Enuresis: Pillendosen oder Klingelhosen?

9. Oktober 2014
Teilen

Jedes sechste Kind im Alter von fünf Jahren nässt nächtlich ein – bei den 15-Jährigen sind es noch rund 1,5 Prozent. Auch wenn man heute einiges über Enuresis nocturna weiß, gibt es noch viele Fragezeichen. Eine Vielzahl von Ansätzen versucht möglichen Ursachen entgegenzuwirken.

Australische Wissenschaftler haben jetzt einen Zusammenhang zwischen Enuresis und nächtlichen Atemstörungen erkannt. Kinder mit zu großen Gaumen- oder Rachenmandeln konnten häufig durch die Beseitigung der Atemhindernisse vom Bettnässen befreit werden. War die Atmung wegen eines zu engen Gaumens gestört, wurden die Bettnässer beim Tragen eines Expanders zur Dehnung des Rachens rasch trocken.
 Hierzulande gibt es bisher noch keine derartigen Forschungsansätze. „Möglicherweise sinkt durch die Atemprobleme der Unterdruck im Brustkorb so sehr, dass vermehrt bestimmte Hormone gebildet werden, die zusätzlich Flüssigkeiten aus dem Körper ausscheiden“, so Dr. Ingo Franke, Oberarzt am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn.

Begünstigende Erkrankungen sind auch u. a. Zystitis, Obstipation, urethrale Obstruktionen und Diabetes. Je länger ein Kind schläft und je kleiner die funktionelle Blasenkapazität ist, umso größer ist das Risiko, dass die nächtliche Urinproduktion die Blasenkapazität übersteigt.

Geschwisterzuwachs als Ursache

Psychopathologisch könnte neben vielen anderen Ursachen auch die Wut und die Eifersucht auf ein neugeborenes Geschwisterkind die Ursache sein. Das Kind darf seine Abneigung nicht zeigen, aus Angst, die Liebe der Eltern zu verlieren. Das Kind hat in der Interaktion mit den Eltern Erfahrungen bedingter Wertschätzung gemacht, die ihm ‚gesagt‘ haben: „Nur wenn Du Dich so verhältst, wie wir das für gut halten (und dazu zählt, eben nicht wütend auf das Geschwisterkind zu sein), lieben wir Dich“. Für das Kind ist das Einnässen eine Möglichkeit, diesen Konflikt zu lösen, eine Kompromissbildung zu finden: Das Kind setzt sich in einen Zustand vor Geburt des Geschwisterkindes zurück (als die ‚Konkurrenz‘ noch nicht bestand) und versucht sich auf diese Weise selber die Zuwendung der Eltern zu sichern, ebenfalls in den Mittelpunkt zu gelangen. Diese Ansicht vertritt unter anderem die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland (VAKJP) in ihren Leitlinien über Enuresis.

Einteilung nicht einheitlich

Die International Children’s Continence Society (ICCS) empfiehlt die Einteilung in monosymptomatische Enuresis (MNE) und nicht-monosymptomatische Enuresis (NMNE). Kinder, die an der monosymptomatischen Form leiden, nässen ausschließlich nachts ein. Kinder, die auch tagsüber Symptome wie vermehrte oder verminderte Miktionsfrequenz, imperativen Harndrang, Haltemanöver oder Harninkontinenz zeigen, erhalten die  Diagnose NMNE. Die Einteilung der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) sieht wie folgt aus:

Primäre isolierte (monosymptomatische) Enuresis nocturna:

  • Tiefer Schlaf
  • Schwere Erweckbarkeit trotz normaler Schlafarchitektur
  • Hohe Einnässfrequenz
  • Polyurie
  • Variation der cirkadianen ADH-Sekretion
  • Unauffällige Urodynamik ohne Miktionsauffälligkeiten tagsüber
  • Geringe psychiatrische Komorbidität

Primäre nicht-monosymptomatische Enuresis nocturna:

  • Miktionsauffälligkeiten (Drangsymptome, Aufschub oder Dyskoordination tagsüber)

Sekundäre Enuresis nocturna:

  • Rückfall nach einer trockenen Periode von sechs Monaten
  • Erhöhte Rate von psychiatrischen Begleitsymptomen

Untergruppen tags oder tags/nachts einnässender Kinder


Idiopathische Dranginkontinenz:

