Leitlinien: 50 Shades of Grey

29. September 2014
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Pharmazeutische Firmen versuchen an vielen Stellen, Ärzte zu beeinflussen, egal ob im Studium, bei Fortbildungen oder bei Fachartikeln. Leitlinien wecken ebenfalls Begehrlichkeiten – schließlich geht es um Verschreibungen. Ein Vorgehen, gegen das sich zunehmend Widerstand regt.

Geschenke an der Hörsaaltür: Industrievertreter strecken ihre Fühler bereits nach angehenden Ärzten aus. Klaus Lieb und Cora Koch befragten 1.151 Studierende nach Erfahrungen mit Pharmafirmen. Von ihnen hatten 24,6 Prozent mindestens eine gesponserte Veranstaltung besucht. Nichtinformative (65,6 Prozent) sowie informative Geschenke (50,8 Prozent), Sonderdrucke (39,3 Prozent) oder Medikamentenmuster (8,6 Prozent) kamen ebenfalls vor. Rund jeder zweite Befragte gab zu Protokoll, die Annahme von Geschenken sei in Ordnung, weil dadurch ein minimaler Einfluss geltend gemacht werde und weil die eigene finanzielle Situation schlecht sei. Lieb und Koch resümieren: „Medizinstudierende sollten bereits während des Studiums über Strategien pharmazeutischer Unternehmen zur Beeinflussung ihres Verordnungsverhaltens informiert werden, um eine kritische Haltung dazu entwickeln zu können.

Gut gesponsert

Nicht ohne Grund: Im späteren Berufsalltag lauern Einflussnahmen an jeder Ecke. Zuletzt geriet der Beitrag „Pneumokokken-Impfrate bei Erwachsenen: Analyse von mehr als 850.000 Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse“ in das Kreuzfeuer der Kritik. Dr. Niklas Schurig, Vorstandsmitglied bei MEZIS e.V., bemängelt eine „irrationale Fokussierung auf den Prevenar-Impfstoff“ sowie eine „zu positive Gewichtung“ der Vakzine. „Unerklärtes Ziel dieses Artikels ist nach unserer Auffassung deshalb, den Marktzugang des Pfizer-Konjugat-Impfstoffs Prevenar zu beflügeln“, so Schurig und Kollegen. In einem offenen Brief fordern sie vom Deutschen Ärzteblatt, Autoren mit erheblichen Interessenkonflikten künftig auszuschließen. Entsprechende Standards würden in Magazinen wie „The Lancet“ teilweise schon heute umgesetzt.

Das Leid mit den Leitlinien

Kein Wunder, denn so mancher Artikel landet früher oder später über medizinische Fachgesellschaften in einer Leitlinie. Firmen haben größtes Interesse, hier Einflüsse geltend zu machen. Details liefert eine Analyse von 297 Leitlinien deutscher Fachgesellschaften. Insgesamt bekamen 680 Autoren (49 Prozent) Zuwendungen, die auf mögliche Interessenkonflikte hindeuten. Laut Schurig wird unter anderem die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) stark von Firmen unterstützt. Als Beispiel führt er die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes-Therapie an: „Sogar im Therapieschema ist ein Bruch zwischen verschiedenen Fachgesellschaften ersichtlich.“ Falls Metformin nicht mehr ausreicht, wird es spannend. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) raten zu Inhibitoren der Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4) oder des Natrium-Glukosetransporters-2 (SGLT-2) plus Insulin. Im Gegensatz dazu empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Insuline beziehungsweise Sulfonylharnstoffe. „Ein Blick in den Leitlinienreport zeigt, dass DDG-Mitglieder massive Interessenskonflikte haben“, weiß Schurig. Mediziner arbeiten teilweise als Gutachter oder Beiräte für Bristol-Myers Squibb, GSK, Lilly, MSD, Novo Nordisk oder Roche. Auch im Report zur S3-Leitlinie „Hodgkin-Lymphom“ der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) tauchen Affiliationen zu mehreren Konzernen auf. Laut Schurig keine Einzelfälle: „Kollege Hans-Christoph Diener hat bei der American Heart Association 32 Interessenkonflikte angegeben, bei der S3-Leitlinie Demenzen ist aber von keinem einzigen relevanten Konflikt die Rede.“

