Kryonik: Auferstehung im Kühlschrank

27. August 2014
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Ewiges Leben ist seit jeher ein Traum der Menschen. Was, wenn man eines Tages wirklich den Tod überlisten könnte? Kryoniker forschen daran, diese Vision zur Wirklichkeit zu machen und übertreten dabei für viele Menschen Grenzen.

Klaus Hermann Sames, 75-jähriger emeritierter Professor für Anatomie, mit langem, glattem, weißem Haar und grauem Bart, steigt langsam und leicht gebeugt die Treppe eines Ulmer Bestattungsinstituts hinunter. Unten angekommen findet sich ein Experimentierraum mit großen Tanks. Ein süßlich-verwesender Duft steigt in die Nase. An den Seiten sind zahlreiche Särge gestapelt und in der Mitte findet sich eine silberne Bahre, auf der normalerweise die Toten auf ihre letzte Reise vorbereitet werden. Doch jetzt, nach Feierabend, geht es Sames nicht darum, Leichen zu bestatten. Im Gegenteil. Der Professor experimentiert seit Jahren daran, dem Tod zu entgehen und ewiges Leben zu erreichen. Er möchte eines Tages hier eingefroren und in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden. Warum? „Leben ist das, was ich spannend finde, wovon ich mehr will und … was das Einzige ist, das ich hab“, sagt Sames. Klaus Hermann Sames ist Gründer und Ehrenvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für angewandte Biostase (DGAB). Die 65 Mitglieder der DGAB nennen sich Kryoniker, vom altgriechischen Wort kryos, das Kälte bedeutet. Sie möchten sich nach dem Tod bei Minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff einfrieren lassen, um aufgetaut zu werden, wenn die Medizin so weit fortgeschritten ist, dass sie die Todesursache nachträglich beheben kann. Doch kann es wirklich möglich sein, auf diesem Wege ein zweites Leben geschenkt zu bekommen?

Eiskalte Zukunft

Wie die Leichen fit für die Zukunft gemacht werden können, daran forschen Sames und sein Team nun schon seit 2007. Bestatter und Balsamierer Daniel Streidt und Kardiotechniker Matthias E. trainieren im Keller des Ulmer Bestattungsinstituts mit Sames für den Ernstfall. „Man kann Kryonik in der Tat als ein Experiment beschreiben, dessen Ergebnis in der Zukunft liegt“, sagt Sames. Das Prozedere ist genau ausgetüftelt. Sollte der Tag gekommen sein, an dem der Professor im Sterben liegt, wird Balsamierer Streidt zunächst seinen Körper schnellstmöglich mit einem Gemisch aus Eiswürfeln und Wasser bedecken. Dies soll helfen, das Absterben der Zellen zu bremsen. Warum man die Leiche nicht einfach gleich in einen Eisschrank legt, hat einen einfachen Grund. Es dürfen sich auf keinen Fall Eiskristalle in der Blutbahn bilden, denn die würden das Gewebe zerstören. Das Prinzip, auf dem die Kryonik beruht, hat der schwedische Physiker und Chemiker Svante Arrhenius schon vor ca. 100 Jahren beschrieben. Er fand heraus, dass die chemischen Vorgänge langsamer ablaufen, wenn die Temperatur sinkt. Das gilt auch für biochemische Prozesse im menschlichen Körper, die bei sehr tiefen Temperaturen sogar komplett zum Stillstand kommen. Dieses Prinzip wird heute ähnlich auch bereits in der Notfallmedizin als Hypothermie eingesetzt, z.B. bei Reanimationspatienten oder Eingriffen am offenen Herzen. Robert Ettinger, amerikanischer Hochschullehrer und Erfinder der Kryonik, war begeistert von der Idee, seinen Körper auf diesem Weg unverändert über Millionen von Jahren aufbewahren zu können. Beim Prozess der Abkühlung streben die Kryoniker die sogenannte Vitrifizierung (Verglasung) an. Diese wird erreicht, indem eine Flüssigkeit so schnell abgekühlt wird, dass sie keine Kristallisierung durchläuft. Sobald sie gefroren ist, erscheint sie dann durchsichtig – wie Glas.

Krankentransport durch die Zeit

Nach dem Eisbad wird dann der Brustkorb der Leiche, ähnlich wie bei einer Herzoperation, aufgesägt und die Aorta an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die das Blut aus dem Kreislauf pumpt. Wichtig ist, dass man nach dem Tod einen sofortigen Blutaustausch durch Zellschutzlösungen vornimmt, da sich im Blut Toxine ansammeln. Stattdessen wird dann Frostschutzmittel in die Adern gepumpt, dass zwar grundsätzlich toxisch wirkt, aber in genauer Dosierung lebenserhaltend wirken kann. Eine hohe Konzentration darf erst im Körper sein, wenn er so abgekühlt ist, dass die Zellen keinen aktiven Stoffwechsel mehr haben. Das Frostschutzmittel enthält zunächst 10%-igen gefolgt von 30%-igem Äthylenglykol. Danach wird ein 75%-iges Gemisch aus Äthylenglykol, Dimethylsulfoxid (DMSO), Glucose und Mineralien verabreicht. Währenddessen wird der Körper mit Trockeneis und Stickstoff weiter abgekühlt, bis bei Minus 130 Grad Celsius dann die Verglasung eintritt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Körper dann in einem Stickstofftank gelagert, der zugelötet und in einen Sarg aus Trockeneis verpackt wird. So eingefroren kommt er dann in die USA, da in Deutschland die Aufbewahrung von Leichen in Stickstoffsärgen nicht erlaubt ist. Dort wartet er darauf, eines Tages wieder aufgetaut zu werden, um, geheilt von seiner Krankheit, sein Leben fortzusetzen.

Science Fiction aus der Tiefkühltruhe?

Ob so etwas jemals möglich sein kann? Viele Skeptiker sehen vor allem ein Problem bei der starken Toxizität der Frostschutzmittel. Derzeit existiert keine Technik, um dieses Gift beim Auftauen wieder zu entfernen. Die Kryoniker sind sich der Giftigkeit der Mittel voll bewusst, allerdings konzentrieren sie sich vor allem darauf, die Schäden beim Einfrieren zu minimieren und vor allem das Gehirn zu erhalten. Jene Probleme, welche mit dem Auftauen verbunden sind, überlassen sie den Wissenschaftlern der Zukunft. Zudem führt die extreme Außenkühlung bei größeren Objekten zu makroskopischen Gefrierbrüchen im Gewebe, dem sogennanten Cracking. Wie genau die Reanimation später ablaufen soll, haben die Kryoniker in ihren Überlegungen bislang bewusst ausgelassen. Man bräuchte eine Technik, mit der man sehr schnell erwärmen kann, sodass keine Eiskristalle entstehen und die toxischen Substanzen bei Erhöhung der Temperatur nicht zu lange einwirken.

