

Aber ich nehme an, dass ich mich mit solchen Aussagen auch hier nur unbeliebt mache.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Frau Behrens, diese Frage stelle ich mir auch. Wenn ich bösartig wäre, würde ich mich auch fragen, warum bereits in drei Krankenhäusern der BRD solche Patienten eingeliefert wurden. Um den Ernstfall zu proben und Übung zu bekommen? Eine Konzentration an einem Standort wäre m.E. wesentlich besser, weniger Beteiligte, weniger Sperrungen, weniger Transporte.

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

#Gast mit Beitrag Nr. 6:

Vergessen Sie es… Überlegen Sie mal, wie viel Zeit zwischen dem Ausladen der Passagiere und dem neuen Boarding ist. Da wird im Linienverkehr mal eben kurz das Gröbste weggemacht.

Kürzlich gab es eine Veröffentlichung zur hygienischen Situation in Flugzeugen. Das war wie zu erwarten. Keime ohne Ende.

#9 |
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heilpraktikerin Claudia Behrens
heilpraktikerin Claudia Behrens

Es steht doch ausser Frage das Ebola vorsätzlich verbreitet wurde.
Warum verteilt man Patienten auf der Welt wenn man eigentlich Isolierung
bei solch einer Erkrankung empfiehlt?

13.Oktober 2014

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Guten Tag,

nach dem seitens des Gesundheitsministers ausgeführt wurde, dass D. gut aufgestellt sei, bin ich endgültig beunruhigt. Die Bevölkerung in Sicherheit einzulullen, ist m. E. der falsche Weg. Wenn man sieht, welchen Aufwand RKI, BZgA u.a. treiben, der Bevölkerung elementare Regeln der Händehygiene beizubringen, dürfte auch klar sein, wie es darum in diesem Land bestellt ist.

Es mag sein, dass große, gute Kliniken gewappnet sind. Vor allem aber auch kleinere Häuser mit geringerem Patientenandrang in den Rettungsstellen. Doch hier z.B. in Berlin sehe ich ziemlich schwarz.

Nolens volens lernte ich eine Rettungsstelle in Berlin kürzlich kennen. Bereits bei der Anmeldung (ein Schalter) Wartezeit. Dann wird man zwar bzgl. der Dringlichkeit von einer Schwester kurz befragt (Ersteinschätzung), doch dann sitzt man stundenlang im Wartebereich dicht an dicht mit anderen Patienten. Innerhalb der Rettungsstelle sitzt man dann wieder lange Zeiten.

In der gleichen Rettungsstelle gegen Mittag das Bild, was sich bei mir eingebrannt hat. Patienten in Betten, nebeneinander im in der Mitte zwischen den Behandlungsräumen liegend. Von Kind bis hohem Alter, ob Männlein oder Weiblein, es war alles dabei.

Unter solchen Bedingungen eine Ansteckung (egal mit was) vermeidbar anzusehen, halte ich schlicht für ein Unding. Vor allem, wenn man weiß, dass diese Klinik auch bei Migranten (schon auf Grund der geographischen Lage innerhalb von Berlin) und Touristen sehr beliebt ist.

Wartezeiten in Berliner Notaufnahmen sollen durchaus auch mal 6 Stunden sein. Reinigungspersonal sah ich während der 3 Stunden in der Nacht keines, als ich dort erstmals war.

Und unter solchen Bedingungen soll eine Ausbreitung verhindert werden?

Ich empfehle allen, sich solche Bedingungen einmal anzusehen. Diese sind schon unter “normalen” Bedingungen m.E. untragbar. Aber unter Ebola oder anderen gehäuft auftretenden Erkrankungen der Anfang vom Ende.

Falls jemand Interesse haben sollte, stehe ich für Rückfragen von diesen Eindrücken dort gern zur Verfügung.

Möge der Kelch an uns allen vorbeigehen.

JS

#7 |
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Gast
Gast

Frage mich nur, ob die Flugzeuge nach jedem Flug in die Betroffenen Länder entsprechend desinfiziert werden. Was ist mit dem Flugpersonal?

#6 |
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Dr. med. Thomas F. Wagner
Dr. med. Thomas F. Wagner

das Thema Ebola rückt durch aktuelle Meldungen immer mehr in den Fokus der Berichterstattung.
Mediziner äußern sich in der Regel zurückhaltend zu diesem Thema , um in der Öffentlichkeit keine unnötige Verunsicherung hervorzurufen. Trotzdem kam es in den USA und Spanien zu Neuerkrankungen im Umfeld des Pflegepersonals.
Diese Fälle scheinen die Befürchtungen zu bestätigen , dass es keine 100%ige Sicherheit gibt. Bei einer Bevölkerung von ca. 500 Millionen Menschen in der EU wäre ein sich realisierendes Risiko , selbst wenn es 1 : 100000 wäre, fatal.
Eine kontroverse Diskussion dazu wird sich sicher in nächster Zukunft nicht vermeiden lassen .

