Hirntumoren: Kombinierte OP-Technik

11. April 2013
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Wissenschaftler kamen jetzt in einer internationalen Vergleichsstudie zu dem Ergebnis, dass Patienten mit einem Hirntumor - beispielsweise im Bereich des Sprach-, Seh- oder Hörzentrums - computerassistiert erfolgreicher operiert werden.

In der aktuellen Studie werteten Neurochirurgen über 120 internationale klinische Studien zur Tumorchirurgie aus. Grundsätzlich wurden dabei zwei Patientengruppen unterschieden: a) Patienten, deren Tumor in einem funktionell unkritischen Randareal lag und b) Patienten, deren Tumor in direkter Nähe eines funktionellen Gehirnzentrums lag. Während es für die Patientengruppe a) keinen nennenswerten Unterschied im Hinblick auf die Operationsart gab, zeigten die Studien bei der Patientengruppe b) mit einem Tumor in direkter Nähe des Sprach-, Seh- oder Hörzentrums, dass sie mit größerem Erfolg in einem Zentrum mit computerassistierter Neurochirurgie operiert werden konnten. Weiterhin ergab die Studienanalyse, dass für eine optimale Patientenversorgung objektive Volumen- und Funktionsanalysen essenziell sind.

Investitionen zahlen sich aus

“Durch die Kombination von computerassistierten Operationen, Magnetresonanz-Bildgebung und der Tumor-Fluoreszenz-Visualisierung ‘DIVA’ im Operationssaal haben wir am Uni-Klinikum Erlangen eine Infrastruktur, in der wir auch Hirntumoren, die in direkter Nähe von funktionell wichtigen Hirnregionen liegen, mit höchster Präzision sicher operieren können”, sagte Klinikdirektor Prof. Dr. Michael Buchfelder. “Die aktuelle Studie belegt, dass sich die hohen Investitionen in die OP-Technik für unsere Patienten auszahlen.”

Bei der Behandlung von hirneigenen Tumoren steht nach wie vor die operative Therapie an erster Stelle, gefolgt von einer Bestrahlungs– und Chemotherapie. “Dabei sind die präoperative Tumorklassifikation, die Operationsart und der Umfang der Tumorentfernung für den Erfolg der anschließenden Therapie von entscheidender Bedeutung”, sagt der ebenfalls studienbeteiligte Dr. Ilker Y. Eyüpoglu.

Die Neurochirurgie stand allerdings lange Zeit vor dem Problem, dass Tumoren sich nur sehr schwer von gesundem Hirngewebe und funktionell wichtigen Hirnregionen – wie dem Sprach-, Seh- oder Hörzentrum – unterscheiden.

Originalpublikation:
Surgical resection of malignant gliomas – role in optimizing patient outcome.
I. Y. Eyüpoglu et al.; Nature Reviews; doi: 10.1038/nrneurol.2012.279.; 2013

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1 Kommentar:

Allgemeinplätze wie diese hier werden seit Jahren immer wieder und immer mit der Vorstellung eines neuen, hochwirksamen Konzepts verbreitet. Ich finde es höchst unseriös über Erfolge gerade bei der Gliombehandlung zu berichten, ohne konkrete Angaben über die Verlängerung der Überlebenszeit im Vergleich zu bisherigen Strategien und Therapien nennen. Das Zitat des pbmed abstract: “Survival time in patients with malignant glioma has modestly increased in recent years owing to advances in surgical and intraoperative imaging techniques” ist nur zu wahr, wenn man modestly richtig im bisherigen Sinne von Wochen und Monaten versteht. Leider ist der Originalartikel darüber hinaus auch über universitäre e-medien noch schwer zu erreichen. So wirkt das Ganze wie die polternde Rechtfertigung von Millioneninvestitionen in Medizintechnik, an deren Rechtfertigung mancher durchaus Zweifel hegt oder (damit muß man ja heute auch rechnen) gar als Werbungsartikel, den nach meinen Erfahrungen auch noch die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit verfasst haben könnte.
Also bitte, keine Werbung auf diesen Seiten und dies nicht als wissenschaftlich relevante Information oder Hoffnungsschimmer für eigene verzweifelte Patienten verwerten.

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