Immuntraining: Ab auf den Misthaufen

19. April 2013
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Bauernhofkinder leiden seltener an Allergien. Was aber tun, wenn die saubere Stadtwohnung das junge Immunsystem nicht reizen kann? Mit einem Gemisch abgetöteter Darmbakterien wollte man in einer Studie das Risiko einer atopischen Dermatitis senken. Überzeugend waren die Ergebnisse nicht.

Dreck ist gesund. Das behaupten seit einigen Jahren immer mehrere Allergieexperten. Die Hygienehypothese stützt sich auf die Beobachtung, dass Kinder in ländlichen Gebieten weniger Allergien entwickeln. Besonders stark ist der Schutz dann, wenn ihre Mutter die Schwangerschaft und ihr Kind das erste Lebensjahr auf einem Bauernhof verbracht hat. Viele Geschwister helfen auch gegen Heuschnupfen und andere Überempfindlichkeitssymptome. Schließlich sind Allergien in weniger entwickelten Saaten des Ostblocks oder auch in Afrika bedeutend seltener als bei uns.

Hoftiere stärken das angeborene Immunsystem

Aber welcher Dreck sorgt dafür, dass Mastzellen und IgE-Antikörper bei der Begegnung mit harmlosen Molekülen unserer Umwelt nicht mehr Großalarm in unserem Körper auslösen? Erika von Mutius, Forscherin am Haunerschen Kinderspital in München hat 2013 für ihre Arbeit einen der begehrtesten Wissenschaftspreise Deutschlands gewonnen. Der mit rund 2,5 Mio. Euro dotierte Leibniz-Preis soll in den nächsten Jahren mithelfen, diese Fragen zu beantworten. In einer ihrer Publikationen zusammen mit Roger Lauener beschrieb sie, dass Bauernhofkinder einen höheren Pegel des Toll-like-Rezeptors 2 (TLR2) besitzen, einer wichtigen Komponente des angeborenen Immunsystems. Er bindet an Mikroben, die starke Immunreaktionen auslösen.

Auch andere Komponenten dieser Waffengattung des Immunsystems spielen eine Rolle. Der Kontakt der werdenden Mutter mit vielen verschiedenen Hoftieren schützt ihr Kind vor atopischer Dermatitis. Im Blut der Säuglinge finden sich mehr Moleküle der Immunrezeptoren TLR5 und -9.

Frühe Antibiotika-Gabe fördert Allergien

Lipopolysaccharide (LPS) sind Antigene gram-negativer Bakterien, die beim Tod und Zerfall ihrer Träger toxische Eigenschaften entwickeln. Der Kontakt mit genau diesen Molekülen senkt das Risiko von atopischen Reaktionen und auch von Asthma bei Kindern. Aber auch gram-positive Bakterien scheinen mit Mehrfachzuckern allergie-typische Ekzeme zu unterdrücken. Dagegen sind Kinder mit früher Antibiotika-Erfahrung mehr als andere allergiegefährdet. Im entsprechenden Mausmodell maßen die Forscher eine deutlich höhere IgE Konzentration und mehr basophile Granulozyten. Immer deutlicher wird, dass zumindest ein wichtiger Weg zur Regulation des Immunsystems über die Darmflora führt. Hier gibt es mehr Zellen des Immunsystems als anderswo.

Tote Darmbakterien als Immunsystem-Booster?

Bedeutet das, dass eine gezielte Steuerung der Mikrobengesellschaft im Verdauungssystem auch das Allergierisiko senken könnte? Eine große Studie zu Beantwortung dieser Frage publizierten Forscher der Berliner Charité im letzten Jahr im Journal of Allergy and Clinical Immunology. Über 10 Jahre hinweg beobachteten Susanne Lau und ihre Kollegen rund 600 Kinder, von denen die Hälfte zusätzlich zur normalen Säuglingsnahrung ein ungefährliches Bakterienlysat eines gram-negativen E.coli-Stamms sowie gram-positiven Enterokokken bekam.

