Pankreaskarzinom: Goldene Giftspritze

21. August 2014
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Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gleicht momentan einem Todesurteil – kaum ein Patient ist ein Jahr nach dem Befund noch am Leben. Wissenschaftler wollen die Erkrankung nun mit einem Bakteriengift bekämpfen. Erste Tierversuche sind vielversprechend.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 17.400 Menschen an einem Pankreaskarzinom. „Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den problematischsten Tumorerkrankungen. Die Entwicklung besserer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten ist daher wichtig, um die Überlebenschancen der Betroffenen zu verbessern“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Denn Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst spät bemerkt und nur wenige Patienten überleben die Diagnose länger als ein Jahr. Der Tumor breitet sich schnell aus, streut in andere Organe und ist gegenüber gängigen Therapien weitgehend unempfindlich.

Bakteriengift gentherapeutisch verabreicht

Wissenschaftler einer Kooperation des Max Delbrück Centrums für Molekulare Medizin und dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC) der Charité, Berlin arbeiten nun daran, eine Gentherapie gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln. Ihr Ansatz beruht auf einem Bakteriengift, das im menschlichen Verdauungssystem zu Erbrechen und Durchfall führt. Es stammt aus dem Bakterium Clostridium perfringens und wird als Enterotoxin bezeichnet. Meist über verdorbene Fleischwaren gelangt es in den menschlichen Verdauungstrakt. Dort erkennt das Enterotoxin zwei Moleküle auf der Oberfläche von Zellen der Darmschleimhaut – Claudin-3 und Claudin-4. An diese Moleküle heftet sich das Toxin und beginnt damit, die Zellhülle zu durchlöchern – die schwer beschädigte Zelle stirbt ab.

Toxin perforiert Tumorzellen

Diesen Effekt wollen Wissenschaftler nun nutzen, um den Bauchspeicheldrüsenkrebs besser therapieren zu können. Denn auch Tumorzellen der Bauchspeicheldrüsen bilden auf ihrer Oberfläche große Mengen von Claudin-3 und Claudin-4. „Somit sind diese Krebszellen ein perfektes Ziel für das Enterotoxin. Es erkennt die Claudine auf den Tumorzellen und greift an“, erläutert der Studienleiter Prof. Dr. Wolfgang Walther vom Max-Delbrück- Centrum in Berlin. „Genau wie Darmschleimhautzellen bei einer Lebensmittelvergiftung werden die Tumorzellen perforiert und zerstört.“

Enterotoxin: Zu schnell abgebaut

Aus Versuchen mit dem rekombinanten Enterotoxin ist bekannt, dass ein Kontakt von Minuten bis wenigen Stunden mit den Tumorzellen ausreicht, um die entarteten Zellen absterben zu lassen. Wird jedoch das Enterotoxin direkt in den Tumor gespritzt, gibt es folgendes Problem: „Sie müssen das Toxin in relativ hoher Dosierung wiederholt direkt in den Tumor injizieren, da das Protein nur eine geringe Halbwertzeit hat“, so Prof. Walther. Und hier kommt die Gentherapie ins Spiel. Indem die Wissenschaftler nicht das Toxin selbst, sondern lediglich seinen genetischen Bauplan (Genvektor) in den Tumor einschleusen, wird das Toxin dort immer wieder neu hergestellt. Es wirkt dadurch länger und effektiver. „Für gesunde Zellen der Bauchspeicheldrüse ist das ungefährlich, da diese kein Claudin-3 oder Claudin-4 auf ihrer Oberfläche ausbilden.“

Nadellose Hochdruckinjektion

Eine nadellose Hochdruckspritze sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeit mit dem Genvektor gut im Gewebe des Tumors verteilt. „Das ist wichtig, weil das Tumorgewebe einen hohen Gewebsinnendruck aufweist“, erklärt Walther. Bei einer Nadelinjektion würde ein erheblicher Teil der Flüssigkeit aus der Injektionsstelle wieder herauslaufen. „Versuche unserer Arbeitsgruppen haben gezeigt, dass der injizierte Enterotoxin produzierende Vektor auch weitgehend im Tumorgewebe verbleibt“, so Walther. Selbst wenn dem nicht so wäre, würden gesunde Körperzellen wohl kaum Schaden von der Therapie nehmen. Denn dort sind Claudine vor allem an den Zellkontakten beteiligt und bieten keine Andockstellen für das Enterotoxin.