Auch das Problem, den kryonisierten Menschen von seinem Leiden zu heilen, das ihn schließlich dahinscheiden hat lassen, scheint momentan noch unlösbar. Viele Forscher haben starke Vorbehalte: „Dass tiefgefrorene Tote eines Tages wiederbelebt werden können, halte ich für nicht vorstellbar. Das gehört in den Bereich der Science-Fiction“, meint der Zellbiologe Martin Zenke vom Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik in Aachen. Noch drastischer drückt sich der Mediziner Andreas Sputtek aus, Facharzt für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ehemaliger Präsident der „Society for Cryobiology“: „Wer glaubt, dass man tiefgefrorene Menschen irgendwann wiederbeleben kann, der muss auch glauben, dass man aus einer Frikadelle wieder eine Kuh machen kann.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Dennoch konnte die Kryonik heutzutage auch schon einige kleinere Erfolge für sich verbuchen. So hat man es beispielsweise schon geschafft, eine Kaninchenniere einzufrieren und nach dem Auftauen wieder erfolgreich zu implantieren. Sames arbeitet bei seinem Kryonik-Projekt eng mit Michael Saxer zusammen, dem Leiter des Fördervereins für Altersforschung, Lebensverlängerung und Kryonik (FALK e.V.). Saxer eröffnete 2004 ein Insitut für die kryonische Aufbewahrung von verstorbenen Haustieren, was in Deutschland erlaubt ist. Dort lagern derzeit zwei Katzen. Die sind für Saxer aber nur ein „Nebeneffekt“. Er forscht, zusammen mit Sames, lieber an der Kryonisierung des menschlichen Körpers: „Pro Monat melden sich rund fünf Leute bei uns. Entweder, weil sie direkt betroffen sind und sich kryonisieren lassen wollen. Oder, weil sie es für ihre Angehörigen und Verwandten in Betracht ziehen. In Amerika sind bei den beiden dortigen Instituten zusammen über 200 Menschen eingelagert. Und beide haben mehrere tausend Mitglieder, die nach ihrem Tod kryonisiert werden wollen.“

Für so eine Kryokonservierung müssen Interessierte allerdings tief in die Tasche greifen. „Wir kalkulieren momentan mit rund 119.000 Euro für Präparation, Überführung und Lagerung. Wenn man es direkt in Amerika macht, kostet die Lagerung ca. 30.000 Dollar“, erklärt Saxer. Gegen Vorkasse, versteht sich. Unter den Kryonikern gibt es auch Leute, die nur ihren Kopf einfrieren lassen. Erstens ist das billiger als den gesamten Körper zu konservieren und zweitens hoffen sie, dass man den Rest in der Zukunft ohnehin klonen können wird. Sames und Saxer rechnen derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von ein bis fünf Prozent, dass sie nach ihrem Tod wiederkommen werden. Man hofft eben auf den Fortschritt in der Medizin. Dennoch betont Saxer: „ Wir Kryoniker versprechen nichts. Wir stellen klar, dass die momentane Wahrscheinlichkeit einer gelingenden Reanimation gering ist, aber sie ist auch nicht gleich Null, wie bei den herkömmlichen Bestattungsverfahren.“ Saxer glaubt fest, dass ewiges Leben möglich ist: „Ich denke, dass künftige Generationen das menschliche Genom so verändert haben werden, dass wir eine Lebenserwartung von hunderten, wenn nicht tausenden Jahren haben. Die werden dann mit dem Kopf schütteln, wenn sie sehen, dass wir uns mit 80, 90 Jahren zufrieden gegeben haben. Und eine Lebenserwartung von 800 oder 1.000 Jahren – das ist ja eine halbe Ewigkeit für uns Menschen. Was dann 500 Jahre später noch für Möglichkeiten entwickelt werden, weiß ich ja nicht. Aber ich bin voller Optimismus, dass das dann noch weitergeht.“

Den Tod überlisten?

Auch angehende Ärzte müssen sich tagtäglich in ihrem Studium mit dem Thema Sterben auseinandersetzen. Was halten Medizinstudenten von einer Wissenschaft, die ein zweites Leben nach dem Tod ermöglichen könnte? Julius Hermann studiert im sechsten Semester Medizin in München. Er hält die Kryonik für eine große Chance: „Sich einfrieren zu lassen ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, eventuell einmal weiterleben zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in absehbarer Zeit tote, eingefrorene Menschen wieder zum Leben erwecken kann, ist zwar gering, aber als toter Eingefrorener hat man ja auch alle Zeit der Welt. Also selbst wenn es noch 10.000 Jahre dauert, bis die Medizin so weit ist, dass sie einen toten Eingefrorenen wieder auftauen und zum Leben erwecken kann, ist das eine realistische Option. Auf jeden Fall kann ich als Naturwissenschaftler diesem Konzept mehr abgewinnen als dem Leben nach dem Tod, das die Kirche verspricht – daran glaube ich schlicht und ergreifend nicht, weil es dafür nicht den geringsten Anhaltspunkt gibt. Außerdem packt mich schon eine gewisse Neugier beim Gedanken an die Zukunft. Wer würde nicht gerne wissen, wie es in hunderten von Jahren auf unserem Planeten aussieht und als Zeitzeuge einer alten Generation berichten. Ich kann verstehen, dass das vielen Leuten Angst macht. Aber dennoch bin ich fasziniert, dass es theoretisch die Möglichkeit geben könnte, unserem menschlichen Tod Grenzen zu setzen und mit geliebten Angehörigen weiterzuleben.“

