Adipositas: Rund und doch gesund?

27. August 2014
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Ein Viertel aller stark Übergewichtigen bleibt trotz der überflüssigen Pfunde auch langfristig gesund. Wissenschaftler konnten in einer Studie nun zeigen, warum die Körperfülle keine negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat.

Vor etwa einem Jahr hat die American Medical Association (AMA) Adipositas als Krankheit eingestuft. Doch macht übermäßige Körperfülle tatsächlich immer krank? Weltweit gelten mehr als zwei Milliarden Menschen als adipös – und drei von vier Betroffene entwickeln in der Tat Folgeerkrankungen wie beispielsweise einen Diabetes Typ 2. Doch ein Viertel aller stark Übergewichtigen bleibt trotz der überflüssigen Pfunde auch langfristig gesund. Woran liegt das?

Ein einziges Enzym macht den Unterschied

Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte nun zeigen, was bei kranken Übergewichtige anders ist als bei gesunden. Dazu untersuchten sie Gewebeproben fettleibiger Menschen und fanden einen entscheidenden Unterschied: Adipöse Menschen, die geringe Konzentrationen des Enzyms HO-1 aufweisen, entwickeln sehr selten Folgeerkrankungen, während solche mit hohen Werten sehr oft davon betroffen sind. „Der Zusammenhang zwischen HO-1-Werten und dem Gesundheitszustand der Patienten war überwältigend. Weder Gewicht, Fettanteil oder die Menge an ungesundem Bauchfett waren aussagekräftiger“, erklärt Harald Esterbauer von der Medizinischen Universität Wien. „Das deutet sehr stark darauf hin, dass HO-1 direkt an der Schnittstelle zwischen Übergewicht und Folgeerkrankungen wirkt.“

Leber und Makrophagen sind entscheidend

Auch bei Mäusen konnten die Wissenschaftler dieses Phänomen beobachten. „Daher eignet sich die Maus in diesem speziellen Fall auch sehr gut, die Rolle von HO-1 zu studieren“, erklärt Esterbauer. Um zu prüfen, in welchen Geweben das Vorkommen von HO-1 für Übergewichtige gesundheitsrelevant ist, schalteten die Forscher bei Mäusen das Enzym gezielt und nur in einzelnen Zelltypen und Geweben aus – mit eindeutigem Ergebnis: In Muskel- und Fettzellen sowie in Insulin-bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse scheint das Vorkommen von HO-1 keine Rolle zu spielen. „Wenn wir es aber ganz selektiv in der Leber oder in den Fresszellen des Immunsystems ausschalten, wirkt sich das enorm auf das Erkrankungsrisiko aus. Ohne HO-1 in diesen Zellen blieben die Mäuse gesund und entwickeln keine Insulinresistenz, selbst wenn sie mit sehr fettreichem Futter ernährt wurden“, so J. Andrew Pospisilik vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg. Zudem war die Stoffwechselaktivität der Mitochondrien in Zellen ohne HO-1 deutlich gesteigert.

Gut für Diagnostik: Enzym sehr früh aktiv

Für die Forscher ist HO-1 ein höchst interessantes Ziel für diagnostische und therapeutische Ansätze. Denn das Enzym scheint nicht nur eine Voraussetzung für die Entstehung von Folgeerkrankungen bei Übergewicht zu sein. Umgekehrt reicht HO-1 ohne weitere Faktoren offenbar auch aus, um krank zu werden. Außerdem ist HO-1 bereits in einem sehr frühen Stadium Adipositas-bedingter Erkrankungen wie beispielsweise einer Insulin-Resistenz aktiv. Pospisilik resümiert: „Das macht das Molekül medizinisch so interessant, denn je früher man das Erkrankungsrisiko von Übergewichtigen kennt, desto erfolgreicher kann man die Folgeerkrankungen behandeln.“ So ließen sich schwere, nicht rückgängig zu machende Schäden möglicherweise verhindern.

