Geteilte Tablette, unterschiedliche Wirksamkeit

22. August 2014
Teilen

Jede vierte Tablette in Deutschland wird halbiert oder geviertelt. Professor Dr. Klaus Langer hat jetzt untersucht, wie präzise sich Tabletten tatsächlich teilen lassen. Das Ergebnis: Bei geteilten Tabletten erhalte der Patient die Arzneiform vielfach in einer höheren Schwankungsbreite.

Für die Teilung von Arzneimitteln, die dafür zumeist mit Bruchkerben versehen werden, gibt es drei gute Gründe, erläutert Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. „Die Teilung ermöglicht eine abgestufte und individuelle Anpassung der Dosis. Bei Patienten mit Schluckbeschwerden kann das Teilen die Einnahme einer Tablette erheblich vereinfachen. Und gerade bei hoch dosierten Medikamenten sparen die Krankenkassen durch teilbare Arzneimittel Kosten ein.“

Halbieren ist deutlich unkritischer als Vierteln

Bei der Studie ist aufgefallen, dass beim Halbieren von Tabletten die Schwankungen deutlich geringer ausfallen als beim Vierteln, denn, so Professor Langer: „Viele Tabletten lassen sich schlichtweg noch halbwegs sauber halbieren. Doch will man sie vierteln, zerbröseln sie regelrecht. Da ist die eingenommene Dosis irgendwann nur noch Glücksache.“

Einige Arzneiformen auf keinen Fall teilen

Während manche Tabletten trotz Teilung ihre Wirkung behalten, gibt es auch Arzneiformen, die man auf keinen Fall teilen darf: „Es gibt beispielsweise Arzneimittel, die mit einer extra Schutzschicht ummantelt sind, damit sie den Magen „überstehen“ und erst später wirken“, sagt Angelika Plaßmann, Sprecherin der Münsteraner Apothekerschaft, „wer hier teilt, verletzt die Schutzschicht und der Wirkstoff kann nicht mehr dort wirken, wo er gebraucht wird.“ Das gelte auch für Kapseln und Dragees.

Ein konkretes Ergebnis der Studie ist ein Informationsblatt für Apotheken und Arztpraxen, das die Apothekerkammer in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Langer und Dr. Ute Stapel erarbeitet hat. Es kann bei Bedarf unter info@akwl.de abgerufen werden.

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Pharmazie

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2 Kommentare:

Gast
Gast

#1 bravo, bitte keine “wissenschaftliche Studie”!
auch nicht in “englisch”, sonst fühlen wir Normalmenschen uns verars….t!

#2 |
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Gast
Gast

Teilbarkeitsstudien sind Bestandteil des Zulassungsdossiers, sofern entsprechend belegt, wird die Teilbarkeit einer Tablette in der Gebrauchsinformation beschrieben (ob nun halbieren oder vierteln).
Ein Zerteilen der Tabletten (am Besten noch verzögert Freisetzend oder magensaftresistent), sofern dies nicht in der GI beschrieben ist, macht keinen Sinn und kann nur zu Abweichungen in der Dosierung führen.
Welcher wissenschaftliche Zusatznutzen sich aus der ‘Studie’ der Autoren ergeben soll, ist mir leider nicht ersichtlich.

#1 |
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