GKV-Verordnungen 2014: Ärzte an der Feder

5. September 2014
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Kassenrezepte bleiben die wirtschaftliche Basis öffentlicher Apotheken. Nun wurden neue Zahlen veröffentlicht: Bei Verschreibungen ganz oben stehen Allgemeinmediziner, danach haus- und fachärztlich tätige Internisten. Der Trend zum Einsparen über Generika und Biosimilars verstärkt sich.

Neue Zahlen von INSIGHT Health zum Arzneimittelmarkt: Von Januar bis Juni 2014 haben Ärzte 347,7 Millionen Packungen verschrieben – im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 347,6 Millionen. Die Menge an Einzeldosen nahm weiter zu, und zwar von 22,4 Milliarden (2013) auf nunmehr 22,9 Milliarden.

Stapelweise Rezepte

Ein Blick auf das Verschreibungsverhalten: Allgemeinärzte stellten 50,2 Prozent aller Verordnungen zu Lasten gesetzlicher Krankenversicherungen aus – ohne große Veränderung. Es folgen haus- bzw. fachärztlich tätige Internisten mit 24 Prozent (Vorjahr: 23,2 Prozent). Entsprechende Informationen sind wichtig, sollten Apotheker im Zuge ihrer Existenzgründung einen Standort bewerten. Pädiater haben zwei Millionen Packungen weniger verordnet als im Vergleichszeitraum 2013. Das entspricht einem Anteil von 6,3 Prozent (2013: 6,9 Prozent). Als Grund sehen Statistiker die vergleichsweise schwache Erkältungssaison 2013/2014.

Aufwärts oder abwärts

Deren Auswirkungen gehen noch weiter. Generell verringerten sich Verschreibungen von Antibiotika, Husten- und Erkältungspräparaten sowie von Rhinologika um knapp 5,5 Millionen auf 32,2 Millionen – der niedrigste Wert seit Jahren. Im Gegensatz dazu befinden sich Renin-Antagonisten auf der Überholspur als verordnungsstärkste Indikationsgruppe. Ärzte schrieben entsprechende Präparate 27,8 Millionen Mal auf (plus 840.000 Verordnungen). Deutliche Tendenzen nach oben gibt es auch bei Präparaten zur Thromboseprophylaxe (plus 700.000 Verordnungen) und Schilddrüsentherapeutika (plus 640.000 Verordnungen).

Unter Kostendruck

Weitere Zahlen des Informationsdienstleisters dürften vor allem gesetzliche Krankenkassen freuen. Etwa 68,9 Prozent der GKV-Verordnungen waren Generika oder Biosimilars (Vorjahr: 68,6 Prozent). Der Generika-Anteil lag in 2011 noch drei Prozentpunkte niedriger. Altoriginale verlieren zunehmend an Bedeutung. Nur noch jede zehnte Verordnung wurde in 2014 für ein ehemals patentgeschütztes Präparat ausgestellt. Damit nicht genug: Mediziner schrieben mehr Reimportpräparate auf (plus zehn Prozent; absolut 12,7 Millionen Verordnungen). Der Anteil biologischer Präparate steigt langsam aber stetig – mittlerweile liegt deren Anteil am GKV-Markt bei 2,2 Prozent.

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