Patienten-abgeleiteten Tumormodelle

Derzeit überprüfen die Wissenschaftler ihre Theorie an Patienten-abgeleiteten Tumormodellen in Mäusen. Dazu werden Patienten Tumorzellen entnommen, die dann in den Mäusen weiterwachsen. „Anders als bei Zelllinien, die sehr homogen sind, spiegeln diese Tumormodelle die Heterogenität eines Bauchspeicheldrüsenkarzinoms wieder und sind für spätere Anwendungen sehr viel aussagekräftiger als Versuche in Zelllinien“, erklärt Prof. Walther, und weiter: „In diesen Mäusen konnten wir die Tumorzellen mit unserem gentherapeutischen Ansatz sehr effektiv abtöten.“ Die Mäuse hätten diese Prozedur sehr gut vertragen, litten weder unter Gewichtsverlust, oder anderen Nebenwirkungen.

„Erweist sich unser Therapieansatz als erfolgreich, hätten wir eine schlagkräftige Waffe gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs an der Hand“, hofft Walther. Auch Darm-, Prostata-, Eierstock- und endometrische Krebszellen produzieren Claudin-3 und -4 auf ihrer Oberfläche und könnten Ziele einer Gentherapie mit dem Clostridium perfringens Enterotoxin sein.

230 Wertungen (4.73 ø)

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39 Kommentare:

#39 |
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Bitte weiter leiten an Herrn Prof. Walther.

Sehr geehrter Herr Prof. Walther,
ich weiß es klingt sehr eigennutzig. Ein sehr guter Freund von mir ( sportlich, Zahnmediziner, Nichtraucher,Nichttrinker) erkrankte zuletzt an Pankreascarcinom.
Er ist bereit sich der Behandlung zu unterziehen. Gibt es eine Möglichkeit den Ihnen vorzustellen?

Dr. Schierer Siegmund

#38 |
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sandra blumenthal
sandra blumenthal

Also wenn dann irgendwann in..20? Jahren die Wirksamkeit dieser vielversprechenden methode feststeht und bei mir-hoffe natürlich nicht- oder einem meiner patienten pankreas-ca diagnostiziert wird, bete ich, dass es in einem frühen stadium, während der vorsorge geschieht. Denn ansonsten kann man sich das wohl wie bisher auch vorstellen. ..

#37 |
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Heilpraktikerin

@ Micha Hammer: vielen Dank für diese Sätze. Wenn wir es endlich schaffen würden das Beste aus allen Medizinrichtungen zu verbinden anstatt uns gegenseitig zu zerfleischen wären wir vermutlich schon viel weiter als wir es jetzt sind..

#36 |
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Prof. Dr. Heinrich Dircksen
Prof. Dr. Heinrich Dircksen

