Schönheitschirurgie: Seid umschnitten, Millionen!

18. August 2014
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Egal, ob Nase, Brust, Gesicht oder Schamlippen: Viele Körperteile lassen sich durch ästhetisch-chirurgische Eingriffe optimieren. Nun gibt es neue Zahlen: Weltweit gab es im letzten Jahr mehr als 23 Millionen chirurgische Behandlungen.

Neue Zahlen von der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS): Weltweit gab es im letzten Jahr mehr als 23 Millionen chirurgische und nicht chirurgische kosmetische Behandlungen. An der Spitze stehen die USA (3.996.631 Fälle), gefolgt von Brasilien (2.141.257), Mexiko (884.353), Deutschland (654.115) und Spanien (447.177).

Von Kopf bis Fuß

Bei chirurgischen Interventionen sind Brustvergrößerungen besonders gefragt (1.773.584). Dann kommen Liposuktionen (1.614.031), Blepharoplastiken (1.379.263), Eigenfetttransplantationen, stammzellenverstärkte Fettunterspritzungen (1.053.890) sowie Korrekturen der Nase (954.423). Weitere Zahlen befassen sich mit nicht chirurgischen Behandlungsmethoden. Dazu gehören die Injektion von Botulinumtoxin (5.145.189 Patienten), die Applikationen von Füllmitteln beziehungsweise resorbierbaren Implantaten (3.089.686), Haarentfernungen via Laser (1.440.252), nichtinvasive Verjüngungsverfahren des Gesichts (1.307.300) und Peelings beziehungsweise Dermabrasionen (773.442). Mehr als 90 Prozent aller Patienten sind weiblich.

Gesicht: Weg vom Windkanal

Frauen und Männer haben gleichermaßen Vorstellungen vom idealen Körper. Auf ihrer Frühjahrstagung stellte die VDÄPC, Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen, neue Entwicklungen vor. Der Trend geht weg vom gestrafften „Windkanal-Gesicht“, hin zu einem natürlichen Erscheinungsbild. Aus Sicht des VDÄPC sind Kombinationsbehandlungen unverzichtbar. Wo Ärzte früher nur geschnitten und gestrafft haben, kommt ein zusätzliches Lipofilling mit hinzu: Klagen Patienten über alterungsbedingten Volumenverlust im Gesicht, ist es mit einer Straffung nicht getan. Hier eignet sich die Auffüllung mit Eigenfett. Dank des Potenzials von Stammzellen lässt sich eine natürlich wirkende Revolumisierung erzielen. Filler, die Hyaluronsäure enthalten, kommen ebenfalls zum Einsatz.

Brust: Natürliche Übergänge

Auch bei Brustvergrößerungen spricht viel für Kombinationsbehandlungen. Waren Implantate gerade bei schlanken Frauen früher tastbar, arbeiten Chirurgen heute zusätzlich mit Eigenfett, um Übergänge zur Brust und zum Dekolleté besser zu gestalten. Je nach Patientenwunsch und Ausgangssituation könnten Ärzte laut VDÄPC sogar auf das Implantat verzichten und die Brust nur mit Eigenfett vergrößern.

Schamlippen: Labioplastiken unter der Lupe

Selbst Schamlippen stehen heute im Mittelpunkt der Optimierung. Dahinter stecken nicht nur ästhetische Gründe: Manche Patientinnen hoffen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu beseitigen. Teilweise liegen auch körperdysmorphe Störungen vor. Doch hilft eine OP betroffenen Patientinnen? Dieser Frage ist David Veale vom King’s College in London nachgegangen. Sein Team nahm 88 Frauen in eine prospektive Fall-Kontroll-Studie. Davon erhielten 49 eine Labioplastik. Um ihren Erfolg zu quantifizieren, zogen Ärzte die Genital Appearance Satisfaction (GAS) Skala heran. Problematisch: Nicht alle Probandinnen nahmen am Follow-up teil. Immerhin zeigten sich bei 24 von 25 Frauen (96 Prozent) der OP-Gruppe drei Monate postoperativ signifikante Verbesserungen auf der GAS-Skala. Langfristig profitierten 21 von 23 Frauen (91,3 Prozent). Bei neun Teilnehmerinnen hatten Ärzte zuvor körperdysmorphe Störungen nachgewiesen – postoperativ ließ sich die Krankheit nur noch in einem Fall diagnostizieren. Grund genug für David Veale, zu betonen, hier läge keine Kontraindikation für Labioplastiken vor. Bleibt als Kritik, dass er mit einer vergleichsweise kleinen Studienpopulation gearbeitet hat.