Katharina Sichelbeck, die im fünften Semester in Regensburg studiert, steht der Kryonik hingegen sehr skeptisch gegenüber:„ Ob es irgendwann mal funktioniert oder nicht, sei dahingestellt – ich finde, das wird nicht ganz zu Ende gedacht. Angenommen, ich lasse mich kryokonservieren. In 100 Jahren wecken sie mich dann wieder auf. Die Situation wäre dann: meine ganzen Freunde und Verwandten sind tot, ich kenne niemanden, mein Wissen ist veraltet, ich finde keinen Job oder werde als Versuchskaninchen missbraucht, mein Vermögen ist wertlos, mein Besitz ist verfallen oder ich muss mir anschauen, was meine Erben aus meinem Vermächtnis im schlimmsten Fall gemacht haben. Wie soll das gehen? Ich finde, man muss es auch mal gut sein lassen. Der Mensch stirbt, das ist so. Ich möchte nicht, dass irgendwann mal Platz und Energie für die „Untoten“ verwendet wird, wo es die Lebenden viel dringender brauchen. Irgendwann ist einfach Schluss. Abgesehen davon wird es hier durch Überbevölkerung sowieso zunehmend eng, da kann keiner aufgetaute 150-Jährige brauchen. Wie soll außerdem die Verwaltung ablaufen? Muss man dann den Besitz und die Finanzen auch einfrieren? Muss man alles erhalten, weil eventuell mal einer aufgetaut wird? Was ist dessen Lebensgrundlage? Meine Meinung dazu ist, dass man sich irgendwann mit seiner eigenen Sterblichkeit abfinden sollte. Das Leben ist umso schöner und wertvoller, weil es eben nicht ewig dauert. Jeder Moment kommt nicht wieder und man sollte nicht vieles aufschieben, weil man nie weiß, wann man die nächste Gelegenheit bekommt. Für mich ist Kryonik der Versuch der Menschen, zu verdrängen, dass das Leben nun einmal endlich ist. Der Mensch sollte lernen, mit dieser Wahrheit umzugehen und sein Leben entsprechend gestalten, anstatt Geld in diesen Wunsch zu investieren.“

Das Streben nach ewigen Leben

Ob der alte Menschheitstraum vom ewigen Leben wirklich eines Tages in Erfüllung gehen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass sich immer mehr Menschen mit Kryonik beschäftigen und mit der Erhaltung von menschlichen Körpern experimentieren. Die großen Probleme des Konservierens sind längst nicht gelöst und auch für die Reanimation und Heilung der todkranken Leichen gibt es derzeit keine Aussicht auf Erfolg. Doch Klaus Hermann Sames verweist darauf, dass anfangs auch Herzoperationen sehr umstritten gewesen sind. Inzwischen sind solche Einriffe akzeptiert und werden täglich durchgeführt. Solch einen Prozess wünscht er sich auch für die Kryonik. Seiner Meinung nach ist das ein wissenschaftliches Projekt, das voranschreitet und das anerkannt werden sollte. Aus medizinischer Sicht ist es zumindest nicht vollkommen unsinnig, Menschen einzufrieren, denn selbst, wenn alles nicht klappt, konserviert man wenigstens eine große Menge DNA für künftige Generationen.

51 Wertungen (4.82 ø)

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30 Kommentare:

Perry Rhodan
Perry Rhodan

@Torsten Horlbeck … gute Idee mit dem Pseudonym (Pseu)
Ich habe 7 Jahre – mit immer mal ein paar Monaten Unterbrechung – in einer virtuellen Welt als Avatar gelebt. Teilweise hatte ich 4 Windows-Fenster GLEICHZEITIG offen, wo ich jeweils einen anderen Charakter spielte.
Jeder Charakter hatte einen anderen Namen. Der hinterm PC – also ich – blieb immer gleich.
Der jeweils gegenüber Gamer (auch ein Avatar) – mit nur einem Windowsfenster – wusste nichts davon und dachte der jeweilige Avatar ist der EINZIGE den ich spiele.
Die Folge, der Gegenüber dachte, er hätte die VOLLSTE Aufmerksamkeit von der Person hinter dem PC – also mir. Weit gefehlt, ich war virtuell “viergeteilt” und schenkte noch 3 anderen die Aufmerksamkeit.

Warum habe ich das getan (vierteilen)!? Teilweise weil ich gelangweilt war … das Gegenüber kann ja auch ein virtueller Tanzclub sein, in dem ich mich mit einem Windowsfenster befand. Oder auch aus “Rache”.
Rache!?
Yepp! Andere – vor allem kommerzielle hinter dem PC können gleichzeitig theoretisch -zig Avatare spielen. Die brutalsten unter denen konnten sogar so inszenieren, dass sie ala “guter Bulle/böser Bulle” dich mit ihren Avataren so hinbogen, wie sie wollten. Aber es war immer nur ein Mensch bei denen hinterm PC.

Geradezu aberwitzig wurde es, wenn es ein Team war, gut abgesprochen binden sie dich wie einen Drogensüchtigen rund um die Uhr an diese virtuelle Welt. Kommt auf die Menge oder auch Leistung der PC´s an.

Deren kommerzieller Traum ist es, Wege zu finden, dass vollzuautomatisieren über eine Rechenzentrum. D.h. sie f…. mit Bots direkt unsere Hirne also unseren tiefsten Privatbereich, AUCH aus diesem Grund habe ich ein Problem mit Brain-Kopie-Kryoniker, die sind mir suspekt … weil es verlockt zu dem oben genannten “Avatarspiel” im realen Leben und nicht “nur” am PC.

Ich kann somit Ihr komisches Gefühl – Torsten Horlbeck – mehr als nachvollziehen und das Internet wird auch von Geheimdiensten missbraucht.

Bleiben Sie also anonym, nicht aus Angst sondern:
1. um es denen allen einfach nicht zu leicht zu machen
2. da man nur ein Mensch ist, hat man auch mal ´nen scheiss Tag erwischt und haut wo daneben mit seinen Kommentaren. Das passiert oft Nachts, wegen Einsamkeit. Da haben die User teilweise 2-3 Handys, 10 Avatare/Pseus und sind trotzdem EINSAM … warum? Weil es die anderen genauso machen und somit findet man nicht mehr zueinander. Die flippen gern aus gegen Sie.

Kryoniker sein, bedeutet auch über virtuelles Leben nachzudenken und deren Folgen.
Aus der Avatar-Welt bin ich erst mal raus, weil ich kann nicht mit, als auch auch nicht ohne leben … daher habe ich die “Reissleine gezogen”. Gibt nur kognitive Dissonanz mit RL (reales Leben). Ein Avatar hat ja zusätzlich noch einen “Traum-Körper”, was mental vieles noch verstärkt. In einem Forum gibt es keine Körper.

Ich wette – wenn sich herausstellt – dass Bewusstsein nur so eine Art temporäre Beruhigungstaktik des Unterbewusstseins ist, werden wir vor allem Psychologen brauchen … also spielen sie ohne schlechtes Gewissen mal vieles durch, andere machen es auch.

Best greetings Perry Rhodan

#30 |
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#28, Perry: Das Kryonik-Thema wollte ich eigentlich nicht weiter verfolgen, aber trotzdem danke. Was die Anonymität im Web betrifft: Mittlerweile beginnen selbst die standhaftesten Internet-Pioniere von der -ursprünglich lobenswerten- Idee der vollständigen Freiheit des Internet abzurücken. Warum? Weil die phänomenale Erfindung ‘Internet-Kommunikation’ von einigen Spinnern auf das Übelste missbraucht wird. Die Einhaltung der in den Anfangszeiten für jeden selbstverständlichen “Netiquette” ist dabei wohl noch das kleinste Übel, heute kann es Unternehmen ruinieren oder gar Menschenleben kosten.