Zell-/Molekularbiologisch diagnostisch sollte es kein Problem mehr sein, die von Herrn Mandlmeier gewünschten “individuellen tumorzellspezifische Oberflächenantigen-Konstellationen” und andere tumorspezifisch hoch- oder herunterregulierten Proteine und mRNAs zu finden; durch Proteomics und vor allem durch quantitative Transcriptomics (next generation high throughput-sequencing) ist das bereits leicht möglich, Techniken die aber leider in den Köpfen der meisten Pathologen und Therapeuten noch gar nicht angekommen sind. Das sollte heute bereits mit sehr kleinen Biopsien darüber hinaus patientspezifisch(!) gehen, alles also keine Utopie mehr!
Damit wären schon mal wichtige Voraussetzungen für molekularbiologische und biotechnologische Vorgehensweisen geschaffen; danach kann entschieden werden, ob man die (neu-)entdeckten Antigene für die Produktion von sog. humanisierten Maus-monoclonalen Antikörpern definiert oder dem (evtl. patient-) eigenen Immunsystem mit ggf. tumorspezifischen Viren (z.B. solche die T-Zell-anlockende oder granulocyte-macrophage colony-stimulating factors produzieren, und v.a.m.) auf die Sprünge helfen will. Theoretisch sollte das all eben auch sogar Patientenspezifisch gehen, so er die Zeit noch hat darauf zu warten…
Sicherlich ist bei allen soliden Tumoren zunächst ein chirugischer Eingriff zu erwägen, dessen “GEHEILT”(s.u.) outcome jedoch wohl sehr abhängig ist vom (NxMxRx-) Stadium und der wirklich vorliegenden Metastasierung (die das MR-Tomogramm allein oft noch nicht erkennt).
Bei gesicherter Metastasierung sehe ich jedoch als die einzigen effektiven (vielleicht sogar heilenden) Waffen in der Tat nur noch molekularmedizinische Werkzeuge, alles andere wäre nahezu sicher nur palliativ. Voraussetzung dafür kann aber sein, ob und inwieweit die metastatischen Geschwülste bereits vaskularisiert (d.h. mit neu eingewachsenen Blutgefässen versorgt) sind und damit über den Blutweg, oder im Gegensatz dazu doch nur durch problematische “multiple Injektionen” (wie wohl bei dem Vorgehen hier im Artikel) erreichbar sind.
Man sollte durchaus auch über Kombinationstherapien mit klassicher Chemotherapie nachdenken, aber das dürfte sehr stark vom Allgemeinzustand des betroffenen Patienten abhängen.
Für mich geht in Zukunft jedenfalls an den tumorspezifischen (und heute möglichen patientenspezifischen) molekularmedizinischen Ansätzen kein Weg mehr vorbei, warum auch(?). Wir haben die molekularbiologischen Werkzeuge ja schon längstens fast routingemässig in den Händen, leider kosten sie auch noch etwas mehr (derzeit oft eher zuviel v.a. durch Firmenpolitik), aber das war wohl bei allen bedeutenden Medikamentenentwicklungen zunächst so…
Am Ende ist immer noch Früherkennung zweifelsohne die beste threapeutische Voraussetzung, aber selbst dabei sind heutzutage (nicht zuletzt aufgrund der o.g. Methoden) molekularbiologische Diagnoseverfahren unverzichtbar (und auch schon billiger) geworden.

#35 |
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Aus meiner Sicht besteht in der Mailgnomtherapie bei allen nichtchirurgischen Verfahren das Grundproblem darin, eine individuelle tumorzellspezifische Oberflächenantigen-Konstellation zu finden, die einen gezielten Angriff auf diese Zellen erlaubt.
So begeisternd die Tatsache ist, daß ein scheinbar hochpotenter Wirkstoff gegen das Pankreascarcinom gefunden wurde, so skeptisch bin ich hinsichtlich der topischen Applikationsart.
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand versichern könnte, daß auf diese Weise tatsächlich eine “menschliche” Tumorgröße komplett entfernt werden kann, ggf. auch nach primär chirurgischer Verkleinerung. Das Problem bei operativen Ansätzen sehe ich (außer bei N0 M0 R0-Situationen) in der Narbenbildung, die hier ein “Schutzfaktor fürTumorzellen sein könnte.
Sonst wäre der Ansatz leider rein palliativ. Noch problematischer ist die genannte Applikationsart bei multiplen Metastasen. Aber wer weiß, ob hier nicht lokale Perfusionsansäze helfen könnten.
Trotz meiner Bedenken berichtet ein guter Artikel über hoffnungsvolle Ergenisse.

#34 |
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Arzt
Arzt

Es sei noch einmal daran erinnert, dass praktisch ALLE soliden Tumoren bis heute nur durch operative Entfernung definitiv GEHEILT werden können.
Es ist kein großes Problem auch ohne Bauchspeicheldrüse zu leben,
die auch nicht selten bei chronischer Pankreatitis KOMPLETT entfernt werden kann,
insbesondere, wenn auch der Inselzellapparat dadurch zerstört wird (Diabetes).
Der Fortschritt muss also auch in der Früherkennung liegen, in der das noch möglich ist.
Die Domäne der “Chemotherapie” ist die Systemerkrankung, also z.B. Leukämien und diffuse Metastasierung.

#33 |
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Dr.med. Ingrid Jung
Dr.med. Ingrid Jung

Meike Mutter entwickelte 1977 ein Pankreas Ca, 32 Jahre nachdem sie eine Typhuserkrankung nur knapp überlebt hatte. Sie hatte in einem Thema über das Pankreas Ca promoviert. Sie hatte nie geraucht, auch Alkohol war kein Thema.
Die Obduktion bescheinigte ihr eine durch Typhus geschädigte Pankreas.