Nase: OP geglückt – Patient unzufrieden

Doch nicht jeder Eingriff bringt auch die gewünschten Resultate, wie sich am Beispiel von Nasenkorrekturen zeigt. Laut der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD) mussten im Jahr 2010 rund 30 Prozent aller Patienten erneut unter das Skalpell. Nicht immer sind ungeeignete Operationstechniken, Fehler oder überschießende Narben schuldig im Sinne der Anklage. Betroffene haben teils falsche, überzogene Erwartungen. Hier helfen nur detaillierte Aufklärungsgespräche mit Computerprogrammen, die eine Profil- und Frontalansicht simulieren. Gleichzeitig sind Ärzte in der Pflicht, nachzuforschen, ob hinter dem OP-Wunsch vielleicht psychische Störungen stecken.

Kinder, Kinder …

Bleibt als Fazit, dass die moderne Medizin viele Möglichkeiten bietet. Was technisch möglich ist, muss aber deshalb noch lange nicht durchgeführt werden, wie der Fall von Carolin W. zeigt. Sie starb Anfang 2011 mit nur 23 Jahren – und zwar bei ihrer fünften Brustvergrößerung. Ende 2013 diskutierten die Koalitionspartner erneut, medizinisch nicht notwendigen Schönheits-OPs bei Patienten unter 18 zu verbieten. Gesundheitspolitiker kritisierten, jeder zehnte Eingriff werde an Jugendlichen vorgenommen. Über entsprechende Zahlen lässt sich streiten. Hier nennt die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) lediglich 1,3 Prozent (2011). Und laut Deutscher Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) waren 2013 nur 0,9 Prozent aller Patienten unter 18. Bei dieser Gruppe stehen Ohrenkorrekturen an erster Stelle (87 Prozent), gefolgt von Brustkorrekturen bei Männern (unter 4 Prozent) und Schweißdrüsenabsaugungen (unter 2,5 Prozent). Ganz egal, wie der Gesetzgeber entscheidet: Es bleibt ärztliche Pflicht, nicht jedem Patientenwunsch nachzukommen.

76 Wertungen (4.07 ø)

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32 Kommentare:

Gast, weiblich
Gast, weiblich

@Fr. Fein: es ist seltsam, was Sie hier für Mutmaßungen anstellen… ich habe lediglich meine Meinung zu einem Kommentar geäußert… und Diskussionen sollten auf einer Website wie Doccheck doch eigentlich auf einem gewissen Niveau stattfinden können? vielleicht verstehen Sie das was Dr. Knüll schreibt wirklich nicht? (hab übrigens kein Problem mit Männern ;-) )
einen schönen Tag noch.

#32 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Für Sie immer die Anrede: Herr Dr. Knüll, Frau Fein. Wollen Sie ein Wortduell? Bitte! Mal abgesehen davon, dass Sie nichts verstehen und daher sich in semiintelligenten Pseudoverbalien ergehen, spreche ich spreche nicht etwa “uns” an , sondern verschone nur Sie nicht, weil Sei mich persönlich ansprechen und deren Schweigen in der Tat für “uns” alle ein Segen wäre. Denn die Mehrheit in diesem Forum haben Sie sicherlich nicht, um für und von “uns” zu sprechen, bis auf den einen “Gast”, der stellvertretend für Sie antwortet und der Sie vermutlich selbst sind. Für “Gast weiblich”, denn Sie mal soeben dümmlich beleidigen, werden Sie doch nicht das Wort ergriffen haben können, oder? Sie verstehen – oder auch wieder nicht? Und ich habe auch nur geschrieben und nichts “versprochen”. Aber jetzt verspreche ich, dass ich Ihrem Unsinn hier nicht mehr folge. Ist das jetzt deutlich genug ? Es bleibt bei Karl Kraus, den ich nur für Sie allein noch einmal anders zitiere und bei Shakespeare:

Den Inhalt einer Frau erfasst man bald. Aber bis man zur Oberfläche vordringt!