Insofern bin ich nicht grundsätzlich dagegen, mit meinem Namen für meine Meinungsäußerungen zu stehen. Das setzt allerdings Fairness bei den anderen Teilnehmern (Respekt, Vermeidung persönlicher Angriffe …) und auch bei der Forenmoderation (Reaktion auf Missbrauchsmeldungen o.a.) voraus. Momentan sehe ich beides nicht gegeben und werde daher wohl auch über ein “Abtauchen” in die Anonymität nachdenken müssen. Nicht schön, aber nur somit ist offenbar hier die “Chancengleichheit” hergestellt.

#29 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

@Torsten Horlbeck, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu Unrecht behandelt werden oder zu viel geblödelt wird , kann ich aus eigener Erfahrung ein Forum zum Thema Kryonik empfehlen. Ich selbst bekomme dort vielleicht 50% meiner (stets anonymen) Beiträge veröffentlicht. Die Moderation dauert etwas d.h. bis der Beitrag veröffentlicht bzw. kommentarlos gelöscht wird. Siehe http://www.biostase.de
Mehr möchte ich zu der dortigen Praxis nicht sagen, es ist deren Forum.

Ich fühle mich hier sehr wohl und genieße jedes Stichwort und Inspiration. De-Anonymisierung finde ich nur gut bei strafrechtlich relevanten Verhalten, dazu gehört auch Internetmobbing. Genauer gesagt ist das ein bisschen komplizierter aber stimmt schon so:
“Zitat:
Cybermobbing selbst ist kein Straftatbestand. Aber in Cybermobbing vereinigen sich einzelne Straftaten – das ist vielen Tätern/innen nicht bewusst. Beleidigungen, Drohungen oder die scheinbar harmlose Verbreitung von Bildern und Videos können ernsthafte Folgen auch für den oder die Täter haben.
Grundsätzlich sind Kinder unter 14 Jahren strafunmündig. Bei Jugendlichen steht nicht die Bestrafung, sondern der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In Betracht kommen in erster Linie erzieherische Weisungen und Auflagen im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes (JGG).
Straftaten, die ein Teil von Cybermobbing sind … Beleidigung [§ 185] … bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. … Üble Nachrede [§ 186] … bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft…. Verleumdung [§ 187] … mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft
Zitat Ende” Quelle:
http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing/folgen-fuer-taeter.html

Best greetings Perry Rhodan

#28 |
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#23, Scotty: Sie können von mir aus gerne schreiben, was Sie wollen. Das ist Ihr gutes Recht, wenn Sie schon meinen, dass das hier ein lustiges Blödel-Forum ist. Es ist aber auch mein gutes Recht, gegen persönliche Beleidigungen vorzugehen, sofern ich hier -im Gegensatz zu Ihnen- mit Klarnamen auftrete. Wobei man unter kritischer Aufwand-/Nutzenabwägung über Letzteres (Auftritt mit Klarname) konsequenterweise ja nochmal genauer nachdenken kann. [Kommentar von der Redaktion gekürzt]

#27 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

@mose-italiano …
Sinn der Kryonik ist es derzeit so eine Art Zeitsprung zu machen, bis derzeitig unheilbare Krankheiten heilbar sind. Man wird in Zukunft Zellen verjüngen, Organe und Körperteile easy ersetzen oder sogar wieder nachwachsen lassen können etc.
Was dann nicht nur zu jugendliches Aussehen verhilft, sondern einem zu einer wirklichen jungen Person macht.

Neugeborenen wird – sofern die Eltern wollten – schon vieles künstlich “in die Wiege ” gelegt. Was leichter ist, als an Alten – wie mich – rumzudoktern.

Kryonik wird man dann eher nur noch nach schlimmen Unfällen zur Stabilisierung oder in der Raumfahrt anwenden, wenn sich nicht genug Raumfahrer für Mehrgenerationsreisen finden. Sofern jemand meint, damit irgendwie Kohle verdienen zu können ^^

Jeder, welcher sich derzeit aus finanziellen Gründen nicht einfrieren lassen kann, wird das 100% sicher verpassen. Ob Kryoniker es erleben, da ist die Wahrscheinlichkeit grosser 0%. Somit ist deine Frage auch beantwortet, es wird zu keinem Platzproblem kommen, mangels Geld für Kryonik und extreme Lebensverlängerung. Warum?

In einem markwirtschaftlichen System, wird das auch keine Krankenkasse bezahlen können. Es werden sicherlich Zusatzleistungen für die man teuer bezahlen muss …
Wer es nicht bezahlen kann, stirbt früher. Ich kann auch nicht alles bezahlen was ich will und das wird in Zukunft sicherlich nicht besser. Wird es in einer Stadt zu eng, steigen die Mieten und Immobilienpreise, den Kryonikern wird es genauso gehen.

Bis dahin vergehen aber noch Jahrtausende, es gibt die Zigfache Fläche für Kryoniker und lange Lebende in unbelebten Wüsten, Meeren, auf und in Bergen, in der Erde etc.

Nahrung wird vielleicht künstlicher und eintöniger. Wer mehr will, muss mehr zahlen. Gesundheisschädlich wird das Künstliche aber nicht mehr sein.

Vielleicht haben wir ganz grosses Schwein, dass Ausserirdische innerhalb der paar tausende Jahre kommen und uns Anworten bringen. Hoffentlich treibt dir nicht auch nur “Der Markt” *schmunzelt*
Glaubt mir, Kryoniker müssen – wie schon erwähnt – nachhaltiger denken, als ihr Euch nur annähernd zumuten magt, bis “über den Tod hinaus”.

Best greetings Perry Rhodan

#26 |
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Mitarbeiter Industrie

ist ja alles schön und gut falls das klappt, ABER!
was geschieht mit uns wenn keine menschen mehr sterben aber ständig neue dazu kommen?
vom platz mal abgesehen werden auch die ressourcen knapp und und und und…

wie viel sinn macht die kryonik also? auf der erde ist es nicht anwendbar

das einzige was einleuchten würde, wäre der gebrauch in der raumfahrt
man könnte auf entfernte planeten reisen und diese besiedeln^^
erdähnliche planeten sind ja mehrere bekannt =)

#25 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

Hi Scotty,

Brain-Streitgespräche bis in letzte Detail kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht genug Ahnung davon habe. Aber Nachtreten an Vorposter ist eher kontraproduktiv, oder!?
Okayyy du hast die Meinungsfreiheit angemahnt, find ich super! Weil, auch wenn manche verdammt dolle mit ihrer freien Meinung nerven … wer sich bemüht, findet im letztem “Dessen-Meinung-nervt-mich- an” auch einen Funken Wahrheit ;-)

Manchmal genügt auch nur ´ne Nacht drüber zu schlafen … d.h. selber einfach mal den Schnabel – gegen seine Antwortreflexe (Antwomaten, Antwomatismus) – zu halten.
Boahh den Satz mit den -maten versteh ich jetzt selber kaum: “Wer um Himmels Willen führt nur meine 2 Fingerchen über die Tastatur!?”
Betonung liegt auf 2 *rofl*

“Zurück zum Detailwissen!”

