HCV-Wundermittel: Wer zahlt die Zeche?

22. August 2014
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Der Wirkstoff Sofosbuvir schlug wie eine Bombe ein: Erstmals haben Hepatitis C-Patienten realistische Chancen, geheilt zu werden. Wissenschaftler fordern deshalb flächendeckende Screenings. Die Leistungsträger sehen der Forderung mit gemischten Gefühlen entgegen.

Gilead Sciences hat allen Grund zur Freude: Seit Dezember 2013 ist das Medikament Sovaldi® (Sofosbuvir) in den USA und in Kanada zugelassen. Die europäische Zulassung folgte im Januar 2014. Bereits im April analysierte Thomson Reuters die Lage und gab beachtliche Prognosen ab. Experten erwarten demnach für das Jahr 2014 einen Umsatz von 2,4 Milliarden US-Dollar. Bis 2017 soll die Umsatz-Schwelle von neun Milliarden überschritten werden. Angesichts der Behandlungskosten ist das nicht überraschend. Amerikanische Apotheker sprechen bereits von der „1.000-Dollar-Pille“. Hierzulande sind 700 Euro pro Tablette fällig.

Medizinischer Mehrwert teuer erkauft

Ein Ende der Preispolitik ist nicht zu erwarten, schließlich profitieren Patienten beträchtlich vom neuen Inhibitor der RNA-abhängigen NS5B-Polymerase. Bisher mussten Patienten interferonhaltige Kombinationstherapien 16 bis 72 Wochen lang über sich ergehen lassen – mit einer vagen Aussicht auf Heilung. Ihnen machten Nebenwirkungen schwer zu schaffen, insbesondere psychiatrische Probleme wie Depressionen. Vor wenigen Wochen hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit Sovaldi® befasst. Bei einer Kampfabstimmung setzten sich Vertreter der Ärzteschaft, der Kliniken sowie der Patienten gegen die Krankenkassen durch – mit sieben Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Apotheker sind im entscheidenden Gremium nach wie vor nicht vertreten. In seiner abschließenden Bewertung konstatiert der G-BA einen „beträchtlichem Zusatznutzen“ bei chronischer Hepatitis C-Virusinfektion. US-amerikanische Zulassungsbehörden sprechen von einer „breakthrough therapy“. Das betrifft allerdings in erster Linie therapienaive Patienten mit dem Genotyp 2.

Sofosbuvir: In Massen – oder in Maßen?

Grund genug für Jagpreet Chhatwal vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston, neue Strategien durchzuspielen. Er vermutet eine hohe Zahl von unerkannten Infektionen bei Menschen der geburtenstarken Jahrgänge. Sinnvoll wäre, alle „Baby Boomer“ zu screenen und gegebenenfalls zu behandeln. Um den Mehrwert zu ermitteln, hat der Forscher mathematische Simulationen durchgeführt – mit erstaunlichen Ergebnissen: Allein in den Staaten ließen sich knapp 500.000 bislang unentdeckte HCV-Fälle diagnostizieren, falls Menschen der Geburtsjahrgänge 1945 bis 1965 untersucht würden. Bei Screenings mit allen Zielgruppen erwartet Chhatwal sogar, knapp eine Million neuer Infektionen nachweisen zu können. Er hofft, 161.500 Todesfälle durch Lebererkrankungen, 13.900 Lebertransplantationen und 96.300 hepatozelluläre Karzinome zu verhindern.

Bei uns sind Verantwortliche deutlich zurückhaltender als Chhatwal. Der „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland“ sieht vor, lediglich Risikogruppen zu untersuchen. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts treten Neuinfektionen vor allem bei Menschen auf, die sich Drogen spritzen (87,4 Prozent). An zweiter Stelle stehen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM; 5,7 Prozent), gefolgt von Patienten, die sich vor 1992 über Blutprodukte infiziert hatten (3,8 Prozent) sowie Dialysepatienten (2,6 Prozent). Nicht immer lässt sich die Ursache zweifelsfrei feststellen.

Krankenkassen fürchten Kostenwelle

Die Kostenträger reagieren nicht ohne Grund nervös: In Deutschland haben sich etwa 400.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. In jedem dritten Fall kommt es zu schweren Lebererkrankungen, schätzen Experten. Laut Hochrechnungen der AOK Niedersachsen werde Sovaldi® bis Ende 2014 mit mindestens einer Milliarde Euro zu Buche schlagen – Pessimisten sprechen sogar von fünf Milliarden Euro. AOK-Chef Jürgen Peter kritisiert: „Es darf nicht sein, dass ein einziges Medikament, welches in der Herstellung geschätzt 100 Euro für einen Behandlungszyklus kostet, zu einem Preis von 60.000 Euro abgerechnet wird.“ Voraussetzungen, die die Verhandlungen zwischen Gilead und Vertretern des GKV-Spitzenverbands sicher nicht einfach machen.

Sofosbuvir: „Pure Gier“?

Kritik an der Preisgestaltung kommt auch von MEZIS („Mein Essen zahl ich selbst“), laut Selbstdarstellung eine „Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte“. Dr. Christiane Fischer, ärztliche Geschäftsführerin von MEZIS, sagt: „Das ist pure Gier. Der utopische Preis ist nicht die Folge einer komplizierten Herstellung, denn das sind nur circa 100 US-Dollar für die gesamte zwölfwöchige Therapie.“ Auch leben 90 Prozent aller Hepatitis C-Patienten in Ländern der zweiten oder dritten Welt. Für sie ist Sofosbuvir nahezu unbezahlbar. Mittlerweile werden Gesundheitspolitiker ebenfalls nervös. „Sovaldi® ist zwar eine echte Innovation und ein Segen für viele Patienten“, sagte Jens Spahn, Gesundheitsexperte der Union. „Aber das berechtigt noch lange nicht zu Mondpreisen.“ In der Schweiz haben Vertreter des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bereits die Konsequenzen gezogen: Nur Patienten, deren Leber vom HCV bereits angegriffen wurde oder deren Körper sonstige schwere Symptome zeigt, erhalten den Wirkstoff Sofosbuvir.

