HPV: Auch späte Impfung bietet Schutz

14. August 2014
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Weibliche Jugendliche, die zwar schon sexuell aktiv geworden sind, aber dennoch eine Impfung gegen das Humane Papillomavirus erhalten, hatten bessere Resultate im PAP-Test als Ungeimpfte. Die Ergebnisse wurden nun in einer Studie veröffentlicht.

Wissenschaftler der Boston University School of Public Health und der School of Medicine führten eine Querschnitts-Studie an 235 Frauen im Alter von 21 bis 30 Jahren durch, die sich einer routinemäßigen zervikalen Zytodiagnostik unterzogen. Der HPV-Status, demographische Merkmale und Verhaltensmerkmale wurden per Selbstauskunft mitgeteilt und mit der elektronischen Krankenakte abgeglichen.

Auch späte Impfung eventuell effektiv

„Obwohl die Daten klar eine bessere Immunantwort und eine Wirksamkeit der Impfung gegen Genitalwarzen und Zervixdysplasien belegen, falls die Impfung vor dem 14. Lebensjahr durchgeführt wurde, deutet die Studie darauf hin, dass auch eine HPV-Impfung nach dem Beginn der sexuellen Aktivität das Auftreten von abnormalen Ergebnissen im PAP-Test vermindern könnte,“ erklärt Co-Autorin Rebecca Perkins von der Boston University School of Medicine.

Zum Zeitpunkt der Studie hatten 41 Prozent wenigstens eine HPV-Impfung erhalten; 97 Prozent der Frauen wurden nach Beginn der sexuellen Aktivität geimpft. Zehn Prozent der Frauen hatten ein abnormales Resultat der zervikalen Zytologie. Die Prävalenz der abnormalen Zytologie war im Vergleich mit den Ungeimpften um 65 Prozent niedriger bei allen Frauen, die wenigstens eine HPV-Impfung erhalten hatten.

Den Forschern zufolge ist eine weitere Beobachtung der HPV-Impfung notwendig, um klinische Vorteile zu identifizieren, besonders hinsichtlich der niedrigen Rate von Impfaufnahme und -komplettierung, und hinsichtlich der Impfung von vielen jungen Frauen nach Beginn der sexuellen Aktivität. „Die Studien sollten weiterlaufen, um die Effizienz der Impfung vor und nach dem Beginn der sexuellen Aktivität, und unter Bezug auf die jeweilig erhaltene Impfdosis und die Rolle der Herdenimmunität zu vergleichen,“ fügte Perkins hinzu.

Originalpublikation:

Human Papillomavirus Vaccination and Cervical Cytology in Young Minority Women
Rebecca Perkins et al.; Sexually Transmitted Diseases, doi: 10.1097/OLQ.0000000000000162; 2014

4 Wertungen (4 ø)
Gynäkologie, Medizin

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1 Kommentar:

Gast
Gast

Nun, vielleicht sollte mal ausgesprochen werden,
dass es nicht die sexuelle Aktivität ist, die eine HPV-Impfung unwirksam macht,
sondern die Infektion mit HPV,
und nicht nur deshalb sollten auch endlich junge Männer geimpft werden.
Als ob man die Grundregeln der Infektionslehre nicht mehr beherrschen würde.

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