Nicht genug Experten ohne Interessenkonflikte

Diese Tatsache lässt sich mit einem Blick in das Kleingedruckte medizinischer Leitlinien kaum erklären. „Mitwirkende mit Interessenkonflikten, die aufgrund der Fachgesellschaften bzw. anderer Organisationen oder durch das Lenkungsgremium als befangen bewertet wurden, sollen nicht an der Bewertung der Evidenzen und der Konsensfindung mitwirken“, schreibt die AWMF. Für Schurig ist es mit Dokumentationspflichten und schwammigen Erklärungen aber nicht getan. „Im nächsten Schritt haben Verantwortliche festzulegen, wie leichte, mittelschwere und schwerwiegende Interessenkonflikte zu definieren sind.“ Bei Therapieentscheidungen für ein bestimmtes Medikament sollte Neutralität gewährleistet werden. Ein Experte sei auszuschließen, falls er etwa „im diabetologischen Bereich Aktien von MSD hat und bei Leitlinien DPP-4-Hemmer bevorzugt“. Schurig: „Wenn wir stringentere Vorgaben in Deutschland umsetzen würden, gäbe es aktuell nicht genug Experten ohne relevante Interessenkonflikte, die noch an hochwertigen Leitlinien mitarbeiten dürften.“ Hier laufe gerade ein Erneuerungsprozess von innen heraus. Kollegen um Professor Dr. Thomas Lempert haben „NeurologyFirst“ gegründet, um die „gut gelebte Grauzone zu verlassen“.

108 Wertungen (4.23 ø)

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18 Kommentare:

Prof. Dr. med. Hans Pistner
Prof. Dr. med. Hans Pistner

Ist dieser Artikel nicht sehr weltfremd ?
JEDER Experte hat Interessenkonflikte aufgrund seiner Erfahrung und Tätigkeit – sonst wäre er kein Experte geworden. Es kommt auf die Offenlegung an !!

Viel weitreichender sind doch die Vorgaben von Krankenhauskonzernen wie Helios, die entscheiden, welche Medikamente gekauft werden und welche nicht, welche Verfahren im Haus zugelassen werden und welche nicht.

#18 |
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Michael Schindler
Michael Schindler

Herr Schurig würde also selbst einen Sulfonylharnstoff nehmen? Oder doch lieber ein besseres Medikament aus der DDG-Leitlinie…?

#17 |
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#15: Der Beitrag spricht für sich und dem ist nichts hinzuzufügen.

#16 |
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Gast
Gast

@13: so sachlich und fachlich versiert Sie Ihr Statement schreiben, so naiv ist Ihre Frage an mich. Warnke hat auf den ersten Kommentar in einer Form geantwortet, die mich anfangs an einen Troll glauben lies. Ich stimme Grüner zu und fühle mich von Warnke diffamiert – so einfach ist das.
Ich lehne nicht wissenschaftlich fundierte Maßnahmen grundsätzlich ab, da sie den Pat übervorteilen. Der Therapeut als (hoffentlich!) Fachmann hat einen Wissensvorsprung, den er nur in wirklich begründeten Ausnahmefällen mittels Placeboeffekt einsetzen darf. Gerade Ihre Einstellung bekräftigt mich in meiner Ansicht! Es soll mich wohl erfreuen, dass Sie nicht “der Ärzteschaft als Ganzes den schwarzen Peter zuschieben”? Das ist wirklich beruhigend.
Entscheiden Sie, was hierher gehört? Also darf ich mir Ihre täglichen Arbeitsplatzsorgen hier reinziehen!?
Schön und gut, ich bin es leid, als Arzt in dieser Gesellschaft immer erst einmal in Generalverdacht zu stehen. Alternativ-“mediziner” handeln offensichtlich aus reiner, ehrlicher Mitmenschlichkeit…
Zugegeben, ich diskutiere hier recht aggressiv, aber derart substanzlose Äußerungen, hingerotzt wie die #2, bringen mich auf die Palme.
over and out

#15 |
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Ein Problem ist, dass Leitlinien vom Begriff “Leitlinie” her mehr Objektivität suggerieren. als sie de facto bieten. Was mich an den “Leitlinien” seit jeher stört, ist, dass sie Nicht-Medizinern suggerieren, Menschen könnten genauso schematisch behandelt werden wie eine Suppe nach dem Kochbuch zubereitet wird. Gerade SoFas (=Sozialfachangestellte der Krankenkassen), aber auch Juristen tendieren anscheinend dazu, dem Irrtum zu verfallen, der Homo sapiens sei genauso genormt wie der VW Golf auf dem Fließband. Dementsprechend sei eine medizinische Behandlung nicht notwendig, wenn sie nicht in den Leitlinien steht. – Medizinische Erfahrung und Intuition kommen in den Leitlinien allerdings nicht vor – wie auch? Dennoch sind Erfahrung und Intuition gerade die Qualitäten, die einen guten Arzt ausmachen.