Alle Teilnehmer an der Studie, die vom Hersteller des Präparats zeitweise unterstützt wurde, hatten entweder ein oder zwei Elternteile, die an einer atopischen Dermatitis litten. Von der fünften Lebenswoche an bis zum Ende der siebten Woche bekam die Hälfte der Kinder bei dieser randomisierten Doppelblindstudie das Bakterienlysat. Bei dem seit einigen Jahren im Handel erhältlichen Präparat sind bisher keine ernsthaften schädlichen Nebenwirkungen bekannt. Während der Behandlungsphase und einem Follow-Up Zeitraum von drei Jahren registrierten die Studienärzte das Auftreten eines atopischen Ekzems bei ihren Sprösslingen.

Größe der Allergie-Mitgift bestimmt Bakterien-Schutz

Die erste Auswertung der Ergebnisse war für die Wissenschaftler ziemlich ernüchternd, denn beide Gruppen unterscheiden sich nicht signifikant in der Häufigkeit einer Allergie. Bei genauerem Hinsehen fiel den Forschern aber doch Interessantes auf. Denn in der Gruppe mit nur einem vorbelasteten Elternteil gab es deutliche Unterschiede zwischen Verum- und Kontroll-Kindern. Ohne den „Schutz“ der Bakterienantigene erkrankten bis zum Ende der Behandlung rund 20 Prozent der Kinder, mit dem Nahrungszusatz jedoch nur 10 Prozent. Das verminderte Risiko blieb jedoch auch über die nächsten Jahre bestehen. Besonders effektiv war die Gabe, wenn der Vater an einer Allergie litt. Aber warum wirkt das Präparat nicht, wenn beide Elternteile Allergiker sind? Möglicherweise, so spekulieren die Autoren, könnte genetische Hintergrund der Suszeptibilität bei zwei betroffenen Eltern zu groß für die Wirkung des Bakterienlysats sein. Wie die Autoren in der Diskussion der Ergebnisse auch einräumen, ist eine Analyse von Subgruppen bei einer Studie nicht unproblematisch. Sie birgt die Gefahr, aufgrund der willkürlichen Auswahl der Gruppen mit erwünschtem Effekt das Gesamtergebnis zu verfälschen. In diesem Fall war jedoch der Unterschied in der Wirkung des Präparats zwischen den Kindern mit ein bzw. zwei vorbelasteten Eltern so groß, dass er Anlass zu weiteren Untersuchungen gibt, wodurch diese signifikanten Unterschiede entstehen.

Tierversuche haben dazu beigetragen, ein noch genaueres Bild über die Mechanismen dieser Allergie-Suppression zu entwerfen. Sarkis Mazmanian vom California Institute of Technology in Pasadena fand heraus, dass die bakteriellen Antigene über die vermehrte TLR2-Expression regulatorische T-Zellen aktivieren. Diese T-Zell-Spezies unterdrückt die typische allergische Reaktion mit Th2-Helferzellen. Eine Mutation bei TLR4, einem nahen Verwandten in dieser Rezeptor-Familie hat die gleiche Wirkung wie die Gabe von Antibiotika. Mazmanian verwendete für seine Versuche die gram-negative Spezies Bacteroides. Mit gram-positiven Lactobazillen in der Säuglingsnahrung bei Neugeborenen wollten finnische Forscher Ekzeme bei Kindern zu unterdrücken. Die Studie zeigte zwar beeindruckende Ergebnisse, konnte aber von deutschen Forschern nicht reproduziert werden. Noch im Jahr 2008 schloss ein Cochrane-Review aus zwölf Studien, “dass Probiotika wahrscheinlich keine effektive Therapie gegen Ekzeme sind.”

Zeitfenster für Allergen-Toleranz

Wenn das Kind aber erst einmal in den Brunnen gefallen ist, tun sich möglicherweise auch nachträgliche Therapien schwer, die Darmflora in die gewünschte Richtung steuern. Ein “Science”-Paper aus dem letzten Jahr berichtete über das Immunsystem von Mäusen, die keimfrei aufgezogen wurden. Im Vergleich zu ihren Artgenossen mit unsteriler Nahrung besaßen diese Labortiere ungewöhnlich viele natürliche Killer-T-Zellen in Darm und Lunge. Ein Allergietest in der Lunge und auf eine entsprechende Entzündungsreaktion im Darm fiel wesentlich stärker als bei den Kontrollen aus. Vereinigte man beide Gruppen im (unsterilen) Käfig, besaßen zwar bald alle die gleiche Darmflora, die Neigung zur Allergie bei den „sauberen“ Mäusen verschwand jedoch nicht.