Und : Der Rest ist Schweigen…

#31 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

Herr Knüll, wann verschonen Sie uns endlich mit Ihren ad hominem-Kommentaren,
wie oft haben Sie uns das nun schon versprochen.

#30 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Frau Fein, lassen Sie es doch gut sein. Wie sagte Karl Kraus etwa: Es genügt nicht keine Gedanken zu haben , man muss auch unfähig sein sie auszudrücken.

#29 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

der “weiblicher Gast” ist wahrscheinlich bei Männer abgeblitzt, bravo,
warum sollte man sonst bei diesem Thema ausgerechnet Männer angreifen.

#28 |
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Gast, weiblich
Gast, weiblich

Bravo Herr Dr. Knüll, mit viel Humor die Wahrheit auf den Punkt gebracht :-)

#27 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Fein : )

#26 |
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Gast
Gast

Dr. med. Wolfgang Knüll, dass Sie primitiv sind, wurde Ihnen nicht vorgeworfen,
nur der Angriff auf Männer und Ihre Unhöflichkeit gegenüber einer Frau, die das festgestellt hat.

#25 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Sehr geehrte Frau Fein,
eben lese ich , dass Sie noch einmal losgelegt haben. Nachdem Sie mich zunächst bei den „dummen Männern“ verorten wollten, verlegen Sie sich nun auf Primitivität. Das ist ein bisschen starker Tobak. Wollen Sie sich wirklich ein Schreibduell mit mir antun? Ich will das nicht. Dazu bin ich in der Tat zu primitiv – im Sinne von ursprünglich, um dudengenau zu sein. Es wäre mir auch zu kompliziert, Ihnen alles noch einmal zu erklären, auf die Gefahr hin , dass Sie wieder missverstehen. Nur soviel sei ausgeführt. Sie schreiben:
Eine Entschuldigung wäre angemessen, statt einem recht unverschämten:
“Damit soll es nun genug sein.”
Was sage ich dazu? Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod, sage ich und damit soll es nun wirklich genug sein. Ich werde diese Seite jedenfalls nicht mehr verfolgen.

#24 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

@Dr. med. Wolfgang Knüll, bevor Sie weiter unhöflich reden, lesen Sie vielleicht Ihren eigenen Beitrag #1 denn dort, in IHREM Text steht wörtlich:
“… sich Frauen immer wieder von Hodenträgern instrumentalisieren lassen”,
nicht das Einzige, was völlig daneben ist. In Ihrer Primitivität wollen Sie auch noch dass Männer welche? Pillen nehmen!
Was hat das mit dem Thema zu tun? Das fragt sich der Leser!
Wenn Sie Ihren EIGENEN Beitrag #1 nicht verstehen, werden Sie meine Antwort darauf noch weniger verstehen. Sie greifen nun auch noch eine Frau an, nur weil sie Männer gegen falsche Anschuldigungen verteidigt.
Eine Entschuldigung wäre angemessen, statt einem recht unverschämten:
“Damit soll es nun genug sein.”

#23 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Sher geehrte Remdias Cortes: Das meinte ich auch nicht bei meiner Kritik. Sollte in solchen Fällen in der Tat von KK mitbezahlt werden, mindestens. Ich achte Ihre Offenheit hier und begrüße Ihre Lebensfreude.

