ABDA: Nordrhein denkt ans Kofferpacken

30. September 2014
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Katzenjammer ganz ohne Oktoberfest: Für Nordrhein verlief der Apothekertag äußerst unerfreulich. Jetzt denken Spitzenfunktionäre laut über mögliche Konsequenzen bis hin zum ABDA-Austritt nach. Falls sie tatsächlich ernst machen, könnte eine Lawine ausgelöst werden.

Ende August bestätigten Delegierte aus Nordrhein Lutz Engelen als neuen Kammerpräsidenten – es ist seine dritte Amtszeit. Engelen war schon immer ein Freund klarer Worte. Er will sich unter anderem für eine neuerliche Preisbindung bei OTCs einsetzen. Zusammen mit dem Mathematiker Uwe Hüsgen wies er Anfang 2014 nach, dass Apotheker bei der BtM-Abgabe zusätzliche 8,31 Euro erhalten müssten, um eine schwarze Null zu schreiben. Auch ansonsten tut sich viel. Kürzlich reisten Delegierte seiner Kammer mit einem dicken Antragsbündel zum Apothekertag.

Fast alles abgelehnt

Sie wurden bitter enttäuscht. Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerschaft lehnte sechs von sieben selbst gestellten Anträgen aus Engelens Kammerbezirk ab. Besonders ärgerlich: Nordrheins ohnehin schon eingedampfte Forderung, zu prüfen, welche Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erforderlich wären, löste sich in Rauch auf. Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbands Schleswig-Holstein, sagte: „Was wollen Sie im G-BA? Seien Sie froh, das Sie nicht drin sind!“ Seiner Argumentation schlossen sich viele Stimmberechtigte an. Schließlich blieb noch eine Drucksache zur „Wahl des ABDA-Präsidenten auf dem Deutschen Apothekertag durch Delegierte“ im Sinne einer „verstärkten demokratischen Legitimation“ und für eine „höhere Unabhängigkeit“. Dadurch sollten auch politische Forderungen stärker wahrgenommen werden, heißt es in der Begründung. Völlig genervt zog die Kammer ihren Antrag zurück und denkt jetzt über mögliche Konsequenzen nach.

Boykott oder Austritt

Martin Katzenbach, ein Kollege aus Engelens Kammerliste, sieht mehrere Möglichkeiten, wie sich Nordrhein künftig verhalten könnte. Das Spektrum reicht vom Verzicht auf künftige Anträge bis hin zum möglichen ABDA-Austritt – letztere Maßnahme ist eher als Ultima Ratio nach gründlicher Analyse und nach Befragung aller Mitglieder zu sehen. Immerhin darf Nordrhein als mitgliederstarker Kammerbezirk nicht unterschätzt werden. Sollten entsprechende Drohungen wahr gemacht werden, wird so manche Apothekerkammer auch ins Grübeln kommen. Ein „Dammbruch-Effekt“ wäre nicht auszuschließen.

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1 Kommentar:

Erika Siebert
Erika Siebert

nnn

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