111 Wertungen (4.68 ø)

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38 Kommentare:

Sabine Dunn
Sabine Dunn

Es gibt Anfechtung durch die Initiative for Medicines, Access & Knowledge [Initiative für Medikamente, Zugang & Wissen] eines Patentantrags von Gilead Science in Indien für das neue Medikament Sofosbuvir.

Die Anfechtung, die im Kolkata Patent Office eingereicht wurde, würde im Erfolgsfalle dazu führen, dass Gilead bei Sofosbuvir kein Monopol für die Herstellung und Preisgestaltung hat. Damit könnten indische Hersteller eine billigere generische Version des Medikaments produzieren. Das indische Gesetz sieht vor, dass Produkte, die Varianten bestehender chemischer Verbindungen sind, nicht patentiert werden können.

“Sofosbuvir ist auf molekularer Ebene für die Gewährung eines Patents nicht innovativ genug”, “Dieses Medikament ist eine Variante bestehender Verbindungen und indisches Recht gestattet es Unternehmen nicht, damit Milliarden zu verdienen.”

#38 |
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henry nosbusch, Arzt
henry nosbusch, Arzt

Hallo, Herr Reinhard Rodiger, na klar ärgert sich der eine oder andere Arbeitgeber, wenn der Doktor einen seiner Angestellten “a.u.” schreibt. Das ist ja auch so etwas wie “sozialer Besitzstand”, der politisch heftig verteidigt wird, nach dem Slogan, “hast du dieses (Früh-) Jahr schon deine Grippe genommen?”

Trotzdem sollte das ein guter Arzt und Apotheker mit der Ökonomie eher umgekehrt sehen, gut heißt, wie schon gesagt, WIRKSAM, besser, effizient, also nicht mit Kanonen auf Spatzen.
Denn teuer ist DIE KRANKHEIT, nicht die Beseitigung der Krankheit (siehe “a.u.”).
Ein hohes medizinisches Versorgungsniveau ist daher ökonomisch ein “Wettbewerbsvorteil”, kein Nachteil.
Das weis eigentlich jeder gute Ökonom. Der Wettbewerbsvorteil von VW ist ja ebenso das vergleichsweise gute Wartungs- und Reparaturnetz.
Begriffen als Kostenträger hat das bis heute nur die Berufsgenossenschaft.
So hat man z.B. ausgerechnet, dass die Hüftendoprothese des alten Menschen eine der ökonomischsten Behandlungsmaßnahmen darstellt (kein Rollstuhl etc.).
Der “Trend” wünscht allerdings keine Heilung, sondern eine “lebensbegleitende Dauerbehandlung”.
Da sind dann gute Ärzte vielleicht sogar ein unerwünschtes Hindernis. Sie sollten eine geheime Telefonnr. haben privat.
Alles schon erlebt:
eine geschickte Operation, die eine Krankheit, die schon einige Jahre alt war, mehrfach auch in der Uni vorbehandelt, definitiv beseitigt hat.
Nachfrage beim Hausarzt:
Ist die Patientin jetzt glücklich?
Antwort, nee, sie ist sauer.
Warum?
Man hat ihr die Rente entzogen.
Bei einer Kinderärztin habe ich heute als Spielzeug im Wartezimmer einen “Kinderrollator” gesehen, ehrlich!

#37 |
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Apotheker

@ henry nosbusch

Ist es nicht die ökonomische Fremdbestimmtheit, die einen selbstständigen (nicht nur selbst und ständig) Beruf ad absurdum führt? Es wird nicht anerkannt, das viele Dienstleistungen NIE ökonomisch rentabel sein können. Ärzte(Vornehmlich Hausärzte) und deutlicher die Apotheker werden genau an diese Grenze geführt.Die Querfinanzierung kommt ja von PKV/Igel oder OTC/Grosshandel.Moralkeule.
Statt zu sagen, das trifft beide, wird politisch erwünscht gegeneinander gearbeitet. Schade.
Wenn es um Wirksamkeit geht, so gilt das dem Patienten.Hier fällt mir die Risikokompetenzfrage ein.Wurde zu Mammographiescreening
oder Prostatafrüherkennung alles wichtige vermittelt? Ich glaube nicht. Würde hier nicht gemeinsames wirken? Dann müsste Wahrheit vertreten werden und bezahlt.
Ich weiss -nicht vergleichbar.Der Kampf geht doch nicht gegen Ärzte ,er geht gegen die machtmässig leicht Beeinflussbaren.
Das sind Hausärzte und Apotheker.Oder menschengemässe Versorgung. Hier liegt das Versagen, von Staat und KK-Kartell.

