Rückenmarksverletzung: Go für Stammzellenstudie

2. September 2014
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Eine experimentelle Behandlung von Rückenmarksverletzungen mit embryonalen Stammzellen lässt hoffen: Nervenzellen um das Rückenmark sollen angeregt, und somit gelähmten Patienten dabei geholfen werden, die Bewegungsfähigkeit zurückzuerlangen.

Vergangene Woche erhielt Asterias Biotherapeutics Inc. von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) die Freigabe zur Durchführung einer Sicherheitsstudie mit sogenannten Oligodendrozyten-Vorläuferzellen an 13 Probanden. Es wird angenommen, dass diese aus embryonalen Stammzellen gewonnenen Zellen das Wachstum neuer Nervenzellen um das Rückenmark herum anregen, und so gelähmten Patienten dabei helfen können, die Bewegungsfähigkeit zurückzuerlangen.

Embryonale Stammzellen: Umstrittener Herstellungsprozess

Menschliche embryonale Stammzellen werden durch die Tötung von Embryos gewonnen – ein Prozess, der von konservativen religiösen und anderen Gruppierungen abgelehnt wird, da in ihren Augen ein Embryo bereits als menschliches Leben gilt. Unterstützer der Forschung an embryonalen Stammzellen haben jedoch betont, dass entwickelte Therapien letztendlich Leben retten können.

Geron-Studie: Zweifel an Wirksamkeit bleiben

Im Rahmen einer älteren Studie von 2010 erhielten insgesamt fünf Patienten eine Behandlung. Zu dieser Zeit war die Geron-Studie die erste am Menschen durchgeführte Studie mit aus menschlichen Embryonen gewonnenen Stammzellen. Folgestudien ergaben, dass bei vier Patienten ein Rückgang der Rückenmarksverletzung zu verzeichnen war. Ob dies nun heißt, dass die Stammzellentherapie von Geron bei diesen Patienten wirkt oder nicht, bleibt nach wie vor offen. Denn die Studie konzentrierte sich ausschließlich auf akute oder neue Verletzungen des Rückenmarks, daher könnten einige Resultate auch auf einen natürlichen Heilungsprozess zurückzuführen sein.

Asterias plant neuen Studienansatz

Die Studie von Asterias unterscheidet sich von der Geron-Studie: Zum einen sollen die Patienten das bis zu Zehnfache der unter Geron verabreichten Dosis erhalten, zum anderen werden auch Patienten mit vollständigen Rückenmarksverletzungen einbezogen, deren Verletzungen eher im Halswirbelbereich liegen als im Bereich des Rückens. Die Patienten sollen außerdem 14 bis 30 Tage nach der Verletzung eine Behandlung mit Stammzellen erhalten. In der Studie von Geron wurden die Patienten hingehen schon früher therapiert. Asterias plant den Start dieser Studie für Anfang 2015.

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