Fettabbau: Schlüsselprotein gefunden

12. April 2013
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Wissenschaftler entdeckten nun bei ihren Untersuchungen zum komplexen Zusammenspiel von Enzymen beim Herz-Fettstoffwechsel ein Schlüsselprotein für den Fettabbau.

2004 sorgte Univ.-Prof. Dr. Rudolf Zechner mit seinem Team am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz mit der Entdeckung der “Adipose Triglyceride Lipase” (ATGL) als hauptverantwortlichem Enzym für die Fettspaltung für Aufsehen. Jetzt kann die Arbeitsgruppe von Günter Hämmerle einen weiteren Erfolg vermelden. “Wir wissen nun, dass die ATGL das Protein “Comparative Gene Identification” – kurz CGI-58 – als Ko-Aktivator braucht, um seine Funktion erfüllen zu können”, berichtet Hämmerle. Im Rahmen ihrer Dissertation hat Mag. Kathrin A. Zierler erstmals die Bedeutung des CGI für den Fettabbau im Herzmuskel aufgeklärt.

“Die wichtigsten Energielieferanten für das Herz sind Fette, die Triglyceride. Ihr Abbau vollzieht sich in drei Stufen. Dabei werden Fettsäuren frei, die den Muskelzellen als Brennstoff dienen”, erklärt Günter Hämmerle. Fehlt das CGI, hat das die gleichen Folgen wie das Fehlen der ATGL. Der Abbauprozess kommt nicht mehr in Gang, was zu Adipositas und zur Verfettung von Organen führt. “Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass es ohne CGI-58 zur Herzverfettung und in der Folge zur Kardiomyopathie, einer schweren Herzmuskelerkrankung, kommt, die eine Transplantation notwendig machen würde”, so Hämmerle.

Die Forschungen der Arbeitsgruppe brachten noch eine weitere neue Erkenntnis: Das Herz speichert selbst auch Fett, das abgebaut werden muss. Damit widerlegten die Grazer Forscher die bisherige Ansicht, dass die Triglyceride als Energiequelle für das Herz größtenteils von außen über das Blut geliefert würden.

Kontrollierter Fettabbau

Dass dem Abbau von Fettsäuren im Herzmuskel im Idealfall offenbar auch Schranken gesetzt werden, zeigte ein anderes Forschungsergebnis, für welches sich Nina Pollak, MSc hauptverantwortlich zeichnet. Die Dissertantin aus Hämmerles Team entdeckte, dass das Protein Perilipin 5 im Herzmuskel eine Barriere gegen die ATGL bildet, um vor einem unkontrollierten Abbau von Triglyceriden zu schützen.

Originalpublikationen:

Functional Cardiac Lipolysis in Mice Critically Depends on Comparative Gene Identification-58
Kathrin A. Zierler et al.; The Journal of Biological Chemistry, doi: 10.1074/jbc.M112.420620; 2013

Cardiac-specific overexpression of perilipin 5 provokes severe cardiac steatosis via the formation of a lipolytic barrier
Nina M. Pollak et al.; Journal of Lipid Research, doi: 10.1194/jlr.M034710; 2013

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Forschung, Kardiologie, Medizin

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1 Kommentar:

Hans – Peter Kastner
Hans – Peter Kastner

Man nimmt, wenn man Blutdrucksenkenten Mittel einnimmt auch zu. Eine Umstellung der Medikation, kann aber auch große Wirkungen zeigen.Eine Person nahm vorher 2mal 1/2 Meto Hexal 95 mg,1 HCT 25 mg und 1mal Amlodipin und 1mal Ass300 täglich ein!Mit dieser Medikation nahm Sie 8 Kilo zu, ohne dabei mehr oder anders gegessen zu haben. Nach der Umstellung nimmt Sie täglich Morgens je 1 Torasemit 10mg 1 Ramipril 2,5 mg und 1/2 Meto, und Abends nochmals 1/2 Meto Hexal 95 mg ein. Seit dieser Zeit nimmt Sie zusehends ab. Ihr wurde vorher gesagt, das die enorme Gewichtszuname an Meto gelegen haben soll. Den aber nicht so war und hat dieser Person wieder ihren Lebenswillen zurück gegeben.

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