#36 |
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henry nosbusch, Arzt
henry nosbusch, Arzt

@Reinhard Rodiger richtig, insbesondere ist die Entwicklung zu beobachten,
dass Apotheker und besonders der Arzt als letztes Glied in der Kette der “Wertschöpfung” der “Gesundheitswirtschaft” zur fremdbestimmten Marionette degradiert wird.
Ich meine hier den “selbstständigen” Beruf des niedergelassenen Arztes, denn der angestellte Arzt ist es mit wenigen Ausnahmen schon lange nicht mehr. “Geschäftsführer” muss heute ein Ökonom sein, warum auch immer.
Hier kann der Gegenpol nur wie in #16 völlig richtig erkannt der seriöse ärztliche Standpunkt dagegengestellt werden,
nämlich die WIRKSAMKEIT jeder medizinischen Maßnahme,
nicht die Suche nach Geschäft.
Und hier versagen die Krankenkassen und der Staat.
Das ist in anderen Ländern besser, wo die Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft gesucht wird, nicht der merkwürdige Kampf gegen sie.

#35 |
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Apotheker

@ Dr.Frank Bollig

Ich wollte mitnichten den Preis begründen.Es gibt eben ein paar Fakten, die dazugehören und berücksichtigt werden müssen.Wir leben nun mal in kapitalistischem Umfeld. Dann von kalkuliertem Risiko zu sprechen ist Teil der Spieltheorie.Das ist zunächst wertfrei.
Ist das soviel anders als die KK mit Ihren Dumpingverträgen? Mal schauen, wie weit es geht.

Wertfrei ist nicht der Erpressungscharakter, der jedoch gerade von den Krankenkassen ,dem Staat und besonders von den gesetzlich vorgesehenen Entscheidungsgremien(GBA..) fleissig mitbedient wird.Das gilt natürlich auch für die Industrie.

Solange JEDEM jedes Mittel Recht ist,seine Position durchzusetzen, haben wir nur eine Aufwärtsspirale zu erwarten.

Hier treffen sich die Interessen derer, die am Ende dieses Prozesses
stehen :Ärzte und Apotheker-zumindest 99%.Richtig ist,dass bei
sehr teuren Produkten sehr wenige gemeinsam profitieren. Dies gilt nicht in der Breite und sollte eben auch so gewertet werden.

Beide haben extreme Erklärungsnot, wo gemeinsames Verstehen gut wäre-ohne den Polemikcharakter, der hierbei gerne bemüht wird. Apotheker sind die einzigen, die sich der konzertierten Erpressung bislang nicht entziehen konnten.Sie werden bei diesem Tauziehen zugrundegerichtet, sind aber nicht die Kostentreiber.

Um die gesellschaftliche Erpressung zu mindern, müssten die Mitverursacher sich fragen, wie sie aus der Spirale rauskommen.
Das bedeutet auch die Anerkennung von Gewinn als Ergebnis der Dienstleistungen und Produktentwicklungen.

Richtig spannend wird es ja mit der individualisierten Therapie, deren Dimension nicht annnähernd ausgeleuchtet ist.

#34 |
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Bürgerin Marina Bausmer
Bürgerin Marina Bausmer

Was wäre , wenn keiner den Preis bezahlen könnte ? Gäbe es zwar ein Medikament das keiner kaufen kann ? Das ist für jene so die es nicht kaufen können. Was macht die Medikamente so teuer ? Die jahrelange Forschung ? Alls hat seine Zeit und wir müssen es trotzdem bezahlen können ! Wer also dem einen einen Kredit anbietet um es bezahlbar zu machen hat ja sicher auch einen bekommen und was wenn man diesen nicht vollständig zurückzahlen kann und das Geld dann woanders fehlt? Bezahlbar bedeutet auch es möglich zu machen das es angewendet werden kann .

#33 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Lieber Herr Orhon,
bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihren Vornamen in der Eile nicht korrekt gelesen und als Barbara verstanden habe. Soll nicht wieder vorkommen.
Ihrem Plädoyer für das Arznei-Telegramm kann ich mich nur anschließen.
@Herr Bauch
Sie fragen, warum der Preis überhaupt ein Thema ist? Kann ich Ihnen sagen: Weil die Gemeinschaft aller Beitragszahler gezwungen wird, diesen Preis zu zahlen. Ohne eine Wahlmöglichkeit. Die AOK hat geschätzt, dass im nächsten Jahr ein fünftel (!) der Arzneimittelkosten nur auf dieses eine Medikament fallen werden. Solche Preise werden in Zukunft zwangsläufig dazu führen, dass die Beiträge steigen oder dass an anderer Stelle Leistungen weggenommen werden.
Dass diese Kosten durch eine Verringerung anderer Kosten wieder rein geholt werden, ist rein spekulativ. Ich bezweifle das ehrlich gesagt. Nicht jeder HCV Kranke wird transplantationspflichtig. Einige HCV Kranke können auch mit anderen Medikamenten geheilt werden. Andererseits können auch mit diesem Medikament viele nicht geheilt werden und es gibt bisher keine gute Evidenz, dass die Remissionen immer dauerhaft sind und dass durch Sofosbuvir wirklich die Zahl der Lebertransplantationen gesenkt (geschweige denn auf 0) gebracht werden kann. Die Entscheidung im Zulassungsausschuss war mit 7 zu 6 Stimmen im Übrigen auch denkbar knapp, was die Zweifel vieler an der Entscheidung Beteiligten zum Ausdruck bringt.

#32 |
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Student der Pharmazie

@ Orhon:
Da müssen Sie mich wohl falsch verstanden oder sich einfach verlesen haben.
Ich bin der Meinung, dass die derzeitige Behandlung sogar wesentlich teurer ist als die Einmalbehandlung, die nun neu eingeführt wurde [zugegebenermaßen kenne ich die INF-b-Therapie-Kosten nicht, allerdings die einer Lebertransplantation]. Denn wie Sie schon richtig bemerkten, ist mit einer Lebertransplantation das HCV natürlich nicht weg. (ich muss Sie hier nämlich korrigieren: der Patient mit der neuen Leber wird nicht “wieder HCV krank”, er wird das Virus gar nicht erst los.)