  • Häufigste Form des Einnässens am Tag
  • Ungewollter Harnabgang mit überstarkem Harndrang
  • Pollakisurie
  • Verminderte Blasenkapazität
  • Einsatz von „Haltemanövern“
  • Urodynamisch: Detrusorinstabilität mit ununterdrückbaren Detrusorkontraktionen während der Füllungsphase

Harninkontinenz bei Miktionsaufschub:

  • Psychogenes Verweigerungssyndrom oder erlernter Verhalt
  • Harn wird retiniert und die Miktion hinausgezögert
  • Seltene Miktionen mit langen Intervallen
  • Trotz Einsatz von Haltemanövern kommt es zum Einnässen tagsüber
  • Hohe Rate von komorbiden externalisierenden Störungen wie Störung des Sozialverhaltens und Hyperkinetisches Syndrom

Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination:

  • Urodynamisch definiert
  • Durch fehlende Relaxation und unkoordinierte Kontraktion des Sphinkter externus während der Miktion
  • Verlängerung der Miktionszeit
  • Verminderung der maximalen Harnflussrate
  • Ausgeprägte Kontraktionen des Beckenbodens
  • Stakkatoartige oder fraktionierte Miktionen mit inkompletter Blasenentleerung
  • Klinische Zeichen: Pressen zu Beginn der Miktion, Stottern.

Seltene Formen umfassen:

  • Stressinkontinenz mit Harnabgang in Zusammenhang mit erhöhtem intraabdominellen Druck, z. B. beim Husten oder Niesen
  • Lachinkontinenz mit kompletter Blasenentleerung beim Lachen
  • „Lazy-bladder-syndrome“ als Detrusor-Dekompensation mit seltenen, irregulären Miktionen und großen Restharnmengen

Sonne belohnt trockene Tage

Lassen sich keine organischen Störungen als Ursache feststellen, haben sich besonders psychotherapeutische Ansätze und Verhaltenstherapien bewährt. Eltern sollten ihr Kind nicht bestrafen, wenn es ins Bett gemacht hat. Auch die Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr oder das Aufwecken des Kindes nach einem „feuchten Ereignis“ sind nicht sinnvoll. Hilfreich kann ein Enuresis-Tagebuch sein. Dieser Kalender kann Kindern ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren helfen, trocken zu werden. Nach einer trockenen Nacht strahlt im Kalenderblatt die Sonne, die feuchten Nächte werden mit einer Wolke markiert. Bei jedem vierten Kind gelingt es auf diese Weise, das Problem innerhalb von mehreren Wochen in den Griff zu bekommen. Ziel ist es, das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken. Steht eine Sonne im Kalender, gibt es reichlich Ermutigung und Lob.

Reicht ein „Sonne und Mond Kalender“ nicht aus, sollten verhaltenstherapeutische Ansätze probiert werden. Wie oben beschrieben, ist es nicht sinnvoll, wenn die Eltern das Kind wecken, wenn sie merken, dass das Bett feucht ist. Dem Kind fehlt dann der kausale Bezug zum Ereignis des Einnässens. Lediglich wenn das Wecken unmittelbar nach dem Ereignis passiert, kann man sich einen „Pawlowschen Reflex“ nutzbar machen. Wenn die Blasenkontrolle versagt, können technische Sensorgeräte hilfreich sein. Methoden dieser Art sind in etwa 70 Prozent der Fälle heilend wirksam.

Körper- und bettgebundene Geräte

Diese elektronisch-unterstützenden Methoden helfen dem Kind, entweder trocken durchzuschlafen oder zu merken, wenn die Blase voll ist, und dann wach zu werden. Gibt das Gerät ein akustisches Signal, muss das Kind vollständig wach werden. Da oft der Rufton nicht ausreicht, sollten die Eltern das Kind dann vollständig wecken und mit ihm zur Toilette gehen. Das Gerät muss jede Nacht zum Einsatz gebracht werden. Man unterscheidet körpergebundene und bettgebundene Geräte. Körpergebundene Therapiegeräte sind häufig wirksamer als bettgebundene. Mit diesen sogenannten Klingelhosen® lassen sich bessere Lernerfolge und eine kürzere Behandlungsdauer erzielen. Auch für die Eltern bieten sie Vorteile. Gut konstruiert sind sie handhabbarer, komfortabler, funktionell tüchtiger und weniger pannenanfällig. Bettnässende Kinder haben eine höhere Erweckbarkeitsschwelle, die mit den Alarmgeräten überwunden wird. Besonders bei den Kindern mit nächtlicher Urge-Symptomatik scheint die Methode zu wirken. Der Stress durch das Aufwachen verhindert die Blasenkontraktion. Keinesfalls darf die Alarmtherapie dazu führen, dass das übermüdete Kind tagsüber vom Schlaf übermannt wird.