Ob sich die Erkenntnisse aus diesen Tierversuchen direkt auf den Menschen übertragen lassen, ist ungewiss. Die Studie an der Charité liefert jedoch dazu wichtige Hinweise. Frühere Erkenntnisse mit dem verwendeten Bakterienlysat lassen auch eine Wirkung gegen Darmentzündungen erkennen. Weitere Studien sollen zeigen, ob die abgetöteten Darmbakterien auch andere Entzündungs- und Allergierisiken senken können, möglicherweise auch bei starker genetischer Vorbelastung, wenn beide Elternteile betroffen sind.

Gesunder Mist

Die typische allergische Reaktion vom Typ Th2 richtet sich vor allem gegen Parasiten, mit denen das angeborene Immunsystem allein nicht mehr fertig wird. Dabei helfen Antikörper vom Typ IgE und IgG1. Erstaunlich ähnlich sieht die Reaktion gegen Gifte und andere körperfremde Stoffe aus. Sie müssen so schnell wie möglich aus dem Körper heraus. Daher könnte das Immunsystem eine solche Sofortreaktion entwickelt haben, die sich ohne den Lernprozess im Säuglingsalter auch gegen harmlose Allergieauslöser richtet.

Mit einer Kombination von Prä- und probiotischen Nahrungsmittelzusätzen könnte man diesem Lernprozess möglicherweise nachhelfen. Vielleicht aber noch besser, wenn auch etwas drastisch wirkt die Methode, die Detlev Ganten, ehemaliger Chef der Charité und Präsident des jährlich in Berlin stattfindenden World Heath Summit. In einem ZEIT-Interview empfiehlt: “Wozu ich uneingeschränkt raten kann, ist, Kinder unbeschwert auf dem Land auch mal im Dreck spielen zu lassen, das stärkt das Immunsystem. Wir kennen keine bessere Vorsorge gegen Allergien . Sollen sie barfuß durch den Misthaufen stapfen! Mir ist das auch bekommen.”

85 Wertungen (4.41 ø)
Forschung, Medizin

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18 Kommentare:

Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

Es ist schon erstaunlich, dass die Grundzüge der Mikroökologie in der Diskussion nicht berücksichtigt werden. Selbstverständlich hängt die Aussagekraft der Charité-Studie wesentlich davon ab, wie die Erstbesiedlung des Neugeborenendarmes erfolgte (per vias naturales inkl. einer intakten Scheidenflora der Mutter, per vias naturales und einer gestörten Zusammensetzung – kommt häufig vor – oder per sectio). Auch ist jedem/jeder, der sich nur ein Fünkchen mit der intestinalen Mikrobiologie beschäftigt, klar, dass Antigene von E. coli qualitativ und quantitativ nur einen Bruchteil der tatsächlichen vorhandenen, physiologischen Mikroflora repräsentieren. Folglich können sie – therapeutisch angewendet – nur ein Baustein bei entsprechend reagiblen Patienten sein!

#18 |
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Katja Vogel
Katja Vogel

Kinder die auf einem Bauernhof groß werden, werden noch mit guter alter Hausmannskost ernährt. Alles was der Garten so hergibt landet auf dem Tisch. Meistens sogar Bio. Geerntet wird wenn das Obst und Gemüse wirklich reif ist. Keine Spritzmittel etc. Der Süßigkeitenbedarf wird durch selbstgebackenes gestillt. Keine künstlichen Aromen, Konservierungsmittel usw.
Auf dem Land ist die Anzahl der Handys pro m² wesentlich geringer. Auch dadurch ist der Organismus weniger Streß ausgesetzt.
Es wird immer die Ausnahme von der Regel geben, aber wenn wir uns verantwortungsbewußter ernähren und leben brauchen wir unseren Kindern keinen künstlich aufbereiteten Mist vorzusetzen!
Aber der Mensch ist bequem und schwach und der Griff zu denaturierten, übersalzenen, überzuckerten, von der Werbung schön geredeten Produkten so viel einfacher. Man kann es ja hinterher mit ein paar Tabletten wieder richten…