#31 |
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Apotheker

@ Student der Pharmazie
Leider wird HCV an die transpierte Leber weiter geleitet,sodaß der Patient mit der neuen Leber wieder HCV krank wird;wenn Sie mir nicht glauben ,fragen Sie bitte Herrn Prof. Manns aus Hannover,der in dieser Krankengeschichte einer der beste in Europa ist.
Aber trotzdem ist dieses Mittel ca 20 Fach teurer als der Hersteller mit 1/20tel dieses Preises alle Kosten der Entwicklung und Folge (wie Schmerzensgelder usw.) bedecken würde.Warum ich das behaupte,weil ich auch nicht alles wissen kann und mich regelmäßig informieren möchte.Ich empfehle Ihnen als junger Student in der Zukunft wenn Sie ein Bißchen verdienen anfangen A.T;d.h.Arznei Telegramm zu abonieren,damit Sie Informationen von einer unabhängigen und
anzeigefreien wissenschaftlichen medizinischen Zeitschrift bekommen können.
Ich mußte hier jetzt einen sehr langen Roman schreiben,warum ich davon total
überzeugt bin.Man mußte diese Zeitschrift über mehrere Jahre studieren,um meine Überzeugung mit verschiedenen Auskünften der A.T. zu verknüpfen.
Lernen Sie lieber Student unabhängig und ethisch zu werden,so können Sie nach jeder Beratung Ihrer Patienten sich selber zufrieden und glücklich fühlen.Diese Gefühle werden Sie niemals mit viel Geld erreichen können,auch wenn Sie Millionen
geerbt bekommen würden.

Apotheker Barbaros Orhon
Löningen

#30 |
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Student der Pharmazie

Warum ist der Preis in diesem Fall überhaupt ein Thema? Diese Medikament hat das Potential viele Leute zu heilen! Sie würden von Chronikern zu Gesunden. Mal davon abgesehen, dass die Kosten für die Folgetherapien entfallen, und eine Therapie mit Interferon auch nicht preisgünstig bewerkstelligt werden kann, gibt es zudem noch ein günstiges UAW-Spektrum. Außerdem entfällt eine Transplantation mit all ihren Folgekosten in den meisten Fällen, wobei diese Kosten auch nicht zu verachten sind (s. (1) und (2)). Warum wird eigentlich darüber nicht diskutiert? Also: wie schon jemand schrieb, die Kosten/Gewinne werden lediglich umgeschichtet.

Warum werden positive Forschungsergebnisse eigentlich nicht mehr gewürdigt?

(1) http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/medizin/so-teuer-ist-eine-transplantation-aid-1.2942852
(2) http://www.wz-newsline.de/home/panorama/eine-lebertransplantation-kann-bis-zu-180-000-euro-kosten-1.1206739

#29 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Dr. Rotenberger
Vielen Dank für Ihre Unterstützung bzgl. der Namensnennung hier um Forum!!

@Herr Lohmann und Frau Orhon.
Vielen Dank für Ihre Informationen. Ich hatte auch lediglich mal nachfragen wollen. Bitte fühlen Sie sich nicht angegriffen (es klingt in Ihren Beiträgen ein wenig so). Sollte es so sein, dass viele Apotheken um ihr Überleben kämpfen (ich kann das nicht beurteilen), mag das vielleicht auch an dem zunehmenden Anteil von Online-Apotheken liegen, oder?
Viele Grüße,
F. Bollig

#28 |
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Hendrik Lohmann
Hendrik Lohmann

Das Präparat hat einen Verkaufspreis von 19999,46€ je 28 Tabletten.
Verkauft wird es also für 16.806,27€, die übrigen 3.193,19€ gehen als Mehrwertsteuer an den Staat.
Der Einkaufspreis berechnet sich also so:
16.806,27€
– 0,16€ Notdienstfonds
– 8,35€ Festzuschlag
= 16.797,76€
Dieser Wert entspricht 103% des Einkaufspreises, der EK beträgt also:
16.797,76€
: 1,03
= 16.308,50€
Der Rohertrag der Apotheke (nicht der Gewinn des Apothekers ;-) ) beträgt also:
16.806,27€
– 16.308,50€
=498€/Packung/28Stck.
Ergo für einen Behandlungszyklus 3*498€= 1.494€ – falls der Patient alle drei Rezepte in derselben Apotheke einlöst.
Bei einem gesetzlich Versicherten werden davon noch 3*1,77€, also 5,31€ abgezogen.
Mir persönlich fällt es schwer, mich bei einer Beteiligung von 2,5% an den Kosten für ein solches Arzneimittel als der Kostentreiber im Gesundheitssystem zu sehen…

#27 |
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Apotheker

#25 Herr Dr.Bollig
Sie haben richtig rechnen können Herr Dr.Bollig bei einem Einkaufspreis von
60 000 Eu.macht 3% 1800 Eu.
Ca 90% der pracktizierende Ärzte wissen das nicht,daß dieses Medikament erst
mal vom Apotheker/in sofort bezahlt werden muß,bis sie /er ca in 6 Wochen von der GKV das Geld bekommt.Es gibt immer noch viele Apotheken,die die Lieferung eines so teures Rx.ablehnen möchten.Hauptsächlich überleben die Apotheken von der Rx.Packungszahlen plus Barverkäufen.In den letzten 3-4Jahren schließen in der BRD pro Woche auf Grund dieser schwierigen wirtschaftlichen Zuständen und dadurch entstandenen Unverkäuflichkeiten 3-5 Kollegen ihre Apothekenpraxen für immer zu.
Andererseids so ein Rx.mit 60000Eu.E.K.bekommt auch eine sehr große Apotheke auch sehr sehr selten.(Ich noch nie in ca 30Jahren).
Es gibt noch ein Problem mit GKVbüroxracie wegen Genehmigungen,Reimport,
und unzählige Begründungen ein geliefertes Rx.auf 0(null)zu retaxieren,obwohl
diese Apotheker E.K.bezahlt haben.Glauben Sie mir bitte,das sind zusätzliche
Ungerechtigkeiten neben dem unvernünftigen Kapitalismus,was wie bei diesem
HCV Medikament passiert.Fleming und Domag werden jetzt im Grab drehen.