Dogma widerlegt: HO-1 fördert chronische Entzündungen

Eine Neuentdeckung ist HO-1 allerdings nicht gerade, denn zu dem Enzym gibt es bisher schon etwa 8.000 Studien. Die jetzige scheint dennoch besonders beachtenswert zu sein: „Unsere Ergebnisse widerlegen ein zentrales Dogma der HO-1-Forschung. HO-1 fördert chronische Entzündungen und ist nicht wie bislang vermutet entzündungshemmend“, sagt Pospisilik. „Solche chronischen Entzündungen sind zentrale Risikofaktoren für Diabetes.“ Aber auch bei Parkinson und Alzheimer könnte das Enzym eine entscheidende Rolle spielen, denn beide Erkrankungen gehen mit einer gestörten Funktion der Mitochondrien und Entzündungen einher. Bei Patienten mit diesen Erkrankungen wird HO-1 in den Nervenzellen sehr stark aktiviert.

Die Wissenschaftler konnten außerdem zeigen, wie HO-1 zu Diabetes führt: Das Enzym fördert eine Insulin-Resistenz, die Vorstufe eines Diabetes Typ-2, indem es über Zwischenschritte die Insulin-Rezeptoren auf der Zelle verändert.

Wie könnten Diagnostik und Therapie aussehen?

Esterbauer denkt dabei an einen einfachen Bluttest, mit dem eine große Anzahl von Menschen relativ unkompliziert auf ihren HO-1-Status hin untersucht werden könnte. „Wenn man bedenkt, dass hierzulande vermutlich mehr als 20 Prozent der Patienten mit Insulinresistenz und Typ 2 Diabetes bisher unerkannt bleiben, ist das ein besonders wichtiger Punkt“, so Esterbauer.

Eine Therapie wäre mit spezifischen Hemmstoffen für das Enzym denkbar. Für therapeutische Hemmstoffe von HO-1 gibt es bereits wichtige Anhaltspunkte. Doch zunächst müssen die Wissenschaftler noch besser verstehen, ob HO-1 alleine wirkt oder möglicherweise an andere Proteine bindet und als Adapterprotein wirkt. Erste Ergebnisse erwarten die Forscher in zwei bis drei Jahren. Eine therapeutische Zulassung könnte innerhalb von zehn Jahren folgen.

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39 Kommentare:

Diätassistent

Für eine Momentbetrachtung kann die rosarote Brille reichen, mittel und langfristig halte ich die Aussage in der Überschrift für „ gefährlich optimistisch“ warum wird da mit der Gesundheit der Menschen spekuliert?

#39 |
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Apotheker

Ergänzung: das war jetzt etwas ungünstig formuliert. Die Nahrungsmittel- und Werbeindustrie verdienen natürlich gleichermaßen daran die überflüssigen Süßwaren unters Volk zu bringen.

#38 |
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Apotheker

Bei der Diskussion über unkontrolliertes Essen und damit verbundenem Übergewicht wird ein wichtiger Punkt gerne übersehen: Solange die Nahrungsmittelindustrie etliche Millionen für (psychologisch teilweise sehr ausgefeilte) Werbung ausgibt um ihrer Süßwaren und Chips unters Volk zu bringen, braucht sich auch Niemand über die vielen Übergewichtigen wundern.

So funktioniert die Wirtschaft nunmal. Erst gibt man Millionen dafür aus immer neue überflüssige Lebensmittel zu erfinden und unters Volk zu bringen und auf der anderen Seite verdient man genauso viel damit, die dadurch entstandenen Krankheiten und Probleme zu behandeln (nicht beseitigen). Wie praktisch wenn man den Betroffenen dann gleich noch einreden kann, dass sie “selber daran schuld” wären. Und eine gute Möglichkeit Menschen gegeneinander aufzuhetzen springt auch noch dabei heraus. So wird sich dann auch niemand mit den wirklichen Ursachen befassen.

@Frau Dipl-Ing. Strüber: Sich als trainierte Person über Untrainierte lustig zu machen ist nicht besser, als dünne Personen über Dicke. Lassen sie sich nicht auf dieses Niveau runterziehen. Sie wissen es doch besser, wie man am Rest ihres Beitrages erkennen kann. Das Vorurteil dicke Menschen seien ungesund wurde den Menschen doch auch nur von der o.g. Industrie eingetrichtert um die (Geld)Maschine am laufen zu halten. Kann man ihnen nicht wirklich vorwerfen. Wenn sie da ein Gegenbeispiel sein können, haben sie doch schon genug getan um Sand ins Getriebe der Maschine zu streuen.

#37 |
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Gast
Gast

Sehr gut #34 und#35,
Die Lösung ist eine Tablette, die bewirkt, dass man weniger ist.
Ich hoffe, dass wird jetzt nicht auch noch als “Beleidigung” bezeichnet.