Eckpunkte der Alarmtherapie

  • Eine Enuresis-Therapie sollte nicht vor dem vierten Lebensjahr beginnen.
  • Das Kind wird geweckt und zur Toilette geschickt.
  • Diese Prozedur sollte nur einmal pro Nacht durchgeführt werden, um Tagesmüdigkeit zu vermeiden.
  • Die Behandlungsphase sollte möglichst nicht unterbrochen werden.
  • Nässt das Kind 14 Nächte hintereinander ein oder stellt sich nach vier Wochen kein Erfolg ein, sollte die Alarmtherapie beendet werden.
 Körpergebundene GeräteBettgebundene Geräte
Vorteile
  • klein, nicht hinderlich
  • komfortabel, bes. für Mädchen
  • weniger auffallend
  • selten falsche Alarme
  • langlebiger Feuchtigkeitsfühler



  • robust, wenig Defekte
  • komfortabel
  • leichter Batteriewechsel
Nachteile
  • ungewöhnliche Befestigung
  • Feuchtigkeitsfühler fällt heraus
  • manchmal Urinieren neben dem Fühler, bes. bei Jungen
  • schlechter Batteriewechsel
  • falsche Alarme
  • schneller Mattenverschleiß
  • Anordnung schwer zu verbergen
  • nackt schlafen müssen
  • häufig Alarm ausgeschaltet und weitergeschlafen

 

Bei der Enuresis nocturna sind nach den Leitlinien der DGKJP ineffektiv:

  • Flüssigkeitsrestriktion
  • Nächtliches Wecken
  • Verhaltenstherapien ohne Klingelgerät
  • Strafen
  • Blasentraining (ohne Vorliegen von Miktionsauffälligkeiten)
  • allgemeine (nicht verhaltenstherapeutische) Psychotherapien
  • Hypnotherapie
  • Chiropraxis
  • Anticholinergika (außer bei der Dranginkontinenz)
  • Andere Medikamente außer Desmopressin und Antidepressiva: Neuroleptika, Stimulantien, Diuretika, Prostaglandin-Synthese-Hemmer

Das Konzept der Urotherapie, bestehend aus nicht-pharmakologischer und nicht-chirurgischer Therapie ist ein verträgliches und effizientes Gesamtbehandlungskonzept.

Ist Pharmakotherapie nur Pipifax?

Die Leitlinie „Enuresis und funktionelle Harninkontinenz (F98.0)“ der DGKJP stammt aus dem Jahr 2006 und ist somit als antiquiert anzusehen. Sie sollte 2011 überarbeitet werden, aber auch im Jahr 2014 ist bisher noch keine neue Leitlinie veröffentlicht worden. Die Datentherapie zur Pharmakotherapie bei Kleinkindern ist sehr schlecht, lediglich zur Langzeittherapie bei Jugendlichen liegen einige Daten vor.

Das synthetische ADH-Analogon Desmopressin zeigt zumindest kurzfristig Erfolge, in sieben von 10 Fällen wird eine Reduktion der nassen Nächte erreicht. 25 Prozent werden im Verlauf einer 14-tägigen Therapie sogar vollständig trocken. 80 Prozent erleiden jedoch einen Rückfall. Die Gabe des Pharmakons kann oral oder nasal erfolgen und erscheint besonders bei hohem nächtlichen Urinvolumen sinnvoll. Die gefährlichste unerwünschte Wirkung ist Hyponatriämie. Eine Kombination mit den Anticholinergika Oxybutinin, Propiverin und, ab dem 12. Lebensjahr, Trospiumchlorid ist möglich. Anticholinergika sollten nur nach Ausschluss einer Obstipation oder vorhandener Restharnmenge eingesetzt werden. Eine Monotherapie, die ohne ADH als Basistherapie meist in höheren Dosen erfolgt, ist durch zahlreiche unerwünschte Wirkungen gekennzeichnet. Es treten Mundtrockenheit, Halluzinationen, Agitation und Albträume auf. Auch trizyklische Antidepressiva wie Imipramin werden häufig genannt. Die Kardiotoxizität schränkt die Anwendung jedoch deutlich ein.