Barbaros Orhon
Löningen

#26 |
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Dr. med. Jan Rotenberger
Dr. med. Jan Rotenberger

Verzeihung, jetzt habe ich doch selbst beim “Kommentieren” übersehen, das Namensfeld auszufüllen. Ich habe den Beitrag 26 verfasst.

#25 |
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Gast
Gast

Grundsätzlich halte ich in einem Forum wie diesem die Nennung des Namens für sinnvoll und erwartbar. Ich bin niedergelassener Nephrologe in Wuppertal.
An einem Zusatznutzen von Sofosbuvir besteht wohl kein Zweifel. Ebenso besteht kein Zweifel daran, dass frühe Studien sowohl aus der Zulassungsphase als auch aus der Phase III wegen der exorbitanten Kosten nur noch von der Pharmaindustrie durchgeführt oder zumindest intensiv gesponsort werden könne. Entsprechend müssen die Veröffentlichungen gelesen und diskutiert werden. Ich würde mir sehr eine Diskussion darüber wünschen, ob und wie das europäische Gesundheitswesen mehr unabhängige Studien fördern oder durchführen kann. Nur wenn wir alle den tatsächlichen medizinischen Zusatznutzen und die damit verbundenen, auch selteneren unerwünschten Wirkungen genauer abschätzen können, ist eine volkswirtschaftliche Betrachtung sinnvoll (und notwendig). Wir befinden uns schon lange in einer Situation, in der unsere Gesellschaft darüber sprechen muss, wie viel Gesundheit wir uns zu welchem Preis leisten könne oder wollen. Diese Diskussion wird bislang nicht offen geführt und durch Kostenbegrenzungsszenarien ersetzt.

#24 |
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Arzt
Arzt

Dr. med. Frank Bollig ich kenne keinen Dr. med. Frank Bollig,
dabei darf es durchaus bleiben.
Namen sind keine Argumente in einer sachlichen Diskussion.
Unzweifelhaft ist der ärztliche Beruf zunehmend fremdbestimmt,
allerdings mehr vom “Staat” = Krankenkassen (GKV) als von anderen.
Gruß
von einem unabhängigen Arzt und Hobbyphilosoph.

#23 |
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Arzt
Arzt

Man impft auch nicht Alle mit Allem.
Lasst uns erstmal abwarten ob das Zeug überhaupt wirkt.
Ich bin eigentlich auch ein Risikofall, das heist, ich habe etliche Patienten mit H C behandelt, auch operativ, bin aber negativ.
Soooo ansteckend ist das zum Glück nicht.
A und B hab ich schon hinter mir auch ohne Impfung,
hat mir nicht geschadet.

#22 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@#22 und 17
Ich verweise unverändert auf #19 und bin nicht bereit, eine Diskussion mit Ihnen zu führen. Vielleicht arbeiten Sie ja als Betriebswirt bei Novartis und schreiben hier Sie seien “Arzt”.

#21 |
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Arzt
Arzt

Verehrter Frank Bollig, das Thema ist hier weniger Firmenpolitik oder gar generelle “Kapitalismuskritik”, wobei offen bleibt, was das denn ist.
Zweifellos schlägt jede Marktwirtschaft, die den Namen auch verdient, auch wenn sie manche als Kapitalismus verunglimpfen, eine “staatliche” Planwirtschaft.
Nun gibt es allerdings die Möglichkeit von “Patenten”, welche Marktwirtschaft für begrenzte Zeit komplett ausschalten.
Darüber kann man gerne nachdenken
und das ist sicher keine primär ärztliche Aufgabe.
Und das ist wohl der Hauptgrund warum nicht patentierbare “Naturstoffe” sicher zu kurz kommen.
Diesbezgl. verweise ich unverändert auf #17.
Fehler sehe ich nur dann wenn man davon abweicht,
was aber “Politiker” sicher häufiger tun als Ärzte,
nicht nur Politiker, sondern geradezu ein Heer von selbst ernannten nicht legitimierten “Aufpassern”,
ich nenne hier nur “Bertelsmann”, die alle irgendwie in den Gesundheitsmarkt rein wollen.

#20 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Caren Ahnefeld
Vielen Dank für die ausführlichen Informationen.
3% von 60.000 wären demnach 1800 €, von 120.000 3600 €, sehe ich das richtig?
Sie schreiben von einem variablen Anteil von 3%. Das heisst, es kann mehr oder weniger als 3 % sein? Wovon hängt das ab?
Vielen Dank nochmal.