Alle Therapieansätze, die ich während meines PJs, meiner chirurgischen Zeit und auch später in Würzburg verfolgte- chirurgisch kombiniert mit gezielter Bestrahlung über eingesetzte Sonden oder nur Bestrahlung waren palliativ. Sie schenkten den Betroffenen eine kurze schmerzfreie Lebenszeit. Zeit um für die Familie noch das nötigste zu regeln.

Dieser Therapieansatz lässt hoffen dieses Ca auch kurieren zu können.

#32 |
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Prof. Dr. Heinrich Dircksen
Prof. Dr. Heinrich Dircksen

Also die Diskussion geht meines Erachtens völlig an der Take-home message des Artikels vorbei und driftet in eher Therapiephilosophisches ab. Die HPs haben noch nie einen erstzunehmenden allgemeingültigen Krebsbehandlungansatz gehabt (Ausnahme siehe unten) und die Vegetarismus-Diskussion ist schon echt daneben, geschweige denn das Herbeizerren von Umweltgiften, die wir doch alle nicht mehr wirklich verhindern können. Wir können aber uns endlich den einzig kausalen und zielführenden molekularbiologischen Therapieansätzen zuwenden, wenn wir nicht in Vor-Fleming-Antibiotika-lose Zeitalter zurück wollen. Der Artikel zeigt, dass heutige biotechnologische und gentechnische Verfahren einen unglaublichen Neuansatz ermöglichen auch mittels Proteomics- und Transcriptomics-Hilfen bei der Differentialdiagnose und Vorbereitung von molekularmedizinischen Ansätzen. Monoklonale Antikörper (MAKs) und onkolytische Viren sind für viele Tumoren die einzigen zukunftsweisenden Verfahren und noch nicht einmal so neu; den ersten MAK im Rahmen der “immune checkpoint therapy” gab es schon vor 14 Jahren (antiCTLA4). Es gibt noch weitere hier gar nicht genannte neuere Konzepte, die auf der Blockade zellulärer Enzyme zur Beseitigung von Apoptose-auslösenden reactive oxygen species (sehr häufig bei sich schnell teilenden Tumorzellen) basieren, alles Konzepte, die aus der Molekularbiologie stammen und eben nicht von HPs entwickelt wurden. Deren Konzepte können bestenfalls noch etwas in der palliativen Medizin zusätzlich helfen, d.h. wenn es für den Patienten sowieso absolut keine Rettung mehr gibt. Das bedeutet aber nicht, dass wir molekularbiologische Therapieansätze ohne Tierversuche und Phase-3-Einsätze überhaupt noch entwickeln können; solche Blindwut gegen Tierversuche würde uns nur in die Medizin des 19ten Jahrhunderts zurückkatapultieren. Also ich möchte mir mehr themenbezogenen Kommentare wünschen, die das Thema vertiefen und nicht völlig abgleiten lassen, danke.

#31 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Lieber Herr Kollege @Dirk Zaloudek, Sie haben sich offensichtlich weder mit Vegetarismus noch mit Steve Jobs beschäftigt, den ich beruflich durchaus für eine Legende halte, jedoch “medizinisch” für problematisch.
Wenn Sie mal das “geopathische” ignorieren, ist hier z.B. ein sehr informativer Einblick in seine eigenwillige Ernährungsweise.
Der Name der Firma soll ja damit zusammen hängen, dass er gelegentlich wirklich wochenlang nur Äpfel gegessen hat.
http://www.lebens-t-raeume.de/files/ausgaben/2012_12/stevejobs
Immerhin ist er 9 Monate mit der sicheren Tumordiagnose rumgelaufen, hätte also recht sicher gerettet werden können!
B12-Mangel nur mal herausgepickt schädigt u.a. die sich schnell teilende Dünndarm- und Pankreaszellen einschl. intestinal produzierter Immunologie.
Die intakte Pankreasfunktion ihrerseits ist wieder Bedingung für die (komplizierte) Resorbtion des Vit.B12, also ein Circulus vitiosus.

#30 |
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Dies scheint mir ein vielversprechender Ansatz zu sein.

