Antibiotika: Verordnungsbremse mit ABS

30. September 2014
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In Deutschlands Krankenhäusern besteht das Risiko, sich mit Bakterien zu infizieren, gegen die viele Antibiotika wirkungslos sind. Eine neue Leitlinie empfiehlt den rationalen Umgang mit Antibiotika und den Einsatz sogenannter ABS-Teams gegen die Verbreitung resistenter Erreger.

Mit der weltweiten Einführung von Penicillin schien die Behandlung bakterieller Erkrankungen zu einem Kinderspiel zu werden. Allerdings tauchten bald schon die ersten Erreger auf, gegen die das vermeintliche Wundermittel keine Wirkung mehr zeigte. Durch die Entwicklung weiterer Antibiotika gelang es Forschern rasch, wieder die Oberhand über die Krankheitserreger zu erringen. In den vergangenen Jahrzehnten verschob sich das Kräftegleichgewicht dann langsam wieder: Viele Bakterienarten haben mittlerweile Resistenzen gegen mehrere Antibiotika ausgebildet und erschweren die Therapie von Patienten mit Infektionskrankheiten.

Ärzte setzen Breitbandantibiotika zu häufig ein

Ein Hauptgrund für die Zunahme der Resistenzen liegt in der allzu häufigen Verordnung von Antibiotika, insbesondere solcher mit einem Wirkungsspektrum gegen mehrere Bakterienarten: „Viele Ärzte verschreiben sogar Patienten mit einer Erkältung sofort ein Breitbandantibiotikum“, sagt Professor Winfried Kern, Leitender Arzt der Abteilung Infektiologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Das ist unnötig, denn eine solche Behandlung begünstigt nicht nur die Entstehung resistenter Bakterien, sondern gefährdet auch die Gesundheit des Patienten.“

Laut WHO-Daten stieg der Anteil der Erreger, die gegen alle Breitbandantibiotika unempfindlich sind, in den letzten fünf Jahren um 50 bis 200 Prozent. Aber auch die ungenügende Einhaltung hygienischer Grundregeln in den Kliniken, so Kern, sowie der umfangreiche Antibiotika-Einsatz in Tiermast und Veterinärmedizin habe zu der schwierigen Situation beigetragen.

Um die Verbreitung der multiresistenten Keime aufzuhalten, hat der Mediziner zusammen mit Kollegen aus Deutschland und Österreich eine neue S3-Leitlinie erstellt, die im Portal der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften abrufbar ist. Sie trägt den Namen „Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus“ und soll Klinikärzte beim sachgemäßen Umgang mit Antibiotika unterstützen. Auf dem diesjährigen Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln hat Kern nun das Konzept der Leitlinie präsentiert.

Interdisziplinäre Teams sollen Antibiotika-Einsatz optimieren

Besonderen Wert legt der Mediziner auf die flächendeckende Bildung von sogenannten Antibiotic Stewardship (ABS)-Teams, wie sie in US-amerikanischen Krankenhäusern bereits Standard sind. Einem solchen Team gehören in der Regel ein Infektiologe, ein Fachapotheker sowie Fachärzte für Mikrobiologie und der Hygieneverantwortliche des Krankenhauses an. „Wir müssen auch in Deutschland endlich entsprechende Strukturen schaffen, die ein interdisziplinäres Arbeiten in unseren Kliniken zum Wohle der Patienten mit bakteriellen Infektionen ermöglichen“, erklärt Kern. Das ABS-Team entwickelt lokal umsetzbare Empfehlungen über einen rationalen Antibiotika-Einsatz, hilft bei deren Implementierung und sorgt für die Aufklärung und Fortbildung des Krankenhauspersonals. Zusätzlich erhebt es Daten und Statistiken zum Antibiotikaverbrauch.