#17 |
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Dr. med. Arnoud Templeton
Dr. med. Arnoud Templeton
#16 |
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Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Meiner Meinung nach gibt unter Anderem es bei Kindern in ärmeren Ländern (so behandele ich sehr viele Kinder aus Marokko, Mauretanien und Westafrike) noch nicht so viele allergische Reaktionen, weil sie dort auch einfach nicht ohne Ende mit industriell hergestellten Nahrungsmitteln in Kontakt kommen, die alle zwar eventuaell aus natürlñichen Lebensmitteln hergesteelte E´s enthalten, aber eben abgespaltenen, inkomplette Produkte sind. Schlimmer sind meiner Meinung nach dann noch die künstlich hergestellten Produkte, weissen, RAFINIERTEN Zucker dabei nicht zu vergessen. Und vergessen wir die Pestizide nicht, die durch die Massenproduktion in zu hohem Masse eingesetzt werden muss. Dann muss ein Babay ja auch schon jeden Tag mit irgend welchen Seifen gewaschen werden, die bereits über 10 verschiedene Produkte enthält, und dann bitte noch eincremen, damit die Haut genugv Feuchtigkeit enthält. Wo bleibt da die natürlich schützende Hautflora? Ich habe viele atopische Dermatitiden zum “einschleafne” gebracht, indem ich einfach mal geraten habe, nur 2-3x/Woche zu baden, und zwar grundsätzlich OHNE Seifeneinsatz, allenfalls ein bisschen Olivenöl oder Mandelöl in´s Wasser, das Olivenöl ist nachgewiesenermassen Heilungsfördernd, zudem hat es einen Sonnenschutzfaktor von 2. Hinzu kommt sicherlich ein gesundes Verhältnis zum Dreck, man denke nur an die Toxoplasmoseinfektion durch Kontakt mit Katzenkot in den Sandkästchen.

#15 |
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Stefania Schrepfer
Stefania Schrepfer

Warum spricht hier eigentlich niemand von “Neuroimmunoendokrinologie”? das Wort gibt es weil es das physiologische Zusammenspiel gibt! Und zwar im Zusammenhang Impfungen, Dreck, aber auch Hormonsystem. Ist niemandem aufgefallen dass viele Allergiker erst ab der Pubertät solche geworden sind? pünktlich mit der Manifestation der ersten Oestrogene im Körper?
Ich selbst bin im Ziegendreck aufgewachsen, zwischen Bauernhöfen u. habe frisch gemolkene Ziegenmilch getrunken u. spielte immer in der Erde. Ab 12 J. jedoch wurde ich zum atopischen Desaster u. war an allem allergisch. Da hatte ich aber auch 2 wichtige Sachen hinter mir:eine Riesenliste mit dumme Impfungen (wir brauchen nicht alle!) und war im Pummelalter, wo die Oestrogene anfangen ihr Desaster anzurichten.Wie verhält sich dann ein Immunsystem wenn es gleichzeitig mit soviel Antigene bombardiert wird, wie in Impfungen, und zusätzlich mit Hormone überflutet wird? Das sind auch alles offene Fragen die zu keinem teuren Medikament führen, also Tabufragen.Hat jemand Literatur dazu?

#14 |
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Gudrun Kühlen
Gudrun Kühlen

Zitat Lederer: “Ich glaube, dass Krankenhausinfektionen und damit verbundene Todesfälle vielleicht (unter anderem) deshalb zugenommen haben, weil zu schnell zu Antibiotika gegriffen wurde …”

Wenn sich Ärzte und Pflegepersonal an die Grundsätze der Hygiene halten würden, käme es erst gar nicht zu den Infektionen, die man dann versucht, mit Antibiotika zu bekämpfen (s. Niederlande).

Ich denke, dass die Kinder der weniger priviliegierten Länder, die das zweifelhafte Vergnügen haben, täglich im Dreck (gern auch mit Exkrementen versetzt) spielen zu dürfen, einen Heuschnupfen inn Kauf nehmen würden, wenn sie dafür ohne Infektionen ein paar Jahre länger leben dürften.