#29 |
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Dirk Zaloudek
Dirk Zaloudek

Was hat ein Vegetarier zwingend mit Naturheilkunde zu tun? Ich kenne genug Vegetarier, die sich nur schulmedizinisch behandeln lassen.
Sie werden es nicht glauben, aber ich esse sehr gerne Fleisch ( auch Schwein ).Ich trage keine Birkenstock und ich fahre gerne Auto. Bitte verdrängen Sie dieses Bild von Heilpraktikern mal aus den Köpfen.
Zum Thema Vegetarier sage ich meinen Patienten: Wir sind Jäger und Sammler! Das Jagen bedingt, dass wir Fleisch brauchen.
Es ist nicht zu fassen, dass es eine riesige Industrie gibt, die nur Nahrungsergänzungsmittel für Vegetarier herstellt. Trotzdem hat jeder Vegetarier sich selbst dazu entschlossen so zu leben und das respektiere ich.
Das Herr Jobs Vegetarier war und gesund gelebt hat bestätigt eigentlich nur, dass man ein Krebsgeschehen nicht an einer Sache fest machen kann.

#28 |
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Arzt
Arzt

@Dirk Zaloudek die Realität ist niemals “unfair”.
Er war bekanntlich “Vegetarier” und das ist nun mal ungesund.

#27 |
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Dirk Zaloudek
Dirk Zaloudek

Steve Jobs hier als Beispiel zu nennen und damit zu argumentieren, dass Naturheilkunde nicht heilt finde ich etwas unpassend. Es ist nicht Fair damit beweisen zu wollen, dass wir nicht helfen können. Man sollte bedenken, dass er mit der Diagnose noch 7 Jahre gelebt hat. Sei es nun durch Schulmedizin oder durch Naturheilverfahren. Es ist doch im Prinzip erst mal Wurst was nun dazu führt. Die Thematik, ob man mit viel Vermögen mehr Chancen hat, sei hier gar nicht erst erwähnt.
Wichtig ist es verantwortungsvoll mit dem Leben und der Gesundheit unserer Patienten umzugehen. Und wenn die Diagnose nun mal mehr Aussichten in der Schulmedizin verspricht, dann wäre es unterlassene Hilfeleistung den Patient nicht darauf aufmerksam zu machen. Man darf irgendwelche Eitelkeiten auf keinen Fall auf dem Rücken eines Patienten austragen. Dazu gehört einmal auf meiner Seite zu erkennen, wann meine Grenzen erreicht sind und auf der anderen Seite würde ich mir aber auch wünschen, dass unsere Maßnahmen nicht immer so belächelt werden. Wenn wir am Ende einen für den Patienten würdevollen Verlauf erreichen (durch was auch immer), dann sollte es uns zusammen doch ein gutes Gefühl geben.

#26 |
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Jens Schultze
Jens Schultze

Wer heilt hat recht!

Auch wenn wir nicht mit allem was die moderne Wissenschaft “betreibt” einverstanden sein können so profitieren wir doch alle von den Erkenntnissen. Ich für meinen Teil möchte zumindest nicht mehr mit den medizinischen Standards von vor 100 Jahren Leben.

#25 |
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Danke Herr Zaloudek, sie haben mir aus der sehle geschrieben ;). Den Artikel finde ich auch sehr spannend und vielversprechend.
Es gibt ein lustiges Sprichwort das zu der Diskussion passt. Ich versuche es zu interpretieren: es ist zu spät das minerallwasßer zu trinken, wenn die Niere versagt hat. Na ja auf russisch klingt eben lustiger ;)
Schönen Abend an alle!

#24 |
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Dr. Bayerl,

ich gebe Ihnen vollkommen Recht.
Mein Beitrag ist eigentlich ironisch gemeint.
Mir hängt dieses Geplänkel zwischen den verschiedenen Fachrichtungen als auch zwischen Klinikern und Niedergelassenen schon lang zum Hals raus.
Mehr wollte ich mit meinem Kommentar nicht sagen.