Ehrlich gesagt, muss ich das nicht haben, weil ich gehe mit meinem Gehirn eher wenig gut um. Hier und da mal auch einen zu viel über den Durst, vom Rauchen bin ich weg, aber ins Sportstudio gehe ich nur widerwillig 1x die Woche. Ich bin der Typus der sagt, ne ordentliche kryonische “finale Phase”, ist am besten zu organisieren in einem Krankenhaus. D.h. blos nicht als Kryoniker halbgesund irgendwo überraschend – vielleicht auch noch alleine – tot umzufallen. Klingt witzig, aber so sind die Realitäten.

Ich lese vieles über das “Blue Brain Project” und meine: “Respekt! Die geben wenigstens zu, dass sie bis jetzt nix wirklich wissen!” … das war in der Vergangenheit bei Akademikern eher die Seltenheit!?
Ich denke ja!

Daher kann man mich mit ´nen Prof oder Doc eher weniger beeindrucken, weil weiss ich ob der/die/das auf dem neuesten Stand sind bzw. mit was hat der/die/das den Titel gemacht?
Viele Titel waren Teamarbeit, wo ist das Team geblieben!?
War das jetzt schon nachtreten? Ich denke, Nein!

Was wir wissen, auch wenn es nervt, Kryonik stoppt alle chemischen Prozesse. Somit auch den Sterbeprozess. Wenn die Temperatur tief genug ist, sogar solche physikalischen “Schweinereinen” wie die Kosmos-Strahlung. Oha, Oha … sowas kann selbst ich mir merken, als jemand der eher gern abgeschrieben hat, inne Schule (lerne nur mit positiven Emotionen und Schule bereitete mir eher nur Angst!).

Man könnte noch eins draufsetzen, wer lebend eingefroren wurde, hat die besseren Chancen, aber sowas zu sagen, finde ich schon fast strafbar … ich sage lieber: “Boaah im Kopf wieder als kleener Junge anzufangen hat ooch was, sofern es noch Leute gibt, die Bock drauf haben, mich dann auszuhalten!”

Nun konkret zu dir Schlawiner Scotty: “Alle mal bitte weghören!”
Was hasten Duuu denn bei mir versucht mit dem russischen Ballet zu bewirken, wollste mein Hirn f…. oder war das wirklich nur so hingeworfen, um zu zeigen daste kein Kulturbanause bist!? Hihi ^^

Sagen wir mal so …. hmmm Mütterchen Russland, Daddy USA und Kindchen EU werden sich schon irgendwann wieder vertragen.
Und sicher ist man als Kryoniker nicht mal auf einer friedlichen Erde auf Dauer. Schon vergessen wir fliegen durch ´nen Weltall!? Daher finde ich Begriffe wie “Ewiges Leben” und Unsterblichkeit eher unrealistisch, weil wir werden nie UNTÖTBAR sein, von was auch immer *smile und winke, winke zu Zitat: “Katharina Sichelbeck, die im fünften Semester in Regensburg studiert …” Zitat Ende* Keine Angst, das nächste “Schwarze Loch” wartet schon auf uns alle.

Uund wenn ich irgendwann alle Balletts in diesem Universums mal gesehen habe, möchte ich sogar tötbar bleiben, weil es wird auch das mal langweilig. Dann gibbet ne letze Party für mich ….
Jaaaa klaaar die mit dem “Kopie-Hirn” löschen einfach ihre Platte und schon geht ihre Party wieder von vorn los … bis das “Schwarze Loch kommt!”
Darauf nehm ich jetzt mal ´nen “Berliner Kindl” Prost!

Best greetings Perry Rhodans

#24 |
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Scotty
Scotty

he, dear Perry, da is aber noch der psycologie-Student Torsten Horlbeck dagegen,
dem scheint hier der Laden zu gehören, weil er keine Widerworte duldet.
Das mit der Rente find ich gut.
Wahrscheinlich ist heute Russland sicher.
Ich hab auch ne Schwäche für Ballet.

#23 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

Guter Hinweis Scotty. Früher wurde man bei Herztod für tot erklärt. Dumm nur, dass man inzwischen bei solchen OPs unterkühlt bewusst das Herz sehr lange anhalten kann. Weiha! da liegt eine Leiche auf dem OP-Tisch, hätte man früher behaupten müssen.
Wir(!) haben dazugelernt bei der Reanimation von in Eis eingebrochenen Menschen, welche viel länger als 5 Minuten klinisch tot waren … das inspirierte uns zu den Niedrigtemperatur-OPs.

Man erfand für die Organspende den Hirntot, obwohl es noch kein Hirnzellen-Absterb-Messgerät gibt. Ich bin es aber müde SPEKULATIV-technologische Argumente auszutauschen … wo man sich letztendlich nur GEGENSEITIG schadet. Wir EU-Kryoniker haben keine Rechte und die zu wenig Organe. Beides ist schlecht!

Kryonik stoppt alle chemischen Prozesse und somit auch den Sterbeprozess. Mehr muss man sich technologisch nicht merken. Was mit der Seele passiert, weiss auch keiner sofern man an eine glaubt.

Wie man das (Lagerung, Reanimation, Wiedereingliederung in die Gesellschaft) organisiert, ist Sache der Dienstleister bzw. der Kryonikvereine. Und das tun sie auch … somit ist ein Gegen-Argument von Katharina Sichelbeck entkräftet. Platz und Ressourcen verbrauchen wir im Dewar weniger, als alleine schon ein Lebender an Klopapier verbraucht. Über Jahrhunderte gesehen “entlasten” wir die Umwelt um weit mehr als 5 Lebende. Mit dem Klopapier – das die verbrauchen – könnte man abgeworfen eine Kleinstadt erschlagen. Das war nicht zynisch gemeint *smile*

Gehen die Kryoniker Pleite, wird man eingeäschert oder findet externe Retter.

