Kuhmilch: Basis von allergischer Reaktion erforscht

22. August 2014
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Kuhmilchallergie kann in jedem Alter auftreten. Forscher klären nun, was die Milch allergen macht. Ein bestimmtes Protein in der Milch, das beta-Laktoglobulin, kann nur dann eine Allergie einleiten, wenn es kein Eisen an sich bindet.

Die Milchallergie wird häufig mit der Laktoseintoleranz verwechselt. Es handelt sich dabei jedoch um zwei ganz unterschiedliche Mechanismen im Körper. Bei der Laktoseintoleranz wird Milchzucker schlecht verdaut, weil das Enzym Laktase fehlt. Bei der potenziell viel gefährlicheren Kuhmilchallergie richtet sich jedoch das körpereigene Immunsystem mit IgE-Antikörpern gegen das Milchprotein.

Allergie oder Intoleranz?

Eine echte Milchallergie kommt bei etwa zwei bis drei Prozent der Kinder in Europa, seltener bei Erwachsenen vor. Bei diesen Patienten wird die Bildung sogenannter Th2-Lymphozyten eingeleitet, die ganz wesentlich zur Produktion von IgE-Antikörpern gegen Milchproteine beitragen. Die betroffene Person reagiert allergisch auf Milch. Eine Allergie gegen Milchproteine kann beispielsweise zu Mund- und Schleimhautschwellungen führen, Durchfälle verursachen, zur Verschlechterung einer Neurodermitis beitragen und in seltenen Fällen sogar einen allergischen Schock hervorrufen. Eine präzise Diagnostik hilft, die Allergie von der Intoleranz auseinanderzuhalten und damit falsche Diäten zu vermeiden, die unter Umständen zu Mangelernährung führen können.

Molekulare Strukturen von Allergenen wichtig

Eines der wichtigsten Milchallergene, das sogenannte beta-Laktoglobulin, gehört zur Proteinfamilie der Lipokaline. Diese Lipokaline besitzen molekulare Taschen, in die Eisen-Ionen passen. Das Eisen ist über sogenannte Siderophore am Protein gebunden. Erstautorin Franziska Roth-Walter und ihre Kollegen zeigten nun, dass ein „leeres“ Milchprotein, also ein Protein ohne Eisen und Siderophore, die Aktivierung von Th2-Lymphozyten unterstützt. Erst dann kann die Produktion von IgE-Antikörpern gegen das Milchprotein angekurbelt werden, die Patientin oder der Patient wird sensibilisiert und kann gegen Milch allergisch reagieren. Roth-Walter, Komparative Medizin, Messerli Forschungsinstitut: „Die Kenntnis der molekularen Strukturen von Allergenen hat ganz erheblich zu dieser praktisch relevanten Erkenntnis über Milchallergie beigetragen.“

Unterschiede sollen untersucht werden

Als nächstes möchten die Forscher klären, was zur Eisen-Beladung der Milchproteine beiträgt. Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim führt aus: „Eine der brennendsten Fragen, die wir beantworten möchten, lautet: Warum sind diese Milchproteine mehr oder weniger mit Eisen beladen? Dabei könnte die Haltung und Fütterung der Kühe eine Rolle spielen. Ob biologisch oder konventionell produzierte Milch mehr oder weniger Eisen-beladenes Protein enthält, muss noch untersucht werden. Lipokaline gibt es bei allen Säugetieren. Wir gehen davon aus, dass wir unsere Erkenntnisse auch auf die Milch anderer Tierarten übertragen können.“

Originalpublikation: 
The major cow milk allergen Bos d 5 manipulates T-helper cells depending on its load with siderophore-bound iron;
Franziska Roth-Walter et al.; 12. August 2014; PLOS ONE; DOI: 10.1371/journal.pone.0104803

40 Wertungen (4.75 ø)

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14 Kommentare:

Gast
Gast

Heilpraktiker Steffen Jurisch, Sie beherrschen offensichtlich perfekt das “selektive Lesen”, wenn sie bei den “Anderen” keine Argumente entdeckt haben.

#14 |
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Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

Witzig, witzig die Diskussion -was allerdings immer wieder auffällt ist, dass Veganer die “Anderen” meist mit Argumenten und ordentlichen Angaben der Quellen ihrer Zitate versuchen zum nachdenken zu bringen – die “Anderen” in der Regel aber ohne diese Verweise nur drauf hauen. Ist da ein Reflex der aus dem “ich weiß ja das ich nicht Recht habe” entsteht?
Ausserdem – jeder Veganer und die meisten Vegetarier werden grundsätzlich und überall auf ihr Essverhalten von den “Anderen” angesprochen… umgedreht ist dies meist nicht der Fall.
Ach übrigens, so ganz ohne Quelle, ist ja nur ein Gerücht aber ich hörte, dass die Lehrmaterialien und die Ausbildung zum Arzt von der Pharma oft gesponsert werden, ebenfalls die Weiterbildungsprogramme, samt Punktegutschriften… ein Schelm wer da Böses vermutet.
PS.: Ja ich bin Heilpraktiker, mit Herz und Seele!

#13 |
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Gast
Gast

#12 sehr richtig, die Vegetarier sollen die Normalen endlich in Ruhe lassen.

#12 |
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Gast
Gast

Warum darf nicht jeder nach seinem persönlichen Wohlbefinden und Stoffwechselgegebenheiten leben? Jeder Jeck ist anders! Ich esse seit Jahren kein echtes Getreide mehr und bin inzwischen fast Kuhmilch-frei.Nach einer Info-Zeit,worauf ich achten muss (Calcium zB) habe ich nicht eine Spur von Mangel,es geht mir super.Einen Arzt hab ich damit nie belästigt,die glauben einem das idR sowieso nicht (Psycho,Hypochonder,Mode) und ich muss mir meine Bauchschmerzen und meinen Spontanschnupfen nicht “genehmigen” oder “beglaubigen” lassen,wenn ich es doch weiß.Nun lasst die Leute doch endlich mal zufrieden!

#11 |
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Gast
Gast

@Gast, dass die Tiere keine Rollatoren benutzen,
beweist jetzt was genau?
Vielleicht, dass Ärzte gänzlich überflüssig sind?
Am schlimmsten sind doch die Chirurgen,
sowas machen Tiere auch nicht und das war auch früher verboten, bei Papst Innozenz II,
Kühe gabs da allerdings schon, diese Schweine.

#10 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Lieber Herr @Peter Scherbaum, mit ihren “hasserfüllten Tiraden” wollen Sie sicher zum Ausdruck bringen, dass ihnen sachliche Gegenargumente fehlen, was Sie aber offensichtlich nicht von Ihrer geäußerten Meinung in #1 abbringen kann.
Nun, dann wollen wir Ihrer Behauptung mal etwas näher auf die Pelle rücken:
Infant Nutrition and Type 1 Diabetes
Dtsch Arztebl 2007; 104(9): A-570
Marienfeld, S; Hummel, S; Ziegler, A; Hummel, M
Hier können Sie nachlesen,
dass prospektive Studien KEINE Beziehung zwischen der frühen Gabe von Kuhmilchprotein und Insel-Autoantikörpern erkennen konnten.
Allerdings zeigten Kohortenstudien, dass Kinder, die vor dem vierten Lebensmonat glutenhaltige Getreideprodukte erhielten, ein signifikant höheres Risiko hatten, Insel-Autoantikörper zu entwickeln. Ein zusätzlicher genetischer Faktor ist jedem Arzt natürlich bekannt.
Eines der Gründe, warum Kinderärzte abgesehen von modifizierter Kuhmilch bei nicht stillfähigen Müttern empfehlen, von “Beikost” möglichst vor dem 4.-6. Monat abzusehen.
Müssli und auch Honig sind noch wesentlich später dran (Phytinbelastung).

Also bitte die Kirche im Dorf lassen, wenn es um Milch geht, siehe #5 und #7

#9 |
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Peter Scherbaum
Peter Scherbaum

Hallo Herr Arzt, ich freue mich über Ihre hasserfüllten Tiraden! In was für ein Wespennest habe ich denn da gestochen? Offensichtlich haben Sie aber meinen Kommentar gar nicht richtig gelesen! Ich habe Ärzte zitiert, die alle Medizin studiert haben und k e i n e Heilpraktiker! Und noch etwas möchte ich Ihnen erklären: Vegetarier meiden nur Fleisch, aber keine Milch oder Milchprodukte. Es sind die Veganer, die alles vom Tier meiden.
Ich hoffe, ich konnte etwas zu Ihrer Aufklärung beitragen! Ich wünsche Ihnen mit Ihrer gesunden Miilch und Milchprodukten ein langes, gesundes Leben!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Scherbaum

#8 |
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Arzt
Arzt

#6 nachdem das mit der falschen vegetarischen (=Eiweißmangel) Ansäuerungstheorie, der Nierenfunktion und der Osteoporose geklärt ist, können wir gerne nochmal auf den Beitrag zur extrem seltenen Milch(eiweiß-)Allergie und der häufigeren Milchunverträglichkeit = Laktoseintoleranz zurückkommen.
Beides kann man bitte nicht auf alle Gesunde übertragen, die weder das eine noch das andere haben. Milchallergie gibt es ja leider auch auf Muttermilch, deshalb kann man das Stillen für die Nicht-Beteroffenen nicht verbieten.
Es gibt zudem auch die noch unterschätzte Fructose-Intolleranz, deshalb darf man nicht generell Früchte verbieten!
Der erwachsene “Kaukasier” (Nordeuropäer) hat von allen menschlichen Rassen deutlich am wenigsten Laktosetintoleranz (=Lactasemangel), das ist kein Zufall, sondern ein Selektionsvorgang wegen Vit.D-Mangel durch vergleichsweise weniger Sonnenlicht im Norden der Kontinente (Milch enthält auch Vit.D!). Dem kann man darüber hinaus leicht entgehen, wenn man fermentierte Milchprodukte isst (trinkt), bei der Bakterien diese Laktose komplett “verbraucht” haben, die also keine Laktose mehr enthalten, angefangen bei Sauermilch bis zum leckren Käse. Auch die WHO empfiehlt global Milchprodukte zum lebenswichtigen Eiweißbedarf.
Hinter Antimilchpropaganda versteckt sich nichts anderes als ideologischer Vegetarismus.
Das mag ja jeder so halten wie er möchte, nur muss sich ein Arzt neutral verhalten, wenn er MEDIZINISCH (nicht ideologisch) beraten soll.
Insbesondere sollten Vegetarier ehrlich sein und nicht MEDIZINISCH argumentieren und normale Menschen angreifen, die KEIN Interesse an Vegetarismus haben.
Das wäre eine Manipulation der Mehrheit durch eine Minderheit.

#7 |
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Auch Arzt
Auch Arzt

Lieber “Arzt”
es gibt kein Säugetier, das nach der Stillperiode noch einen Tropfen Milch trinkt. das sollte uns zu denken geben. In Hungerzeiten hat die Milch vielen Kindern das Leben gerettet. In diesen Zeiten leben wir glücklicherweise nicht mehr sodaß wir unseren Kalorienbedarf anders decken können, mit gesunder Mischkost (Herr Scherbaum hat in seinem Kommentar m.E. nicht von Vegetarismus gesprochen). Der Mensch verliert im Laufe der Jahre die Fähigkeit, Milchbestandteile abzubauen, was zu einer zunehmenden Zahl von Unverträglichkeiten führt. Zu viel Milchkonsum im fördert diese Entwicklung. Die Folgen sind Reizdarm, unnötige Diätempfehlungen (von denen übrigens auch eine Alternativindustrie profitiert) und schliesslich ein fast psychotisches Erlebe des Darmes.
Daß die Industrie nun mit Hightech-Nethoden versucht, bei der zunehmenden Allergisierung der Bevölkerung den Milchkonsum nachhaltig hochzuhalten, ist eigentlich nachvollziehbar. Nur sollten öffentliche Gelder für so einen Quatsch nicht ausgegeben werden.
Lieber Herr Scherbaum: vielen Dank!

#6 |
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Arzt
Arzt

@Peter Scherbaum! Dieser Vegetarier-Quatsch geht langsam nicht mehr auf eine Kuhhaut.
Wer andere Menschen beraten und behandeln will, soll bitte Medizin studieren,
alles andere sollte gesetzlich verboten werden!
Hier lernen Sie z.B. dass die Niere einen physiologischen Korrekturmechanismus für ganz normale Schwankungen des Säure-Basenhaushaltes besitzt, ebenso wie die Lunge;
hier lernen Sie z.B. dass ein hoher Urin- pH, wie bei Vegetariern das Risiko für einen Harnwegsinfekt vergrößert,
immer noch die häufigste Ursache für langfristiges Nierenversagen;
hier lernen Sie z.B. dass dass bei eingeschränkter Nierenfunktion die vegetarische Ernährung die Niere stärker belastet (Kalium) und damit die Urämie verstärkt.
Deutlicher formuliert,
der Vegetarier benötigt häufiger eine Dialyse als der NichtVegetarier um sein Kalium wieder los zu werden.
Betrifft natürlich auch das minderwertige Eiweiß
(biologische Wertigkeit, Eiweißminimum).
Das lernt eigentlich jeder Medizinstudent.

Und für die “Osteoporose” benötigt es neben mechanischer Belastung (kerngesunde Astronauten bekommen auch Osteoporose).
Vit.D, Kalzium UND Phosphat
alles zu knapp bei Vegetariern.

#5 |
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Gast
Gast

Eiweiß ist wichtig,
deshalb reicht die Muttermilch alleine auch ab ca. 6. Monat nicht mehr

#4 |
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Gast
Gast

Verbesserung: In der 12. Zeile muss es natürlich heißen: …Eiweißgehalt erheblich höher, als in der Muttermilch! Sorry!

Peter Scherbaum

#3 |
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Gast
Gast

richtig @Peter Scherbaum Kuhmilch ist in all den unterschiedlichen Formen (Käse) immer noch die beste natürliche Calzium-Quelle.
Wenn man bei Kleinkindern zuviel des guten tut, also über 1Liter, kann es zu Eisenmangel führen.
Deshalb sollte ein halber Liter täglich reichen und für das Eisen am besten rotes Fleisch, gelegentlich ruhig auch Blutwurst.
Wenn man weniger trinkt, nicht das Vit.D vergessen,
hier helfen nur Tabletten

#2 |
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Peter Scherbaum
Peter Scherbaum

Mich stört gewaltig der Satz: “…falsche Diäten zu vermeiden, die unter Umständen zu Mangelernährung führen können.” Welche Mangelernährung soll das sein, die durch Weglassen der Kuhmilch auftreten könnte??? Doch nicht etwa Kalziummangel? Die Osteoporose tritt nachweislich insbesondere da auf, wo intensiv Milchwirtschaft betrieben wird! Zufall? Wohl kaum! Der Orthopäde Dr. med. Winfried Beck aus Frankfurt hat in einer Publikation schon 1995 aus der “Medical Tribune” u.a. zitiert, dass die Osteoporose insbesondere durch überschüssige Eiweißmengen entsteht, die unseren Organismus übersäuern und das Kalzium zum Abpuffern dieser Säuremengen verloren geht! Die Milchwirtschaft hat es geschafft, die Kuhmilch in ihrer Werbung in den Köpfen unserer Gesellschaft auf den gleichen Gesundheitslevel zu heben wie die Muttermilch, obwohl die Zusammensetzung eine völlig andere ist! Insbesondere ist der Eiweißgehalt erheblich höher, als in der Kuhmilch! Ich habe in meiner Praxis viele Frauen mit Osteoporose erlebt, die alle von ihrem Hausarzt mit dem Hinweis beraten wurden: “Ihnen fehlt Kalzium in den Knochen. Trinken sie deshalb viel Milch und essen sie vermehrt Milchprodukte, sie enthalten viel Kalzium.” Erstaunlicherweise hat sich bei all diesen Frauen die Osteoporose verschlimmert!
Aber es gibt auch noch andere Gründe, um vom Verzehr der Kuhmilch und deren Produkten zu warnen. Hier ein Artikel aus der Zeitschrift “Natur und Heilen” :
Diabetes juveniles
1992, Toronto, Hospital for sick children:
Dr. Hans Michael Dosch und Kollegen entschlüsseln die Abläufe, die bei vielen
jugendlichen Diabetikern zum totalen Ausfall der insulinausschüttenden Areale in
der Bauchspeicheldrüse führen. Die Wissenschaftler identifizieren eindeutig
spezielle Antikörper im Blut ihrer jungen Patienten, die aus Immunreaktionen auf
spezifische, nur in der Kuhmilch vorkommende Proteine gegangen sind. Alle
untersuchten Diabetiker weisen diese Eigentümlichkeit auf; in einer
Vergleichsgruppe gesunder Jugendlicher finden sie sich nur bei 2,5%. Die
Kinderärzte sind absolut sicher, dass es die “Abwehrreaktionen” gegen das Milcheiweiß sind, die das Krankheitsgeschehen in Gang setzen und schließlich zur Zerstörung der Beta-Zellen führen, da das sensibilisierte Immunsystem sich in einer zerstörerischen Verwechslungstragödie plötzlich auch gegen eigenes Körpergewebe richtet. (Autoimmun-Reaktion).
Kuhmilch ist als Muttermilchersatz und bei familiärer Vorbelastung also höchst
problematisch.
(Quelle: Natur & Heilen 3/2002; Seite 45).
Fazit aus alledem:
1. Neben wissenschaftlichen Studien sollte man vor allem seinen gesunden Menschenverstand einschalten!
2. Wer nur das nachplappert, was die Industrie gebetsmühlenartig vorlügt, sollte sich ernsthaft mit seinem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit auseinandersetzen.
3. Wer Studien betreibt, die von der Industrie bezahlt werden, sollte auch die Sposoren dieser Studie benennen, damit man weiß, was man davon halten kann.
4. Wer als “Fachmann(-frau)” krankmachende Nahrungsmittel empfiehlt, hat zumindest eine moralische Schuld an Leiden und Siechtum unserer Bevölkerung.

Ich wünsche einen nachdenklichen Tag.

Peter Scherbaum

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