Neben der Verkürzung der Therapiedauer und der Optimierung der Dosierung von Antibiotika sieht Kern einen weiteren wichtigen Schritt zur Resistenzbekämpfung in der frühen gezielten Behandlung: „Nach drei bis vier Tagen kennen wir normalerweise den Erreger und wissen, gegen welche Antibiotika er resistent ist, dann sollte ein Wechsel vom Breitbandpräparat zum erregerspezifischen Wirkstoff stattfinden.“ Doch alle präzise Diagnostik, so der Mediziner, nütze nichts, wenn es an geschultem Personal fehle, das dann die nötigen Schritte am Krankenbett umsetze. „Momentan haben wir in Deutschlands Krankenhäusern weniger einen Mangel an guter Labordiagnostik als an erfahrenen Infektiologen“, sagt Kern. „Viele Infektionen sind heute so komplex, dass ohne spezielle Expertise am Krankenbett eine optimale Behandlung nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Klinikärzte benötigen mehr Fortbildung

Um die unbefriedigende Situation an deutschen Kliniken zu verändern, findet Kern, seien neben zusätzlichen Investitionen vor allem Fortbildung und Aufklärung der Klinikärzte notwendig. „Nur weil ein Patient krank aussieht und der CRP-Wert im Blut erhöht ist, sollte der behandelnde Arzt nicht sofort ein Breitbandantibiotikum verschreiben“, sagt Kern. „Es gibt viele gute Studien, die belegen, dass man häufig ihren Einsatz vermeiden kann, ohne den Patienten zu schaden. Zum Beispiel gehen durch einen solchen Verzicht Infektionen mit dem Darmbakterium Clostridium difficile deutlich zurück.“ Wenn konkurrierende Arten in der Darmflora durch Breitbandantibiotika zurückgedrängt werden, vermehrt sich dieses normalerweise harmlose Bakterium und produziert Toxine, die lebensgefährlichen Durchfall auslösen können.

Doch Kerns Maxime ist nicht der vollständige Verzicht von Breitbandantibiotika: „Wir müssen und wollen sie in einzelnen Fällen verabreichen, aber nur dann, wenn es medizinisch angezeigt ist“, sagt der Mediziner. „Wenn es uns mit Hilfe der Leitlinie gelingt, Antibiotika auch in deutschen Krankenhäusern rational und optimiert einzusetzen, haben wir gute Chancen, die vermeidbare Resistenzbildung tatsächlich auch zu vermeiden.“

80 Wertungen (4.51 ø)

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40 Kommentare:

Gast
Gast

jaaaa, wer Muskel bekommen will, muss Muskel essen,
Geheimtip aus Südamerika, OHNE Antibiotika.

#40 |
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Tierärztin

Sie müssen es ja wissen….Sie lesen wohl “BEEF”

#39 |
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Gast #32
Gast #32

@Dr. Irmgard Roßnagel, nun geben Sie endlich Ruhe, wenn Sie im Unrecht sind!
Hier wurde zitiert von Viehzüchter und Agronom Dr. sc.agr. Albrecht Glatzle,
Agrarbiologe, Director científico INTTAS, Paraguay:
“Die einzige Ergänzungs”fütterung” besteht aus den Mangelmineralstoffen Jod und Kupfer, die jeden Monat im Tränkewasser verabreicht werden. Die Jungbullen sind bei reiner Freilandhaltung auf Weide im Durchschnitt im Alter von 24 Monaten schlachtreif mit etwa 500 kg Lebendgewicht. ”
weiter:
“Die etwas mehr als 500 Viehzuchtbetriebe in Paraguay, die für den Export ZUGELASSEN sind, unterliegen strengen Kontrollen, einem Herkunftsnachweissystem mit speziellen, nicht übertragbaren Ohrmarken, unregelmässigen Betriebsüberprüfungen, monatlicher Berichterstattung über Bestandsveränderungen und über alle eingesetzten Impfungen und Behandlungen und einer Kontrolle der Schlachttiere unmittelbar vor dem Verladen durch einen vereidigten Tierarzt.”

Deutschland gehört leider nicht zu den typischen Exportländern von Paraguay, (es exportiert ja selbst)
sondern die Hauptabnehmer des Fleischs im Ausland sind Chile, Russland, Israel, China, Peru, und Columbien.