Die Ausbreitung Ebola ist beunruhigend . Der Weltbankpräsident hat sich dazu kritisch geäußert.

Eine Unterschätzung des Problems kann zu einer Gefahr für große Teile der Weltbevölkerung führen.
Folgende Massnahmen sollten daher vorsorglich in Deutschland und der EU ergriffen werden :

1. Die Ebolaepidemie ist als Frage der Nationalen Sicherheit für Deutschland und die EU einzustufen.

2. Für effektiven Schutz der Bevölkerung ist ein Treffen der EU -Gesundheitsminister zur Abstimmung eines einheitlichen Vorgehens in der EU notwendig.

3. Einrichtung eines internationen Fonds zur Ebola-Bekämpfung. Volumen wie vom Weltbankchef gefordert 20 Mill. Dollar, davon 1- 2 Millarden von jedem führenden Industrieland.

4. Aufbau eines Klinikums höchster Spezialisierungs-und Versorgungsstufe vor Ort , um Transporte von Helfern und UN-Mitarbeitern nach Europa, Amerika und Asien zu minimieren bzw. vermeiden.

Als operative Massnahmen sind erforderlich:

1.Unterbrechung der zivilen Flugverbindungen zu ” EBOLA-Ländern”

2. Bildung einer Sonderkommission/Krisenstab unter Leitung des Gesundheitsministers : neben Politikern sollten Spezialisten des R.Koch-Institutes und Infektologen dort vertreten sein

3. So sehr es wünschenswert ist zu helfen, sollte das Risiko der Ebola -Ausbreitung durch Heimholung von Infizierten auf ein Minimum begrenzt werde. Eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

Die internationale Staatengemeinschaft sollte jetzt handeln und das Problem mit höchster Priorität lösen.Die Zeit verrinnt und Versäumnisse jetzt , sind dann nicht mehr wiedergutzumachen.
Wir müssen in der Region helfen und trotzdem unser Problembewußtsein wach halten. Wenn Ebola erst auf anderen Kontinenten Fuß gefasst hat, reichen die wenigen hochspezialisierten Kliniken mit Sicherheit nicht aus.
Panikmache ist nicht angezeigt aber Selbstgefälligkeit im Glauben an unsere Hightechmedizin auch nicht.
Risiken wie das Auftreten von Mutationen des jetzigen Virusstammes zu noch größerer Infektiösität bestehen real und können nicht ausgeschlossen werden.
Auch der Faktor Mensch als Risikofaktor ist nicht zu unterschätzen ebenso wie das Versagen medizin-technischer Anlagen. Beides kann zur Freisetzung infektiösen Materials, auch aus Hochsicherheitsabteilungen, führen.

Dr. med. Thomas Wagner

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herr Neumann, für eine Epidemie in solch einem Rahmen wie in Afrika, würde auch nicht der finanzielle Rahmen da sein.

#4 |
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Manuela Fleischer
Manuela Fleischer

Gibt es eine Antwort auf die Frage, warum man in Deutschland ausländische Ärzte behandelt? Macht das Sinn in Hinblick auf die nur 50 Plätze insgesamt?
Warum werden in verschiedenen Kliniken einzelne eingeflogene ausländische Kranke behandelt und nicht zentriert an einem Fleck?
Warum wird dieses ursächliche Thema völlig ausgespart?

#3 |
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Danke für den Hinweis. Tipp an alle: Helfen Sie mit, den Ebola-Artikel im DocCheck Flexikon auf dem neusten Stand zu halten. http://www.flexikon.de/Ebolafieber

#2 |
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Medizinjournalist

Ich kann nur bestätigen, dass die “offene Flanke” der ca. 50 Betten auf Isolierstationen in Deutschland ein eklatantes Manko darstellt, dass wir hierzulande keineswegs auf eine größere Epidemie – sei es Ebola, Influenza oder was auch immer – vorbereitet sind. Gleichwohl eine kleine Korrektur: Ebola ist zwar nicht über die Atemluft wie z.B. das Masernvirus übertragbar, sehr wohl aber via Tröpfchen-Infektion. Mit anderen Worten: Ich muss keine infektiösen Körperflüssigkeiten berühren, es reicht, es wenn ich diese ins Gesicht gehustet oder geniest bekomme.

#1 |
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