Egal ob Hose oder Pharmaka, im Mittelpunkt der Therapie sollte das Kind mit seinen Problemen stehen. Enuresis ist eine große Herausforderung, für Therapeuten, Eltern und den betroffenen, kleinen Patienten.

90 Wertungen (4.46 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

12 Kommentare:

Dr. H.
Dr. H.

@Christian Becker

Ein Kind möchte Nachts keine Windel tragen (wir nennen diese “Sicherheitshose”), da haben Sie recht. Wenn die Alternative dazu bedeutet, im nassen Bett wach zu werden, ist das auch für das Kind ok. Es gibt Kinder, die haben so einen tiefen Schlaf, dass eine Klingelhose nicht funktioniert. Diese Kinder könne Sie Nachts auf den Kopf stellen, sie werden nicht wach, sie werden auch durch einen Harndrang nicht wach. Die Windel bedeutet für ein Kind keine Strafe, wenn man es bespricht und erklärt.
Leitlinien zu so einem Thema halte ich persönlich für grossen Schwachsinn.

#12 |
  0
Apotheker

@Micha H.
Ich denke, Ihr Ansatz mit der Windel kann auch bei anderen funktionieren, birgt aber gleichzeitig Risiken.
Zum einen will wohl kein Kind, das älter als 4 oder 5 Jahre ist, nachts eine Windel tragen müssen – und sieht das vielleicht als Strafe für das Bettnässen an.
Zum anderen könnte sich bei zu großem Vertrauen auf die Windel auch der gegenteilige Effekt einstellen, und das Kind geht eben nicht mehr nachts zur Toilette, selbst wenn es vom Harndrang wach wird.
Auffällig ist doch, dass in den Leitlinien der Einsatz von Windeln nicht empfohlen wird.

#11 |
  0
Heilpraktikerin

Zitat:”Auch die Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr oder das Aufwecken des Kindes nach einem „feuchten Ereignis“ sind nicht sinnvoll.”
Auch da bitte den gesunden Menschenverstand einschalten. Übermäßige Flüssigkeitszufuhr in den Abendstunden soll aber auch nicht statt finden…
Geweckt haben wir unseren Sohn immer, wenn das Bett nass war; sollen die Kinder den Rest der Nacht im nassen, riechenden Bett verbringen? Wenn die Hose klingeln darf, darf ich doch auch frisch beziehen, oder? Nicht aus verhaltenstherapeutischen, sondern aus ganz pragmatischen Gründen!

#10 |
  0
Heilpraktikerin

Auch mal in die Richtung “Monsterangst” denken; diese kann Kinder dazu bringen, trotz nächtlichem Drang den Toilettengang zu vermeiden. Ebenso ausreichenden Schlaf sicherstellen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir herausgefunden haben, dass die Unsitte unter Kindern und Jugendlichen scheinbar weit verbreitet ist, sich bis spät in die Nacht hinein anzurufen oder Textnachrichten hin und her zu schicken. Der erste Schlaf war dann so tief, dass der Harndrang nicht wahrgenommen wurde.

#9 |
  0
Susanne Hainich
Susanne Hainich

wichtig ist: unterscheiden zwischen primärer und sekundärer enuresis! sekundäre heilt von ganz alleine aus ohne klingelhosen terror und nächtliche weckaktionen, in den allermeisten fällen, hat nichts mit irgendwelchen stressituationen zu tun und ist dadurch völlig unbeeinflusst! hätte ich nicht jemanden gehabt, der mich ermuntert hat, den ganzen spuk bei meinem sohn zu lassen, eine windel umzubinden und die die sache “auszusitzen” hätte ich auch alle hebel in bewegung gesetzt und auch noch ohne den gewünschten erfolg. so hat sich das von allein erledigt, ohne stress, wahrscheinlich wurde das entsprechende hormon einfach verspätet zur verfügung gestellt. das problem war plötzlich praktisch und buchstäblich “über nacht” erledigt, die windel war einfach eines nachts trocken und das für immer.