#36 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

genug gejammert. Wer sich damit auskennt, weiß,
JA, es gibt das 1/4, das nicht “stoffwechselkrank” ist,
wahrscheinlich mit einer Obergrenze, die ich jetzt nicht nennen kann.
Und der “Stoffwechsel”-Vergleich “aktiver” Dicker – ist jetzt wirklich NICHT abwertend gemeint – mit schlanken “Bewegungsmuffeln” zeigt tatsächlich einen Vorteil der Aktiven auch gegenüber den inaktiven Schlanken.
Da die Zusammenhänge bis auf die “Energiebilanz”, die man nun mal nicht überlisten kann, sehr komplex sind, bezweifle ich stark die Möglichkeit einer “Problemlösung” mit einer “Tablette”.

#35 |
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@Frida Stern(#26): Zunächst vielen Dank, dass Sie sich auf das Sachliche konzentrieren und nicht an der “Schlammschlacht” beteiligen.
Zu Ihren Argumenten: Der Einfluss der Gene wird sicher nicht unterschätzt, doch ist die wissenschfaftliche Studienlage eben noch sehr uneinheitlich, welche Rolle die genetische Prädisposition spielt. Auch der evolutionäre Vorteil der “Dickeren” ist mehr als umstritten. Auch die “zähen” Schlanken haben in ihren subkutanen Fettdepots eine große rekrutierbare Energiereserve und aufgrund einiger physilologischer Boni nicht per se schlechtere Überlebenschancen im Winter. Auch der in Boulevardpresse als Tatsache verkaufte Zusammenhang zwischen Süßstoffkonsum und Adipositas (Stichwort Schweinemast) ist für den Menschen keineswegs belegt. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand scheint der epigenetischen Prägung, also dem Ernährungsvehalten von Eltern, Voreltern und der eigenen (anerzogenen) Ernährungs- und Lebensweise (BEWEGUNG!!!) der Löwenanteil an der Gewichtsentwicklung zuzukommen. Letztlich bleibt es bei dem “alten Hut”, dass einzig die Energiebilanz entscheidet. Arbeiten die beiden Stellschrauben – Energieverbrauch und Energieaufnahme – gegenläufig, geht das Gewicht in die eine oder andere Richtung. Daher gibt es für die Ernährung auch keine allgemeingültigen Empfehlungen. Den individuellen Lebensumstäden, Prägungen und auch genetischen Vorgaben entsprechend muß sich jeder die Mühe machen, sein individuelles Ernährungoptimum herauszufinden.

#34 |
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Medizintechniker

Liebe Frau Strüber,
ich bin bei Doc chek erst gerage ein paar Tage auf dieser Plattform registriert. Ich muß feststellen, mit welcher Beleidigungs und Intolleranzform hier kommuniziert wird. Lassen Sie keine Beleidigungen zu und denken einfach, diese Menschen sind arm in ihrer Seele gefangen (armseelig). Ich selbst habe eine gute Botschaft zu verrichten, mit einem Produkt, welches für viele Betroffenen als unterstützendes Mittel eingesetzt werden kann, und was passiert?, wann wird gleich angemacht.
Deswegen in diesem Sinne, glauben Sie an sich selbst.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute!
PS. Wie Professor Schmidt schon erwähnte, langsam entwickelt sich das Ganze zu einer “Dreckschleuder”.

#33 |
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Arzt
Arzt

Statt sich gegenseitig zu beschimpfen, irgendeiner toppt das dann auch mit NAZI-Vergleichen, bravo, sollte man sich eher damit befassen

1) ist Übergewicht nun eine Krankheit (USA) oder nicht,
2) wie behandelt man diese Krankheit am besten.

Bei dem, was man hier per definitione “krankhaftes Übergewicht” (spätestens ab BMI 40) nennt,
ist die Chirurgie unbestreitbar mit Abstands am erfolgreichsten.

#32 |
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So allmählich entwickelt sich dieses Hin und Her aus ärztlicher Sicht zu einer unkonstruktiven “Dreckschleuder” (Wer wirft denn da mit Lehm, …)

#31 |
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Ja ich bin dick.. und erstaunlich – ich bin gesund und fit.. In meinem Sportkurs den ich seit mehr als 8 Jahren wöchentlich besuche hab ich immer Spaß wenn neue Dünne ankommen mich mit meinem Übergewicht mustern und sich wundern warum ich in der 1-2 Reihe steht.
Nach den ersten 45 min Aufwärmtraining wird es meist sehr witzig für mich.. Weil ich gerade mal aufgewärmt bin.. und die dünnen Neulinge schon kaum noch Pips sagen können.
Ist den werten Kollegen schon mal der Zusammenhang zwischen Seele und Übergewicht unter gekommen?
Ja, manche Menschen brauchen aufgrund ihrer Vergangenheit einen extra Schutzpanzer. Diesen Schutzpanzer aufzugeben ist eine enorme seelische Belastung die manchmal länger dauert.
Da kann man noch so viel Diäten machen.. wenn die Seele noch nicht soweit ist, dann ist sie es “noch” nicht.
Das ändert alles nichts daran, dass man sich trotzdem gesund und auch körperlich Beweglich halten kann und sollte.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen:
Kollegen die eine am Computer (beruflich) erworbene Tendovaginitis im Handgelenk damit kommentieren, dass ich ja Übergewicht habe, gab es auch in meiner Vergangenheit.
Auf meinen Kommentar, dass ich aber gar nicht auf den Händen mein Gewicht durch die Gegend trage, sondern eher meine Füße dazu benutze kam nur ein ungläubiges Glotzen.
Ich hatte dazu dann nur im Kopf:
Ja ich bin Dick – Du bist doof – ich kann abnehmen (wenn ich das will) – und Du?
Und nach diesem Exkurs in mein Leben:
Ja es gibt die Dicken, die sich wirklich um nichts kümmern.. aber alle anderen leiden sehr sehr häufig unter den abfälligen Bemerkungen von Personen zu denen sie eigentlich Vertrauen haben sollten. z.B. ihrem Arzt.
Also das nächste Mal, wenn Sie den Gedanken haben:
Boah was Dick, ich will nicht behandeln, halten Sie inne und überprüfen Sie ihre Haltung.
Wenn der / die Dicke vor ihnen einen seelischen Schutzpanzer benötigt.. ist er in der Regel so sensibel ihren Unmut zu fühlen und damit den Schutzpanzer erneut verstärken zu wollen.

#30 |
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Jürgen Beck
Jürgen Beck

Wenn man bedenkt wie sich hier manche “Doktoren” als empathische Kleingeister outen, kann der “dicke Mensch” nur froh sein dass er diesen “Typen” nicht in der Zeit des Nationalsozialismus begegnet ist. Da hätte man sicherlich schnell eine Lösung für die, die dem Deutschen Idealbild nicht entsprachen gefunden. Seit Sarrazin haben Einige der sehr verehrten Leistungsträger aus der Mitte der Gesellschaft ja “den Mut” politische Unkorrektheiten zu sagen. Völlig frei von Hirn, Herz und belastbaren Fakten darf der geistlose Sondermüll ungestraft abgesondert werden. Bei manchen beschimpften Randgruppen der Gesellschaft gibt es einen Schutzreflex von Menschenrechtsaktivisten. Der Dicke ist dem Abschuss hilflos ausgeliefert, wie man hier wieder einmal sehen kann.

#29 |
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Medizinphysiker

Also mir sind Dicke lieber als Intolerante!

#28 |
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@24 (deutscher Chirurg):
Ad “laienhafter Tugendwächter, Student!!!”: Gern erkläre ich auch Ihnen noch einmal, dass die Angabe “Student” grundsätzlich eine andere, bereits abgeschlossene Qualifikation und vor allem Lebenserfahrung nicht ausschließt. Jedenfalls habe ich es nicht nötig, hier anonym und somit GÄNZLICH ohne nachprüfbare Qualifikation zu posten.

Ad “Metzger”: Falls Sie tatsächlich den Beruf eines Chirurgen ausüben und sich angesprochen fühlen, dann habe ich ja wohl ins Schwarze getroffen? Ich habe ganz klar deutlich gemacht, dass ich nicht den Berufsstand als solches kritisiere, sondern die skandalöse Art und Weise, wie einige Chirurgen sich (gegen)über Patienten auszudrücken pflegen. Aber offenbar besteht hier eine gewisse Unbelehrbarkeit.