#13 |
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Medizinjournalist

Die Hygienehypothese stützt sich auf Studien, die eine relativ große Menge an Probanden untersuchen. Statistisch gesehen bekommen weniger (!) Probanden eine Allergie, wenn sie im ersten Lebensjahr oder/und ihre Mutter während der Schwangerschaft Kontakt zu Nutzvieh hatten. Das heißt nicht, dass sie wie bei einer Impfung (bitte nicht verwechseln!) keine Allergie mehr bekommen können. Andererseits gibt es in Ländern mit geringerem Lebensstandard (und weniger Hygiene) auch wiederum (laut Statistik) weniger Allergiefälle. Klar, wenn die Kausalkette schon einwandfrei auch auf molekularer Ebene geschlossen wäre, würden wahrscheinlich auch weniger Forschungsmittel in dieser Richtung eingesetzt. Und schließlich gibt es auch während und nach der Entwicklung des jungen Immunsystems noch unzählig viele andere Faktoren, die das Risiko einer Allergie beeinflussen.
@ 13: Ich weiß um die Unterschiede zwischen dem Immunsystem von Kaiserschnittkindern und Vaginalgeburt. Aber dort stehen die Schlussfolgerungen noch auf weit tönernen Füssen als bei der Hygienehypothese. Und bei der relativ großen Zahl der Probanden ist anzunehmen, dass in beiden Gruppen etwa gleich viele Kaiserschnitt-Babies waren.
@7 Ich spekuliere mal, dass das Risko bei lebenden Bakterien für ungewollte Nebenwirkungen bei den Kleinen einfach zu groß war. Das Bakterienlysat bestand aus Zellhüllen, die schon zuvor auf Aktivierung des Immunsystems (antigene Wirkung) getestet waren.
@10 ich denke die Hygienehypothese hat nichts mit einer feindlichen Einstellung zur Hygiene in Haushalt und ganz besonders in der Klinik zu tun. Ich glaube, dass Krankenhausinfektionen und damit verbundene Todesfälle vielleicht (unter anderem) deshalb zugenommen haben, weil zu schnell zu Antibiotika gegriffen wurde (natürlich in der Landwirtschaft, aber auch in der Humanmedizin). Die Folge: Immer mehr Resistenzen und daher auch die Machtlosigkeit konventioneller Mittel der Infektionsbekämpfung.

#12 |
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Ursula Christen
Ursula Christen

Ich weiß nicht so recht, ob das stimmt. Mein Mann (64 Jahree) ist auf dem Land aufgewachsen und hat seit seinem 14. Lebensjahr sehr starken Heuschnupfen (Gräser). Ist er damit die Ausnahme von der Regel? Seit fast 40 Jahren wird das Immunsystem durch Hundehaltung trainiert, d.h. mind. zweimal am Tag draußen sein, und trotzdem kann er so schön laut nießen, daß der nächste Nachbar “Gesundheit” wünscht.

#11 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Es ist bedauerlich, dass nicht berichtet wurde, ob die neugeborenen Studienteilnehmer vaginal oder per sectio entbunden wurden. Falls das in der Studie nicht berücksichtigt wurde, muss man das Studiendesign gerade in diesem Zusammenhang als total daneben bezeichnen!

#10 |
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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Detlev Ganten hat uneingeschränkt recht. Aber wo sollen die Kinder in sog. zivilisierten Welt BRD noch einen Misthaufen finden, den er sich vorgestellt hat. Wo es Mist gibt, ist er hochkonzentriert als Gülle und höchst ungesund. Zudem sind Kinder heute einer Unmenge an allergisierenden Stoffen ausgesetzt über Food, Kleidung u.v.a.m. Eine Idee, wie man aus Mist Medikamente herstellt und damit Geld macht, ist nicht neu und der Pharma zu eigen. “Pekunia non olet” Den Kindern wird es nicht helfen, den “Mist” zu schlucken.

#9 |
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Gudrun Kühlen
Gudrun Kühlen

Bei der hier mit Innbrunst vorgebrachten feindlichen Einstellung zur Hygiene wundert mich nicht mehr, dass in unserem Land mehr Menschen an Krankenhausinfektionen sterben als im Straßenverkehr.