#19 |
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Angestellte Apotheker

Seit 2004 erhält der Apotheker in Deutschland für rezeptpflichtige Arzneimittel wie dieses eine preisunabhängige Pauschale von 8,51 € pro abgegebenem Arzneimittel. Hinzu kommt ein variabler Anteil von 3 % vom Einkaufspreis, um die logistischen Ausgaben der Apotheke wie die Vorratshaltung und Vorfinanzierung auszugleichen. Bei Abgabe auf das Rezept einer gesetzlichen Krankenkasse zieht diese einen Rabatt von 1,77 € ab, weitere 0,16 € fließen in den Notdienstfonds. Ist übrigens in der Arzneimittelpreisverordnung nachzulesen.

#18 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@#17
Mit wem haben wir das Vergnügen?
Ich würde gerne mit Ihnen diskutieren, wenn ich wüsste, wer Sie sind (aus meiner Sicht sind in Ihrem Beitrag einige argumentative Fehler enthalten).

#17 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

@Reinhard Rodiger
Keiner zwingt die Firma Gilead 11 Milliarden Dollar auszugeben, um die Firma Pharmasset und die Rechte für das Medikament zu kaufen. Das als Begründung für den Preis des Medikamentes heranzuführen ist absurd.
Weiterhin schreiben Sie: “Das sieht nach kalkuliertem Risiko aus und nicht primär nach Gier.” Diese Unterscheidung ist für mich nicht nachzuvollziehen. Ist es nicht gerade die Gier, die die Entscheidungsträger dieses Risiko eingehen lässt? Außerdem bezieht die Kalkulation in diesem “kalkulierten” Risiko den Erpressungsversuch der Gesellschaft mit ein: “Was, Ihr seid etwa nicht bereit 120.000 Euro für einen HCV Kranken auszugeben? Schämt Euch!!”
Abschließend eine Frage an den Apotheker: Wie ist eigentlich die Marge für den verkaufenden Apotheker? Ist die eigentlich irgendwie gesetzlich oder sonstwie festgelegt (immer soundsoviel Prozent)? Würde mich wirklich mal interessieren.

#16 |
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Arzt
Arzt

Die erste Frage des Arztes ist immer die Frage nach der Wirksamkeit und damit auch der Effizienz einer Behandlung.
Darin liegt gleichzeitig für eine Solidargemeinschaft auch die entscheidende ökonomische Information.
Natürlich ist die Frage nach der Wirksamkeit immer verbunden mit der Glaubwürdigkeit von “Studien”, die das zu beantworten haben.
Es hieße jedoch das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn man immer nach dem “Staat” ruft, dem ich KEINESFALLS mehr traue!
Das gleiche gilt für die “industrielle” Unterstützung von unverzichtbaren Weiterbildungsveranstaltungen, deren Verbot einem Zusammenbruch von Fortbildung nahe käme.

#15 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Das nennt man Kapitalismus. Geld und Moral vertragen sich da nimmermehr. Die Produzenten extrem teurer AIDS-Medikamente würden schon in puncto Nachahmer zur Ordnung gerufen. Hier wäre das auch fällig, wenn es denn Nachahmer gäbe. Hoffentlich kommen sie bald. Nähme eine Bank nur im Ansatz derartige “Gebühren”, sie würde sofort wegen Wuchers vor Gericht zitiert.
Herr Bollig hat den Interessenkonflikt oder besser die Interessenübereinstimmung der Verfasser der Positivstudien zu Sofosbuvir dargelegt. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, aber auch ich würde „ mich freuen, wenn das hier diskutierte Medikament nochmal in qualifizierten Studien beleuchtet würde, die rein aus öffentlichen Mitteln finanziert werden und von Wissenschaftlern geleitet werden, die keine Interessenskonflikte haben.“
Dank im Übrigen Herrn Bollig für die Info. Das war mir bislang so nicht klar.
Herr Rodinger ist ebenfalls zuzustimmen, der den Zusammenhang erläutert in dem solches sich ereignet. In der Tat brauchen wir eine Wertediskussion, die alle Zusammenhänge berücksichtigt. Aber Moral und Gewinn kommen selten zueinander.

#14 |
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Altenpfleger

Für Kostenträger der “westlichen Welt” sind die Kosten zumutbar. Gemessen an jährlichen Milliardenüberschüssen und Büroausstattungen von denen Ärzte nur träumen können, entsprechen die Kosten für die Behandlung mit Sovaldi® eher der Portokassen der Krankenkassen… ;-)

#13 |
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Apotheker

Der Preis ist inflationsverursachend,Dach auf dem Kopf zum Verkauf zwingend
und unethisch.
Ein Preis von 40 Eu.pro Tabl.würde mit Gewinn der Fa.,Forschung,sämtliche
Kosten ,Schmerzensgelder usw.ausreichen.
Das gilt auch für in den nächsten Jahren kommenden personalisierten Therapiemöglichkeiten für schwere Erkrankungengen und heute bestehende
einige wenige Stoffe wie Tyrosinkinasehemmer usw.,die inzwischen fast 70%
der gesamt AMkosten verursachen.
Man ist noch nicht mal sicher ob dieses Virus für immer erledigt wird.
Wenn eines Tages die GKV das nicht bezahlen kann,muß man evtl sein Hof und
Haus verkaufen.Man ist sowieso mit der Krankheit bestraft und die Behandlung
ruiniert nun den Existenz der Menschen auch.Das gibt es heute in den armen Ländern der Welt auch.
Dieser Preis ist nicht Unveschämheit sondern ein Raubüberfall in einer solchen
unvernünftigen Kapitalismus.Vernünftige Kapitalismus hat der Welt immer gut
getan.Warum so ein Geldgier ?Wohin geht das eines Tages?
Außerdem gibt es in der welt sehr viele HCV Patienten.