Ad “Medizintourismus”: Diese Wanderung existiert aber auch umgekehrt, im nicht unerheblichen Maße. Warum wohl fahren Patienten für Zahnimplantate nach Ungarn oder zur Nasen-OP nach Tschechien? Sicherlich, weil es billiger ist. Ob es besser und risikofreier ist, sei bezweifelt. Aber eben oft auch, weil sie dort als Mensch ernst genommen werden.

#27 |
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Nichtmedizinische Berufe

Was mich immer noch wundert ist, dass der große Einfluss der Gene auf das Gewicht übersehen wird. Früher waren die Dickeren die Überlebenden, da sie während des Winters von ihren Fettreservern zehren konnten. Die von Natur aus schlechten Futterverwerter hatten da schlechtere Karten. – Heute leben wir im Überfluss und werden von Kind an auf Süßes getrimmt. Auch Muttermilch schmeckt süß. Die Süßwarenindustrie bräuchten wir jedoch nicht für Kinder. – Dass das Gewicht bei manchen Menschen völlig aus dem Rahmen geht (ich spreche hier nicht von Leuten, die vielleicht gerade mal 10 kg Übergewicht haben), führe ich auf den Süßstoff- und Magerwahn zurück. Ich kenne viele Frauen, die erst durch Diäten (weil sie meinten, sie würden 5 kg “zuviel” wiegen) zur Adipositas gekommen sind. Wenn man mehrmals im Leben 10 kg und mehr abnimmt, ist dies ein extremes Risiko für Adipositas. Hätten wir andere Normen, wären vielleicht viele aufgrund der Gene leicht übergewichtig, aber nur wenige stark. Neuere Forschungen zeigen, dass genetisch ein bestimmer Gewichts-Range für die Menschen festgelegt ist. Kommt es durch Erkrankungen, Medikamente, Diäten zu starken Gewichts-zu- bwz. -abnahmen, gerät dies außer Kontrolle.

#26 |
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Arzt
Arzt

@Britta Liebler, ja ja höre ich auch immer, man isst ja soooo wenig,
das muss diese Drüse sein, die aus Luft Fett macht.
Ich habe mal einem Anästhesiepfleger geraten, der kontinuierlich zugenommen hat,
seine Nahrung etwas zu reduzieren mit dem Hinweis, er könne doch täglich sehen,
wie sehr sich die Chirurgen abmühen müssten FALLS er mal selbst unters Messer kommen müsste.
Seine Antwort war:
“wieso? die werden doch dafür bezahlt!”
Man konnte kaum zusehen, denn er war ein sehr netter Kerl,
wie es weiter ging, Diabetes, dann wurde er blind und starb schließlich recht früh.
Voraussetzung jeder Therapie ist also die eigene EINSICHT in die falsche Ernährung
und nicht die 1000 Ausreden.

#25 |
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deutscher Chirurg
deutscher Chirurg

@Torsten Horlbeck selbst ernannter laienhafter Tugendwächter (Student!!!) und Nestbeschmutzer.
Dass Chirurgen, die oft schweißgebadet sind, mit Metzgern verglichen werden, ist nicht neues,
damit müssen sie leben.
Im übrigen gibt es ausgerechnet in der Chirurgie einen intensiven Medizintourismus nach Deutschland aus dem Ausland, der Sie sicher ganz besonders ärgern wird, weil Sie keine Ahnung von dieser Tätigkeit haben.

#24 |
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Der Beitrag #7 (Siegmar Knauer) spricht leider wieder Bände, wie es um die Empathie mancher Ärzte und die Abläufe im OP-Saal bestellt ist. Ich bin zwar glücklicherweise normalgewichtig, aber vielleicht landet man demnächst auch auf der “Blacklist” mancher Chirurgen, wenn man zu feste Haut, nicht normgerechte Organe oder eine zu lange Gerinnungszeit hat, oder einfach zu laut schnarcht.
Wenn man im Job für jede kleine Unwägbarkeit Mehrhonorar fordert, wäre es konsequent, sich als Metzger zu bewerben. Dort gibt es nur EU-Normschweine.
Und ich persönlich kenne, bei allem Respekt für die anstrengende Arbeit, auch keinen Chirurgen, der am Hungertuche nagen müsste. Jedenfalls kann ich Patienten gut verstehen, die aus solchen Gründen die Behandlung in einer Klinik freiwillig ablehnen. Mittlerweile schreiben Mediziner sogar Bücher, in denen sie angesichts der Entmenschlichung explizit vor deutschen Kliniken warnen. Wenn schon Kollegen derartige Wahrnehmungen haben, kann es einem dann doch als möglicher Patient Angst und Bange werden. Ich hoffe, dass das Thema “Eignungstest” für Medizinstudenten und arbeitsvertragliche Verankerung eines Mindestmaßes an Empathie für angestellte Ärzte irgendwann im breiten Rahmen diskutiert wird.