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

Also ich entwickelte eine bulimische Störung, um mein Lip- Lymphödem an den Beinen in den Griff zu bekommen, aber selbst bei 45 Kilo bei 1,70 cm Größe blieb es bestehen. Geholfen hat mir eine Fettabsaugung mit Modellierung – daraufhin war ich Bulimie und Komplexe los und habe wieder moderat zugenommen.
Keine Psychotherapie hätte für mich tun können was dieser Eingriff tat: In Hosen passen, die sitzen und nicht an der Taille 3 Nummern zu groß sind, Bikini und Badeanzug tragen und sich auf den Sommer freuen , tanzen gehen und mich nicht mehr schämen etc.
Kein Pfennig war für diese Op umsonst ausgegeben und ich würde sie jedem in meiner damaligen Lage empfehlen.
Finde es schade, dass so etwas nicht zumindest von den KK bezuschusst wird.
Allerdings habe ich auch meine Grenzen: So würde ich mir ungern ein Inplantat einsetzen lassen oder eine OP machen lassen, die man alle paar Jahre wiederholen muss.

#21 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Wo Sie mich schon persönlich ansprechen, verehrte Frau Fein, etwas zu Ihrer Antwort: Die verfehlt das Thema, deutlich. Natürlich darf ich schreiben , dass sich Frauen von Hodenträgern instrumentalisieren lassen, vor allem deshalb, weil es stimmt. Und Sie wissen in der Tat nicht, was ich mit meiner Frau mache. Ich werde es hier keinesfalls ausplaudern. Aber weiter ! Dass Ihr Mann weder “Hosenträger” ist, noch er dass Sie instrumentalisiert, noch ob es sich umgekehrt verhält, scheint im Zusammenhang mit dem ernsten in Rede stehenden Thema ebenso ohne Belang, wie der Zusammenhang zwischen “Hosenträger” und Instrumentalisierung rätselhaft bleiben muss. Ein „Hosenträger“ ist einer, der Hosen oder „die Hosen“ anhat oder ein Hilfsmittel, damit jene nicht in ungewollte Bewegung geraten. Was also trägt oder hat ein Mann, der explizit nicht instrumentalisiert? Wie Sie von dort zur „Ästhetik“ Ihres Mannes geraten, an der Sie nichts auszusetzen haben, ahne ich allenfalls dunkel. Sie folgern ungebremst weiter, dass ich offenbar nicht mitbekommen hätte, dass „Frauen“ auch „die Medizin“ schrittweise übernähmen, wie bei den Lehrern schon geschehen. „Schrittweise“ habe ich begriffen. Das war ja unter anderem mein Aufreger. Wieso jedoch Anführungsstriche für „Frauen“ und „die Medizin“ und warum ein auch, und was ist da bei den Lehrern schon geschehen? Aber das interessiert mich eigentlich ebenso wenig, wie ich keinesfalls raten muss, wer da wen von wo unterstützt, noch wissen will, dass Sie zu den normalen Frauen gehören, die sich über angeblich großmäulige Feministinnen ärgern. Was die dummen Männer allerdings angeht, die Ihrer Ansicht nach auf jene Feministinnen hören, so zähle ich mich weder zur einen noch – anatomisch verständlich- anderen Gruppe – und deshalb, genau deshalb, Frau Fein, kann ich auf Sie nicht hören. Damit soll es nun genug sein.

#20 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

Lieber Herr Knüll, bei Michael Jackson können wir uns gerne einigen,
das nennt man doch “künstlerische Freiheit” deshalb darf man aber wirklich nicht schreiben:
“… sich Frauen immer wieder von Hodenträgern instrumentalisieren lassen” ???
Wo leben Sie?
Ich weis ja nicht was Sie mit Ihrer Frau machen. Mein Mann ist weder ein “Hosenträger”, noch instrumentalisiert er mich, (eher umgekehrt) noch habe ich an seiner “Ästhetik” etwas auszusetzen und offenbar haben Sie noch nicht mitbekommen, dass “Frauen” auch “die Medizin” schrittweise übernehmen, wie bei den Lehrern schon geschehen.
Und die meiste Unterstützung bekommen Sie dann immer, wie in der Politik, und den Medien,
na raten Sie mal …
… von Männern.
Ich gehöre zu den normalen Frauen, die sich über die großmäuligen Feministinnen ärgern. Warum hört ihr dummen Männer auf Sie?

#19 |
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Hebamme

von oben nach unten lesend, wurde ich zunehmend gespannt, was Fürchterliches Herr Knüll wohl geschrieben haben mag…. endlich langte ich bei seinem Beitrag an – und war enttäuscht :-)
Wo ist der Aufreger?
Er hat doch mit jedem Satz Recht!