Ein Vergleich (der natürlich hinkt, wie jeder Vergleich eben):

Wir Ärzte – zumindest die Fachärzte (wozu natürlich auch die für Allgemeinmedizin zählen!) haben eine Ausbildung hinter uns, die sicherlich nicht weniger aufwendig war als die eines Kochs, der einen Stern in irgend einem Gourmetführer erbeutet hat. Die leitlinienschreibenden Damen und Herren Professoren mögen ja alle mit 3-Sterne-Köchen vergleichbar sein, die nun die Kochbücher für die Medizin schreiben. Ob sich denn wirklich ein 3-Sterne-Koch der real kochenden Zunft der Hybris hingibt, dass die 1-Sterne-Köche nach seinem Kochbuch zu kochen haben??

Medizin ist im Fluss: Die Hälfte all dessen, was heute medizinisches Wissen ist, ist in 5-6 Jahren bereits obsolet (gell: bei den Damen und Herren Heilpraktikern ist es genau so, oder?) Sich dauernd mit Fortbildungen auf dem Laufenden zu halten ist nicht nur von der Ärztekammer auferlegte Pflicht, sondern auch ethische Verpflichtung – ebenso wie die Neuanschaffung der dicken Standardlehrbücher alle paar Jahre, wenn sie neu erscheinen. Die Leitlinien sind schlicht entbehrlich – zumindest für Mediziner, vielleicht weniger für Krankenkassenjuristen. Stellt sich nur die Frage, warum unsere Damen und Herren Professoren genau den Damen und Herren, die auch ihnen tagtäglich das Leben schwer machen, selber das Werkzeug dazu liefern?

Übrigens: Blog zum Gesundheitssystem:
http://blog.krankes-gesundheitssystem.com/#home
Sie sind herzlich eingeladen, mitzukommentieren!

Christian Nunhofer

#14 |
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Was ist so schlimm am Kommentar von Frau Warnke außer dem Lapsus mit DATEC statt DATEV (kann ja nicht jeder wissen)?
Ich habe seit der Wende mit der Pharmaindustrie zu tun gehabt (als Pharmaberater, als Studienleiter/ wiss. Mitarb. in einer Kinderklinik, als CRA in der klinischen Forschung für verschiedenste internationale Pharmafirmen). Es gab kein Fachgebiet, keine Indikation, wo seitens der Pharmaindustrie nicht in der einen oder anderen Weise Einfluss genommen wurde. Natürlich sind wir alle klug genug, eine offensichtliche Beeinflussung oder Manipulation zu bemerken. Außer auf Messen, da sind die Give-aways schon sehr gefragt. Die ist aber nicht das Problem. Das Offensichtliche ist ja zu einem Großteil dank Heilmittelwerbegesetz verboten oder eingeschränkt worden. Aber eben aus genau diesem Grund geht die Industrie ja diese Umwege, um eben juristisch unbehelligt und nicht sofort enttarnt ihre Pfründe zu sichern. Denn selbstverständlich geht es hier um ganz viel Geld, und das nicht nur national. Und es geht um Konkurrenz und Marktanteile.
Aber natürlich fängt sie nicht alle, zum Glück! Aber es gibt immer noch viele, die sich (müssen oder auch nicht) ihr Budget durch Pharma-Dienstleistungen aufpeppen. Und leider ist es in der Forschung nicht anders. Warum gibt es nur wenige gute Forschungsstellen? Alles andere wird Drittmittel finanziert. Und dann kann es passieren, dass man ins Institut kommt und nicht weiß, ob man heute bleiben kann oder wieder nach Hause gehen muss, weil der Drittmittelbescheid noch nicht da ist. Solch eine Zitterpartie ist nicht gerade hilfreich in Sachen unabhängige Forschung. Aber das ist auch ein Problem dieser Gesellschaft und des politischen Bodens, auf dem Bildung und Forschung einfach mal der Industrie überlassen wird. Das geht doch mittlerer Weile schon bis ganz runter an die Schulen.
Dennoch sollte man nicht der Ärzteschaft als Ganzes den schwarzen Peter zuschieben, zum Verführen gehören immer noch zwei.
By the way: Warum werden hier im Forum immer wieder Leute ihres Berufes wegen diffamiert? Ist es unehrenhaft, sich von der Schulmedizin abgekehrt und sich für Naturheilkunde entschieden zu haben (übrigens noch nicht von der Pharmaindustrie okkupiert) oder ist es eine Schande, Biologie oder Chemie statt Medizin studiert zu haben und dennoch eine Meinung zu äußern?
@Dr. Claus Nordmeyer: wenn Sie nicht zum Tierheilpraktiker gehen mögen, ist das Ihre alleinige Entscheidung. Das interessiert hier niemanden und gehört auch nicht hier her. Es gibt genug Menschen, die alternative Heilmethoden gut finden und denen sie auch helfen. Sprechen Sie bitte diesen nicht ihren Verstand ab, so wie Sie doch andererseits Ärzten soviel Verstand zubilligen, dass diese entscheiden können, was pharmazeutisch gesponsert ist und was nicht, was also recht ist und was nicht.