#8 |
  0
Heilpraktikerin

Dass Lunge und Blase in einem direkten Zusammenhang stehen, wissen die Chinesen schon lange. Entsprechend sind auch die Behandlungskonzepte bei Eunresis in der Chinesischen Medizin angelegt. Und das hilft den Kindern ohne Klingeln und Chemie auf eine sanfte Weise. Sogar ohne Nadelstich, bei den Ängstlicheren.
Chemie, Klingeln und Sonne und Regen malen und das alles belastet die Kinder nur zusätzlich – das kann ich aus eigener leidvoller Erfahrung sagen.
Simone K. Riecke
Heilpraktikerin

#7 |
  0

Ich kann von großen Erfolgen mit einem Q 10 Präparat der Firma MSE berichten und denke, auch das sollte ein Versuch wert sein. Es tut nicht weh, und die Kinder können diese Tröpfchen/Hübe problemlos einnehmen.
Sonja Pluntke
Heilpraktikerin

#6 |
  0
Prof. Dr. Dieter Böning
Prof. Dr. Dieter Böning

Man sollte gelegentliches Einnässen nicht unnötig pathologisieren. Nach meiner Erfahrung passiert es häufig nach etwas Aufregendem: in der ersten Nacht während eines Besuchs bei Verwandten in einer anderen Stadt, im Kinderheim oder im Internat.

#5 |
  0

Eine recht gute Übersicht zum Thema Enuresis, ob die Tonsillektomie uns wirklich weiterhilft, lasse ich mal unkomentiert.
Nach Ausschluss einer organischen Ursache oder einer eventuell vorliegenden körperlichen oder seelischen Misshandlung, ist m. E. das wichtigste bei der ärztlichen Begleitung eines Enuresis-Kindes, sowohl den Eltern als auch dem Kind klar zu machen, dass es sich lediglich um eine Reifeverzögerung handelt, die lästig aber nicht gefährlich ist und in fast 99 % der Fälle mit und ohne Klingelhose von alleine ausheilt. Hilfsmittel und Medikamente können dabei unterstützen, das wichtigste aber ist die Geduld, die von allen Beteiligten aufgebracht werden muss. Das ist auch für den behandelnden Urologen oder Kinderarzt nicht einfach, denn der Druck seitens der Eltern ist natürlich oft sehr hoch. Kollege H. hat den gelassenen Umgang mit diesem Problem aus seiner Erfahrung schön dargestellt

#4 |
  0
Dr. med. Gerhard Middelberg
Dr. med. Gerhard Middelberg

m.E. eine ganz gute Übersicht. Auch wenn manches nicht brandneu ist, ist es dennoch nicht antiquiert, weil manche Dinge sich nun mal nicht ändern, und dann ist neuer nicht besser. Einige technische Anmerkungen zu den Nachteilen körpergebundener Weckapparate, die ich so nicht stehen lassen möchte: es gibt verschiedene Geräte, die mit herkömmlichen AAA-Batterien betrieben werden, und der Wechsel ist auch nicht komplizierter als bei einer Taschenlampe. Man kann den Detektor sehr gut in einer kleinen Monatsbinde anbringen, die in eine einen gut sitzenden Schlüpfer geklebt wird, dann haben in der Regel auch Jungen keine Probleme. Das Kabel (innen durch den Schlafanzug geführt) und das Alarmgerät selbst (meist angebracht vorne an einer Schulter) stören die meisten Kinder nach meiner Erfahrung kaum. Sehr gut eignen sich m.E. Geräte mit einem zusätzlichen Vibrationsalarm, da die Kinder durch Ansprechen eines weiteren Sinnes besser geweckt werden. Außerdem kann man bei Kindern, die gut auf das Gerät reagieren, dann den akustischen Alarm abschalten, und der Rest der Famile kann ungestört durchschlafen.

#3 |
  0
Edita-Kerstin Siems
Edita-Kerstin Siems

Schade, durch schließlich antiquiert apostrophiertes Material geführt zu werden. Vielleicht hätten die VAKJP Leitlinien doch breiteren Raum einnehmen sollen.

#2 |
  0
Dr. med. Claus Schott
Dr. med. Claus Schott

Wirklich interessanter Artikel. Leider fehlen die Literaturangaben. Vor allem für die Studie über Atemwegserkrankungen und Enuresis. Bitte einfügen.

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: