Gesundheitskarte: Sand im Getriebe

17. Oktober 2014
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Um die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird es nicht ruhig. Die neueste Hiobsbotschaft: Durch ärztliche Software landen teilweise fehlerhafte Institutionskennzeichen auf Muster-16-Vordrucken. Apotheker sollten Korrekturen anfordern, um Retaxationen auszuschließen.

Die eGK stellt Apotheker immer wieder auf harte Proben. Bereits Anfang des Jahres sorgten Rezepte für reichlich Verwirrung, die über alte Versichertenkarten generiert worden waren. Jetzt geht das Chaos aufgrund einer Softwarepanne weiter.

Anpassung übersehen

Zum 1. Oktober haben Arztpraxen neue Updates eingespielt, um fit für die eGK zu werden. Dabei kam es zu Problemen, wie mehrere Landesapothekerverbände berichten. Institutionskennzeichen (IK) wurden ursprünglich siebenstellig ausgegeben. Jetzt sind es neun Stellen – es wird lediglich eine „10“ vorgestellt. Für einige Hersteller von Praxissoftware kam diese Umstellung wohl überraschend; sie übersahen, entsprechende Programme zu ändern. Laut Angaben des Hessischen Apothekerverbands haben Programmierer das Druckformat nicht angepasst, und bei der Ausgabe fehlten plötzlich zwei Ziffern. Entsprechende Probleme traten bei Programmen von zwölf Herstellern ärztlicher Software auf. Das Volumen an Rezepten wird auf etwa zwei Prozent geschätzt – allzu häufig dürften Fehldrucke im Tagesgeschäft nicht auftauchen.

Rabattverträge im Trüben

Für Apotheker wird die Sache dennoch kritisch, sollten Patienten fehlerhafte Rezepte einreichen. Anhand gekürzter IK lässt sich nicht mehr zweifelsfrei sagen, welcher Rabattvertrag gilt. Zwar drucken Ärzte den Kassennamen auf. Versicherungen nutzen teilweise jedoch mehrere IK. Betroffene Kollegen sollten Patienten um ihre Versichertenkarte bitten und den Eintrag korrigieren. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, wird Kunden besser in die Arztpraxis schicken, damit Mediziner eine offizielle Korrektur durchführen. Auch bei Rechenzentren der Apothekerschaft ist Handarbeit gefragt. Ein schwacher Trost: Programmierer arbeiten schon an Updates.

12 Wertungen (3.75 ø)

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8 Kommentare:

Gast
Gast

zu #7 Sie meinen die EDV?
Diese Jungs sind sowieso die heimlichen Könige unserer Zeit.
Ich denke wie #3 und #4 in die transparente EDV gehören eigentlich nur die Personalien.
In USA werden schon (elektronische) Krankenakten am Schwarzmarkt gehandelt.

#8 |
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Wir haben das schon lange geschnallt, dass wir in einem Boot sitzen. Aber auch auf einem Schiff muss jeder gute, fehlerfreie Arbeit leisten. Wenn nach gewisser Zeit die Fehlerquote nicht reduziert ist hat der “Schiffsjunge” kaum die Möglichkeit zu meutern…..

#7 |
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Arzt
Arzt

Ich hab mal als Chefarzt bei Entlassungsbriefen an den Hausarzt eine Stempel eingeführt, darauf stand:
“Dieser medizinischer Bericht ist nur für den weiterbehandelnden Arzt bestimmt. Eine Weitergabe an Kostenträger ist nicht gestattet.”
Die Hausärzte haben sich darüber gefreut und sich daran gehalten.

#6 |
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Gast
Gast

#4 Tatsächlich würde ich die Einstellung gerne öfter antreffen.

Ein PTA und Student der Pharmazie

#5 |
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Arzt
Arzt

Apotheker, habt ihr immer noch nicht geschnallt, dass ihr mit Ärzten in einem Boot sitzt und gefälligst zusammen halten müsst?

#4 |
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Arzt
Arzt

Die eGK missachtet unzulässig den hier ganz besonders gebotenen Datenschutz,
jede Verzögerung ist zu begrüßen!

#3 |
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Apothekerin

Ich verstehe auch nicht, warum mal wieder die doofen Apotheker fehlerhafte Rezepte oder Software der Ärzte ausbaden sollen???

#2 |
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Warum sollen die Apotheker sich eigentlich immer bei den Rezeptausstellern im Auftrag der Krankenkassen unbeliebt machen? Wie wäre es, wenn man den Rezeptaussteller für etwaige Formfehler in die Verantwortung nähme? Der kann sich dann an seinem Softwarelieferanten schadlos halten, weil dieser Murks geliefert hat. Wenn es sich aber um 100% gesponserte Programme handeln sollte, wird das wohl etwas schwieriger werden. Zum Glück bin ich aus dieser Zwickmühle der Apotheken heraus……

#1 |
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