Definiert man freiwillig LEBEND Eingefrorene als “untote Bürger” … steht ihnen Rente zu … manchmal sollte man einfach ein paar Gedanken für sich behalten, um die Jugend nicht zu verschrecken. Weil es gibt noch kein BGE …

Was mich derzeit nicht ermüden darf ist, dafür zu sorgen, dass mehr Menschen ZUMINDEST Kryonik tolerieren, so wie es meine Frau tut. Früher hatte diese ähnliche wichtige Kontra-Argumente wie oben Katharina Sichelbeck …
Toleranz ist eine Grundbedingung, dass wir nicht immer wieder demokratisch überstimmt werden und somit die kryonische Aufbewahrung in der EU verboten bleibt.

Sollte es sich noch ein paar Jahrzehnte hinziehen, wäre ich gezwungen eine Religion zu gründen …
ich will nicht in die USA oder nach Russland vertrieben werden! Ja… das war jetzt zynisch, sorry *zwinkert nett mit einem Auge*

Best greetings Perry Rhodan

#22 |
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Scotty
Scotty

Immerhin ist eine Op in tiefer Hypothermie bis 18°C schon Routine, z.B. bei einem Aneurysmaeingriff, wodurch das Gehirn einen effektiven Schutz vor einem Schlaganfall hat.

#21 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

… ich denke, dass die angeschobenen Brain Projekte in der EU und den USA, wo es zusammen insgesamt um deutlich mehr als 1 Milliarde Euro geht, unsere Verständnis über die genannten Vorgänge weiter verbessern.

Das Problem: Was nützt es denen, welche man derzeit mit Kryonik VIELLEICHT retten könnte … in vollstem Bewusstsein, dass sie wieder bei fast 0 im Kopf anfangen müssen. Bei fast 0, weil man kein Suizider ist und den “Rest” Frostschäden oder derzeitige hochgiftige Frostschutzmittel erledigen. Egal! Hauptsache ihr Lebenslauf wird gegen ihren Willen nicht beendet, denn man weiss und kann es DERZEIT nicht besser.

Okaaay bessere Karten haben die, welche meinen, dass man ihr eingefrorenes Präferenzhirn in Zukunft kopieren kann. Bei Kopie bekommt mein “Bauchhirn” Schmerzen, aber bei einer Hirn-Kopie kann man Schäden rausrechnen, sobald man BRAIN besser versteht.

Die kryonische Aufbewahrung ist in der EU ist verboten! Wer will schon freiwillig eingefroren in ein Land, mit dem er sonst wenig zu tun hatte als Lebender … nämlich in die USA oder Russland.

Argumente warum sich jemand für Kryonik begeistern könnte, muss jeder für sich selbst persönlich finden, aber man sollte auch in der EU zu diesem Thema Wahlfreiheit (bei der “Bestattungs”form) ermöglichen. Eventuelle Reanimation ist derzeit nur Spekulation … kein Problem, andere machen Pferdewetten!

Best greetings Perry Rhodan

#20 |
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Gast
Gast

#18: Warum, es ist eine angemessene Erwiderung auf #16.

#19 |
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Gast
Gast

Erstaunlich, dass #17 nicht gelöscht wird

#18 |
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#16, Gast, woher nehmen Sie eigentlich die unverschämte Arroganz, hier derart unsachlich aufzutreten? Es ist jetzt das letzte Mal, dass ich mir von Ihnen anonymer Weise “Nicht-Wissen” unterstellen lasse. Das nächste Mal schalte ich den Forenbetreiber ein. Ich werde es meinesteils nicht zulassen, dass sich anonyme Krawallmacher auf Kosten derer, die öffentlich und namentlich hier für ihre Beiträge gerade stehen, eine Befriedigung verschaffen. Anhand der Wortwahl und des Ductus wird es sich bei den Usern “Gast”, “Arzt”, “Dr. xyz”, “DM xyz” u.a. wohl ohnehin um ein und dieselbe Person handeln. Man sollte das einmal anhand der IP prüfen.

Die zu erörternde Frage war doch, ob es eine “Gehirnalterung” gibt. Es wurde von einem Teilnehmer (Sie selber ?) verneint, und von mir wurde gegengehalten, dass es diese als Alterungsprozesse subsumierten Veränderungen wohl doch gibt, nur eben anders und subtiler als bislang angenommen. Daraus hätte eine fachlich sehr interessante Diskussion werden können. Doch was machen Sie? Faseln irgendwas von extrakraniellen Einflüssen, CT, vom Rückschritt der Diskussion und von “Nichtwissen” meinerseits. Vor lauter Wichtigtuerei haben Sie vergessen, dass es gar nicht um das WIE, sondern um das OB ging.

Und weil Sie so gern auf dem “Psychologie-Studenten” herumreiten, kann ich Ihnen zweierlei Dinge sagen: Zum einen wäre es an der Zeit, dass Sie zu IHRER Qualifikation einmal Roß und Reiter nennen, z.B. in Form einer regulären Doccheck-Anmeldung. Schauen wir mal, wo sich die Augenhöhe einpendelt. Zum anderen ist ein Student der Psychologie durchaus in der Lage und mit genau den Studieninhalten konfrontiert, die Anatomie und Physiologie des Nervensystem, soweit erforscht, sehr genau zu kennen. Ich kann daher nicht nachvollziehen, wo ihr Problem liegt.

#17 |
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Gast
Gast

Psychologiestudent Horlbeck, Ihr “Nicht-Wissen” ist eigentlich ein Rückschritt in der Diskussion, denn die extrakraniellen Einflüsse wurden ja nun bereits ausdrücklich genannt und nicht infrage gestellt.
Bei der “weißen Substanz” würd ich z.B. mal an Vit.B12 denken, dessen Mangel im Alter deutlich zunimmt, bei “Alzheimer” soll er bis 40% betragen, auch das ist kausal “extrakraniell”.
Statistische Beobachtungen von CT und Alter leisten daher keinen Beitrag zur Kausalität.
Die gute Regeneration von Nervenzellen ist unabhängig vom Mensch auch in vitro und in Tierversuchen belegt.
Besonders interessant ist sicher der Hinweis in #13 auf die Funktion der Mitochondrien,
und was De Grey darüber sagt.
Sie spielen offenbar auch eine Schlüsselrolle bei den echten neurodegenerativen Erkrankungen.

Es bleibt dabei:
mens sana in corpore sano,
Das “Gehirn” ist auch auf die “Pflege” des übrigen Körpers angewiesen, man kann es schlecht von ihm trennen.