#23 |
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Dr. med. Matthias Röckel
Dr. med. Matthias Röckel

Ich find den Artikel echt geil! Liest sich wie ein guter Krimi. Ich hoffe, Prof. Walther hat Erfolg mit seiner Methode. Hätte er den schon vor 20 Jahren gehabt, dann würde meine Mutter nun vielleicht noch leben. Allen Kritikern von Tierversuchen hier: Wenn wir Tiere zuchten , um sie dann zu essen, dann sehe ich nicht das geringste Problem darin, auch ein paar bei Tierversuchen für gute Forschung zu opfern. (Aber das ist jetzt wahrscheinlich politisch inkorrekt) Zum Thema Heilpraktiker: Ihr habt Steve Jobbs auch nicht mit seinem Pankreas Karzinom helfen können…

#22 |
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Gast
Gast

Unverschämtheit immer diese Stigmatisierungen. Mein Vater hat die Diagnose Pankreas Ca R1 bekommen nach der Pankreas Resektion, aufgrund der Symptomatik habe auch Ich (30 J., Gesundheits und Krankenpflegerin und zur Zeit Medizinstudentin) mich untersuchen lassen. Ich habe nach etlichen Pankreatiden nun auch die Diagnose des Pankreas Ca erhalten. Noch nie habe ich Alkohol zu mir genommen, und leide trotzdem unter der chronischen Pankreatitis. Es sind nicht immer die Alkis die an solch einer grauenhaften Krankheit erkranken- es sind auch mal die nichts dafür können. Es ist nun mal so das nicht jedes Mann des eignen Glückes Schmied ist. Ich finde es gut das die Forschung soweit ist und es muss nun mal an irgendwem getestet werden.
Ich sage nur weiter so!
Wir wären heute nicht soweit, hätte man damals nicht die gestig Behinderten als Versuchskaninchen benutzt! Das ist ein Problem worüber man hätte diskutieren können.

@Nadja Pfau
Das ist die richtige Einstellung den nur interdisziplinär lässt sich allumfassend behandeln, das sollte der ein oder andere Akademiker auch mal verinnerlichen.

#21 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo, Kollege @Micha Hammer, eine Überlebesrate von 8% ist eine echte Katastrophe, darüber herrscht nicht der geringste Zweifel. Das muss besser werden und heißt ja auch, diese restlichen 92 sollten wenn irgend möglich nicht-chirurgisch therapiert werden,
also von Anfang an interdisziplinär (onkologisch) wie auch bei anderen Tumoren, z.B. wesentlich erfolgreicher beim häufigeren Magen-Ca wozu auch die Frühdiagnose, im Einzelfall sogar ein “down-staging” durch Chemotherapie wesentlich beigetragen hat.
Andererseits ist gegenüber früher auch die Frühdiagnose des sehr “versteckt” liegenden Pankreas durch Ultraschall und CT ganz erheblich besser möglich geworden und sollte allein deshalb die Erfolgsquote verbessern können.
Auch wenn es oft anders kolportiert, wird reißt sich der Chirurg keineswegs um solche Eingriffe mit begrenzter Prognose. Eine “antichirurgische” Einstellung von Internisten sollte schon längst überwunden sein, ist aber offenbar nicht auszurotten.

#20 |
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Nadja Pfau
Nadja Pfau

Nadja Pfau
Heilpraktikerin

Ich sage, klasse Artikel, wo wären wir heute ohne die Wissenschaft, ich kann das nur gut heißen!!! Daß überall Gifte gewittert werden und vielleicht auch sind, ist sicher nicht zu bestreiten, ABER warum werden die einen krank und die anderen nicht. Und natürlich sollte man den ganzen Menschen sehen, aber wenns brennt, und das tut es beim Pankreas Ca dann komm ich mit meiner Naturheilkunde alleine auch nicht mehr weiter. Ich kann dann tatsächlich meistens nur noch begleitend tätig sein. Ich sage als Heilpraktikerin, Krebs gehört in Ärztehand (hoffentlich mitfühlende) und gerne begleitend in seriöse HP Hand!!!

Bitte forscht weiter!!! Die CA Patienten werden es Ihnen danken.

#19 |
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Prima Diskussion.
Chirurgen gegen Internisten und Heilpraktiker mit Verschwörungstheorien.
Gähn.

#18 |
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Gast
Gast

Danke, Kollege Zaloudek!
Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund!
Für mich sind solche peinlichen Äußerungen ein Anlass zum Fremdschämen.
Bitte herzlichst um sachliche und höfliche Wortmeldungen.

Trotzdem – wünsche einen guten Abend in die Runde.