#13 |
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Gast
Gast

Sorry, ich muss da mal was geraderücken. Ich, Dr. Claus Nordmeyer, habe vorhin einen Kommentar geschrieben, der als Dr. med.dent. Michael Lechner unterschrieben wurde. Möglicherweise steht hier wieder L drunter, er ist es aber nicht. Technisches Problem…
Grundsätzlich kann man jedem alles zutrauen, wenn man will. Wer immer Böses vermutet, hat wohl schlechte Erfahrungen gemacht, aber ein derart unqualifizierter Kommentar wie der von Annmarie Warnke, bringt mich in Rage.
Natürlich wird man nicht auf allen “pharmagesponsorten Fortbildungen” manipuliert, aber es sind letztendlich Promotionveranstaltungen.
Wenn ich die Aussagen in den kostenlosen vermeintlich unabhängigen Fachzeitschriften ansehe, die mir regelmäßig in die Praxis flattern, sollte ich mir klar sein, dass man derart teure Hochglanzmagazine nur durch Werbung finanzieren kann. Entsprechend glaubwürdig sind die Inhalte.
Schlimm wird es, wenn ich den offiziellen Mitteilungen der Fachgesellschaften nicht mehr trauen kann, weil Forschung mittlerweile großteils durch “Drittmittel” finanziert wird.
Und darauf gründen sich dann die Leitlinien dieser Gesellschaften.
Was allerdings Fritten mit dieser Thematik zu tun haben, ist mir schleierhaft.

#12 |
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Weitere medizinische Berufe

Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass in den Kommentaren viel Frust abgelassen wird. Ich gehe auch zu Kongressen und höre dabei Pharma-gesponsorte Vorträge, aber kann doch unterscheiden, wo Fachinformation und wo Beeinflussung gemeint ist.

#11 |
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Janice Coyle
Janice Coyle

Moin, Moin!
Es hat sich nichts geändert in der schönen Pharmawelt…
Datev ist ein steuerliches Nutzerprogramm(Buchführung und mehr)die ich als* Selbst und Ständige* benutze. Beim Finanzamt rennt man(n) oder frau offene Türen ein. Nur zum Thema: Shades of Gray!!
Als ehemalige erfolgreiche Pharmaberaterin kann ich nur sagen: egal in welchen Berufszweig sie verweilen, Beeinflussung gibt es überall.
@8 Kommentar:Moin Dr.dent. Lechner! Ehrlich gesagt finde ich Ihren Kommentar(Tierheilpraktiker) total deplaziert.
Anyway…
Meine Damen und Herren, ich bin jetzt im Frittengeschäft tätig und was glauben sie wer mir die Bude einrennt?!
Beste Grüße von der Ostsee,
die Fritten-Diva

#10 |
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KFM
KFM

Zwei Dinge verstehe ich bei den Kommentaren nicht.
1. Wenn man sich doch darüber im Klaren ist, dass man auf pharmagesponsorten Fortbildungen manipuliert werden soll und natürlich nicht wird, weil man sich dessen bewusst ist (es gibt Studien, die das Gegenteil beweisen)… warum geht man dann überhaupt dahin?
2. Geht es in dem Artikel doch gar nicht um gesponsorte Veranstaltungen, sondern um Leitlinien. Das Thema ist doch viel brisanter. Im Falle einer Klage werden von Gutachtern oft die Leitlinien als Argument benutzt. Wenn diese nun aber nicht mehr als Marketinginstrumente der Pharmaindustrie sind, ist das Befolgen der Leitlinien zum Schaden der Patienten. Siehe hierzu z.B. auch die ESC-LL mit Empfehlung der perioperativen Betablockertherapie.
Da die Leitlinien an sich in Zahl und Umfang nicht wirklich zu überklicken sind, ist eine Beurteilung der Unabhängigkeit nicht zu leisten. Somit sind die Forderungen doch nachvollziehbar im Sinne von Ärzten und Patienten!