#38 |
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Tierärztin

Lieber Gast #32,
auf den extensiven Weidehaltungen in den südamerikanischen Fleischerzeugerbetrieben erhalten die Tiere natürlich keine Antibiotika. Das würde ja auch gar nicht gehen, da müsste ja der Gaucho mit der Spritze hinter den Rindern herjagen!
Jedoch kommen die Rinder nicht von der Weide direkt in den Schlachthof, weil sie zu dem Zeitpunkt noch nicht genug gemästet sind, sondern sie kommen in sogenannte Endmastbetriebe, wo sie entweder in Ställen oder in offenen Corralen eng gehalten werden und Kraftfutter bekommen. In den Endmastbetrieben geht es den Rindern nicht gut (lange Transportzeit, Stress, Rangkämpfe, enge Aufstallung, schlechte Hygiene, ungeeignetes Futter usw.) Hier werden sie sehr oft krank und werden dann logischerweise behandelt. Meistens schon prophylaktisch bei der Ankunft im Betrieb zusammen mit Entwurmen, ggf. Impfen, Entlausen, Markieren. Der Schlachtzeitpunkt wird natürlich so gewählt, dass die erforderlichen Wartezeiten eingehalten werden. Die Tierärzte, die für die deutschen Fleischimporteure angestellt sind, ziehen natürlich auch die vorgegeben Anzahl der Kontrollen und geben dann ihre Stempel auf ihre Zettel, wenn sie nichts zu beanstanden haben, was meistens der Fall ist.
Bei uns werden die Schlachttiere vor dem Schlachten und das Fleisch nach dem Schlachten ebenso geprüft, bei uns sind es keine vereidigten Tierärzte, sondern beamtete Tierärzte, die diese Aufgabe übernehmen.
Man muss schon die ganze Geschichte kennen, um darüber urteilen zu können.
Und wo bitte hätte ich geschrieben, Antibiotika seien für Tiere gut und für Menschen schlecht?

#37 |
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Gast
Gast

In England ist ja jemand in der Warteschlange einer Notfallambulanz gestorben,
vermutlich wegen einer Sitzung der ABS-Kommission.

#36 |
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Gast
Gast

Es gibt schon eine staatlich verordnete Arzneimittelkommission im Krankenhaus,
es gibt schon eine staatlich verordnete Hygienekommission im Krankenhaus,
jetzt noch eine Kommission?
Und wer behandelt jetzt den Patient?
Ach das TQM hätt ich fast vergessen,
das behandelt auch nicht
und den Arbeitsschutz .. und und und

#35 |
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Arzt
Arzt

Wer sich diese “Leitlinie” mal ansieht, erkennt auf den ersten Blick, dass schon das Wort Leitline eine Irreführung darstellt.
Die “Leitlinie” sagt nur, das Krankenhaus soll selbst eine Leitlinie machen. Die Arzneimittelkommission gibt es schon!!!
Denn der Arzt erfährt noch nicht einmal, wie er eine bakterielle Pneumonie, wirklich nichts seltenes, zu behandeln hat, nur die üble Unterstellung, dass das wohl nicht richtig gemacht würde.
Mir hat der Apotheker auf die konkrete Frage nach einem Antibiotikum geantwortet, das müsste ich schon selbst entscheiden und verantworten.

#34 |
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Erich Baumann
Erich Baumann

Die federführende Gesellschaft einer “Leitlinie” muss schon die klinisch tätige Medizin sein sein und kein anderer!
Und ob bei der Implantation eines künstlichen Gelenkes ein Antibiotikum gegeben werden sollte, kann nicht der Internist oder der Schreibtischhygieniker vorschreiben.
Hierfür gibt es schlicht ausreichende Untersuchungen.
Genau deshalb wird ein Orthopäde, der das unterlässt bei einem Patient mit p.o. Infekt Probleme mit dem Anwalt des Patienten bekommen.

#33 |
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Gast
Gast

zu #31 Antibiotika sind also für Tiere gut und für Menschen schlecht,
könnte von einem grünen Politiker stammen.
Ich kenne zufällig einen deutschen Rinderzüchter in Paraguay der mir das bestätigt hat, es werden dort nur einige fehlende Mineralien zugeführt, keine Antibiotika und keine (hormonähnlichen) Wachstumsfaktoren! Das Fleisch wird beim Schlachten (vor dem Export) von vereidigten Tierärzten geprüft.