#23 |
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SO SCHNELL KANN DAS IM TÄGLICHEN LEBEN GEHEN; MIT ODER OHNE HO-1:

Der Kaspar, der war kerngesund,
ein dicker Bub und kugelrund.
Er hatte Backen (wohl eher Wangen?) rot und frisch;
Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
Doch einmal fing er an zu schrei´n:
“Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess´ ich nicht!”
……………………………
Am vierten Tage endlich gar
Der Kaspar wie ein Fädchen war.
Er wog vielleicht ein halbes Lot –
Und war am fünften Tage tot.

(Ist nicht von mir.)

#22 |
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Astrid Clanzett
Astrid Clanzett

@ Karl-Heinz Licht
Ja Hr. Licht, auch Sie wählen Ausdrücke die man mehr der Tierwelt zuordnen würde. Dies finde ich hier vollkommen inakzeptabel. Eventuell sind sie ja ins falsche Forum gerutscht?

#21 |
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Medizinjournalist

Oh, da haben wir wieder einmal einen Schuldigen für Alles. Und wenn die Pharmzie dazu gefunden wurde, können alle Menschen sich überfressen, ohne krank zu werden. Was für eine erfreuliche Zukunft.

#20 |
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Medizinphysiker

@Herrn Evers:

A. Achw….?

Alice Schwarzer, Arnold Schwarzenegger?

#19 |
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Kinderkrankenschwester

Danke Herr Ewers. Der BMI ist erwiesenermaßen der größte Bockmist, den man sich ausgedacht hat. Aber es soll immer alles in schöne Normen passen.

@Herr Knauer: Bevor Sei im OP extralange Instrumente oder gar einen extra belastbaren Tisch benutzen müssen, muss der Mensch schon eine Menge Gewicht mitbringen, das ist hierzulande noch eher selten. Wenn Sie im OP aber schon am Jammern sind, wie schwer Ihre Arbeit doch ist, was mögen dann die Pflegekräfte sagen, die Ihren Patienten danach mobilisieren und versorgen müssen? Die werden sowieso unterbezahlt.

Was mich auf den Baum treibt ist die Tatsache, dass es nicht zu akzeptieren ist, dass dick nicht grundsätzlich gleich krank bedeuten muss. Oder willenschwach, weil man es mit dem Essen nicht hinbekommt. Kurzer Ausflug in die Stoffwechsellehre: eine kranke Schilddrüse ist maßgeblich für den Stoffwechsel zuständig. Funktioniert die nicht richtig, verlangsamt sich auch der Stoffwechsel, der Grundumsatz sinkt und dann sind 1 Scheibe Käse am Tag schon zuviel. Oder die Patienten, die mit Cortison behandelt werden müssen. Danach wird nicht gefragt. Es heißt nur, Herr Knauer, boah, zu fett, hat sich nicht im Griff.
Dabei ist unser Schlankheitsideal irgendwie nicht normal. Man schaue sich die Venus von Milo an oder Gemälde von Rubens. Alles fette Weiber. Nach heutigem Standard.

Die These von Galileo, nachdem die Erde eben keine Scheibe ist, hat auch länger in der Einsicht der Gesamtheit gebraucht.

#18 |
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Radiologieassistent

Guten Morgen!
Wer entscheidet denn überhaupt was “Schlank” oder “Dick” ist? Ist dies nicht einfach eine Norm, erstellt von Menschen die meinen, das es rechtens ist andere zu diskriminieren? Dick sein ist zu 80% Gentechnisch veranlagt.
wenn der BMI ein Richtwert sein soll, dann wären einige Menschen (z.b. A. Schw….) so was von Übergewichtig und krank. Aber da sagt man nur” Mensch, der hat nen guten Körper und der tut auch was dafür!”

#17 |
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@Siegmar Knauer (#7): Sehr geehrter Herr Knauer, bei allem Verständnis für Ihren nicht honorierten Mehraufwand. Man sollte doch niemandem allein aufgrund seiner Körperproportionen – ob adipös oder kachektisch – die Menschenwürde entziehen!