Barbaros Orhon
Löningen

#12 |
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Apotheker

Zu berücksichtigen ist, dass Gilead zum Erwerb dieser Substanz 11 Mrd für die Firma Pharmasset bezahlt hat.Die Patente sind anfechtbar sodass die Firma damit rechnen muss, kurzfristig die Rechte zu verlieren oder in einen Preiskampf zu gehen. Also müssen Summen dieser Grössenordnung relativ kurzfristig eingespielt werden.Ausserdem gibt es bald Konkurrenz.Das steht alles im 10 K Papier/USA. Da hat eine Firma ihre Chance gesehen.
Das sieht nach kalkuliertem Risiko aus und nicht primär nach Gier.
Es sei denn die kurzfristige Refinanzierung und der schnell danach eintretende Preisverfall fallen zeitlich weit auseinander. Dazu muss
man mehr Zahlen sehen.
Was mir mehr auffällt ,ist dass immer kleinere Indikationsbereiche mit nach oben nicht limitierten Preisen gewählt werden.Ist das nicht der Effekt des Entzugs der Basisfinanzierung (Generika mit KK-Preisdumping) und die Entwertung kleiner verbesserungen in den “Massenindikationen”.
Wenn die Politik zudem das Signal zu frühzeitiger Enteignung zB durch Aberkennung von Patenten(Sortis etc) gibt, ist es ein Wunder,dass sich Firmen darauf einstellen?
Wie lange geht es, um diese 11 Mrd auf Basis von 100 € zu refinanzieren? Es ist Heuchelei, von Dumpingpreisen für Forschungsergebnisse auszugehen.Was wir brauchen sind nicht Vorwürfe gegen eine selbstinszenierte Praxis.Wir brauchen eine offene seriöse Wertediskussion, die auch Gewinn einbezieht.
Die KK tun das schon lange nicht mehr.

#11 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

P. s.
Die Zulassung von Sofosbuvir erfolgte im Wesentlichen auf der Grundlage vierer Studien:
Neutrino, Fission, Positron und Fusion. Der Hauptinitiator der ersten beiden Studien war Herr Dr. Eric Lawitz aus San Antonio (Texas, USA), der Hauptinitiator der dritten und vierten genannten Studie war Herr Dr. Ira Jacobsen aus New York.
Ich habe hier mal die Interessenskonflikte der beiden Herren rein kopiert (siehe ganz unten).
Wenn man es positiv sieht, kann man den beiden nicht nachsagen, dass sie sich in ihrer finanziellen Unterstützung irgendwie einseitig verhalten. Ich möchte den Autoren der Studien auch keinesfalls eine Verfälschung der Ergebnisse vorwerfen. Dennoch würde es mich freuen, wenn das hier diskutierte Medikament nochmal in qualifizierten Studien beleuchtet würde, die rein aus öffentlichen Mitteln finanziert werden und von Wissenschaftlern geleitet werden, die keine Interessenskonflikte haben.

Eric J. Lawitz, MD, has disclosed the following financial relationships:
Served as an advisor or consultant for: Abbott Laboratories; Achillion Pharmaceuticals, Inc.; Anadys Pharmaceuticals, Inc.; Biolex; Biotica; Globelmmune, Inc.; lnhibitex, Inc.; Merck & Co., Inc.; Pharmasset, Inc.; Santaris Pharma A/S; Tibotec, Inc.; Theravance, Inc.
Served as a speaker or a member of a speakers bureau for: Gilead Science, Inc.; Merck & Co., Inc.; Vertex Pharmaceuticals Incorporated
Received grants for clinical research from: Abbott Laboratories; Achillion Pharmaceuticals, Inc.; Anadys Pharmaceuticals, Inc.; Biolex; Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc.; Bristol-Myers Squibb Company; Gilead Sciences, Inc.; GlaxoSmithKline; Globelmmune, Inc.; ldenix Pharmaceuticals; ldera Pharmaceuticals Inc.; lnhibitex, Inc.; Intercept Pharmaceuticals, Inc.; Medarex, Inc.; Medtronic, Inc.; Merck & Co., Inc.; Novartis Pharmaceuticals Corporation; Ortho-McNeil-Janssen Pharmaceuticals, Inc.; Pharmasset, Inc.; Roche, Schering-Plough Corporation; Santaris Pharma A/S; Scynexis, Inc.; Vertex Pharmaceuticals Incorporated; ViroChem Pharma, Inc.; ZymoGenetics, Inc.

Dr. Jacobson reports receiving consulting fees from Abbott Laboratories, Achillion Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Enanta Pharmaceuticals, Gilead Sciences, GlaxoSmithKline, Idenix Pharmaceuticals, Kadmon, Novartis, Presidio Pharmaceuticals, Roche, Merck, Tibotec Pharmaceuticals/Janssen Pharmaceuticals, and Vertex Pharmaceuticals; lecture fees from Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Roche, and Vertex Pharmaceuticals; and grant support from Abbott Laboratories, Achillion Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Novartis, Pfizer, Roche, Merck, Tibotec Pharmaceuticals/Janssen Pharmaceuticals, and Vertex Pharmaceuticals.

#10 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Wenn irgenwann bei irgerndeinem Gespräch ein Pharmaverantwortlicher von Verantwortung für Patienten und Menschen spricht – was sie ja gern tun – , dann muss man zur Wahrung der eigenen Integrität den Raum umgehend unter Protest velassen.