#32 |
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Tierärztin

Wieviel Antibiotika pro Tier oder pro Mastdurchlauf in einem Stall verbraucht wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Mit der Betriebsgröße oder der Besatzdichte hängt es nicht direkt zusammen. Es gibt im Hinblick auf Hygiene und Gesundheit gute und schlechte Betriebe, auch kleine familiäre Bauernhöfe, wo die Kühe Namen haben und jeden Tag gestreichelt werden, schneiden oft schlecht ab, was den Medikamentenverbrauch betrifft. Andererseits gibt es Massenhaltungen mit optimalen Hygienebedingungen, die mit wenig Antibiotika auskommen.
Es gibt Berichte aus Ländern, wo der Antibiotkaverbrauch in der Schweinemast deutlich zurückgegangen ist, wo aber jetzt auffällt, dass mehr kranke Tiere in den Schlachthöfen angeliefert werden als vorher.
Dass die Weiderinder in Südamerika keine Antibiotika bekommen, halte ich für ein Gerücht.

#31 |
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Medizinphysiker

Wichtig ist übrigens nicht nur, dass ca. 1700 Tonnen vorne beim Tier reingehen, sondern auch dass hinten wieder irgendwas rauskommt und womöglich in der Umwelt (Grundwasser) landet.
Aber dass die Antibiotikagabe bei Krankheit (@Frau Roßnagel) nichts mit der Massentierhaltung zu tun hat, das ist doch nicht wahr!

#30 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Tierärztin Dr. Irmgard Roßnagel für 1700 Tonnen wirklich KEINE Entschuldigung, wenn gleichzeitig über die 10 Tonnen auf den Intensivstationen nur so eingedroschen wird,
auch wenn keiner die Verantwortung für die alternativen Toten OHNE Antibiotika übernehmen will???
Haben Sie das nicht kappiert??? Es geht immer gegen ÄRZTE,
die 1700 Tonnen sind doch nur die Antibiotika aus TIERÄRZTLICHEN Apotheken/Jahr. Also wer hier mit gegen Krankenhausärzte schreit muss sich schon ein VERDAMMT dickes Fell anziehen.
1700 Tonnen ist nur die Spitze des Eisbergs! Weitere Antibiotika gibt der Bauer ganz legal (und illegal) auch als Futterbeimengungen, sowie auch direkt auf Nahrungsprodukte nicht nur tierischer Art, müsste ihnen doch bekannt sein. Und er spritzt auch selbst, weil der Tierarzt ihm zu teuer ist. Ich hab das auch selbst gemacht bei meinem Pferd, allerdings kein Antibiotikum.
Natürlich wird das Antibiotikum rechtzeitig vor der Schlachtung gestoppt, so 6 Wochen, wenn man das vergisst, fällt das bei der Kontrolle auf.
Und selbstverständlich ist das bei der Weidehaltung in Südamerika NICHT notwendig. Leider geht es nicht nur um Antibiotika in dieser Industrie, sei hier nur angedeutet.
Aber es muss geschimpft werden auf die Krankenhausärzte,
armes Deutschland, es geht den Bach runter.
Kürzlich am 14.08.2014 gab es Allarm für einen französischen
“Président” Roquefort aus roher Schafsmilch mit munter lebenden
verotoxinbildende E. coli,
wissen Sie was das heist, das harmlose Wörtchen “verotoxinbildend” (EHEC)!!!!!!!!,
ging das durch die Presse???
Warum nicht?
Nur die Ärzte auf den Intensivstationen werden verprügelt

#29 |
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Tierärztin

Hallo!
Die Gabe von Antibiotika an lebensmittelliefernde Tiere ist streng reglementiert. In Deutschland dürfen Antibiotika nicht zur Verbesserung der Mastleistung als Futterzusatzstoffe verwendet werden. Auch die prophylaktische Anwendung ist nur bei bestimmten Indikationen zugelassen. Es sind Wartezeiten einzhalten. Lebensmittel tierischer Herkunft werden regelmässig auf Antibiotikarückstände untersucht, jede Tankmilch wird geprüft, bei Fleisch und Eiern werden Stichproben gezogen. Antibiotikarückstände werden in Lebensmitteln nur selten nachgewiesen.
Antibiotikamengen von Tieren und Menschen sind sehr schwer zu vergleichen, weil die Stoffgruppen sehr unterschiedlich sind. Viele Antibiotika, die für Nutztiere zugelassen sind, sind erst in viel höheren Konzentrationen wirksam als die heute in der Humanmedizin verwendeten Stoffklassen. Tiere wiegen oft viel mehr als Menschen, zudem gibt es natürlich durch die kürzere Lebensdauer ein schnellerer Generationswechsel. Wenn jedes Tier in jedem Lebenszyklus eine größere Antibiotikakonzentration bekommen muss, sei es prophylaktisch oder bei Krankheit, kommen so natürlich die Tonnenangaben an Wirkstoffen zusammen. Das hat erst einmal gar nichts mit Massentierhaltung oder damit, dass Pharmaindustrie und Landwirte ngeblich unter eine Decke stecken, zu tun.

#28 |
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Guter Artikel, Herr Braun. Sie haben völlig recht, nicht nur in der Veterinärmedizin, sondern auch in der Humanmedizin werden Antibiotika oftmals ohne Hirn und Verstand, geradezu reflektorisch, verabreicht. Diese Verhaltensweisen führen zu den bekannten Problemen und zu jubelnden Heilpraktikern, die keine Antibiotika einsetzen dürfen. Umdenken ist das Gebot der Stunde!

Ich selbst habe fünf Jahre lang gegen eine hochresistente Klebsiella pneumoniae, gelegentlich kombiniert mit Serratia marescens oder Pseudomonas aeruginosa, circa vierzig Rezidive überstehen müssen. Dabei hat Pseudomonas aeruginosa alleine eine Mortalitätsrate von rund vierzig Prozent. Das Ergebnis eines sterilen Katheterismus!

#27 |
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Dr. med. Wolfgang Ullmann
Dr. med. Wolfgang Ullmann

Die Verfasser und med. Gesellschaften, die die S3-Leitlinie herausgegeben haben, sollten sich mit Ihrer ganzen Autorität an die Politiker und auch Parlamente wenden und diese auffordern, endlich die breite Anwendung von Antibiotika in der (Massen-)Tierhaltung und in der Landwirtschaft durch medizinische Laien zu verbieten. Es geht ja um die Zukunft der Menschen. Jeder kann betroffen sein. Aber unsere Politiker si8nd ja medizinische Laien und die Ärzte, die dort Verantwortung haben, können sich nicht durchsetzen. Letztlich geht es nur um die Förderung der Wirtschaft und maximale Profite auf Biegen und Brechen. Hier muss doch endlich einmal eine vernünftige Änderung auf diesem Gebiet der Antibiotika erfolgen!

#26 |
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Medizinphysiker

danke Frau Dr. Stein!
Die Tierärzte sind zwar Teil des Systems Massentierhaltung (Massentierhaltung fördert unstrittig Krankheiten) aber nicht die Ursache.

#25 |
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Herr Dr. Staudenmaier, gerne werde ich Ihnen weiterhelfen. Mittlerweile will man nicht mehr die Darmkeime abtöten, dies ist für die Gesundheit völlig kontraproduktiv. Im Gegensatz, auch Tierärzte und Tierhalter versuchen über Gabe von gewollten Darmkeimen die Darmflora zu beeinflussen.

Zu den Mengen der verwendeten Antibiotika: ja es werden mehr in der Tiermedizin eingesetzt, aber haben Sie alle auch mal an die Anzahl der Individuen im Vergleich Human- zu Tiermedizin gedacht? Ich sage ja nicht, dass in der Tiermedizin alles optimal läuft, da sind wir noch weit entfernt. Aber es ist eben nicht nur der Tierarzt.

#24 |
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Gast
Gast

Wer von all den Laien einschl. Hygieniker
hat schon mal an das ANSTEIGEN der Mortalität
bei weiterer REDUZIERUNG der Antibiotikatherapie gedacht?

#23 |
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Medizinphysiker

Humanmedizinischer Bereich: 250-300 Tonnen pro Jahr,
Dagegen 1700 Tonnen für Tiere, ganz schön krank!

#22 |
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Gast
Gast

eine Tierärztin isses Leid
bei Antibiotikaverbrauch von 1700 Tonnen durch Tierärzte,
aber gegen die 10 Tonnen auf Intensivstationen wird eingedroschen.

#21 |
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Medizinphysiker

Ich dachte immer, dass in der Massentierhaltung Antibiotika deshalb eingesetzt werden, um die Darmbakterien der Tiere abzutöten, damit die Tiere schneller fett werden, d.h. die Darmbakterien nicht mitgefüttert werden müssen?
Aber Frau Dr. Stein kann mich gerne korrigieren bzw. aufklären?