#16 |
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Mario Türschmann
Mario Türschmann

An den Worten von Herrn Knauer, kann man mal wieder beispielhaft erkennen, was Ärzte von übergewichtigen Patienten halten. @Herr Knauer: Was machen Sie, wenn Sie einen übergewichtigen auf dem Tisch haben? Erst mal jammern wie schwer sie gleich arbeiten müssen? Interessiert Sie dann überhaupt noch das Krankheitsbild, dass gerade im Vordergrund steht?

#15 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Gast “von der Wortwahl (Knauers)abgesehen ist das natürlich richtig,
die Fluglinien verlangen ja auch ab einem gewissen “Volumen” den doppelten Preis.
Bei den DRG´s gibt es auch ab BMI 35 oder 40 einen (nicht kostendeckenden) Zuschlag, den der/die Person allerdings nicht übernehmen muss,
sonder “die Gemeinschaft”.

Der Ton ist despektierlich und letztlich Menschen verachtend. Herr Knauer kann ja als Flugbegleiter anheuern. Vielleicht widerfährt ihm da Gerechtigkeit. Als DM ist er offensichtlich überfordert. Das Gejammer über die nicht “wertgerechte” Entlohnung ist einfach nur peinlich.

#14 |
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Gast
Gast

@Gast
Hier ist selbstverständlich nur die Wortwahl gemeint. Ich möchte mich nicht auf diesesm Niveau bewegen.

#13 |
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Gast
Gast

@Astrid Clanzett warum tun Sie´s dann :-),
von der Wortwahl abgesehen ist das natürlich richtig,
die Fluglinien verlangen ja auch ab einem gewissen “Volumen” den doppelten Preis.
Bei den DRG´s gibt es auch ab BMI 35 oder 40 einen (nicht kostendeckenden) Zuschlag, den der/die Person allerdings nicht übernehmen muss,
sonder “die Gemeinschaft”.

#12 |
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Astrid Clanzett
Astrid Clanzett

@ DM Siegmar Sauer
Zitat:
“Unkontrolliertes Fressen sollte vermieden werden.
Unkontrolliert wachsende Fettwänste sollten über einen erhöhten Krankenkassenbeitrag die verbundene Mehrarbeit der Ärzte finanzieren.”

Diese Aussagen braucht man nicht mehr kommentieren, sie sprechen für sich selbst!

#11 |
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Ute Prenzing
Ute Prenzing

@ DM Siegmar Knauer

Ich frage mich, ob Sie Ihren Beruf aus Menschenliebe, Liebe zur Wissenschaft oder doch nur aus monitären Gründen ergriffen haben.
Wie kann man so verächtlich von seinen Patienten sprechen?

#10 |
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Von “gesunden” Adipösen zu sprechen finde ich sehr befremdlich. Was immer HO-1 bewirken mag und ob ein epigenetischer Mechanismus hinter der Aktivierung steckt – die orthopädischen Probleme bleiben, die Körperfülle verhindert ausreichende Bewegung, das führt zu Herz-Kreislauf-Schwäche, Muskeldystrophie und…und…und. Adipöse mit niedrigen HO-1-Aktivität in Leber+Makrophagen dürfen nicht in den Glauben versetzt werden, sie seien gesund und müssten keine Lebensstiländerung anstreben.

@Ursula Tüffel (#1): Was meinen Sie mit “einnisten” ? Denken Sie an ein “HO-1-Virus”, das seine DNA oder RNA injiziert und dann den menschlichen (bzw. mäuslichen) Proteinbiosyntheseapparat “versklavt”, um ihn zur Synthese des HO-1-Enzyms zu nutzen? Das Enzym selbst kann sich ja wohl kaum einnisten.

#9 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

Zitat:

“Das Protein HO-1 ist nur dann in beträchtlichen Mengen vorhanden, wenn der Körper gestresst oder krank ist. Dann führt es zu einem Teufelskreis: Es wird produziert, verschlechtert den Gesundheitszustand, wird dadurch vermehrt produziert und verschlechtert den Gesundheitszustand weiter. Durch regelmäßige Bewegung und richtige Ernährung würde HO-1 aber gar nicht erst in den Mengen entstehen, die dann krank machen.”

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/medizin-ein-enzym-als-moeglicher-ausloeser-von-diabetes.676.de.html?dram:article_id=291338

#8 |
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DM Siegmar Knauer
DM Siegmar Knauer

Enzym hin – Enzym her. Fakt bleibt, wenn chirurgisch gehandelt werden muss – besteht ein Problem bei Adipositas – große Wunden, Schwerarbeit. Unkontrolliertes Fressen sollte vermieden werden.
Op. eines solchen Pat. ist eine Härteaufgabe und deutlich mehr Komplikationen.
Instrumente amerikanischer Hersteller erkennt man an der Instrumentenlänge. Die produzieren marktadaptiert. Nur meine Schwerarbeit wird nicht honoriert.
Unkontrolliert wachsende Fettwänste sollten über einen erhöhten Krankenkassenbeitrag die verbundene Mehrarbeit der Ärzte finanzieren.
S. Knauer

#7 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Bei Adipositas geht es doch nicht nur um Diabetes, hier drohen falsche Sicherheiten. Für die Gelenke (Artrhose!), für Krebsentwicklung etc. ist es nachweislich besser, sich vollwertig zu ernähren, macht früher satt, hält länger satt und schmeckt aromatischer. (z.B. mit fix&einfach Rezepten aus “Tomatenrot+Drachengrün”).

#6 |
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Ansonsten natürlich sehr interessant! Vielen Dank für die Zusammenfassung!

#5 |
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Und wieder einmal ist die Inflammation, wie bei den meisten chronischen Erkrankungen der modernen Zivilisationen der zentrale Dreh- und Angelpunkt, mit dem die dauerhafte Gesundheit steht oder fällt. Und schon wieder sucht man nach einzelnen Enzymen, die man therapeutisch angreifen kann, anstatt den Menschen und auch ärztlichen Kollegen vor Augen zu führen, dass die Ursache, nämlich der degenerierte Ernährungs- und Lebensstil der meisten Menschen, zu bekämpfen ist.
Darüber gibt’s nicht nur genügend Evidenz, sondern auch genügend Erfahren. Aber das würde natürlich vielen sehr gute Verdienstmöglichkeiten verwehren ;)
Ich sag nur: Low-Fat-Lüge, Hyperinsulinämie, Glukosabhängigkeit, Getreide und Co.
Liebe Grüße an die DGEM, DGE und so weiter….wollt ihr nicht oder seid ihr einfach nur zu ignorant???
Mahlzeit und Sorry für den Shitrush :D

#4 |
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Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

HO-1 haben oder nicht haben scheint wichtig zu sein, suggeriert der Artikel. Mag ja sein, dass dieses Enzym eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes Typ II spielt.
Wichtiger für mich ist jedoch die Frage: Unterscheiden sich die Blutgefäße der Übergewichtigen voneinander (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall etc.), was ist mit Deformierungen des Bewegungs- und Stützapparates, vor allem der Bein, bei zu hohem Gewicht?
Wie unterscheiden sich generell die Blutwerte gegenüber nicht Übergewichtigen…
Und, gesetzt den Fall es könnte ein Hemmstoff für therapeutische Zwecke hergestellt werden – ist das dann der Freifahrtschein um nur noch haltlos Übergewicht zuzulegen?

#3 |
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Gast
Gast

Da, wie auch erwähnt, ja schon 1000-de Arbeiten über das Enzym existieren, ist die Formulierung:
“Ein einziges Enzym macht den Unterschied” eher irreführend,
oder eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Es muss also auch die Frage beantwortet werden, was zur “Hochregulierung” in dem einen Fall geführt hat und in dem anderen nicht (z.B. O2-Mangel),
siehe wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hämoxygenase#cite_note-1

Trotzdem ein hoch interessanter Beitrag, Frau Schmitzer!

#2 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

Grundsätzliche Frage zu HO-1: Haben ALLE Menschen dieses Enzym oder handelt es sich dabei um ein Enzym, daß von außen zugeführt wird und sich einmal eingenitstet, dann sein Unwesen treibt? Da unser Körper aus sich heraus keine schädlichen/unnützen Enzyme bildet, fragt sich tatsächlich wieso es überhaupt erst entsteht. Ob es durch ungesunde Ernährung, Umweltgifte etc. pp entsteht, das ist die Frage, die geklärt werden muss.

#1 |
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