#8 |
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Alles was oben geschrieben wurde ist richtig. Viele Wege führen nach Rom, aber alle diese Wege sind nur auf die Symptome gerichtet. Was ist die Ursache jeder Allergie? Kurz, es sind B-Zellen oder Plasmazellen, die Antikörper bilden können, die auf körpereigenes Eiweiß passen und somit binden Können. Die sog. Allergene sind wegen Ähnlichkeiten der Struktur nur die Auslöser des Vorganges aber nicht die Ursache der Allergie. Also wenn alle Plasmazellen, die Antikörper gegen körpereigenes Eiweiß bilden können, entfernt werden gibt es keine Allergie mehr, (und auch keine Autoimmunkrankheiten).
Ich habe diese pathologischen Plasmazellen über Einschaltung der Appoptosereaktion bei einigen hundert Patienten restlos beseitigt. Alle haben keine Allergie mehr. Heuschnupfenpatienten sind bei mir spätestens ab der zweiten Saison nach Behandlungsbeginn beschwerdefrei. Ich gebe mei Wissen gerne für große Studien frei, aber wer soll das finanzieren? Die Pharmaindustrie unterstützt nur Forschungen an deren Ende ein Medikament steht, das teuer verlauft werden kann. Für Untersuchungen von Quantenphänomenen gibt es kein Geld. Nun forscht mal schön!

#7 |
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Christine Donth
Christine Donth

Aus rein naturwissenschaftlicher Sicht ist die Hygiene – Allergie – Hypothese nicht haltbar, da es zu viele “Ausnahmen” gibt. Oder warum bekommen Erwachsene plötzlich Nahrungsmittelallergien und Heuschnupfen? In den 50er Jahren konnte man bestimmt nicht von übertriebener Hygiene sprechen!

Die Darmflora scheint allerdings eine deutlich größere Rolle für das Immunsystem zu spielen als bisher angenommen, die kann ich als Allergiker und Neurodermitiker aus eigener Erfahrung bestätigen. Man macht ja auch so seine Selbstversuche ;)

#6 |
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Mein 3. Kind fing schon im Alter von 3 Wochen(!)mit schwerem Milchschorf und Allergien auf Nahrungsmittel, mit denen er über die Muttermilch Kontakt hatte, an. Wir lebten damals direkt am Spielplatz, er aß später Sand, hatte schon als Säugling Würmer, wir hielten mehrere Haustiere…Trotzdem ist er ein Extrem-Allergiker geworden, der keine Allergie auslässt…

#5 |
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Heilpraktiker

Der Autor der Heilpraktiker-Akademie (Rudolf Schweitzer) behandelt seiner Aussage nach Atopiker erfolgreich mit gamma linolensäure (am billigsten aus Walnussöl).
Da auch mein IgE-Spiegel bei 200 liegt (bislang ziemlich symptomlos), mache ich mal einen Selbstversuch. (lecker ist es schon mal *g*)

#4 |
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Immer wieder wird in der Allergieforschung m.E. die emotionale Einstellung zum Allergen, bzw. weitreichender zur Situation der Exposition unterschlagen. Ein Kind, das glücklich im Dreck spielt wird sich (nicht nur) immunologisch anders verhalten als ein Kind ängstlicher Eltern, das aus Gründen der Gesundheit pharmakologisch aufbereiteten “Dreck” fressen muss.
Dass es psychoimmunologische Auswirkungen gibt beweist mir immer wieder die Allergiebehandlung durch Hypnose. Hier beeinflusst der Geist die Funktionsmuster des Immunsystems, was sich aber an den üblichen Labortieren nicht überprüfen lässt.

#3 |
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PD Dr. Hartmut Grimm
PD Dr. Hartmut Grimm

….mich wundert, dass zum Anstoßen von “idealen” Spiegeln von IgE Bakterienantigene genommen werden und nicht z.B. solche von Madenwürmern / Zecken / usw. – was man sich halt so an Parasiten einfängt als Krabbelkind!?

#2 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Meine Großmutter Oma Lene wusste schon: “Dreck scheuert den Magen..!” und lag offenbar gar nicht so falsch damit. Ich selbst durfte am Stadrand in dern sechzigern noch im Dreck spielen, bin aber Pollenallergiker geworden.
Auf jeden Fall ist der heutige Sterilitätsfimmel in der Kinderaufzucht unsinnig, vermutlich sogar schädlich.

#1 |
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