#18 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Ja, ja, ich weiß, dass Michael Jackson ein Mann war und keine Frau…. und ein Opfer besonders prominentes Opfer seiner Kosmetiziner.

#17 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

“Im übrigen ist die “kosmetische” Chirurgie nur in dem Maß unseriös, wie falsches von ihr erwartet wird, ihr Kern, die plastische und wiederherstellende Chirurgie ist eine hohe Kunst, die u.a. dafür gesorgt hat, dass man “Krüppelheime” heute nicht mehr kennt, fragen Sie mal ihre Großeltern.”

Unbedingt richtig ! Diese in der Tat hohe Kunst meinte ich eben auch gerade nicht! Auch nicht die Zauberer der Brustrekonstruktion nach Ca oder die der Wiederherstellung von Unfallopfern. Was mich aufregt und auch traurig macht ist, dass Frauen auf fast jeden kosmetischen Schwachsinn heinfallen, den ihnen die Leistungserbringer der Medizin andienen, die ich bewusst nicht Ärzte nenne. Extrembeispiel : Michael Jackson. Aber auch in Deutschland laufen solche mehr oder weniger berühmten traurigen Gestalten herum. Welche Halbwertszeit haben denn unsere Schönheitsideale? Man denke nur an die Lippenaufgespritzung.
Ich wünsche mir einfach ein Selbstbewusstsein bei allen Frauen, das auf nicht notwendigen kosmetischen Schwachsinn verzichtet und den Verführern umgehend die Tür weist. Wo dieses Selbstbewusstsein fehlt, hat ärztliche Verantwortung zu beginnen und nicht das Ausschöpfen kosmetischer Möglichkteiten.

#16 |
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Arzt, männlich
Arzt, männlich

Dr. G. Dietz umgekehrt, Herr Dr. Knüll ist politisch sehr korrekt darin, dass wegen (kleiner?) Fehler von Frauen Männer beschimpft.
Wer Männer beschimpft oder attakiert ist heute politisch korrekt, wie bescheuert auch immer das sein mag (Sexual-Organe als Ärgernis???).

Im übrigen ist die “kosmetische” Chirurgie nur in dem Maß unseriös, wie falsches von ihr erwartet wird, ihr Kern, die plastische und wiederherstellende Chirurgie ist eine hohe Kunst, die u.a. dafür gesorgt hat, dass man “Krüppelheime” heute nicht mehr kennt, fragen Sie mal ihre Großeltern.
Sein Fehler war also die merkwürdige Männerschelte für Frauenfehler.

#15 |
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Dr. G. Dietz
Dr. G. Dietz

Dr. Knüll ist offensichtlich polarisierend und politisch inkorrekt – “Groß-Inquisitoren” sind aber andere, die solche politische Unkorrektheit nicht ertragen und tolerieren können. Intoleranz und Entrüstungsreflexe passen durchaus zur Kultur, die Dr. Knüll wortgewandt und gewitzt kritisiert.

#14 |
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Da es ein klassisches Thema ist, sei an Herrn Kästner erinnert. Vielleicht findet ja der/die eine oder andere ja noch ein paar Anregungen für Angebot oder Nachfrage. Der Rest möge sich bitte wenigstens am Gedicht erfreuen:

Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!

Wenn es Mode wird, sie abzukauen,
oder mit dem Hammer blau zu hauen,
tuns sie’s auch und freuen sich halbtot.

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder – falls man die nicht hat – den Bauch…
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh’n ähneln, tun sie’s auch.
Wenn es Mode wird, sich schwarz zu schmieren,
wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren,
wenn es Mode wird, auf allen Vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie’s.

Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir’s bei ihnen seh’n.
Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.

Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.

Erich Kästner (1930)

#13 |
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Medizinphysiker

Die Ausführungen von Herrn Dr. Knüll sollten doch als das wahrgenommen werden, was sie wohl sind: eine Persiflage mit unbestreitbar wahrem Kern!

#12 |
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Gast
Gast

Wer bei einer 2Jjährigen die 5. Brustvergrößerung durchführt, sollte seine Approbation verlieren.
dr. Lippoldt

#11 |
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Gast
Gast

Es gibt ja auch Männer, natürlich selten, aber vielleicht der Trend für die Zukunft,
die wollen ja unbedingt eine Frau sein, vielleicht drückt sich das in den Formulierungen von Dr.Knüller unterbewusst aus. Auch hier kann ein talentierter Chirurg oder eine Chirurgin hervorragend nachhelfen.
Tanten heißen diese Männer danach, .. oder so ähnlich

#10 |
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Gast
Gast

Dr. med. Wolfgang Knüll haben Sie was gegen Frauen in Hosen?

#9 |
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Gast
Gast

Ich dachte Beschneiden sei nur bei kleinen Jungen erlaubt.

#8 |
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Heilpraktikerin

uiuiuiuiui.

#7 |
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Gast
Gast

Dr. med. Wolfgang Knüll, sie wollten damit sicher indirekt andeuten,
dass die Frauen viel besser zum Fahrradfahren geeignet sind.
Beim Reiten hat sich diese natürliche Talentierung ja schon durchgesetzt.
Die Stärke der Männer liegt wie bei den kosmetischen Operationen mehr beim Bezahlen.

#6 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

Ich hab meinen Mann jetzt soweit, Herr Dr. Knüll, nomen est omen,
dass er wenigstens schwarze Unterhosen anzieht.

#5 |
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Anneliese Fein
Anneliese Fein

bleibt nur die ungelöste Frage,
warum Herr Wolfgang Knüll bei den kosmetischen Wünschen der Frau die Männer beschimpft.

#4 |
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Heilpraktikerin

Danke Herr Dr. Knüll!

#3 |
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Dr. med. Ludger JM Meyer
Dr. med. Ludger JM Meyer

Sehr geehrter Herr “Kollege” Knüll:
beim Lesen Ihres (nennen wir ihn einmal der von Ihnen so intensiv verwendeten Genital-Rhethorik wegen) Ergusses, stellt sich mir als langjährig um fachärztliche Sorgfalt und ethisch korrekte und integre Beratung bemühtem FA für Chirurgie und Plastische Chirurgie die Frage: Was für ein Problem tragen SIE denn da mit sich herum?
Sie machen genau DEN Kardinalfehler, den sich jeder modern denkende Arzt doch eigentlich gerade in der Interaktion mit Patienten abtrainiert haben sollte: Sie verwechseln munter Ihre extrem polarisierende und polemisierende, und wie ich meine: ziemlich verquere Definition von dem, was “man” Ihrer geneigten Ansicht nach zu tun und vor allem zu unterlassen hat, mit der souveränen Meinungs- und Entscheidungsbildung von erwachsenen Menschen im fachlichen Diskurs: einem, der’s will, und einem, der’s (vielleicht) macht. Ob, wie, wann, in welchem Umfang – das überlassen Sie, Herr Groß-Inquisitor, doch lieber den beiden individuell beteiligten Parteien.
Ich weiß ja nicht, welches Fach in der Medizin sie vertreten, aber Ihre nur böswillig zu nennende Abqualifikation alles dessen, wofür ich in meinem schönen Fach kämpfe und mich einsetze, widert mich an.
Und ich hatte gehofft, wenn man dieses Fach ruhig, zurückhaltend, ethisch motiviert und einfühlsam ausübt, hätte sich die Zeit der Moralapostel mit ihren mittelaterlichen Unterstellungen (“ist doch alles Freakshow”) erledigt. Leider wohl nicht.
Like it or not – ästhetisch motivierte Fragestellungen wird es sogar zunehmend geben. Die dann doch besser qualifiziert und menschlich integer zu beantworten, sollte unser Ziel sein.
Ihre so genital/anal-fixierte Verbal-Inkontinenz braucht es dazu wohl kaum.
Besten Gruß,
Dr. Ludger JM Meyer
VILLA BELLA München