#17 |
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Studentin

@ Herr Jurisch…
Es macht mich ehrlich betroffen so viel Zynismus im Kommentar eines Standeskollegen zu lesen.
Vielleicht haben Sie ja Recht mit Ihrer Ernährungstheorie. Dann wäre es schön zu erfahren, wie Sie die allgegenwärtigen Toxine und sonstigen Schadstoffe ausschalten. Ich bin ehrlich interessiert daran.
Fakt ist, ist das Kind in den Brunnen gefallen, hat der HP das Feld zu räumen und den Chirurgen und Onkologen das Bergen zu überlassen. Die Aufgabe des HP ist m.E. dann nur noch die “Pflege der Opfer” (sprich die Begleitung! Gerne auch mittels Ernährung, Phytotherapie, Homöopathie, TCM, Energieheilverfahren, oder was auch immer…)

Ein Hoch auf den respektvollen Umgang miteinander – das gilt allerdings für beide Seiten –

#16 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

“nur wenige überleben” … sind immerhin durch (rechtzeitige) Operationen ca. 1300/Jahr, was ca. 8% 5-Jahresüberlebensrate bedeutet, gegenüber 12% beim Lungen-Ca. (2013)

#15 |
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Gast
Gast

Als Naturwissenschaftlerin und selbst Betroffene, die weder raucht noch trinkt, habe ich mit dem ein oder anderen Kommentar hier so meine Probleme – naja, in meinem Fachbereicht sagt man da dann “ist alles relativ”.
Meiner unwesentlichen Meinung nach, scheint mir die im Artikel beschriebene Methode recht sinnvoll und vielversprechend.

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Steffen Jurisch
Wenn ich Ihren Kommentar lese, dann kann ich Ihre Frage nur bejahen.
Was die Ursachen für Krebs angeht, im speziellen Bauchspeicheldrüsenkrebs, sind meines Wissen nur Rauchen und Alkohol als Trigger gesichert.

#13 |
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Prof. Dircksen hat alles Wesentliche zur Therapie und neuen Therapieansätzen gesagt. Da verwundert es schon, wenn hier von “wirklichem(?) Wissen”, Ernährungsumstellung und Beseitigung von Umweltschäden gefaselt wird. Um in der Sprache der “political correctness” zu bleiben, das ist “menschenverachtend”. Erstmal die Umwelt retten, da müssen eben Tausende ins Gras beißen, um die Welt zu retten. Außerdem wird den Versuchsratten das Leben gerettet. Ziemlich krank!

#12 |
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Gast
Gast

Grauenvoll Versuche bei gesunden Tieren durchzuführen!

#11 |
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Dirk Zaloudek
Dirk Zaloudek

Sorry, ich kann die aggressiven Äußerungen meines HP-Kollegen nicht nachvollziehen. Wir wundern uns, dass die Schulmedizin unsere Methoden ablehnt. Wenn ich so etwas lese, kann ich die Ärzteschaft verstehen. Der Respekt untereinander sollte gewahrt bleiben, auch wenn sich die Methoden grundlegend unterscheiden. Der Ton macht die Musik.

#10 |
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Dr Bergit Grünau
Dr Bergit Grünau

@Steffen Jurisch
Als “sinnlos” würde ich die Versuche nicht betiteln. Damit möchte ich mich ganz und gar nicht pro Tierversuche äußern, doch wo wären wir ohne unsere Impfstoffe, Antibiotika etc.? Sicher lässt sich über eine gute Ernährung einiges regeln, doch ausreichend ist auch die nicht. Oder haben sie je einen Tumor mit Nahrungsumstellung geheilt? Bezweifle ich.
Studierte und Ärzte abzuwerten ist meiner Meinung nach auch eher ein Indiz fehlender Argumente. Weiß ich nicht weiter greife ich einfach mal auf persönlicher Ebene an. Applaus.
Abschließend: Mag ja sein, dass es präventive Maßnahmen gibt, doch ist es erst einmal zu spät, was dann? Dann hilft uns Ihre Predigt auch nicht mehr.