#9 |
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Dr. med. dent. Michael Lechner
Dr. med. dent. Michael Lechner

Wie man es macht, macht man es verkehrt… Verschreibts du was, machste damit Profit, verschreibste nichts, willste dein Budget schonen. Schuld ist immer der andere. Generalisiertes Misstrauen, total verkorkste Lebenseinstellung, bemitleidenswert!
Das Problem liegt eher bei der “un—abhängigen” Forschung. Leider muss man da als Arzt immer “zwischen den Zeilen” lesen.
Ehrlich gesagt, würde ich mit meinem Hund niemals zum Tierheilpraktiker gehen.
Sorry, musste jetzt sein… ;-)

#8 |
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Dr. med. Gerhard Middelberg
Dr. med. Gerhard Middelberg

6 Jahre studiert, 4-6 Jahre (mit Zusatzbezeichnungen auch länger) Facharztausbildung, dann etliche Jahre in der Praxis oder Klinik, Beeinflussung durch Pharma-Industrie (meist klare, erkennbare Interessenlage), Fachgesellschaften (da muß man gut hinsehen), Gesetztgebung (oft genug populistisch oder ideologisch begründet) und Krankenkassen (auch nicht ohne Eigeninteresse, sicher auch nicht immer im Sinne des volkswirtschaftlich Besten) – dann sollte man es allmählich gelernt haben, und keinen Vormund mehr benötigen. Ich glaube, die meisten Ärzte kommen schon ganz gut damit klar, auch einmal bei einer gesponsorten Veranstaltung zuzuhören, denn irgendwo muß man sich ja auch über Neuhaiten informieren. Und mir persönlich ist ist es lieber, wenn ich weiß, aus welcher Ecke der Wind weht. Dann weiß ich – wenigstens einigermaßen – wie ich das Vorgetragene bewerten muß. Und das Essen hinterher genieße ich auch gerne, unter anderem im kritischen Gespräch über den Vortrag mit den Kollegen, ohne schlechtes Gewissen.

#7 |
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Gast
Gast

#1 Sie haben völlig recht.
Ärzte sind keine unmündigen Kinder.
Hochgradig gesteuert werden Sie zweifellos von Staat und “Kostenträger”, die irgendwie zusammen gehören.
Soviel Therapiefreiheit wie Tierärzte haben sie leider nicht,
von der eigenen Apotheke ganz abgesehen.

#6 |
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Herr Friedemann Gillert
Herr Friedemann Gillert

Die Softwarefirma für Steuerberater heißt DATEV.

#5 |
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Apothekerin

Liebe (Tier-)Heilpraktiker, Ihnen ist offenbar nicht bewusst, dass ein (Kassen-)Arzt keineswegs daran verdient, ein teures Medikament zu verordnen, ganz im Gegenteil. Der Druck der Kassen (Budget) übt auf niedergelassene Ärzte weit mehr Einfluss aus als jedes Werbegeschenk der Pharmafirmen je könnte. Und das ist keineswegs eine gute Sache – aber das ist ein anderes Thema.

#4 |
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Heilpraktikerin

@ Dr. Grüner
Die angeführten Beispiele hinken gewaltig. Wenn die DATEC Steuerberater einlädt, möchte sie ihre Software an ihn verkaufen. Die Pharmaindustrie ist nicht an Ihnen interessiert, sondern an den Millionen akut oder chronisch Kranken. Das sind ganz andere Größenordnung. Und vor allem geht es hier nicht um Software, sondern um Leib und Leben!

#3 |
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Tierheilpraktikerin

Aber Herr Dr. das glauben sie doch nicht wirklich? Es viele Medikamente die einfach nur teuer sind wenig bis gar keinen nutzen haben, doch lässt sich toll dran verdienen. Bei manch einem frage ich mich, wie man über 50 noch so naiv sein kann. Evtl. Spricht da, das ein oder andere Präsent..

#2 |
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Dr. med. Steffen Grüner
Dr. med. Steffen Grüner

Wir sind freie Unternehmer.
Architekten werden zu Baufritz, Gesundheitsminister in Griechische Kliniken, Steuerberater zu Datec eingeladen.
Das ständige Messi pardon Mezigejammer nutzt nur der investigativen Journaille, um neue Schlagzeilen zu generieren.
Wir sollten die Kollegen nicht unterschätzen – die Verordnungen werden vom Budget, nciht von der Pharmainstutrie gelenkt.

#1 |
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