#16 |
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Beitrag Nr. 14 nochmal wegen abgeschnittener Zeichen

#13 “Dr Bayerl” schrieb: “Neurophysiologen halten gerade das Gehirn selbst für NICHT alternd …”

Das ist nur die halbe Wahrheit in der nach oben bzw. hinten offenen Forschungslage zum ZNS. Zwar scheint es tatsächlich so zu sein, dass man von der massiven Neuronen-Untergangstheorie abgerückt ist. Und die in der Lebensspanne verlustigen Neuronen (kleiner 10 Prozent ?) scheinen per se keine kognitiven Verluste zu bewirken. Da aber makro- und mikroskopisch ein mit der Alterung verbundener Volumenverlust nun mal objektiv zu beobachten ist, muss der Abbau ja “irgendwo” anders passieren. Wohl am ehesten in der weißen Substanz. Wenn die Axone nicht mehr perfekt myelinisiert sind, geht die Verarbeitungsgeschwindigkeit zurück. Und auch in den Zelleibern selbst scheinen subtile morphologische Ab- oder auch nur Umbauprozesse abzulaufen. Es ist also alles in allen kein Nicht-Altern, sondern “nur” ein deutlich komplexeres Altern als bisher angenommen.

#15 |
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#13 “Dr Bayerl” schrieb: “Neurophysiologen halten gerade das Gehirn selbst für NICHT alternd …”

Das ist nur die halbe Wahrheit in der nach oben bzw. hinten offenen Forschungslage zum ZNS. Zwar scheint es tatsächlich so zu sein, dass man von der massiven Neuronen-Untergangstheorie abgerückt ist. Und die in der Lebensspanne verlustigen Neuronen (

#14 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Perry Rhodan vielleicht kann ich Sie beruhigen,
Neurophysiologen halten gerade das Gehirn selbst für NICHT alternd,
was es allerdings benötigt, ist ein nicht kranker Stoffwechsel für die Energie und Nahrungs-Versorgung (Gedächtnis braucht Eiweiß) und die ungestörte Durchblutung (keine Hypertonie oder Arteriosklerose, keine Hypotonie oder Hyponatriämie durch Diuretika etc.).
Die hohe Plastizität des Gehirns (Lernfähigkeit) ist durch funktionelle CT- und MRT-Untersuchungen erwiesen, sowohl posttraumatisch (Infarkt), als auch durch gezieltes Training auch im hohen Alter.
Die “kranke Hülle” ist also organisch gesehen, das Hauptproblem.
Natürlich gibt es auch ein orginäres psychisches- psychosomatisches Kriterium,
das größte Wunder von Leben überhaupt:
der LEBENSWILLE.
Schwer zu definieren, aber besonders toll schon am Anfang zu beobachten beim Säugling, besonders den 2-3-Jährigen.
Sie WOLLEN permanent aktiv sein bis zur Überforderung von weniger aktiven Eltern.
Ein besonders braves Kind erweckt bei mir immer den Verdacht auf Hirnschaden.
Auch “Widerstand leisten” (vorsätzlicher Ungehorsam) gehört dazu, das wird einfach ausprobiert als eines der Definitionsfähigkeiten von “Autonomie”,
darüber muss man als Mamma oder Pappa natürlich nicht böse sein (Nerven bewahren) sondern das freundlich lächelnd aber ganz sicher und bestimmt in die richtigen Bahnen leiten.
Der sehr unterschiedliche Lebenswille ist im Alter ebenso ein wichtiges individuelles Unterscheidungskriterium. Bei manchen lässt er schon mit 30 nach.
De Grey und andere sehen als besonders kritisch im Sinne von Alterungsursache das Nachlassen der Energieversorgung bzw. der Funktion der Mitochondrien,
da ist was dran. Sie spielen allerdings in der mainstream-Forschung, die sich z.Zt. fast nur mit Genetik beschäftigt, nur die 2.Geige,
es ist auch, wie ich sagte in hohem Maße “political incorrect” am “sterben” nur zu rütteln. Das soll eher erleichtert werden.
Schon bei “Genetik” rümpfen viele (grünen) Politiker öffentlich die Nase.
Nun ja, leider auch die Kirche, eine dolle Allianz, da möchte man den tragischen Nietzsche zitieren, mit seinem 5. Buch nach dem Auftritt Zarathustras,
betitelt “Wir Furchtlosen”.

#13 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

@ Dr.Bayerl
… bitte vergessen Sie nicht, dass Kryonik meist erst greift, wenn aus dem “alten Hasen” etwas geworden ist, was der Jugend eher weniger hilft. Nur selten stirbt jemand mit kranken Körper und fittem Hirn!? Wir sind keine Suizider ….

Ich persönlich glaube nicht daran, dass selbst bei der derzeitigen “Fitness-Generation” das Hirn mithält, auch wenn es behauptet wird … ich hoffe das ist keine Polemik.

Sie haben recht, selbstverständlich würden auch Kryoniker gern längst möglichst leben, aber wenige von uns – oder besser gesagt kaum einer – hat so viel Geld beides zu finanzieren d.h. Kryonik und extreme Lebensverlängerung.

Ist das BGE eine optionale Lösung? Oder die wie in den USA angedacht wurde, einfach Geld an den Banken vorbei zu verteilen!? Kontrolliert = keine Hyperinflation.

Ja, Prioritäten setzen ist wichtig, gerade Kryoniker benötigen Forschung … aber auch Frieden und eine nachhaltig gesunde Umwelt. Und wie sie oben lesen können, hochinteressante neue Denkansätze, welche zwangläufig zwingen in Generationen zu denken *smile*

Kryoniker sind in ihren Dewaren wehrloser als Ungeborene in den Bäuchen der Mütter und wir sind da ein paar hundert Jahre drin und nicht nur 9 Monate. Wir haben essentielle Interessen, welche alles übersteigen, was sich “normale” Menschen wünschen …

Best greetings Perry Rhodan

#12 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Mit dem “Vergessen” wäre allerdings die größte Stärke alter Menschen zerstört.
Ich möchte persönlich eher nicht mit der Naivität und Unwissenheit meiner Jugend herumlaufen.

Im Ernst, auch wenn das jetzt die Mehrheit schockiert:
Ich halte es nicht für ein unumstößliches Naturgesetz, das der Mensch stirbt.
Ich denke nur an den 4000 Jahre alten Mamutbaum.
Auch Bakterien sind seit 4Milliarden Jahren potentiell unsterblich.

Ich plädiere daher für ein radikales Umdenken.
Menschen sollten nicht nach ihrem Alter in Schubladen gesteckt werden, wie das beispielsweise die Bänker tun, egal wie exzellent die Schufa-Auskunft auch ist, hier wird offen diskriminiert, oder die Zwangspensionierung, die so manche unglücklich macht,
sondern UMGEKEHRT,
wir haben ja nun wirklich genug “Geriatrie-Experten”,

Menschen sollte man nach funktionellen messbaren Kriterien
ein “biologisches Alter” zuweisen.

Ein gewisser Oxford-Professor De Grey
http://www.gen.cam.ac.uk/sens
hat sich über die Beseitigung von Alterungsvorgängen ernsthafte Gedanken gemacht,
ist aber politisch “incorrect” heutzutage,
lieber müssen wir das Klima retten :-)

#11 |
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Perry Rhodan
Perry Rhodan

Mit zunehmenden Alter häufen sich die Dinge mit denen ich nicht leben kann, aber auch nicht wirklich ohne sie. Ich hätte keine Problem damit alles zu vergessen und wie einer kleiner Junge wieder staunend von vorn anzufangen. Hauptsache mein Lebenslauf wird nicht gegen meinen Willen beendet …

Best greetings Perry Rhodan

#10 |
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Arzt
Arzt

Abgesehen davon, dass ich vom “Einfrieren” des Menschen selbst nicht viel halte, das ist auch noch keine Lebensverlängerung
und noch weniger einem Geschäftsmodell, das auf (falschen) Hoffnungen aufgebaut ist,
ist die Frage der medizinisch durchaus möglichen Lebensverlängerung
außerordentlich UNPOPULÄR, dafür gibt es entsprechend auch (fast) 0 “Fördermittel”,
im Gegensatz zu allen möglichen menschenfeindlichen Aktionen wie der “Klimarettung” die nur auf Lug und Trug aufgebaut ist.
Hier gibt es nicht nur Milliarden, sondern Billionen.

#9 |
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Arzt
Arzt

Hoch interessant,
die einhellige Ablehnung von POTENTIELLER Lebensverlängerung.

#8 |
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Medizinjournalist

Find ich Klasse. Die erwecken dich vertragsmäßig wieder zum Leben und sagen dir dann, dass ein Gesetz, das inzwischen erlassen wurde, die dauerhafte Wiederbelebung – also noch Einen zu versorgen – untersagt und man jetzt gleich den Stecker endgültig ziehen werde. Für mich ein gelungenes Experiment. Die Betroffenen werden es nicht so witzig finden, fürchte ich.

#7 |
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Da würde ich doch besser in die Gelddruckmaschinen-Forschung investieren

#6 |
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F. Augstein
F. Augstein

Also schön abkühlen, Kristallbildung verhindern, Blut gegen Konservierungsmittel austauschen. Das funktioniert in vitro auch schon für Zellkulturen und haut mich nicht vom Hocker:

1. Die Apoptose wird gestoppt, aber jeder der schon mal kryokonservierte Zellen wieder aufgetaut hat, weiß das dabei ein großer Teil durch die Toxizität des Konservierungsmittels abstirbt.
Es ist fraglich ob dieses sehr zufällige Absterben beim Auftauen kompensiert werden kann.

2. Die Gehirnfunktion. Wir stehen noch am Anfang zu verstehen, wie z.B. Erinnerungen gespeichert werden. Solange wir das nicht verstanden haben, scheint es mir verfrüht, diese Verfahren anzuwenden. Vielleicht ist es genau das richtige für die meisten Gewebe, aber das falsche für die Nervenzellen des Gehirns, um Erinnerungen speichern zu können.
Unter der Annahme, das unser Gedächtnis nicht nur auf Proteinen aufbaut – die sich natürlich konservieren lassen – sondern auf geringen elektrischen Ströme angewiesen sind, wird nach dem Auftauen ein mehr oder weniger intakter Zellhaufen ohne höhere Gehrinfunktion übrigbleiben.

3. Verträge. Auf lange Sicht (über 100Jahre +) sind Verträge mit Privatunternehmen äußerst fraglich. Dies mach nur Sinn, wenn idealerweise Staaten im Falle der Insolvenz die Aufrechterhaltung der Kryokonservierung übernehmen. Aber auch das ist keine Garantie. Niemand kann vorhersagen, wie in 100Jahren+ unser Staatssystem aussehen, ob derzeitige Staaten noch existieren werden und ob solche Versuche noch akzeptiert sind.
Sollte der Kreationismus in den USA die Oberhand gewinnen, sehe ich schwarz für dieses Projekt.

Es ist eine Kalkulation mit sovielen Variablen, das es – im Gegensatz zu Herrn Hermanns Überzeugung – meiner Meinung nach mehr einem Glauben als einer Wissenschaft ähnelt.

Möglicherweise ist es uns in Zukunft möglich, komplexe biologische Organismen wie den menschlichen Körper erfolgreich zu konservieren und ins Leben zurückzuholen, jedoch nicht mit unserem derzeitigem Wissensstand.

#5 |
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Der Ansicht von Katharina Sichelbeck würde ich uneingeschränkt folgen. Dieser derzeit sehr utopisch anmutende Konservierungsansatz ist eher eine Neuauflage religiöser Unsterblichkeitsannahmen auf hochtechnischem Niveau. Das Ziel ist identisch: Die Verarbeitung bzw. Verdrängung der schrecklichen Wahrheit, dass unser Leben eines Tages unabwendbar endet. Selbst, wenn technisch alles perfekt liefe, wird wohl die extrem kurze Funktionserhaltungszeit unseres Gehirns einen Strich durch die (nicht ganz billige) Rechnung der Kryoniker machen. Schon rein ethisch und juristisch kann und will niemand vor Eintritt des Hirntodes konserviert werden. Der neurotoxische Frostschutz erledigt dann den Rest. Wenn “kaputte” Neuronen und zerstörte Synapsen eingefroren werden, kann der beste Wissenschaftler auch in tausend Jahren damit nichts anfangen. Denn dass, was unsere Persönlichkeit ausmacht, sitzt in genau diesen fragilen und weitgehend unerforschten Strukturen. Es ist weit mehr als die Summe von aufgetautem Gewebe.

#4 |
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Dr. med. Jens Schmidt
Dr. med. Jens Schmidt

Sehr vernünftige Einstellung von Julius Hermann. Kryonik hat das Potential die Medizin zu revolutionieren und Menschen mit unheilbaren Erkrankungen eine neue Chance zu geben. Ich hoffe sehr, dass auf dem Gebiet mehr geforscht wird.

#3 |
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Für mich ein Riesenquatsch. Sorry für den unorthodoxen Kommentarstil, jedoch ist diese Idee meines Erachtens das allernächste zum Tod selbst. Ich glaube nicht, dass nach der Tiefkühltruhe noch ein Hauch von Leben übrig sein wird. Profit machen dann die Unternehmen, die das Anbieten. Perfide, pervers, …

#2 |
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Etwas spleeniges Thema. – Ich hoffe, allerdings im Alter und bei. Krankheit es nie mit einem Arzt vom Schlage eines Julius Hermann zu tun zu haben. – Zur Medizin gehört auch die Liebe zum Menschen, wenn Du die nicht hast, wirst Du immer ein
Medizinischer Technokrat bleiben, furchtbare Vorstellung.

#1 |
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