#2 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

” Es bleibt ärztliche Pflicht, nicht jedem Patientenwunsch nachzukommen.” So ist es! Was haben wir nicht alles erlebt und was wird noch aushalten müssen! Quo usque tandem abutere patientia nostra! Körperoptimierung bei medizinisch unbegrenzten Möglichkeiten muss heute als stillschweigend akzeptierte Lebensform des Konsumo sapiens und für bezahlte Leistungserbringer verschiedenster Provenienz betrachtet werden, und zwar auf allen Ebenen. Dies zugunsten eines Körperkultes, der noch die absurdeste Mode vollendet bedient. Schlüssig erscheint das Verhalten aller Beteiligten dann, wenn man die veränderte Einstellung zu allen ein Mehr an Genuss und Lebenslust versprechenden Stoffen unterstellt. Allein körperliche Perfektion und damit verbunden Erfolg seien Garanten für eine exhibitionistische Lust am Leben, ja, sie seien das Leben selbst- so wird per Werbung multimedial suggeriert , von Ballermann bis Bohlen, von Sixpack bis Botox, von Topmodel bis Topblödel. Dem Schönheitsideal einer Gesellschaft huldigend, die Vitalität für Leben und Individualität für Persönlichkeit hält, die Respekt längst der Achtung vorgezogen hat und Kosmetik als Lehre vom Kosmos missversteht, opfert der moderne Psycho-Klon auf dem zum Operationstisch mutierten Altar der Eitelkeiten eine mögliche Identität, Gesundheit, mitunter das Lebensglück, und alle gucken weg oder dürfen tv-gerecht zusehen. Nach Brust-,Gesichts-, Nasen- und Ohren-, nach Brust- und Bauchkorrekturen, deren medizinische Notwendigkeit in den allermeisten Fällen kein Hippokrates je beglaubigt hätte, wird als vorläufig letzter Schritt zum zivilisatorischen Tiefpunkt die kosmetische Beschneidung für Frauen angedient. Nicht etwa in Afrika, wo es einen zynischen Fortschritt darstellte, sondern in der wildwestlichen Zivilisation – man spürt fast das Zerbröseln des Wortes Zivilisation auf der Zunge -, wo er einem pseudoperfekten Schritt Genüge tun soll, indem er vorspiegelt eine Natur durch Deformieren zu verbessern. Welche bitte ist denn die gesellschaftlich, ästhetisch, genitalbewusst richtige Scham? Die trendkorrekt Operierte ? Wie wärs mit einer Leitlinie zur Intimchirurgie des Mannes, etwas wie “Hoden auf den Tisch!” ? Der pharmazeutisch-kosmetische Komplex optimiert seine Geldquellen. Nach Botoxlippenhalloween kommt er mit einer neuerlichen kosmetischen Lüge, die ein wahrhaft natürliches Lippenbekenntnis der Natur entreißt und ein Geschäft daraus macht. Es erschreckt mich zutiefst, wie leicht sich Frauen immer wieder von Hodenträgern instrumentalisieren lassen, die niemals die Pille für den Mann einnähmen und sich den Hodensack verkleinern ließen, der unstrittig großmächtig dort sitzt, wo die kleinen Schamlippen naturgemäß anzutreffen sind. Hat schon einmal irgendwer etwas von einer Empfehlung zur Hodenkorrektur gehört, ja doch mindestens für männliche Radfahrer? Ich nicht. Die Frauen sollten zuerst den ästhetisch korrekten Hoden zur Bedingung machen, vorzugsweise zuerst beim Operateur, bevor sie wieder ein Stück von sich auf dem Altar einer Schönheitschirurgie opfern, deren Hohepriester durchweg Hodenträger sind, die, wenn sie zum Herzen greifen, lediglich den Sitz der Geldtasche überprüfen. Zum Mitdenken : Wer wirklich Beschwerden hat, darf oder muss sich sogar operieren lassen. Aber das ist klar und außer Diskussion – auch für den Weltärztinnenbund. Wer es jetzt immer noch nicht glaubt, soll sich die Tour de France noch einmal anschauen, mit seit Jahrzehnten genital unkorrigierten Hodenträgern. Fazit: Liebe Frauen, hört auch diesmal nicht auf Hodenträger!

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