#20 |
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Gast
Gast

Mein Bruder hat sich mit 39 Jahren Pseudomonas und Klebsielle auf einer Intensivstation eingefangen. Er war alleinerziehend mit 8 jähriger Tochter. Wenn ich meinen Bruder heute Besuche gehe, fahre ich zum Friedhof. –
Von “draußen” eingebracht wurden sie nicht, die Station hatte Monate zuvor bereits Klebsielle. Ich möchte jetzt dem Herrn Chirurgen nicht zu nahe treten, aber das Ärzte sich auf Intensivstationen nicht richtig desinfizieren, reinhuschen, mal eben Hand am Patienten anlegen, ist auch in Krankenhäusern mit Hygienestandards zu beobachten.
Nicht nur die Massentierhaltung ist ein Problem. Wir haben bereits multiresistente Keime, die auf keine Antibiose ansprechen, auch nicht auf die Reserveantibiotika der Krankenhäuser. Hinzu kommt eine Pharmaindustrie, die sich auf lukrative Entwicklungen von Medikamenten der chronischen Krankheiten besonnen hat und nicht an neuen Antibiotika forscht, um nicht mehr zu bekämpfende Keime einzudämmen.

#19 |
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Ich selbst bin Tierärztin und es leid, dass immer auf die Massentierhaltung geschimpft wird. Sicher gibt es auch hier schwarze Schafe und optimieren kann man immer und überall. Aber wenn ich sehe, dass in vielen “Massentierhaltungen” bereits seit längerem (und schon zum Teil vor gesetzlicher Verpflichtung!) erst bakteriologische Untersuchungen und dann die Gabe von Antibiotika nach Resistenztest erfolgen, kann sich der ein oder andere Humanmediziner eine Scheibe von abschneiden.

Viel problematischer sehe ich die Verabreichung bzw. die Einnahme der verschriebenen Antibiotika. Hand aufs Herz: wie viele Patienten (egal ob Menschen oder Tierbesitzer) vergessen hier und da mal die ein oder andere Dosis oder verkürzen absichtlich die Therapie und fördern somit aus Unwissen Resistenzen?

Ich sehe es genauso: ohne umsichtigen und strikten Umgang mit Antibiotika werden bald keine wirksamen Wirkstoffe mehr da sein. Aber das wird nicht erreicht, in dem immer die Schuld von einem zum anderen geschoben wird. Jeder muss für sich und seinen Arbeitsplatz den Umgang mit Antibiotika überdenken. Ohne Antibiotika zu arbeiten, ist keine Alternative. Aber immer ein Antibiotikum zu geben, ist eben auch keine Alternative.

#18 |
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Alexandra Buchhold
Alexandra Buchhold

Diese Beobachtung kann ich nur bestätigen: Meine Töchter und ich haben in den letzten Jahren immer häufiger ein Breitband-Spektrum verordnet bekommen. Mein Mann sogar auf bloßen Verdacht

#17 |
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Gast
Gast

man muss immer unterscheiden was in den Medien steht
und was wirklich passiert.

#16 |
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Chirurg
Chirurg

@Chris Eßer die Lösung ist doch, all die vielen klugen Heilpraktiker in die Landwirtschaft zu schicken, die schaffen das sicher ganz ohne Antibiotika
und im nu wären wir die 85,06% MRSA los.
Sie müssten sich allerdings beeilen,
wir haben schon 2014

#15 |
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Chirurg
Chirurg

@Dr. Elisabeth Pommé, Sie wissen, dass der Dr.-Titel für Heilpraktiker gerichtlich untersagt wurde. Sie kommen offensichtlich aus einem arztfeindlichen Krankenhaus, in dem Arztkittel vorsätzlich nicht gewaschen wurden im Gegensatz zur Berufskleidung des Pflegepersonals, das natürlich täglich gewaschen wird.
Ich kann ihnen auch versichern, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben, dass im Op die sterilen Kittel NICHT auf “Straßenkleidung” getragen werden
und denkense mal an, das ist schon 100 Jahre so.
Die Hygieniker plädieren ja auch dafür, dass man das altmodische Hände Waschen endlich einstellen soll.
Deshalb dieser rasante Anstieg von Cl.difizile,
wenn Sie wissen was das ist.