#9 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Kann es nicht sein, dass in den 100 Euro pro Zyklus die Entwicklungskosten einberechnet sind? Und selbst wenn nicht, der jetzige Preis (60 – 120.000 Euro!!) ist meiner Meinung nach durch nichts zu rechtfertigen. Das eigentliche Target (NS5 RNA Polymerase) ist vermutlich durch öffentlich finanzierte Forschung identifiziert worden und rein technisch gesehen, wüsste ich jetzt nicht, was die Entwicklung dieses Medikamentes großartig von anderen der letzten Jahrzehnte unterscheidet. Es werden halt riesige Bibliotheken niedemolekularer Substanzen durchgescreent, ggf. noch ein paar Seitengruppen modifiziert, etc. Es ist noch nicht einmal ein rekombinantes Protein.
Ich würde mich den Empfehlungen aus der Schweiz anschließen und vorrangig Patienten behandeln, die anderweitig nicht therapierbar sind und schon einen nachweisbaren Leberschaden haben, zumal weitere Medikamente der selben Bauart in der Entwicklung sind. Diese Vorgehensweise ist sowohl im Sinne des Patienten als auch im Sinne des Beitragszahlers.

#8 |
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Gast
Gast

Mit welcher Verblendung geht Herr Fritz eigentlich davon aus, dass in Deutschland sich die
Leute das alle leisten können ?
die Zahl der Menschen die sich keine Krankenkasse leisten kann,,
wird zukünftig explodieren .
Ein Skandal dass die Krankenkassen sich mit einer vernünftigen Haltung nicht durchsetzen können.

#7 |
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Der Preis ist völlig übertrieben und wahrscheinlich auch nicht mit Entwicklungskosten zu rechtfertigen. Und was, wenn dies der Strartschuss für viele weitere Medikamente ist, die dann zu so horrenden Preisen vertickt werden. Andererseits muss man wirklich die volkswirtschaftlichen Kosten fortgeschriettener Lebererkrankungen gegenrechnen. Ich denke, da würde die Pille nicht schlecht abschneiden. Der etwaige privatwirtschaftliche Gewinn wird allerdings umgelagert – zugunsten der Pharma-Industrie, und ich bin mal Advocatus diaboli: wer will ihr das übel nehmen?

#6 |
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„Das ist pure Gier. Der utopische Preis ist nicht die Folge einer komplizierten Herstellung, denn das sind nur circa 100 US-Dollar für die gesamte zwölfwöchige Therapie.”

Der Wirkstoff ist natürlich aus dem Nichts gekommen. Eine kostspielige Entwicklung, die vorfinanziert wurde, hat es nicht gegeben. Daher kann man deren Kosten auch schlicht vernachlässigen.

Mit dieser Logik schließe ich Innovation aus.

“Auch leben 90 Prozent aller Hepatitis C-Patienten in Ländern der zweiten oder dritten Welt. Für sie ist Sofosbuvir nahezu unbezahlbar. ”

Richtig. Deswegen kann es dort auch nicht kostendeckend angeboten werden. Die Konsequenz ist aber, dass die Firma die Kosten woanders reinholen muss. Dass bei 90% der Patienten die Firma das Medikament dort nicht einfach auf ihre Kappe nehmen kann, sollte jedem klar sein, der schon mal ein Haushaltsbuch geführt hat.

Wer möchte, dass die Menschen dort versorgt werden, der muss sich im Klaren sein, dass das höhere Kosten bei uns verursacht. Einiges mag die Firma ja abschreiben können, aber 90% des Umsatzes quasi wohltätigen Zwecken zu spenden ist schlicht nicht praktikabel.

Absonsten siehe auch S. Fritz.

#5 |
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Von Incivo oder Victrelis hat der Autor aber schon was gehört, oder? Eine Heilung der Hepatitis C ist schon etwas länger realistisch.
Der größte Fortschritt von Sovaldi ist meines Erachtens, dass erstmalig eine Interferon-frei Therapie und damit eine Therapie mit deutlich besserer Verträglichkeit möglich ist (gilt nicht für alle Genotypen). Die Zulassung von Sofosbuvir auf der Basis unkontrollierter Studien in Phase-III gg. der Standardtherapie ist inakzeptabel.

#4 |
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Weitere medizinische Berufe

100$ Herstellung … und wer übernimmt die Forschungskosten?
Durchschnittliche 8-9 Jahre hat ein Hersteller, um seine Kosten wieder einzufahren und Gewinn zu erziehlen. Meist ist nach Patentauslauf schon ein Generika Hersteller in den Startlöchern und der Preis fällt. Nichts desto trotz, wenn man sich die Pipeline anderer Hersteller anschaut, so werden in nächster Zeit noch andere Präparate folgen, die ähnliche Erfolge wie Sovaldi® versprechen. Ich sehe hier einen neuen Wettbewerb, der den Preiskampf mit einschließen wird.
Übrigens stimme ich hier S.Fritz zu.

#3 |
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Tom Rietdorf
Tom Rietdorf

Warum nicht gleich zu besseren Alternativen greifen die wesentlich mehr Erfolg versprechen und von den Kosten her bei max. 500 € für einen Behandlungszyklus liegen.

Es werden Tausende von € verschwendet für Medikamente die dann doch nicht das halten was sie versprechen. Mit den Nebenwirkungen wird dann wiederum Geschäft mit anderen Präparaten gemacht.

Alternative Therapien im Bereich der Informationsmedizin sind bei HCV wesentlich leistungsfähiger wie alle bisher bekannten Medikamente.

#2 |
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S. Fritz
S. Fritz

Bevor man ob der hohen Kosten des Medikamentes in Hysterie ausbricht, sollte man auch die zu erwartenden Einsparungen durch Elimination des HCV und den volkswirtschaftlichen Nutzen in die Waagschale werfen. Es wäre interessant, einmal diesbezügliche Zahlen lesen zu können.

#1 |
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