#9 |
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Naturwissenschaftler

Guter Vorschlag Herr Jurisch,
sehr ganzheitlich: Wir putzen alle Toxine (welche sind das alle?) aus allen Lebensmitteln, klären alle Rückstände (welche sind das alle?) aus dem Trinkwasser, säubern alle Böden von allen Giften (ja: welche sind das alle?) , und wenn wir schon dabei sind, wie ist´s mit der Atemluft, Strahlungen (UV, radioaktiv etc.)?
Und schon wird es keine Cas (nicht nur die Pankreas-CAs) mehr geben, richtig?
Wann und wo fangen Sie an?
Natürlich ohen irgendwelchen “Reibach” zu machen, gell?

#8 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Vielleicht sollten die Herrn und Damen “Heilpraktiker” statt zu meckern
ein Tipp geben, Pankreas-Krebs zu heilen, den Ärzte noch nicht kennen.

#7 |
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Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

Sind wir denn immer noch im Mittelalter?
Hören Sie endlich auf Tiere zu quälen und für sinnlose Versuche zu missbrauchen – probieren Sie den Schwachsinn an sich selbst aus, dass wäre Schadenbegrenzung zu 100%.
Auch ein Pankreas-Ca. ist vermeidbar, wenn man den Menschen das wirkliche Wissen, welches durchaus von ehrlichen Wissenschaftlern bereit gestellt wird, zugänglich machen würde. Ernährung ist und bleibt ein Schlüsselthema, andere Themen sind Toxine in den Nahrungsmitteln, vergiftete Böden, Rückstände in Trinkwasser und so weiter – aber klar doch, wenn man diese Dinge ändert ist natürlich kein Reibach zu machen, wird man wahrscheinlich nicht in der Presse gelobt und macht sich einen Namen. Studiert zu sein heißt eben noch lange nicht auch klug und weise zu sein…

#6 |
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Heilpraktikerin

@ Gast, einer der denkt mit dem Messer die Welt zu retten….
2014 und noch immer nicht erkannt, das wir nur wirklich erfolgreich sein können, wenn wir über den eigenen Tellerrand schauen und gemeinsame Strategien entwickeln

#5 |
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Gast
Gast

@Prof. Dr. Heinrich Dircksen Ignoranz ist es, die Chirurgie auszublenden.
Wenn nun der Tumor schon “gestreut” hat, wie Sie belieben der Chirurgie entgegenzuhalten, dann dürfen Sie selbstverständlich ihre Giftspritze in alle gestreuten chirurgisch unerreichbaren Tumorzellen ansetzen.

#4 |
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Prof. Dr. Heinrich Dircksen
Prof. Dr. Heinrich Dircksen

Also die beiden Kommentare bislang zeigen gewissen Unverstand und Ignoranz der klassischen Therapien. Die Chirurgie ist sicher eine gute Sache, doch wo bleibt sie wenn der Tumor bereits gestreut hat, was sicher schon und nur erst unter der OP klar wird. Chemotherapie ist meisten Schnee von gestern. Dieser geniale für meine Begriffe in Zukunft einzige zielführende gentherapeutische Ansatz sollte schleunigst angewandt werden, denn Erfahrungen mit der Applikation und Verbreitung des Agens im Tumorbereich liegen vermutlich nur wenige vor. Solange keine “Kreuzreaktivitäten” mit anderen Claudin-exprimierenden Epithelzellen zu befürchten sind, ist dies ein “heilender” Therapieansatz, sonst bleiben vielleicht nur noch onkolytische Viren und monoklonale Antikörper. Mit heutigen Proteomics und Transkiptomics Methoden findet man vielleicht doch noch schnell andere Targetmoleküle. Specific Targeted therapies müssen endlich die alten Konzepte durchbrechen bevor noch mehr Patienten sterben!

#3 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Man sollte nicht ganz vergessen, dass man das Pankreas-Ca (nur) chirurgisch HEILEN kann, wenn die Bertelmann-Stiftung das erlaubt natürlich.
Die Folgeerscheinung ist geringer als bei einer totalen Magenresektion (wegen Ca)

#2 |
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Dr. rer. nat. Rudolf Theisen
Dr. rer. nat. Rudolf Theisen

Wenn man alte Arzneimittel vergisst, muss man neue suchen. Einfach genial mal wieder Geld zu machen. Natürlich ist nach der Diagnosestellung nach 9 Monaten Schluss. Solang der Stand selbst den Totenschein ausstellen kann, ist das erträglich. Aber neue Entwicklungen kosten halt (Menschenleben).

#1 |
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