#14 |
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Chirurg
Chirurg

Es ist die gleiche Krankheit wie mit den übertriebenen Leitlinien,
es sei denn, das Gericht akzeptiert Prof. Dr. W. V. Kern als verantwortlich für die Gesundheit der Patienten, die nun nach seinen Wünschen behandelt werden.
@Dr. med. Arnold Rimpau, haben Sie die “betaisodona lösung” in eine aseptische Wunde geschüttet, oder auf den Fußboden (macht Flecken). Das ist für eine aseptische Wunde falsch und nur in Narkose möglich. Asepsis ist immer besser als Antisepsis.
Der besonders arztfreundliche Staat hat längst eine sehr aufwändige Überwachungen der Krankenhäuser gestartet (im Gegensatz zu den Kuhställen, Schweineställen von Geflügel ganz zu schweigen)
http://www.nrz-hygiene.de/fileadmin/nrz/module/mrsa/MRSA_reference2013.pdf
hier können Sie nachlesen,
dass im Jahre 2013
von 8.150 MRSA – Fällen in den kontrollierten Krankenhäusern 6.932 = 85,06%
von draußen ins Krankenhaus hineingebracht wurden.
Da sollte sich der Prof. Dr. W. V. Kern doch mal langsam um diese 85,06% kümmern, einverstanden?
Wie #1 schon sagte, liegen wir TROTZDEM
international eigentlich zu gut

Heilpraktiker aufgepasst, ich werde die Gesundheitsämter um eine Begehung auch bei euch bitten, nur zum Nutzen der Patienten natürlich,
wegen den 85,06%, die können wir im Krankenhaus am allerwenigsten gebrauchen!

#13 |
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Chris Eßer
Chris Eßer

@ Peter Stich: Genau. Irgendwann ist es dann so weit, dass man dann wirklich nur noch (evtl.) mit Phagen an die Humane Komponente in der Nahrungskette gehen kann, da nichts anderes mehr gegen die (nicht mehr) MR- sondern OR-Bakterien hilft. Ich will ja hier keine Menetekel an die Wände setzen, aber wir sind auf dem besten Weg dahin…..

#12 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

@ Peter Stich
Genauso sehe ich das auch

– leider scheint eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen diese Umweltschweine (Entschuldigung an die Schweine) nicht möglich zu sein, da der Einsatz von Antibiotika in der “Fleischproduktion” zulässig ist und eine Kausalkette zwischen einer Infektion durch antibiotikaresistente Erreger und der Antibiotikagabe in der “Fleischproduktion” nicht darstellbar zu sein scheint.
Wem dazu was einfällt, bitte hier “reinkommentieren” oder an faxel.int@gmx.net

#11 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Blutbild kann klar und deutlich nachweisen wenn mann über eine Bakterielle Infektion spricht, oder? Was hat CRP-wert allein mit diese zu tun?

#10 |
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Zielpublikum Laien? Bildzeitungsleser?

#9 |
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Peter Stich
Peter Stich

Was nützen uns diese Massnahmen im Hinblick auf Resistenzen, wenn praktisch ALLE Bauern und Fleischproduzentem seit Jahrzehnten ihren Tieren bis zum heutigen Tag tonnenweise Antibiotikas als “Prophylaxe” verfüttern

Gute und eine entscheidende Frage, nicht wahr?

Daran ändert sich trotz jahrelangen Warnungen nichts, denn die Veterinäre und Bauern stecken da oft unter einer Decke und es geht um die Gewinne….

#8 |
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Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Die Kittel von den Kollegen werden oft Wochenlang nicht gewaschen, sie ist eher zu einem Statussymbol degradiert. Der Kittel sollte aus hygienischen Gründen täglich gewechselt werden, meines erachtens ist die Strassenkleidung, die täglich frisch angezogen wird, häufig sauberer als der Kittel, der drüber getragen wird und mit der Ärmel des Kittels streift einen Patienten (mit oder ohne Wunde) nach dem Anderen, alles, auch als vorher gelernte Krankenschwester schon erlebt. Es fehlt ein wenig der Hygieneunterricht in der Ausbildung zum Arzt.

#7 |
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das problem ist sicher multifaktoriell,aber nicht neu.
bereits in den 70ger jahren gab es in hamburg mehrere häuser,die wegen problemkeimen ihre op`s schließen mußten.
es waren die häuser,die eine agressive perioperative antibiotikaprophhylaxe betrieben;zum teil sogar mit kombinationen mehrerer präparate.
ich stamme noch aus einer zeit der introperativen antsepsis mit H2O2 oder verdünnter betaisodona lösung ohne antibiotkapropylaxe.
wir hatten unserem haus kein proble mit resistenten keimen und haben unsere op`s zeitweise an die betroffenen häuser vermietet.
da die infektionsquelle meistens das krankenhaus ist,muß auch hier das umdenken erfolgen.die perioperative antibiotikaprophylaxe dient hauptsächlich
zur beruhigung des arztes und ist inder regel nicht einmal gegen den hauseigenen problemkeim wirksam.
das personal ist ausreichend sensibilisiert für hygienemaßnahmen.
die empfehlungen der hygieneleitlinien haben zum teil abstruse formen angenommen ,ohne wesentlichichen effekt.
gleichzeitig hat auch die perioperative antibiotikaprophylaxe eingang in die leitlinien gefunden,und wer sich darüber hinwegsetzt, riskiert juristische probleme.
der artikel macht hoffnung,das der verstand wieder eingeschaltet wird und ein umdenken erfolgt.
die antibiotikalobby hat uns jahrelang eine trügerische sicherheit vorgegaukelt
und viele effektive und preiswerte infektionsprophylaxen vom markt gefegt!

#6 |
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Göran Behnke
Göran Behnke

Ein verzögerter Einsatz von Breitbandantibiotika kann bei Patienten mit Pneumonien tödlich enden. Aus diesem Grunde ist eine frühzeitge Antibiose bei solchen Infektionskrankheiten bereits in den entsprechenden Leitlinien vorgeschrieben. Diese Tatsache wird von Labor-Theoretikern, die keine Verantwortung für Patienten tragen müssen, nicht beachtet. Ich selber musste bereits Patienten behandeln, die sich zur Behandlung ihrer “Atemwegsentzündung” vom Heilpraktiker wirkungslose Kügelchen haben verschreiben lassen. Diese Menschen konnten nur noch durch den vollen Einsatz der bösen Schulmedizin auf der Intensivstation gerettet werden.

#5 |
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A. Arnold
A. Arnold

Zudem hapert es allerdings noch in weiten Kreisen der Krankenhausmitarbeiter an a) persönlicher Hygiene b) der Befolgung von Isolierungsvorschriften, Bekleidungsvorschriften. Warum tragen viele Ärzte Privatkleidung unter offenen Kitteln? Damit gehen sie von Patient zu Patient, gern auch zu Infizierten , septischen OP-Wunden ( handschuhloser Verbandwechsel, dann Infusionen wechseln am ZVK.. ) Wer braucht Ebola, wenn man die Seuche bereits vor der Haustuer im oertlichen Krankenhaus findet?

#4 |
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Mitarbeiter Industrie

Ein schwerwiegendes Problem mit der Antibiotikaresistenz sind die Massentierhaltungen, wo prophylaktisch tonnenweise Antibiotika verwendet werden.
Wenn sich da Resistenzen bilden interessiert das kaum jemanden und die Keime bzw. ein Grundpegel an Antibiotikum kommt durch den Verzehr des verseuchten Fleisches in den Mensch. Damit trägt man schon resistente Keime bzw. Keime mit hoher Toleranz mit sich herum ohne im Krankenhaus gewesen zu sein.

#3 |
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Heilpraktiker

Der Artikel gefällt mir sehr gut. Der gesunde Menschenverstand setzt sich durch.
Es besteht noch Hoffnung für die Schulmedizin.

#2 |
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Gast
Gast

Die Situation ist in Deutschen Krankenhäusern schon sehr befriedigend,
daran können sich andere Länder ein Beispiel nehmen.
Prof. Dr. W. V. Kern ist kein klinisch tätiger Arzt, der sollte sich mal etwas mehr um die Deutsche Landwirtschaft kümmern.

#1 |
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